Ausgabe 
3.5.1901 Erstes Blatt
 
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Konditorei und erstes Wiener Cafe

jl. Kettler

Ecke der Sndanlage

Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Frankfurt a. M., 1. Mai. In der Generalversamm­lung der Chemischen Fabrik Griesheim-Elek- t r o n gedachte vor Eintritt in die Tagesordnung der Vor­sitzende der Katastrophe. Es sei zu hoffen, daß viele der beschädigten Betriebsabteilungen innerhalb eines JahreS wieder voll in Gang kommen. Für den Schaden sei die Gesellschaft voll versichert. Die Versammlung beschloß die Abänderung der Gewinnverteilung folgendermaßen: 450000 Mk. als 5 proz. Dividende, 167 556 Mk. Tantieme, 726 000 Mk. Uebertrag auf Warenkonto, 300 000 Mk. für den Unter­stützungsfonds. Vortrag auf neue Rechnung 385 000 Mk. Ter Aufsichtsrat und der Vorstand haben den Unterstütz­ungsfonds durch Zuweisung von je 50000 Mk. auf 100 000 Mk. gebracht. Tiefe Summe werde voraussichtlich für die Hilfsbedürftigen voll ausreichen, andernfalls werde man eine außerordentliche Generalversammlung einberufen. Ein Antrag, die Beschlußfassung zu vertagen, bis die Folgen des Unglücks ganz übersehbar seien, wurde abgelehnt, des­gleichen ein unter Hinweis auf die großen Reserven ge­stellter Antrag auf Ausschüttung von 8 Prozent Tividende. Geheimrat Guaita wurde in den Aufsichtsrat wiedergewählt.

schm Landeskirche Hinbelt, herangezogm werden, da solche» wcht nur im Interesse der Ktrcye, sondrra auch tm Jntereße des Staate» hege*,

der ohne Debatte einstimmig tngenommtn wild.

Prof Schöler gtebt dem Wunsche KuBbtuef, die Geistlichkeit HessmS möge für die neu restaurierte Stadlkirche ein Fensttr stiften, eine Empfehlung, der man allerseits sympathisch gegenüber fielet.

Der Bericht deS WohlfahrtSauSILusstS, der tm K'rchendlatt er- scheinm soll, fällt der vorgerückten Z-tt Halder auS. Der Jahres­bericht deS Pfarrers Wagner-EttengShaufen über die Sterbe­kaste ergibt deren guten Stand und der Änt ag, auch die Pfarrfi auen möchten unter dmfelben Bedingungm, rote die Pfarrer ausgenommen roeibcn, findet einstimmige Annahme.

Pfarrer Stock Ober-Breidenbach berichtet über die gut ent­wickelte Hilfskaste und seinem Anträge, auf die Anteilscheine eine Divi« dende von 31 a Prozent zu verteilen, wird nicht widersprochen.

Mit dem Liede:Ach, bleib mit Deinem Segen* und Gebet schließt der Vorfitzende die zroeiiägioen Verhendlungm.

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alle; Frankfnrterstrasse No. 1. en

Hierdurch beehre ich mich, die Eröffnung meines bedeutend vergrösserten Lokales, jetzt auch mit Eingang von der Frankfurter- asse, ergebenst anzuzeigen, damit die Bitte verknüpfend, mich durch zahlreichen Besuch auch fernerhin unterstützen zu -wollen.

Vermischtes.

* Wer hat gebrüllt? DieMünch.N. N " brachten vor einiger Zeit die Mitteilung, ein Bonner Student habe einer in dem Wirtshaus aushängenden Aufforderung, schlecht gefüllte Bierkrüge unter protestierendem Brüllen zurück- zuwetsen, entsprochen und sei urplötzlich in ein bierbaß- dröhnendes Brüllen ausgebrochen. Jüngst beim Kaiser- kommerS erkundigte sich der Kaiser während der Unter­haltung mit seinen Tischnachbarn nach jenem Studenten, der in einem Kölner Gasthause daS Gebrüll eines Löwen au- gestimmt haben soll, weil die Bierkrüge nicht voll genug geschäukt worden seien. Gr hatte davon in der Zeitung gelesen und sich darüber belustigt. Plötzlich drohte der Kaiser einem in der Nähe sitzenden wohlbeleibten Borussen mit dem Finger und fragte ihn in scherzhaftem Tone, ob er vielleicht derjenige war, der so bierehrlich gebrüllt habe'; er solle es nur eingestehen, denn er, der Kaiser, habe am liebsten auch ganz volle Krüge.

