des Königs der Belgier, des Großherzogs von Luxemburg und der Skadt Hannover, Nr. 39, Werner, erhielt den Ehrenpreis deS Präsidenten Loubet, Nummer 1. Gtrand, den Ehrenpreis deS Groß- herzogs von Mecklenburg, Nr. 104, Renault, den Ehrenpreis deS französischen Handelsmintsters.
Kiel, 2. Juli. Bet dem gestern stattgehabten Handicap von Travemünde nach Warnemünde erhielten folgende Dachten Preise: Start 9 Uhr 5 Mtn.: „Clara" den ersten, »Comrr" den zwei en, „LiSca" den dritten, „Susanne" den vierten; Starts 9 Uhr 10 Min.. ^ennv" iden ersten, „Mimosa" den »weiten, „Swanhild H" den »n, „N-°t" den vierten, „Heo-lla" den fünften, „Regina" dm sechsten und „Carlota" den st-omten Prcis —
Mteratur, Missrnschast und Kunst.
— Der Begründer deS deutschen Werkzeugmaschinenbaues und Schöpfer der Ch-mnttzerNaturhettanstalt, Johann Zimmermann, ist vergangene Nacht in Berlin gestorben. o .
—■ Aus Frankfurt a. M. schreibt man uns: In der Juli- AuSstellung des Kunstsalons Hermes, Goethe-Eck, beim Opernplatz, bat neben Hans Thoma mit sieben seiner besten charakteristischen Werken, Prof. Ribarz auS Wim eine Kollektiv-Ausstellung von zehn Gemälden und Aquarellen veranstaltet. Vertretm sind ferner Franz v Lenbach mit vier Portraits, Fritz v. Uhde mit vier Gemälden, G. Schönleber mit vier Marinen, mit Etnzelwerken Adolf Menzel, Max Liebermann, Wilhelm Leibl, A. Lier, Max Klinger, Jos. Weng- letn, L. v. Hofmann, Paul Mathieu. Victour Gtlsoul, W. Trübner und viele andere mehr. Don Fritz Thaulow aus Paris ist eine Mondnacht zu sehen und von Ed. v. Gebhardt, drssen zwei Hauptwerke: „Elia» Berufung" und „Die Kreuzigung".
Gerichtssaat.
i- «letzen, 2. Juli. (Strafkammer.) Der 15 mal vorbestrafte Karl Wilhelm Ewert von Wtloslaw, im Jahre 1868 daselbst geboren, war vom Schöffengericht Alsfeld durch Erkmntnis vom 2. April 1901 zu einer Haftstrafe von 14 Tagen verurteilt und der LandeS- polizetbehöcde überwiesen worden. Um sich dieser zu entziehen, hatte der Angeklagte daS Rechtsmittel der Berufung eingelegt. Die Strafkammer verwirft jedoch kostenfällig das eingelegte Rechtsmittel. Wegen Beleidigung hatte Johannes S ch o j a n vor, Gießen gegen Marte Friedrich von Oppenrod Prtvatklage erhoben. Das Großh. Schöffengericht zu Homberg hatte gegen die Angeklagte unter Schuldtg- eckennung eine Geldstrafe von 40 Mk. ausgesprochen. Die Strafkammer verwirft in der heutigen Sitzung die von der Angeklagten eingelegte Berufung und bestätigt das Urteil erster Instanz. — Der Landwirt Heinrich Wißner von Dannenrod war wegen Forst- f eoels zu einer Geldstrafe von 932 Mk. oermt-ilt worden, und zwar durch Erkenntnis des Großh. Schöffengerichts Homberg, weil er angeblich verschiedene Eichen- und Ktefernstämme aus dem Walde sich widerrechtlich angeeignet hatte. Der Angeklagte hatte gegen dieses Urteil Berufung an die Strafkammer eingelegt. Nach erfolgter sehr umfangreicher Beweisaufnahme und längeren Ausführungen der Staatsanwaltschaft und des Verteidigers wird die Entscheidung auf eine Woche ausgesetzt.
B. Gießen, 2. Juli. (Schöffengericht.) Einem hiesigen Bäckermeister waren vor einiger Zett ca. 500 Mk. gestohlen worden. Der Verdacht lenkte sich auf einen bet thm beschäftigten Bäckergesellen. Dieser hatte sich deshalb heute wegen Diebstahls zu verantworten. Trotz hartnäckigen Leugnens hält das Gericht den Angeklagten für überführt und verurteilte ihn zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen.
