Der Stern ist im vollen Lichte, wie wir es der Regel nach sehe», von der zweiten, im Minimum von der vierten Größe. Am 12. läßt sich nur der ausstcigende Ast der Lichtkurve verfolgen, am 9. wenigstens zum Teil auch der auffteigeude, am 7. der ganze absteigende Ast und der größte Teil des aufsteigenden. Die Ursache der Minima ist bekanntlich der Umlauf eine- verdunkelnden Satelliten. _
W. Hausen, 5. Aug. Ein liebliches, vom ichonsten Wetter begünstigtes Missionsfest würbe in der vergangenen Woche hier gefeiert. In dem .Hauptgottesdienst, der tn der restaurierten Kirche um 1 Uhr stattfand und der auch von Missionsfreunden aus Nachbargemeinden gut besucht war hielt Stadtpfarrer Schmidt aus Schlitz die Fest- Predigt auf Grund von Luk. 5, 1—11, darin den Zuhörern die Mahnung ans Herz legend: „Fahret auf die Hohe und werfet eure Netze aus!" Nach einer Pause begann um halb vier Uhr die Nachversammlung am nahen Walde. Auf Einladung des Kirchenvorstandes waren der Posaunenchor und der gemischte Kirchenchor aus Klein-Linden erschienen, von denen ersterer die Choräle und geistlichen Volkslieder begleitete, während der gleichfalls gut geschulte Kirchenchor in den Zwischenräumen untör Leitung des Dirigenten, des Werkmeisters Ludwig Weigel XII., trefflich ein geübte Gesänge vortrug. Tie die Not in der Heidenwelt schildernde und die Abhilfe durch Christum und sein Evangelium aufzeigende tüchtige Festpredigt wurde von PfarrerW a g n e r aus Ettingshausen gehalten. Nach einem Gesang des gemischten Chors erzählte sodann noch Pfarrer Nies aus Melbach in nahezu einstündigem, fesselnden Vortrag aus der Heidenwelt, insbesondere vom Leben der Taumlon in Vorderindien und dem Wirken der Missionare. Ter OrtS- pfarrer sprach sodann ein kurzes.Schluß- und Dankeswort. Auch in der Nachversammlung hatten sich Missionsfreunde aus der Umgegend eingefunden. Tie Kollekte für die Heidenbekehrung an diesem Tage erreichte die erfreuliche Summe von 58.22 Mk. Eine besondere Gabe von 40 Mk- wurde außerdem gespendet. ,
tt Lich, 4. Aug. Heute mittag sand die feierliche Eröffnung der Ausstellung der Schülerarbeiten gewerblicher Lehranstalten der Provinz Ober Hessen statt. Rathaus und Turm waren mit Fahnen in den deutschen, hessischen und solmsischen Farben beflaggt. Ter Eingang zum Rathaus, in dessen Sälen die Ausstellung eingerichtet ist, war nut Fahnentuch und Tannengrün geziert. Gegen 12 Uhr versammelte sich dort der Ausschuß, der Stadtvorstand und Mitglieder vom Schulvorstand. Gegen 12 Uhr traf auch der Fürst zur Besichtigung ein. Nun begrüßte der Vorsitzende des Ortsgewerbevereins, Glasermeistier Scher ff, die An- tvesenden. Darauf hielt der von der Großl)erzoglichen Zentralstelle zu Darmstadt mit der Eröffnung beauftragte Hauptlehrer Schindel eine kurze Ansprache, in der er etwa folgendes ausführte: Tas gewerbliche Schulwesen unserer Provinz setzt sich zusammen aus unseren Sonntagszeichen-- schulen, unseren gewerblichen Abendschulen, unseren Gewerbeschulen mit vollem Tagesunterricht und der Großi- herzoglichen Webschule in Lauterbach. Alle diese Anstalten finden Sie in ihrer vollen Anzahl hier vertreten. Die ausgestellten Arbeiten erstrecken sich aber fast ausnahmslos auf Lehrgänge der zeichnerischen Unterrichtsfächer dieses Anstalten; nur die Webeschule in Lauterbach hat, da sie Fachschule ist, naturgemäß die Ergebnisse aus dem Gebiete ihres praktischen Unterrichtes ausgestellt. Man hat es schon oft versucht, den Wert unserer Schulausstellung!
