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5.9.1901 Erstes Blatt
 
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Nr. 208

ItleftiwR, Expedition und

Wnickeret: rchulftrahe 7.

lr|d)etnt täglich mit Lulaahme de- Montags.

?rtc Girßkner Zamilien- littet werden dem Än« *yr im Wechlrl mitHess Gmdwirt" undBlätter Gr hrff Volkskunde" vier» e«l Wöchentlich beigelegt.

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Erstes Blatt.

151. Jahrgang.

Donnerstag 5. September 1901

GietzenerAnzeiger

*ur General-Anzeiger v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

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Amtlicher Heil.

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Bekanntmachung.

Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Garbenteich.

Jir der Zeit vom 5. September I. I. bis einschließlich

18. September l. Js. liegen auf dem Gemeindehause zu Garbenteich die Arbeiten des 3. Abschnitts rubr. Feldbereinig­ung, nämlich:

t. 1. 11 Zuteilungskarten,

2. 3 Bände Gütergeschosse,

3. 3 Zuteilungsverzeichnis,

4. das Verzeichnis der Bonitätserhöhungen,

6. das Abschätzungsverzeichnis der Obstbäume,

6. das Geldausgleichungsverzeichnis über zuviel oder zuwenig erhaltenen Obstbaumwert,

7. das Geldausgleichungsverzeichnis über zuviel oder zuwenig erhaltenes Gelände,

6. das Protokoll der Zuteilungskommission über die Ab- änderrmgen am Wegnetz,

9. das Protokollbuch.

II, Bezüglich der aus der Gemarkung Watzenborn-Steinberg infolge Greuzregulierung zugezogenen Grundstücke:

1. das Besitzstandsverzeichnis,

2. die Gütergeschoffe,

3. das Zuteilungsverzeichnis,

4. das Geldausgleichungsverzeichnis über zuviel oder zuwenig erhaltenes Gelände.

III. Bezüglich der an- der Gemarkung Grüuingen infolge Grenzregulieruug zugezogenen Grundstücke:

1. das Besitzstandsverzeichnis,

2. die Gütergeschoffe,

3. das Zuteilungsoerzeichnis,

4. das Geldausgleichungsverzeichnis über zuviel oder zuwenig erhaltenes Gelände.

IV. Bezüglich der aoS der Gemarkung Hausen infolge Srenzregulieruug zugezogeneu Grundstücke:

1. das Besitzstandsverzeichnis,

2, die Gütergeschoffe,

3. drei Zuteilungskarten,

4. das ZuteilungtzverzeichniS,

5. das Geldausgleichungsverzeichnis über zuviel oder zuwenig erhaltenes Gelände.

Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hier­gegen findet statt

DoanerStag, 19. September I. Js., vormittags von 9IO Uhr,

int Gemeindehause zu Garbenteich, wozu ich die Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich abzufaffen, zu begründen und auf Papier in Akten­größe mindestens i/i Bogen einzureichen.

Friedberg,, den 31. August 1901.

Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: Sandmann.

Die Reise des Zaren.

Ter Zar hat seine Reise angetreten, und wenn Könige tauen, so haben die Kärrner zu thun. Er reist ja nicht nur wie früher zu seinen Verwandten, die am dänischen Ävnigshofe sich Rendezvous zu geben pflegen, nein, dies­mal hat er größere Pläne, er will auf der Tanziger Rhede mit Kaiser Wilhelm Zusammentreffen, um dann in die tveitgeäsfneten Arme der französischen Republik zu eilen und den Zweibund zu erneuern und zu bekräftigen. Es heißt auch, daß er in Compiegne den Präsidenten Krüger empfangen werde. Sollte dieses Ereignis denn ein solches tudre es eintreten, dann würden sich einem von neuem jene Vergleiche aufvrängen, wie das französische Volk dem Allen willig Gastfreundschaft bot, wie aber das amtliche Zeutschland in williger Dienstbarkeit für England ihm die Gastfreundschaft versagte.

Natürlich werden schon jetzt hoffnungsvolle Kombi­nationen an die Kunde von der bevorstehenden Begegnung zu Compiegne geknüpft. Der nüchterne Beobachter wird sich allerdings, besonders wenn er das Verhalten Rußlands in Betracht zieht, als der alte Krüger an die Thore der regierenden europäischen Fürstenhäuser klopfte, auch im Zal! einer Begegnung keinen großen Hoffnungen hingeben; uber selbst wenn das Vorgehen Rußlands, vorausgesetzt, -aßj es dazu kommt, nichts anderes erzielt, als daß den Engländern mit allem Nachdruch klar gemacht wird, daß man ihren hinterlistigen Versuch, die tapferen Feinde außer Völkerrecht zu stellen, ihnen die Anerkennung als krieg- stlhrende Macht zu entziehen, mit Entrüstung zurückweise, o würde die Wirkung schow bedeutend sein. Es würde dann doch den Engländern die Erkenntnis aufgehen, daß es in Europa Noch jemand wagt, ihnen entgegen zu treten; für ihr Selbstbewußtsein wäre das ein harter Schlag. Aber sind heute nur Hoffnungen, so schön es auch wäre, wenn Zar Nikolaus die Initiative ergriffe, um den Eng­ländern den Gedanken an einen für die Buren ehrenvollen Zfiedensschluß nahe zu legen.

