Ausgabe 
7.7.1901 Zweites Blatt
 
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Abschiedsbewilligungen, v. Biebahn, Gen.-Lt. mit dem Range eines kommandierenden Generals, Tirektor des Versorgungs- und Justizdepartements im Kriegsministerium, wurde in Genehmigung seines Abschieds­gesuches, unter Verleihung des Charakters als General der Infanterie, und v. Ka m p tz, Gen.-Lt. und Kommandeur der 14. Tiv., in Genehmigung seines Abschiedsgesuches, mit .Pension zur Disposition gestellt.

Erfurt, 5. Juli. Gestern fand die Generalver­sammlung der landw. Zen tral>Darlehns-- Kasse (Raiffeisen-Organisation, statt. In der Versamm­lung am 3. Juli erklärten die hervorragendsten Vertreter aller deutschen Raiffeisen-Verbünde, daß sie im Gegensatz zu den in letzter Zeit im Rheinlands erhobenen Angriffen an den altbewährten Traditionen festhalten werden. In der Hauptversammlung erstattete Generaldirektor Heller den Jahresbericht. Derselbe wurde mit Befriedigung ausge­nommen und einstimmig auf jede Aenderung der Statuten verzichtet.

Baden-Baden, 5. Juli. In der Konferenz süddeut- scher Eisenbahn-Verwaltungen, an der auch Vertreter der preußischen Direktionen Mainz und Frankfurt teilgenommeu haben, ist vereinbart worden, daß den Rückfahrkarten sowohl im gegenseitigen Verkehr zwischen Bayern, Würt­temberg, Baden, den Reichs- und Pfälzischen Bahnen, als auch im direkten Verkehr mit Stationen der Preußischj- Hessischen Staatsbahnen ebenfalls die verlängerte Giltig­keitsdauer von 45 Tagen zugestanden wird.

München, 5. Juli. Vom 6. Juli ab werden die 45tägigen Rückfahrkarten auch für den inneren bayerischen Verkehr eingeführt.

886, 1545, 1686, 3433, 5436, 8990, 9067, 9580, 11 358,

13 069, 13 637, 15 237, 17 553, 22 455, 23 238, 23 710,

23 933, 24 838, 24 896, 25 704, 28 652, 29 536, 31 265,

31 728, 32 221, 32 559, 34 544, 35 631, 36 397, 36 569

40 210. (Ohne. Gewähr).

** Omnibus-Verkehr. Für das morgen im Philo­sophenwald stattfindende Turnfest verkehren die Wagen der Gesellschaft von 3 Uhr ab zwischen Marktplatz und Philo­sophenwald.

** Das morgen in der Ostanlage stattfin­dende Konzert hat folgendes Programm: Ouvertüre z. Optte.Tie Frau Meisterin" von Suppe. Phantasie über KoschatsVerlassen bin i". Schatz-Walzer von Strauß. Me­lodien a. d. Op.Tie Bärenhäuter" von Siegs. Wagner.

** Ja der Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Brand sind 7 Aquarelle von W. Barthel-Düsseldorf, bekanntlich einem Sohne unserer Stadt, neu ausgestellt. Gleichzeitig sei noch bemerkt, daß die gegenwärtigen Gemälde nur noch 14 Tage ausgestellt bleiben.

** Todesfall. In der vergangenen nacht starb der Be­sitzer des HotelsPrinz Carl-, Herr Karl Hein. Herr Hein stand im 45. Lebensjahre. Im Oktober würde er 14 Jahre im Besitz des Hotels gewesen sein. Ein lang- jährkges innerliches Leiden bildete die Todesursache, Heute not 14 Tagen war er aus dem Bade Neuenahr, in dem er 4/2 Wochen lang Heilung, oder doch Linderung seiner Leiden gesucht hatte, sehr schwer erkrankt heimgekehrt, um vom Krankenbette nicht mehr aufzustehen. Herr Hein erfreute sich in weiteren Kreisen der Bevölkerung unserer Stadt und unserer Provinz Oberhessen außerordentlicher Beliebtheit, und zahlreiche Geschäftsreisende von nah und fern schätzten den tüchtigen, umsichtigen Hotelwirt, der ihnen hier bei ihrem regelmäßigem Besuche Gießens den Aufenthalt angenehm und bequem zu machen wußte und sie aufs trefflichste bewirtete. Sie alle wußten aber auch, daß ein quälendes Leiden an ihm zehrte, das seinem arbeitsreichen Leben nun ein frühes Ziel gesetzt hat. Man wird dem Toten ein dankbares An­denken bewahren.

