Ausgabe 
7.4.1901 Zweites Blatt
 
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Sir. Zweites Blatt.

151. Jahrgang.

Sonntag 7. April 1901

Erscheint löglich mit

Abnahme deS Montag-.

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IßtGer hr Wechsel mit ^Heff. wmbwirt" undBlätter

Pfcr tzeß Volkskunde" vier» Ml »Wöchentlich beigelegt.

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BAnfHaa, Expedition und

Bchulftratze 7.

GichenerAnzeiger

General-Anzeiger 87

Bejngsprets vierteljLßtt. Mk. 2.20, monatl. 75 Pia. nut Brmgerlohn; durch w Abholeflellen Vierteljahrs. Ml. 1.90, monatl. 65 WG.

Bei Postbezug vierteljährl. Mk. 2.00 ohne Bestell^»

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Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen FL-L

Bei dss. IS. gekört:

Bekanntmachung.

Betr.: Faselschau zu Grünberg.

der Faselschau zu G r ü n b e r g am 28. März wurden folgende Fasel von der Kör - Komission

verloren: 1 Portemonnaie mit Inhalt;

entlaufen ist: 1 Hühnerhund.

Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.

Gießen, den 5. April 1901.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

Hechler.

Telegramme deS Gießener Anzeiger-.

L o n d o n, 5. April. Das Reutersche Bureau meldet aus Tientsin von gestern: General Gaselee ist am 3 d. M. an Bord des KreuzersIsis" hier eingetroffen und begab sich heute nach Peking.

Washington, 5. April. Die in China unter dem Befehle Chaffees stehenden amerikanischen Streitkräfte, mit Ausnahme der Gesandtschaftswache, werden zu der am 30 Mai in Taku erfolgenden Einschiffung bereit gehalten.

Gießen, den 4. April 1901.

Grvßherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.

Amtlicher Feil.

Bekanntmachung,

Betr.: Schafräude.

Die über die Schafherde der Gemeinde Daubringen verhängte Sperre wird hiermit aufgehoben.

Gießen, den 4. April 1901.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Bechtold.

Deutsches Reich.

Berlin, 5. April. Das Kaiserpaar mit Umgeb-

Bekanntmachung.

In der Zeit vom 30. März bis 5. April l. I. wurden in hiesiger Stadt

gefunden: 1 Schirmständer und 1 Kuchenbrett;

Telegramme deS Gietzeaer Anzeiger-.

Dundee, 5. April. Die Generale Durtnell und El- ^^^zu^flichen^ |xng,~fotoietrie 'jilngfte Schwester der Kaiserin, Prinzessin

China.

Zum Kapitel der grausamen Kriegführung und der Ausschreitungen deutscher Soldaten in China wurde ein sogenannter Hunnenbrief besprochen, der ton einem Unteroffizier, einem ehemaligen Einjährig- Freiwilligen, geschrieben sein und unter Anführung ent­setzlicher Einzelheiten in ruhiger, gebildeter Weise be­stätigen soll, was auch andere sogenannte Hunnenbriefe behauptet haben. Nach diesem Briefe sollen die deutschen Kommandobehörden scharf eingegriffen haben, um Aus­schreitungen zu begegnen; die Ausschreitungen wären aus den Gewohnheiten des Krieges zu erklären. In dem Briefe, der durchaus den Eindruck nicht übertreibender, nüchterner Urteilsfähigkeit machen soll, werde behauptet, daß schon viele Kameraden kriegsrechtlich er­schossen worden seien. Der Brief ist nach Zeitungs-An­gaben am 6. Januar in Peking geschrieben. Für die Be­urteilung des Wertes auch dieses Briefes genügt die That- sache, daß laut eines Berichts des Kommandos des Ost- asiatischen Expeditionskorps vom 28. Januar bis dahin überhaupt noch kein Todesurteil über emen Angehörigen des deutschen Expeditionskorps gefällt wor­den ist. r .

Nach einer Meldung derDaily Mail" vom gestrigen Tage aus Shanghai hat die niederländische Regierung eine Forderung in Höhe von 100 000 Pfund Sterling ein­gereicht als Entschädigung für die Entsendung nieder­ländischer Kriegsschiffe von Indien nach China.

