Nr. 55 Zweites Blatt.
151. Jahrgang.
Mittwoch 6. März 1901
Redaktion, Expedition und
Druckerei- Schulstrahe 7.
Erscheint täglich mit UuSnahme deS MontagS.
Die Gießener Zamilien- Plätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Hess. Landwirt" und „Blätier fir Hess. Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt.
Uanahme von «nielgen Eber nachmtUag« für ben [genben Tag erfcfceinenben immer bi» Bonn 10 Uhr Abbestellungen fpüteflenl ebenbl vorher.
GietzenerAnzeiger
w General-Anzeiger v '**'
Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
vezugrpreir vicrteljädrl. Ml. 2.20, monatl. 75 Pfy. mit Bringe lohn: durch Die Abholestkllcn vierte'.jät)rl Mk. 1.90, monatl. 65 Pfg
Bei Postbezug vicrteljäbrl Mk. 2.00 ohne Bestellgeld. «Ne «nzeiaen-vrrminlung». steNen be» In- unb Ausland»« nrhinen rin zeigen für den Siebener Anzeiger entgegen. Setlenprei#. total 12
auvwürrS 20 Pfg.
Adresie für Depeschen: Anzeiger Siehrn.
FernsprcchanIchlußAr.51.
Nutzland setzt seinen Willen durch.
Ungeheure Heiterkeit wird in der Diplomatie die allen Ernstes durch die russische Telegraphenagentur in die Welt gesetzte Erklärung erregen, daß Rußland verleumdet worden ist. Man hat den Text einer russisch-chinesischen Vereinbarung über die Mandschurei in der auswärtigen Presse absichtlich verstümmelt, um Mißtrauen gegen Rußland zu erwecken. Das gute, ehrliche, selbstlose Rußland! Es will nichts für sich ergattern bei den Chinesen, sondern sogar die Mandschurei, wo es sich schon recht häuslich eingerichtet hatte, an China zurückerstatten. Diese Zurückerstattung hindert nicht, daß Rußland sich jede ihm nützlich erscheinende wirtschaftliche Berechtigung, Bau von Eisenbahnen, Bergwerksbetrieb usw. ausbedingt, und nach Erfüllung der Forderungen die Provinz, militärisch, räumt. Aber nicht nur von der Mandschurei ist in dem russisch-chinesischen Abkommen die Rede, sondern von einer Bevorzugung Rußlands auch in solchen chinesischen Gebieten, die andere Mächte, Deutschland, Englano, Japan, Als ihre Interessensphären betrachten. Rußland will überall mit an der Tafel sitzen, an der Spitze der Tafel. Mit der Erlangung des wirtschaftlichen Uebergewichts in der Mandschurei begnügt es sich nicht. Das ist es, was den Mächten nicht paßt. Dre Behauptung, der Text des russisch-chinesischen Vertragsentwurfs sei absichtlich verstümmelt wiedergegeben worden, erscheint so grotesk, daß man auf die Vermutung tommen könnte, chinesische Diplomaten hätten ihren russischen Kollegen mit dieser kühnen Erklärung ausgeholfen. Ob es richtig ist, daß die chinesische Regierung Japan die Abmachungen im Entwurf unterbreitet bat, wodurch sie zur Kenntnis der Mächte kamen, bleibe oapingeftelü; jedenfalls haben die auswärtigen Kabinette, hat insbesondere Deutschland, nicht auf Grund vager Gerüche, sondern auf Grund sicherer Thatsachen, Protest bei der chinesischen Regierung erhoben. Frankreich ist, aus begreiflichen Rücksichten, dem Protest nicht beigetreten.
Trotzdem außer dem Dreibund, England und Japan sogar die Vereinigten Staaten, die selbst gerne Sonderverhandlungen mit China pflegen, die chinesische Re- gierung vor dem Pakt mit Rußland gewarnt haben, wird ieser, nach einer Pekinger Meldung, dennoch, und zwar unverkürzt, von China unterzeichnet werden. Es erhellt daraus am besten, wie wenig von der russischen „Erklärung" ju halten ist.
