Nr. 234
Zweites Blatt.
151. Jahrgang
Samstag 5. Oktober 1901
Mittelpunkte dieser Erörterungen dürste die Haltung beider I Regierungen gegenüber der Balkanpolitik Rußlands stehen.
Es werden ohne Zweifel Fragen der Balkanpolitik sein, über die Kaiser Franz, Joses mit dem in Wien eingetroffenen König von Rumänien zu verhandeln gedenkt. Oesterreich-Ungarns auswärtiger Minister, Graf Go- luchowski, hatte bereits am Mittwoch mit dem rumänischen Gesandten in Wien eine längere Unterredung. Im
Deutsches Reich.
Berlin, 3. Okt. Der Kaiser horte im Jagdschloß Rominten vorgestern abend den Vortrag des Vertreters des Auswärtigen Amts und gestern nachmittag den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts. Die Dispositionen des Kaisers haben eine Aenderung erfahren. Der Monarch hat heute rwch nicht Rominten verlassen, sondern sein dortiger Aufenthalt wird sich! vermutlich bis Sonntag ausdehnen. In Hubcrtusstock wird der Kaiser am Vdontag erwartet.
in Der Kronprinz iH in Bad Krenth zum Besuche deZ Herzogs Karl Theodor eingetroffen.
—’ Tas Befinden des Grasen Waldersee hat sich in den lebten Wochen wesentlich günstiger gestaltet. Ter Generalsclomarschall gedenkt, Ende nächster Woche von Schloß 1 Lautersbach nach Hannover überzufiedeln.
messt
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Politische Tagesschau.
Em China-Erinnenlngsfest.
Unter dem Vorsitz des Grafen Waldersee findet am 17. Oktober im Hotel „Kaiserhof" zu Berlin, wie uns heute aus Berlin gemeldet wird, eine Vereinigung der Offiziere. '.Sanitätsoffiziere und der Beamten des Heeres
Oesterreichs-Ungarn und Rumänien haben hier gemeinsame Interessen, sie sind gleichermaßen durch das Vordringen des russischen Einflusses in den Balkanstaaten in Mitleidenschaft gezogen. Es ist bekanntlich im Sinne einer Niederlage der Wiener Diplomatie ausgelegt worden, daß die russisch^-pomslavistische Agitation sich in Rumänien breit macht, daß eine russische Kriegsflottille in den Häfen der unteren Donau „demonstrieren" durste, obgleich das Petersburger Balkau-Uebereinkommen von 1897 die Einflußsphäre Oesterreichs-Ungarns und Rußlands genau abgrenzt, lieber das Memorandum, das Gras Goluchowski bezüglich dieser Vorgänge nach Petersburg gerichtet haben soll, schwieg sich die Wiener offiziöse Presse bisher aus, was in Bukarest nicht gerade angenehm berührte, vielmehr den Wunsch nach einer Rücksprache mit dem österreichischen Minister des Auswärtigen angeregt haben mag. Teutschf- land steht der Entwickelung dieser Frage nicht ohne Anteilnahme gegenüber, weil der König von Rumänien mit Recht sür einen entschiedenen Anhänger des Dreibunds gilt. Die Vermutung übrigens, daß Rußland politische Verwicklungen mit Rumänien herbeizusühren trachte, dürfte schon deswegen unbegründet fein, weil vor kurzem erst der Großfürst Alexander Michailowitsch dem rumänischen Hofe einen Besuch ab stattete. Und noch weniger zutreffend erscheint die Annahme, bei der Monarchenbegegnung in Wien werde König Karol den Herrscher Oesterreich-Ungarns für den Abschluß eines österreichiscbf-rumänisch^griechischen Sonder- bündnisses zu interessieren suchen. Das hieße oie politische Bedeutung Griechenlands überschätzen. Die Regenten Rumäniens und Griechenlands haben sich allerdings unlängst in Abbazia freundschaftlich begrüßt. Doch politisch,e Abmachungen sind dabei schwerlich getroffen worden. Es ist auch beim besten Willen nicht zu ersehen, welche Vorteile ein Bündnis mit Griechenlavo den beiden anderen Staaten bringen könnte.
