** Auszeichsu»-. Dem Jntendantursekretär Selzer vom Arrnee-Obeckommando in Ostasien wurde der kgl. Kronenorden 4. Klasse verliehen.
** Wichtig für Rekntte«. Die zur Ableistung ihrer Militärpflicht demnächst einrückenden Rekruten werden gut thun, ihre Quittungskarten über die bezahlten Beiträge zur Alters- und Invalidenversicherung, soweit sie solche be- sitzen, sorgfältig aufzubewahren, da dieselben uach der Ent- laffung und bei Wiedereintritt in versicherungspflichtige Beschäftigung abzugeben sind. Die Militärdienstzeit wird den Versicherten so angerechnet, als hätten sie während dieser Zeit ihre Beiträge bezahlt.
•• Automobilwagen für die Landbestellung. Die Reichspostverwaltung beabsichtigt dem Vernehmen nach, die Automobilwagen demnächst auch zur Erleichterung und Beschleunigung der Landbestellung zu verwerten. Es sollen zunächst in einzelnen Oberpost-Direktionsbezirken bei mehreren Postämtern, die einen besonders ausgedehnten Landbestellbezirk haben, solche Wagen probeweise in Dienst gestellt. Diese ermöglichen dann auch die Zustellung umfangreicher, bisher durch die Landbriefträger nicht zugetragener Packele, Kisten 2c.
•• Laudesversammlung des hessischen Bauernstandes. Für Sonntag den 15. Sept., ist, wie wir bereits kürzlich erwähnt haben, die Abhaltung einer Landesoersammlung des gesamten hessischen Bauernstandes in Darmstadt (Saalbau) zwecks Stellungnahme zum Zolltarif geplant. Die Versammlung wird gemeinschaftlich von dem Präsidenten bezw. Vertretern des hessischen Laedwirtschaftsrats, der landwirtschaftlichen Provinzialvereine, des hessischen Bauernbundes, des hessischen Bauernvereins und der hessischen Abteilungen des Bundes der Landwirte einberufen. Der Vorsitz ist dem Geh. Regierungsrat Haas- Darmstadt übertragen worden. Bei der großen Bedeutung der Frage für die Landwirtschaft darf auf eine Massenbeteiligung der hessischen Landilürte gerechnet werden.
** Verhaftung. Gestern wurde der Thäter des am Sonntag in der Nähe des Philosophenwaldes verübten Sittlichkeitsattentats, von dem wir in unserer Nr. 206 berichteten, in der Person eines in Wieseck bediensteten Schreinergesellen, Namens Stahl aus Halle a. S., verhaftet.
4- Bermuthshain, 3. Sept. Zur Feier des Sedanlag e8 unternahm gestern unsere Schuljugend einen Spaziergang auf die umliegenden Höhen. Abends wurde von den Schülern auf dem nahen Berge „Hillerich" ein Freudenfeuer angezündet, das weithin sichtbar war.
!. Laubach, 3. Sept. Zur Feier des Sedanfestes fand vormittags Festgottesdienst statt, in dem Pfarrer Volp auf Grund von 1. Mos. 32, 1—7 über das große und schwere Bekenntnis „Gebt unferm Gott allein die Ehre!" predigte. Abends fand eine allgemeine Feier im Schützenhof statt, die Bürgermeister Jochem mit einem Hoch auf Kaiser und Großherzog eröffnete. Sodann hielt Pfarrer Volp die Festrede, in der er, damit die großen Ereignisse vor 31 Jahren recht verstanden würden, die Zerfahrenheit des Deutschtums in den letzten drei Jahrhunderten in großen Zügen schilderte, um dann die große Zeit vor 31 Jahren zu feiern. Er schloß mit einem Hoch auf's Vaterland. Unter patriotischen Gesängen flössen rasch die Stunden dahin.
):( Lauterbach, 3. Sept. Gestern vormittag gegen 7 Uhr brach im Wohnhause des Johs. Schmidt III. zu Maar auf bis jetzt unaufgeklärten Weise Feuer aus, das jedoch, nachdem, der Dachstuhl verbrannt war, gelöscht werden konnte.
1. Ruppertenrod, 3. Sept. Gestern nachmittag hat sich der 69 Jahre alte Briefbote i. P. Balthaser Philippi in seiner Wohnung erhängt. Der Grund zu der That soll in einem körperlichen Leiden zu suchen sein.