Was werden nun die Mächte tfjun? Können sie die Niederlage ruhig hinnehmen? Die „Waffenbrüderschaft" bekommt einen argen Knacks. Vorläufig hält man sich an China. Japan verlangt bereits gleichwertige Vorteile, wie die Rußland gewährten, und was Japan recht ist, wird den «ruberen Mächten billig erscheinen. Also das Bild ist wieder einmal vollständig verändert. Rußlands Eigenmächtigkeit wirft all die schönen Programme von der „offenen Thür", von den gemeinsam geltend zu machenden, mit vereinter Kraft durchzusetzenden Forderungen usw. über den Haufen. Statt eines Friedensvertrages werden wahrscheinlich eine Reihe von Separatabkommen zwischen China und den Mächten geschlossen werden. Naturgemäß hat unter solchen Umständen derjenige die meisten Chancen, der sich dazu hält. Japan thut dies, die Vereinigten Staaten sind auch bisher in dieser Beziehung nicht müßig gewesen, England vergißt ganz gewiß seinen Vorteil nicht, und wenn Deutschland an feinen Prinzipien festhält, und diesen Separat-Handel verschmäht, so ist das zwar charaktervoll, — aber es bleibt für den Bescheidenen in der Regel nichts übrig. Die chinesische Regierung wird sich nur mit denen abzufinden suchen, die ihr hart zusetzen. Sie sagt sich wohl, daß sie auf diese Weife immer noch billiger davonkommt, namentlich was das bare Geld anbetrifft, als wenn sie die ursprünglichen Gesamtforderungen der Mächte einzulösen hätte.
Politische Tagesschau.
Das arbeiterfreundlichste Ministerium, das die dritte französische Republik je gehabt, hat fortgesetzt mit Schwierigkeiten zu kämpfen, die den sozialen Frieden des Landes zu gefähren drohen. Die Amtsthätigkeit deS ordengeschmückten Handelsmin'sters Millerand scheint die Siegeszuversicht der gewerkschaftlichen Organisationen erheblich gesteigert zu haben, und die verschiedenen Niederlagen einzelner Arbeiterkategorien in den wirtschaftlichen Kämpfen der letzten Zeit haben eine entmutigende Wirkung auf andere, zu Ausständen entschlossene Bereinigungen nicht ausznüben vermocht. Zu dem Streik der Bergarbeiter in Mvntceau leS-Mines hat sich jetzt die Niederlegung der Arbeit imHafen vonMarseille gesellt, einem der wichtigsten Stapelplätze für den überseeischen Handels- und Schifffahrtsverkehr Frankreichs. Hier ist es bereits zu Gewalt!hätigkeiten gekommen. Eine Gruppe von Seeleuten, die dem Matrosen- und Heizer-Syndikat angehören, durchzog in Marseille mit Fahnen die am Hafen liegenden Straßen und versuchte, die Mannschaften der im Hafen liegenden Schiffe zu bewegen, sich dem Ausstande an zuschließen, wobei es wiederholt zu Störungen der Ruhe und Ordnung kam. Eine Gruppe von 200 Ausständigen warf mehrere Lastwagen um, auf denen sich Waren befanden, die aus einem von Tunis kommenden Schiffe ausgeladen worden waren. Gen barmen zerstreuten die Ausständigen und verhafteten einen von ihnen. AIS man die von den Ausständigen umgewor- lenen Rollwagen mit Gemüseladungen aus Tunis wieder neu
beladen wollte, verursachten 2000 Ausständige Ruhestörungen. Die Polizei mußre die Wagen begleiten, die mehrere Male von den Ausständigen angehalten wurden, die den Pferden in die Zügel sielen, sich quer vor dieselben in den Weg legten und die Rollkutscher mit Steinen warfen. Mehrer- Personen wurden verletzt. Eine Anzahl von Verhaftungen wurden vorgenvmmen. — Die Regierung hat bereits einigen Kreuzern des Mitt.lm ergeschwaderS Befehl erteilt, sich bereit zu halten, um den Postdienst mit Algerien zu sichern, falls durch den Marseiller Ausstand der Postdienst unterbrochen werden sollte.
