Geistererscheinungen. Angesichts solcher Leistungen ist der Besuch der Vorstellungen sehr empfehlenswert."
§ Butzbach, 1. Dez. Dem Vernehmen nach soll die Umwandlung des hiesigen Postamts 2. Klasse in ein solches 1. Klasse höheren Ortes zur Erwägung gebracht worden sein.
Urrmischtes.
* Köln a. Rh., 2. Dez. Aus der amtlichen Mitteilung über das Eisenbahnunglück bei Buir ist hervorzuheben: Es wird vermutet, daß die alte Schiene zur Zeit des Unfalles flach auf der Fahrschiene gelegen hat und zwar mit dem Kopfe nach der Geleismitte. Auf der linken Schiene, auf welcher die Entgleisung erfolgte, war als einzige Spur eine etwa Ctm. tiefe, 1 Ctm. breite und 5 Ctm. lange scharfe Einpressung zu erkennen. Gegen 5 Uhr 30 Min. will der Streckenwärter an dieser Stelle vorübcrgekommen sein, aber nichts Ungewöhnliches bemerkt haben.
* Forst (Lausitz), 2. Dez. Gestern abend wurde der Ortsvorsteher Apelt in Kalke bei Triebe! von dem 23 jährigen Häuslersohn Schurmann erschossen. Schurmann, ein arbeitsscheuer Mensch, bedrohte seinen Vater, der ihn nicht mehr mit Geld unterstützen wollte. Apelt, der zu Hilfe gerufen wurde, erhielt beim Betreten der Wohnung einen Schuß in den Kopf. Er war sofort tobt. Der Mörder flüchtete mit Gewehr und Munition in den Wald.s
* S orau, 2. Dez. Es wurde schon mitgeteilt, daß die Mitglieder der Familie Kaschke aus Datten bei Pforten wegen religiösen Wahnsinns in die Irrenanstalt zu Sorau gebracht worden sind. Die Kranken waren nach dem gewaltsamen Tode der Mutter noch Kaschke Vater, die beiden Söhne (also auch der schon erwähnte Amerikaner, der, unbeteiligt zwar, vom Kreisarzt aber als infiziert erklärt ist), die Tochter und die Magd, die eine Schwester der toten Frau Kaschke ist. Auf die an den Sohn Paul K. gerichtete Frage des Kreisarztes, wer denn die Mutter totgeschlagen habe, berief sich Paul auf sein Gebetsblatt Nr. 31, worin es heißt: „Gott ist Licht; darum hat er mit dem Sünder keine Gemeinschaft. Gott ist die Liebe; darum bietet er dem Sünder Versöhnung an und streckt verlangend nach ihm die Arme aus. Gott ist Licht; darum ist »ohne Blutvergießen" keine Vergebung der Sünden!" (Hebräer 9, 22.) Weiter sagte er: „Die Mutter war vom Teufel besessen; den Teufel auszutreiben, mußte Blut fließen. Ohne Blut keine Entsühnung, ohne Entsichnung kein himmlisches Leben. Gott hat uns gerufen. Jetzt ist der Teufel von uns gegangen und wir können in den Himmel ziehen." Das Gebetsblatt Nr. 31 ist verlegt in Dillenburg, gedruckt in Frankfurt a. M.
* Pap enburg, 2. Dez. Die Flut der Ems hat hier einen drohenden Stand erreicht. Viele Dörfer sind schon ganz vom Wasser eingeschlossen. Der Verkehr mit ihnen kann nur mit Kähnen, resp. Schiffen auftecht erhalten werden. In den Gemeinden Hilter und Langen verursachte die Wasserflut bereits großen Schaden an den Getreidefeldern.