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Aufmerksame Bedienung, sowie Verabreichung nur guter Getränke, Torten etc. sichere, wie seither, auch ferner zu.

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Friedberg, 1. Mai.

Gegen V,s Uhr war der große Saal tm Hotel Trapp ganz gefüllt, besonders auch von Bewohnern der Stadt, und nach herzlicher Begrüßung der Erschienenen durch den Vorsitzenden trug der Musikveretn unter Lei­tung seines Dirigenten, Usinger, verschiedene Quartette und Chorgesänge vor, von denen der Chor auö demZlatorog" besonders gefiel. Der Direktor des Predigerseminars, Prof. D. Weiffenbach-Friedberg, begrüßte den Pfarrverein in Friedbergs Mauern im Namen deS Kirchen Vorstandes und des Predigerseminars. Seine Rede klang in dem Wunsche aus, der Geist im Predigerseminar und im Pfarrverein möge stets der­selbe sein zur treuen Arbeit an den Aufgaben der evangelischen Kirche. Pfarrer H a a ck e - Steinbach hielt Vortrag überPfarrhaus und Musik", und Pfarrer Fritsch entwarf in anregender, manchmal humoristischer Weise Silber der Rot, des Leidens, aber auch des Glaubenslebens auS dem 18. Jahrhundert seiner Gemeinde Ruppertsburg. Reallehrer Völ- z in g-Friedberg toastete auf die Einigkeit zwischen Musikveretn und Kandtdatenschaft. Der Abend verlief in den harmonischsten Weise. Die heutige Morgenversammlung ronrbe burch Gesang, Schrtstverlesung unb durch ein von Pfarrer Röschen- Winnerod gesprochenes längeres Gebet eröffnet. Der Vertreter der theologischen Fakultät Geh. Kirchenrat Prof. D. Kattenbusch-Gießen wird von dem Vorsitzenden begrüßt.

Hierauf hält Pfarrer B e r n b e ck - Staden einen Vortrag über Wie ist Ueb er wachung unb Beeinflussung b er Presse einzurichten unb besser zu organisieren?" Eine längere Diskussion schließt sich an biefen Vortrag an. Schließlich würbe unb wir (D. Seb.) müssen anstatt unseres Herrn Berichterstatters jetzt baö Wort ergreifen eine etwas seltsame Resolution gefaßt, derzufolge bie Herren Pfarrer eineBe­aufsichtigung" unbBeeinflussung" ber hessischen Presse für notwendig" erachten. Run, wir sinb uns gewiß, baß darauf ab- zielenbe Bemühungen bei ber in Betracht kommenben Preße wenig Erfolg haben werben. Je unabhängiger bie Preße nach jeder Richtung hin ist, besto größer ist ihr Wert, besto weniger ist sie Einseitigkeiten unter­worfen, befio freier unb unbefangener ist ihr Blick in alle Dinge unb besto mehr ist sie im fianbe, Schäden mannigfachster Art innerhalb ber Gesellschaft aufzubecken unb Aufklärung unter ben Maßen zu verbreiten. Wir zweifeln nicht, baß bie hessische Preße, soweit sie sich selber ein klägliches Armutszeugnis eigener Schwäche unb Unselbstänbigkeit auSzu- stellen nicht nötig hat, sich freizuhalten verstehen wirb von jeder Art vonBeaufsichtigung" unbBeeinflussung", Worte, beren Bebeutungsich bie Herren Pfarrer bei ber Niederschrift ihrer Resolution wohl nicht klar gemacht haben, wenn man nicht annehmen will, baß sie bie Grenze ihrer beruflichen Thätigkeit bewußt haben überschreiten wollen. In unseren Tagen, in denen sich die Sterne der Wissenschaften und Künste unter leuchtender Bannerinschrift zusammengeschart haben, um machtvoll anzukämpfen gegen jeglichen unerbetenen und unberufenen Eingriff, wird sich die Preße alle Versuche, und fei die Seite, von der sie kommen mögen, auch noch so achtenswert, ihre berechtigte Unabhängigkeit und Selbständigkeit anzutasten, mit gleichem Erfolge zu erwehren wißen und jedem, der da kommt, so sympathisch er ihr sonst auch mit dem größeren Teile seiner Bestrebungen sein mag, mit aller gebührenden Hochachtung, aber auch mit aller Entschiedenheit das vielzitierte Wort Friedrichs des Großen ins Gedächtnis zurückrufen:Gazetten sollen nicht genieret werden."

