Issue 
05/07/1901 Zweites Blatt
 
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

Ulf

!*ten

Baratt,

«5«

£e£"

onzert

jät.

4625

e Familie sucht zum - eine Höne 4. bjz mng mit allem Zub. ; 4)rciSangabe unter in die Efved. d, Bl.

Lrohen eingeiWten,

»ichntii 'm C1>trH<u an- fegen. Daraus Ne. I*e sich der Organi« lcqmfition widmen, i unter S. M. 4514 d. Bi. richten.

§8h. Hess.) Nr JI6

ra 0. Kranese.

Antritt 50 ktz.

;;Ae- MS

!S

'rftelle

.Barbier, Flaberg'

näher Kahl.

PfttdkKlwHi em Lohn dauernde M. Ros-uthal, Liebigftraße lS.

slhe zesiiG. berhard R,tz«er. itt w obren Sofort gesucht. MaM-d», lichltMk eey, Neuen-Bäue wJÄW

Sbm!»-I°s E In, Wallchoriir. >*__

ite Zeit sofort gesucht. iatrische Klinik. RGtkiNzes. 8rü<k, Wbeisabrik.

WMchl

Nr. 155 Zweites Blatt.

151. Jahrgang.

Freitag 5. Juli 1901

W*<tet tAßlich mit tfaÄM** M Montags.

36t ®i**< Wehten- NUttt werten dem An, M^ertoSechielmit.Heff. -löUioim* nutzBlätter De N$-♦IWuMbe" mtr» «al W»ch««Nich beigelegt.

«<**< »*e Änitiflen

W toi ftir den

MmSm S«f rr^hetnenden |bmk M »er*. 10 Ut>7 M»«Ospätesten«

UmM to*r.

«r-rtwon unb ®*s**i: rch«>Gratze 7.

Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

vtzugxpreis viertelte^

Mk. 2.20, monatl. 75 mit Briugeclohn; durch b# Bbholestellen vierteljä^rs Mk. 1.90, monatl. 65

Bei Postbezug Vierteljahr Mk. 2.00 ohne Bestellge^

Alle Anzetaen-BermUtlur^s», stellen de» Zn- und UueisntoS nehmen Anzeioen für toe Eiehener Anzeiger entg-L», ZeUenpreiS. lokal 11 auswärts 80 Pjg»

Adresse für Dcpeschesz Anzeiger Gieße«.

FernsprcchanschlußNr.»4.

M

Politische Ferien.

R. Berlin, 3. Juli.

Diejenigen Mitglieder des hohen Reichstags, die im Frühjahr ein so stürmisches Verlangen darnach! äußerten, unbedingt noch während dieses Sommers mit dem Zoll­tarifentwurf beschäftigt zu werden, sind dem Reichs­kanzler im stillen meist recht dankbar, daß er den wiederholten Interpellationen Stand gehalten hat und sich dagegen verwahrte, die Verbündeten Negierungen zur Eile zu drängen. Was wären das für parlamentarische Ver­handlungen geworden, wenn in den Tagen voll tropischer Mut der Reichstag dies Pensum noch zu erledigen gehabt hätte! Tie Feder würde sich, gesträubt haben, die Leere im Ätzungssaal zu schildern, und vielleicht hätten just die eifrigsten Rufer nach! Arbeit durch, Abwesenheit geglänzt. Wir erinnern uns nicht, daß in früheren Jahren so häufig und so lebhaft aus dem Reichstag heraus das Verlangen nach Beschäftigung an die Regierung gestellt wurde. Es mag da doch ein klein wenig Kokettieren mit dem Fleiß, im Spiel sein, in dem beunruhigenden Bewußtsein, daß es dem Ansehen bei den Wählern geschadet habe, wenn immer wieder die Parlamentsberichte nur von etlichen Tntzend erschienenen Volksvertretern sprachen und eine Be­schlußunfähigkeit nach, der anderen konstatierten. Ta war es ein ganz glücklichjer Gedanke, rücksichtslos gegen sich selbst, den Zolltarifentwurf zu fordern und so seines Fleißes ftch M rühmen, was nach. Lessing jeder thun darf. Die Illusion von der neu ertvachten Arbeitsfteudigkeit unserer Parlamentarier, dieser fromme Wahn, der sich argloser Gemüter bemächtigte, wurde gar bald zerstört durch eine pikante Enthüllung. Tie Regierung ließ nämlich! die mehr oder minder maßgebenden Volksvertreter vertraulich! son­dieren, ob denn wirklich so großer Wert gelegt werde au- parlamentarische Verhandlungen während der heißen Jahreszeit? Tie verblüffende, mit seltener Einmütigkeit erteilte Antwort lautete:Nein!"; im Gegenteil, man einigte sich sehr rasch darüber, was von dem noch vorhandenen Beratungsstoff vorläufig beiseite geschoben werden konnte, und das war garnichch unbeträchtlich

