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Zweites Blatt.
Mittwoch 7. August 1901
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Ldreffe für Deprsch««, Anzeiger Sieben. Fernsprrchanfchluß Nr. SN.
151. Jahrgang
Mau schreibt uns aus Berlin, 5. August:
Die Bevölkerung der Reichshauptstadt steht unter dem Eindruck der Trauernachrichten aus Schloß Friedrichshof. Bvn Leuten jeden Standes hört man innige Anteilnahme kn dem herben Geschick, das die kaiserliche Familie betroffen hat, und besonders dem Kaiser an Stelle der festlich- frohen Stunde (Begrüßung des Grasen Waldersee usw.) solche tiefster Trauer bringt. Der Heroismus, mit dem die Witwe Kaiser Friedrichs ihre schweren Leiden trug, wird allgemein bewundert, und die Volkstümlichkeit, bereit sie sich auch in Berlin erfreute, kommt jetzt in ergreifender Weise zum Ausdruck. War Kaiserin Friedrich auch in den letzten Jahren der Reichshauptstadt ferngeblieben, so ljatte Jie sich doch zu Lebzeiten ihres Gemahls mit Vorliebe hier, nicht selten mitten unter den Bürgern sich bewegend, tnrfgehalten, und durch ihre Einfachheit und Seelengüte fille Herzen gewonnen.
Cronberg, 5. Aug. Bereits um halb 6 Uhr trafen der Kaiser, die Kaiserin Auguste Viktoria und der Kron- priing in offener Equipage vor dem Schlosse ein. Der Kaiser, der die Uniform der Leibhusaren trug, deren Chef
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seine Mutter ist, sah übernächtigt und abgespannt ans. Die hohen Herrschaften begaben sich alsbald in die Gemächer der Kranken. Die Kaiserin Friedrich war noch bei vollem Bewußtsein, sie erkannte die Eintretenden und winkte ihnen zu. Tief ergriffen weilt der Kaiser an dem Sterbelager der Mutter. Professor Renvers überreicht ihm dcks Bulletin, das die Abnahme der Herzthätigkeit meldet. Im Hotel Fürstenhof in Frankfurt harrten inzwischen Prinzeß Viktoria und Prinzeß Feodora von Reuß, die Enkeltöchter der Kaiserin, weiterer Nachrichten.
Cronberg, 5. August. Sanft und schmerzlos ist die Kaiserin Friedrich dahingegangen. Der König von
England, der ebenfalls
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Bekanntmachung.
Auf Grund des § 42 der Verordnung, die Anlegung ceS Grundbuchs und die Ausführung der Grundbuchordnung betreffend, vom 13. Januar 1900 hat das Großherzogliche Ministerium der Justiz bestimmt, daß das Grundbuch und Berggrundbuch für die Gemarkung Hausen vom 1. Oktober 1901 au als angelegt auzusehen ist.
Die Vorschriften darüber, waS seitens der Beteiligten «och bis zu dem angegebenen Zeitpunkte zu geschehen hat, können aus der Amtsstube des Großberzoglichen OrtSgerichtS- vorsteherS zu Haufen und aus dem Anschlag an der dortigen Ortstafel ersehen werden.
Gießen, den 3. August 1901.
Großh. Amtsgericht.
nicht mehr auch viele
mast, gegen 7 Uhr ertönte von den Türmen der Stadt Trauergeläute, und bald bildeten sich auf der Straße Gruppen, die mit herzlicher Teilnahme die Trauerkunde einander mitteilten. War doch die verblichene Kaiserin die Wohl- thäterin Cronbergs, das ihr so viele gemeinnützige Anstalten und Einrichtungen verdankt. — Ob eine öffentliche Aufbahrung vorgenommen wird, ist noch nicht entschieden. Es ist möglich daß man in Anbetracht des Aussehens der Kaiserin, die ganz zusammengefallen ist, davon absieht. Man hört, daß no-dji etwa zwei Tagen die Leiche nach Potsdam übergeführt werden soll, wo sie in der Friedenskirche neben Kaiser Friedrich bestattet werden wird.
