Ausgabe 
7.6.1901 Zweites Blatt
 
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Feuerwehr durch Leuchtgas betäubt vorgefunden und nach erfolgreichen Wiederbelebungsversuchen in das Krankenhaus am Urban überführt Schlechter Geschäftsgang und die ihm drohende Räumungsklage sind die Veranlassung zu dem Selbstmordversuche. Die sechsjährige taubstumme und schwachsinnige Tochter des im 4. Stock des Hauses Tilsiter­straße 11 wohnenden Tischlers Josef Pozybylski stürzte aus dem Fenster des Klosets, auf dem sie sich beim Spielen ein- geschlofsen hatte, auf den Hof hinab und starb auf der Stelle.

* B e r l i n, 5. Juni. Der internationale Feuerwehr­kongreß hielt nachmittags 5 Uhr in der Feuerschutzaus­stellung eine kurze geschäftliche Sitzung, woran sich eine zwanglose Begrüßung und Zusammenkunft der Mitglieder schloß. Sehr zahlreiche Mitglieder mit Damen waren aus ollen Teilen Deutschlands und des Auslandes erschienen.

* EinSternberg-Prozeß" in Herne. In dem westfälischen Städtchen Herne ist man einer Sternberg- Affaire auf die Spur gekommen. Bon dem Untersuchungs richter wurden bereits über 20 Personen vernommen; mehrere Personen scheinen der schweren Kuppelei schuldig zu sein.

* Berlinchen, 4. Juni. Durch einen grauenvollen M o r b wurde unsere Einwohnerschaft erschreckt. Ter Ar­beiter Kluth versuchte, während seine Frau nach dem Kirck Hofe ging, die übrigen Familienglieder zu ermorden. Mit gewaltigen Axthieben tötete er den 12jährigen Sohn, der jüngeren Tochter brachte er so schwere ^Verletzungen bei, daß sie alsbald darauf verstarb. 2ie alte v^chwiegermntter sand man noch lebend mit zertrümmerter Schädeldecke vor, jedoch fehlt jede .Hoffnung aus Erhaltung ihres Lebens. Tas jüngste, zweijährige Kind ist gleichfalls tätlich ver­letzt. Nach der That sprang der Unmensch in den See, wurde jedoch von Fischern gerettet.

Breslau, 5. Juni. Eine furchtbare Blutthat wurde in der galizischen Grenzstadt Chrzanow verübt. Der Fleischergeselle Palka, der in der Früh geäußert hatte: Heute muß ich einen Juden totmachen," stieß Mittags dem Fleischermeister Balisch und dessen Frau mit einem Messer ins Herz. Beide waren sofort tot. Der Mörder ist verhaftet.

* Breslau, 4. Juni. Als gestern abend eine kleine Gesellschaft in dem Paschke'schen Restaurant in der Taschen- straße saß, stürzte ein Mann mit dem Rufe:Sie haben meine Existenz vernichtet!" auf den Wirt und verwundete ihn durch einen Schuß durch die Backen. Durch zwei weitere Schüsse wurden zwei Gäste verwundet, einer am Unterschenkel, der andere am Unterleib. Der Thäter entfloh, wurde aber ergriffen und verhaftet. Es ist der wohnungslose Journalist HanS Melde, der kürzlich aus der Irrenanstalt entlassen worden ist.

* Breslau, 4. Juni. Durch ArsenwasserstVffgas, das er zur Füllung von Kinberluftballons bereitete, wurde der italienische Handelsmann Zaggi und sechs Personen vergiftet. Drei sind tot, eine hoffnungslos erkrankt.

* V o m Blitz erschlagen. DieSchles. Ztg." meldet ans Myslowitz, daß auf dem benachbarten russisch-polni-- schen Gebiete ein von fünf Personen und Kutscher besetztes Fuhrwerk vom Blitz getroffen fei, die sechs Personen sowie die Pferde wurden erschlagen.