TerStandard" meldet vom 2. d. Mts. aus Shanghai: Auf Einladung Luchuanlins stattete General Tungfühsiang einen geheimen Besuch in Singanfu ab; in einer Audienz bei der Kaiserin soll er derselben geraten haben, nicht nach Peking zurückzukehreu, solange die Truppen der Ver­bündeten Die Stadt besetzt halten.

In gewissen einflußreichen politischen Kreisen Eng­lands wird die bevorstehende Reise Delcasses nach Peters­burg insofern sympathisch begrüßt, als man guten Grund zur Annahme zu haben glaubt, daß dieselbe den Zweck verfolge, in Petersburg in friedlichem und versöhnlichem Sinne bezüglich der in China schwebenden Fragen zu wirken. Es tritt jetzt täglich mehr hervor, daß es in England eine starke Partei giebt, die eine Annäherung an Frankreich und damit auch an Rußland, sowie einen Ausgleich aller Differenzen zwischen England und dem Zweibunde zu fördern beabsichtige.

Engländer und Buren.

Ter Berichterstatter desMatin" hatte in Utrecht mit Krüger eine Unterredung über den Stand der Dinge in «Südafrika. Krüger betonte, daß Botha nicht eingewilligt habe, die Vorschläge Kitcheners anzuhören, und daß weitere Folgerungen über etwaige Zugeständnisse Bothas in keiner Weise daraus gezogen werden könnten. Botha habe nur zugehört. Jedenfalls habe Botha sich kein zweideutiges Wort entschlüpfen lassen über die Frage der Unab­hängigkeit. Diese stellte Krüger als Vorbedingung des Friedens hin, wofür die Buren anderseits zu großen Zugeständnissen und Opfern an England bereit sein würden. Der Einfall der Buren in die Kapkolonie habe be- ?weckt, sich mit neuen Lebensmitteln und Pferden zu ver- eheu und die englisck)en Streitkräfte zu zersplittern. Beides ei gelungen. Im übrigen würden die Buren, so versicherte Krüger, w e i t erkämp fen, da sie den Krieg mit ihren einzelnen wohlberittenen und wohl ausgerüsteten Abteil­ungen noch auf unbegrenzte Zeit aushalten könnten.

Der Friedensunterhändler Meyer de Koch wurde, wie R. B. heute meldet, am 12. Februar in Belfast Von den Buren wegen Hochverrats zum Tode ver- urteilt und erschossen.

Reuters Berichterstatter in St. Helena berichtet in einem vorn 9. März datierten Brief die folgenden Einzel­heiten über die bort gefangen gehaltenen SBuren. Alle Wochen bringt ein Dampfer große Mengen von Schlack)- vieh, von dem acht bis zehn Stück täglich für die gefangenen Buren und die Garnison geschlachtet werden. In der ersten Woche des März hat man begonnen, einige der Gefan- Senen beim Löschen der Dampfer und besonders eim Ausladen des Schlachtviehs mithelfen zu lassen, da der Arbeitermangel sich sehr fühlbar macht. Zwei oder drei der Kriegsgefangenen sind gestorben; einer starb eines plötzlichen Todes, er wurde eines Tages tot im Lager gefunden, ^m Hospital sind wenig Patienten, und die dort befindlichen leiden nur an vorübergehenden Krankheiten. Die Gesundheit von Cron- ies Frau hat manches zu wünschen übrig gelaßen, es ging ihr aber, als der Brief abging, wieder besser. Sie war infolge der Besorgnis um das Befinden ihrer in Trans­vaal zurückgebliebenen Verwandten sehr bekümmert, und das hatte' ihren Geisteszustand etwas beein­flußt. Einige Todesfälle in ihrer Familie hatten den Zu­stand vorübergehend verschlimmert. Cronje selbst geht es gut, er ist aber um den Zustand seiner Frau besorgt. Der starke Biegen, der Anfang März fiel, that dem Lande sehr wohl, da der Mangel an Wasser in Deadwood sich schpn sehr fühlbar mackste; man hatte schon mehrere neue Röhren legen müssen, um überhaupt das notwendige Was,er zu erlangen. Die Gefangenen thun, was sie können^ um ihr Bestes aus ihrer Sage zu machen. Einige haben sich Laden eingerichtet, in denen sie selbstgesertigte Limonade und dergleichen f e i l b i e t e n und natürlich guten Absatz finden. Sie haben unter anberm auch ein Restauran t aufgemacht. Ferner haben sie einen dramatischen Ver e i n ge­gründet, dessen von Zeit zu Zeit statt finden de Unterhalt­ungen stetsausverkauft" sind. Einmal wurde &u einer dieser Vorstellungen sogar der Gouverneur eingeladen, der aber infolge eines Unwohlseins nicht erscheinen konnte. Er ist inzwischen zur Wiederherstellung seiner Gesundheit auf Erlaub nach England gefahren.

