Ausgabe 
5.1.1901 Erstes Blatt
 
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Frankfurt-Preußen und eine Angliederung der ganren Bahn, auch des badischen Anteils, an die preußisch:hessische Gemeinschafts- Verwaltung hinaus zu wollen. Preußen soll die badischen Vorschläge, die im Fall der Au'hebung ves Staatsvertrags auf eine Loslösung des bad'schen Anteils und ein bloßes Betriebsübereinkommen zwischen Preußen Hessen und Baden unter Wahrung der vollen Unabhängigkeit und Selbständig­keit Badens, lediglich für den badischen Anteil an der Main N-ckar Bahn, abzielten, nicht annehrn-n wollen. Preußen will vielmehr einen vollständigen Anschluß auch des badischen Anteils an die preußisch hessische Gemeinschafts­verwaltung mit allen Mitteln durchsetzen, wenn es nicht anders geht, auf dem ja schon mit Erfolg erprobten Weg des Verkehrskriegs. Damit wären auch die pfälzischen Bahnengeliefert". Hessen und speziell Darmstadt, das ja im Fall der Durchführung jener Reorganisatron die Direktion ver­lieren würde, soll, wie derFrankf. Ztg" geschrieben wird, in neuerer Zeit damit geködert werden, daß man die Verlegung eines Teils der Be- lriebswerkstätten des Frankfurter Direktionebezrrks nach Darmstadtin Aussicht stellt".

Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Vraunsteirr-Bergwert Fernie. Es ist nunmehr ein Jahr ver­flossen, seit hier eine Baggermaschine des Herrn Bartling aus Wiesbaden, der einen Vertrag auf mehrere Jahre mit dem Bergwerk abschloß, eintraf. Für die Bewohner der hiesigen Gegend war es sehr interessant, den Bagger in Thätigkeit zu sehen. Er hatte die Ausgabe, das Erz bloß zu legen, um größere Mengen zutage sördern und absetzen zu können. Leider erlitt aber im verfloss-nen Jahr die Eisenindustrie durch die Kriege einen harten Schlag und erst in den letzten Wochen ist der Absatz von Erz roieber bedeutend geworden, sodaß die Drahtseilbahn Tag und Nacht in Thätigkeit ist. Die Erdmasien, die durch die Baggermaschine abgedeckt und durch mehrere Züge fortwährend weggebracht wurden, sind sehr be­trächtlich, sie bilden an den neuen Kliniken und Klein-Linden einen hohen Damm, über den hinaus nur noch die Spitzen des Waldes tagen. Um den Bagger und die übrigen Maschinen mit Wasser versorgen zu können, hatte man eine eigene Wasserleitung angelegt und dabei eine große Wasser­menge gefunden. Mehrere Professoren aus Gießen und Darmstadt waren im Sommer hier, probierten das Wasser und fanden es ausgezeichnet. Wie man hört, besteht die Absicht, die Leitung später für die zu erbauende Landes-Heilanstalt anzukaufen, die wahrscheinlich nach Gießen kommt. Auch zur Wasserversorgung des nahen Dorfes Klein-Linden wäre die Lei- eung sehr geeignet. Vor eiaigen Tagen hat der Bagger seine Thätigkeit tingefteHt und das Bergwerk hat eine bedeutende Abfindungssumme zahlen müssen, man hört von 70 000 Mark. Im Laufe des Wmters werden am Bagger und den übrigen Maschinen, Wagen, Geleisen rc. Reparaturarbeiten ausgeführt und erst im Frühjahr soll alles weggebracht werden. Das Personal, das die Maschinen bedient hat und in dem benachbarten Gießen, Leihgestern und Klein-Linden wohnt, bleibt ebenfalls so lange hier.