Mitte dieses Monats will, wie die Soziale Praxis rnit- teilt, der Ausschuß der Gesellschaft für soziale Reform in Berlin eine Sitzung abhalten, in der außer geschäftlichen Angelegenheiten und Stellungnahme zu Vorschlägen der Internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeitsschutz vor allem zwei wichtige Punkte, auf welche, die Gesellschaft ihre Thätigkeit zunächst richten will, besprochen werden sollen. Es sind dies die Errichtung eines Reichsarbeitsamtes, wozu Referate !vom ftüheren preußischen Handelsminister Frhm. v. Berlepsch und Reichstagsabg. Dr. Pachnicke erstattet werden, und die Verleihung der Korporationsrechte an die Arbeiterberufsvereine und ihre Befreiung von den Vorschriften der Gesetze über das Recht der politischen Vereine. Die Referate hierüber haben Reichstagsabg. Basser- mann und Arbeiter)efretär Giesberts übernommen. Wie die Soz. Praxis weiter berichtet, ist die Zahl der Mitglieder der Gesellschaft, sowohl was Einzelpersonen wie Vereine betrifft, ständig im Wachsen. Unter den Mitgliedern, die sich auf 102 Orte verteilen, seien besonders stark vertreten Staats- und Gemeindebeamte, Parlamentarier, Fabrikanten, Kaufleute, Professoren und 'Dozenten, Schriftsteller und Journalisten, Aerzte, Rechtsanwälte und Geistliche. Vereine seien bis jetzt insgesamt 56 der Gesellschaft beigetreten, und zwar neben einigen Arbeitgeber-, politischen und Bildungsvereinen vorwiegend die großen, nach vielen Tausenden zählenden nichtsozialdemokratischen Arbeiterverbände aller Richtungen, die christlichen Organisationen, der Zentralrat der Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine mit einer Anzahl von Gewerkvereinen, der Volksverein für das katho- lische Deutschland nebst vielen katholischen Arbeitervereinen, der Gesamtverband der evangelischen Arbeitervereine mit mehreren Ortsvereinen, ferner die Eisenbahnerverbände in Bayern, Baden und Westdeutschland, der deutsch-nationale Handlungsgehilfenverband, die freie kirchlich-soziale Konferenz, endlich mehrere Stadtverwaltungen. In einer Reihe größerer Städte: Leipzig, Dresden, Breslau, Hamburg, Köln, München, Frankfurt a. M. usw. werde die Gründung von Zweigvereinen der Gesellschaft für soziale Reform borbereitet Zur Zeit hat die Gesellschaft auf die Mitgliedschaft der Frauen verzichten müssen. Nachdem die konstituierende Versammlung am 6. Januar d. I. beschlossen hatte, diese Frage in den Statuten offen zu lassen, ist vom Berliner Polizeipräsidium der Bescheid ergangen, daß die Gesellschaft unter ben § 8 des preußischen Vereinsgesetzes falle, der die Frauen von der Teilnahme an politischen Vereinen ausschließt. Ihre Aufnahme wäre danach eine offene Verletzung eines Gesetzes gewesen, das, so veraltet und schädlich seine Bestimmungen auch sein möchten, gegenwärtig zu Recht bestehe. Zu einem solchen Bruch habe sich! der Vorstand nicht entschließen können, und infolgedessen habe an die 18 Frauen und 4 Frauenvereine, die sich bis Mitte Januar gemeldet hatten, eine entsprechende Mitteilung ergehen müssen. In welcher Weise in der Zeitschrift die Frauenbewegung hierzu Stellung genommen worden ist, haben wir bereits mitgeteilt. Vorläufig erbittet die Soz. Praxis die mittelbare Unterstützung der Frauen und ihrer Vereine für die Bestrebungen der Gesellschaft für soziale Reform durch ihre eifrige und erfolgreiche Thätigkeit für das Wohl des Arbeiterstandes, dem sie auch durch ihren Beitritt zu der Internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiter schütz zu dienen vermöchten.
