artigfeit des Grüßens ausgefallen sei.
einen
schwenken die Kopfbedeckung, die anderen behalten sie auf, nehmen eine gerade Haltung an und legen die Hände an die Hosennaht, die Tritten nehmen einfach bei strammer Haltung die Kopfbedeckung ab. Seine Majestät wünschen Einheitlichkeit im Grüßen der Kriegervereine und zwar dahin, daß die Kopfbedeckung abge- nommen wird."
— Bei dem schon Wochen währenden Streik der Kupferschmiede haben sich den Hamburgern technische Hochschüler aus Hannover zur Verfügung gestellt- vorläufig wollen sie während der Ferienzeit die Arbeit der Kupferschmiede übernehmen; flott sind sie ans Werk gegangen. Tie sozialdemokratischen Agitatoren haben ihnen in einem Restaurant Artikel des sozialdemokratischen ,.Hamburger Echos" re. vorgelesen; die Akademiker haben sich für die Vorlesung bedankt und sind dann flotter ans Werk gegangen. Tie sozialdemokratische Presse ist empört über diese „als Kapitalsretter auftretenden Bonrgeois- söhnchen."
Oldenburg, 4. Juli. Tie oldenburgische Staatsbahn giebt heute 4 51 ä g i g e R ü ck f'a h r k a r t e n im Verkehr mit den Stationen bet preußisch-hessischen Staatsbahnen aus. Im Verkehr mit anderen Bahnen, sowie im olden- burgischen Lokalverkehr tritt dagegen vorerst keine Aender- ung ein.
Deutsches Reich.
Berlin, 4. Juli.' Aus Saßnitz wird gemeldet: Ter Kaiser unternahm heute in Begleitung des Torpedoboots „Sleipner" eine Segelfahrt in der hiesigen Bucht. Außer der „Hohenzollem" ankert auch „Niobe" auf der hiesigen Rhede.
— Kontreadmiral v. P r i 11 w i tz und G a f f r o n wurde zum zweiten Admiral des ersten Geschwaders ernannt, kontreadmiral Kirchhoff, unter Enthebung von der Stellung des zweiten Admirals des Kreuzergeschwaders zur Verfügung des Ehefs der Marinestation der Ostsee, Kontreadmiral Fischet zum Oberwerftdirektor in Kiel, Kontreadmiral Ahlefeld zum zweiten Admiral des Kreuzergeschwaders, Vizeadmiral v. Arnim für die Tauer der .Herbstübungen zum Ehef des zu bildenden zweiten Geschwaders der Uebungsslotte, Kontreadmiral Hugo Schuchmann zum zweiten Admiral desselben Geschwaders ernannt. Kapitän zur See, z. T. Ka l a u v o m H o f e erhielt den Charakter als Kontreadmiral.
— Zum Fall N e i tz k e, der in Marinekreisen bedeutendes Aufsehen gemacht hat, erfährt das „Bert. Tgbl.", der Kaiser habe das Abschiedsgesuch abgelehnK Korvettenkapitän Neitzke, der mit der „Gazelle", wie wir gemeldet haben, am Regattatage in Kiel durch die Start- tinia gefahren war, hat das Kommando an den ersten! Offizier der „Gazelle" abgegeben. Neitzke gilt als ein außerordentlich tüdjitiger und befähigter Offizier.
— Ueber das Grüßen der Kriegervereine beim Abreiten der Fronten durch den Kaiser wird in der neuesten Nummer der „Parole", des amtlichen Organs der Kriegervereine, eine Bekanntmachung des Vorsitzenden des Preußischen Kriegerverbandes, general der Infanterie z. T. v. Spitz, veröffentlicht, in der es heißt:
„Seine Majestät der Kaiser und König, der Allerhöchste Protektor des Preußischen Laudes-Krieger-Ver- bandes, haben dem unterzeichneten Vorsitzenden mitteilen zu lassen geruht, daß Allerhöchstdemselben beim Abreiten der Fronten der Kriegervereine die Verschieden-
Aus Stadl und Land.
(Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten ist NUk unter genauer Quellenangabe: »Gietz. gestattet.)
*• Hessische Laudeslotterie. In der heutigen Ziehung fielen 1 Gewinn ä 100 000 Mk. auf Nr. 31616 (Kollekte
Damm nach Friedberg). — 1 ä 5000 Mk. auf Nr. 34 487 (ebenfalls nach Friedberg). — 16 ä 3000 Mk. auf Nr. 1139, 3435, 5836,' 8621, 9703, 10 403, 11 798, 15 840, 18 930, 19 603, 25 614, 25 673, 30 375, 36 680, 39 422, 43 260. — 18 ö 2000 Mk. auf Nr. 7637, 10 255, 13 132, 14 490, 18157, 21 144, 24 793, 25 205, 26 797, 28 134, 29 280, 32 605, 32 663, 34 469, 35 515, 41 164, 43 433, 44 940. - 21 ä 1000 Mk. auf Nr. 1090, 1204, 3028, 3104, 4158, 7644, 8961, 12 270, 15 473, 15 657, 16 202, 18 525, 19 044, 21 293, 22 009, 26 761, 27 031, 30 159, 30 920, 32 701, 44 511. (Ohne Gewähr).
berung doch auch im Interesse der preußischen Behörden liegt. _ —
** Personal nachrichten. Der Großherzog hat den ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule Geheimen Hofrat Tr. Schering zum Rektor der Technischen Hochschule für die Zeit vom 1. September 1901 bis 31. August 1902 ernannt und dem Oberwerkführer und Kalkulator'Philipp Vlasdeck zu Mainz, im Dienste der Möbelfabrik A. Bembe daselbst, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" am Bande des Philipps-Ordens verliehen. Ter Hilfsgerichtsschreiber bei em Amtsgericht Fürth Heinrich Dilling wurde zum Hilfs- gerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Lauterbach ernannt.
** Personal Veränderungen im Ober-Post- )ir ektionsb ezirk Darmstadt. Versetzt sind die Pvstassistenten Laubach von Butzbach nach Alzey und Langsdorf von Alzey nach Butzbachs sowie die Telegraphen-Hilfs- mechaniker Laurens von Berlin nach! Mainz und Schütz von Berlin narf)i Gießen. Angenommen als Postanwärter: Vizefeldwebel Breuning in Gießen, Vizewachtmeister Erbeldinger in Mainz und Feldwebel Ringenwald in Oppenheim; als Postgehilfe: Ober-Realschüler Wamboldt in Darm- tabt, Progymnasiast Lawall in Mombach, Gymnasiast Seyfried in Mainz, die Realschüler Heil in Biblis, Rabenau in Nierstein, Schwalm in Alsfeld, Wilhelm in Mainz, Willenbücher in Sprendlingen (Rh ein Hessen) und der frühere Eisenbahn-Stationsgehilfe Schmidt in Darmstadt; als Postagent: Gastwirt Möller in Altenschlirf und Frau Margarethe Von Eiff, Witwe des verstorbenen Postagenten und Gastwirts Von Eiff. A n g e st e l l t als Postassistent: Post- anwärter Elzer in Mainz und Postassistent Neumann in Bad Nauheim. Ernannt: Postinspektor Seitz in Mainz zum Telegraphendirektor, Postsekretäre Braun und Stenz in Tarmskadt zu Ober-Postdirektionssekretären, der Telegraphensekretär Schneider in Darmstadt zum Ober-Tele- graphensekretär. Bestanden haben die Pvstsekretär- prüfung: Ober-Postassistent Möser in Offenbach (Main); die Postassistentenprüfung: die Postgehilfen Gröninger in Lampertheim, Loth in Ortenberg und Schüttler in Rüsselsheim. Freiwillig ansgeschieden: Postgehilfe Marquardt in Nierstein, Postgehilfin Luft in Darmstadt und Postagent Kleinen in Menschlirf. Entlassen: Ober- Telegraphenassistent Johann Schmidt in Offenbach (Main) Gestorben: Postdirektor Haag in Bensheim, Ober-Post- sekretär Schmidtgen in Mainz und Pvstagent Merz in Niederramstadt.