So erfreuen sich, denn die Parlamentarier der Ferien, obendrein mit der angenehmen Aussicht, daß ihnen der Bundesrat zum Herbst die langersehnten, unzählige Ma! in Anregung gebrachten Diäten bescheren wird. Wenigstens behauptete heute ein Berliner Blatt, daß Graf Bülowper­sönlich! nicht abgeneigt ist, seinen Einfluß in diesem Sinne geltend zu machen". Es kommt darauf an, ob der Bundes­rat nicht etliche Bedingungen an die Gewährung von Tiäten knüpfen wird, die vielleicht der Gabe den Reiz nehmen. Preist man die Tagegelder als ein Mittel zur Erzielung dauernder Beschlußfähigkeit, so wird man wenig dagegen einwenden können, daß die Regierung, wenn sie sich auf Tiäten einläßt, diese Wirkung einigermaßen g e- s i ch e r t tzu sehen wünscht. Erwartungen verbinden zu nichts, und die Abschaffung der Tiäten, falls sie ihren Zweck ver­fehlten, würde den Reichstag, abgesehen von der kleinen Minderheit der grundsätzlichen Tiäten-Gegner, in gewaltigen Zorn bringen. Man hat nun gesagt, die Kontrolle über die Anwesenheit des Tiäten-Empfängers sei verletzend. Aber es kommt auch! hier auf die Art und Weise der Ausführung an. Für denSteuerzahler", den man sonst so gern ins Feld führt, wäre es kaum ipinder verletzend, würden die immerhin erheblichen Tiätengelder sozusagen zum Fenster herausgeworfen, auch solche Erwählte des Volkes damit beglückt, die da nach wie vorWichtigeres zu thun" hätten, als ihr Mandat auszuüben. Diese Frage also werden sich die Bundesregierungen reiflich überlegen müssen.

Tiesmal haben die Regierungen wenig von den Ferien. Bis zum Herbst soll eine ungewöhnlich! schwereFerien­aufgabe", der Zolltarif mit allem, was damit zusammen- hängt, für den Bundesrat spruchreif sein; unter diesen Umständen giebt es spärliche Feiertage in den amtlichen Bureaus. Es ist ferner zu erwägen, wie die Ausgaben im Reichshausha.lt und im Landeshaushalt, nach dem gegen­seitigen Gelöbnis auf der Berliner Ministerkonferenz, so sparsam wie möglich bemessen werden können. Und daß es noch an weiterem Arbeitsstofs nicht fehle, dafür sorgen die von Berlin aus in reichlicher Anzahl versandten Aus- führungsbestimmungen zu den Schöpfungen der neueren Gesetzgebung. Die Mehrheit der preußischen Minister und der Staatssekretäre des Reiches haben zwar ihren Urlaub angetreten, aber sie werden ton den dringlichen Akten erreicht beim Militär und bei der Regierung ist alles Dringlich". Graf Bülow begiebt sich erst, nachdem der Kaiser seine Nordlandreise angetreten hat, zu einer kurzen Erholung nach Flottbeck in Holstein. Die neuernannten Minister in Preußen können auch nicht feiern; sie müssen sich mit ihrem Ressort näher vertraut machen, wenn sie beim Wiederbeginn der parlamentarischen Kampagne wohl gerüstet sein wollen.

