schen Verfahren auch hier anzustcllen. Der genannte Referent hatte deshalb schon am 25. Oktober eine Probebehandlung in die Wege geleitet, welche au einer Kuh des erst seit dem 23. Oktober verseuchten Viehstandes des Oekonomen Fritsch in Dilshofen vorgenommen werden sollte. Es kam indessen zu dieser Probebehandlung erst am 30. Oktober, nachdem dem Besitzer für den Fall, daß die Kuh an der Behandlung zu Grunde gehen sollte, Entschädigung zugesagt war. Am 31. Oktober morgens traf endlich die erbetene a-richt aus Italien ein. Sie bestand in einem vollständigedruckten Bericht eines Festvortrages, den Baccclli an, dem vom 23. bis 30. Oktober in Pisa stattgehabten italienischen Kongreß für innere Medizin gehalten hatte. Dem Vortrag waren ausführliche Berichte von drei mit der Anwendung des Mittels betrauten italienischen Tierärzten über die seit August angestelltcn Heilversuche beigcfügt. Aus diesen Berichten war zu entnehmen, daß die oben erwähnte Dosis von 0,05 Gramm die richtige gewesen und daß man diese Dosis an drei aufeinanderfolgenden Tagen ohne jede Gefahr für die Tiere anwenden könne. Hinsichtlich der Erfolge ist gesagt, daß dieselben hauptsächlich da sich als sehr günstige gezeigt hätten, wo die Anwendung im allerersten Stadium der Erkrankung erfolgt sei. Aus vorstehende Nachricht hat das Großh- Ministerium des Innern beschlossen, vorläufig die Anwendung des Verfahrens überall da auf Kosten der Staatskasse vornehmen zu lassen, wo die Besitzer von verseuchten Viehständcn es wünschen. So wurde denn bereits am 31. Oktober die Anwendung in fünf Gehöften in Reinheim, unter anderem in einem frisch verseuchten Bestand von 13 Milchkühen, begonnen. Am 1- November wurden einzelne
Tiere in Zwingenberg, am 3. November Bestünde in Biebesheim in Behandlung gezogen. Aus dem zuerst in Behand- tung genommenen Milchviehbestande werden täglich Milch- probcn einer genauen Untersuchung auf die Beimischung von Quecksilber unterzogen, nach deren Ergebnis sich Herausstellen wird, ob und wie lange die Milch der behandelten, Tiere dem Genuß der Menschen zu entziehen ist. Sowohl die italienischen Berichte, als auch die ersten Versuche berechtigen wohl zu der Annahme, daß die Anwendung des fraglichen Heilverfahrens ungefährlich ist. Ob dasselbe auch bei dem bösartigen Verlauf der Seuche, wie er hier zu Lande in der letzten Zeit beobachtet wurde, sich als zuverlässig bewähren wird, kann erst nach einer größeren Reihe günstiger Erfolge festgestellt werden. In Reinheim sind am 4. November von den dort seit 31. Oktober behandelten Tieren bei zwei Besitzern zwei Tiere an der Seuche eingegangen, während die oben erwähnten 13, in den ersten Stadien der Erkrankung in Behandlung genommenen Milchkühe eines Besitzers sich noch alle munter zeigen. Ein durchschlagender Erfolg in allen Stadien der Krankheit, wie er vielleicht von manchem erwartet wurde, kann daher nicht mehr in Aussicht gestellt werden. Immerhin dürste abzuwarten sein, ob nidjt bei frühzeitiger Anwendung des Heilverfahrens eine Vermin- derung der Verluste erreicht werden kann.________________
Theater, Kunst und Wissenschaft.
— Max Klinger in Leipzig, der geniale Maler und Bildhauer, bat die an ihn kürzlich ergangene Berufung an die Akademie der bildenden Künste in Arien abgelehnt; es soll jetzt eiu Münchener Professor berufen werden. Klinger verlangte 40,000 Kronen Gehalt
und sechsmonatlichen Urlaub, während ihm das österr. Unterrichtsministerium 20,000 Kronen bot, worauf er nicht einging.
