Ausgabe 
3.8.1901 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

wald eine Nachversammlung statt. Senior der Familie ist gegenwärtig der seitherige Pfarrer von Qucck Karl Bernbeck, jetzt in Gießen wohnhaft; Präsident des Familientages war, wie schon oft, der kgl. Provinzial'Schulrat lic. theol. Dr. phil. Karl Leimbach aus Hannover, der auch als der Be­gründer des Familienbundes anzusehen ist. DaS Fest nahm in allen seinen Teilen einen schönen Verlauf.

Selbstmordversuch. Wie mit hören, ist der Student, von defien Selbstmordversuch wir gestern -berichteten, der Sohu eines hessischen Gymnasialdirektors. Er ist Mitglied einer hiesigen Verbindung und verübte den Selbstmordversuch im BerbtndungShause. Unsere Bemühungen, .an zuständiger Stelle Genaueres zu erfahren, um falschen Gerüchten, die in der Stadt verbreitet sind, zu begegnen so hieß efl z. B. gestern gegen Abend, der Verletzte sei seinen Wunden erlegen waren leider vergeblich. Der Zustand des Ver­letzten war deute, wie uns mitgeteilt wird, befriedigend.

8. Stockheim, 1. Aug. Die von der Firma Becker in Darmstadt angelegte Wasserleitung ist nun vollendet. Die Anlage, deren Kosten sich auf ungefähr 40 000 Mk. be­laufen, ist zur Zufriedenheit der Einwohner ausgefallen, da dit^Leitung nicht nur sehr gutes, sondern auch reichliches Wasser hat. Auch ist der nötige Druck vorhanden, da die eine, und zwar die Hauptquelle, 3 Meter höher als die Spitze des Kirchturmes liegt. Da» große Wasserreservoir liegt etwas tiefer, aber immer noch höher als sämtliche Häuser im Ort. Nach Beschluß des Kreisausschusses soll für den Kreis Büdingen eine Sammelwasenmeisterei errichtet werden, und zwar soll sie in unserer Gemarkung in Der Nähe der Gederner Bahn am sogenannten Dünsberge erbaut werden. Auch einige Gemeinden auS dem Kreise Schotten haben sich angeschlossen.

k- Büdingen, 1. Aug. Auf die vor einigen Wochen Der- sandten Einladungen zur Jubelfeier des GymnasiumS find zahlreiche Anmeldungen eingelaufen, doch find so viele Wohnungen zur Verfügung gestellt worden, daß die Gäste bequem untergebracht werden können. Immerhin empfiehlt eS fich, einen etwaigen Besuch rechtzeitig vorher anzumelden. Bereits steht die geräumige Festhalle unter Dach, die Vor Bereitungen für Dekorationen und Aufführungen find nahezu beendet, die Kapelle der Hanauer Ulanen ist für drei Tage engagiert worden. Das hessische Großherzogspaar hat die Teilnahme am Ehrentage deS ältesten Gymnasiums wegen anderer Dispositionen leider ab lehnen müssen, die Staatsregierung hingegen wird durch den Staats Minister und die oberste Schulbehörde vertreten sein. Um eine recht zahlreiche Beteiligung ehemaliger Schüler und anderer Gäste zu ermöglichen, ist der Preis der Einzelkarte für alle festlichen Veranstaltungen auf 3 Mark festgesetzt Zur Feier erscheint eine offizielle Festschrift, die die Ge­schichte der Anstalt, verfaßt von Professor Schädel, enthält. Aus ehemaligen Schülern der Anstalt hat sich ein besonderer Ausschuß gebildet, um Gelder für eine Gymnasialstiftung zu sammeln; dem Vernehmen nach laufen recht zahlreiche Bei­träge ein.