* Vlotho, 2. Dez. Der wegen verübten Mordes an dem badischen Gerichtsassessor Dr. Ladenburger in Riva ft Z. verhaftete Bäckergehilfe Otto Müller aus Insterburg und hier zuletzt in Stellung, befindet sich zurzeit in Rovereto (Tyrol-Oesterreich) noch in Untersuchungshaft. Die von dem Verbrecher hier seinem Arbettgeber geraubten Geldsachen, als Uhr, Ringe, Broschen rc., sind in diesen Tagen von dort an das hiesige Amtsgericht gefanbt und dem Eigentümer Teipel wieder ausgehändigt worden. Dagegen hat Müller die ebenfalls dem T. geraubten 850 Mk. in kaum drei Wochen vergeudet. Nun ist M. aber auch noch einer anderen Mordthat ^verdächtig. Neben der Müller'schen Photographie bringt das „Deutsche Fahndungsblatt" in seiner letzten Nummer von der Polizeidirektion in Bremen eine Mitteilung, wonach im Februar 1898 dort auf einer etwas abgelegenen Promenade ein Schiffskapitän Plaste in ähnlicher Weise wie Dr. Ladenburger ermordet und beraubt worden ift Da die Ermittelung des Thäkers bis jetzt noch nicht gelungen, ist die Vermutung auf- .getteten, daß Müller auch diesen Mord ausgeführt hat, zumal einige Personen, welche den vermutlichen Mörder des Kapitäns haben fortlaufen sehen, glauben in der Photographie von Müller eine Ähnlichkeit mit dem Mörder zu finden. 'Die Bremer Behörde sucht nun zu ermitteln, ob Müller sich in der betreffenden Zeit in dottiger Stadt und Umgebung event. aufgehalten hat.
• Mannheim, 2. Dez. Im Zimmer der Unterprima des hiesigen Gymnasiums entstand in der Unterrichtsstunde Hes Prof. Zettler eine Explosion, wobei der Professor ;unb drei Gymnasiasten durch Glassplitter echeblich verletzt -wurden. Prof. Zettler sank blutüberströmt und bewußllos ',gu Boden. Die vier Verletzten mußten per Wagen in ihre 'Wohnung befördert werden.
Theater, Kunst und Wissenschaft.
Berlin, 1. Dez. Am Donnerstag ist Direktor Rafael Löwenfeld vom Schiller-Theater auf Veranlassung der Leipziger Staats- .anwältschast hier verantwortlich vernommen worden. Es handelt -sich um die Antwort des Grafen Leo Tolstoi an die russische Kirche, die Rafael Löwenfeld in der bei Eugen Diederichs in Leipzig erscheinenden Gesamtausgabe, deren Uebersetzer und Herausgeber er ift, veröffentlicht hat. Wie bekannt, hat die Leipziger Staatsanwaltschaft gegen diese Publikation die Konfiskation ausgesprochen. Löwenfeld ift Daraufhin jetzt in Anklagezustand versetzt worden wegen Gotteslästerung und wegen Beschimpfung der russischen Kir ch en g em e i ns ch a f t. (Bereits gelegentlich her Beschlagnahme der Tolstoischen Schrift gegen den heiligen Synod haben wir unsere Verwunderung über diesen unbegreiflichen iSchritt deutscher Behörden zum Ausdruck gebracht. D. Red. oes Gieß. Anz.)
— Otto Julius Bierbaum, der treffliche Poet und Schriftsteller, der Herausgeber der „Infel", zeigt seine soeben in München vollzogene Vermählung mit Gemma, aeb. Prunetti-Lolli an. Das junge Paar hat sich in Berlin W., in der Neuen Winterfeldtstraße, sein Heim begründet.
Davos-Platz, 1. Dez. Heute fand im Beisein der in der : Schweiz beglaubigten Gesandten Deutschlands und Bayerns, ,Dr. Bulow und Grasen Montgelas die feierliche Eröffnung der "deutschen Heilstätte für minderbemittelte Lungenkranke statt.
Gerichtssaal.