** Hessische Handwerkskammer. Die am 25. Juni in Darmstadt stattgehabte Plenarversammlung der Kammer ge­nehmigte die für die Bornahme der Gesellenprüfungen in Betracht kommende Prüfungsordnung, ferner die Be­stellung der Prüfungsausschüsse, die Bestimmungen über die Höchstzahl der Lehrlinge wie die Dauer der Lehrzeit. Sämt­liche Vorschriften und Bestimmungen, die demnächst amtlich sowie in den Kreisblättern zur Veröffentlichung gelangen werden, find nach sorgfältigsten Beratungen im zuständigen Ausschüsse unter Berücksichtigung der von den Innungen, Gewerbevereinen und Fachvereinigungen im Bezirke der Kammer gemachten Vorschläge zu Stande gekommen. Ins. besondere haben eingehende Beratungen über die Höchstzahl der zu haltenden Lehrlinge im Schlosser- und den Baugewerben unter Zuziehung erfahrener Meister aus diesen Gewerb- zweigen stattgefunden. Was die Dauer der Lehrzeit an­belangt, so ist die Kammer dem Vorschläge des Ausschusses, allgemein eine dreijährige Lehrzeit einzuführen, beigetreten. Eine Ausnahme hiervon besteht bei den Feinmechanikern, für welche die Lehrzeit für die Zukunft durchweg 4 Jahre be tragen wird. Der Forderung der hessischen Bäckerinnungen auf 2i/2jährige Lehrzeit konnte nach reiflichen Beratungen im Ausschuß, zu welchem Vertreter dieses Gewerbes zuge­zogen waren, nicht stattgegeben werden, und zwar mit Rück sicht auf eine Anzahl anderer Gewerbe, welche daraufhin die gleiche Vergünstipung beansprucht hätten. Die Bestellung der Prüfungsausschüsse ist gemäß den Vorschriften der §§ 131 unb 131a d. G. O., der §§ 28 bis 30 des Kammerstatuts sonne der Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 30. Januar 1901 erfolgt. Die Versendung der bezüg­lichen Vorschriften und Bestimmungen, welche z. Z. noch ministerieller Genehmigung bedürfen, wird erst in einiger

Deutsches Reich.

Berlin, 5. Juli. Aus Swinemünde wird gemeldet: Ter Kaiser'ist nachmittags halb 7 Uhr an Bord der Iduna" vor Heringsdorf eingetroffen.Iduna" ging vor der Heringsdorfer Landungsbrücke vor Anker. Tas SchulschiffCharlotte" mit dem Prinzen Adalbert an Bord, ist um 5 Uhr hier eingetroffen.

Der Kaiser wird seine Nordlandsreise, die am 8. /b. W. ihren Anfang nehmen soll, von Swinemünde aus antreten. Tsm Kommandanten der HofyachtHohenzollern", Grafen v. Baudissin, sind für die Dauer der Reise diesmal sechs Schiffe und Fahrzeuge unterstellt. Ter kleine ge­schützte KreuzerNiobe", Kommandant Korvetten-Kapitän Graf v. Oriola, dient der Kaiseryacht als Begleitschiff, um ihr für unvorhergesehene Fälle in See behilflich zu sein: derSleiptner", Kommand. Kapt.-Leutnant Mischte, zu Sonderfahrten, soll in den Scheeren der nordischen Fjords benutzt werden, in welche dieHohenzollern" infolge ihrer Größe und ihres Tiefganges nicht eindringen fami, und die drei Torpedoboote ,,S. 70",S. 72" undS. 73" haben die Aufgabe, die Kuriere mit den Postsachen ?c. derHohen­zollern" von den nächsten Häfen heranzubefördern und ständig einen Verkehr des Schiffes mit den nächsten Tele­graphenstationen aufrecht zu erhalten. TieHohenzollern" ist jetzt mit Einrichtungen versehen, die dem Schiff beim Ankern in einem Hafen direkt einen telegraphischen Auf-