Nun hat unser Berichterstatter wieder das Wort. Erfährt fort: Pfarrer Lio. Diehl-Hirschhorn trägt sein Referat vor: Was können wir aus den neuesten Forschungen über die Geschichte derKinderlehre" in Hessen lernen für die Gegenwart?" Der äußerst intereffante, auf Quellenforschung beruhende Vortrag wird im Kirchenblatt erscheinen

Pfarrer Wahl-Langen gibt einen Rückblick auf die letzte Tagung der LandrSsynode, erwähnt das einmütige Vorgehen des gesamten PfarrstandeS tn der Totenfestangelegenheik, die defi nitive Regelung des GehallsgesetzeS und bedauert, daß eS nicht möglich gewesen sei, den nicht definitiven Geistlichen eine Gehalts­aufbesserung zukommen zu lassen. Die Fragen der Einigung der deutschen Laodrskirchen und der gemeinsamen Feier deS Bußtages mit Preußen seien in ihrer Bedeutung, leider aber ohne praktischen Erfolg, gewürdigt worden. AlS «ine der nächsten Aufgaben bezeichnet Redner eine herbeizuführende bessere Organisation der Pfarreien, ferner eine Neuregelung der kirchlichen Vermögensverwaltung und ganz besonders eine Ausbeßeung der Vikare und Verwalter. Der Antrag Wagner-EttingShausen: die Hauptversammlung wolle ihren Vorstand beauftragen, beim Großh. Oberkonststorium dahin vorstellig zu werden, eS möge die durch die Synode erfolgte Neu­regelung für die nicht bifinittöen Geistlichen in der Art vornehmen, daß der Gehalt zuerst 1500 Mk., nach zwei Dienstjahren auf 1650 Mk., nach zwei weiteren Dienstjahren aus 1800 Mk. steige, wird ohne Debatte einstimmig angenommen. Ein Antrag Fritsch, worin das Bedauern ausgesprochen wird, daß nach dem neuen Gehaltsgesetz den­jenigen Geistlichen, welche durch Religionsunterricht und dergl. be­sondere Nebeneinnahmen haben, diese Einnahmen abgezogen werden können, wird gleichfalls ohne Debatte angenommen. Pfarrer Schneider-ReichelSheim weist auf eine bestehende Ungerechtigkeit im neuen Gehaltsgesetz hin, wonach es dem Ermeßen der Behörde allein anheimgeftellr sein soll, welchen Pfarreien mit großen Dienstschwierigkriten sie besondere Zulagen zuerteilen will. Nach längerer Besprechung einigt man sich dahin, daß daS Verlangen ausgesprochen wird, eS möge von Seiten des Pfarrvereins dahin gestrebt werden, daß diejenigen Pfarreien gesetzlich bestimmt werden tollen, denen wegen Schwierigkeit 6e8 Dienstes besondere Zulagen zustehen Professor Schöler-Friedberg gtebt die An­regung, der Pfarrverein solle dazu die Hand bieten, daß gegenseitige Handreichung zwischen Pfarramt und Wissenschaft dadurch berbeigeführt werden möchte, daß die Erfahrung in den Dienst der Wissenschaft ge­stellt wird, daß man kirchliche und religiöse Beobachtungen in plan­voller Weise ordnet und sich gegenseitig mitteilt. Pfarrer Köhler- Rohrbach begründet feinen Antrag, der lautet:

Die Hauptversammlung wolle Großh Oberkonststorium bitten, bei Großh. Ministerium der Justiz dahin vorstellig zu werden, daß, analog von Preußen, Baden, Sachsen-Koburg-Gotha, die evangelischen Geistlichen deS Großberzogtums »u den Gemeinde­waisenratssitzungen, sofern es sich um Waisen der eoangeli-

^dkanals> ^voller Äßri Äfe habe I ^Mle nidi

Kunst und Wissenschaft.