N. Gießen, 30. Nov. (Kriegsgericht.) Der erste Fall /betrifft einen Vizewachtmeister, der unter der Anklage
lebt, Meldungen falsch abgestattet zu haben. Die Angelegenheit kommt nicht zur weiteren Verhandlung, da auf Antrag des Kriegsgerichtsrats die Beschlußunfähigkeit des Kriegsgerichts, weil es sachlich unzuständig fei, ausgesprochen wird. — In dem folgenden Falle richtet sich die Anklage gegen den Musketier Keßler aus Großen- Linden wegen „Achtungsverletzung und Gehorsams-Verweigerung vor versammelter Mannschaft". Die Angelegenheit hatte am 19. Oktober einem Standgerichte Vorgelegen, war aber ans Kriegsgericht überwiesen worden, weil das Standgericht nach §§ 94, 95 des Militärstrafgesetzbuches nicht zuständig war. Keßler war zu einer Hebung eingezogen, aber noch an demselben Tage als zur Hebung untauglich entlassen worden. Ein Freund von ihm, Hamel, war gleichfalls eingezogen worden. 11m freizukommen, halle letzterer zwei Reklamationen eingereicht, die aber feine Berücksichtigung fanden. Als nun Hamel aus dem Bezirkskommando kam, sagte Keßler zu ihm, es sei eine Schande, daß er trotz seiner zweimaligen Reklamation die Hebung mitmachen müsse; andere, die üben wollten, dürsten nicht usw. Der Feldwebel Pfortnagel, der die Aeußerungen des Keßler gehört, verwies ihm seine Reden, und sagte zu ihm, er habe keine Kritik zu üben. 9hm rief Keßler dem Feldwebel zu: „Das geht Sie nichts an, ich habe mit meinem Freunde gesprochen". Der Feldwebel rief ihn zurück, aber er leistete dem Rufe nicht Folge. Musk. Eisenhauer, der Hamel zur Bahn bringen sollte, sagt aus, Keßler habe ihm, als er ihn aufforderte, doch zum Feldwebel hinzugehen, geantwortet, das thäte er nicht, er ginge nicht hin. Als Zeugen werden der Bezirksfeldwebel, Feldwebel Pfortnagel, Hamel und der Musketier Eisenhauer vernommen. Sie sagen ziemlich übereinstimmend aus. Der Bürgermeister und der Ortsdiener von Großen-Linden, die über den Leumund des Angeklagten auszusagen haben, schildern ihn als arbeit)amen gutmütigen Menschen, von dem nichts Nachteiliges bekannt ei. Zu seiner Entschuldigung führt der Angeklagte an, er habe, weil er von seiner Hebung befreit worden fei, geglaubt, er stünde nicht mehr unter dem Gesetze. Der Vertreter der Anklage beantragt wegen Achtungsverletzung vier Tage Millelarrest, wegen Gehorsamsverweigerung 16 Tage strengen Arrest, zusammen 17 Tage strengen Arrest. Das Kriegsgericht geht in seinem Urteil noch über den Antrag hinaus, und erkennt auf 16 Tage strengen Arrest ur Gehorsamsverweigerung, 14 Tage Mittelarrest für Achtungsverletzung, zusammen drei Wochen strengen Arrest. — In dem folgenden Falle wird gegen den Unteroffizier >er Reserve, Stegner, der in seinem Beurlaubtenstand wegen Betrugs, Unterschlagung und Urkundenfälschung zu 1 Jahr 9 Monaten Gefängnis verurteilt ist, auf Degradation erkannt. In der Entscheidung wurde ausgeführt, daß jemand, der wegen solcher Vergehen bestraft sei, nicht würdig fei, militärischer Vorgesetzter zu bleiben. — In der folgenden Verhandlung gegen den Musk. Kostirka der 7. Komp. Jnft.-Regt. Kaiser Wilhelm wegen Körperverletzung wird das Verfahren fiftiert, weil zwei wichtige Zeugen nicht erschienen sind.