H. Die Spielhage n banken. Das über Erwarten günstige Resultat bei der Prüfung der Hypotheken der Preußischen Hypothekenbank Spielhagen hat die Berliner Börse in eine bessere Stimmung gebracht, soweit vor allem die Obligationen der Spielhagen­banken selbst in Betracht kommen. Es wäre interessant zu hören, wie es möglich gewesen ist, alle Hypotheken dieses Institutes so rasch zu prüfen, vor allem auch wie es möglich gewesen ist, genau festzustellen, inwiefern nicht die bessere Sicherung der betreffenden Hypotheken - Pfand­briefe auf Kosten jener Dependancen der Spielhagenbank entstanden sind, so daß unter Umständen auch ein Regreß stattfinden kann, der weniger günstig für die Spielhagenbank aussallen könnte. Gerade die mögliche Auseinandersetzung, die noch innerhalb jener Gruppe selbst stattfinden konnte, darf keinen Augenblick unterschätzt werden. Wenigstens ist es nicht zu denken, daß sich die Vertreter u. s. der Grund- schuldbank-Jnteressen mit den Schiebungen einverstanden erklären könnten, die in den ungeheuersten Beträgen that- sächlich gemacht worden sind.

A-us dem Jahresbericht der Mannhei mer Handelskammer. Für den Handel mit inländischem R o h t a b a k war das Jahr 1900 höchst unerfreulich; das 1899 er Gewächs war beim Pflanzer hoch bezahlt worben, während die Verkaufspreise in ihrer Höhe durch die Preise der ungewöhnlich großen Javaernte genau begrenzt waren. Im allgemeinen wurde die Rentabilität des im Pfälzer Tabakgeschäft angelegten Kapitals durch wachsende Unkosten, Löhne, Zinsen usm beeinträchtigt. Die 1900 er Tabake sind zu hohen Preisen wieder frühzeitig eingekauft worden und versprechen gut zu werden. Der Handel mit aus­ländischen Rohtabaken zählt das Jahr 1900 wegen der über­großen und vielfach qualitativ mangelhaften ausländischen Ernten zu den weniger günstigen. Die Eutrippindustrie hatte kein günstiges Jahr, da das Wirtschaftsleben in dem Hauptabsatzgebiet England infolge des südafrikanischen Krieges darniederlag und die englischen Fabrikanten, die noch deutsches Umblatt verwenden, dafür einen billigeren Ersatz suchten und in der großen Javaernte fanden. In der Z i g a r r e n i n d u st r i e machte sich immer noch, wenn auch nicht in dem Maße wie im Vorjahre, die Ueberproduktion geltend,' der Absatz mar namentlich gegen Ende des Berichtsjahres etwas besser. Aber der stutzen wurde weiter beschränkt durch die Erhöhung der Produk­tionskosten. Die Ansprüche der Händler und Konsumenten steigen, Tabake, die zur Herstellung eines diesen An­sprüchen genügenden Fabrikates geeignet sind, waren nach wie vor teuer und selten höhere Preise für das Fabrikats waren nicht zu erzielen. Die Klagen über langsame Zahl­ungsweise sind nicht verstummt. Die Rauchtabak­industrie mußte die größten Anstrengungen machen und mit sehr bescheidenem dwtzen arbeiten, um ihren Ersatz zu erhalten.

Gerichtssaal.

M a i n z, 3. Januar. Die Strafkammer verurteilte den Weinkommissionär Anton Schäfer aus Zornheim wegen Beleidigung des früheren dortigen katholischen Pfarrers Gillig zu Mark 30 Geldstrafe. In Zornheim wurde im Sommer bei der Versetzung des Pfarrers nach Mainz das Gerücht verbreitet, er sei des Amtes enthoben worden, weil er sich etwas Ungehöriges hätte zu Schulden kommen lassen. Als Verbreiter des falschen Gerüchts wurde der Angeklagte zur Verantwortung gezogen.

Berlin, 2. Januar. Wie jetzt gemeldet wird, hat auch die im St e r n b e r gp ro z e ß zu sechs Monaten Ge­fängnis verurteilte Anta Wender Revision eingelegt.

wird, hat Kapitän Kretschmann noch ein Hoch auf den Kaiser ausgebracht, als er sah, daß der Untergang derGneisenau" unvermeidlich war. Heute mittag fand im Exerzierhause der Matrosendivision eine Begrüßung der Gneisenau"-Mannschaft durch den stellvertretenden Kom­mandanten der Nordseestation, Kontre- Admiral von Frantzius, statt. Dem Akte wohnten auch die Angehörigen der Heimgekehrten bei, Marine-Oberpfarrer Göbel hielt die Andacht, Kontreadmiral von Frantzius die Begrüßungsrede.

