Nr. 23Ä
Zweites Matt
151. Jahrgang
Donnerstag 3. Oktober 1901
54. Hauptmsaumloog des Eustav-Adolf-Ncrkins. L
Erscheint täglich mit Ausnahme deS
Montags.
Die Glehener Familien- blätter werden dem An- tzeiger im Wechsel mit dem „Hess. Landwirt" und den „Blättern für hessische Volkskunde" viermal wöchentlich beigelegt.
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Fernsprechanschluß Nr.51.
Born Burenkriege.
Nach einer Meldung aus Pietermaritzburg wurden in der letzten Sonntagnacht die Natal-Volontäre auf ihrem Posten am Tree Hill, zwölf englische Meilen westlich von Glencoe, von den Buren in großer Stärke angegriffen. Tie Meldung sagt nicht, ob der Widerstand erfolgreich war. Mehrere Burenkommandos konzentrieren sich bei der Roberts-Furt am Vaal-Fluß. Brüsseler Drahtungen besagen, daß die Buren Munition von Segelschiffen erhalten, die ihre Ladungen in der Lambertsbai landen; Dr. Leyds bereite eine neue Protestnote gegen das System der Konzentrationslager vor, da die früheren Noten unbeantwortet geblieben sind.
Tie „St. James Gazette" meldet: Es verlautet, daß neuerdings beträchtlicheVerstärkungennachSüd- afrika geschickt, und daß mehrere Miliz-Regimenter wie- neit gebildet werden sollen. Auch soll eine Anzahl von Truppen, die in Indien stehen, nach Südafrika gesandt werden.
Tr. Krauses Untersuchungshaft (Vgl. unsere Nr. 214) die über ihn unter der Beschuldigung des Hochverrats verhängt wurde, ist vom Bow-Street Polizeigefängnis in London abermals auf eine Woche verlängert worden, da die von Südafrika eingetroffenen Anklageakten zu umfangreich für die sofortige Verhandlung waren.
Wie Londoner Blätter melden, ist die Auseinaüder- fetzung des Königs mit den Ministern sehr heftig gewesen. Ter König soll sich darüber beschwert haben, daß ihm die Nachrichten vom Kriegsschauplätze meist unvollständig übermittelt werden und sich diese Handlungsweise energisch verbeten hüben.
Politische Tagesschau.
Die „Mittellinie der Versöhnung".
Aus Berlin, 1. Oktober, wird uns geschrieben:
Tie Stimmung in Regierungskreijen scheint nach allem, was man vernimmt, keine rosige zu sein. Auch der preußische Handelsminister Moller hat auf dem Bankett des Handelstages von der schwierigen Lage der Regierung gesprochen. „Zwei Eisen im Feuer" glaubte die Regierung zu haben, indem sie einerseits den Wünschen industrieller Hochschutzzöllner, andererseits denen der Agrarier weitgehend entgegenkam — nun sieht sich aber die Regierung zwischen zwei Feuern. Handel und Industrie verlangen, daß die Landwirtschaft auf einen Teib ihrer Forderungen im Interesse des Zustandekommens der Vereinbarungen verzichten soll; die Landwirtschaft will nicht einsehen, weshalb gerade sie das „Opfer" bringen muß, und droht mit dem Kampf gegen die Jndustriezölle. Beide Streitenden kündigen der Regierung, die einstweilen ratlos zwischen ihnen steht, Feindschaft an, wenn sie sich auf die Seite des Gegners stelle. So werden die Minister zum beständigen, äußerst vorsichtigen „Lavieren" genötigt; jede öffentliche Rede enthält eine „Beruhigung" für die Lcvndi- wirtschaft und eine Wohlwollensversicherung für die Industrie, auf daß keiner sich verletzt fühle. Minister Möller hat, einigermaßen nach dem berühmten Muster Miquels, über die „Mittellinie der Versöhnung" sich geäußert. Wenn man Vertrauen zu ihm, dem Minister, habe, werde man diese Linie schon finden. Ob da Herr Möller nicht ein bewundernswert starkes Vertrauen zu sich selbst besitzt? Niemand vermochte bisher einen befriedigenden Ausgleich zu finden; siehe, es erscheint Herr Möller, und ihm gelingt es, durch die Zaubermacht