Darmstadt, 2. Aug. Die Staatsanwaltschaft erläßt folgendes Ausschreiben: Am 20. v. M. wurde bei Nordheim die 1 Meter 55 Zmtr. große Leiche einer kräftig gebauten Frauensperson von etwa 20 bis 25 Jahren mit dichtem schwarzem, etwa J/2 Mr. langem Haupthaar gekündet. Sie war bekleidet mit schwarzem Kleid und schwarzer Taille mit schwarzem Gürtel, schwarzen Strümpfen, Halbschuhen, zwei weißen Unterröcken (wovon einer mit Spitzen besetzt ist), weißem Hemd, Korsett und weißer Untertaille. An einer um den Hals hängenden schwarzen Zwirnkette mit Beschlägen war eine silberne Remontoiruhr mit Goldrand (Nr. 70,869) befestigt. In der Tasche des Kleides ein weißes, rotge­rändertes Taschentuch; am Halsschluß eine gelbe Brosche, zwei Vergißmeinnicht darstellend. Wäsche und Taschentuch sind nicht gezeichnet. Uhr, Brosche und Taschentuch werden bei Großh. Amtsgericht Gernsheim, die Kleider bei Großh. Bürgermeisterei Nordheim ausbewahrt. Um Nachricht über die Persönlichkeit wird gebeten.

Homburg, 1. Aug. Wie derTaunusbote- berichtet, verlautet von Schloß Friedrichshof, daß das Befinden der Kaiserin Friedrich fich in letzter Zeit sehr verschlech­tert habe. Man glaubt allgemein, daß der Kaiser bald hier eintreffen wird. Andererseits wird jedoch gemeldet, daß diese Gerüchte unbegründet seien. Der Zustand sei zwar ernst, doch liege keine unmittelbare Gefahr vor. Der Herzog von Cambridge ist heute zum Kurgebrauch hier eingetroffen.

Schloß Adolföeck bei Fulda, 1. Aug. Hier hat ganz im Geheimen der Uebertritt der Landgräfin von Hessen, Prinzessin Anna von Preußen (Schwiegermutter der jüngsten Schwester unseres Kaisers), zur katholischen Kirche hie^ stattgefunden. Die Tauf- resp. Firmpatendienste leistete bei dieser Zeremonie die Fürstin Marie Isenburg Birftein, den vorbereitenden Unterricht erteilten die Fuldaer Theologie» Professoren DD. Richter, Leimbach und Thielemann; auch PatreS vom Kloster auf dem Fuldaer Fraaenberge gingen im Schlosse aus und ein. Es fiel auf, daß die Landgräfin in der letzten Zeit statt in Die evangelische Kirche in den katholischen Dom zu Fulda fuhr; Die Beweggründe zu dem Uebertritt sind unbekannt. Die Landgräfin steht im 65. Lebensjahre. Sie ist die einzige noch lebende Tochter Des Prinzen Karl von Preußen, des Bruders Kaiser Wil­helms I. Die Landgräfin verkehrte seit längerer Zeit, be sonders wenn sie im Sommer ihre Residenz in dem Schlosse Der einstigen Fürstäbte von FulDa aufgeschlagen hatte, vor­nehmlich mit katholischen Geistlichen und sonstigen frommen Katholiken. So war aus Diesem Grunde Der verstorbene streng-katholische General v. Amelungen ein gern gesehener Gast auf Schloß AdolsSeck. Die Lektüre der hohen Frau bestand letzthin fast ausschließlich aus katholischen Schriften. So wurde die Begründung des Glaubens von L. v. Hammer­stein besonders traktiert. Seit Philipp dem Großmütigen ist es in der älteren Hauptlinie des Hauses Hessen der zweite Fall, daß ein Mitglied dieses Fürstengeschlechts, dieses er­lauchten BekennergeschlechtS des Protestantismus, zum katho­lischen Glauben übertrat, vom Prinzen Heinrich von Hanau abgesehen. Im ersten Falle war eS Erbprinz Friedrich, der nachmalige Landgraf Friedrich II.