Berlin, 2. Dez. Vor der 7. Strafkammer des Landgerichts 1 begann die Verhandlung gegen drei Redakteure des „V o r w ä r t s" wegen Beleidigung des Generalmajors v. Kettler und des ostosiatisch en Expeditionskorps durch die Veröffentlichung von Hunnenbr iefen, worin Kettler ein un- aewöhnlich summarisches Verfahren gegen die Boxer und seiner Mpeditionskolonne allerlei Greuelthaten oorgeworsen werden. Die Anschuldigung gegen Kettler beruht nach den Aussagen der Angeklagten aus den übersetzten Berichten des Korrespondenten des ^Taily Chroniele", Mac Cornick. Die Zeugen, Oberleutnant von Stolzenberg und General Kettler sagen aus, die betreffende Er- chießung von 22 Boxern in Patsckia erfolgte standrechtlich, nachdem Durch christliche Chinesen festgestellt war, daß sie schuldig an der Ermordung von 200 Chinesen waren. Kettler hebt hervor, Cornick ivar nicht Berichterstatter des „Dailn Chronicle", sondern Males, den er aus Liebenswürdigkeit nach Paotingfu mitnahm, um ihn unter seinen Schutz zu stellen. Cornick habe in einem bei den Akten befindlichen Briefe an Missionar Laury seine Gewisienhastig- keit anerkannt, womit Kettler die Identität betreffend die Borer festftellte. Schließlich verurteilte das Gericht den Redakteur Robert Schmidt zu 6 Monaten und den Redatteur John zu 7 Monaten Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte 3 bezw. 4 Monate beantragt.
Die Mommsen-Adresse der Straßburger Hochschule.
Die an Professor Mommsen abgesandte Erklärung der Straßburger Professoren hat folgenden Wortlaut: Hochverehrter Herr Kollege!
Als Sie vor einigen Wochen für die Freiheit der wissenschaftlichen Forschung eintraten, haben Sie uns allen so aus der Seele gesprochen, daß jede ausdrückliche Zusttmmung zu Ihrem Worte uns überflüssig erschien. Seither hat Ihre mannhafte Kundgebung in weiten Kreisen der Hochschullehrer begeisterten Dank gesunden, anderseits aber auch Mißverständnis und Bekämpfung erfahren. Unter diesen Umständen drängt es auch uns, Ihnen zu sagen, daß wir Sie wohl verstanden haben. Wir geben Ihnen die Versicherung, daß im Ernste der Zett Ihr Wort und das Echo, das es- an unseren Hochschulen findet, uns den Mut gestärkt hat und das Gewissen geschärft für jedwede Verfehlung gegen das Ideal der freien, durch Nebenrücksichteu nicht gebundenen Forsch^- ung. Ihre uns teuere Person gehe uns lange noch rüstig voran auf dem Wege, neben welchem es keinen anderen für die LeHrer unserer Hochschulen giebt.
In dankbarer Verehrung
E. Becker, E. W. Benecke, Ed. Böhmer, F. Braun, F. P. Bremer, H. Breßlau, H. Bücking, Fr. van Ealker, G. Dehio, I. Entmg, R. Ewald, H. Fehling, I. Ficker, R. Fittig, I. Forster, W. A. Freund, E. Fürstner, G. Gerland, A. Goette, F. Goltz, G. Gröber, R. Henning, F. Hofmeister, H. Holtzmann, H. Hübschmann, G. Jaeobsthal, Br. Keil, G. F. Knapv, E. Köppel, A. Kußmaul, P. L-aband, S. Landauer, L. Laqueur, O. Lenel, E. L-eumann, P. Lobstein, E. Lucius, O. Madelung, E. Martin, E. Mayer, O. Mayer, Ad. Michaelis, B. Naunyn, K. I. Neumann, Th. 92älbefe, W. Nowack, F. v. Recklinghausen, R. Reitzenstein, Th. Reye, Ed. Schär, O. Schmiedeberg, A. S. Schulze, G. Schwalbe, E. Schwartz, W. Sickel, I. Smend, H. Graf zu Solms- Laubach F. Spttta, A. v. Dhur, A. Sartorius Frhr. v. Waltershausen, A. Weber, H. Weber, W. Wiegand, W. Windelband, Th. Ziegler.
