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Zweites Blatt.
LSI. Jahrgang.
Dienstag 6. August 1901
GietzenerAnzeigers
y General-Anzeiger " WWW
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen säi
Kaiserin Friedrich ans dem Sterbebette.
Neber das Befinden der Kaiserin Friedrich trafen im Laufe deS gestrigen Sonntag« und heute vormittag folgende da« Schlimmste befürchten lassende Telegramme bei uns ein:
«ronbers, 4. August, 2 Uhr 46 Min. nachm. Bulletin «uß »Lxhloß Friedrichshof: „D«ß fett Jahren langsam fortschreitende Süßere Seiden der Kaiserin Friedrich hat sich im Verlaufe der letzten Wochen auf die inneren Organe ausgedehnt. Bet nicht genügender Nahrungsaufnahme erfolgt die Abnahme der KrLste rasch. Ihre Majestät ist bet vollem Bewußtsein und gegenwärtig ohne Schmerzen. Gez. Reaverß. Spielhagen.
Ceonberg, 4 August. Am Krankenlager der Kaiserin Friedrich weilen gegenwärtig die Kaisern Augusta Victoria, die Prinzessin von Schaumborg-L.ppe, Prinz und Prtnzesstn Friedrich Karl von Hessen, der Kronprinz, di« Prtozm Ettel Friedrich und August Wilhelm, die Kronprinzessin vou Griechenland und die Prinzessin Christian von Schleswig-Holstein (Prinzessin Helena von Großbritannien).
Cron berg, 5. «lug. Bulletin von «'/- Uhr früh. Dar Schwäche,ustand der Kaiserin Friedrich nimmt stündlich *** ?<e Herzkraft ist nur noch gering.
_ Kronberg, B. Sltrg. Der Kaiser traf «m 8«/. Uhr nachts hier ein. «r begab sich ins Schloß und fuhr dann TSLY*. Kaiserin und dem Kronpriuzen nach Schloß Fried- richshof, wo er 5V« Uhr moegens eintraf.
» 3. Aug. Soeben ist bet dem Oberbürgermeister e^uroringer das folgende Telegramm etngrtroffm:
M der Kaiser haben wegen schlechter Nachrichten auS Fried- rtchShof heute früh die Rückreise von Bergen »ach Homburg o. d. H. «»getreten und unter diesen Umständen mit All.rh5chstthrem ganz be- l onderem Bedauern die persönliche Teilnahme an der Hafenetnwethung lnin’ar-unJ„,l,ttn Enthüllung der dortigen Denkmäler aufgeben müssen. Se. Majestät haben Se. Kaiser!, und König!. Hoheit den Krouprtnzen mit Allerhöchstihrer Vertretung bet diesen Feierlichkeiten >Lautttagr. g<,.: Staatsmintster v. Thielen.
Von Setten der Stabt wird hierzu mitgetetlt, daß die Feier progr«.nmmLßtg stattfindeu wird.
. . Hamburg, 3. Aug. Der Kaiser hat den Kronprinzen mit Ann Vertretung bei dem Empfange des General - Feldmarschalls Grafen o Waldersee beauftragt und davon dem Senate aus bergen Kenntnis gegeben:
Die von dem Krankenlager Meiner geliebten Frau Mutter ein* gelaufenen Nachrichten haben Mich veranlaßt, Meinen in Aussicht genommenen Bespch in Hamburg auszugeben. Ich habe Meinen Sohn, den Kronprinzen, mit Meiner Vertretung beauftragt. Wenn ich auch der schmerzlichen, allerseits verstandenen Sohnespfllcht nachkomme, so will Ich doch nicht Unterlasten, dem Senate und der Stadt Hamburg fl!r die Bereitwilligkeit, mit dem Meinem hcimkrhrenden Feldmarschsll Grafen v. Waldersee großartiger Empfang bereitet werden soll, Meinen Kaiserlichen Dank auSzusprechen. Die Stadt Hamburg bet Bethätigung deutsch patriotischen Geistes stets im Vordergrund zu sehen, gewährt Mir besondere Gmugthuunq. Wilhelm, I. R.
