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2. Grossh. Hess,) Nr. 116 itung rm C. Kraosse.
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Freitag 3. Mai 1901
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151. Jahrgang.
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-rr. 103 Drittes Blatt
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Vortrag
gehalten in der Versammlung deS Deutsche» Flotten»erei»S am
28. Äpnl 1901
von Grbeimral P of. Dr. W. On cken.
Meine Herren! Der „Deutsche Flottenverein" ist am 30. April 1898 in Berlin gegründet worden. Er vollendet mithin übermorgen sein drittes Lebensjahr und schaut dann auf eine Entwickelung zurück, die ohne Beispiel ist in der dentschen Vereinsgeschichte. Drei Ziffern bezeugen das. Am 1. Januar 1900 zählte er bereits 246 967 Mitglieder und am 31. Dezember desselben Jahres war diese Zahl auf 600 000 gestiegen. Ter Jahreshaushalt des Vereins beläuft sich im ordentlichen und außerordentlichen Etat auf 949 252.26 Mk., isl also von einer Million nicht mehr weit erntfernt. Und das ist die Entwickelung eines Vereins, der alle Partei- Politik von seiner Schiwelle zuriickweist. Wenn aus seinem staunenswerten Erfolg geschlossen werden dürfte, daß wir endlich der Zeit entgegengehen, in welcher die Fragen der Macht, der Größe, der Sicherheit und der Zukunft unseres Volkes zu Wasser und zu Lande behandelt werden als Lebensfragen der ganzen Nation, die über den Parteien stehens bei denen sich alle Patrioten zusammenfinden, einerlei ob sie rechts oder links oder in der Mitte ihren Platz haben, dann würde allein schon aus diesem Grunde der deutsche Flottenverein eine unendlich wohlthätige und heilsame Schöpfung sein.
Tas Jahr 1900 war das Jahr der Größe des deutschen Flottenvereins. Ties Jahr i stdenkwürdig durch den Kamp um das neue Flottengesetz, welches am 14. Juni 1900 zur Verabschiedung gelangt ist. Für dieses Gesetz hat verdeutsche Flottenverein die ganze Kraft seiner Agitation eingesetzt, dafür gewirkt, dur chdie Presse, durch das lebendige Wort und durch das lehrhafte Bild. Nicht weniger als sechs Millionen Stück Flottenbücher und Flottenflugschriften hat er gedruckt und verbreitet; 3600 Flottenvorträge mit Lichtbildern hat er veranstaltet; ein ganzer Stab von ausgezeichneten Gelehrten und Fachmännern der Marine hat ihm dabei mit größtem Erfolge seine Mitwirkung geliehen und eine Nationalbewegung für die Verdoppelung unserer Schlachtflotte entstand, von deren Wucht man wenigstens Eines mit unbedingter Sicherheit aussprechen kann: sie machte ganz unmöglich, daß irgend jemand sich gegen dies Gesetz auf den Willen des deutschen Volkes berief.
Freilich die Zeitgeschichte selber kam ihr in wunderbarer Weise zu Hilfe. Tie hemmende Streitfrage: Panzerkreuzer oder Schlachtschiffe ? ward entschieden im Jahre 1898 durch den Zusammenbruch der zurückgebliebenen spanischen Marine unter dem Massenfeuer der eisernen Linienschiffe Amerikas, und der naive Glaube an ein auch die Schwachen schützendes Völkerrecht zur See ward vernichtet an dem Tage, da England sich an unteren Reichspostdampfern vergriff, ohne allen Grund, ohne Vorwand sogar, und durch diese Brutalität bewies, daß es ein Völkerrecht der Neutralen zur See nicht anerkennt, gegenüber dem Dreizack seiner Flotte jede neutrale Flagge rechtlos ist.