zu verneinen. Mit Unrecht. Ein materieller Erfolg wird ich allerdings bei denselben nicht aufweisen lassen. Ein olcher wird aber auch nicht erstrebt. "Der Wert unserer Ausstellungen liegt vielmehr darin , daß sie uns die Möglichkeit bieten, uns Über die einzelnen Anstalten ein Urteil zu bilden und die einzelnen Schulen in Bezug auf ihre Leistungsfähigkeit miteinander zu vergleichen. Nun führt man allerdings an, daß gerade durch derartige öffentliche Schaustellungen die Lehrer der einzelnen Schulen veranlaßt würden, auf Scheinersolge hinzuarbeiten. Dies ist nicht in annähernd dem Maße der Fall, wie man anzunehmen geneigt ist; denn dafür haben wir ja doch die vorgeschriebenen Lehrgänge und die Schulrevisionen. Auf den Lehrer wirken sie belehrend, auf den Schüler, der sich durch die Leistungen seiner Mitschüler übertroffen sieht, aneifernd. Damit ist der erzieherische Wert dieser Ausstellungen gekennzeichnet. Dazu kommt aber noch die Kritik der Handwerkerschulkommission, sowie auch zuletzt doch nicht zum wenigsten noch die Kritik der Allgemeinheit. Tie Schülerausstellungen stehen ganz unter dem Zeicl)en des Verlangens nach Kritik. Welche Gefahren aber ein Stillstand auf diesem Gebiete in* sich birgt, das vermag nur der voll und ganz zu beurteilen, der von den enormen Anstrengungen unterrichtet ist, die das Ausland macht, um uns mit seinem gewerblichen Schulwesen zu überflügeln. .Die mehr oder weniger fortgeschrittene Entwickelung und Ausbildung des technischen Unterrichtswesens eines Landes wird aber nach dem übereinstimmenden Urteil unserer bedeutendsten Volkswirte in Zukunft nicht zuletzt ausschlaggebend sein für den Rang, den ein Volk vermöge seiner technischen Tüchtigkeit im Wettkampf der Nationen mit seinen Jndnstriepro- dukten auf dem Weltmärkte einnimmt. Unsere G e w e r b e- vereine aber werden nach meiner Ueberzeugung sich durch nichts verdienter machen können, als wenn sie wie seither auch in Zukunst die Pflege des gewerblichen Unterrichtswesens als ihre vornehmste Aufgabe betrachten. — Hierauf eröffnete Redner die Ausstellung mit dem Wunsche, daß sie von reichstem Erfolge begleitet sein möge. — Der Fürst durchschritt nun unter Leitung des Hauptlehrers Schindel die Ausstellung und bekundete fein lebhaftes Interesse für die ausgestellten Schülerarbeiten, vor allen Dingen für den Grad von Selbständigkeit, die die Schüler bei schwierigen Arbeiten gezeigt hatten. Die Ausstellung hatte sich im Laufe des Tages eines zahlreichen Besuches zu erfreuen.
D. B e l l e r s h e i m, 5. Aug. Bei der heute hier stattgehabten Bürgermeister wähl wurde der seitherige Beigeordnete Georg Bopp VI., der vor 9 Jahren nur mit einer Stimme unterlag, bei sehr reger Wahlbeteiligung mit 116 von 118 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Es ist dies ein erfreulicher Beweis der Eintracht, die in unserem Dorfe herrscht und des Vertrauens, das die Gemeinde ihrem netten Oberhaupt entgegenbringt.
Darmstadt, 5. Aug. Der Großherzog hat bestimmt, daß das Gymnasium zu Büdingen hinfort die Bezeichnung „Wo lfg a n g Ernst-Gymnasium" führen soll.
w. Nidda, 5. August. Tie hiesige Kleinkinderschule feierte gestern auf der städtischen Festwiese ihr Jahresfest. Sie wird von 63 Schülern im Alter von 2 bis 6 Jahren besucht und von einer Nonnenweierer Schwester geleitet. Die Feier wurde durch Gesang der Sonntags^- schüler eingeleitet. Nachdem die Klein kin der schule r einige geistliche Lieder gesungen hatten, hielt Namens des Vor-
tandes Pfarrer Werner eine Ansprache. Er dankt nächst Gott auch allen Freunden und Gönnern der ©dyule und gedachte dann des schmerzlichen Verlustes, den die Scvule durch den Heimgang des Begründers und langjährigen Vor- itzenden des Vorstandes, Kircl>enrats und Dekans Hof-, m c t) c r erlitten habe. Im letzten Jahre starb trotz vieler Erkrankungen nur ein Kind. Die Scl>ule besitzt ihr eigenes! Haus. Die Kinder wurden nach der Feier mit Milch und Bretzeln bewirtet.