*EineMordthat in Aschaffenburg. Mittwoch vormittag bettelte ein Handwerksburfche die Würzburger­straße in Aschaffenburg ab. Im Anwesen Nr. 12 schellte er auch an der Wohnung der Forstassessorswitwe Frau Theresia Heßler. Die Dame machte selbst die Thüv auf, übergab dem Bettelnden ein Almosen und wollte sodann die Thüre wieder absperren. Jedoch der Handwerksburschje begab sich ein Stück in ten Gang und versetzte der nichts- nhnenden unglücklichen Frau einen Stich mit einem Dolch Der Stich ging direkt ins Herz, die Verletzte konnte nur noch um Hilfe rufen, worauf sie verschied. Ter Mörder verlieh sofort das Haus und begab sich auf die Würz­burgerstrahe hier wurde er noch mit einem Dolche in der Hand gesehen bog dann in das Baumeister Schnei- dersche Anwesen ein, kroch über Gartenzäune und kleinere Hintergebäude hinweg und kam so an der Stadelmann- strahe heraus. Von da ab ging er über die Miltenberger Bahn durch die Kornäcker. Die von dem Vorfälle ver­ständigte Polizei setzte die Verfolgung zu Fuß und zu Rad nach verschiedenen Richtungen fort. Hierbei half ihr eine große Anzahl Zivilpersonen, auch ein Hauptmann zu Pferde und eine Anzahl Jäger eilten dem Mörder in der Richtung nach Haibach nach Vor 1 Uhr gestern mittag fanden sodann Polizeimann Staab sowie Pflasterer Popp von Dieburg die Spur des Mörders im Gailbacher Walde und zwar in der sogenannten Wagnerschen Hecke. Mit Beihilfe einiger Gail­bacher Bauern wurde die Hecke durchstreift, worauf dep Mörder entdeckt wurde; er sprang nun, den Dolch in der Hand haltend, den dortigen Berg hinauf, hinter rhrn die Verfolger. Erschöpft fiel plötzlich, der Mordbube zusammen, sodaß er nun festgenommen und ins Aschaffenburger Ge­fängnis eingeliefert werden konnte. Der Mörder heißt Andreas No weck, ist lediger Arbeiter, geboren am 20. November 1880, aus Posen. Er scheint eine sehr ver- üuegene Person zu sein, was man aus seinem Aussehen entnehmen kann. Auf dem rechten Arm hat der Mörder das sogenannte Anarchistenwahrzeichen eintätowiert. Zur Sache vernommen, soll der Mörder alles eingestanden und zu- aegeben haben, daß er den Mord nur deswegen verübte, um sodann in der Wohnung stehlen zu können. Tie Ermordete war eine sehr wohlttzätige Frau, die besonders den Bettlern regelmäßig Gaben zu verabreichen pflegte. Gestern mittag fand die Konfrontation des Mörders mit feinem Opfer in der Leichenhalle statt.

* Straßburg, 5. Juni. Em ans Dortmund ge­bürtiger Reservist, der beim 2. Bataillon des 99. Infanterie- Regiments in Zaberu eine größere Hebung ableistete, wurde bei der Rückkehr vom Exerzieren von einem Hitz sch lag ge­troffen und starb kurze Zeit darauf. Eine Anzahl Soldaten des Regiments soll infolge der bei der Exerzierübung herr­schenden Hitze erkrankt sein. .

* Antwerpen, 5. Juni. Ein Feuer brach in den Rollniederlassungen im ersten Stockwerk des Flügels aus, in dem die Wollballen lagerten und verbreitete sich schnellstens im zweiten Stockwerk, wo Jute, und nach dem Keller, wo Schweineschmalz lagerte. DaS in der Niederlage befindliche Zollamt geriet ebenfalls in Brand, doch konnten die Papiere und Kassenschränke gerettet werden. Der größte Teil der Waren gehört einer Antwerpener Firma. Das Feuer

war abends um 8 Uhr auf seinen Herd beschränkt. Don den vier Flügeln deS Gebäudes sind drei zerstört. Ein Teil der verbrannten Waren ist unversichert. Bei den Löschungsarbeiten ind acht Feuerwehileute und Pioniere leicht verwundet. Die )öhe des Schadens ist bisher unschätzbar.