Rieder Ramstadt, 2. Sept. Die hessische Anstalt für Epileptische Viktoria-Melitta-Stift feierte am Sonntag ihr erstes Jahr esse st. Die Festrede hielt Pastor Kuhlo, ein Mitarbeiter an der v. Bodelschwingh'schen Anstalt Bethel. Die Feier wurde durch Vorträge der Posaunenchöre von Klein- Linden, Lang-Göns und der Firma Wacker u. Dörr in Darmstadt (insgesammt 40 Bläser) verschönt. Die Anstalt hat seit dem 1. Oktober 1900 schon 26 Kranke aufgenommrn.
k. Friedberg, 3. Sept. Bei der gestern stattgehabten Stadtverordnetenwahl erhielten nach dem heute bekanntgewordenen Resultat für Friedberg folgende Herren Stimmen: 1) Karl Damm 706, 2) Wilhelm Fertsch 695, 3) Fabrikant Langsdorf 698, 4) Müller Dietz 642, 5) Georg Falk 595, 6) Schreiner Valentin 591, 7) Georg E. Hanstein 550, 8) Karl Scriba 515, 9) Karl Trapp 508, 10) Heinrich Rausch 412, 10) Schreiner Busold 375. Für Fauerbach: 1) Loth 610, 2) Philippi 610, 3) Thomas 585, 4) Bopp 434. Das Resultat ist zum teil recht überraschend, und allerseits hört man viel hin und her reden. Man sieht erfreute und betrübte Gesichter je nach dem erwarteten Erfolg.
? Vilbel, 3. Sept. In der Nacht vom Sonntag auf Montag fand auf unserer Ortsstraße eine Schlägerei statt, bei der das Messer die Hauptrolle spielte. Zwei Personen erhielten hierbei Stiche in den Unterleib und in die linke Seite. Die Verletzungen sind gefährlich. Der eine der Verletzten hat bis jetzt das Bewußtsein noch nicht roieber erlangt. Er befindet sich im hiesigen Hospital. Die beiden Thäter wurden verhaftet.
Finthen, 1. Sept. Die hiesigen Bäckermeister haben sich in Mainz Zirkulare drucken lassen, nach denen der Backpreis für Zwetschenkuchen, mit Rücksicht auf die gesteigerten Holz- und Kohlenpreise, auf 20 Pfg. erhöht ist. Auch werden von Seiten der Bäcker keine Kuchenbleche mehr gestellt.
Frankfurt a. M., 3. Sept. Zwischen dem Ingenieur Walter und dem Leutnant Weiland vom 168. Inf., Regiment in Offenbach kam es heute nachmittag zu einem blutigen Zusammenstoß. Anlaß war eine Beleidigungssache, in der Ingenieur Walter hier von einem hiesigen Fräulein zu einem Sühnetermin geladen war. Beide Parteien erschienen, der Offizier begleitete das Fräulein als Zeuge. In dem Büreau des Schiedsmannes fam es zu einer erregten Auseinandersetzung. Vor dem Hause griff der Assessor den Offizier mit Stockschlägen an. Der Ueberfallene zog den Säbel, hieb auf den Gegner ein und verwundete ihn. Ein Schutzmann brachte die Gegner auseinander. Nachdem der
Name des Offiziers festgestellt war, nahm der Beamte den stark am Kopf blutenden Walter mit zur Revierwache. Dort wurde dsm letzteren zunächst ein Notverband angelegt, wobei sich herausstellte, daß die Verletzungen, u. a. ein ziemlich starker Riß über die eine Wange, in keiner Weise gefährlich sind. Walter wurde, nachdem er über den Vorfall die nötigen Mitteilungen gemacht, sofort wieder entlassen.
Frankfurt, 1. Sept. Ter hiesige Verse in zur Förderung des Fremden-Verkehrs hat beschlossen, einen Bund deutscher Verkehrsvereine ins Leben zu rufen, um mit vereinten Kräften zum Wohl der deutschen Städte und Bäder, klimatischer Luftkurorte re. wirken zu können. Es soll zu dem Zweck eine „Illustrierte Deutsche Städte-Zeitschrist" begründet werden, welche monatlich in deutscher, englischer und französischer Sprache erscheinen soll. Die Verbreitung des Blattes soll unentgeltlich geschehen. Der erste Verbandstag der deutschen Verkehrs-Vereine .wird in der Zeit vom 10. bis 13. Oktober in Frankfurt stattfinden.
Wiesbaden, 3. Sept. Die Großfürstin Alexandra Josiphowna traf gestern vormittag zu längerem Kurgebrauche hier ein und nahm wie alljährlich im „Park-Hotel" Wohnung.