— Tas neue Fürstliche Theater in Gera wird im Oktober des nächsten Jahres eingeweiht werden. Mil dem Theater, das künftig auch die Oper pflegen wird, ist ein großer Konzertsaal verbunden, in dem die öffentlichen Abonnementskonzerte der Fürst» lichenKapclle stattfinden sollen.
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dass die heranwachsenden Kinder eine leichtverdauliche aber kräftige Nahrung bekommen. E>n Frühstücks-Brei aus Quäker Oats (das Recept „Für den Frühstückstisch“ steht auf Jedem Packet) erfüllt diese Forderungen vollkommen. Der Versuch während einiger Zeit wird diese Behauptung bestätigen.
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Nachfrage der Arbeitgeber: 1 Holzdreher, 1 Dienstmädchen, 1 Lanffrau, 1 Laustnädchen, 1 Flickerin.____________________________
Bekanntmachung,
die Wahl der Mitglieder der Stadtverordncten-Ber- sammlung betreffend.
Donnerstag den 14. November 1901, von vormittags 10 Uhr bis abends 6 Uhr, soll die Wahl von 11 Stadtverordneten der Stadt Gießen vorgcnommen werden. Die Wahl findet in den: Bürgermeistereigebäude — Gartenstraße 2 — statt und zwar haben diejenigen Stimmberechtigten, deren Namen mit den Buchstaben beginnen:
A bis Go im Zimmer Nr. 10
Gr bis Li im Zimmer Nr. 11
Lo bis Schl im Zimmer Nr. 12
Schm bis Z im Zimmer Nr. 14 abzustimmen.
Neben der regelmäßigen dreijährigen Ergänzung der Stadt- oerordneten-Versammlung durch zehn MUglieder ist noch ein Ersatz- initglied für einen auf die Jahre 1899/1907 gewählten, inzwischen aber verstorbenen Stadtverordneten zu wählen.
Alle Stilnmberechtigten werden danach cingeladen, an beni gedachten Termin sich persönlich einzufinden und ihre Stimmen abzugeben.
Zugleich wird darauf aufinerksam gemacht, daß diejenigen Stimmberechtigten, welche mit der Entrichtung der Gemeindesteuer zur Zeit der LZahl sich länger als zwei Atonale im Rückstände befinden, zur Abstiinmung nicht zugelassen werdet: und daß daher alle diejenigen, tvelche bis zum 10. November mit der Entrichtung deZ 3. Zieles der Gemeindesteuern im Rückstände waren, nur dann zur Abstimmung zugelassen werden können. tveim sie einen solchen Rückstand noch bis zur Wahl abführen und daß solches geschehen, der Wahlkommission durch Vorzeigung ihrer Steuerquittung nachweisen.
Gießen, den 5. November 1901. 7276
Großherzoglicye Bürgermeisterei Gießen.
Mecum.
Bekanntmachung.
Donnerstag den 7. d. MtS., nachmittags 3 Uhr, sollen dahier — Neuenweg 28 — 1. Eine Ladeneinrichtung;
2. Eine Geige;
3. 240 Cylinder u. 100 Glühkörper (Strümpfchen);
4. 1 Kassenschrank, 1 Schrerbtrsch, 1 Vertikow, 1 Sopha, ^Wanduhren (Regulatcure), 15 silb. Taschenuhren u. 19 Uhrketten.
5. 1 Musikautomat, 1 Sopha, 1 Kommode und 1 Waschkommode ;
6. Laus- u. Küchengeräte all. Art zwangsweise gegen bar versteigert werdet:.
Die Versteigerung der unter ad 1 u. 2 aufgcführten Gegenstände findet ganz bestrmmt, ad 3 voraussichtlich und die übrigen zum Teil statt. 7279 Gießet:, 5. November 1901.
Seipel, Gerichtsvollzieher. Unucrstag den 7. Novbr. dS. IS., nachmittags 2 Uhr, werdet: in: Bieker'schet: L-aale
-angsweise versteigen:
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