Cronberg, 6. August. Die Kaiserin Friedrich war dem Vernehmen nach bis zu den letzten Augenblicken bei vollem Bewußtsein, und in voller Kenntnis ihres Zustandes. Sie starb sehr ergeben. — Der Kaiser übernachtete in Homburg. König Eduard fährt jetzt^direkt nach Potsdam zur Beerdigung.
Cronberg, 5. August. In Schloß Friedrichs- Hof herrscht tiefste, schmerzlichste Ergriffenheit, auch bei den Hofbeamten und der Dienerschaft der Kaiserin. Die Mitglieder der Gesellschaft beginnen sich in die ausliegenden Trauerlisten einzutragen.
London, 5. August. „Daily Telegraph" sagt in einem Artikel über die Krankheit der Kaiserin Friedrich: Das britische Reich sei mit seinem ganzen Herzen bei dem deutschen Kaiser und bringe ihm Zuneigung und Mitgefühl in dem Grade entgegen, wie dies vielleicht niemals vorher von der großen Nation einem fremden Herrscher gegenüber geschehen sei.
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Telegramme des Gietzeuer Anzeigers.
B e r l i n , 6. Aug. Eine Sonderausgabe der „Nordb. Allg. Ztg." schreibt: Der Kaiser und die Kaiserin sind mit allen Angehörigen des Herrscherhauses, mit vielen verwandten und befreundeten Höfen durch das Hinscheiden der Kaiserin und Königin Friedrich in tiefe Trauer versetzt worden. — Bestand auch seit längerer Zeit kein Zweifel über die Natur des Leidens, so war boch ber Kaiser kaum barauf vorbereitet, während der Norblandsreise bie schmerzlichen Nackstichteu zu erhalten, die ihn bestimmen mußten, seine Erholungsfahrt jäh abzubrechen und an das Sterbelager seiner geliebten Mutter zu eilen. Eine Fürstin von seltener Bedeutung wird uns durch den Tob der Kaiserin und Königin Viktoria entrissen. Im der Betätigung ihrer reichen Gaben erwarb sie sich als Kronprinzessin, wie während der Regierungszeit des Kaisers Friedrich durch ihre hingebende Pflege des kranken Gemahls die Liebe und Verehrung weiter Kreise des Volkes. Ihre mütterliche Fürsorge für die Erziehung und geistige Entwickelung ihrer Kinder und ihr unermüdliches Wirken in allen Zweigen der Wohlthätigkeit, der gemeinnützigen Bestrebungen, der Gesunbheitspflege und der Hebung bes weiblichen Erwerbslebens, ihr reges Interesse für die Förderung der Künst und Wissenschaft, deren eifrige Schülerin die immer strebende Fürstin war, all diese Züge vollenden das Bild einer Frau, die wie durch, den Rang ber Geburt, auch durch ihren Geist auf der Höhe des Kulturlebens stand. Das glänzendste Erdenglück) wie das tiefste Menschenleid, nichts blieb ihr fremd. Noch in den langen Wochen ihrer schmerzvollen .Krankheit erwies sie sich in der Seelengröße, mit der sie ihr unheilbares Leiden trug, als echte Gefährtin des deut- schen Helben, der burch sein Dulden nicht minber wie durch seine Thaten dem Herzen des Volkes immer teuer bleiben wirb. An seiner Seite hält sie nun ewigen Sckstgf. Ihr Ge- bächtnis bleibt in hohen Ehren, ihr Name wird fortleben unter den großen Fürstinnen, bie ben Thron der Hohen- zollern geziert haben. Mit tiefer Sympathie gedenken wir ber trauernden Töchter, Söhne und Enkelkinder der Heimgegangenen Kaiserin. Wir gedenken des in gleiche Trauer versetzten britischen Königshauses, dessen Oberhaupt in der Entschlafenen die geliebte Sckstvefter beklagt. In erster Linie aber wenden sich die Gebauten in ehrerbietigster Teilnahme voll dem schiver getroffenen Herrscher zu. Gott tröste und schütze den Kaiser und König.