Eine wichtige astronomische Entdeckung meldet Profißor Max Wolf aus Heidelberg. Er hat in dem bekanntm Sternbilde Haupthaar der Berer.ic.", etwas wrstlich von Keßen Stern Beta, eine Reihe von Nebeln gefunden. Er hat deren nicht weniger al8 108 gezählt, die in einem Kreise von etwa 30 Sogenminuten angeordnet sind. Die meisten find sehr klein und von fast kreiSfölmiger Gestalt. Eine derartige Anordnung solcher Himmelskörper ist bisher noch nie­mals beobachtet wordeu und ihre Erklärung dürfte den Astronomen besondere Schwierigkeiten bereiten. Gleichzeitig weiß derselbe Forscher noch von einem anderen, nicht viel weniger wichtigen Funde zu dr- richten, der freilich nicht ganz unerwartet kommt. Er hat nämlich bemerkt, daß einige kleine Planeten merkliche Helligkeitsschroankungen zeigen, wie es letzthin zur großen Ueberraschung der Himmelskundigen an dem vielgenannte»» Planeten EroS entdeckt worden ist. Bet einem der Planetoiden scheint die Helligkeitsschwankung einen regelmäßigen Verlauf in einer Periode van rund 38/< Stunden zu nehmen. Auch für diese Erscheinung gibt es bisher eine allgemein angenommene Erklärung nicht.

Entdeckung eines neuen Aether». Ein Professor der Chemie an einer Hochschule, bie allerdings ein wenig abseits von dem großen Getriebe der Wißenschast gelegen ist, dem Morningfide College in ber Siovxstadt im amerikanischen Staate Iowa, hat die (Sntbcdung einer neuen Aetherart angefünbigt, die nach einer Mitteilung ber Medical News" gemäß dem Urteil der Sachverständige»» eine»» be­deutenden pi attischen Wert besitzen soll. Der Aether wird bekanntlich in Wissenschaft unb Praxis viel benutzt, aber der neue chemische Stoff soll den gewöhnlichen Aether in gewissen Beziehungen übertreffen. Er hat ein noch geringeres Gewicht unb ist von orangeackber Farbe. Angeblich find bereits Versuche mit seiner Anwenbung in ber Chirurgie gemacht worden, die außerordentlich befriedigend ausgefallen sein sollen.

kommen mitunter von weit her, sogar aus der Umgegend von Schotten, Nidda und Vilbel.