Zeit vorgenommen werden können, da noch AussührungS- bestimmungen hierzu erlassen werden.

* Von der Direktion der chirurgischen Klinik geht uns unter Bezugnahme aus den in unserer Nr. 151 auSzugS- weise wiedergegebenen, im Druck erschienenen Geschäftsbericht der Ortskrankenkasse Gießen folgende Mitteilung mit der Bitte um Veröffentlichung zu:

«In dem Geschäftsbericht der Ortskrankenkasse Gießen findet sich eine keltische Acußerung über daS Verhalten der hiesigen Kliniken, ins­besondere der chirurgischen Klinik, bei der Aufnahme von Mitgliedern dieser Kasse. Zur Aufklärung dieser Angelegenheit seien folgende Punkte hier festgestellt:

1. Die Kliniken besitzen keinerlei Vertrag mit der Ortskranken­kasse. Eine Verpflichtung zur Aufnahme der Kassmmttglieder ist dem« nach nicht vorhanden.

2. Da die Kliniken neben der Aufgabe der Krankenbehandlung auch die Jnteress-n als Unterrichtsinstitut zu wahren haben, sind fie genötigt, bei der Aufnahme, aba-sehen von Schwerkranken, für die selbstverständlich stets Platz geschaffen wird, vor allem solche Patient« zu berücksichtigen, welche klinisch wichtige Kra. kheitserschetnungen dar- dtrten. Aus diesem Grunde mutz auch den Aerzten der Kl'.ntk das Recht zustehen, selbst die Entscheidung über die Notwendigkeit der Aufnahme zu treffen.

3. Was den in dem Bericht erwähnten Krankheitsfall betrifft, so handelte es sich um einen einfachen Bruch am Ellbogengelenk (Epicon- dylusbruch), bei welchem eine Krankenhausbehandlung nicht notwendig ist. Derartige Verletzungen werden hier und wohl auch an den meisten anderen Kliniken, die an Ueberfüllung leiden, fast ausnahmslos ambulant be« handelt; das Bedenken, daß hierdurch die Krankheitin die Länge" ge­zogen werde, ist bei einer derartigen einfachen Verletzung unbegründet. Dem betreffenden Kranken war nur von dem dienstthuenden Assistenzarzt der Bescheid gegeben worden, daß eine Behandlung in der Klinik nicht erforderlich sei, zudem sei seine Aufnahme wegen Ueberfüllung des Krankenhauses nicht möglich. (Es sei hier nebenbei bemerkt, daß bei dem großen Andrang säst täglich Leichtkranke von der chirurgischen Klinik abgewiesen werden müffen, darunter nicht selten solche, die aus weiter Entfernung gekommen sind). Der Pattent erhielt einen sachgemätzen Verband und die schriftliche Mitteilung an die Krankenkasse, daß die Klinik die wettere Behandlung ambulant übernehmen werde. Als nun der betreffende Verletzte des Abends nochmals zurückkehrte und die Aufnahme in sehr entschiedenem Tone mtt der Begründung verlangte, daß er eine Unterkunft habe« müffe, wurde Ihm eingehend auseinander gesetzt, daß es nicht Aufgabe der Klinik sei, hierfür zu sorgen. Um dem Kranken dies verständlicher zu machen, mag möglicherweise von dem betreffenden Assistenten der Ausdruck gebraucht worden sein,die Klinik sei ein Krankenhaus, aber kein Hotel." Die von dem Schreiber jenes Berichts gegebene Schtl- rerung dieses Vorkommnisses dürfte demnach auf einer durchaus ein- eitigen Darstellung des Patienten sich gründen.