des ihm entgegengebrachten Vertrauens und Glaubens, die erlösende Formel zu entdecken. Ter Reichstag wird sehr begierig sein auf das Auftreten des 5?andelsministers als „ehrlicher Makler". Nun könnte eigentlich die Negierung aller Sorgen enthoben sein, da sie in einem ihrer Mitglieder einen solchen Pfadfinder hat. Leider garantiert auch die schönste und gerechteste „Mittellinie der Versöhnung" noch nicht die Ver- öhnung; das ist der „Haken", den das Programm Möller hat. Es giebt Leute, die schlechterdings sich nicht versöhnen lassen wollen und keinen Schiedsspruch anerkennen. Zunächst müßten sich Industrie und Landwirtschaft auf die Autorität des Herrn Möller einigen. Eine Stimme aus dem Lager der Industrie und eine andere aus dem der Landwirtschaft seien über die Möller'schen Bcrsöhnungs- bestrebungen wiedergegeben. Die konservative „.llrenzztg." giebt heute abend der Hoffnung Ausdruck, des Ministers . Einfluß werde nicht so weit reichen, das; der Bundesrat den Getreide-Mindestzoll, diese von der prcnßift en Re- ' gierung in Aussicht gestellte Bürgschaft für die agrarischen : Forderungen, ablehnt. Die „National-Ztg." nimmt oie von 1 Herrn Möller als „politische Notwendigkeit" bezeichnete Er- : Höhung der Lebensmittelzölle aufs Korn. Die Regierung i
£en Beschlüssen des Handelstages ersehen, wie dieser über tue „Takt- und Billigkcitsfrage" denkt. In diesen Kommentaren von rechts und links drückt sich nicht eben die Neigung aus, unter Herrn Möllers Führung die „Mittellinie der Versöhnung" zu suchen. 1
Zum Gumbinner Prozeß.
Mit dem Gumbinner Mordprozeß beschäftigt sich in der neuesten Nummer der „Deutsch. Jurist.-Ztg." der Hallenser Professor Dr. Frank, bekanntlich früher in Gießen, einer unserer bedeutendsten Straftechtslehrer. Er untersucht die Zusammensetzung des Gerichts und kommt zu dem Ergebnis, daß eine Gesetzesverletzung vorliege, die die Vernichtung des Utteils erfordere. Die Aussichten der Revision seien also die besten. Werde aber das Urteil aufgehoben, so müsse die neue Verhandlung vor dem Oberkricgsgericht in Königsberg stattsinden. Frank hält auch eine Aenderung der Militär- strafgerichtsordnung dahin für nötig, daß, wie im bürgerlichen Strafgesetz, die Frist für die Begründung der Revision erst von der Zustellung des Utteils an gerechnet werde. In derselben Nummer der „Deutsch. Juttst.-Ztg." findet sich folgende Auseinandersetzung:
»Auf die in der ,,Juristischen Rundschau" unseres Blattes gemachte Bemettung bezüglich der von dem Staatsanwalte geäußerten Ansicht ist uns seitens des Oberkttegsgerichtsrats Meyer in Königsberg „zur Richtigstellung seines Plaidoyers als Staatsanwalt" nachstehende Mitteilung zugegangen:
1. Nach meiner vollsten Ueberzeugung ist nur Marten, kein anderer der Th ä ter gewesen. Meinem diesbezüglichen, in allen Details begründeteii Anträge ist das Oberkriegs- gericht gefolgt und hat das Schuldig ausgesprochen.
2. Nach meiner vollsten Ueberzeugung liegt aber nur T o d t s ch l a g vor, weil nach meiner ausführlichen Darlegung Marten den betreffenden Entschluß erst ganz kurz vor der That — ca. 6 Minuten vorher — im Jähzorn und in seine,» airgetrunkenen Zustande, beim plötzlichen Anblicke des Stumbries und nach der Drohung „Farbe bekennen" gefaßt und dann, ohne bei den schnell folgenden Einzelakten zur Ueberlcgung -n kommen, in aller Hast ausgeführt hat. Eine vorgängige ruhige V er abred ung mit seinem Teilnehmer kann meiner Ueberzeugung nach nicht stattgefunden haben, vielmehr nur eine eilige, kurze Verständigung auf dem Hofe oder in dem Durchgänge nach zufälligem Zusammentreffen."