&o ist denn also der erlauchte Sohn der kaiserlichen Dulderin von seiner Nordlandsfahrt ohne Verzug direkt nach Schloß Friedrichshof geeilt, uud inniger ist das Mitempfinden des deutschen Volkes heute, da es seinen kaiserlichen Herrn am Schmerzenslager seiner Mutter weiß, als hätte er zu festlichem Gepränge nach Hamburg sich begeben, den Grafen Waldersee zu begrüßen. Wenu der römische Feldherr fug» "ich heimkehrend im Triumph die via sacra hinauf zum Forum zog, war es weiser Brauch, ihm,. während das Volk ihn jubelnd begrüßte, die Mahnung zuzurufen: „Bedenke, daß du ein Mensch bist". Das Wort galt nicht dem Gefeierten allein, sondern auch den Feiernden. Wie eine er< schütternde Erinnerung an den Zoll, den die Menschlichkeit der Ewigkeit zu zahlen hat, muten die mitgeteilteu trüben Nachrichten an, die jetzt zur schwersten SohneSpflicht den Kaiser anhalten.
Es war im Jahre 1893, als sich in dem alten Herrenschlosse der Herren von Cronberg die Kaiserin Viktoria ihren Witwensitz schuf, wo sie in wehmutsvoller Trauer, von der Liebe ihrer Kinder und Enkel umgeben, den Erinnerungen an ihren Gemahl lebte, den ihr und dem deutschen Volke in schweren Tagen, als die durch den Hingang des Helden* kaiserS geschlagene Wunde noch blutete, ein tückisches Leiden entriß. ES ist ein trübes Witthum gewesen Ein schweres Leiden hat die hohe Frau heimgesucht, und sie hat gelitten, ergeben und klaglos, auch so daS schöne Erbe verwaltend, daS Ser sterbende Siegfried auf dem deutschen Kaiserthron allen Edlen hinterlassen, ob sie auf der Menschheit Höhen von der Vorsehung gestellt find oder im Kampfe des Lebens für die I-hrigen ringend, geduldig das Leid des Erdendaseins tragen.
Professor Dr. RenverS aus Berlin ist bereits in der Nacht von Samstag auf Sonntag auf Schloß Friedrichshof eingetroffen und wird dort einstweilen bleiben.
König Edward von England steht im Begriff, feine Reise nach Friedrichshof anzutreten.
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Kurz vor Schluß der Redaktion* geht uns noch folgende telephonische Meldung zu:
Crorrberg, 5. Aug. 1.03 Uhr. Das Befinden der ilaiserin Friedrich ist unverändert. Sie ist bei vollem Bewußt- [:iv und verlangte heute früh nach dem euglischen Pfarrer aus Homburg, der eine Stunde bei ihr verweilte. Alle Kinder, laßer dem P'inzeu Heinrich, find jetzt im Krankenzimmer versammelt. Zum Wachtdienst im Schlöffe ist die 11. Kompagnie ies 80. Infanterie Regiments, dessen Chef die Kaiserin Friedrich iß, hierher beordert und hat Privatquartiere bezogen.__
Politische Tagesschau. '
Wir haben bereits am Samstag mitgeteilt, daß der von Seat Rheinischen Kourier gebrachten Meldung über den Neber- -tritt der Laudgräfin vou Hessen zum Katholizismus von einem
Fuldaer ZeutrumSorgan widersprochen wird. Non wird die Nachricht des genannten Blattes auch vou dem Chef des Hofstaates der Laudgräfin, von Bothmer, dementiert. Herr o. Bothmer erklärt, daß die Nachricht von dem Uebertritt der Landgräfin zur katholischen Kirche unrichtig ist, wahr sei nur, daß die Laudgräfin in letzter Zeit häufig deu katholischen Dom besuchte.
