Ausgabe 
5.5.1901 Zweites Blatt
 
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Telegramm des Gießener Anzeigers.

Bremerhaven abgegangen.

licher, es sei denn, daß Vereine sich gründen, die mit

wissen, geht der Wiesbadener Verein mit dem Mainzer Hand in Hand und hat bereits eine Summe vou Mk. 60 000 auf

Amalie war am 15. Januar 1826 geboren und ist unvermählt gestorben. Sie ist bekanntlich eine Tante der Kaiserin Augusta Viktoria und des Herzogs Ernst Günther zu Schleswig- Holstein. Die Beisetzung erfolgt in Kairo morgen nachmittag.

Graf Hülseu-Häseler, der neue Chef des MilitärkabinetS, soll orthodox konservativ nicht sein; in erster Linie ist Graf Häseler natürlich Militär; sein Vater, der Intendant, suchte und hatte Bekannte auch in den Kreisen, die ausgesprochen Liberale waren.

Kiel, 4. Mai. Der zur Ostseestation gehörende Teil der am 5. Mai mit dem DampferRhein" ausgehenden Ab- lösungsmannschaft für Ostasien ist heute früh in Stärke von 900 Offizieren und Mannschaften mit Sonderzug nach

Nachbarvereinen zusammengehen, und die notwendigen Summen ganz oder teilweise ä Fonds perdu beisteuern. Soviel wir

Ein in Aliwal North eingetroffener Soldat von Brabant's Reitern gilt als p e st v e r ch t i g.

«

Telegramme des Gießeuer Anzeigers.

London, 4. Mai.Evening Post" meldet aus Washington: Montagne White teilte dem Staatsdepartc- ment mit, Präsident Krüger werde die Bereinigten Staaten im August besuchen. Es wurde ihm der Bescheid, Krüger sei herzlich willkommen, er werde aber offiziell nicht empfangen.

London, 4. Mai. Ter Korrespondent derTimes" in Pretoria meldet vom 3. Mai: der Umstand, daß Frau

Aus Stadt und Land.

Gießen, 4. Mai.

* Krematorium. Wie bekannt, hat man auf dem neuen

ist gestern nacht in Kairo gestorben. Die Prinzessin

Friedhöfe vorsorglich auch einen Platz für ein in der Zu- HoiTtlffrofi Grifft Ikunft zu errichtendes Crematorium ins Auge gefaßt. Es

dürfte deshalb vielleicht von Interesse für manchen Leser Berlin, 3. Mai. Der Kaiser nahm heute vormittag sein, die amtlichen Resultate über den Betrieb des Crema- auf dem Tempelhofer Felde Truppeubefichtigungen vor und torinms in Basel kennen zu lernen, der sich in der »Frkf.

kehrte um Mittag nach der Stadt zurück. Heute abend um Ztg." wie folgt findet:

10 Uhr reiste der Kaiser nach Schlitz. Die Kaiserin Basel, 1. Mai. Unser Crematorium, das vor einigen Jahren mit begab sich heute abend mit dem Prinzen Joachim und der einem Kostenaufwand von über 100000 Frcs> hergestellt wurdeist sozu- Ja cn ». . n ,, x. m v m rti o. I sagen arbeitslos. Nach amtlichem Berichte fanden beispielsweise tm

Prinzessin Viktoria Luise nach Baden Baden. Gestern nach- ibso im ganzen 1689 Erdbestattungen und blos 14 Verbrenn­mittag statteten der Kaiser und die Kaiserin in Potsdam bedungen statt: 1898 harte die Anzahl der Verbrennungen 17 betragen. Die Königin Mutter der Niederlande einen Besuch ab. I Benützung des Crematoriums ift seither nicht viel stärker. Nun macht

- Prinzessin Amalie von Schleswig.Holstein S-mtitsdep-rt-m-nt b°k°mt ,urL--b«nnung einet L-ich-nicht - ' - ' - - -ö " - 1 I etwa eine ausdrückliche Willenserklärung des Verstorbenen erforderlich ist;

die Leichenverbrennung kann aus Verlangen der Angehörigen auch bann stattfinden, wenn keine gegenteilige Willenserklärung des Verstorbenen vorliegt. Wenn man bedenkt, daß in Basel die Cremation vollständig unentgeltlich ist wie die Erdbestattung, so liegt der Schluß nahe, daß einstweilen die Bevölkerung von der Cremation wenig wißen will.