... ** ^senschaftlicher Fo r t b i ld u n g s ku r su s Tur Volksschullehrer. Zu unserem Bericht in der gestrigen Nummer sei noch ergänzend hinzugefügt, daß zu dem schonen Gelingen der Feier besonders die Herren Geh. Hofrat Oncken die Lehrer T ö n g e s-Dillenburg, N e i n ha rdt-Darmstadt und Römer- Hungen durch ihre : Vortrage beigetragen haben. Geh. Rat Oncken trug von der Kapelle begleitet und mit rauschendem Beifall belohnt
Besteuerung der Goldminen müßten auch die Gewinnanteile erwogen werden, die ihnen aus der Beseitigung des ^y- namitmonopols erwüchsen. Tie Regierung würde mdesten nichts thun, was die Entwickelung der Minen behindern könnte. v ...
Aus New-Orleans verschiffen die Engländer wDtqer Woche 7000 Pferde und Maulesel nach Transvaal. Weitere 13 000 Stück sind in Kansas City bereit. — Ter Vuren-Agent Pearson richtet einen Aufruf an das ameritanliche <olf, _tn dem er bittet, die Waffen- und Munitionslieserungen für die' Engländer nach Südafrika einzustellen, die nur dazu beitrügen, die Grausamkeiten dieses Krieges zu verlängern. Ohne diese Waffen- und Munitionslieserungen wurde England am Ende seiner Leistungsfähigkeit angelangt fein und der Krieg zu Gunsten der Buren enden.
Breslau, 4. Juli. Nach Mitteilung der hiesigen Eisenbahnverwaltung bleiben durch die neue Regelung der : Eisenbahnkarten nicht nur die Som m er karten unberührt, sondern auch die besonderen Rückfahrkarten mit kürzerer Giltigkeitsdauer zu geringeren Preisen, ebenso die Arbeiterkarten und Toppelkarten der vierten Wagenklasse. Auch die Riesengebirgsbahn hat die 45tägige Giltigkeit der Rückfahrkarten angenommen.
. Karlsruhe, 4.Juli. Tie 45tägige Giltigkeits- $ 11 a r fn r t e n im Verkehr mit den preußisch-
hesfischen Stationen ist nunmehr auch' im Turchgang durch
I a B und die Pfalz zugestanden worden. Ferner wird voni 6. ^nli die Giltigkeitsdauer der Rückfahrtkarten im xSiineru Badens und im direkten Verkehr mit Stationen der württemb er gischen und bayrischen Staatseisenbahn, der Reichseyenbahn in Elsaß-Lothringen, sowie der pfälzischen Eisenbahnen gleichfalls sich auf 45 Tage erstrecken.
München, 4. Juli. Bekanntlich hat Mitte dos vorigen lAonats zwischen Vertretern Preußens, Bayerns, Badens
Hessens eine Konferenz stattgefunden, die sich mit der Wecker fuhr ung der M a in k a n a l i s a t io n bis Aschaffenburg beschäftigte. Außer einer zwischen den Teilnehmern vereinbarten kurzen Note ist darüber so gut wie nichts die Öffentlichkeit gedrungen, und es scheint x- bie Regierungen das Stillschweigen weiterhin wahren wollen. Technische und Jnteressenten- kreife aber gewannen den Eindruck, daß man trotz der beruhigenden offiziösen Andeutungen von einer wirklichen Laugung noch sehr weit entfernt ist. K l a g e n ü b e r d i e 2 m y f % -1? d) e, c r to a I t u n g der preußisch- i) ess ischen Eise n b ah n g e m e i n s ch a f t bekommt man jud^ nur in ^nddeufichland, sondern auch in deren eigenem .©ebKt, besonders in ärmeren Gegenden, wie z. B. der Eifel zu Horen. Es mutz doch in Bayern und auch ander- veiU£n slln$ xl Abdruck Hervorrufen, wenn der Wettbewerb den der kanalisierte Main der preußisch-hessischen Eisenbahngemeinschafi machen würde, sich zum Quell einer endlosen und ungerechtfertigten Verzögerung gestallte. Mit derartigen Gingen mag vielleicht, wenn auch m geringem Grade, dem eignen fiskalischen Interesse ae- Dient sein, schwerlich aber dem Reichsgedanken, dessen För-
Ausland.