Laudgräfin Anna kann auf merkwürdige Lebensschicksale zurückblicken. Ihr ältester Sohn ertrank kurz nach dem Tode des Vaters vor reichlich einem halben Menschenalter unweit von Sumatra auf einer Studienreise; ihr zweiter Sohn, Landgraf Alexander, ist erblindet und sucht seinen ganzen Trost in Musik und Poesie; ihre Tochter Sibylle heiratete im Jahre 1898 einen Freiherrn v. Vincke, der Offizier im Bockenheimer Husarenregiment war und jetzt mit seiner Ge mahlin und einem Kinde in keineswegs glänzenden Verhältnissen in München als Privatmann lebt, gegen den entschiedenen Willen aller ihrer Angehörigen mit alleiniger Ausnahme ihrer Mutter, deren Beziehungen zum preußischen KöuigShause dadurch erheblich getrübt wurden. Auch politisch hat die Landgräfin Anna merkwürdige Wechselfälle erlebt. Als Bruders-Tochter des späteren ersten deutschen Kaisers geboren, wurde sie die zweite Gemahlin des dänischen Thronerben Landgrafen Friedrich von Hessen; die erste Gemahlin des genannten Prinzen, Großfürstin Alexandra, eine Tochter Nikolaus I., und ihr am 10. August 1844 nach kinderloser kurzer Ehe erfolgter Tod hat für die verwickelten Erbfolge- Verhältnisse in der vormaligen dänisch holsteinischen Monarchie eine bedeutende Tragweite bekommen. Landgraf Friedrich war zugleich präsumtiver Erbe des Kurfürstentums Hessen und zog diese Zukunftsaussicht der Kopenhagener vor; aus diesem Grunde übertrug er sein Erbrecht auf seine Schwester Landgräfin Luise, die mit dem Prinzen Christian von Holstein* Glücksburg vermählt war: es ist die am 29. September 1898 verstorbene Dänenkönigin Luise, „Europas Schwieger mutter". In ihrer Kopenhagener Zeit war die als preußische Prinzessin geborene hessische Laudgräfin persönlich allgemein beliebt und noch nach der Katastrophe von 1864 hat es dort eine Partei für ihren Gemahl gegeben. Jetzt sind die Verhältnisse längst darüber hinweg geschritten. Das Jahr 1866 vernichtete den Staat Kurhessen; zeitweilig soll eine Tendenz für die Belassung von Fulda und Hanau bei der bisherigen Dynastie bestanden haben: Fürst Bismarck erwähnte dergleichen einmal im preußischen Abgeordnetenhause. Man er- Zählt, daß die Landgräfin Anna im Herbst des genannten Jahres mit der Reisetasche in der Hand zu Fuß von Schloß Rumpenheim nach Frankfurt a. M. ging, um unbemerkt zu dem königlichen Oheim nach Berlin zu fahren und dort für die politische Stellung ihrer Kinder einzutreten; in Magdeburg wurde sie von einem hohen Offizier zur Rückkehr bewogen. Der Herbst 1868 brachte dann bei der ersten landesherrlichen Reise des Königs in Schleswig-Holstein die Versöhnung; der Monarch hob auf dem ostholsteiuischen Schloß Panker den jüngsten Sohn der Nichte aus der Taufe und dieser erhielt nach dem berühmten Bruder seiner Mutter den Namen Friedrich Karl. Er ist mit der jüngsten Schwester des Kaisers vermählt, und bei dem Schicksal seines älteren Bruders steht er an der Spitze des landgräflich-hesfischeu Hauses.
Engländer uud Buren.
Es ist ja bereits zur Genüge bekannt, bo$ die Buren ihren Proviant, Gewehre und Munition von den Engländern beziehen und dadurch der Sorge überhoben sind, sich den Kopf zu zerbrechen, woher sie Ersatz für die von den Engländern erbeuteten Kriegsmaterialien hernehmen sollen. Es ist aber wenig bekannt geworden, daß. die Buren auch Bargeld erbeutet haben. Kommandant ^cheepers hat es fertig gebracht, von der „Standard Bank of South Afrika", die eine Filiale in Murraysburg hat, bei der Einnahme der Stadt eine hübsche Summe Geldes zu erbeuten, über deren Höhe sich die englischen Blätter ausschweigen. Infolge-^ dessen hat die Bank viele Filialen in der Kolonie geschlossen und wird sie vor Beendigung des Krieges nicht wieder eröffnen.