Tie Diplomaten haben seit Jahren keine rechte Ruhe­zeit mehr. Für sie ist alle Hände voll zu thun. Wohin man blickt auf dem weiten Erdenrund, überall ist etwas nn Gange, oder es bereitet sick etwas vor. Daß in China die Drnge einen so schleppenden Verlauf nehmen, obwohl fast jeder Tag die Kunde von einem neuenEinver­nehmen", einer neuenVerständigung" bringt; daß Eng­land nicht loskommt von Südafrika das wird manchem als eine wenig kurzweilige Politik erscheinen. Aber diese Festlegung hat das Gute, daß speziell Rußland und Eng­land, diese am meisten Unternehmungseifrigen, vorläufig

derart in Anspruch genommen sind, um das nicht unter­nehmen zu können, was den europäischen Frieden in den Grundfesten erschüttern würde: den Entscheidungskrieg um die Vorherrschaft in Asien. Einmal muß dieser alte Streit zum Austrag gebracht werden.

Richtige politische Sommerferien, ungestörte Muße haben in diesem Jahre nur die Parlamentarier. Daß diese Ferienwohlverdient" wären, wird man vom Reichs­tag, abgesehen von dem kleinen Kreise der Pslichtgetreuen, nicht behaupten können.

Die 45tägige Giltigkeit der Rückfahrkarten.

Mit der Anordnung der 45tägigen Giltigkeit der Rück­fahrkarten hat der Minister v. Thielen nicht nur bei dem reiselustigen Publikum der preußisch-hessischjen Eisenbahn- gemeinschast, sondern in allen deutschen Eisenbahnver­waltungen einen großen Erfolg errungen. Allenthalben sieht man sich genötigt, dcls preußische Beispiel nachzu­ahmen. Aus Sachsen, Bayern und Baden lagen bereits in den letzten Tagen entsprechend Meldungen vor. Heute kommt nun aus Württemberg folgende Nachricht:

Stuttgart, 3. Juli. Wie derStaatsanz." er­fährt, hat die Württembergische Eisenbahnverwaltung die an sie ergangenen Anfragen der preußischen Eisenbahn- Tirektionen wegen Ausdehnung der Giltigkeitsdauer der Rückfahrkarten in dem betreffenden Verkehr auf 45 Tage zustimmend beantwortet. Staatsrat v. Balz ist zu der in München stattfindenden Besprechung der außer- preußischen Eisenbahn-Verwaltungen in dieser Angelegen­heit abgereist.

In der Münchener Konferenz der Vertreter der badischen,. württembergischen und bayerischen Eisenbahnver­waltungen wurde beschlossen, bei ihren Regierungen bald­möglichste Einführung der 45tägigen Rückfahrtkarten im preußisch-süddeutschen Wechselverkehr, im süddeutschen Wechselverkehr und im internen Verkehr der süddeutschen Einzelstaaten zu beantragen. Daß dem Antrag entsprochen wird, ist nicht zu bezweifeln, und die volle Ausführung ist dann binnen wenigen Tagen zu erwarten. Für Bayern wird dem ' Prknzregenten der entsprechende Antrag zur Sanktionierung sofort unterbreitet. Das betreffende Akten­stück ist wahrscheinlich, bereits auf dem Wege. Wenn die Sanktionierung durch den Prinzregenten vollzogen ist, so erfolgt die Einführung umgehend.

In Straßburg verlautet, für die von altdeutschen nach elsaß-lothringischen Stationen gelösten Rückfahrkarten soll bereits von heute (4. Juli) ab 45tägige Giltigkeits­dauer eingeführt werden. Ueber die Frage, ob diese Be­stimmung für Rückfahrkarten Platzgreifen soll, die von reichsländischen und altdeutschen Stationen gelöst werden, soll eine heute in Baden-Baden stattfindende Eisenbahn- Konferenz entscheiden.

Aus Karlsruhe schreibt man: Tie 45tägigen Rück­fahrkarten gelten auch für den Verkehr zwischen den badi­schen Stationen und solchen der Main-Neckarbahn sowie den sächsischen Staatseisenbahnen. Beim Verkehr mit den preußisch-hessischen Staatsbahnen durch Elsaß und die Pfalz verbleibt es bei der seitherigen Giltigkeitsdauer.

Die Main-Neckarbahn macht bekannt, daß auch auf ihren Strecken sämtliche ab 4. Juli gelösten Rückfahr­karten 45 Tage Giltigkeit haben. Ebenso haben alle direkten Rückfahrkarten von Stationen der M.-N.-Bahn nach preuß.- hess. Stationen und umgekehrt 45 Tage Giltigkeit. Die alten Karten mit ihrem ominösengütig 3 Tage" werden erst ausgebraucht; die neuen Karten zeigen dann die neue Giltigkeitsdauer.