* Kleine Mitteilungen anB Hessen und den Nachbarstaaten. In Mannheim fft bei dem Zahnarzt Bl er sch ein großer Silberdiebstahl verübt worden. Der Wert wird auf Mk. 8000

angegeben. Ob die in Darmstadt gefundenen Silber- k gegenstände, von denen wir berichtet haben, mit Denen Der gestohlenen identisch sind, mug sich erst noch ergeben. DaS demokratische Organ, DerAlzeyer Beobachter" in Alzey ist nach dem Tode seines Begründers und lang jährigen Leiters C. I. PreetoriuS in den Besitz des Herrn Reinhold Pfund übergegangen. Das Blatt behält seine bisherige politische Richtung bei.

Kermischter.

Bochum, 1. Aug. Nachmittags 2 Uhr ist ein Teil deS in den Lellerräumen der Chemischen Fabrik von Joh. Chr. Leye & Co. befindlichen B enzin lagers in Die Luft geflogen. Drei Feuerwehrleute sind tödtlich, drei andere schwer und eine größere Anzahl Feuerwehrleute und .ndere Personen leicht verletzt worden. Die Fabrik ist bis auf die Umfassungsmauern nieDergebrannt. Die Firma er­klärt, die Harzprodukten Abteilung der Fabrik habe durch nen Brand gelitten, auch sei ein erheblicher Bestand an Rohprodukten verbrannt. Der Betrieb werde jedoch aufrecht -rhalten werden.

Port- Said, 1. Aug. Hier ist ein neuer Pest fall oorgekommen. Der Erkrankte ist ein Einaeborener.________

Universitäts-Nachrichten.

f- Darmstadt, 2. August. Für das Studienjahr 1901/02 ist vom Grossherzog gemäß Wahl des Professoren- Kollegiums Geh. Hofrat Professor Dr. Schering zum Rektor der Technischen Hochschule ernannt worden. Als Prorektor fungiert Geh. Baurat Professor Koch. Vorstände der sechs Fachabteilungen sind für das kommende Studien­jahr die nachstehend genannten Herren: Architektur: Pro­fessor Wicko p , Jngenieurwesen : Geh. Baurat Professor Dr. Schmitt, Maschinenbau: Geh. Baurat Prof. P f a r r , Elektrotechnik: Professor Dr. Wirtz, Chemie (einschl. Elek­trochemie und Pharmacie): Professor Dr. Schenck, Mathe­matik, Naturwissenschaften und allgemein bildende Fächer (Allgemeine Abteilung): Professor Dr. Dingeldey.

Zum Rektor der Berliner Universität wurde der Archäo­loge Professor Kekule von Stradonitz mit 35 Stimmen gegen 30, die auf Diels entfielen, gewählt.

Gerichtssaat.

Gießen, 2. Aug. Wegen Mordes, Raubes und Diebstahls ist bekanntlich am 11. Juni vom Schwurgerichte Gießen der Tagelöhner Georg Ermer zum Tode und zu 10 Jahren 6 Monaten Zuchthaus zu­sätzlich zu einer früheren Strafe verurteilt worden, die ihm in Würzburg auferlegt.worden war. Den ihm zur Last gelegten Raubmord hat der Angeklagte, wie sich unsere Leser erinnern, am 14. August v. I. an einem gewissen Heinrich Möller begangen. Gegen das Urteil hatte der An­geklagte Revision eingelegt. Er beschwerte sich u. a. darüber, daß die Papiere des Ermordeten in der Hauptverhandlung verlesen worden sind, daß das Urteil ohne genügende Gründe bekannt gegeben worden sei usw. Das Reichsgericht hielt keine der erhobenen Beschwerden für be­gründet und verwarf die Revision.

Handel «nd Verkehr. Volkswirtschaft.