Mailand, 5. Mai. Der dramatische Dichter Marco Praga, Verfaffer der auch in Deutschland aufgeführten Ehrbare Mädchen" hat Adolfo Re Riccardi, der durch die Einführung französischer Sittenstücke in Italien bekannt ge­worden ist, zum Duell gefordert. Praga ist Borsitzender »eS Schriftstellerverbandes, der gleichfalls ausländische Dramen ür J'alicn erwirbt und infolgedessen mit Re Riccardi kou- urrieit. Dieser Dramenhandel gab Beranlassung zu einer heftigen Polemik in der Theater-Revue Arte drammatica, und die Folge war die Herausforderung zum Zweikampf. PragaS Duellzeugen find der Dramatiker Giannino Antona Traversi und Prof. Vittoria Ferrari.

' Ins brück, 5. Juni. Im Spital wurden bei einem zugereisten Italiener die Blattern konstatiert und ein weiterer leichter Fall bei einer ebenfalls zugereisten Person, die in Privatbehandlung stand.

* Petersburg, 4. Juni. Auf der Jaroslaver Eisen­bahn in Rybinsk explodierte gestern der Kessel einet Lokomotive. Drei Passanten wurden getötet, bet Maschinist schwer verletzt.

Neueste Meldungen.

Berlin, 6. Juni. Der Generaldirektor der Hamburg- Amerika-Linie, Baltin, erklärte einem Mitarbeiter desLok.- Anz.", der Ankauf der Leyland-Tampfer-Linie burd) die Morgan-Gesellschast beeinflusse die deutsche Schiffahrt keineswegs. Er habe Grund, anzunehmcn, daß zwischen Morgan und der Hamburger Gesellschaft ein freundschaft­liches Zusammenwirken Platz greifen werde. Die Bel^aupt- ung, Morgan verhandle über den Ankauf der Hamburg- Amerika-Linie, sei völlig aus der Luft gegriffen. Der Bors.-Cour." erfährt von informierter Seite, in dem Be­finden des Generalobersten v. Hahnke fei in den letzten Tagen eine wesentliche Verschlechterung eingetreten. Die Kräfte nahmen bedeutend ab, sodaß der Zustand einiger­maßen besorgniserregend ist. - Wie in der Vorwoche, be- chäftigte sich auch gestern die wissenschaf Kickse Teputa Hon des Kultusministeriums unter Vorsitz des Geh. Rats v. Althosf unter Zuziehung einer Anzahl der berühmtesten deutschen Psvchiatcr in mehrstündiger Sitzung mit der Frage der Zurechnungssähigkeit des Bremer Epileptikers Weiland. In einem hiesigen Postamte saßte ein Mann bei dem Kaufe einer Briefmarke durch das geöffnete Schalterfenster in die Geldlasette und raubte einen Hundert markschein, wurde aber von Postbeamten noch auf der Straße eingeholt und festgenommen. Der Verlagsbuch. Händler Wilhelm Hertz, in dessen Berlage u. a. die Werke Eurtius', der beiden Grimms, Paul Heyses und Oottfrieb

AniverMs-Uachrichten.

An der Charlottenburger Tkchntfchen Hochschule finden die ersten Promotionen zum Doktoringenieur statt.

Meratur, Wissenschaft und Kunst.