Mm den ordentlichen Professoren (einschließlich der emeritierten) und den Honorarprofessoren, denen allein die Adresse zur Unterzeichnung zugegangen ist, fehlen also nur drei: Die neu ernannten Professoren Spahn und Meinecke, sowie der emeritierte Professor der Medizin Aubenas, der den Winter fern im Süden irgendwo zu verleben pflegt, sodaß sicherlich in kurzer Zeit überhaupt keine Verbindung mit ihm herzustellen ist. Die Adresse weist also eine Vollzähligkeit auf, wie sie bei 65 Hniverj'itätsprofessoren wahrlich nicht allzu oft zu erzielen fein wird.
Professor Spahn hat seinerseits in folgendem Briefe an den Rektor Stellun, zu der Adrefte genommen:
Ew. Magnifizenz!
Den mir von Ihnen vorgelegten Entwurf für ein Schreiben unserer Hniversität an Herrn Professor Mommsen, bin ich zu meinem Bedauern zu unterschreiben nicht in der Lage. Mit den Worten: „unter diesen Hrnständen drängt es auch uns, Ihnen zu sagen, daß wir Sie wohl verstanden haben", giebt das Schreiben der Veröffentlichung des Altmeisters unserer geschichtlichen Wissenschaft die Deutung, daß sie mit Rücksicht auf meine Ernennung zum Professor der Geschichte an unserer Hniversität erfolgt sei. Ob Mommsens Briese diese Deutung rechtfertigen oder nicht, habe ich nicht zu entscheiden. Wohl aber verpflichtet mich der Versuch dieser Deutung, zu Ihren Händen ausdrücklich auszusprechen, daß ich in der „Freiheit der wissen- ch a f t l i ch e n F o r s ch u n g", zu der ich durch mein Lehr- amt an unserer Hniversität verbunden bin, durch mein religiöses Bekenntnis und meine auf innerer Heberzeugung beruhende Zugehörigkeit zur katholischen Kirche mich in keiner Weise mehr oder anders beschränkt ühlenkann,wiejederAnhängerirgendeiner inberen Welt anschauung oder auch politischen Auf- assung von feiner andersgerichteten Heberzeugung in der Sachlichkeit feiner Forschung berührt wird. Ich muß mich daher auf das entschiedenste gegen die Annahme verwahren, als ob in meiner Berusung „das Ideal der freien, durch Nebenrücksichten nicht gebundenen Forschung" verletzt fei; es sei denn, daß in dem mir unterbreiteten Entwurf für eine einzelne, an unserer Hniversität besonders scharf ausgeprägte Weltanschauung und geistige Richtung, das Alle in* recht auf den deutschen Universitäten in Anspruch genommen werden sollte! Andernfalls sollten wir, die als gläubige Katholiken die Zugehörigkeit zu einer deutschen Hniversität als Lebensziel erstreben, zunächst von unseren Kollegen voraussetzen dürfen, daß sie unser Wort wahr achten; denn wir zuerst sind doch zu einem Urteile darüber berufen, ob, unser Gewissen es uns erlaubt, einer Gemeinschaft anzu-- gehören, deren Bestand auf der Aufrichtigkeit der Forschung und auf der Wahrheit der Lehre beruht und deren unversehrte Erhaltung zum Segen des Vaterlandes uns wie ihnen am Herzen liegt.
Mit ausgezeichneter Hochachtung
Dr. M. Spahn, v. ö. Professor an der Universität.
