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Mngfür^ llung.
°wimi Heu Ceilt. Direktor.
: Aesellschaf, 5S5t
151, Jahrgang
Freitag'6. September 1901
Nr. SOS
Erstes Blatt
W- Expedition und
M. ter ei: rchulstrahe 7.
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auswärts 20 Pfg.
GietzennAnMer
** General-Anzeiger v
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Zu Beanstandungen gaben 95 Objekte gegen 111
im
und
28
Wasser für sonstige Zwecke 1
Wein
Wurst
Eingesandt von
ausgeführten Untersuchungen
Topfkuchen
Wasser für Genuß-
i/ Zucker
Privaten 2
Behörden 6 19 14 24 2 3
Gesamtzahl
8
19
17
33
4
3
Die Einnahme aus den ergab sich:
Die Anzahl der im Auftrage von Behörden untersuchten Proben ist im abgelaufenen Jahre höher, diejenige der im Auftrage von Privaten untersuchten Gegenstände niedriger als im Vorjahre., Ersteres wurde im wesentlichen dadurch veranlaßt, daß im letzten Jahre weniger kostspieligere Untersuchungen (wie z. B. von Wein rc.) bei der regelmäßigen Kontrolle von Nahrungs-, Genußmitteln und Gebrauchsgegenständen ausgeführt wurden als im Jahre 1899/1900, letzteres dadurch, daß eine der Molkereien, welche mit dem chemischen Untersuchungsamte feste Verträge über eine bestimmte Anzahl im Laufe des Jahres zu untersuchender Milchproben abgeschlossen hatte, denselben mit Ablauf des Jahres 1899/1900 kündigte und erst im Januar 1901 wiederum erneuerte.
Z. Zt. sind durch derartige Verträge 3 Molkereien an das chemische Untersuchungsamt angeschlossen.
Trotz der dem Vorjahre gegenüber geringeren Anzahl
Die beanstandeten Proben verteilen sich auf die einzelnen Kreise wie folgt:
Anzahl
1
1
1
1
Grund der Beanstandung mangelhaft vcrgohren. salicylsäurehaltig.
verdorben.
zu geringer Fettgehalt.
mit fremdem Fett versetzt, borsäurehaltig.
zu geringer Gehalt an Essigsäure, viel Essigälchen enthaltend.
zinkhaltig, borsäurehaltig, unrichtig.
borsäurehaltig, entrahmt, gewässert.
bestanden größtenteils aus Stärke- synw.
cnssprachen nicht den Bestimmungen der Branntweinsteuer - Befrei- ungsorduung.
fadenziehend.
ungeeignet für betreffende Zwecke.
ungeeignet für Verwendung in der Bierbrauerei.
ungeeignet zum Viehtränken und als Fischwasser.
schlecht vergohren. verdächtig, qesprittet zu sein, verdorben, Faßgeschmack, zu stark geschwefelt.
borsäurehaltig, schwefligesäurehaltig. stärkemehlhaltig.
10 Proz. Griesmehl enthaltend.
Kreis
Alsfeld Büdingen Friedberg Gießen Lauterbach Schotten
Summe 5071.42 im Vorjahre 4846.11 Zu den Einnahmen aus den Untersuchungen sind noch hinzuzurechnen diejenigen Beträge von Geldstrafen, welche durch gerichtliche Entscheidungen auf Grund der von uns ausgesprochenen Beanstandungen verfügt wurden.
Die Inanspruchnahme, welche dem chemischen Untersuchungsamte seit seiner Gründung bis zum Schlüsse des
Summe 84
Butter Ehokolade Konservesalz Essig
H
Hackfleisch Lactodensimetcr Margarine Milch
Obstfruchtgelees
Politurproben
Vorjahre Veranlassung.
Gegenstand der Untersuchung Bier
Hausgebrauchszwecke Wasser für technische
Zwecke
Dazu außerhalb der Provinz______11
Gesamtsumme der beanstandeten Objekte 95
Monat
Betrag Mk.'
April
423.10
Mai
410.88
Juni
512.85
Juli
693.00
August
492.95
September
339.15
Oktober
272.32
November
383.38
Dezember
208.45
Januar
398.52
Februar
433.80
März
503.02
Geschäftsjahres
1900/1901
zu Teil
wurde, ist
aus der
folgenden Zusammenstellung ersichtlich
Anzahl der Untersuchungen Geschäftsjahr im Auftrage von
Gesamtzahl
Einnahme
Behörden
Privaten
Mk.
1891—92
270
86
356
1437.25
1892—93
234
76
310
1119.00
1893—94
141
46
187
813.25
1894—95
327
43
370
1638.50
1895—96
940
123
1063
2857.45
1896—97
622
394
1016
2663.90
1897—98
1002
620
1622
3714.22
1898—99
958
4378
5336
5302.05
1899—00
682
6892
7574
4846.11
1900—01
821
5798
6619
5071.42
5997
18456
24453
29463.15
der insgesammt untersuchten Proben ist die Einnahme aus den Untersuchungen höher als dort.