London, 4. Juli, uNt°rh°us Rundles.(») rötete an Chamberlain die Frage o^,^ W^schs- einer Förderung des Unteren es de bem Könige
angelegenheiten in Erwägung Ah. Reich sein
vorzustellen, wre vorteilhas^ f d JJnbet ^rbe, wurde, wenn lein Titel i . Souveränetat
daß in ihm die königliche u mp Ausdruck
über das ganze britische Re^ deut6
s
jriebigung die.^stlung stunden ungesehen die Fahrt Zede" hervor, das n zwol ^ ^^ das Admiral- °E»eu M°ud°rt° und fich ollen Verfolgungen
entäWn tonnte.^. 1$ay|-t bewohnt seit heute den ~ ™ 'hnä aptne Valais in den Gärten des Vatikans.
^Ceen “sÄm heutigen Haupts« des ew-
.~ ü ü e n f e ft e s wohnten der Bundespräsident Är Bundesrat, Vertreter der Bundesversammlung dP- RundesaerEs sowie das diplomatische Korps bei Be? bem großen Mittagsmahl, an dem 6000 Personen tecknahmen verbreitete sich der Bundes - Vizeprafiden Bremer in einer von lebhaftem Beifall ' aurgeiwmmenen Rede liber die Auiaaben des Landes aus sozialem Gebiete, ditz Volksversichermig, die Rechtseinheit, die Volksschulunter- stützung durch den Bund und die Regelung des Finanz- marktes und mahnte angesichts bevorstehenden Handelsverträge zur Einigkeit. Ter französische Botschafter Richourd, der Toyen des diplomatischen Korps, stellt namens des letzteren die ausgezeichneten Beziehungen der Schweiz zum Auslande fest und verfichert, daß die Schweiz unbesorgt sein dürfe, da niemand ihre Sicherheit bedrohe und alle Neutralität achteten. Nachmittags fand eine Festfahrt nach dem ^"^Konstantinopel, 4. Juli. Tie dritte Gemahlin des Sultans ist gestorben.
— Dem Polizeiminister wurden neuerlich strenge Weisungen betr. die Beobachtung der ankommenden und abreisenden Personen, sowie betr. die eintreffenden und abgehenden Waren erteilt. Die Weisungen haben den Zweck, nach! verdächtigen Personen und explodierbaren Stoffen zu fahnden.
Das Herz am Rhein" vor. Lehrer Dönges Jang Lieber non Weinzierl u. a., während Lehrer Reinhardt zwei Balladen von Löwe („Tom der Reimer" und „Friederieusl Rex"^, sowie einige Lieder von Schumann zu Gehör brachte. Auch diese Herren ernteten für ihre meisterhaften Darbietungen reichen Beifall. Tie Begleitung ihrer Gesänge: führte sehr geschmackvoll Herr Römer aus, der sich außerdem auch in einem selbständigen Vortrag als Meister auf dem Flügel zeigte. Auch der trefflichen Leistungen der hiesigen Regimentskcchelle unter der persönlichen Leitung des Musikdirektors krauße sei noch rühmlichst gedacht. — Wie wir erfahren, wird Geh. Hofrat Pros. Tr. B e h a g - h e l an einem noch näher zu bestimmenden Tage in der zweiten Hälfte des September noch zwei Ergänzungsvior- träge halten über „Sprachgebrauch und Sprachrichtigkeit" und über „Personennamen".