Tie Generaldirektion der i ä ch s i s ch e n Staatseisen­bahnen giebt zugleich namens der mitbeteiligten Verwalt­ungen bekannt, daß vom 4. Juli ab die im Binnenverkehr der sächsischen Staatsbahnen und der mitverwalteten üb­rigen Bahnen, ferner die Elbschiffahrtstrecken, sowie die im Verkehre mit Stationen der preußisch-hessischen Staatsbahn gelösten gewöhnlichen Rückfahrkarten 45tägige Giltigkeit haben.

TerReichsanzeiger" meldet: Ab 4. Juli wird auch für den Verkehr der R eichs e i s e n b a h n e n mit den preußischen Staatseisenbahnen die Geltungsdauer der Rück­fahrkarten auf .45 Tage verlängert. Und die mecklen­burgische Generaleisenbahn-Tirektion zeigt an, daß die gewöhnlichen Rückfahrkarten nach: den Stationen der preußi- chen Staatsbahn, der oldenburgischen Staatsbahn, der Lübeck-Büchener und der Eutin-Lübecker Eisenbahn fortan 45 tägige Giltigkeit haben.

Ueber Einzelheiten der Thielenjchen Maßregel bestehen aber noch immer manche Zweifel. DieSchles. Ztg." schreibt, )ie Nachricht, daß durch Einführung der 45 tägigen Giltig­keit sämtlicher Rückfahrkarten die sofortige Aufhebung der ausliegenden Sommerkarten bedingt werde, sei, wie die -Äsenbahndirektion mitteilt, nickst zutreffend: alle Sommerkarten behielten in diesem Jahre noch ihre Giltig­keit. Aus der Mitteilung desReichsanz." war dies nicht zu entnehmen, und die Handelskammer zu Halberstadt hat deshalb betreffs des Harzverkehrs an den Minister dey öffentlichen Arbeiten eine Eingabe gerichtet, in der es heißt:

TerReichsanzeiger" begleitete leider die erfreuliche Nachricht mit dem Bemerken, daß die bisher üblichen Rückfahrkarten mit kürzerer Giltigkeit und niedrigeren Preisen nach dem Harz, Thüringen re.baldthunlichst" aufgehoben, auch!Sommerkarten" nickst mehr ausgegeben werden sollen. Sollten in der That die in den Sommer-

kartcn, Sonntagskarten u. s. w. gelegenen Vorteile als der Preis angesehen werden, mit welchem die 45 tägige Giltigkeit der Rückfahrkarten zu bezahlen ist, so würde unsere Gegend sich durch? die Neuerung geschädigt fühlen. Ter Harzverkehr, soweit er sich auf Passanten erstreckt, insbesondere des Sonntags, würde sicherlich eine erheb­liche Einbuße erleiden und damit unsere Gegend, ins­besondere aber die Gastwirtschaft, in ihren Einnahmen geschädigt werden. Auch derjenige Teil des Publikums, dem es nur bei den bestehenden niedrigeren Preisen mög­lich! ist, sich neue Arbeitskraft und Erholung im Harz zu verschaffen, würde die Neuerung bitter beklagend Wir bitten daher Euere Exzellenz auf das Wärmste, die Beseitigung jener Vergünstigung keineswegsbalb- thunlichst", sondern überhaupt nicht eintreten zu lassen.

Nach, derWes.-Ztg." sollen die 10 Tage gütigen festen Rundreisekarten weniMens diesen Sommer in Gebrauch bleiben.

Politische Tagesschau.