** Der H ess. Landwirtschaftsrat hielt am 29. Juni in Darmstadt eine Plenarsitzung ab. Nach Festsetzung des Gesamtvoranschlages über die Verwendung der Mittel zur Förderung der Viehzucht, des Obsb- und Gemüsebaues "für 1902/03 mit einem Gesamtbetrag von 223 750 Mk. wurde die Beschickung der Wanderausstellung der ^Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Mannheim 1902 mit einer Landesherdbuchsammlung hessischer Simmenthaler 5eschlossen. Für Beschickung der Gerstenausstellung in Berlin im Oktober 1901, zur Veranstaltung einer Dor- irämiierung und zur Verstärkung, des Prämienfonds wurde auf einstimmigen Beschluß, die Regierung um Bewilligung von 500 Mk. ersuchst. Eine Anfrage des Ministeriums >es Innern betr. den Antrag des Abg. Köhler-Darm- tadt auf Erlaß einer Milchverkaufsordnung wird erledigt. (Das uns vorliegende hektographierte Manuskript enthält an dieser Stelle leider eine erhebliche Lücke. Tr Red.).

ko. Meffel, 5. Juli. Der 26 Jahre alte Bergmann Wendelin Schenk aus Dieburg fand gestern morgen in den Meffeler Gruben feinen Tod. Beim Loshauen und Zer- rleinern von fettreichen Kohlenschichten löste sich plötzlich eine Kohlenschicht über ihm ab, riß ihn auf der abschüssigen Bahn nach dem Schachte zu mit fort und begrub ihn unter großen Kohlenmassen. Der Unglückliche konnte erst nach mehreren Stunden als Leiche hervorgeholt werden.

Bur wurde getötet, die Engländer hatten kerne Verluste, meldet Kitchener weiter. ,, pnrnnh

Aus eine Anfrage des sozmldemokratlMn -orand in der belgischen Kammer, betreffend die Au-weyung Wets, antwortete der Justrzminister, der Drrekur der Sicherheitspolizei habe keinen «uswetsungsbe ehll gegen £t »et erlassen. Er habe ihn gefrag, reelle er zu treffen gedenke, um antrenglrsche Kundgebungen zu £4üten 3« Sozialist Temblon unterbrach bet dresen Worten den Redner mit den Worten: Chambertarn rft ein Schurke! Ich habe allen Respekt vor England, aber ul irviederhole: Chamberlain ist ein ^churke! Demblon ergeht fick, weiter in Schmährufen gegen Eirgland und groben Beschimpfungen gegen König wrederholt

zur Ordnung gerufen wird. Ter Mmrster des Auswärtigen protestierte gegen die Worte Demblons.

Ausland.

London, 5. Juli. (Unterhaus.) Bei der fortge­setzten Beratung des Marinebudgets erklärt Arnold Forster, die Admiralität beabsichtige hinsichtlich des Angriffs der Verteidigungskraft der Schlachtschiffe einen Schritt vor­wärts zu thun. Es würden drei neue Schiffe gebaut mit 16 500 Tons Gehalt und 18.5 Knoten Geschwindigkeit. Tie Schiffe würden mit einer verbesserten Panzerung versehen und könnten, soweit der Admiralität bekannt, einen Ver­gleich mit jedem Schiffe aushalten, das irgend eine andere europäische Mackst baut. Ferner beabsichtige die Admira­lität den Bau von sechs gepanzerten Kreuzern mit 9800 Tons Gehalt und 23 Knoten Fahrgeschwindigkeit. Diese Kreuzer können nach Ansicht der Admiralität jedem feind­lichen Kreuzer die Spitze bieten. Die neuen Torpedoboot­zerstörer seien stärkerer Bauart als jetzige Typs. 'Eine große Anzahl Schiffe seien mit Apparaten für drahtlose Telegraphie ausgerüstet worden. Alle neuen Schiffe und alle zur Ausbesserung kommenden Schiffe würden mit solchen Apparaten versehen werden. Hinsichtlich der Kessel- srage sei die Admiralität entschlossen, alles zu thun, um den heften Kesseltyp zu erlangen.