Kassel, 1. Ang. Gestern vormittag fand im Gerichts- gebäude hier Die Gläubiger-Versammlung in Sachen Des Sumpf'scheu Konkurses statt. In derselben er­stattete zunächst Der Konkursverwalter, Rechtsanwalt Dr. Weis, einen Bericht über die Lage des Konkurses, dabei bemerkend, daß sich ein übersichtliche« Bild augenblicklich nicht geben lasse, da noch vieles in dieser Angelegenheit der Aufklärung bedürfe. Angemeldet ist u. a. seitens der Treber-Gesell- schast eine Forderung in Höhe von 50 Millionen Mark, welche Die SchaDenansprüche Der Gesellschaft gegen ihren gewesenen Aufsichtsratsvorsitzenden darstellt. In Sumpfs Büchern soll sich bisher u. a. eine Schuld von etwa 4V< Millionen Mark an die Leipziger Bank verzeichnet gefunden haben. Der bisherige Gläubiger-Ausschuß und der Konkursverwalter wurden von der Versammlung bestätigt.

Märkte.

Matpz, 1. Aug. Der heutige Schweinemarkt war gut befahren. Es waren ausgetrieben 720 Schweine. 6 Wochen alte Ferkel kosteten je nach Qualität das Paar 2834 Mk., 3 Monate alte Läufer 4065 Mk., '/2jährige Schweine 80100 Mk Hande^lott^

Landwirtschaft.

* * Hanau, 2. Aug. Das htrsig« Proviantamt kauft auch tm August gut gewonnenes, grüne» Pferdeheu, Roggen-Flegel- mte auch Rogaen-Maschinenstroh frei Scheune Hanau. Beide Strohsorten müffm gesund, trocken, gut gebunden, ohne Abfall, Gemüll ober Spreu sei. Schnelle Abfertigung und sofortige Bezahlung wird «ugestchert. Bei gutem Wetter kann jeden Tag geliefert werden. Rege Zufuhr ist erwünscht. Bet Bahnsendungen ist die Adresse für den Frachtbrief: Hanau Bahnhof-Nord. Die Abfuhr von der Bahn kostet 15 Pfg. pr. Z r. Frachtkosten und Rollgelder werden in Hanau ver­auslagt. Hal keine besondere PretSabmachung stattgefunden, dann gilt tl8 Vergütung der Tagespreis deS Proviantamts. Weitere Auskunft erteilt mündlich wie schriftlich daS erwähnte Amt.

Arbeiterbewegung.

Paris, 1. Aug Gestern kam es tn Neuv:s MatfooS in der Nähe von Nancy tn den Werken der Compagnie de Chültllon-Com- mentry gegen 25 Arbeiter, die au» Deutschland berufen waren, um neue Koksöfen zu bauen, zu Ausschreitungen der Arbeiter dieser Werke und der Bevölkerung. Der kleine, abseits gelegene HLuser- komplix. in dem die Verwaltung aus die Nachricht von der feindseligen Haltung ihrer Arbeiter die Deutschen untergebracht hatte, wurde in per Abendstunde von etwa 100 mit Knütteln und Revolvern bewaff tuten Leuten, die die Thüren einzuschlagen drohten, umzingelt. Die deutschen Arbeiter flüchteten sich auf die Böden der Häuser. Die An­kunft der Gendarmen, welche die Ruhestörer auseinander trieben, be­ruhigte die Deutschen ein wenig; dennoch weigerten fich diese, heute die Arbeit wieder aufzunehmen, obwohl die Verwaltung sie dazu auf forderte und ihnen Schutz versp:ach; 15 der Arbeiter sind nach Metz abgercist. Setten« der Gerichtsbehörde von Nancy ist eine Unter­suchung an Ort und Stelle etngelettet.