Wenn in einer Stadt wie Basel, die 3 bis 4 mal so

fyeit zur Ehre

Mit diesen Ausführungen können wir uns im ganzen einverstanden erklären. Es wird also zugegeben, daß die Pressealle Freiheit" haben muß. Wenn nun gesagt wird, daß den Bemühungen von Geistlichkeit und Presse um die Wahrheit" die nämlichen seien, so kann uns das nur will­kommen sein. Ter Pfarrverein scheint also nicht gar so viel anderes zu wollen, als das Recht für sich in Anspruch zu nehmen, unrichtigen Meldungen über kirchliche Vor­gänge 2C. oorzubeugen. Dazu aber hätte es einer solchen Resolution wahrlich nicht bedurft. Zu Berichtigungen ^geschehener Aeußerungen, die den Thatsachen nicht ent­sprechen, ist die Presse durch das Preßgesetz verpflichtet, und I sie verfällt der Strafe, wenn sie thatsächlichen Berichttg-

DieNordd. Allgem. Ztg." erklärt gegenüber einer Zuschrift derStaatSb.-Ztg.-, in welcher die Feststellung der Nordd. Allg. Ztg.- über den Stand der Zolltariffrage als einKuckukSei" bezeichnet wird, welches Schuld an der, . Verschlechterung der Aussichten für den Mittelllandkan al gebracht, iinb an der (Sntftebuna der Krisengerüchte sei, bafi hie Rett Sch, Provrnzralauschuß. Nachdem durch den

an av.« »Lt fünf hin h Provinzialtag für Oberhessen die Summe von 600 000 Mk.

stellung authentisch war. , Das Blatt fügt^^nzu.' daß der E-rbauung eines Provinzialsiechenhauses in Gießen be- arttge Faseleien schlecht in die gegenwärtige polnische Sag. I nniiigt wurde, sind die Vorarbeiten für Ausführung dieses hineinpaffen. ! Beschlusses soweit gediehen, daß die Bauarbeiten in Bälde

reicht wurde, heißt es: Da es höchst unwahrscheinlich ist, » . g

daß China aus eigenen Mitteln die verlangte En t s ch ä - «onu ngem'erungsveryattn^es. digung von 1300 Millionen Mark aufbringen kann, so bieten sich folgende vier Möglichkeiten zur Erlegung!

der Entschädigungssumme: 1. Eine chinesische Anleihe» v0n t) 0 n wl,ul ___ ______......

ohne Bürgschaft der Mächte. Diese Anleihe würde für China empfang heut/ eine Arbeiter-Abordnung. In Er- wissen möchte, den Ruin bedeuten. 2. Eine von allen Machten v e r b u r g t e Liderung auf die Ansprache derselben sagte er, es sei ««

Anleihe. 3. Tie Ausgabe von chinesischen1 Schuldschernen unmöglich den Zuckerzoll zurückzuziehen, welcher an jede Macht in der Höhe ihrer Entschadrgungsforderung, für das Budget dieses Jahres Mi der größten Bedeutung sei. zahlbar zu bestimmten Fristen. Ta die Schuldscheine ber= mar |6a 3 Mai Im Ministerrate berichtete Del- zinst werden, so könnten sie als Sicherheit für eine m- ^asse über seine Reise nach Petersburg und erklärte,! ländische Anleihe dienen. 4. Jährliche Zahlungs leist- »^r alle Fragen, welche Rußland und Frankreich inter- ungen, die aber den Nachteil haben chürden, die Zahlungs- e«ierten herrsche vollständiges Einvernehmen zwischen frist in unangemessener Weise zu verlängern. Ter Ausschuß bn beiderseitigen Regierungen.

hat beschlossen, den heimischen Regierungen die Entschei- Madrid 3 Mai Gestern abend gab es schwere düng über die oben vier Möglichkeiten zu überlassen. Der Tumulte in Barcelona nach einem Wahlmeeting. Ausschuß tritt einstimmig dafür ein, zu empfehlen, daß Anarchisten und Katalanisten stießen Umsturzrufe aus und folgende vier Einnahmequellen für die Zahlung der schassen auf die Polizei, die zurückschoß. Viele Elitschädigungsforderungen nutzbar gemacht werden: 1. Die Personen wurden verwundet.