Wiesbaden, 3. Sept. Den Verlust von 6 2 00 Mark kündete ein Inserat in den hiesigen Zeitungen an. Der Verlustträger, dem die Summe am Freitag auf dem Wege von der Adolfshöhe bis zur Albrechtsstraße abhanden gekommen war, versprach gleichzeitig eine angemessene Belohnung, aber der „ehrliche Finder" wollte sich nicht melden. Gestern ging nun an der in den Inseraten bezeichneten Stelle ein anonymer Brief ein, in welchem mitgeteilt wurde, daß das Geld von einer armen Familie gefunden worden sei, und um Angabe des Verlierers, sowie der Hohe der Belohnung unter einer Deckadresse ersucht wurde. Nunmehr scheint sich aber doch das böse Gewissen genährt zu haben, denn sowohl der „ehrliche Finder", ein 15jähriger Kaufmannslehrling, als auch der Herr „Anonymus", welcher die Summe nach seiner Angabe in Verwahrung genommen hat, fanden 'sich gestern in der angegebenen Wohnung ein, um die ausgesetzte Belohnung in Empfang zu nehmen, ohne indes die 6200 Mk. mitzubringen. Dieser Fall dürfte noch einige für die beteiligten Finder recht unangenehme Erörterungen nach sich ziehen, da das Gesetzbuch jeden mit Strafe bedroht, der Fundgegenstände im Wert von über 3 Mk. nicht „unverzüglich" bei der zuständigen Polizeibehörde anmeldet.
** Kleine Mitteilungen au» Hessen und den Nachbarstaaten In der Nähe von Ludwigshafen schoß am vergangenen Donnerstag der Arbeiter Karl Diehl aus Kaiserslautern auf eine aus der Fabrik heimkehrende Frau dreimal aus bem Hinterhalte unb brachte sich hierauf selbst brei Schüsse bei. Beibe sinb tobtlich verletzt. Verschmähte Liebe soll bie Ursache zur That bilben. — In Heppenheim an ber Bergstraße würbe einer Witwe von ihrem erwachsenen Sohn, an bem schon früher Spuren von Geisteskrankheit wahrzunehmen waren, bie Nase abgebissen. Die Ueberftihrung bes Kranken in bie Irrenanstalt, bie früher schon in Frage ftanb, würbe nunmehr alsbalb vorgenommen. — In Kastel versuchten böse Buben bas auf bem militärischen Kohlenhof stehenbe Schilberhaus, vor bem nur nachts ein Posten steht, in Brand zu setzen, nachbem sie es vorher mit Heu gefüllt hatten. Das Feuer konnte rechtzeitig gelöscht werben. — Bei Wörrstabt würbe einem Jagbaufseher von einem unvorsichtigen Hühnerschützen ein Auge ausgeschossen. — Aus ber Strafanstalt Ziegenhain ist ber Zuchthausgefangene Antowiak entsprungen. — In Gaulsh eim ist ber Geschäftsführer einer auswärtigen Baufirma mit 800 Mk., bie er ben Arbeitern auszahlen sollte, buufjgegangen. — In Arnsheim hat sich ber lebige Küfermeister Dick, wie man glaubt, aus Liebesgram erhängt. — In Rixfeld wurde an Stelle des freiwillig aus dem Amte geschiedenen seitherigen Bürgermeisters Weiß, der Landwirt H. Rahn 2, einstimmig mit 60 Stimmen zum Bürgermeister gewählt.
Handel md Verkehr. Volkswirtschaft.
Köln, 2. Septemb. Der Halbzeugoerband teilt durch Rundschreiben mit, daß die für die ersten drei Viertel dieses Jahres gewährte Ausfuhrvergütung auch für das vierte Vierteljahr bewilligt werden soll. Dieselbe betragt wie bisher 15 Mk. für die Tonne bis zur Hohe von 33‘/3 Prozent der im vierten Vierteljahr von den Werken des Halbzeugverbandes bezogenen Meiigen weichen Flußeisens. Das Kohlen-Syndikat trägt hiervon 5 Mk. für die Tonne. Von der Voraussetzung, daß die Abnehmer für den Verkauf ihrer genannten Erzeugnisse, also auch für die Ausfuhr, zu festen Verbänden sich vereinigten, nimmt der Halbzeugverband auch diesmal noch Abstand, bemerkt aber, daß das Kohlen-Snndikat ausdrücklich erklärte, auf seine fortgesetzte Mitwirkung bei den Aussuhr- vergütungen werde nur dann zu rechnen sein, wenn die Verbands- bildungen weitere Fortschritte machen.
Berlin, 2. Sept. Tie Getreidefirma Julius Michaelis junior ist durch Konjunkturoerluste in Gerste und Mais in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Die Passiva sind nicht sonderlich umfaimreid). Ter Fall ist für den Platz ohne größere Bedeutung.