* Ueber die Zermalmung des General­leutnants z. D. v. Pochhammer, durch die Berliner Straßenbahn, werden folgende Einzelheiten nritgeteilt: Generalleutnant v. Pochhammer wollte am Sonntag abend gegen 6 Uhr mit seiner 15 jährigen Tochter die nach dem Zoologischen Garten führende elektrische Straßenbahn be­nutzen und stellte sich vor 'der gegenüber seiner Wohnung, Uhlandstraße 27, befindlichen Haltestelle auf. Er trat zu dicht an das Nebengeleise heran und wurde dabei nicht gewahr, daß von der entgegengesetzten Seite die nach Wilmersdorf fahrende Straßenbahn, die nicht an dieser Stelle hält, in voller Schnelligkeit herangefahren kam. Der Wagenführer konnte nicht zeitig genug bremsen, General- keutnant v. Pochhammer wurde vom Wagen erfaßt und etwa 50 Schritt mit fortgeschleift, ehe es gelang, den Wagen zum Stehen zu bringen. Blutüberströmt wurde der Ver­unglückte hervorgezogen. Der Kopf, Arme und Füße waren schwer verletzt, und besinnungslos wurde Generalleutnant ü. Pochhammer in seine Wohnung geschafft, wo ihm sofort ärztliche Hilfe zu teil wurde. Der ärztliche Beistand.war aber vergeblich, und ohne die Besinnung wieder erlangt zu haben, starb v. Pochhammer um 11 Uhr nachts. Der Ver­storbene hinterläßt außer seiner Gattin zwei Töchter und einen Sohn. Letzterer befindet sich zur Zeit als Leutnant zur See auf dem Kanonenboot Jaguar in Ostasien. Eine Schwester des Generalleutnants, v. Pochhammer ist erst vor kurzem bei dem Eisenbahnunglück bei Offenbach auf schreckliche Weise zu Tode gekommen.

* Peinliches Aufsehen erregt in militärischen Kreisen Spandaus ein Vorgang, der mit Ueberweisung seines Urhebers in eine Heilanstalt seinen vorläufigen Ab­schluß gefunden hat. Die Spandauer Korrespondenz berichtet: Der Zeugleutnant N., der eine Zeit lang dem Artillerie- depot in Spandau angehörte und seit Kurzem zu der gleichen Behörde in Berlin versetzt war, erhob plötzlich schwere Verdächtigungen gegen seine Kameraden vom Spandauer Artilleriedepot, er behauptete, unter Namhaft­machung zweier Zeugoffiziere, daß aus dem Depot Waffen und Materialien heimlich verkauft worden seien, und schließlich verbreitete er die Meldung, daß zwei Personen wegen solcher Handlungsweise verhaftet wären. Mehrere Tage hindurch wußten die beteiligten Behörden nicht, wer der Urheber der grundlosen Verdächtigungen gewesen sei. Als dieser dann endlich in der Person des Zeugleutnants N., der in Charlottenburg wohnt, ermittelt wurde, war er aus seiner Wohnung verschwunden. Nur mit geringen Mitteln versehen, hatte Leutnant N. eine Reise angetreten, deren Ziel nicht einmal seiner Familie bekannt war. Bald darauf wurde rr in Hamburg ermittelt. Der Offizier machte den Eindruck eines Geistesgestörten, und lediglich auf geistige Umnachtung ist seine Handlungsweise zurückzuführen. Der Unglückliche befindet sich jetzt in einer Privatheilanstalt.