Newyork, 1. Ang. Die Stahlarbeiter verwerfen den vom Trust oorgeschlagenen Kompromiß und setzen den Ausstand fort.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Ein hiesige« Blatt brachte unter der SpitzmarkeAufseher- Rückstchtblostgkett" folgende Notiz:

.Vor einiger Zett wolltenlemige Arbeiter in dem Gall'ichen Tbon- werke der Beerdigung eines ihrer Bckar.nten in einem nahen Orte beiwohnen. Auf ihr Ansuchen verweigerte jedoch der ihnen über­stellte Aufseher den dazu nötigen Urlaub, den drei Mann erst

auf wi-derholte? Ersuchen erhielten, während drei andere der Be­erdigung itr.tbleiben mußten. Dem dek essenden Aufs her wäre doch zu empfehlen, etwas mehr Menschlichkeer mallen zu lassen "

Dazu sei bemerke: Der Ausseher war ohne weiteres bereit, sämtlichen Arbeitern, 13 an der Zahl, den erbetenen U laub zur TU!« löfcme an der Beerdigung zu bewilligen; er meinte nur, daß efc sich et der drängenden und vielen Arbeit es war kurz vor Ostern nldjt gut machen ließe, allen SLtdkin 11 .laub zu geben. Darauf wählten die Arbeiter auS th'ecMi!tc drei, dir aus dem Werke bleibe» iollten. Das thalen diese auch mit der größten Bereitwilligkeit, ohne ngendwie gezwungen zu sein, während die übrigen zehn Aeoeiter den 0,wünsch,en U laub e'b'elien.Med- er, Arbeiter

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinte.

Sonntag den 4 Au,ust- 9. nach Trinitatis.

Gottesdienst

... n In der Stadtkirche.

Ja06, ? u,x: Schlosser.

3ualeM) Chrtstmlehre für die N-ukonstrmterien der MatlhäuSgemeindr

Vormittags 9</i Uhr: Pfarraisisteut KrauS.

Vormittags 11 U)t : Ktndrrkirche für die MarkuSgemeinde.

Pfarrasststcnt Krau«.

~ ... _ 2« der JohanneSkirche.

Vormittags 8 Uvr: Siede Sladtktrche.

Vormittags 9'/, Uhr: O.'rrkonsistortalrat Waa«.

Vormit agS 11 U)t: Kendirkirche für die Lukoe gemeinde.

Pfarrer Euler.

Katholische Gemeinde.

SamStag den 3. August.

Nachmittags um 4 V, Uyr und abends um 8 Uhr: Gelegeaheit zur hell. Beicht.

Sonntag den 4 August. 10. Sonntag nach Pfingsten.

Vormittags von 6'/» Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

* um 7 Uhr: Die erste hell. Messe;

tot und in derselben Austeilung der hell. Kommunion. n um 8 U?r: Die zwtttc hell. Mlsse.

W um 9Ve Uhl: Hochamt

Nachmittags um 21/» Uhr: Christenlehre; darauf Andacht.

Gottesdienst in der Synagoge, Südantage. Aftaelitil'che Religionsgemeinde.

Samstag den 3. August 1901.

Vorabend 7 Uhr, morgens 83 Uhr, nachmittags 4 Uhr Schrift« Erklärung, SabbathauSgang 9 Uhr.

Gottesdienst der israelitischen Keligionegesellschast.

SamStag den 8. August 1901.

Freitag abends 7*> Uhr, Samstag vormittags 8 Uhr, nach­mittags 4 Uhr, SabbathauSgang 9 Uhr

Nachmittags Uhr Schrifterklärung.

Wochenaot'eSdienst: moroend 680 Uhr, ovendS 78' Uhr.

Kriefkasten der Redaktion.

(Anonyme Anfragen bleibe« unberückfichttgi.)

A. H in Lollar. Kölnische Z-itunz und Dresdener Nach' richten. B<fpr ab r tft noch da«Dadllm" in L ivllfl.

Neueste Meldungen.

Hamburg, 2. August. Der Hamburger Fischdampfer Emma", der am 26. März den Altonaer Hafen verlassen hatte, wurde vom Seeamt für verschollen erklärt. Die Leder-en-gros-Firma Hermann W u 11 g e meldete den Konkurs an.