Die regelmäßige Kontrolle von Nahrungs- und Genußmitteln und Gebrauchsgegcnständen fand in der mit den verschiedenen Behörden vereinbarten Weise, wie in früheren Jahren statt.
Gerichtliche Verurteilungen auf Grund der von uns ausgesprochenen Beanstandungen geschahen u. a. wegen Verwässerung von Milch, wegen unerlaubten Zusatzes von Stärkemehl zu Wurst und wegen Zusatzes von borsäurehaltigem Konservesalz zu Wurst.
Im Laufe des verflossenen Geschäftsjahres nahm das chemische Untersuchungsamt in Gemeinschaft mit den chemischen Untersuchungsämtern Darmstadt, Mainz, Offenbach und Worms wiederholt Teil an Beratungen zum Zwecke des Entwurfes einer neuen, für das ganze Großhcrzogtum gleichlautenden Milchverkaufsordnung.
Die in den letzten Jahren auf den Gebieten der Milchwirtschaft und der polizeilichen Ueberwachung des Verkehrs mit Milch gewonnenen Resultate wissenschaftlicher Forschung und praktischer Erfahrungen hatten zweifellos erkennen lassen, daß die z. Zt. in den verschiedenen Orten des Großhcrzog- tums Hessen gültigen Milchvcrkaufsordnungen selbst bei gewissenhaftester Durchführung durchaus nicht ausreichend seien, um die berechtigten Interessen des Milch kaufenden und konsumierenden Publikums in wirtschaftlicher und vor allem in gesundheitlicher Hinsicht genügend zu wahren.
Einerseits enthalten die fraglichen Verordnungen eine Anzahl von Vorschriften in Bezug auf die Untersuchung und Beurteilung der Milch seitens des Nahrungsmittelchemikers, welche nach den z. Zt. in Sachverständigen-Kreisen geltenden Anschauungen als unzweckmäßig bezeichnet werden müssen, und andererseits sind die darin vorgesehenen Bestimnmngen teils zu allgemein gehalten, um verschiedenartige Auslegungen auszuschließen, teils aber auch ergänzungsbcdürftig, besonders insofern als manche für die hygienische Beschaffenheit der Milch wichtige Gesichtspunkte in denselben keine oder keine genügende Berücksichtigung gefunden haben.
Eine einheitliche Regelung des Verkehrs mit Milch im ganzen Großherzogtum erschien den Vertreter der genannten üntersuchungsämter im Interesse einer wirksamen Kontrolle desselben sehr wichtig und geeignet, zu einer Verbesserung der in Hessen produzierten und in den Verkehr gebrachten Milch in chemischer und hygienischer Hinsicht wesentlich beizutragen.
Der aus den in Rede stehenden Beratungen hervorgegangene Entwurf, welcher der Verbesserung der im Vorstehenden angedeuteten Mängel der verschiedenen älteren Verordnungen entsprechend Rechnung trägt, wird demnächst den Großherzoglichen Kreisämtern zur gefälligen weiteren Veranlassung vorgelegt werden.
Außer durch die angeführten Untersuchungen und die Teilnahme an einer weiteren Ausarbeitung einer neuen Milchverkaufsordnung für Hessen war das chemische Untersuchungsamt in Anspruch genommen durch Abgabe einer Anzahl größerer und kleiner Gutachten, durch eine Reihe von gerichtlichen Terminen, durch die mit der Ausführung der regelmäßigen Kontrolle der Nahrungs-, Genußmittel und Gebrauchsgegenstände verbundenen Amtshandlungen, sowie durch sonstigen lebhaften mündlichen und schriftlichen Verkehr mit Behörden und Privaten.
Im Juni 1900 schied der 2. Assistent Herr Fin Sparre, aus seiner hiesigen Stellung aus, um eine Stelle als Chemiker an einer Kgl. Pulverfabrik in Norwegen zu übernehmen, und trat an dessen Stelle Herr Dr. Stierlin aus Württemberg. Im Oktooer desselben Jahres verließ Herr Dr. Wildi aus Aarau in der Schweiz die Stelle des 1. Assistenten, um in seiner Heimat eine Stellung zu übernehmen und rückte in dessen Stelle der bisherige 2. Assistent, Dr. Stierlin ein, während die dadurch freigewordene Stelle des 2. Assistenten dem Herrn Karl Dittmar aus Nieder- Ohmen übertragen wurde.
Die beiden ausgeschiedenen Herren haben während ihrer hiesigen Thätigkeit ihre Kräfte dem Amte in anerkennenswerter Weise gewidmet.