Berlin, 2. Sept. Der Inhaber der Getreide- und Versicherungsfirma Louis Stargardt hat sich wegen Familienverhältnisse, Geschäftsrückgang und Verluste im Getreidegeschäfte erschossen.
— Der bei der Firma Lederer, Spiritusaktiengesellschaft in Jungbunzlau angestellt gewesene Kassierer Grab ist nach Unterschlagung von 120000 Kr. flüchtig geworden. Ter Kassierer hatte an der Börse spekuliert, verloren und die entstandenen Differenzen mit auf den Namen seines Chefs lautenden gefälschten Wechseln gedeckt.
— Die Aktieu-Gesellfchaft Hotel Römischer Kaiser tu Dortmund hat ihre Zahlungen eingestellt. Das „Berl. Tagebl." meldet dazu, daß der T r e b e r k r a ch nicht ohne Einfluß auf die jetzige finanzielle Lage der Gesellschaft geblichen ist. Tie Dortmunder Aufsichtsratsmitglieder Otto, wie auch der Rittergutsbesitzer Th. Schulze-Dellwig hatten einen ganz erheblichen Besin an Aktien des Römischen Kaiser. Schulze-Dellwig gehört dem Aufsichtsrat der Gesellschaft an.
Coburg, 1. Sept. Hier wurde eine Vereinigung deutscher Flaconglashütten gegründet. Es wurde beschlossen, Preise und Aufschläge festzuhalten wie bisher, eine Preiserhöhung späteren Beratungen vorzubehalten und für gewisse Artikel Minimalpreise einzuführen. Es sollen geeignete Maßregeln getroffen werden, um den PreisuMerbietungen der Abnehmer „wirksam" entgegenzntreten. Auch wurde die Begründung einer gemeinsamen Zentralstelle mit dem Sitze in Coburg ins Auge gefaßt. Weiter soll versucht werden, eine allgemeine gleiche Regelung der Bedingungen für die Zurücknahme der Emballage herbeizufuhren.
Wicu, 3. Sept. TerVerwallungsrat der Oe st erreicht sch en Schn cker tw er ke beschloß, der Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 7 Prozent nach reichlichen Abschreibungen vorzuschlagen, und den aus den im Baue begriffenen städtischen
Elektrizitätswerken resultierenden Nutzen in die Bilanz nicht ein- zustellen.
Maluz, 3. Sept. Die ausgelostcn städtischen Schul do er- chreibungen des 3'/,prozenttgen Anlehens Lit. L. werden von heute ab auf der Stadtkaffe zuruckbezahlt. Werden die Beträge der gezogenen Schuldverschreibungen nicht erhoben, findet eine Weiterverzinsung nicht mehr statt.
Arbeiterbewegung.
Rcwyork, 1. Sept. Tie „Amalgamated-Association* erzielte einen neuen Erfolg, da cm großer Teil der gelernten Arbeiter der Carnegiewerke streiken. Es ist indeffen noch nicht sest- zustellen, inwieweit der Betrieb leidet, ^Hoffer ist inzwischen die Zielscheibe lebhafter Angriffe aus Arbeiterkreisen. Beispielsweise verlangt die Pittsburger „Labor World" seine Absetzung, da ber Streik verloren ist, auch roenn die Carnegieleute streiken.
Litteratur, Wissenschaft und Kunst.
— Wie man aus Hanau berichtet, wurde bem Dirigenten des Hanauer Oratorienvereiiis, Herrn Tr. F. Liinbert, der Auftrag, vier größere Konzerte des Bachvereins in Düsseldorf zu leiten. Die beiden ersten Konzerte des Hanauer Oratorienvereins wird insolgedessen in Vertretung des Dirigenten Herr Lorenzo Matossi-Fraiiksurt a. M. leiten. — Der Maler Adolf Beyer eröffnet am 1. Oktober in Darmstadt eine Kunstschule für Damen und Herren. Tie Korrektur der Bildhauerklasse erteilt Bildhauer Ludwig Habich, kunstgeschichtliche Kurse leitet Oberlehrer H. Werner.
Straßburg, 1. Sept. Nach Mitteilung ber internationalen aeronautischen Kommission wirb am 5. September in ben Morgen- stünden eine internatiofnale wissenschaftliche Ballonfahrt veranstaltet. Es steigen bemannte und unbemannte Ballons auf in: Trappes, Paris, Straßburg, München, Wien, Krakau, Bath, Berlin, St. Petersburg und Moskau. Ter Finder eines jeben unbemannten Ballons erhält eine Belohnung, wenn er der beigegebenen Instruktion gemäß Ballon und Instrumente sorgfältig birgt und an die angegebene Adresse sofort telegraphische 'Nachricht sendet. Aus eine vorsichtige Behandlung des Ballons und der Instrumente wird besonders aufmerksam gemacht. Um Irrtümer zu vermeiden, wird bekannt gemacht, daß für die Hilfeleistungen beim Landen der bemannten Ballons besondere Vergütungen bezahlt werden, deren Höhe edesmal von dem Ballonsührer fest gestellt wird.