** Rektorats wähl. Tie Neuwahl des Rektors, unserer Universität für das Studienjahr 1901/02 findet, wie wir hören, morgen, Samstag, statt.
** Der Laudlagsabgeordrrete Köhler-Langsdorf hat in der letzten Zeit auffallend lange geschwiegen, und es war voraus» zusehen, daß seine nächste parlamentarisch litterarische Leistu.- g um so mehr von der graziösen Lustigkeit der Köhler'schn» Tonart zeigen würde. Herr Köhler versteht die heitere Kunst rauhborstigen Polterns wie selten einer, und es hat immer einen eigenen pikanten Reiz, seine Schriftstücke zu genießen. Uebertünchte Lebensart ist ihm fremd, er bläst seine Posaune nach besonderem Taktgefühl, immer wieder freut man sich seines wetterharten Humors. Das neueste, von dem ganzen Zauber duftigster Köhler-Poesie umsponnene litterarische Werk des Bürgermeisters von Langsdorf ist mit größter Sorgfalt und so fein als möglich auf den Köhler-Ton abgestimmt, hat Kraft und Größe, Anmut und frische Natürlichkeit, Temperament und Wucht. Es lautet:
„Im Winter und Frühjahr deS JahreS 1900/01 wurde seitens der Zivil- und Militärbehörden bei den landwtrtsLaftlichm Vereinen des Landes die Anfrage gestellt, zu welcher Jahreszeit der Bauer am ehesten zur Reserve- und Landwehrübung ab» kömmlich sei.
Die Bestrksvtrtine der landwirtschastlichen Vereine des Groß- Herzogtums kamen bet Beurteilung dieser Frage wohl zu wider streitenden Schlüssen, da die meisten die Zeit vor der Frühjahrsbestellung, die ander,n die Zeit gleich danach vorschlugen, so ganz und gar traumverloren war jwoch keiner, um die Zett inmitten der Getreideernte als die geeignetste zu bezeichnen. Diesen Zeitpunkt zu ermitteln, blieb allein den königlich preußischen Militärbehörden vorbehalten.
So werden denn jetzt, mitten diin in der Getreideernte, am 18. Juli bis 2. August, im Großherzogtum die Landwehrmänner des ältesten Jahrganges zur Uebung eingezogen sein. Kein anderer tritt derweilen an ihre Stelle, denn wer möchte zu heutiger Zeit, da der Jude Ballin noch immer nicht an seiner richtigen Stelle steht, noch Bauernarbeit thun? So mag denn ruhig das Getreide der Landwehrmänner daheim verfaulen, denn Parademarsch und Honneur- Uwen geht solch einer untergeordneten und störenden Sache, als es eine Getreideernte im Handelsstaate BallinS des Juden ist, entschieden^ vor, und wurde die Ehefrau deS Landwehrmannes für die verlorene Ernte nicht doch auch reichlich entschädigt? — Man frage nur die zu- tändigen, von unseren hochgelehrten sozialpolitischen^Profissoreu heran» gebtldeten Behörden! j— O ja! Denn sie erhält ja nicht nur einen Steucrnachlaß, sondern sogar noch den ortsüblichen Taaelohn! Ist das nicht genügend für eine verlorene Ernte? —' — Doch genug 1 Die Belästigungen des Bauernstandes nehmen auch noch einmal ein Ende, aber kein gutes. Wenn endlich daS Maß voll ist, dann ILufts über. Und diese Zeit ist gar nicht mehr so weit, als sich die Hkrreit in Berlin denken mögen: trotz aller großen Sprüche, trotz Bajonette,. Pulver, Kartätschen und Säbel! — Es ist heute die schwerste Ver^ pfltchtung der einzelnen Bundesregierungen geworben, mit klarem Blick die Dinge, wie sie gegenwärtig im Reich wirr durcheinander kreuzen, genau zu durchschauen und ihrem irrsinnigen Treiben gemeinschaftlich mit fester und zielbewußter Hand ein Ende zu machen, ehe eL gänzlich zu spät geworden ist. —
Ein Stück von diesem Treiben ist der Militarismus, der irr keinerlei Weise Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit und die Interessen des Volkes nimmt. Ein Beispiel hierzu bieten wieder die dirkjährigeir Landwehrübungen.