DerTimes" wird aus Buenos-Ayres vom 4. Juli gemeldet: Gestern abend verhöhnten Studenten und Volk die Präsidenten Roca und Pellegrini. Die Wohnungen derselben wurden mit Steinen beworfen, die Fenster und Glasthüren zerbrochen, verschiedene Schüsse wurden gewechselt. Beide Häuser werden jetzt bewacht. Pellegrun wurde aber durch einen Steinwurf' am Kopfe verwundet. Tie Polizei war außer stände, den Tumult zu unterdrücken. Die feindseligen Demonstrationen dauern fort, x-tc Stadt wurde für sechs Monate in Belageruna-,- zustand versetzt. a'

r (Seuat.) Minister des Aeußern

^.elcasse beantwortet eine Anfrage Chaumies über den Stand der Beziehungen zwischen Frankreich und Marokko. Ter AUmster fuhrt aus: Sie Anwesenheit der marokkani- V»e" ®'chast m Paris ist ein Beweis für die herzlrchen Gefühle, ine die beiden etaaten verbinden Als die Ereignis,e uns dahm brachten, die Oasen von Süd­algeriei, z besehen, erklärten wir sei rlich ' daü wir ös^ liest von der Ersenbahnliitie noch, Jg« Herren aus "nierew Gebiete [ein wollen, aber darüber hinaus nichtsm- nchmen wurden Dieses Versprechen haben wir gewissenhaft

Gerichtssaal.

D. Gießen, 5. Juli. (Strafkammer.) Die unverehelichte in Dorf-Gill geborene zur Zett in Gießen wohnhafte Fabrikarbeiterin Elise Braun ist angeklagt, durch Fahrlässigkeit da« HauS des Wirtes Hofmann hier in Brand gesteckt zu haben. Das Feuer war in Abwesenheit der Angeklagten dadurch entstanden, daß ein hölzerner Aschenkasten, in dem sich glimmende Kohlenreste befanden, in Brand geriet. Ein besonderer Schaden war dem Eigentümer deS Hauses nicht entstanden. Die Angeklagte ist in vollem Umfange geständig rind bereut ihre Nachlässigkeit. Sie wird unter Annahme mildernder Umstände in eine Geldstrafe von 20 Mk. und in die Kosten deS Ver- ahrens verurteilt. Der aus Darmstadt gebürtige, ptzt in Hannover wohnhafte Kaufmann Theodor Kresse! ist beschuldigt, im Mai und Juni 1899 das Vermögen des hiesigen Kaufmanns S. H. Sond- üeim durch Einsendung fingierter Kundenauftiäge um den Betrag von 445 Mk. geschädigt zu haben. Der weitgereiste Angeklagte, der ttnen sehr gewandten Eindruck macht, gibt die teilweise Abgabe fio- gierter Bestellungen zu, bestreitet aber, jemals die Absicht gehabt zu ^aben, den Kaufmann Sondheim zu schädigen. Die zeugenschaftliche Vernehmung des Geschädigten ergibt die Schuld des Angeklagten in vollem Umfange. Die Staatsanwaltschaft beantragt, gegen den An­geklagten unter Verurteilung gemäß § 263 des Str.-G.-Bs. auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahre zu erkennen, ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren abzuerkennen, und ihm h!e Kosten des Verfahrens zur Last zu setzen; außerdem beantragt fie, die sofortige Verhaftung des Angeklagten amuorbnen. Der Angeklagte ergeht sich in längeren Ausführungen zum Zwecke seiner Verteidigung. Das Urteil lautet auf eine Gefängmsst'ase von neun Monaten und Tragung der Kosten des Verfahrens. Die sofortige Verhaftung deS Angeklagten wird angeordnet. Die Anklageschrift legt dem früheren Lokomotivführer, jetzigen Gastwirt Daniel Friedrich Georg Wiechard irt Gießen, im Jahre 1843 in Kassel geboren, zur Last, im Januar -uf dem Speicher seines Hauses, Hammstraße 14, ein« den baupolizei­lichen Bestimmungen nicht entsprechende Räucherkammer errichtet, sowie am 10. Februar durch Fahrlässigkeit den Speicher des genannt«! Hauses in Brand gesetzt zu haben. Der Angeklagte hatte, wie er ielbst zugtbt, einen Ofen auf seinem Speicher aufgestellt, um seine Würste und Fleischwarm dort zu räuchern. Auf irgendwelche Weise berieten dann dies- und sodann auch die Seitenwände deS Speicher« H Brand; ein besonderer Schaden entstand jedoch nicht. Wegen Uebertretung der Bauordnung mußte vor der H-uptoerh-ndlung das '^gestellt werden und zwar wegen eingetretener Verjährung. Das Urteil lautet au eine Geldstrafe von 30 Mk. und Kostentraguna. Der 22jährige HeinrichAlbachin Hattenrod ist^^beschuldigt 10 Marz seinen Vater Konrad Albach VII. vorsätzlich mittels eine« MesftrS korpnlich verletzt zu haben (S§ 223, 223a Str.-G.-Bs.) durch U^na^elfter0sbt daß der Angeklagte ein äußerst ge- waltthätiger Mensch ist, dem das Schlimmste zuzutraum ist, besonders, 8 das klare Bewußtsein raubt. Der Sach-