»unft unv Kirche. Man schreibt auS Heppenheim: Der hiesige katholische Geistliche verlas am Sonntag vor acht Tagen zunächst einen Zeitungkabschnitt über daS Vorgehen deS Oderbürger- metsterS Morneweg bezüglich der Bilder am Eingänge zur Aus­stellung der Künstlerkolonte, und untersagte alsdann von der Kanzel herab seinen Gemeindegliedern den Besuch der Aus­stellung." ES wird abzuwartm sein, wie fich die kirchliche Ober« behörde zu diesem eigenmächtigen Verbote jeueS Geistlichen stellen wird. Wir setzen ja ohne weiteres voraus, daß auch daS seinen Geistlichen aufs höchste verehrende Mitglied der Heppenheimer katholischen Ge­meinde diese- wunderliche Veto gegen ein unter dem Protektorat unseres Landesherrn stehendes Unternehmen in seiner Totalität nicht brachten wird. Religion und Kunst haben nichts miteinander zu thun, und eine derartig« Einmischung eines Geistlichen in Dinge, die ihn um so weniger etwa« angehen, als er sie, wie dieses Verbot unwiderleglich zeigt, nicht versteht, wird ein selbständig denkender Mensch abzulehnev wissen. Wir wiederholen, daß jene Bilder u. E einen hervorragenden künstlerischen Wert nicht besitzen, immerhin abar sind ste Werke ernster Kunst, und die Sitten müßen sehr locker sein, die Einbildungskraft muß sehr brutal sein, die in der Kunst Unsiltltchkeiten wittert. Wir zweifeln nicht daran, daß jener Geistliche von maßgebender Stelle aufgckordert werden wird, dieses seine Gemeinde irreführende Verbot «uizubeben.

Arbeiterbewegung.

Mainz, 5. Juni. Die jüngste Lohnbewegung der Bäckergehilfen, wodurch es ebnen gelang, bessere Bedingungen zu erhallen, wird jetzt von den Bäckermeistern mit Erhöhung der Brodpretse be- antwonet. Die gewährte Ausbefferung der Gehilfen wird also vom Publikum bezahlt.

ko. Mainz, 5. Juni. Der A u s st a n d in der S ü d b e u t s ch e n Waggonfabrik in Kelsterbach ist beendet. Don beiden Seiten hat man etwas nachgegeben. Di« Lohnkürzung beträgt gegen die früheren Lohnsätze nur noch 3 bis 5 Prozent. Die Abmachungen find stets für ein ganzes Jahr bindend und müssen ein Vierteljahr vor Ablauf eines Jahres gtkündigt werden. Sonst gelten sie für ein weiteres Jahr. .

Lonvsn, 5. Juni. Die Bergarbeiter von Northumberlank lehnten mit überwältigender Mehrheit den Vorschlag ab, wonach bie Parlamentsmitglieder Burt und Fenwick ersucht wcrden solltcn, von dem Unterbaus die Vornahme einer Untersuchung über die Rätlichkeit der Einführung des achtstündigen Arbeitstages für Roit- humberland und Durham zu verlangen. Es wurde eine aus zahl­reichen Bergler tm bestehende Abordnung gewählt, die fich nach London begeben soll, um dort ihren Einfluß gegen die dritte Lesung der Acht­stundenvorlage geltend zu machm.

Glasgow, 5. Juni. Lord James Brreford bat als Schieds­richter in den Lohnstreitigkeften der schottischen Kohlenindustrte ent­schieden, daß die Löhne der Minenarbetter um sechs Pence pro Tag herabzusetzen seien. Die Grubenbefitzer hatten eine Herabsetzung des Lohnes um einen Schilltna vro T»a vorae'chlaoen.

Gerichtssaal.