Ich frage darum bei der Großberzoglichen Regierung:
1. Ist es der Großherzoglichen Regierung bekannt, daß die diesjährigen Landwehrübungen im Großherzogtum inmitten der Getreideernte angeordnet sind?
2. Ist es der Großherzoglichen Regierung denn gar nicht möglich, durch allerunterihänigsteS Nachsuchen bei den königlich preußischen Militärbehörden die schlimmen Wirkungen des Militarismus auf ein Maß thunlichst zu beschränken?
Langsdorf, den 28. Juni 1901.
Köhler-LangSdorf."
♦* Freimaurerloge. Am nächsten Sonntag, nachmittags 1 Uhr, feiert die hiesige Freimaurerloge ihr JohanneSsesi und gleichzeitig das 40 jährige Maurer-Jubiläum ihres derzeitigen Vorsitzenden, des Zahnarztes G. W. Koch.
H. Watzenborn, 4. Juli. Zu dem am 30. Juni begangenen Sängerfeste waren nicht, wie uns das Festkomitee mitteilt, 14 Gesangvereine sondern 15 anwesend. Es wurde kein Rang- oder Preisfingen abgehalteu, und von allen anwesenden Vereinen wurde nur Schönes geleistet.
e. Bad Nauheim, 4. Juli. Tas Fest der Unab- hängigkeitserklärnng dervereinigten Staaten von Nord-Amerika, das an jedem 4. Juli auch! in Bad Nauheim von den anwesenden amerikanisch-en Kurgästen gefeiert wird, gestaltete sich heute besonders schön. Heute früh dekorierten alle hiesigen .Hotels mit deutschen und amerikanischen Fahnen und überall gab es „Gread national dinner"; im Hotel „Kaiserhof" spielte die 13. Husaren-Kapelle im Garten. Auf der Terrasse vor dem Kurhaus konzertierte die Ulanen-Kapelle aus Hanau unb abends hei Lampionsbeleuchtnng, und im großen Saale- die Kurkapelle. Im Sommer 1900 weilten hier 632 Amerikaner und 918 Engländer. Vor etwa zehn Jahren kamen die Engländer und Amerikaner zum erstenmale in größerer Zahl hierher. Tie Nauheimer lernten alsbald englisch; ja einige Herren und Damen gingen sogar auf mehrere Monate- nach' England, um die Sprache dort zu studieren. Jetzt trifft man in jedem Hause englisch sprechende Personen, Tie Badewärter und Badewärterinnen sprechen alle englisch, manche sogar recht gut; auch die Kutscher, Tienst- leute, Fahrstuhlschieber können wenigstens bis hundert in englisch zählen. Ein hier weilender Amerikaner hat in New- ?)orf t>en ersten Tom in Amerika zu erbauen, für 60 Millionen Dollars. Etwas verblüfft wurde er, als er neulich einen Städtchen in Oberhessen empfing. Im „Gieß. Anz.^ hatte jemand von dem Vorhaben des Amerikaners gelesen und flugs schrieb er einen Brief, wenn ber $err Amerikaner für 60 Millionen Dollar einen Dom er* baue, so könne er auch, etwas für eine Anstalt für allein* frebenbe Frauen thun, mit einem Betrage von 50 Tausend Lollars wäre für alles gesorgt. „Ihrer gefälligen geneigten