Engländer und Buren.
In der deutschen Reichshauptstadt haben kurz nacheinander zwei große Volksversammlungen stattgefunden, in denen zu Gunsten der bedrohten Buren-Republiken Beschlüsse gefaßt wurden, die den gesetzgebenden Körperschaften übermittelt werden sollen. So edelmütig ein derartiges Vorgehen ist, praktisch bleibt es zwecklos. Denn es steht ja völlig außer Zweifel, daß die deutsche Regierung von ihrem Standpunkte nicht abgeht. Die unvermindert rücksichtslose Behandlung deutscher Reichsangehöriger durch die Briten in Südafrika, fordert u. E. weit mehr die öffentliche Kritik heraus. Selbst die „Köln. Ztg.", der doch Animosität gegen die Engländer sicher nicht nachgesagt werden darf, bringt jetzt einen Fall zur Sprache, wo ein Deutscher ins Gefängnis geworfen und bann nach Ceylon geschafft würbe, trotzbem ber beutsche Konsul in Natal durch amtlich es Schreiben bestätigte, daß jener Landsmann durch einen erzwungenen Dienst Wbie Buren die Neutralität nicht verletzte. Die „Köln.
' meint selbst, ber Fall erscheine ber befonberen Beachtung an zuftänbiger Stelle wert. Das Hemd sitzt uns wahrlich näher als der Rock, und ein nachdrückliches Eintreten ber öffentlichen Meinung für bie von ben Englänb^m ge- schäbigten unb terrorisierten beutschen Landsleute kann nur*
angethan sein, ben Vorstellungen unb Forberringen bc5 beut* chen Auswärtigen Amtes einen achtunggebietenden Hintergrund zu schaffen.
Gestern meldete uns ein Telegramm, wo und wie De W e t den Oranje überschritten hat. (Bgl. die Reutermeldung aus Colesberg in unserer gestrigen Nummer.) Es muh danach angenommen werden, daß die Engländer ihm de« Uebergang nur schwach verwehrten, daß sie ihm sogar Zeit ließen, einen Teil seines Trains hinüberzubringen. Wahrscheinlich war die Besatzung des Punktes nur ganz schwach. Vielleicht waren es die 80 Mann von Kitcheners Fighting Scouts, die nach Kitcheners Meldung von den Buren gefangen genommen wurden. Diese neueste Leistung stellt De Wets militärische Befähigung abermals in das glänzendste Licht. Trotz bewaffneten Widerstandes, trotz ber bebrohlichen Nähe ber Eisenbahn, auf ber schleunigst Verstärkung für ben Gegner hätte herbeigeschafft werben können, trotz bes hohen Wasferstanbes unb ber reißenben Strömung, enblich trotz ber Ermattung seiner Leute, bie kaum noch etwas zu brechen unb zu beißen gehabt zu haben scheinen, hat er nicht nur sein Kommanbo, fonbern auch bie Mehrzahl seiner Wagen burch ben Fluß gebracht. Aber freilich, diese Leistung kann nicht darüber Hinwegtäuschen, daß die ganze Operation De Wets ein Schlag ins Wasser gewesen rst, ja ihn sogar empsindlich geschädigt hat. Er ist fast all et Hilfsmittel beraubt und erschöpft zurückgekehrt und wird geraumer Zeit bedürfen, ehe er wieder aktionsfährg rst.
Amtlich wird aus Pretoria vom 4. d. M. gemeldet: D e Wet rückte auf Phillipolis (im Oranje-Freistaat) vor, wurde aber von britischen Truppen überholt und marschiert jetzt auf Fauresmith. Babington erbeutete eine Kanone, ein Pompomgefchütz, das bei Landfontein vergraben war. 33 Buren mit 50 Pferden wurden im Seacowsfluß gefangen. General Dartnell erbeutete ein Hotchkißgefchütz in ber Nähe von Piertretief, wo mehr als 50 Buren mit ihrem Kommandanten sich ergaben.