Wir haben die vorstehende Zuschrift gerne zum Abdruck gebracht, weil es unser Prinzip ist, auch den anderen Teil zu hören. Uns will aber scheinen, als bliebe nach wie vor unaufgeklärt, ob es wahr ist, daß der Herr Staatsamvalt die von uns aus den Taqes- zeittmgen wiedergegebenen Worte gebraucht hat:
„Wo der Thäter ermittelt ist, muß auch die Strenge des Gesetzes walten. Auf Mord steht Todesstrafe, und vor Tode - strafe schreckt man gemeinhin zurück. Man klammert sich an ein Minimum, wenn die positive Unterlage fehlt. Ich bitte Sie also nicht auf Mord, sondern meinem Antrag gemäß auf Totschlag zu erkennen." a
r <5 ^tten es für uiiglaublich erklärt, daß ein Staatsanwalt drese Worte gebraucht haben könne, und können es nocb immer nicht glauben." __________________
Köln, 1. Oft
_ In her Hauptstadt Rheinlands hält in diesen Tagen ®.uft’aü Adolfverein seine 54. Hauptversammlung ab.
Am Montag nachmittag waren schon zahlreiche Teilnehmer von auswärts hier eingetroffen. Ter Zentralvorstand trat nachmittags um 4 Uhr zu einer Beratung im Hotel Disch zusammen. Abends um 8 Uhr versammelten sich die Teilnehmer nebst ihren Damen im Börsensaale des Gürzenichs zu einer Begrüßungsfeier.
Unter den Anwesenden bemerkten wir den Vizepräsidenten des Oberkirchenrats von der Goltz aus Berlin, Hof- prediger D. Rogge aus Potsdam, Militär-Oberpfarrer Kon- sistorialrat Dr. Rocholt aus Hannover, den Vorsitzenden des Rh. Hauptvereins Superintendent Terlinden aus Duisburg. Der Vorsitzende des Lokalkomitees Pfarrer Rebens- burg begrüßte die Festversammlung mit folgender Ansprache: Wir stehen alle, .Sie, die wir als lieben Gäste herzlich begrüßen, und wir, die Grüßenden, unter dem Eindruck, daß die Tagung der 54. Jahresversammlung des Gustav Adolfvereins in dem alten Köln ein bedeutsames Ereignis ift In diesem Ereignis liege eine Wend- unS der Tinge, die wir als eine Fügung unseres Glaubens preisen. Es ist eine geschichtliche Thatsache, daß wir Evan- gettsche uns erst seit dem Anfänge des vorigen Jahrhunderts der völlig freien und ungestörten Ausübung unserer Religion erfreuen dürfen. Was vor dieser Zeit lag, das wollen wir ruhen lassen. Wozu der Nacht ge- denken, wenn wir im Licht des Tages wandeln. Auch Uns gehört hier Luft und Sonne, nicht minder als unseren katholischen Mitbürgern, unter denen wir, als eine Minderheit, nicht nur geschützt durch! das Gesetz, sondern durch Sitten und Gesinnung der überwiegend größeren Zahl uns wohl befinden. Weiß die Stadt als solche wohl zu schätzen, was ihr aus der Rührigkeit und dem Fleiß in Kunst und Handes, Gewerbe und Verwaltung aus der nm 44 000 Seelen zählenden evangelischen Bevölkerung zu- iließt, so wissen wir, was wir unserer Stadt, der Metropole des Rheinlandes, an den Ufern des mächtigen Stromes mit all ihrer Schönheit, mit altbewährten nnd neuen Schöpfungen und Einrichtungen auf allen Gebieten des Lebens zu verdanken haben. Es ist doch auch die anzuerkennende Freundlichkeit der Stadtverwaltung, welche, wie schon oft der Gemeinde, so auch diesmal unserem Gaste, dem Gustav Adolfverein diese durch Alter und Geschichte bedeutsamen Räume des Gürzenich geöffnet haben. So können wir diese ersten Augenblicke unseres Zusammenseins füllen mit freudigem Danke gegen Gott und Menschen. Dieser freudige Dank soll nicht beeinträchtigt werden durch Auslassung einzelner, die sich mit der von uns gepriesenen Wendung der Dinge nicht befreunden können. Ich hoffe, daß in diesen Tagen nicht diese Auslassungen ein Reizmittel bilden, Gleiches mit Gleichem zu vergelten; es könnte das ja manchem eine Freude fein, die wir