Für den thatsächlich an manchen Universitäten hervor- getretenen Mißstand, daß die jährlichen Preisaufgaben der Fakultäten nicht mehr die erwünschte Berücksichtigung durch die Studierenden finden, daß es bald an Bearbeitungen völlig fehlt, bald die eingereichten für nicht preiswürdig be­funden werden mußten, macht ein lesenswerter Aussatz, im Recht", von Geheimrat Crönert in Halle, wesentlich zwei Gründe geltend, die alle Beachtung, mindestens Prüfung in denjenigen Kreisen verdienen, die es zunächst angeht. Ob nicht die Preisfragen zuweilen unglücklich gestellt waren? Wenigstens ohne natürliche Anziehungskraft zu besitzen und zu selten im Anschluß an lebendige Streit- oder Zeitfragen, deren es für jede Fakultät genug gibt? Ferner, ob nicht überhaupt an die Bearbeitungen zu hohe Ansprüche gestellt waren im Einzelfalle, natürlich dies nicht im Sinne der be­liebten Ueberbürdungsmeierei, sondern einer zu verhütenden Vermengung der Anforderungen an eine Doktordissertation mit denen für Preisarbeiten? Lauter Fragen, die, wie die Köln. Ztg." wohl richtig meint, gewiß ernster Erwägung wert erscheinen, wenn man der unliebsamen Beobachtung auf den Grund gehen möchte, daß trotz der so gestiegenen Zahl der Studierenden an allen unseren Hochschulen der Wett­bewerb um die Preisaufgabe nicht nur nicht steigt, sondern immer mit Ausnahmen sogar bedenklich nachläßt. Das muß doch seine besonderen Gründe haben, ohne daß man ein Recht hätte, ohne weiteres der studierenden Jugend darum einen Tadel auf's Kerbholz zu setzen. Dann aber, wie be­scheiden nehmen sich heutzutage die schon sehr bejahrten Geld­preise aus. 180 Mk. au unserer Landesunioersilät Gießen, und in Preußen 150 Mk. lohnen den Sieger für seine Mühe und Arbeit, seine Ausdauer und nebenbei doch auch für seine Auslagen. Daß hier eine Erhöhung und Aufbesserung am Platze wäre, läßt sich kaum verkennen. Borgeschlagen werden 300 Mk. als Preis. Hier ist ein Gegenstand zur Besprechung und Prüfung gestellt worden, der dies allerdings in nicht geringem Grade verdient. Vielleicht wäre die glücklichste Lösung nicht allein in erhöhten Geldpreisen, sondern in ihrer Verbindung mit anderen Vorteilen zu suchen, die den Preis­arbeiten z. B. in Staatsprüfungen einzmäumen wären.

ES ist ein kleines Stimmungssymptom, daß die Nordd. Allg. Ztg." einem Pariser Blatt, dem offiziösen Temps, eine Zurechtweisung erteilt. DerTemps" habe, so schreibt dieNordd. Allg. Ztg.";mit Genugthuung" behauptet, der König von Italien habe eine Einladung deS deutschen Kaisers zu den Danziger Manövern ab gelehnt. Es sei aber überhaupt nicht der König von Italien, sondern der Herzog von Aosta zu den Manövern eingeladea worden, der mit Erlaubnis des Königs die Einladung angenommen habe. Daß von maßgebender Seile dies Dementi, und mehr noch: mit der sarkastischen Bemerkung über dieGe- nugthuung" desTemps", veranlaßt worden ist, läßt eine gewisse Verstimmung zwischen Berlin und Paris erkennen, Verstimmung anscheinend darüber, daß die mancherlei Auf­merksamkeiten der letzten Zeit, u. a. gegenüber dem General Bonnel, den Automobilfahrern, nicht die Aufuahme ge­funden haben, die man hätte erwarten sollen, zumal von einer Nation, die sich so gerne der Höflichkeit und Liebens­würdigkeit rühmt. Gewisse französische Kundgebungen der etzten Tage waren aber alles andere als taktvoll.

Engländer und Buren.

TieDaily Mail" meldet aus Kapstadt, im eng li- ch e n L ö h n u n g s d e p a r t e m e n t herrsche die größte Unordnung. Tie Truppen seien teilweise seit Monaten ohne Sold. Sofort beeilt sich nun der Berichterstatter des Daily Telegraph" aus Middelburg (Transvaal) zu melden, daß die Buren im südöstlichen Transvaal Mangel an Nahr­ungsmitteln litten, daher erklärten sich auch die fast all­nächtlichen Versuche kleinerer Abteilungen, in die Städte zu dringen, um dort Lebensmittel für die Kommandos aufzutreiben.Ter Feind" versuche noch immer, die Eisen­bahn von Süden nach Norden M überschreiten, besonders westwärts von Middelburg und zwar bis Witbauk hin.