b konsta"ert, daß ein geistiger Defekt bei dem Angeklagten Ucht alö vorliegend angmommm werden darf, daß er aber äußeren Esirwirkungm gegenüber leicht erregbar und reizbar erscheint, inS- w? bf6 im Uebermaße genossenen Alkohols.

^E^anwaltschaft beantragt unter Berücksichtigung seine» psychischen Zustands auf eine Gefängnisstrafe von vier Monatw zu erkennen, sowie auf Einziehung des gebrauchten Messers. Das Gericht erkennt dem Antrag der Staatsanwaltschaft gemäß. D,r Taglöhner

gehalten und werden ihm treu bleiben. Wir haben die marotkanische Regierung ermahnt die an ^lg^en grenze den Stämme 5u 6et

zk'Wn" Tt 'MefTÄen Wohlwott-n haben wir bie freundschaftlichen Versicherungen der ma- rot« Gestmdt,chast beantwort^

Gehorsam' de?Gesetzen die

Sn haben und Die selbstverständlich zu unserm Vorteil lauten; schreiende Ungereckftigkeit Kampf der Ge­schlechter an Stelle des Klassenkampses. So wert haben wrr es mit unserem rohen Egoismus gebracht Wir smd dre Emporkömmlinge der Freiheit, der Glerchhert. Wrr be­nehmen uns wie der Lakai, der seinen Herrn au» dem Besitze vertrieben hat, wie der Verwalter, derSchloMerr geworden und um so härter um so

Die anderen Tiener als seme Erhebung jungen Datums ist.

Aus Stadt und Kand.

lDer Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist ttUk unter genauer Quellenangabe: ^Gieß. Apz.^ gestattet.)

Hessische Laudeslotterie. In der heutigen Ziehung fielen 2 Gewinne ü 15 000 Mk. auf Nr. 10 041 (Offenbach), 34290. - 1 ü 10 000 Mk. auf Nr. 1667. - 2 L 5000 Mk. auf Nr. 6882, 8654 (Butzbach). 13 L 3000 Mk. auf Nr. 822, 1631, 4094, 4764, 5166, 11 302, 15 081, 15 405, 17 925, 22 782, 34 052, 38 511, 42 239. 16 A 2000 Mk. auf Nr. 4841, 6194, 6354, 10 980, 14 121, 15641, 19 444, 19 465, 20 811, 21 564, 26 851, 34 689, 35 021, 37 878, 43 197, 43 558. 33 ä. 1000 Mk. auf Nr. 638, 641,