Feodora, und die Prinzen Friedrich Heinrich in Joachim Albrecht wohnten gestern abend dem Gottesdienst in der Dom-Jnterimskirche bei.

Tie ZeitungPost" schreibt: Gegenüber der irre- ührenden Verbreitung angeblicher Aeußer- ungen des Kaisers über Gegenstände der inneren Politik erfahren ävir zuverlässig, daß Se. Majestät bei feinem einzigen der Empfänge parlamentarischer Abordnungen wie auch in keiner sonstigen Audienz in letzter Zeit die Kanalfrage oder die Frage des Zoll­tarifs irgendwie berührt hat. Alle Berichte über der­artige, wie gesagt, gar nicht gefallene Musterungen be­ruhen auf müßiger Kombination oder auf Repor- tergefchwätz.Hofkreise" sind damit nicht in Verbindung, zu bringen. Tie Empfänge der verschiedenen Präsidien haben übrigens auch ohne Beteiligung von Personen des' Allerhöchsten Hofstaates stattgefunden.

Ter Kaiser drückte dem Sultan seine Bewun­derung für dessen mutige Haltung beim Erdbeben wäh­rend der Zeremonie anläßlich des Kurban-Bairamfestes aus. . r .

Die Leibgendarmen des Kaisers iverben jetzt auch mit Lanzen ausgebildet und foNen in Zukunft mit dieser Waffe versehen, den Monarchen zu Pferde be­gleiten, wenn er ausreitet. -

Wie berichtet wird, erregt es einigermaßen Be­fremden, daß nichts davon bekannt wurde, ob der Qar zur Feier des Alexanderregiments e i ne Glückwunschdepesche gesandt hat. Anscheinend ist das nicht geschehen, da andernfalls das Telegramm wohl ver­öffentlicht worden wäre.

ImReichsanzeiger" bringt der Kriegsminister er­neut zur Kenntnis, daß es Unteroffizieren und Mannschaften diensllich verboten ist, sich auf Ver­anlassung von Zivilpersonen mit dem Vertrieb v o w. Druckwerken und Maaren innerhalb von Truppen­teilen oder Behörden, seien dies ihre eigenen oder frembe, zu befassen.

Der preuß.Staatsanzeiger" veröffentlicht einen gemeinsamen Erlast der Minister des Handels, des ^nnenv des Kultus und der Landwirtschaft vom 19. Marz an den Oberpräsidenten betreffend die zunächst zu ergreifenden Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnungs­wesen s. Bezugnehmend auf den gleichzeitigen Erlaß an die Regierungspräsidenten werden empfohlen Errichtung von Zentralstellen nach dem Muster des rheinischen Vereins« zur Förderung des Arbeiterwohnungswesens, billige Dor- lehne an gemeinnützige Bauvereine auch aus Provinz- fonds, und zwar über die mündelsichere Grenze hinaus, Ausarbeitung von Provinzial-Polizeiverordnungen für Unterbringung der Arbeiter landwirtschaftlicher und ge­werblicher Betriebe, sowie des Bergbaues und des Bau­betriebes. Der Erlaß an die Regierungspräsidenten betont die Notwendigkeit der Verbesserung des Wohnungswesens schon vor den in Vorbereitung befindlichen Aenderungen der Gesetzgebung und verlangt unter anderem Einwirkung auf die Gemeinden zur Herstellung von Wohnungen für die Arbeiter ihrer Betriebe, empfiehlt verschiedenartige ge­meindliche Unterstützung der Baugenossenschaften und Bau- tereine, Ausbildung des kommunalen Verkehrswesens und-. Einleitung zweckmäßiger kommunaler Bodenpolitik.