Aber der Kernpunkt der heutigen Situation liegt auf Hu em anderen Gebiet: Tie Reise des Zaren wird sich nicht auf einen Besuch in Frankreich beschränken, sie wird iir Deutschland nicht nur die unumgänglichen, kühlen Höf- id)Feiten vergangener Tage zeitigen, sondern sie wird zu .inem rückhaltslosen, durch die Anwesenheit der leitenden

Minister zu politischem Werte erhobenen Meinungsaustausch zwischen dem russischen und dem deutschen Kaiser führen. Wir dürfen uns dieser Thatsache freuen. Tenn eben erst, vor einem Jahre, schien die Haltung der deutschen Politik in der chinesischen Frage eine tiefe Entfremdung zwischen uns und unserem östlichen Nachbarn zu schaffen. Die alte Lehre des Fürsten Bismarck, daß jeder Schritt nach der eng­lischen Seite uns um einen Schritt von Rußland entferne, hat neue Bestätigung gefunden. Jetzt scheint es, als habe sich ein Wandel vorbereitet, als sei der halbdurchschnittene Draht wieder befestigt worden, wenn auch das alte Ver­trauen aus der Zeit des Neutralitätsvertrages noch immer nicht wieder erwachsen ist. Freilich kann der Zarenbesuch auch ein anderes Ziel verfolgen, nämlich durch äußerliche Freundschaftsbezeugungen handelspolitische Vorteile zu er­reichen. Ter Abschluß des Handelsvertrags steht ja vor der Thür. Und diese Befürchtung ist keineswegs abzu­lehnen ; denn Rußland ist gewöhnt, nichts umsonst zu geben, und die Milliardenanleihen in Frankreich zeugen recht deut­lich davon, daß man an der Newa das Angenehme mit dem Nützlichen zu vereinen versteht.

Die russische Presse besitzt die wunderliche Freiheit, alles zu sagen, was der Regierung paßt. Das ist nicht viel, aber es ift für das Ausland ganz wertvoll. Tenn man kann ohne Mühe erkennen, wie in den oberen Regionen der Wind weht . Und wenn Organe, die sonst am liebsten täglich ihren Lesern einen gebratenen Deutschen vorsetzten, plötzlich in Hymnen für das deutsche Reich sich! ergehen, so bedarf es keines besonderen Scharfsinns, um die amtliche Mache zu erkennen. Solche Klänge, wie wir sie jetzt ver­nehmen, haben wir recht lange nicht gehört. Auch die Frage, ob die Kaiserzusammenkunft ein Dämpfer auf die überschwängliche Festesfreude der Franzosen sein oder ob sie im ^Gegenteil eine weitere Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich herbeiführen soll, läßt sich beute noch nicht beantworten. Der Gedanke, daß Deutsch­land, Rußland und Frankreich vereint die Welt vor die Schranken fordern dürften, ist ja sehr schön; aber er ist zu schön, als daß man seine Verwirklichung für möglich halten könnte.

Kolonialpost.