gar nicht nötig haben, den Gegnern zu machen. Lassen Sie uns hier verbunden sein in dem glücklichen Bewußtsein der evangelischen Kirche anzugebören, in dem Wonnegefühl über alles das, was durch die gottbegnadeten und erleuchteten Männer der Reformatton uns errungen und was dem deutschen Vaterland in schwerer Trangsalszeit durch Gustav Adolf gerettet ward. Lassen Sie uns aber auch vereinigt sein in dem mächtigen Drang der Liebe, die den Glaubensbrüdern überall da beispringt helfend, tretend, rettend, wo sie sich noch nicht des Besitzes evangelischer Kirchen, evangelischer Schulen, evangelischer Pfarrer und Lehrer, evangelischer Predigt und Erziehung erfreuen. — Der Schriftführer des Zentralvorstandes, Pfarrer Hartung aus Leipzig dankte für den herzlichen Willkommen und wünschte, daß die in Köln zu verlebenden Tage gesegnete sein möchten für die evangelische Gemeinde und den Gustav Adolfverein. Vorträge eines wohlgeschulten Männerchores wechselten mit den Reden ab.
Ein neuer hübscher Burenerfolg wird heute bekannt. Das „Reutersche Bureau" meldet vom 29. September aus Melmvth: Ein großer Wagenzug, der heute vormittag nach Fort Prospect abgegangen war, wurde sechs Meilen von hier von den Buren weggenvmmen. Ter Feind verbrannte die Wagen mit den Lebensmitteln und nahm das lebende Vieh mit. Der Unter- Inspektor der Natal-Polizei Mansell geriet in Gefangenschaft, sechs Mann der Eingeborenen-Polizei fielen, zwei werden vermißt.
Andererseits melden die Engländer von sehr schweren Verlusten der Buren bei Jtala, doch wird man diese Nachricht mit Vorsicht zu genießen haben. Sie schätzen den Ge- samtverluft der Buren bei ihrem Angriff auf das Fort auf 500 Mann. Das Gefecht dauerte 19 Stunden. Zwei Tage hatten die Buren zu thun, um ihre Toten zu begraben. General Louis Botha, die Kommandanten Grobelaad, Emmett, Danhauser, Oppermann, Scholz und Potgietcr nahmen an dem Kampfe teil. Tie drei letztgenannten sind gefallen. Der Kampf bei dem Fort Prospect wahrte 10 Stunden und endete damit, daß der Angriff der Buren abgeschlagen wurde.
Ein Telegramm Lord Kitcheners aus Pretoria vom 30. September meldet: In der Woche seit dem 23. September wurden 27 Buren getötet, 24 verwundet und 274 gefangen genommen, 48 ergaben sich'. Außerdem wurde eine Anzahl Gewehre, Patronen, mehrere Wagen, viele Pferde und Vieh erbeutet. In der Depesche heißt es dann weiter: Die von den Buren bei dem Angriff auf das Fort Jtala vom 26. September gefangen genommenen, später aber wieder freigelassenen Engländer erzählen, sie hätten gesehen, daß die Buren 60 Mann in ihrem Lager beerdigt hätten. General Hamilton berichtet, daß in der Nähe von Jtala mehrere Buren beerdigt seien. — Am 26. und 27. September waren die Buren lediglich damit beschäftigt, ihre Toten und Verwundeten zu bergen. Tie Hauptmasse des Feindes lagert in der Nähe von Berthasberg. In Transvaal und dem Oranjestiaat ist die Lage unverändert. In der Kapkolonie stehen die Burenkommandos von Myburg und Fouche, größtenteils östlich von Trakensburg. Im Transkaidistrikt steht Smuts, der sich vor den englischen Truppen eiligst nach Süden gewandt hat und am 28. September in der Nähe öon Sheldon stand. Im Süden und Westen ist die Lage unverändert. Tas Zentrum der Kolonie ist vom Feinde gesäubert, sonst kann man dies vom Nordwesten sagen. Ich höre eben, daß das Lager des Obersten Kekcwich bei Moed- will, westlich von Magato am 30. September früh bei Tagesanbruch von Telarey und Kemp angegriffen worden ist. Mer die Buren wurden zurückgewvrfen und zvgen sich nach 6 Uhr morgens in nordwestlicher Richtung zurück.