I. Bad-Nauheim, 1. Mai. Tie offizielle Kur­zeit hat heute begonnen. Tie Kurmusik spielt vorerst täglich von 7 einhalb bis 8 einhalb Uhr vormittags an den Trinkquellen und von 3 bis 6 Uhr nachmittags auf der Kurterrasse. Tas Kurt he ater beginnt am 15. Mai. Am Sonntag den 5. Mai findet ooit 3 bis 6 Uhr namittags Konzert der Kapelle des Thüringischen Ulanen-Regiments Nr. 6 aus Hanau statt. Laut der heute herausgegebenen Kurliste Nr. 1 betrug die Frequenz am 29. April 603 Per­sonen, davon sind zurzeit noch 529 anwesend. Bäder wur­den bis zum 29. April 3901 gegeben. Im vorigen Jahre waren am 29. April-511 Personen anwesend und die Zahl der abgegebenen Bäder betrug 3567. In diesem Jahre haben sich auch ivieder 7 neue Badeärzte hier niedergelassen, sodaß die Gesamtzahl jetzt 43 beträgt. Der Betrieb in särnt- lichen sechs staatlichen Badehäusern ist heute ausgenommen worden und das 7. Badehaus soll vorn 15. Mai eröffnet werden. Im städtischen Konitzkystift kann ebenfalls in diesem Sommer gebadet werden; das dortige Badehaus besitzt 14 Zellen. Tie Gemeinde Bad-Nauheim wird wohl genötigt sein, ein neues Amtsgerichts-Ge­bäude zu errichten, denn das bisherige Haus, das erstz 1888 erbaut wurde, erweist sich bereits als zu klein für den bedeutenden Betrieb. Ein Anbau ist tvcgeu der Lage des Gebäudes dicht ain Fuße des Johannisbergs, nicht gut auszuführen, und so soll denn ein vollständig neues Haus gebaut werden. Ter Staat muß selbstverständlich wie seither der Stadt das Anlagekapital mit 5 Prozent verzinsen. Zur Besprechung dieser Angelegenheit wird eine Deputation, bestehend aus dem Bürgermeister Wörner und den Gemeinderäten Fritz und Kegel mann, in den. ersten Tagen mit dem Justizminister Dilmar in Darm­stadt verhandeln. Um alle Projekte ausführen zu können, hat der Geineinderat beschlossen, eine vierprozentige Anleihe aufzunehmen im Betrage von einer Million. Diese Anleihe soll in 50 bis 60 Jahren rück­fällig werden, damit die gegenwärtige Generation nicht allein die großen Lasten zu tragen hat. Bei der hiesigen Polizei herrscht schon seit längerer Zeit ein rnerkwür- digcr Zustand, der auch für Gießen Interesse hat. Im Jahre 1898, als die verstorbene Kaiserin von Oesterreich als .»turgaft hier weilte, wurde die Nauheimer Polizei, die bis dahin üou der Bürgermeisterei geleitet worden war, neu organisiert. Es kam als Polizeiamtmann Assessor Felix Ortwein hierher. Ter genannte Sperr errichtete eine Schutz­mannschaft von vier Mann und ließ sich von Gießen den als äußert tüchtig bekannten Kriminalschutzmann Weiß kommen. Letzterer wurde zum Wachtmeister ernannt und der Staat versprach auch die feste Anstellung mit etwa 2500 Mark Jahresgehalt. Später lehnte aber der Staat die Zahlung ab, und auch die Stadt weigerte sich- den Wachtmeister zu besolden, da sie bereits ca. 15 000 Mark Polizeikosten trägt. Nur die Badedirektion zahlte jährlich 1750 Mk., aber am 1. April d. I. hat auch diese Behörde die weitere Zahlung gekündigt, sodaß nunmehr der ge­nannte Beamte thatsächlich kein Gehalt bezieht! Versprech­ungen sind ihm allerdings von der Regierung gemacht worden. Im ganzen ist man der Ansicht, daß ein Polizei- amtmann und ein Wachtmeister für Nauheim zuviel sind; außerdem wohnt der jetzige Polizeiamtmann, Herr von Bechtold, in Friedberg, wo er zugleich am Kreisamt thättg ist.!» >i

W. Staden, 1. Mai. Seit gestern nachmittag entströmen unserem Sauerbrunnen, der etwas abseits vom Ort nach Westen zu liegt, auffallend große Mengen Kohlensäure. Kinder brachten zuerst die Nachricht davon. Sie erzählten zu Hause, daß eS ihnen nicht möglich gewesen sei, ihre Krüge und Flaschen an den AuSflußröhren zu füllen. Brennende Laternen erlöschen momentan, sobald sie dem Boden auf etwa 30 Tentimeter (Entfernnung genähert werden. Heute mittag sollen die Untersuchungen fortgesetzt werden.

H. Hungen, 1. Mai. Wie bereits an anderen Orten unseres Kreises, so wurde gestern auch hier im Schulsaal der ersten Schulklasse vor den Lehrern der Umgebung unserer Stadt ein schulhysienischer Vortrag überBau und Ein­richtung der Schulhäuser- gehalten.

Mainz, 1. Mai. Heute hat sich in unserer Nachbarge­meinde Weisenau eine schändliche Blutthat zugetragen. In dem Keller der Rheinischen Brauerei gerieten zwei Brau- bnrschen, Albert und König, die sich schon langespinne­feind- sind, untereinander in Streit. Albert hat dann seinen Gegner mit einer eisernen Stange totgeschlagen. Der Tote war verheiratet und Vater von acht Kindern. Die Staatsanwaltschaft hat sich sofort an den Thatort be- geben. Albert wurde in das Untersuchungsgefängnis ab geliefert.

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m, den 2. Mai 1901. roßherzog hattachbe- lllice-Fram.Vttkinö für gtnm Hessen: Ober-

Offenbach Frl. Helene brnar l. I«. und Ober« ,u Giehen Frl. Mar- um 1. März das Dienst- ge in Gold, den Pflege- fenbach Louise Muelenz l aus Egenburg zum angiheuj für -ranken-

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