Seezölle, die bereits unter ausländischer Verwaltung p Rom 3 Mai (Kammer.) Auf der Tagesordnung stehen. 2. Eine Erhöhung des Zolltar ifs auf fünf Pro- s^ht die Beratung des Marine-Etats und die Vorlage über zent vom Werte: diese würde, wenn Opium außer Betracht Schiffsneubauten. Morines Programm geht dahin, eine] bleibt, den Betrag von 7,5 bis 10,5 Millionen Mark ergeben. F^tte zu besitzen, welche den wirtschaftlichen Kräften! 3. Unterstellung derJnlandzölle unter die See zoll- Italiens entspreche. Er erkläre im Namen der Regierung, verst>a l tu n g ; daraus könnten 13,5 bis 45 Millionen er den Antrag Sonnino annehme, welcher den Marine- Mark jährlich gewonnen werden. 4. Tie Erhebung von Zöllen etat 190G aus 21 Millionen Lire festlege, einschließlich voii bisher zollfreienWaren, wie Mehl, Butter, Käse, Pensionen, Ausgaben für die Handelsflotte.

ausländischen Kleidungsstücken, Alkohol. Aus diesen vier! Wien 3. Mai. Nach den Erhebungen des österreichi- Quellen wäre nach Ansicht des Ausschusses eine jährliche Ge- |(j)en Oberkirchenrats sind im Jahre 1900 übergetreten: samteinnahme von mindestens 16,5 Millionen Mark und ,ur evangelischen Kirche augsburgischen Bekennt- höchstens 45 Millionen Mark zu erzielen. Außerdem werden aus der römisch-katholischen Kirche Männer 1922, von dem Ausschüsse, aber nicht auf Grund einstimmigen ^auen 1585, Kinder unter 7 Jahren 740, zusammen 4247 Beschlusses, noch sechs Vorschläge zur Erhöhung der Ein- Personen, aus anderen Bekenntnissen 272, im ganzen 4519 Fünfte oder Erzielung von Ersparnissen gemacht. Tie Mit- Personen; b) zur evangelisck^en Kirche helvetischen Bekennt- glieder des Ausschlusses sind der Ansicht, daß w^der an Bisses aus der römisch-katholischen Kirche Männer 181, der Grundsteuer noch an den Likin-Abgaben gerührt werden ^auen 208, Kinder 63, zusammen 452 Personen, aus an- kann. Tie Gesandten sind mit Ausnahme des englischen, bereit Bekenntnissen 87, im ganzen 539 Personen. Die Ge- amerikanischen und japanischen der Ansicht, daß der See- samtsumme der Uebergetretenen im Jahre 1900 beträgt Zolltarif sofort auf 10 Prozent erhöht werden soll. Die demnach 5058 Personen, davon aus der römisch-katholischen Gesandten haben den Bericht des Ausschusses, der sich auf Kirche 4699. Aus den beiden evangelischen Kirchen traten nicht erschöpfende Auslegung der vorliegenden Erhebungen Lm c>Qfcre 1900 aus 813 Personen, davon in die römisch­gründet, der Eiitscheidung ihrer Regierungen unterbreitet, katholische Kirche 705. Ter Gewinn der evangelischen Kirchen

* * ! belief sich also auf 4245, der Verlust der

lischen Kirche auf 3994 Personen.

groß wie Gießen ist, solche Resultate bei kostenloser Der- brennungSart sich ergeben haben, ist für kleinere Gemeinden eine Errichtung eines Crematoriums ein mindestens bedenk-

«US der B-röff-utlichung d-S Protokolls her Bor-1 beginnen können. T-z Areal, auf dem die Anstalt erbaut' ö kACK k ttlnffpnhPTPinä neht bernm iverden soll, das Gelände zwilchen der Licher und alten

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rungen plant, die u. a. tn einer wesentlichen Verminderung l Ausführung der Bauarbeiten ist dem Geh. Oberbaurat von der Machtvollkommenheit des Kanzlers bestehen wird, bte sich Weltzien in Turrnstadt übertragen worden, dessen Pläne in der Vergangenheit so Übel bewährt hat. DaS unglüdd^e aolle Zustimmung des Provinzialausschusses gesunden lichste Unternehmen des Flottenvereins war die sogenannte haben. Ein eigenes Baubureau wird errichtet. Die Arbeiten Nachrichten-Expedition nach Ostasien. werden in den nächsten Wochen vergeben werden und sollen

Bei der Beratung deS KultuS-EtatS kam zur Sprache, dann so gefördert werden, daß die Zunächst für 300 Pfleg- wie stark daS Klosterwesen in Preußen wieder ange- linge vorgesehene Anstal^ irn Herbste 1902 in d^lrwb ge- mnrfiUti ift iT)i» Drhen6ni?berlafiunaen läblcn iefet erheblich I nornrnen werden kann, -ttc Anstalt wird au» einem Vor- , , . , c i 0 9,07? loaltungsgebäude mit Tirektorwohnung, je zwei vollständig