Berlin, 6. Aug. Die Morgenblätter, die mit schwarzem Rand erscheinen, gedenken des Hinscheidens der Kaiserin Friedrich in warm empfundenen Nachrufen, ihr Leben und Wirken schildernd. Um sie, die einst die glückliche Braut, Gattin, Mutter, Fürstin, Königin und endlich Märtyrerin, gleich dem inniggeliebten heldenhaften Galten, trauere das ganze deutsche Volk mit dem Kaiser unb dessen Cvnitj p
Rom, 5. Aug. „Popolo Romano" gedenkt bei Veröffentlichung der Nachricht vom Tode der Kaiserin Friebrich der Verstorbenen in überaus warmen Worten und hebt hervor, die Kaiserin sei, wie Kaiser Friedrich, eine große Bewundern: und Freundin Italiens gewesen. Ihr Tod werbe auch in Italien das lebhafteste Bedauern Hervorrufen.
Die erneute Verhandlung im Gurnbinner Militärprozeß beginnt am 15. August. Wie die „Nat. Ztg." mitteilt, ist ein von der Verteidigung neuerdings wiederholtes Gesuch um Haftentlassung des Sergeanten Hickel abschlägig beschieden worden. Die neuen Verdachtsgrünbe, weswegen Hickel nach dem Freispruch in Haft behalten wurde, sind also auch durch die kürzlich stattgehabten Zeugenvernehmungen nach Ansicht der Militärbehörde nicht erschüttert worden. Die Oeffentlichikeit, die an diesem Prozeß ein reges Interesse nimmt, wird sehr gespannt sein, zu erfahren, welche Momente es sind, die unmittelbar nach dem ersten Prozeß zur Kenntnis der Militärbehörde gelangten und so belastend für Hickel erschienen, baß bem Freispruch die Wiederverhaftung auf dem Fuße folgte. Eben deshalb wird man wünschen müssen, daß bei ber dies- maligen Verhandlung ein möglichst sparsamer Gebrauch von der Ausschließung der Oesfentlichkeit gemacht wird. Dadurch wird am cinfadrften der Sachverhalt klargestellt und die Kritik an dem bisherigen Verfahren ins richtige Licht gesetzt werden.
In den „Landwirtschaftlichen Mitteilungen" ber deutsch- freisinnigen „Posener Ztg." lesen wir über die Bedeut-- ung des Getreideverkaufs für ben ba uerlichen l ich en Grundbesitz u. a folgendes:
In Betrieben mit einer Anbauflache des Brotgetreides von 50 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche und mit einem durchschnittlichen Roggenertrage von 14 Doppelzentner pro Hektar, beginnt der Roggenverkauf bei einer Betriebsgröße von 3 Hektar und der Weizenverkauf bei einer Betriebsgröße von 2 Hektar. Steigt der Ertrag für Roggen auf 20 Doppelzentner und für Weizen auf 40 Doppelzentner, fo bleibt für Roggen und Weizen bei einem Betriebe von 1 Hektar Brotkorn zum Verkauf übrig."__________________________________________________
Engländer und Buren.
Vom Kriegsschauplätze kommt heute eine Nachricht, bie man mit großer Reserve aufzunehmen hat. Lord Kitchenec berichtet, daß ihm während seiner Inspektionsreise nach den Zufluchtslagern im Oranjefreistaate die im Lager bei Kronstadt befindlichen Männer eine sehr loyale Adresse.
Kaiserin Friedrich i*.
(Schluß.)