Neueste Meldungen.
Berlin. 4. Sept. Die „Berl. Polit. Nachr." meldenr Die Notstände in den schlesischen landwirtschaftlichen Kreisen infolge Mißwachses veranlaßten den Oberpräsidenten von Schlesien, die Beihilfe des Staates zu beanspruchen. Wie das Blatt hört, wurde seitens des Finanzministers dem Anträge stattgegeben. Es bestehe die Absicht, zwecks kräftiger Förderung der Kulturarbeit im Interesse des Deutschtums in den zweisprachigen Landesteilenn im nächstjährigen L-taats- haushalt den Dispositionsfonds des Oberpräsidenten der Provinz Posen angemessen zu verstärken.
Berl u, 4. Sept. Die sämtlichen sechs Schuppen der Norddeutschen Eisenwerke bei Cöpenik sind gestern nieder- gebrannt.
Frankfurt a. O., 4. Sept. Auf der Grube „Voll- dumpf" bei Drebkau wurden gestern nachmittag vier Bergleute verschüttet. Einer war sofort tot. Zwei sind schwer! verletzt.
Rossen bei Burgstädt, 3. Sept. Die Arbeiterfamilie Pfüller erkrankte am Freitag nach bem Genuß giftiger Pilze. Trotz ärztlicher Hilfe starben Sonntagnacht der Vater und ein zehnjähriges Mädchen, während die anderen drei Familienglieder totkrank barniederliegen.
Fredensborg, 4. Sept. (Tel.-Meld, des „Gieß. Anz."). Der GroMrshthronfolger von Rußland trifft Samstag hier ein. Sonntag kommt der Minister des Aeußern, Graf Lamsdorsf, der den Kaiser nach Danzig begleitet» wird, hier an. Rach der Kaiserzusammenkunft fährt der Kaiser von Rußland nach Kiel, um von dort auf der Yacht „Standart" die Reise nach Frankreich durch den Rord-Osh-See-Kanal anzutreten. Nach der Rückkehr aus Frankreich wird das Kaiserpaar nochmals zu einem Besuch am hiesigen Hose erwartet.
Washington, 4. Sept. (Reuter-Meldung.) Staatssekretär Hay sandte am 24. August Telegramme an die Gesandten der Vereinigten Staaten, an Caracas und Bogota, worin er sie beauftragte, der venezolanischen unb kolumbischen Regierung mitzuteilen, baß es bie Vereinigten Staaten beklagten, wenn, wie es wahrscheinlich sei, bie freunblichen Beziehungen zwischen beiben Staaten gestört würben, unb ferner hinzuzufügen, baß Präsident Mac Kinley willens sei, seine gutenDienste ihnen anzubieten, vorausgesetzt, baß beibe Staaten, falls ber Verkehr im Isthmus bebroht würbe, sich gezwungen sehen würben, für ben freien Verkehr auf bem Isthmus einzutreten. Es oerlautet, baß bie Antwort ber venezolanischen Regierung bahin lautete, baß Columbia bie Verantwortlichkeit für bie gegenwärtige Lage trage unb baß bie Beilegung der. Streitigkeiten zu erhoffen sei. Die Antwort der kolumbischen Regierung ist noch nicht eingetroffen.
Meteorologische Beobachtungen
ber Station toietfeu.___
Wetter
September
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Frankfurt, den 4 September.
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. 91.00
. 98.50
. 99.70
. 48.45
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Kreditaktien . . . Dißkonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelroes. Oesterr. Staatsbank Qotthardbahn Laurahütte , . ,
. 26.66 Bochum
. 84.00 Harpener Tandem schwach.
196.50
178.50
119 95
128 20
136 40
182 40
154 50
183 00
175 20
154 50
An Bertha K. Sie glauben, Weinessig sei zu teuer. — Wenn Sie auch mal 30 bis 40 Pfg. für 1 Liter echten Weinessig ausgeben, so ist das doch keine „Sünd"! Alle Pflaumensorten sind in diesem Jahre soreichlich, so gut unb so billig, daß es eine „Sünd'" wäre, wenn man mcht recht viel in Zucker unb Essig einmachen würbe. Wenn man guten Weinessig verwendet, so kann man sie 3 5 Jahre aufheben. Z»