Darmstadt, 2. Juli. Die hiesige Strafkammer verurteilte heute den Restaurateur Hermann Hahn wegen Kuppelei, Uedervorteilung seiner Gäste und Duldung von Glücksspielen zu einer Gefängnisstra'e von einem Monat und einer Woche und zu 25 Mk. Geldstrafe. Der Staatsanwalt hatte acht Wochen und 500 Mk. Geldstrafe beantragt. Gegen das Urteil hat der Verteidiger deS Angeklagten Berufung eingelegt.
Arbeiterbewegung.
ko. Arauksurt a. M«, 2. Juli. Die Verhandlungen, die gestern abend in Sachen der Frankfurter Maschinenfabrik mit ihren Arbeitern vor dem Etnigungsamte des Ge- werbegerichts dahier stattfinden sollten, scheiterten, da der Direktor Brand von der MaschtneniabrU es ablehnte, in Gegenwart der Ver
treter des Metallarbeiteroerbandcs in bfe Verhandlung einzutreten, or-lmehr nur mit der Kommission der Ausgrspsrrken verhandeln will. Ein neuer Termin soll aber am 4. Juli statifinden, wo die Beisitzer des G Werbegerichts über die Zulaffung der Vertreter des Metall- ardetterverbandes entfckeiden werden.
Handel und Verkehr. Volkswirts^ Lt.
Leipzig, 3. Jul-. In der heute vormittag abgeha tenen Sitzung des provisorischen Gläubigerausschuss s der Leipziger Bank wurde die Tagesordnung im Sinne der KonkurSoerwaltung erledigt. Morgen begibt sich der Ausschuß nach Kassel zu der bereits angekün- btßten Besprechung mit der Direktion und dem Aufstchtsrat der Aktiengesellschaft für Trebertrocknung. — Wie das „Letpz. Tagebl." meldet, ertränkte sich heute nachmittag der Kassenbote der Leipziger Bank.
New York, 2. Juli. Nach dem „N-w York Herald" ist eine über 20 Millionen Dollars verfügende Kapltalsoereimgung zu Stande gekommen, welche die gesamte Bleiforderung im Südosten des Staates M ssouri in ihre Gewalt zu bekommen trachtet.
Sonderfahrten nach Italien. Während der diesjährigen Fremdenfaison in der Schweiz, d. h. in den Monaten Juli, August, September bis Mitte Oktober, finden jeden Samstag ab Luzern über die Gotthardbahn Sonderfahrten statt, deren nächstes Ziel die drei oberitalienischen Seen sind. Im Anschluß hieran gehen über das Netz der italienischen Mittelmeerbahnen ebenfalls allwöchentlich Spezial-Rundfahrten über Mailand-Genua bis Monte Carlo und Nizza. Zweck dieser Reisen ist, den in der Schweiz weilevden Fremden eine billige und bequeme Gelegenheit zur Besichtigung dieser etwas weit liegenden Punkte zu geben. Auch für ebensolche Ausflüge nach Venedig mittelst der Adriatischen Bahn ist Vorkehrung getroffen. Die ausführlichen Programms können von der Zentral-Auskunftsstelle für den internationalen Verkehr in Basel (Schweiz) kostenfrei bezogen werden.
Universitäts-Nachrichten.
Die Studierenden der Technischen Hochschule zu München richteten mit Genehmigung des Direktoriums eine Eingabe an die Regierung auf Zurückdrängung der Ausländer. Nach der ^Augsb. Abendztg." trat das Direktorium der Münchener Hochschule auch mit den Direktoren der übrigen deutschen Hochschulen wegen der gleichen Angelegenheit in Verbindung. w „
— Die Hallenser Finkenschaft aufgelöst. Die am Freitag abend abgehaltene Versammlung der Hallenser Nichtverbindungsstudenten protestierte gegen die von den Hallenser Universitätsbehörden vorgenommenen Satzungsänderungen, durch welche die bisherige Organisation der Hallenser Finkenschaft zu einer Korporation im studentischen Sinne gestempelt wird. Eine derartige vereinsmäßige Verengung der bisher alle freien Studenten umfassenden Organisation stehe im Widerspruch zu Ziel und Zweck der Finkenschaft, sowie zu dem von sämtlichen Nichtinkorporierten- Organisationen verfochtenen Standpunkt. Aus diesem Grunde beschloß man die sofortige Auflösung der Organisation. Das nicht unbeträchtliche Vermögen sowie die Gesamtakten der Finkenschaft sind Vertrauensmännern überwiesen worden. Das Resultat dieser stürmischen Versammlung ist also die Auflösung einer der größten und blühendsten studentischen Organisationen der Hallenser Universität. Die Aufregung in studentischen Kreisen ist groß. Uebrigens soll der Krieg nicht sowohl von Rektor und Senat als von Seiten des Universitätsrichters eröffnet worden sein.