Heydekrug, Oshpr., 2. August. Hier starben auf dem Markte zwei Frauen infolge 5) i tz s ch l a g s.

London, 2. August. (Unterhaus.) Das Haus be­willigte mit 214 gegen 53 Stimmen die Forderung von 6 352 000 Pfd. Sterl. für militärische Verteidigungswerke, Kasernen und ähnliche Bauten.

Paris, 1. August Der Journalist Stiegler, der zu seiner Weltreise 64 Tage 4 Stunden und 21 Minuten ge­braucht hat, ist abends hier wieder eingetroffen.

Cadix, 1. August Mittags 12 Uhr kam die 2. Division in Sicht. Im Auftrage des Chefs des ersten Geschwaders, Prinzen Heinrich, fuhr dieGazelle" mit der Post, sowie dern Lootsen und dem Chef des Stabes an Bord, dem ankommenden Geschwader entgegen. Um 2 Uhr tauchte die 2. Division unter Führung derGazelle" hinter der Stadt auf und näherte sich in tadellos ausgerichteter Formation dem .Hafen, in welchem das LinienschiffKaiser Wilhelm der Große" zuerst liegt. Ter Heimatswimpel wehte stolz im starken Winde. Nach dem Wechsel des Saluts wurde zwischen dem LinienschiffKurfürst Friedrich Wilhelm" und dem FlaggschiffKaiser Wilhelm der Große" das Signal: Herzlich Willkommen" ausgetauscht. Jedes Schiff der ersten Division wechselte beim Passieren der 2. Division drei Hurras. Nach Erledigung der Gesundheitspässe wurden der 2. Admiral,>nreadtmiral Geißler unb alle Kom­mandanten zum Prinzen Heinrich befohlen, dem die Meldung erstattet werden konnte, daß die Rückreise bis dahin günstig verlaufen war und die Durchfahrt durch, die heissen Gegenden von den Besatzungen gut überstanden worden sei. Es folgte eine Besprechung der Aufgaben für die Rückreise und ein kameradschaftliches Willkommen, daran anschliessend eine Besichtigung der einzelnen Schiffe der 2. Division durch den Prinzen Heinrich. Aus Sevilla sind zahlreiche Mitglieder der deutschen Kolonie zur Besichtigung des deutschen Geschwaders hier eingetroffen.

Wi e n , 2. August Ter Hofoperndirektor Mahler rettete nachts auf dem Wörthersee einen Mann, dessen Boot um­gekippt war.

Newyork, 2. Anguss. Reutermeldung. Eine De­pesche aus Caracas über Trinidad meldet, Kriegs-Mi­nister Pulido bestreite, daß, wie Präsident Castro be­hauptet, die Eindringlinge tolumbische Staatsangehörige seien, und erklärt, dieselben seien venezolanische Revolutio­näre. Sein Rücktritt hat großen Eindruck gemacht. Die Lage ist sehr ernst geworden. DieRegierungstrup- p en wurden bei San Christobal geschlagen; im Innern sind weitere Ausstände aüsgebrochen. Pulidos Nachfolger werde Guerra sein.

Meteorologische Beobachtungen

her Station (Siefterr.

August

Barometer I auf 00 reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

>

CD c

2 3- C D i

Windstärke

Wetter

1.

2«

748,9

+ 24,4

13,4

59

ENE.

2

Bem. Himmel

1.

9«

743,5

4- 21,?

15,0

80

NE.

1

Bed. Himmel

2.

7«

743,6

4- 19,1

13,9

85

N.

2

Bew. Himmel

2.

2»

746 5

+ 22,7

11,4

56

N.

4

Lew. Himmel

Höchste

Temp

et atu r a

m 30.

Juli

is

1. A

ug. +

27.10 c.

Niedrigste

M

B

w

, 4-

15.1° C.