Der kaiserliche Gouverneur von Samoa unternahm vom 11. bis 21. Juli eine Besichtigungsreife um Sawaii- Die Reife wurde teils an Bord des Dampfers Kawau, teils in offenem Boote, meist aber in anstrengenden Fußmärschen zurückgelegt. Auf letzteren zog der Suahelibursche des Gou­verneurs mit der deutschen Flagge vorauf, ihm folgte ein Soldat, und als dritter im Zuge der Gouverneur, um­geben von den die Expedition begleitenden Beamten, Dol­metschern und Gästen; weiter kamen vier Soldaten, die Eingeborenen-Gefolgschaft, Träger u. f. w., und endlich als Nachhut ebenfalls ein schmucker Samoa-Soldat. Tie Wege waren stellenweise von den Eingeborenen in gute Ordnung gebracht. In der Umaegend von Matautu hatte sich die Einwohnerschaft mit der Instandsetzung der Wege nicht befassen mögen. Wie sich heraussdellte, hatten sechs Sprecher die Jugend abgehalten, den Anordnungen der Regierung Folge zu leisten. Als nun dem Gouverneur zu Ehren ein großes! Fest veranstaltet wurde, befahl er, die Schweine, Hühner und Früchte, die jene sechs Sprecher dargebrachi hatten, zurückzuweisen. Ter Befehl erregte nicht geringes Aufsehen. Als die Ratsversam,mlung begann, erklärte der Gouverneur:Ehe wir die Beratung beginnen, muß ich Gericht abhalten über Leute, die sich den Befehlen meiner stets entgegenkommenden Regierung widersetzt haben. Diesen Leuten verbiete ich die Teilnahme an der Ver­sammlung, und ich habe meinen Soldaten Befehl ge­geben, sie sofort zu verhaften". Totenstille war eingetreten. Sprachlos und erschrocken standen die sechs da. In größter Verlegenheit legten sie ihre stpttUchen Fliegenwedel von einer Schulter auf die andere; aber viel Zeit war nicht mehr, die Soldaten riefen mit lauter Stimme einen nach dem andern vor, und fort ging es zu einem Lagerhause der deutschen Handels- und Plantagen-Gesellschaft, wo die Aufwiegler in einem Kellergewölbe sicher verwahrt wur­den. Nunmehr wurden die Verhandlungen eröffnet, und die Häuptlinge standen nicht an, zu erklären, daß jene in der That die junge Mannschaft von dem Wegebau ab­gehalten, und daß sie ihre Strafe verdient hätten. Gleicl)- wohl wurde nachher versucht, sie loszubitten, bei welcher Gelegenheit wohl zum erstenmal vor einem weißen Be­amtenifoga" gemacht wurde. Tie Männer bringen Holz und. einen Stein in ihren Händen, werfen sich zur Erde, wobei sie mit der Stirn die Erde berühren, und flehen in einem fort um Gnade. Wahrscheinlich hat das mitgebrachte Holz noch die Bedeutung:Ich, habe verdient, daß du mich verbrennst, aber ich bitte um Gnade." Ter Gouver­neur erklärte:Ich nehme eure Geschenke an, auch euer ifoga, darum erhebt euch, aber die Gefangenen bleiben wo sie sind." In Safoto hatte man zum Empfang eine Ehrenkompagnie gebildet, d. h. 50 junge Männer in dem drolligsten Aufzuge von der Welt mit Gewehren und Säbeln aus Holz ausgerüstet. Tie Gewehre waren täuschend ähnlich geschnitzt und hatten ein bewegliches SchloU sodaß sämt­liche Hebungen, auch das Abfeuern (mit Feuerwerk), nach­geahmt werden konnten. Als Uniform trugen diese Helden feuerrote Strümpfe, weiße Kniehose, bunte, reich mit Litzen und Schnüren behängte Jacke und einen mit Goldpapier be­klebten Papphelm. Die Kommandos hatte derOffizier" offenbar der Schutztruppe inLindenair" ad gelauscht. Gr durchsetzte sie dann mit seinem übrigen deutschen Worfichatz in einer Weise, die die Lachmuskeln der Zuschauer in steter Spannung hielt. Unter den zahlreichen Geschenken, die dem Gouverneur und seiner Begleitung gemacht wurden, befindet sich ein Prachtstück von einer Awa-Bowle. Lüe ist

mit 40 Füßen versehen, und trotzdem sie etwa 1 Meter Durchmesser hat, aus einem einzigen Stück Holz gearbeitet.

Mitischr Tagesschau.

Zu Ehren des deuschrn Anwaltstages, der in den nächsten Tagen m Danzig stattfindet, ist die Deutsche Juristenzeitung in einer sehr reichhaltigen Doppelnummer erschienen, in der eine Anzahl der Verhandlungsgegenstände des Anwaltstages in interessanten Aufsätzen behandelt werden. Einer der Her­ausgeber des Blattes, Justizrat Staub, widmet dem An­waltstage eine Begrüßung, in der es heißt:

Möchte es dem Anwaltslage in Danzig vergönnt sein, einen neuen Beweis zu führen, welche Kraft der deutsche Anwaltsstand in sich birgt und wie treu seine Mitglieder zu einander stehen. Zwar fällt von Zeit zu Zeit ein trüber Schatten aus den Stand, wenn die Wirksamkeit einzelner Anlaß zu abfälligen Urteilen aiebt und die zu ungerechten Verallgemeinerungen so leicht geneigte öffent­liche Meinung für die Verfehlungen einzelner den ganzen Stand verantwortlich macht. Aber solche Schatten verschwinden in Kürze, und noch immer hat der deutsche Anwallsstand sich seinen alten guten Ruf sehr schnell wieder erobert.