Was man ber Kaiserin nachsagte, baß sie ihre Hanb gern in bie Politik gemischt habe, ist in bieser Allgemeinheit von keinem Geringeren widerlegt worben, als von Bismarck. Dessen „Gedanken unb (Erinnerungen“, bie über bie bei ber Kaiserin Augusta gefunbenen Wibersprüche ausführlich sich ergehen, sprechen in bieser Hinsicht über bie soeben Verstorbene ganz unzweibeutig. Als 1864 Preußen ben ersten Sieg wieder seit Waterloo erfochten hatte, ben glorreichen Sturm auf bie Düppeler Schanzen, gab sie vier ihrer Kunstblätter zum Besten ber Verwunbeten heraus, unb ber energischen Befürwortung burch bie beiden Frauen, die damalige Kron Prinzessin von Preußen unb ihre Mutter, bie Königin Viktoria, gelang es, bie beutschfeinbliche Stimmung Englanbs unb Palmerstons nicht obenauf gelangen zu lasten. Freilich war ihre Meinung damals, Schleswig Holstein für bie Augusten Burger zu erwerben; Prinz Christian ist der Gemahl ihrer nächsten Schwester, unb am 22. März 1866, als bie kaiserlichen Enkel dem Großvater zum Geburtstag gratulierten, mußte ber älteste derselben ben Großvater bitten, er möge boch bem Onkel sein Laub wiebergeben. Das trug der Schwiegertochter begreiflicherweise eine Verstimmung bes Königs ein, aber lange konnte ber gütige alte Herr bekanntlich nicht zürnen. Auch ihr späterer Versuch, ihrer ältesten Tochter den Fürsten von Bulgarien zum Gemahl zu geben, macht ihrem Mutterherzen nur Ehre, und daß damals Kaiser Friedrich bie Gründe BiSmarckS adoptierte unb ein Verhältnis nicht gestattete, baS bie Quelle unabsehbarer Verwickelungen für Deutschlind geworden wäre, widerspricht der oft gehörten und nur beschränkt richtigen Behauptung, daß Friedrich in seinen Entschlüssen sich so sehr von seiner Gemahlin habe leiten lasten. 1891 der Pariser Besuch, ben damals Kaiserin Friedrich mit ihrer Tochter abgestattet hat, ii ber Meinung, burch Spazierritte im Boulogner Gehölz das Verhältnis Frankreichs zu Deutschlanb bessern zu können, war fast unglücklich ausgefallen.
Man hat wohl nicht mit Unrecht auf ihren Einfluß bie Hoffnung eines erweiterten parlamentarischen Lebens auch sei uns nach englischem Muster gesetzt. Die Kaiser Friebrich näher kannten, behaupten jedoch, daß diese Hoffnung nie in dem erwarteten Maße erfüllt worden wäre. Es wird viel nach dieser Richtung hin von der Verstorbenen erzählt: Wahrheit und Dichtung, wie immer im Leben derer, bie auf ben Höhen ber Menschheit stehen. Nun sie geschieben ist, wirb ihr Leben auch ben unbefangenen Historiker finden, der die großen Seiten ihres Charakters unserem Volke schildern möge, unserem Volke, baß nie vergessen wirb, baß sie bie Gattin seines Helben gewesen, bes strahlenden Siegfrieb, ber im Donner seiner Schlachten das Reich neu erbauen half.
Darum steht auch unser Volk voll ernster Trauer heut' ■in dieser Bahre und ihren Kränzen und — mehr noch! — seine Thränen werden die teuere Leiche geleiten auf dem Wege von Cronberg nach jener Potsdamer Kirche, an die Seite des Gemahls, mit bem sie nun nach enbloß langem Tobeskampf vereint ist.
Dsiitische Tagesschau.