Bom Burenkriege.
Man meldet aus London: In militärischen Kreisen wird die Lage in Südafrika im Lichte von Kitcheners letzten offiziellen Depeschen äußerst pessimistisch aufgefaßt. Man hebt hervor, daß die Buren bei allen gemeldeten Gefechten die Angreifer waren und daß die Gefechte stets mit dem Rückzugder Engländer endeten, so wahrscheinlich auch bei Moedwill, wofür die großen Verluste der Engländer und der Umstand, daß sie ihre Verwundeten nach Ruftenburg schaffen mußten, sprechen. Man findet die Lage sehr ähnlich derjenigen beim Ausbruch des Krieges. Herr Kitchener stellt freilich den Ueber- fall von Moedwill ganz anders dar. Er meldet: Oberst Kekewich berichtet folgende Einzelheiten über den Angriff der Buren auf sein Lager. Vor Tagesanbruch war eine Patrouille von Aeomanry-Leuten ausgesandt worden, die den vorrückenden Feind traf; sie gab ein WarnungszeichM, jedoch zu spät, um zu verhindern, daß die Abteilung überrumpelt wurde. Dadurch vermochten die Buren sich einer Stellung zu bemächtigen, die ihnen in günstiger Schußweite eine günstige Deckung bot. Von dort überraschten sie das Lager mit einem heftigen Feuer, während zugleich Flankenangriffe von beiden Seiten erfolgten. Tie ganze Abteilung Kekewichs hielt sich unter schwierigen Umständen sehr tapfer. Der Angriff mürbe nach mehr als zweistündigem Kampf abgeschlagen. Tie Buren verbrauchten gewaltige Mengen Munition und müssen schwere Verluste erlitten haben. Die Mannschaften Fetherstonhaughs sind jetzt mit denen Kekelvichs in Fühlung. Dieselben nehmen die Verfolgung des Feindes auf." Die etwa 40 Verwundeten, über die noch bestimmte Nachricht gefehlt hat, werden heute nadji Ruftenburg gesandt.
Nach Telegrammen aus Durban werden an der Grenze von Nord-Tatal und Zululand eiligst britische Truppen konzentriert. Unter den per Hahn nach der Front abgehenden Regimentern befinden sich Oberst Bethunes berittene Brigade, die dritten und siebenten Dragoner, das vierte Bataillon der Jmperial-2-eomanry, mehrere Bat- terieen reitender Artillerie und eipe Pompom-Sektion. Aus diesen Vorbereitungen schließt man, daß die Behörden durch Bothas Operationen total überrascht wurden und sie mit großer Besorgnis betrachten. Die Zensur unterdrückt den wahren Sachverhalt.
Der unter der Anklage der Spionage und des Hoch Verrats vor Gericht gestellte frühere dritte Staatsanwalt der Südafrikanischen Republik Broeksma, der Vermittler zwischen den im Felde stehenden Buren und Dr. Leyds und Dr. tfrau)'e gewesen ist, ist der genannten Verbrechen für schuldig befunden und, wie wir bereits melden mußten, Montag früh erschoss en worden. Ob Broeksma der ihm vor geworfenen Verbrech,en wirklich schuldig war, entzieht sich vorerst der Beurteilung — das haben die Richter, die den Todesspruch über ihn verhängt haben, mit ihrem Gewissen abzumachen. Die Anklage gegen Dr. Krause kommt am nächsten Montag wieder zur Verhandlung.
und der Flotte statt, die am Chinazuge teilgenommen haben. Der Generalguartiermeisher des deutschen China-Expedi- tionsLorps, Generalmajor Frhr. b. Gayl, erläßt soeben die Einladungen dazu.