An den Kultusminister hatte der Vorstand des Deutschen Apotheker-Vereins zwei Eingaben ge­richtet. Die eine bezieht sich auf die Einstellung von Lehrlingen; matt wünscht daß § 40 der Vorschriften über Einrichtung und Betrieb der Apotheken folgende Fassung erhalte:

Jeder Apothekenvorftänd ist zur Ausbildung von Lehrlingen berechtigt, und zwar darf jeder, der keinen Gehilfen hat, einen Lehrling, und derjenige, welcher Ge­hilfen beschäftigt, für jeden Gehilfen einen Lehrling mehr einstellen. Ter Regierungspräsident kann in besonderen Fällen die Ausbildung von Lehrlingen untersagen. In Zweigapotheken dürfen Lehrlinge nicht ausgebildet oder beschäftigt werden."

Tie zweite Eingabe hat zum Gegenstände die Ein­führung einer Nachttaxe. Ter Minister hat zuge­sagt, daß die Eingaben bei der in Aussicht genommenen Revision der Vorschriften in Erwägung gezogen werden falten.

In Sachen der Produktiv ns st ati st ik zur Vor­bereitung handelspolitischer Maßnahmen macht der Handelsministzer neuerdings die Handelskammern und kaufmännischen Korporationen aus Anlaß eines be­sonderen Falles darauf aufmerksam, daß die Beantwortung der von der Regierung zu Erhebungen über den Umfang der Giftererzeugung versandten Fragebogen durchaus freiwillig ist, daß die beantworteten Fragebogen streng geheim gehalten werden und deren Verwendung durch andere Behörden und zu anderen Zwecken als zu prv- duktionsstatistischen Arbeiten im Reichsamte des Innern unbedingt ausgeschlossen ist. Er fügt hinzu:Falls Ge­werbetreibende dessenungeachtet in Güte nicht zur Beant­wortung der ihnen zugeschickten Fragebogen zu bewegen sind, so tritt an Stelle der Beantwortung der Fragebogen; die Einschätzung der Produktions- und Absatzverhält- nisse der betreffenden Betriebe durch sachverständige Ver­trauensmänner. Ein direkter Zwang zur Beantwortung der Fragebogen soll unter allen Umständen vermieden werden. In keinem Falle sind Polizeiverwaltungen oder andere Be­hörden um Einschätzung der Betriebe zu ersuchen." Tep Handelsminister fordert schließlich die Handelsvertretungen auf, im Bedarfsfälle die Kreis- und Gemeindebehörden! um Namhaftmachung geeigneter Sachverständiger zu er­suchen.

In Perfien macht sich eine weitverzweigte revolutio­näre Bewegung bemerkbar, die einer Meldung derKöln. Ztg." aus Teheran zufolge durch die neuen Anleiheverhand­lungen des Schahs mit Rußland genährt wird. Die Re­gierung verhängte den kleinen Belagerungszustand über die Hauptstadt des Reiches und deren Umgebung. Die Geistlich­keit verhält sich diesmal gleichgiltig. Die Aufhetzung soll von Leuten aus der Umgebung des Schahs betrieben werden, der immer wieder Drohbriefe und Proklamationen auf feinem Arbeitstische findet. Die Bewegung macht Stimmung gegen den Großvezier, weil er den Norden Persiens bereits an Rußland verkauft habe und im Begriff stehe, auch den Süden des Reichs zu verschachern. Denn die seit langem verbrei­teten Gerüchte von Reforrnen, Aufbesserung der öffentlichen Verkehrswege 2c. seien vom Großvezier nur in die Welt ge­setzt worden, um sich Mittel zu beschaffen, um seine eigenen Taschen zu füllen. ' Ein Firman des Schahs fordert das Volk auf, die Rädelsführer zu ermitteln. Der Großvezier selbst setzte 5000 Tuman als Belohnung für die Namhaftmachung eines Rädelsführers aus. Das Spionenwesen blüht infolge­dessen. _________

Das Festprogramm für die Zarentage in Frankreich ist nunmehr aufgestellt. Auch die Liste der Persönlichkeiten, von denen die russischen Herrschaften begleitet sein werden, ist vrröffentlicht. Hier wie dort dürften die Franzosen ent­täuscht sein: es ist weder ein Besuch in Paris seitens des Zarenpaares in Aussicht genommen, noch der Name des Grafen Lambsdorff auf der Begleiterliste genannt. Der Be­such der ftanzösischen Hauptstadt mag ausschließlich aus Gründen persönlicher Natur (Sicherheilsbesorgnis) gestrichen worden fein. Daß aber der russische Minister des Aeußeren im Gefolge des Zaren fehlt, entkleidet den Besuch des offiziell- politischen Charakters. Es muß das den Franzosen um so schmerzlicher fein, als Graf Lamsdorff der Zusammenkunft des Zaren mit Kaiser Wilhelm- in Danzig beiwohnen wird.