Hermanus Steijn, ein Vetter des Präsidenten, ist am 31. v. Mts- bei Ficksburg gefallen...In Kroonstad sind Buren als Ueberbringer eines Briefes des Präsidenten Steijn eingetroffen. — Weiter kommt aus Kroonstad folgende Meldung: Da sich herausgestellt hat, daß die im Felde stehenden Buren ihre Vorräte aus den Kaffernkraalen ergänzen, so ist beschlossen worden, die Eingeborenen zu sammeln und sie in besonderen Lagern unterzubringen.
Meldungen aus Kimberley besagen, Buren und Auf- 'tändische rückten in den Distrikt Barkly West ein. Außerdem sollen Buren in den Cedar-Bergen in der Nähe von Clanwilliam stehen.
Präsident Krüger ist mit seinem Gefolge von Scheve- ningen nach Hilversum zurückgekehrt. In Scheveningen interviewt, erklärte Krüger es für unrick)tig, daß Botha ins Kapland eingedrungen sei. Unwahr sei ferner, daß seitens der Buren neue Friedensvorschläge gemacht worden seien. Ein englisches Protektorat sei unannehmbar, die sogenannte relative Aktionsfreiheit, die England den Republiken zugestehen wolle, bedeute mit dürren Worten: Ich schnüre Dir den Hals zu, aber lasse Dir die Freiheit, mit Armen und Beinen zu zappeln. Die Republiken müssen ihr Fahnenrecht erhalten und volle Amnestie für, ihre kapländischen Waffen geführten erwirken. Auf dieser Basis könne unter-
handelt werden. England möge den denkbar größten Geld- trtbut fordern, die Republiken nullen und werden be-> nur tej11 Protektorat. Hätten wir Schutz gesucht, konnten wrr einen weit angenehmeren Protektor er» sprach Krüger die Hoffnung aus, daß zwischen beiden Republiken und England ein freundnachbar- lick>es Verhältnis hergestellt werde.
China.
Der Kaiserlich Chinesische Gesandte übermittelte der Deutschen Regierung folgendes Telegramm des Prinzen Tsching:
Nach einer telegraphischen Mitteilung vom Staatsrat (Kün ki chu) hat der Kaiser am 9. Tage des 6. Mondes, (24. Juli 1901), durch ein Edikt die Umwandlung des Tsungliyamen in ein „M inisteriuin für die Auswärtigen Angelegenheiten" befohlen und zwar mit dem Vorrang vor den Liu Pu (Sechs höchsten Verwaltungsämtern.) Durch dasselbe Edikt ist Prinz Tsching zum Oberpräsidenten des Amtes für die äußeren Angelegenheiten ernannt worden, der Großsekretär Wangwenchao sowie der Minister Kü hung ki zu Präsidenten und die Herren Hsü-Shew-peng und Lienfang zu Senior- resp.Junior- Vizepräsidenten dieses Amtes. 2>er Kaiserliche Gesandte Lü Hai hwan ist angewiesen, das obige Edikt dem Kaiserlich deutschen Auswärtigen Amte zur Mitteilung zu bringen.
Aus Hongkong nürd dem Reuterschen Bureau der Text des folgenden fremdenfeindlichen Anschlags mitgeteilt, der in der Nähe der fremden Kapellen in Kanton gefunden wurde: „Diese Haussteuer dient nur dazu, die Entschädigung zu zahlen. Alle Lebensmittel sind jetzt teuer, und doch wird uns die Steuer auferlegt. Weshalb bekämpft man die Fremden nicht, wenn Geld einkommt? China ist noch nicht besiegt. Nur die Augen der Regierung sind durch ^untreue Minister mit Blindheit geschlagen worden. Wenn wir uns weigern, zu kämpfen, so sind wir begierig, zu leben, und fürchten den Tod. Gegen wen anders können unsere mühevoll erworbenen militärischen Kenntnisse verwandt werden, als gegen die Fremden? Wie anders können wir unsere Regimenter verwenden? Im Jahre 1900 wurde viel Geld aus Lotterien und Steuern eingenommen. Weshalb also eine Haussteuer? ($>ie sind wirklich niemals zufrieden. Wenn daher eine Haussteuer eingetrieben ioerden sollte, ioerden wir die Kapellen zerstören und die Christen vertreiben.' Für den Fall, daß der Kaiser im stände ist, zu zahlen, haben wir Boxer einen ausgezeichneten Plan vorbereitet, um den Sieg über die Fremden zu erringen. Wenn danach nicht gehandelt wird, ist ein Aufstand sicher."