* Zweibrücken, 2. Januar. Die Sylvesternacht ist hier für eine Wirtsfamilie verhängnisvoll geworden. Als sich die Wirtsleute Friedrich Schäfer,Zur Linde", gegen 2 Uhr zur Ruhe begeben wollten, bemerkten sie Rauch. Aus der Schlafstube der Kinder drang ein erstickender Qualm. Auf unerklärte Weise hatte sich das Bett der Kinder entzündet und waren drei Kinder, ein Säugling von sieben Monaten, ein Mädchen von vier und ein Knabe von sechs Jahren, der bei der Familie zu Besuch war, erstickt. Aerztliche' Wiederbelebungsversuche blieben ohne Erfolg. ;

* Honnef, 2. Januar. Hier suchte der Realgymnasial- Oberlehrer Kucher aus Iserlohn vergeblich Heilung von seiner Brustkrankheit, und dieser Tage st a r b er. Seine Braut, die jede Woche den Kranken besuchte, fand bei ihrem letzten Vorsprechen den Geliebten als Leiche im Totenhause auf dem Friedhöfe wieder. Sie schmückte die Leiche mit einigen Rosen und leerte dann ein Fläsch­chen mitBlausäure, um rnff dem Geliebten im Tode vereint zu sein. So fand man zwei Leichen vor.

* Leipzig, 2. Januar. Der von Leipzig nach Alten­burg fahrende Personenzug ist heute mittag bei der Station Gößnitz infolge Versagens der Bremsvorrichtung e n t g l e i st. Das Wärterhaus und mehrere Wagen wurden beschädigt. Personen wurden nicht verletzt. Der Ma­terialschaden ist bedeutend.

Folgenden haarsträubenden Unsinn tischt dasEcho de Paris" vom 28. Dezember seinen Lesern auf: Heimkehr aus Deutschland. Die Bewohner von Sennecey le Grand bei ChalonS an der Saone waren nicht wenig er staunt, als sie jüngst einen ihrer Mitbürger, Herrn Pariset, heimkehren sahen, der seit dem Kriege von 1870 verschwunden war. Herr Pariset hat als Gefangener 30 Jahre in den Festungswerken Berlins zugebracht. Seit langem hielt man in Sennecey Herrn Pariset für tot. Er hat erklärt, es säßen noch sechs Kameraden von ihm in Berlin gefangen, weil sie wie er gegen die Roheiten eines preußischen Offiziers sich verwahrt hätten." Vielleicht teilt uns Herr Pariset den Namen des Berliner Festungskwmmandanten mit: eS wird wohl ein Kamerad des bekanntenGeneral Staff" sein.

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Stückgüter. Die zur Aufgabe kommenden Stückgüter find, sofern deren Beschaffenheit dies ohne besondere Schwierigkeiten gestaltet, vom Absender mit der Bestimmungsstation In dauerhafter Weise zu versehen. Ist vom Absender dir Berechnung der Bestimmungsstation unterlafien, so wird sie von der Güter-AbfertigungLstelle gegen Erhebung fer im Nebengebübrentarif festgesetzten Gebühr von 5 Pfg. pro Stück ^usgeführt. Die Kosten des Materials find hierin mit einbegriffen. Die Güter-Abferttgungsstellen find angewiesen, auf eine genaue Ein­haltung dieser Bestimmungen zu halten. Stückgüter erreichen am schnellsten und sichersten ihren Bestimmungsort, wenn, wie bei Post- paketm, die genaue vollständige Adresse dcS EmpsÄigers angegeben wird.

Eisenbahn-Tarif Anzeiger». Seit Beginn des Kalender­jahres 1901 wird für den Etsenbahndtrektionsbezirk Frankfurt a. M. <tn besondererTarif-Anzeiger* herauSgegeben. In denselben stob alle Verfügungen der Köntgl. Eisenbahn-Direktion Frankfurt a. M., soweit sie auch für daS Publikum von Interesse sind, ausgenommen, welche die Einführung, Abänderung, Ergänzung und Aufhebung der Tarts« für dm Personen- und Gepäck-Verkehr, Tierverkehr und Güterverkehr betreffen unb nicht sofort durch Tarifnachtrag zur Durchführung ge­bracht werdm; ferner die Fahrpreisermäßigungen für besondere Fälle. Der Tarif-Anzeiger ist in Tartsformat etvfetttg gedruckt, fodaß er durch Zerschneiden aufgelöst werdm kann. Der hierzu geeignete Tell der Verfügungen ist so gefaßt, daß ein satzweises Auskleben an dm betreffenben Stellen ber Tarife burchführbar ist. Da bte Kenntnis ber burch dm Tarif-Anzeiger an unsere Dtenststellm erlaffenm Ver- fügunam vielen Verkehr-.Interessenten erwünscht sein wird, namentlich auch dm Käufern und Abonnenten von Tarifen, so ist der Taris- -lnzetger, welchem gegebenenfalls ein Anzeigeblatt mit GeschäftSanzeigm beigegeben ist, allen Jnteressentm im Wege deS Abonnements zugänglich gemacht.