Botha neuerdings die Erlaubnis erhalten, ihren Gatten mehr Mitglieder als vor dem Verbot deS Gesetzes von netrennten Gebäuden für männliche und weibliche Insassen zu besuchen, gab zu dem Gerücht Anlaß, daß die Ver- Wie verlautet, wollen jetzt bte Ursulinerinnen tn Haste Det 1 e|nem jn ^er Mitte des Gebäudes gelegenen Bau be- handlungen mit Botha wieder eröffnet seien. Ter Osnabrück ein neues Mutterkloster bauen. stehen, welcher Küche, Waschküche und Zentralheizung ent-

Korrespondent ist zu der Erklärung ermächtigt, daß dies Potsdam, 3. Mai. Die Königin-Mutter Emma ^lten soll. Tie einzelnen Gebäude sind irn Aeußeren znxrr

nicht der Fall ist, und daß keine Absicht besteht, auf die Niederlande ist heute vormütag 9 Uhr 15 Min. nach einfach gel>alten, jedoch von gefälligen architektonischen

Sache zurückzukommen. - in Hessen abgereist. Formen; ihr Umfang wird demjenigen der neuen Kliniken

gürte in ffhtna Weimar, 3. Mai. Hier spricht man in den dem Hofe kaum nachstehen.

o , X-« T p näherstehenden Kreisen jetzt von der angeblichen Verlobung ** Persoualuachrichten. Durch Entschließung des Großh.

Die Londoner Blatter melden aus Peking. General- * Großherzogs (geb. 1876). Der Gegenstand befchäf- Ministeriums des Innern ist der RegierungSaffeffor Heinrich unb bliebt fi» naÄn faat L deutschen tigt immer wieder die Gemüter, denn man zieht die Möglich Herberg zu Alzey vom 1. Juni l. Js. ab mit der Wahr-

Trupp e u dürften binnen dr^'i Wochen zurückge- feit des AuSsterbens dieser Regentenlinie in Betracht, da der nehmung der Dienstverrichtungen emeS KreisamtmannS bei

zogen werden. Man glaubt, die Chinesen seien bereits Großherzog der letzte männliche Sproß ist. Die fürstlichen vem KreiSamt Offenbach und zugleich mit der Versehung der

in die Berge zurückgekehrt, aus deneu sie Damen, die vornehmlich genannt werden, sind: die Prinzessin Zielle des Polizeikommissars (PolizeimspektorS) für ben

soeben vertrieben wvrdeu waren. Die sranzösi-iA^x^andra von Cumberland (geb. 1882) und dieI Landbezirk deS Kreises Offenbach und der RegierungSasseffor scheu Truppen dürften demnächst aus Paotingfu fcwcüc^ ^enogin Sophie von Oldenburg (geb. 1879). Dr. Otto Michel in Offenbach mit Wahrnehmung der

gezogen werden und es dürften nur einige Kompagnien Wurzbura 3 Mai Eine von dem Süddeutschen Dienstverrichtungen eines KreisamtmannS bei dem KreiSamt MM Schade der Eisenbahn zurackgelafienmerder, D,e Br-°n-r-iv°rb°nd nach Würzburg-mb-ruf-m, ,-hr zahl- WarmS t>om 1. August d. Js. ab beauftragt worden. - chÄ^S°l"datelänqs de^ Ei enbahnlinie machte dre reich besuchte Versammlung van landwirtschaftlichen und g- Der Großherzag hat dem R-chnungSrat Dame Jung Mrahina der Einwoyner eines Torfes bei Tingsho nat- werblichen Brennern aus Bayern, Baden und Württembtrg m Höchst i. O. die Krone zu dem Ritterkreuz 2. Klaffe deS

wendig; das Tors wurde u i e d e r g e b r an n t. erklärte einstimmig ihr vollstes Einverständnis mit der Verdienstordens Philipps des Großmütigen verlieben.