Mommsen richtete an den Präsidenten der Wiener Akademie, Professor Süß, ein Dankschreiben für die Adresse der Wiener Universitätsprofessoren, worin er unter anberm sagt: „Sie wissen, wie aufrichtigen Anteil ich an dem Schicksal der deutschen Ostmark nehme, und wie auftichtig ich wünsche, daß wenigstens im geistigen Leben und in geistigen Kämpfen die alte nationale Gemeinschaft unvermindert fortbestehe.
Prof. Dr. Adolf Harnack sandte der „Nat.-Ztg." einen offenen Brief über seine Stellung zu der vom Pros. Mommsen eingeleiteten Bewegung gegenüber dem Fall Spahn. Er sei der Meinung, daß die Unabhängigkeit der Wissenschaft am stärksten von den Parlamentsparteien bedroht werde, und daß ihnen gegenüber die Negierungen Wächter und Schützer derselben seien, soweit sie es vermögen. In diesem Sinne habe er ba§ ernste Wort Mommsens freudig und dankbar begrüßt, und hoffe, daß die große Bewegung der Regierung darin bestärken werde, die Wissenschaft vor störenden Eingriffen des Konfessionalismus! zu schützen. Neben diesem schütz beruhe der wichtigste Dienst, welcher der Wissenschaft seitens der Regierung geleistet werden könne, darin, daß ihre Pflege einsichtigen Räten anvertraut werde. Die Tonart des von Professor Michaelis in Straßburg ausgegangenen Angriffs auf die preußische Universitätsverwaltung billige er nicht, wenn auch Manches zu wünschen übrig bleibe.
Heidelberg, 2. Dez. 60 hiesige Professoren unb1 Dozenten, darunter Kuno Fischer, sandten neuerdings an Mommsen eine Zustimmungsadresse.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehende« Aittikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Heber die schlechte Beschaffenheit des Weges verlang. Berg- sttaße, das sogen. Klewergäßchen, sind schon viele Klagen laut geworden. Wäre es der Stadt nickt möglich, diesen von den Bewohnern des Nahrungsberges und der anarenzenden Straßen wie auch von Spaziergängern viel benutzten Weg in eine andere Verfassung zu bringen, und auch der starken Verunreinigung durch eine Warnungstafel Einhalt zu thun? Ferner sind die Bewohner des Weges abends auf die schwache Himmelsbeleuchtung angewiesen. Da sie dock ihre Abgaben auch zahlen müssen, wäre es in der Ordnung, dort ein helleres Licht zu schaffen und wenn es nur eine einfache Petroleumlaterne wäre, um Unfälle zu verhüten. Es würde, hierdurch einem dringenden Bedürfniß Abhilfe geschaffen. C. 9L
Infolge des nassen Wetters der letzten Tage besindet sich der Verbindungsweg vom hiesigen Bahnhof zum Trottoir der Bahnhofstraße in einem geradezu entsetzlichen Zustand. Ein mehrere Finger dicker Schlamm und zahlreiche Pfützen machen das Passieren des Weges zu einer wahren Höllenqual. Man muß einen sörmlichen Ballettanz auf den Fußspitzen durch diese flüssige Chokolade ausführen, um sich auf das jenseitige Trottoir zu retten, wo man gerade nicht erfreut ist über die trotz aller Gymnastik mit Schmutz betünchten Schuhe und Beinkleider. Vielleicht tragen diese Zeilen zu einer baldigen Abhilfe bei, die ja schon durch Beschütten des Weges mit Kies oder Sand erreicht werden kann.
Scheuet keine Mühe
um Eure Kinder kräftig und gesund zu erhalten. Zwar ist es leichter, denselben morgens nur Kaffee und Brot zu geben, aber Kraft und Gesundheit sind sicherer entwickelt, wenn sie auch einen Brei aus „Quäker Oats“ bekommen. Das Rezept „Für den Frühstückstisch“ steht auf jedem Packet.
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