Sprechsaal.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Der Einsender dieses hat das Mißgeschick, auf dem Asterweg zu wobnen, den jeden Tag zu mehreren Malm die „Tonnenwagen" passieren. Bei jeder dieser Gelegenheit verbreitet sich in der Straße an pestilenzartiger Geruch, der einem den Atem benimmt. In allen Städten, die noch nicht das Glück haben, ein Kloakensystem zu besitzen, geschieht die Abführung der Fäkalien während der Nacht oder wenigsten« t.i den allerersten Morgenstunden. In Gießen ist nur eine Stimme, baß die gegenwärtige Handhabung der Sache die Einwohnerschaft aufs -mpfi .dlichste belästigt. An die Behörde ergeht daher die dringende Bitte, dafür Sorge zu tragen, daß die Abführung der Fäkalien mitten am Tage künftighin verboten wird. X. Y.
Neueste Meldungen.
W. Leipzig, 3. Juli. Ter hiesige Wollwarenhändlev Schwedler hat sich in Zittau ertränkt. Tie Angelegenheit wird mit dem Zusammenbruch der Leipziger Bank in Verbindung gebracht.
Göhren, 3. Juli. Die mutmaßlichen Mörder der auf Rügen ermordeten beiden Knaben sind ergriffen, einer bei Binz, der zweite bei der Ankunft eines Dampfers in Greifswald.
Posen, 3. Juli. Die Polizei verhaftete die beiden Mörder des auf dem Marktplatz in Kosten ermordeten Töpfers.
London, 3. Juli. Die „Times" meldet aus S imla i.J.: Nach Mitteilungen von der Grenze des Fürstentums Sikkim wurde ein vom Kaiser und der Kaiserin-Witwa von China unterzeichnetes Edikt in Tibet durch öffentlichen Anschlag bekannt gemacht, worin mitgeteilt wird, daß die europäischen Mächte in Nordchina siegreich waren und ferner anbefohlen wird, das Leben der Missionare und der zum Christentum bekehrten Chinesen zu respektieren.
New-York, 2. Juli. Heute war der heißeste Tag, der jemals registriert worden ist. In Manhattan und Brooklyn kamen zwischen Mitternacht und 3 Uhr nachmittag- 62 Todesfälle vor. Viele Fabriken und Läden stellten den Betrieb ein. Alle Hospitäler sind besetzt. Gegen 19 000 Personen verbrachten die letzte Nacht unter freiem Himmel. Soweit bisher bekannt ist, kamen in den letzten 24 Stunden 25 Todesfälle in Philadelphia und 40 in Pitts- burg vor.
Trier, 3. Juli. Bischof Korum ist schwer erkrankt.
Konstantinopel, 3. Juli. In Stambul ist ein Bäckergehilfe unter pestverdächtigen Erscheinungen erkrankt. Alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen. Für die von Konstantinopel abreisenden Personen ist eine ärztliche Untersuchung anaeordnet.
Telephonischer Kursbericht-
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4 Vs ’/o Chinesen .
Frankfurt, den 3. Juli.
Kreditaktien..... 203 20
Diskonto-Kommandit . . 177 30
Darmstädter Bank . . . 129.CO Dresdener Bank . , . . 133 20 Berliner Handelsgut, . .138 40 Oesterr. Staatshalt . . 138 50
Gotthardbahn .... 155.50
Laurahütte.....189.00
26.60 Boohern . . . . . .172 00
83.00 Harpener ... 162.60
Teenenz fest.
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gi-ehev. _____
Höchste Temperatur am 1.—2. Juli + 22.6’ C.
Niedrigste „ „ „ „4- 13.4° C.
Juli
Barometer auf oo reduziert
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der Luft
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
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Windstärke
Wetter
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741,5
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+ 16,4 + 13,8 4- 15,3
12,4
10,9
12,7
89
94
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Still Still Still
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