Maip-Neckar-Bah«. Die Absichten Preußens scheinen auf »me Auflösung des Staatsvertrags von 1848 zwischen Hessen, Baden und

UlliverstlAs-Nachrichteu. _____

~ Der a.-o. Professor Dr. Jaroslaw Sedialek ist zum o. Pro- reffor des Bibelstudiums des alten Testaments und der semitischen Delikte an der böhmischen Universität in Prag ernannt roorben. Das sächsische Landes Medizinal-Kollegium hat mit großer Mehrheit beschlossen, sich da hrn zu erklären, daß eine «enderung der jetzt gütigen Vorbedingungen für dar Studium der Medizin weder im Interesse der Allgemeinheit noch bes ärztlichen Standes gelegen sei, daß aber, falls die Abiturienten der Realgymnasien bezw. Realschulen dennoch zugelassen werden sollten, die v *n demselben Maße und ohne alle Einschränkung für alle § «- ausgesprochen werdm müsse. An der Universität Lausanne v-finden sich unter den 583 immatrikulierten Studenten dieses Winters nicht weniger als 93 Frauen. Die 128Auditeurs" bestehen zu zwei rx"8 $>ameu: 87< darunter 36 Schweizerinnen, 21 Russinnen

. 8 Engländerinnen. Im Ganzen studieren gegenwärtig 180 Damm in Lausanne.

An den dentschenUniversitäten sind in diesem Winter 34 363 Studenten immatrikuliert, gegen 34 389 im Sommer und 33 463 int vorigen Winter. Es ist also, wie schon in den letzten zwei Jahren, zwar nicht gegenüber dem Sommer, wohl aber gegen den vorigen Winter wieder eine Steigerung und zwar um volle 900 Mann ein­getreten. Im Winter 1890/91 waren es 28 711, in dem verflossenen Jahreszehnt also eine Zunahme um fast 6000. Im einzelnen verteilt sich die Gesamtzahl folgender­maßen auf die Universitäten: Berlin 6673 (gegen 5105 im Sommer und 6478 im letzten Winter), Bonn 1917 (gegen 2162 und 1886 in den beiden letzten Semestern), Breslau 1638 (gegen 1662 und 1618), Erlangen 967 (gegen 974 und 974)/ Freiburg 1218 (gegen 1766 und 1235), Gießen 847 (gegen 855 und 802), Göttingen 1317 (gegen 1344 und 1238), Greifswald 726 (gegen 808 und 759), Halle 1713 (gegen 1620 unb 1636), Heidelberg 1280 (gegen 1553 unb 1250), Jena 681 (gegen 758 unb 655), Kiel 780 (gegen 1056 unb 755), Königsberg 874 (gegen 881 unb 840), Leipzig 3586 (gegen 3269 unb 3481), Marburg 1053 (gegen 1184 unb 1040), München 4184 (gegen 4391 unb 4094), Münster 753 (gegen 691 unb 620), Rostock 512 (gegen 495 unb 464), Straßburg 1132 (gegen 1145 unb 1105), Tübingen 1350 (gegen 1540 unb 1361), en blich Würzburg 1164 (gegen 1126 unb 1215). Bei Unterscheibung ber Fakultäten ergiebt sich, wenn wir wieberum bes Vergleiches wegen in Klammern erst bic entsprechend Zahl b.:j letzten Sommers unb bann bic vom vorigen Winter beifügen: 9982 Juristen (gegen 9819 unb 9415), 7113 Mebiziner (gegen 7502 unb 7543), 5200 (gegen 5011 unb 4928) Philologen unb Historiker, 4722 (gegen 4624 unb 4352) Mathematiker unb Naturwissen­schaftler, 2327 (gegen 2472 unb 2433) evangelische unb 1584 (gegen 1644 unb 1548) katholische Theologen, 1157 (gegen 1161 unb 1121) Pharmazeuten, 883 (gegen 837 unb 886) Stubierenbe ber Lanbwirtschaft, einschließlich ber etwa 300 Stubierenben ber Geobäsie unb Lanbeskultur- technik in Bonn, 821 (gegen 779 unb 753) Stubierenbe ber Staats- unb Forstwissenschaft, 448 (gegen 439 unb 422) Stubierenbe ber Zahnheilkunbe, schließlich 126 (gegen 110 unb 82) Stubierenbe ber Tierheilkunde, letztere alle in Gießen immatrikuliert. Aus biefer Zusam­menstellung geht beutlich hervor, baß innerhalb ber Studienfächer bie für die letzten Jahre festgestellte Be­wegung auch dieses Mal keine Veränderung aufweist weitere Zunahme bei den Juristen, Philologen unb Histori­kern unb bei ben Mathematikern unb Naturwissenschaftlern, bagegen weiterer Rückgang bei ben Mebizinern unb evan­gelischen Theologen.