Täglich mehr schwillt bi- Flut an gegen ben Zoll- tarifentrourf. Unb gerabe diesmal hatte man in Regierungskreisen sicher geglaubt, es zwar nicht allen, aber vielen recht zu machen. Trotzdem diese gewaltige Unzufriedenheit, diese außerordentlich spärliche Zustimmung! Da hat dock) Graf Eaprrvr bei ben geltenden Handelsverträgen, die ziemlich unter Ausschluß der Öffentlichkeit Vorbereitet waren, nicht entfernt soviel Anfechtung erfahren. Mindestens dürfte Graf Bülow auf die Anerkennung der Landwirtschaft gerechnet haben. Die konservative „Kreuzztg." spricht immerhin freundlich von den agrarischen Bestrebungen des Reichskanzlers, zwisdfen ben Zeilen ber Kritik an bem Zolltarifentwurf liegt eine gewisse Genugtuung über das Erreichte. Dagegen äußern bie Organe bes „Bundes der Landwirte" unumwunden ihre Enttäuschung. Die „Tagesztg." will auch von diesem Werk den Eindruck gewonnen haben, daß Graf Bülow auch hier darauf ausgehe, „möglichst nach allen Seiten hin eine Verbeugung zu machen, möglid)ft alle einigermaßen zu befriedigen." Das hat nun Graf Bülow davon, daß er persönlich gegen manche Schwierigkeit den Doppelzoll für die hauptsächlichen landwirtschaftlichen Produkte durchsetzte?
Stellt man die bisher zum Wort gelangten Gegner des Tarisentwurfs zusammen, so erhält man folgendes Bild. Es marschieren auf: Der „Bund der Landwirte", die katholischen „Bauernvereine", ein Teil der Gartenbau-Interessenten, die Papierindustrie, wegen der Zollerhöhungen auf Halbzeug, die Leder-Industrie, wegen des neuen Que- brachozolls, die Linoleum- und Wachstuch-Fabriken, ebenfalls loegen Zollerhöhung auf Rohstoffe, ferner ein Teil der Textilindustrien, das Braugewerbe, wegen Erhöhung der Zölle auf Hopfen und Gerste, das Baugewerbe, loegeir der Backstein- und der erhöhten Holzzölle, die Acetylen-Industrie, wegen des neuen Zolles auf Calcium-Earbid, die Seifen-Jndustrie, die Parfümerien-Hersteller und andere Oel verbrauchende Industrien, wegen Zollerhöhung von Rohstoffen, die Schiffahrt-Gesellschaften, im Hinblick auf die ganze, den Abschluß von Handelsverträgen erschwerende Tendenz des Zolltarifs usw. Zu dieser Phalanx sich beeinträchtigt fühlender Interessenten kommen bann noch: die große Masse der Konsumenten, loegen Erhöhung der Lebensmittelzölle, der „Handelsvertragverein", die Handwerkervereine, die Börse, weite Kreise des Handels. Fürwahr, eine weitverzweigte und in ihrer Gesamtheit nicht zu unterschätzende Opposition, die schon jetzt viel Rührigkeit in der Agitation gegen ben Tarifentwurf entfaltet. Vom Auslande ganz zu schweigen, denn daß das Ausland vom Standpunkte des Kontrahenten aus jede Bemessung der deutschen Zollsätze bemängeln wird, versteht sich von selbst.
Was soll nun werden? So kann der Zolltarifentwurf nicht bleiben, wie er ist — darüber herrscht nahezu Ueber- eiustimmung. Es wäre jedoch verfehlt, die Erwartung zu hegen, daß im Bundesrat ber Tarifentwurf einschneidende Abänderungen erfahren werde. Dies dürfte nicht der Fall fein, vielmehr die hauptsächliche Arbeit ber Tarif-Umgestaltung bem Reichstag überlassen werden. In diesem heftigen Widerstreit der Meinungen soll die Volksvertretung versuchen, das zu finden, was der Regierung nickst gelungen: die „mittlere Linie". Agitation und Aufklärung werden sich in erster Reihe an die Mitglieder des Reichstags zu wenden haben.
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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