Wie in früheren Jahren, so fand auch int letztver flossenen eine chemische Untersuchung des Wassers aus der neueren und älteren Wasserversorgungsanlage der Stadt Gießen, ersteres aus den Quellen zu Oueckborn, letzteres aus den Quellen bei Gr.-Buseck und vom Licher Walde stammend, statt. Von letzteren wurde außerdem in gleicher Weise, wie in den vergangenen Jahren, die bakteriologische Beschaffenheit festgestellt.
Die Entnahme sämtlicher Wasserproben und die für die bakteriologische Untersuchung erforderlichen Vorarbeiten an Ort und Stelle der betreffenden Wafferentnahmestellen wurden durch den Berichterstatter persönlich ausgeführt.
Die Untersuchung einer aus dem Saugbrunnen in Queckborn entnommenen Wasserprobe auf ihre chemische Zusammensetzung sowie mikroskopische und physikalische Beschaffenheit lieferte nachstehende Resultate (die Ergebnisse der vorjährigen Untersuchung sind zu Vergleiche daneben gesetzt):
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Amtlicher Teil.
Gießen, 2. September 1901.
- etr.: Die regelmäßige Ergänzungswahl des Gemeinde- rats.
- ü8 Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grotzherzoglichcn Bürgermeistereien der Landgemeinden.
Diejenigen von Ihnen, die mit Erledigung unserer Verfügung vom 31. Juli ds. Js. (Gießener Anzeiger Nr. 179) rückständig sind, werden daran mit Frist von 1 Woche erinnert.
v. Bechtold.
Gießen, 4. September 1901.
'•* Vetr.: Pferdevormusterung im Jahre 1901.
Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Grotzh. Bürgermeistereien des Kreises.
Unter Bezugnahme auf unser Amtsblatt (ohne Nr.) vom J5. Juli I. Js. wollen wir bis 20. September Ihrem Berichte darüber entgegensetzen, ob die Ausfüllung und Aufbewahrung der Bestimmungstäfelchen in vorschriftsmäßiger Weise erfolgt ist. •
v. Bechtold.
Bekanntmachung.
Nachstehend bringen wir den Bericht über die Thätigkeit des Chemischen Uniersuchungsamtes der Provinz Oberhessen in der Zeit vom 1. April 1900 bis 1. April 1901 zur allgemeinen Kenntnis und empfehlen auch fernerhin die Benutzung dieser Anstalt.
Gießen, den 28. August 1901.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
> v. Bechtold.
In dem Geschäftsjahre 1900/1901 wurden im Untersuchungsamte im Auftrage von Behörden 821, von Privaten 5798, zusammen 6619 Untersuchungen ausgeführt, über deren Art das folgende Verzeichnis Aufschluß giebt.
G<
ssamtzahl
Davon im Auftrage
Gegenstand der Untersuchung
der
von
Untersuchungen Behörden Privaten
Bier
49
45
4
Braimtwein
3
2
1
Brennmaterialien
6
—
6
Brot und Backwaren
1
—
1
Butter
25
24
1
Cacao und Ehokolade
19
16
3
Konditoreiwaren
55
55
—
Konservesalz
2
2
—
Düngemittel
1
—
1
rrrze
84
—
84
pssig und Essigsprit
153
153
—
ulußwasser
1
1
—
Futtermittel
2
—
2
Gewürze
15
15
—
Hackfleisch
10
10
—
Käse
2
1
1
Kaffee, gebrannt
Kautschuk- und Metallmundstücke
11
9
2
für Saugflaschen
9
9
—
Margarine Mehl
. 8
8
—
9
9
—
Milch
56
21
35
Milch, Stallproben
2
2
Milch für Molkcreizwecke
5573
—
5573
Milch, Buttermilch
2
—
2
Milch, Magermilch Milchzucker
5
—
5
1
—
1
Obfl, Obsttonserven, Gelees
28
28
—
Oct
9
7
2
Petroleum
34
34
_
Physiologische Objekte
3
—
3
Rahm Reis
6
—
6
2
—
2
Schweineschmalz und Wurstsett
14
14
—
Tapeten mid Bimtpapiere
22
22
_
Technische Objekte
71
44
27
Tierleichen
1
—
1
Thongeschirre
30
30
—
Traubenmost
Lasser für Genuß- und' Haus-
1
—
1
gebrauchszwecke
76
59
17
Wasser für technische Zwecke
11
6
5
Wein
30
21
9
Wurst
127
125
2
Zucker
Dazu komnit:
45
44
1
Prüfung von Lactodensimetern
4
4
—
Prüfung von Thermometern_____
1
1
—
Zusammen
6619
821
5798
Von diesen Gegenständen
gingen
ein
aus:
irei§ Alsfeld
„ Büdingen
„ Friedberg
„ Gießen
„ Lauterbach
„ Schotten
Orten usw. außerhalb der Provinz
von Behörden i 82
111
129
292
92
87
28
oon Privaten
5
2
8
3809
6
1002
966
Zusammen
821
5798