So ist der deutsche Flottenverein zugleich, die lebendige Frucht und die treibende Kraft der Flottenbewegung, die den Eintritt Deutschlands in die Weltpolitik begleitet hat und noch begleitet. Der Eintritt Deutschlands in die Weltpolitik. Was ist das? Das ist das Auftreten Deutschlands als Seemacht unter den Seemächten, das erfolgt ist durch zwei Flottenthaten im November und Dezember 1897.
Tie eine dieser Flottenthaten war die Besetzung der Bai von Ki aut schon im Nordosten Chinas; die andere war die Bestrafung der Negerrepublik Haiti durch zwei deutsche Kriegsschiffe im Hafen von Port au Prince. In beiden Fällen brauchten die deutschen Kriegsschiffe sich nur zu zeigen, ihre Geschütze nur klar zu machen zum Gefecht, um jeden Gedanken an Widerstand ru entwaffnen, zu ersticken. In Ostasien und in Westindien hat die deutsche Flagge gesiegt, ohne daß ein Tropfen Blutes vergossen ward.
Tie Besetzung der Bai von ztiautschou war veranlaßt durch die schmachvolle Ermordung von zwei deutschen Missionaren, die bei der Feier des Allerheiligenfestes in der Provinz Schantnng von bewaffneten Chinlesenhausen überfallen und abgeschlachtet worden waren — ein Schicksal, dem ein dritter nur wie durch ein Wunder entging —; sie wurde ausgeführt durch eine deutsche Kreuzerdivision, deren Befehlshaber Kontreadmiral v. Tie d er ichs am 14. November eine Truppenabteilung im Hafen von Tsingtau landen und durch sie unter Kanonendonner und klingendem Spiel den deutschen Reichsadler an demselb 'u Flaggenmaste aufziehen ließ, an welchem der Kommandant der Chinesen ohne Gegenwehr seine Trachenfahne eben niedergeholt hatte. Tas führte zu einer dauernden Niederlassung auf Grund eines Vertrages mit dem Kaiser von China, der im Dezember 1897 zum Abschluß kam. Die rasch aufgeblühte deutsche Hafenstadt Tsingtau ist jetzt schon eine Perle deutscher Kolonisation und hat mit unserer gesamten Interessensphäre den ganzen Boxerkrieg unerschüttert überdauert.
Tie zweite Flottenthat des Jahres 1897 geschah am 6. Tezember im .Hafen von Port au Prince, der Hauptstadt der Negerrepublik Haitt in Westtndien, sie lief, wenn auch gleichfalls unblutig, doch minder gemütlich ab. Dort hatte am 21. September ein deutscher Reichsangehöriger, der Fuhrwerksbesitzer Emil Lüders, eine amtliche Vergewaltigung erlitten, die auf die bei diesen Schwarzen herrschende Rechtlosigkeit der Deutschen ein grelles Schlaglicht
warf. Ein Trupp Leute von der sog. „Polizei", die uns von dortigen Teutschen als eine wahre Schwefelbande von Tiebes- und Bettlergesindel geschildert wird, war in sein Besitztum eingedrungen, um seinen Kutscher festzunehmen. Da sie den dazu erforderlichen richterlichen Befehl, ohne den dort kein Schwarzer die Schwelle eines Weißen überschreiten darf, nicht tormeifci! Knuten, hatte Lüders von seinen! Hausrecht Gebrauch gemacht und die Eindringlinge hinausgeworfen. Alsbald waren sie mit Uebermacht wiedergekommen und hatten ihn weggeführt und eingekerkert. lieber drei Wochen saß er schon wider alles Recht im Gefängnis, aller mündlichen und schriftlichen Vorstellungen ungeachtet, die der deutsche Geschäftsträger Graf Schwerin an den Minister Solon Menos gerichtet hatte, als er durch ein sogen. „Gericht" in erster und durch ein anderes in zweiter Instanz zu einem Jahr Gefängnis und 100 000 Mk. Geldbuße verurteilt wurde. Beiden