Deutsches Reich.
Berlin, 1. Oft. Die Ankunft des Kaiserpaares auf Jagdschloß Hubertus stock erfolgt voraussichtlich am Samstag. Es wird dort ein etwa achttägiger Aufenthalt geplant.
— Das 50jährige Dienstjubiläum des Generals der Infanterie v. Spitz brachte dem Jubilar reiche Ehrungen. Heute traf aus Rom inten ein Telegramm Kaiser Wilyelms ein, das folgenden Wortlaut hat:
,n _ spreche Jlmen zu dem heutigen Tage, an dem Sie vor 50 Jahren m die Arme getreten sind, in dankbarer Erinnerung an Ztzrr langjährigen, besonders im Kriegsministerium geleisteten treuen und guten Dienste meinen Glückwunsch aus. Als erneutes Zeichen meines sottgesetzten gnädigen Wohlwollens erteile ich Ihnen hier- durch die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des 7. Rheinischen ^Manterie-Regiments Nr. 69, welchem Regiment Sie dreize.'-n ^ahre lang angehort, und in dessen Reihen Sie im Feldzuge 18bu mitgekampst haben. a
Jagdhaus Rominten, 1. Oktober 1901.
Wilhelm R.
Gm Beweis für die Verehrung, die der General, der bekanntlich an der Spitze des deutschen Kriegervereinswescns steht, in diesem Wirkungskreise genießt, lag in Ehrungen, t:e ihm von fast sämtlichen Vereinen und Verbänden dargcbracht wurden, und in den künstlerischen Adressen, die ihm die einzelnen Korporationen überreichten. Professor Westphal, der stellvertretende Vorsitzende des Gesamtvorstandes des deutschen Kriegerbundes und preußischen Landeskriegerverbandes, richtete eine ehrende Ansprache an den Jubilar. Das Präsidiiiin der Kriegerkameradschaft „Hassia" überreichte sein Gruppenbild.
— Im Besitze der höchsten Zahl von Orden in Preußen befindet sich der Ober-Hof- und Hausmarschall Graf Eulenburg. Nachdem ihm vom Kaiser vonRußland am 11. September der höchste russische Orden, der St. Andreas-Orden, verliehen worden ist, hat die Zahl seiner Auszeichnungen, unter denen der vom Schwarzen Adler die erste Stelle einnimmt, die hohe Ziffer von 66 erreicht. Selbst Bismarck und Moltke hatten eine solche hohe Zahl von Orden nicht zu verzeichnen, die bei ersterem 54, bei letzterem 44 betrug. Kaiser Friedttch besaß bei seinem Regierungsantritt 72, Kaiser Wilhelm II., als er seinem Vater auf den Thron folgte 34 ?cr dem Grafen Eulenburg an Auszeichnung zunächst Stehende ist der Generaloberst v. Hahnte mit 56 Orden, dem Ober- gewandkammerer Generalleutnant L la euite Graf Pcr- p on ch c r mit 48, der dienstthuende Generaladjutant v. Sch o 11 mck 47, Prinz Albrecht und Reichskanzler Graf Bülow nut 4a und der kommandierende General des 2. Armeekorps ü. Wttttch mit 44 Orden folgen.
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** General-Anzeiger Ȋ
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Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
Inin__ .in____________ zeigenteil: Hans Beck.