Darmstadt, 4. Juni. Da« Schwurgericht verurteilt heute einen Zigeuner, den Schirmfl'cker und Mufikrr Bern aus Lyon, wegen Straßenraubes zu drei Jahrm Gefängnis. Er hatte bet Brandau im Odenwald auf der Landstraße einer ihm begegnenden alten Haufierertn gewaltsam das Geld, 5,50 Mk., aus der Tasche ge­nommen. Trotzdem ihm von den Geschworenen mildernde Umstände bewilligt waren, glaubte doch der Gerichtshof, eine empfindliche Strafe eintreten Uff en zu sollen, namentlich um angefichts der in erster Linie durch die Zigeunerplage beförderten Unficherheit im Odenwald ein Excmpel zu statuieren.

Mainz, 5. Juni. Schwurgericht. Unter Ausschluß der Oeffentttchkett wurde gestern gegen die Witwe des Küfers Johann Friedrich Bacher geborene Bender aus Eibingen, zuletzt in Bingen wohnhaft wegen Mordes verhandelt. Die Angeklagte soll in der Nacht vom 29. Februar ihr zwei Tage alteS Kind stranguliert haben. Die G.'schworenen verneinten die Frage des Mordes und btjahten die der fahrlässigen Tödtung. DaS Gericht erkannte auf 9 Monate Ge­fängnis.

Paris, 5. Juni. DaS Zuchlpolizetgericht verurteilte den Fürsten Bariatinsky, Adjutanten deSZaren, infolge der Klag« des Wechselagenten MargartteS wegen Hinterziehung gepfändeter Ju- wrlen in contumaciam zu einmonatigem Gefängnis, 500 F-a"ks G-ldbuße, sowie RückerstMtuna von 5000 Franks.

Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

- Pommersche Hypotheken «ktien-Bank. Die Direktion der Pommerschen Hypolvek«ndank veröffmtlicht imD. Oek. eine Aufstellung, die auf Grund der sta-Uichen R.otfionstaxen die Gesamt­deckung mit 179,26 Mill. Mark beziffert, hiervon aber 8,31 Mill. Mk. kürzt für die mit mehr wie 100 Proz. belieh-nen Hypotheken. Doll, gedeckt seien danach 170,95 Mill. Mk., denen als Obltgationen-.Umlauf jetzt noch 175,77 Mill. Mk. gegenüberstehen. (Ende 1900 189,53 Mill. Mark einschließlich 7,70 Mill. Mk. lombardierten Obligationrn). Die Direktion sei mit diesen Taxen nicht einverstanden, sondern erachte dir Verhältniffe als weseniltch günstiger. Aber selbst jme ungünstige Taxe ergebe 97'/« Proz. als inneren Wert der Obligattonen, und da hierzu auch Ansprüche an d»S andere Vermögen der Bank kommen, so könne wohl behauptet werden, daß di.- Obligationen der Bank vollwertig Mea' Simbttrg <u Lah«, 6. Juni. Frucht markt Durch: schnittSpreiS pro Malter. Roter Weizen 14.50 Mk-, Weißer Merzen 00.00 Mk., Korn 11.23 Mk., Gerste 0.00 Mk., Hafer, 7.48 Mk., Erbsen 00.00 Mk., Katroffeln 00.00 Mk.

Kellers erschienen sind, ist gestorben.

Eanustatt, 6. Juni. Heute nacht ist in her Nähe des Uffkirchhoffs eine Schutzmannspatrouille von zwei Manu durch 810 Stromer angegriffen und mit Steinwürfen und Messern traftiert worden, wobei ein Schutzmann durch Meffer- tiche in den Kopf und Rücken schwer verletzt wurde. Die Thäter find entkommen.

Saint Brieux, 6. Juni. Es wird gemeldet, daß fünf Segelschiffe von Island»Fischern seit zwei Monaten vermißt werden. Man befürchtet, daß die Schiffe samt der aus 117 Fischern bestehenden Bemannung unter­gegangen find.