DieVereinigung zur Aufklärung des" Konitzer Mordes" hat beschlossen, gleich nach Osteru eine Petition an den Reichstag abzusenden. ^yn der Petition wird der Reichskanzler ersucht, feststellen zu lassen, an wem die Schuld liegt, daß der unter den aus­fälligsten Begleitumständen am 11. Marz 1900 verübte grauenvolle Mord an dem Gymnasiasten Ernst Winter noch feine Sühne durch Bestrafung der Mörder und Mithelfer gefunden hat, und zur Begründung tmrfr fotgenbe^geJagL finb bie Körperteile der zerstückel­ten Leiche des Gmunasiasteu Ernst Winter undim^anuar des Jahres die Kleider des Ermordeten an verschiedenen Stellen der Stadt und der nächsten Umgegend gefunden worden. Diese Thatsache beweist daß eine größere An­zahl von Einwohnern von Komtz um den Mord wissen müssen Die naturgemäße Erregung in der Bevölkerung; unserer Gegend ist wenn auch Irlich Ruhe ein^e- treten ist, eher gewachsen als geschwunden. Man ist allgemein davon überzeugt und durch die Äußerungen des Herrn Justizministers im preußischen Abgeordnetrn- bause noch darin bestärkt worden, day verhängnisvolle Fehler im Anfänge der Untersuchung gemacht worden sind. Man befürchtet, daß es jetzt in der Absicht der Behörden liegt, das Verfahren einzustellen, wahrend große Kreise der Bevölkerung, nicht zum Wenigsten die Gebildeten, meinen, daß sich im Lause der Zeit aus­reichendes Material angehäuft habe, um gegen bestimmte Personen wegen Beteiligung an dem Morde selbst und gegen andere wegen Beihilfe die Anklage erheben zu tonnen. Da aber Schritte, die angesehene Personen aus hiesiger Gegend bei hohen Staatsbeamten im ©inne der obigen Bitte gethan haben, erfolglos geblieben fino> so setzen die Unterzeichneten ihre Hoffnung auf veir deutschen Reichstag." ,

Essen, 4. April. In der Krupp'schen Fabriv haben größere Arbeiterentlassungen funden. Die Kündigung mehrerer tausend Mannsteht falls nicht baldigst größer- Bestellungen emtr-ft-n.

nahmen ihm 100 Wagen und etwa 1000 Stück Vieh ab. Der Feind stürzte arg bedrängt ein Pompongeschütz von einem Abhang herab. Zahlreiche Buren begeben sich an die Grenze des Zululandes. ~ m ,

London, 5. April. Kitchener meldet aus Pretoria vom 5. ds.: Plumer besetzte ungehindert Pietpotgietersamt in der Oranjefluß-Kolonie.

Ord.-Nr. [|

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Namen

Wohnort

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Alter

Farbe

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Gesundhelts- und Nährzustand

1. r.

8. 4 6.

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7.

9.

9.

August Theiß Carl Reil Friedrich Frey Heinrich Lein Carl Gemmer Georg Bett Georg Krauß III. Christian Frank Heinrich Pfaff

Stockhausen Grünberg Harbach Klein Eichen Oberohmen Londorf Wetterfeld Gründ erg Weitershain

Vogelsberger Vogelsberger

Simmenthaler Kreuzzucht Simmenthaler Neinzucht Simmenthaler Reinzucht Simmenthaler Reinzucht

Simmenthaler Kreuzzucht Simmenthaler Reinzucht Simmenthaler Kreuzzucht

17 Monate 16 Monate

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