Deutsches Keich.
Merlin, 4. Aug. Der Kaiser ist an Bord bec „Hohenzollern" heute vormittag 10.45 Uhr in Kiel eingetroffen. Er wurde von den im Hafen liegenden Schiffen mit einem Salut begrüßt. Bald nach der Ankunft des Kaisers begaben sich Admiral Köster sowie der Stadtkommandant an Bord der „Hohenzollern". zkurz nach 12 Uhr mittags reiste der Kaiser mit Sonderzug nach Wilhelm s h ö h e. Der Reichskanzler begleitete ihn auf ber? Reise von Kiel nach Wilhelmshöhe und reiste von dort nach Emden.
— In den Reichslanden bereitet sich, Privatnachrichten zufolge, auch an der höchsten Stelle ein Personenwechsel vor. In gut unterrichteten Kreisen in Straßburg verlautet, der Rücktritt des Statthalters Fürsten Hohenlohe-Langenburg sei beschlossene Sache. Ter Fürst 5>ohen- lohe, der gegenwärtig seinen Urlaub auf seinem Stmnm- chloß Langenburg verbringt, soll nicht mehr als Statt» ,alter zurückkehren. Graf Waldersee sei zu feinem Nachfolger auserfehen.
— Ter Vize-Admiral z. D. Rudolf Schwerin g ist in- olge eines Nierenleidens gestorben. In seiner letzten Tienststellung war der Verstorbene Direkwr des Bildungswesens der Marine.
Der frühere Direktor im Ministerium des Innern, Exzellenz Haase, ist gestorben.
— In der Matthäittrche fand die Trauerfeier für den Kultusminister D. Dr. Bosse statt- Kultusminister Studt legte im Auftrage des Kaisers einen Kranz am Sarge nieder, desgleichen Oberhofmeister Frhr. v. Mirback) iw Auftrage der Kaiserin. Der Reichskanzler war durch Ge Heimrat v. Günther vertreten. Das Staatsministerium, da- Kultusministerium und verschiedene dem Kultusministerium unterstehende Behörden legten ebenfalls Kränze nieder. Per- onlich erwiesen dem Verstorbenen die letzte Ehre Minister Thielen, v. Goßler, Moeller, Staatssekretär Nieberding, die früheren Minister v. Boetticher und v. Heyden, ferner waren anwefend Vertreter der kirchlichen und der Unterrichtsbehörden, der Akademien und anderer Körperschaften. Die Beisetzung fand sodann auf dem Alten Matthäikirchhose.statt.
— In der Angelegenheit der Verfchachecung des Z o l l t a r i f e n t w u r f s an ein Londoner Finanzblatt meldet ein Berichterstatter, zweiSubalternbeamte seien in» olge von Geständnissen und Ueberführungen bereits vom Dienste suspendiert worden. — Seit Freitag ist der in Verbindung mit der Verkaufsaffaire eines Exemplars vom Zolltarif genannte Journalist Dr. Hamburger spurlos verschwunden. Er hatte seiner Gattin von einer Vergnügungsfahrt nach Wannfee gesprochen. Möglich ist, daß Dr. Hamburger den.Weg ins Ausland gefunden hat.
— Der Vorstand des Zentralvereins der deutschen. Lederindustrie ist persönlich bei dem preußischen Minister für Handel und Gewerbe, Möller, wegen der im neuen Zolltarif beabsichtigten Einführung von G e r b » Materialienzöllen vorstellig geworden, hat dem Mi-»