Der Gedanke, die Erinnerung an diesen ersten deutschen Feldzug über See auf diese Weise dauernd wachzuhalten — die Offiziere usw. werden sich alljährlich am 17. Okt. in Berlin versammeln —, ist in China selbst angeregt worden. Auch die Offiziere des französischen Chinakorps wollen zu gleichem Zweck an einem bestimmten Tage im Jahre sich vereinigen, und es ist vorauszusehen, daß die in China geschlossene „Waffengemeinschaft" zwischen Deutschen und Franzosen zu einem Telegrammwechsel bei den Erinnerungsiesten führen wird. Stammte doch auch eine der erftjen Begrüßungsdepeschen, die an den kürzlich von China heimgekehrten General Boyron bei der Ankunft in Frankreich gelangten, vom Grafen Waldersee. Tie Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich fahren dabei sicherlich nicht sch-lecht — eine Wirkung der China- Wirren, die allseitigen Beifalls gewiß sein kann.
Nicht darüber hinaus!
Tie Oesfentlichieit ist bisher im Unklaren darüber gelassen worden, wie sich das Zentrum zu den künftigen Getreidezöllen stellt, und auch der „Katholikentag" hat eine präzise Antwort auf die Frage „Wie hoch?" nicht gegeben. Das bayerische Zentrum möchte aber gern von der Regierung wissen) wie diese das schwierige Zolltarif- Problem zu behandeln gedenkt. Aus der Rede des bayerischen Ministerpräsidenten Graf Crailsheim in der Kammer der Abgeordneten zur Interpellation des Zentrums, betreffend die Stellung der bayerischen Regierung zum Zolltarif (vgl. Deutsches Reich) ist der Satz hervorzuheben, daß die bayerische Regierung für die Getreidezölle des Tarifentlyurfs eintreten wirb. Also nicht für die von den Vertretern der Landwirtschaft geforderte weitere Erhöhung der Getreidezölle. Man hatte in agrarischen Kreisen stille Hoffnungen darauf gesetzt, daß die eine oder andere Bundesregierung die neuen Kornzölle als unzureichend betrachten und sich für einen höheren Satz verwenden werde. Nach den Erklärungen des Grasen Crailsheim muß solche Hoffnung als zerronnen gelten. Selbst eine gewiß agrarfreundliche Negierung wie die bayerische hält den „namhaft erhöhten Zollschutz für landwirtschaftliche Erzeugnisse", wie ihn der Zolltarifentwurf vorschlägt, für das Maximum. Der .Entschluß- nicht darüber hinauszugehen, prägt sich im folgenden deutlich aus: Tie Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle finde ihre Grenze in der Rücksichtnahme auf die Gesamtheit der Konsumenten wie auf die Möglichkeit des Abschlusses langfristiger Handelsverträge. Es ist sehr anerkennenswert, daß bei dieser Gelegenheit, zumal von autoritativer Stelle, nachdrüÄich von der Rücksichtnahme auf die Konsumenten gesprochen wird! Von der großen Masse der Verbraucher ist in amtlichen Kundgebungen zum Zolltarif bisher herzlich wenig die Rede gewesen. Die Regierung wird f e st bleiben in Bezug auf die vorgeschlagenen Getreidezölle; diese Sicherheit kann aus der Erklärung des Grafen Crailsheim entnommen werden. Unter diesen Umständen dürfte auch die Reichs- tagsmehrheit nicht über die Getreidezollsätze das Tarifs hinausgehen. Dagegen scheint sich das Zentrum, speziell der bayerische Teil desselben, stark für eine Erhöhung der Hopfen-und Gerstenzölle engagieren zu wollen. Hier erscheint eine Konzession seitens der Regierung nicht ganz ausgeschlossen, beim sowohl Graf Crailsheim wie der bayerische Finanzminister Frhr. v. Riedel „warnten" nur
vor einer „allzugroßen" Erhöhung jener Zölle. Tie Bierbrauereien haben allen Anlaß, auf dem Posten zu bleiben; ebenso wird dem Publikum die Möglichkeit einer Bierverteuerung kaum gleichgiltig sein.