Theater, Kunst und Wissenschaft.

Flachs mann als Erzieher", bie neue Otto Ernstsche Komöbie, bie jetzt am Berliner Lessingtheater gegeben wirb, ist bereits von allen namhaften Bühnen Deutschlanbs zur Aufführung angenommen worben. Mit Berlin 'zu gleicher Zeit erlebte bie Komöbie ihre erste Aufführung am Stabttheater zu Frankfurt a. M., am Hof­theater zu Wiesbaben, am Stabttheater zu Leipzig, am Stabttheater zu Kiel u. a. m.

Man schreibt^ uns: Die neu eröffnete Januar- Ausstellung lm Kunstsalon Hermes zu Frank­furt a. M. weist Sonberausstellungen auf von Corio- lano Vighi-Bologna mit 12 Pastellen, unb bem holländischen Symbolisten Jan Toorop mit 35 Werken. Beide Kollektionen waren bisher nirgenbs ausgestellt unb werben zuerst in Frankfurt gezeigt. Vertreten sind außer- bem Joh. Herterich mit brei Gemälben, Hans Thoma mit seinem neuesten WerkFrühling auf bem Gebirgssee", W. L e i b l mit zwei Porträts aus bem Jahre 1872 unb 1899, Lenbach mit mehreren Bilbnisfen, unb bie meisten unserer anerkannten Künstler. Zwei junge Belgier, Alfreb Bastien unb Georges Vernier, fanbten einige bemerkenswerte Lanbschaften, sowie Romulo Koelman brei Webuten aus Rom.

Am 4., 5. unb 6. Januar tagt in Weimar ein S tu- bentenkongreß. Es werben sich bort bie nichtin - korporier ten ©tubenten sämtlicher beutscher Univer­sitäten unb Hochschulen treffen, um gemeinsam über stuben- tische Angelegenheiten zu diskutieren. Em bekannter aka- bernischer Lebrer wirb bas Referat über bas Thema:D i e Zukunft 6 er bentschen Stuben ten schäft" über­nehmen. Es ist bas erste Mal, daß sich die freien Stu­denten zu einem Kongresse vereinigen. In Weimar wird der Oberbürgermeister mit dem Staotrate am ersten Abend die Gäste im Namen der Stadt begrüßen. Im Großh Hoftheater wirb zu Ehren bes Tages eine Festvorstellung ftattfinben.

Leipzig, 1. Januar. Am letzten Tage bes alten Jahres ist, fast 70 jährig, Kommerzienrat Hermann Friebr. Giesecke, ber Begrünber bes typographischen Instituts Giesecke unb Devrient, gestorben.

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Familien-Uachrichten.

Gestorben: Wwe. Laise Schmalz in Hungen. Luise Heck­mann in Darmstadt. Otto Welcker, evang. Pfarrer in Okarben.

Kunst-Ausstellung. au 8 Stellung im Turmhaus am Brand ist tSglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 bis 5 Uhr nachmittags, an Bonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen. Eintritt für Niohtmitglieder an Werktagen 50 Pfg. an Bonn- und Feiertagen 20 Pfg.