Paris, 6. Juni. In royattsttschei, Kreisen ivirb versichert, daß Graf Lur Saluces alles aufbieten werde, um eine rasche Erledigung seines Prozesses zu verhindern. Er be­absichtige angeblich, mehrere hundert Zeugen, darunter auch Teroulede, Hadert und Buffet vorzuladen, doch hält man es für unzweifelhaft, daß die Regierung den Genannten das ichere Geleit verweigern werde. Lur Saluces will den NackMeiS erbringen, daß zwischen den Royalisten und den Mitgliedern der Pattiotenliga nicht das geringste Einver- tändnis bestanden habe und zugleich die Beschuldigung Terouledes zurückweisen, wonach das Komplott infolge des Verrates der Royalisten gescheitert sei. Schließlich nterbe Lur Saluces bie Gelegenheit benutzen, um im Hinblick auf bie nächsten Kammerwahlen das neue Programm der voya- listischen Partei darzulegen. ______

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gietzeu.

Juni

Barometer aus 00 reduziert

Temperatur der Luft

Absolute

Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Wtudrichtune

Windstärke

Wetter

5.

6.

6.

9

7«

2*

Höchf

Riedr

750,6

I 750,6 749,6

e Temp igst«

17,5

15,6

25 3

eratur

10,9

9 8

9,3

am 4.

4.

73

75

39

bis 5.

w 5.

Still NNW. N.W.

Juni

1

2

28.10 c

8.5®

Heller Himm-l Sonnenschein Bew. Himmel

T elephonische

31/t % BeichMnleihe . , 99.35 8 0/fl do . . 88.25

81/t l,/o Koußolß . » . . 98.95 r 0/; do .... 88.20

8*/ic/c Hesseio .... 95.75 6 % Italien. Rente . . . 96.90 4<>/o Griech. Konop.-Anl. 44.10 8 o/o Portugiesen . . . 26.00 3 0/r Mexikaner .... 26.50 41/1 c/o Chinesen .... 84.15

Ten de

r Kursbericht.

Frankfurt, den 6. Juni.

Kreditaktien.....215.60

Diskonto-Kommandit . . 184.20 Darmstädter Bank . . . 181.70 Dresdener Bank . . . . 145 60 Berliner Handelßgeo. . . 148.70 Oeeterr. StaatebaJia . .243 25 Gotthardbahn .... 157.80 Laurahütte . . . . 193.60

Bochum......178.20

Harpener ...... 174.50 mz still.

Silan? vom Rechnungsjahr 1900 des Laadwirtsch. Konsum-Wereins zu KarKenteich Eingctr. Genoffenschaft mit unbeschr. Haftpflicht.

Aktiva: L Passiva: JL

Kaffenbefiand 219.64

Inventar u. Einkauf 4244.86

Ausstände 1489.36

MobUienwert 108.22

Vorhandene Emballage 20.19

Summa 6u82.27

An Kreditorm 3606.75

Stammanlcil 590.

Rescrvefonos 789.80

Betriebsrücklage 567.98

Reingewinn 588.24

Summa 6082.27

Mitglieder stand Ende 1899 ..... 101

Ausgetreten im Jahr 1900 . . 4

Zugcgangen im Jahr 1900 - 10________6

Bleibt Mitglieder stand Ende 1900 .. . 107

Für den Vorstand: 4044

I. Briegel, Direktor.). Wehrum, Rendant.

Die ordentliche Geueralversaviullung

des Spar- nab Nmschaß-Nkreins Mieugesellschafy ;u

Grsßen-Linbtn

findet statt: Montag den L4. Juni l. I., nachmittags 3 Uhr, auf dem Gemeindehause dahier.

Tagesordnung: 1) Vorlage der Rechnung pro 1900. 2) Verwendung des Reingewinns. 3) Wahl des Vorstand^ und Bestimmung über deffen Besoldung. 4) Ergänzungswahl de» Aufstchtsrats. 5) Ueberttagung von Aktien. 6) Abän­derung der Statuten nach dem bürgerlichen Gesetzbuch.

Großen-Linden, den 4. Juni 1901.

4041 Der Vorstand.