Fürst Herbert Bismarck
hat sich in diesen Tagen mit seiner Gemahlin in Berlin und Frankfurt aufgehalten. Er steht im Begriff, sich nach, Baden-Baden zu begeben. Die großen Berliner Blätter und ebenso die „Frtf. Ztg." nehmen von dem Kommen und Gehen des Sohnes des Altreichskanzlers mit einer Zeile Notiz, das ist alles. Nirgends wird mehr geglaubt, daß Fürst Herbert nochmals eine Rolle in der Regierung spielen werde oder für einen Botschafterposten in Frage komme. Fürst Herberg selbst scheint mit dem Gedanken daran völlig abgeschlossen zu haben und nur noch nach dem Lorbeer des Parlamentariers zu streben. In dieser Eibenschaft aber dürfte er in der kommenden Reichstagssession von sich reden machen, denn es ist die Auffassung konservativer und agrarischer Kreise, daß gerade Fürst Herbert vorzüglich geeignet sei, als Vertreter der „Bis- marck'schen Traditionen in der Zollpolitik^ die Führung zu übernehmen. Graf Bülow und Fürst Herbert stehen nicht eben auf gutem Fuße. Das trat nach der Rede Bülows zur Einweihung des Berliner Bismarck^Denkmals in Erscheinung, eine Rede, die kurz darauf von Bismarck Sohn, keineswegs in anerkennendem Sinne öffentlich glossiert wurde. Fürst Herbert, obschon wildkonservativ, wird im Kampf um die Zölle vielleicht eine ähnliche Aufgabe haben, wie Graf Limburg-Styrum als Führer der Kanal-Opposition und Regierungsopposition.
König Karol in Wien.
Kess. Kauptverein des evangel. Wundes.
(Originalbericht des „Gieß. Anz.")
Sd. Wörrstadt (Rheinhessen), 2. Okt.
Der Hessische Hauptverein des Evangelischen Bundes hielt gestern und heute hier seine 6. Landesversammlung ab. — Am Dienstagabend fand die vorbereitende Vorstandsund Abgeordneten-Sitzung, am Mittwoch früh die Sitzung des Hilfsausschusses für die evangelische Bewegung in Oesterreich statt. Am Mittwochvormittag wurde Festgottesdienst abgehalten, bei dem Pfarrer Rückert-Darmstadt die Predigt über das Ev. Lukas K. 19 V. 26 hielt. Den Altardienst versah Pfarrer ReinbachWörrftadt.
Hieran schloß sich um hall) 12 Uhr die Hauptversammlung unter Vorsitz des Lic. Waitz-Darmstadt. Lic. Waitz: Mit Freude sei die stetige Zunahme des Bundes und die Neugründung eines Zweigvereins in Worms, sowie der Beitritt einer Anzahl weiterer Vereine zu begrüßen, wenn auch ein hessischer Kreisrat den Evang. Bund als einen politischen Verein bezeichnet habe (v. Hahn-Oppenheim). Tie Osnabrücker Katholiken-Versammlung fordere zu einem neuen Kulturkampf heraus.
Nan-Lns des Badischen Hauptvereins brachte Pfarrer Daublcin-Hohensachsen Grüße des Bruderbundes.' Er mahnt zum encen Zusammenschluß im Kampf gegen die katholische Kirche, oie keinerlei Sck)onung verdiene; man müsse auch immer mehr auf Schaffung eines echten deutschen, evangelischen höchsten Fürstenthrones hinarbeiten, da der jetzige Purparmantel anscheinend zu oft in Marialaacher Weihrauch getauchr werde, um ihn vor Mottenfraß zu schützen. Er hoffe durch gemeinsame Arbeit die großen Ziele zu er- r eichen.