DieTimes" meldet aus Peking vom 1. Mai: In dem vorliegenden Branntweinsteuernovelle, die ihr geeignet ** Vom hessischen Psarrverein. Wir hatten Bericht des Ausschusses, bestehend aus dem deut- erscheine, Stetigkeit und Ruhe in daS Gewerbe zu bringen, uns veranlaßt gesehen, gegen eine die Presse betreffende

scheu, dem englischen, dem französischen und dem japani- Dieselbe protestiert gleichzeitig gegen jede weitere Er- Resolutton des hessischen Pfarrvereins, der,, wie man uns,

scheu Gesandten, der heute den übrigen Gesandten über- höbunaderBrennsteuerund Abänderung deS bestehenden als einzigem hessischen Blatte, neulich ausführlich demchtet " ~ ------ ' " r v H u hatte, in Friedberg in diesen Tagen ver,ammelt war,Stell-

__-2 ung zu nehmen. Nun geht uns von unserem Herrn Bericht

Ierftatter ein längeresberichtigendes" Schreiben zu. xsu ^UVIUUV. den einleitenden Worten ist die Rede von einemargen

3 Mai Ter Schatzkanzler Hicks Beach Mißverständnis", das der Herr Berichterstatter beseitigt ~ ' z" " 1 "" ...öchlc. Es heißt dann weiter:

Es ist eine längst gemachte Erfahrung, daß häufig hie und da in der Presse völlig falsche Meinungen und Ansichlten zu tage treten über Reformation, Evangelium, evang. Christentum, Kirche, kirchliche Sitte, Pfarrstand .,. u. dergl., die teils aus Mangel an besserer Kenntnis ober I auch vielfach von einer kirchen- und christentumsfeindlichen I Presse ausgenommen und in das Bott hineingetragen merken, die aber sehr oft dazu angethan sind, fajw Vorstellungen hervorzurufen und Wirrwarr tn christlichen Gewissen und Gemütern zu erregen. Schon bald nach Gründung des Hess. ev. Pfarrvereins wurde dieser Uebel- stand erkannt, und gegen ihn aufzutreten als eine Aus- gabe des Pfarrvereins betrachtet, da man verstand, daß der einzelne auf diesem Gebiete wenig auszurichten ver­mochte. Nach dieser Richtung hin war aber bis letzt in den 11 Jahren des Bestandes des Hess. Pfarrvereins nichts oder sehr wenig geschehen, und daß auch hier.ein­mal eingesetzt werden könnte, erschien das ThemaWie ist Ueberwachung und Beeinflussung der Presse einzurichten und besser zu organisieren?" auf der Tagesordnung der heurigen Jahresversammlung, der sich an den Vortrag anschließenden Diskussion trat es sofort hervor, daß die WorteUeberwachung" und Beeinflussung" unglücklich gewählt waren, und die Sache auch gar nicht trafen. Es wurde betont, daß eineMitarbeit" notwendig sei. Bei Berawng des Themas hat der Versammlung völlig fern gelegen, die Presse so in ihre Gewalt zu bringen, wie das z. B. innerhalb der katholischen Kirche bei einem Teile der Presse der Fall ist, aber das giebt die verehrliche Redaktion gewiß zu, bei aller Freiheit, die die Presse hat und haben muß, darf sie doch ihre Ab- hänqigkeitvon ein em Faktor n i ch t v e r l i e r e n und das ist die Wahrheit. Und hier ist der Punkt, in dem sich Pfarrverein und Redaktion begegnen, und weil beide hier die Hände in einander legen, so sind auch die Momente in einer gemeinsamen Arbeit und Zusammenwirken zum Besten des Volkes gegeben.

Wenn nun der Pfarrverein wahrnimmt, wie hier und da in der Presse falsche Vorstellungen über bte oben angegebenen Gebiete geweckt, wie absichtlich und bewußt vielfach Unwahrheiten verbreitet werden, denen man es schon von Weitem ansieht, welch eine Tendenz dabei verfolgt wird, Vernichtung der Kirck)«e und des Glaubens, wie auch manchmal bei den besten Absichten aus Mangel an Kenntnis über gewisse Vorgänge des kirchlichen Lebens oder Einrichtungen der christlichen Kirche falsche Meinungen wiedergegeben werden, wie auch ost schon mancher Pfarrer in seiner Thätigkeit namentlich als Biißprediger verstanden worden ist, so sieht er es als seine Pflicht an, durch Berichtigungen ans- klärend zu wirken und der Wahrheit zu dienen. Damit nun dies ganz prinzipiell durchgefichrt werden kann, ist eine Kommission ernannt, der speziell diese Thätigkeit übertragen worden ist.

VonUeberwachung" undBeauffichtigung" im bösen Sinne des Wortes konnte und kann keine Rede sein und diese Worte wurden, weil nicht präzis genug, in die Resolution nicht aufgenommen. Wie die genannte Kommission ihre Thätigkeit zu entfalten gedenkt, die Presse zuüberwachen" und zubeeinflussen", geht aus gegenwärttgerBerichtigung" hervor. In dieser und ähnlicher Weise wird die Kommission arbeiten der Wahr-

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