S. Schlitz, 5. Aug. Bei dem aus Anlaß der Gau- tnrn fahrt desGauesHessen veranstalteten Preis- turnen erhielten folgende Teilnehmer Preise: 1. Preis! Michael Keller, Friedberg (38 Punkte), 2. Pr. Heinrich Wlolff, Nidda (36 P.), 3. Pr- Karl Kreiling, Wieseck und Karl Sprengel, Bad Nauheim (35 einen halben P.), 4. Pr- Erich Jung, Kirchhain, Otto Eisenhardt, Ufingen und Heinrich Erk, Ufingen (34 einen halben P.), 5. Pr. Karl Erb, Gießen (34 P.), 6. Pr. Hans Opper, Kirchhain (33 einen halben P.), 7. Pr. Ernst Wagner, Krofdorf (32 einen halben P.), 8. Pr. Heinrich Bauer, Lauterbach und Ernst Jung, Gießen (32 P.), 9. Pr. Fritz Blanz, Ufingen, Karl Bender, Msseld und Ferdinand £>ain, Friedberg (31 einen halben P.), 10. Pr- Wilhelm Wagel, Lich, August Eger, Gießen und Karl Kreiling I., Wieseck (31 P.). Im Ganzen wurden 161 Diplome an 171 Wettbewerber verteilt.
Kttteratur, Wissenschaft und Kunst.
Äöltl, 4. Auq. Der Mannergesangverein „Polyhvmnia" begeht vom 3. 616 6. Äupuft die Feier seines fünfzigjährigen Bestehens. Zu den Festlichkeiten sind zahlreiche Gesangvereine Westdeutschland-, namentlich »u8 dem Rbetnlande, sowie au8 Holland und Belgien erschienen. Zu dem Wettstngen haben der Kaiser, die Kaiserin, der Kronorinz. Prinz Heinrich und der Erbgroß Herzog von Baden, sowie der Oberpräsident Nasse u. a. m. Ehrenvreise gestiftet. Bet dem internationalen GesanaSwettstreit errangen in der ersten internationalen Klasse ©ocletö l'Orpheon de Trooz Toret auS Belgien den ersten, die Sänaerhalle-Mannheim den zweiten, die Rör- movd'sche Sang- und Musikvereinigung den dritten Preis in der zweiten deutschen Klaste die Union-RonSdorf den ersten, der Männer- a-sangveretn-Horbach den zweiten und Philomele-Düsseldors den dritten Preis. Nachmittags findet ein Preisstngen der höchsten internationalen Klage statt, an dem hervorragende ausländische und heimische Vereine teilnehmen.
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Katalog und Vorführung durch die
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Bekanntmachung.
Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß Herr Schlachthofdirektor Liebe erkrankt ist und Herr Dr. med. 2cmgen für die Zeit der Erkrankung des Herrn Liebe die Dienstgeschäfte desselben übernommen hat.
Gießen, am 3. August 1901. 5417
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
______________Mecum._______________
Bekanntmachung.
Die Anfertigung von 200 Prämiieruugsbäudern fir die Prämiierung von Pferden gelegentlich der hiesigen Pferdemärkte soll vergeben werden. Ein Muster hierzu liegt auf dem Bürgermeisterei-Bureau — Zimmer Nr. 15 — zur Ansicht offen. Offerten sind bis zum 15.1. M. verschlossen mit entsprechender Aufschrift bei uns einzureichen.
Gießen, den 5. August 1901. 5418
Die Pserdemarktkommtffion.
_________________Wolff, Beigeordneter._________________ Großh. UiimfiM-KlbliHek.
Alle Benutzer mit Ausnahme der Studenten haben die von ihnen entliehenen Bücher
bis $um 10. August zur Musterung einzuliefern.
Vom 15. August bis 26. Oktober ist die Bibliothek täglich von 9 bis 1 Uhr geöffnet.
Gießen, den 26. Juli 1901.
Der Großh. Oberbibliothekar. __________________ Prof. Haupt.________________5176
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