Der Jahresbericht giebt Aufschluß Über den günstigen Stand und die Verhandlungen des deutschen Hauptvereins, insbesondere der hessischen Zweigvereinö, deren es jetzt 33 giebt und zwar 14 in Starkenburg, 9 in Oberhessen, 10 in Rheinhessen; 3 neue Vereine sind hinzugekommen. 'Die Mitgliederzahl beträgt- jetzt 6224 1700 mehr wie im Vor-
zahre. Die allgemeine Thätigre^ war sehr lebhaft, besonders in der evangelischen Gemeindepflege, durch Festspiele, in der Diaeonie und Presse. — Bedauerlich fei eine Anzahl von in katholischen Blättern geschehener Angriffe. Bedauerlich sei auch hie Lässigkeit einiger Zweigvereine. Dem Verein Mombach werden weitere 15o Mk. zur Unterstützung der Gemeindepflege zugesagt. Oberkonsistorialsekretär Sonne regte an, daß man mehr wie seither kirchliche Bücher den Volksvücherhallen zusühre und erkennt im allgemeinen die Unterstützung der hessischen Presse- an. — Kaufmann Rummel erstattete den Kassenbericht, der einen Ueberschuß . n 2082.04 Mk. oder 480.50 Mk. mehr wie im Vorjahre aus- weist Dem Rechner wird besonderer Dank und Entlastung für seine Mühewaltung.
Hierauf hält Dekan GroschKaftel einen Vortrag über römische Wiedertaufen in Hessen. Er führt üier Fälle in Hessen an, in denen die Wicdertause, teils mit, teils ohne die Billigung der Behörde vollzogen worden sei. Folgende Resolution wird einstimmig angenommen:
„Tie Hauptversammlung nimmt davon Kenntnis, daß in der neueren Zeit bei üebertritten Evangelischer zum katholischen Glauben die Taufe wiederholt wird. — Die Hauptversammlung sieht in diesem Verfahren, das im Widerspruch mit der uralten Tradition und den kanonischen Vorschriften der römischen Kirche steht, eine Wertlosertlürung der Evangelischen Taufe, eine absicht- liche Herabsetzung der evangelischen Kirche, die Lösung eines Bandes, welches seither noch die Kirchen verknüpft und ein weiteres Glied in der Kette von Störungen des konfessionellen Friedens. Wir müssen dies aus religiösen und vaterländischen Gesichtspunkten aufs Tiefste beklagen."
Dem Mittagessen folgte die öffentliche Festversammlung. Die Begrüßungsrede hielt Pfarrer Reinhardt. Pfr. Dr. Weitbrecht-Wimpfeu verbreitete sich über „Römische Toleranz", indem er erklärte, daß dieser Titel ein Druckfehler sei, denn es gäbe keine römische Toleranz. Redner führt u. a. besonders aus Oesterreich viele Beispiele an, in der Behörden zu Schmähungen der evang. Kirche ihre Unterstützung leihen; so habe ein Schmähartikel in einem katholischen Blatt in Wien gegen die Evang. Kirche ohne Anstand die Presse passiert, während kurz darauf derselbe Artikel, in dem man nur das Wort katholisch ftatt evangelisch gesetzt habe, einem Redakteur in Linz eine empfindliche'Strafe eingetragen habe und das Blatt sei konfisziert worden. Hieran schlossen sich Ansprachen des Pfarrer Loos in Gr. Umstadt über die evangelische Bewegung in Böhmen und des Pfarrers Wolf in Rumpenheim über die evangelische Bewegung in Steiermark und es wurde auf Vorschlag des Hofpredigers Ehrhard-Darmstadt folgende Resolution angenommen:
„Die evangelische Bewegung in Oesterreich, welche durch ihren religiösen Ernst immer größere Erfolge erzielt, verdient die volle Liebe der reichsdeutschen Glaubensgenossen. Es ist dringend zu wünschen, daß die zahlreichen Bittgesuche der neu sich bildenden Gemeinden und Geistlichen um Beihilfen zum Bau von Gotteshäusern befriedigt werden. Tie Landesversammlung des evangelischen Bundes richtet daher an alle Evangelischen des Laydes das dringende Ersuchen, den hessischen Hilfsausschüß für die Bewegung noch thatkräftiger als seither zu unterstützen."
W @ Annahme von Anzeigen
GichenerAnztiger
General-Anzeiger ”
Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Eichen MZZ
_____________________________________________' __________________________ VJ zeigenteil: Hans Beck.