Die Nachricht des „Daily Expreß", Präsident Krüger habe als letztes Zufluchtsmittel versucht, in Petersburg unter Berufung auf die Haager Konferenz zu sondieren, aber eine unbefriedigende Antwort erhalten, ist vollkommen erfunden.
Im englischen Unterhause erklärte ber Kanzle» bes Schatzamts Hicks-Beach in Vertretung Chamberlains, die Frage, ob für den direkten Verlust, ben Transvaal erwiesenermaßen infolge bes Einfalls Jamesons erlitten habe, bie britische Regierung ober bie Kolonialregierung jetzt als Nachfolger Transvaals von ber sübafrikanischen Gesellschaft Ersatz verlangen könne, sei eine Frage, worüber bie Regierung bie Ansicht ber richterlichen Beamten einhole. Sobalb biese sich ausgesprochen hätten, werbe bie Regierung bie ganze Angelegenheit in Erwägung ziehen. Hicks-Beach sagte schließlich, er sei sehr froh, baß er Aussicht habe, Gelb zu erhalten, bas er nicht erwartet. — Dewar fragte an, ob Agenten ber Buren in ganz Belgi en eifrig Rekruten anwerben unb bie Regierung beabsichtige, bei Belgien freunbliche Vorstellungen zu erheben. Balfour ertoiberte, bie Regierung habe keine Mitteilung über solche Anwerbungen.
China.
Wie ber „Pall Mall Gazette" aus Peking ben 2. b8. gemeldet wird, wird der Kaiser Ende März zurückkehren. Die Leibwache des Kaisers versammelt sich bereits in ©in» ganfu. — Die Gesandten haben die Todesstrafe für 12weiterehoheBeamte verlangt sowie die Bestrafung von 90 Mandarinen in der Provinz. — Das befriebt* gende Fortschreiten der Verhandlungen hat bie Ernennung eines Ausschusses zur lieber* wachung ber Ausführung ber weniger wichtrgen Artikel des Friedensvertrages gestattet; nur der Artikel, betreffend die Revision der Handelsverträge verhindert den schleunigen Abschluß der Verhandlunaen. Die verschiedenen Regierungen vereinbaren bereits ben Charakter der Indemnität. ।
Die „Times" meldet aus Peking vom 3. März: Die Mächte, die an China gleichartige Vorstellungen gegen Verhandlungen mit irgend einer einzelnen Macht gerichtet haben, sind: England, Japan, Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Italien unb bie Vereint g- t e n Staaten. Gleichwohl besteht aller Grunb anzunehmen, baß China bas Abkommen mit Rußlanb unverkürzt unterzeichnen wirb, da ihm Rußland dasselbe in aller Form als unwiderruflich bezeichnete. Li-Hung-Tschang hat keiner Macht den Wortlaut der Uebereinhnrft mitgeteilt; auch ist keine Macht in der Lage gewesen, China irgendwelchen materiellen Beistand zu versprechen, wenn es die Unterschrift verweigerte.
In der ftanzöfischen Deputierten kammer richtete Destoumelles an die Regierung eine Anfrage wegen ber Angelegenheiten in China unb bekannte sich als Anhänger ber Solidarität zwischen den Mächten; aber Frankreich dürfe sich nicht Handlungen anschließen, die es als Irrtümer ansehen würde; es wäre richtig, die chinesische Regierung zu beruhigen, bie von guten Absichten beseelt zu sein scheine. Frankreich sollte sich nicht zu neuen militärische« Expebitionen hinreißen lassen. (Beifall.) Ter Minister bes Auswärtigen, Delcassee, erwidert, das von oer Kammer angenommene Programm fei das ber Regi^ung gewesen, bie nicht aufgehört habe, sich bamach zu ricksten , bie französischen Truppen müßten einzig und allem tä