Gerichtsverhandlungen hatte der Geschäftsträger Graf Schwerin beigewohnt und die lleberzeugung gewonnen, daß das Verfahren der Polizei durchaus ungesetzlich, das Urteil aber auf Grund falscher Zeugenaussagen gefällt worden sei; er hatte darüber sofort telegraphisch nach Berlin berichtet und war von dort aus gleichfalls telegraphisch angewiesen worden, sofortige Freilassung ves Lüders, vollen Schadenersatz und Bestrafung der schuldigen Beamten zu verlangen. In Folge dieses Befehls begab sich der Graf Schwerin in voller Uniform am 18. Oktober in das Palais oes Präsidenten Tiresias Simon Sam und hielt ihm eine schneidige Ansprache, aus der die Eingangsworte durch ein haitianisches Blatt „Le drapeau" (die Fahne) mitgeteilt worden sind: „Herr Präsident! Ich erscheine hier im Namen Sr. Majestät des deutschen Kaisers und Königs von Preußen, um die Freilassung des Herrn Lüders zu erbitten, eines deutschen Unter» thanen, der sich im Gefängnis dieser Stadt befindet. Zugleich fordere ich im Namen meines Souveräns als Entschädigung für Herrn Lüders 1000 Dollars für jeden Tag der Hast und 5000 Dollars von morgen mittag an, für jeden Tag der Verzögerung. Tie Antwort des Negerpräsidenten soll gelautet haben: Mein Herr! Ich nahm an, daß Sie mir einen freundschaftlichen Besuch machen wollten: ich versah mich nicht eines amtlichen Besuches von Ihrer Seite, zumal da Sie nicht bei mir beglaubigt sind, sondern bei dem Staatssekretär der auswärtigen Angelegenheiten. Wenn ich gewußt hätte, daß Sie mir einen bci> artigen Auftrag überbrächten, würde ich Sie nicht empfangen haben. Ich habe Ihnen nichts zu antworten, mein Herr!
Wie Pfeile schossen die vier Boote über den Wasserspiegel. Am Lande angekommen, entstiegen dem ersten Boot ein Leutnant und einige Matrosen mit aufgepflanztem Seitengewehr, voran wehte ihnen die Parlamentärflagge. Ter Leutnant trug ein großes Schreiben, das „Ultimatum", das in französischer Sprache abgefaßt war und das der Leutnant dem Hafenkommandanten übergab, um es jo)ort dem Präsidenten von Haiti zu überreichen. Es enthielt die Forderungen: Umstoßung des gegen Lüders ergangenen Urteils, Bestrafung der schuldigen Beamten und Redakteure, förmliche schriftliche Genugthuung für den Grafen Schwerin und Zahlung von 20 000 Dollars. „Geben Sie mir eine Empfangsbescheinigung. Sie haben Zeit bis ein Uhr. Ich habe jetzt neun Uhr." Der Kommandant, ganz verblüfft von diesem kurz angebundenen Verfahren, stammelte die Bitte, der Herr Leutnant möchte ihn doch we- nigstens zum Präsidenten begleiten. C'est pas Necessaire, sagte dieser, drehte sich auf dem Absatz herum und kehrte mit den Mannschaften an Bord zurück. Was um 1 Uhr bevor- stand, wenn bis dahin das Ultimatum nicht angenommen war, kündigte der Kommandant des deutschen Geschwaders, Kapitän Thiele, dem Kapitän eines französischen Dampfers an, der auch im Hafen erschienen war, um für den Fall eines Gefechtes feine französischen Landsleute an Bord zu nehmen, und zwar durch die Worte: Werther Kapitän! Um 1 Uhr versenke ich die haitianische Flotte. Ich bitte’ Sie, Ihren Dampfer möglichst weit aus der Schußlinie zu entfernen. Thiele, Kommandant der deutschen Streitkräfte in den haitianischen Gewässern."
Inzwischen war in der Stadt der Inhalt des Ultimatums bekannt geworden. Unter ungeheurer Aufregung der Massen traten die Vertreter des Auslandes zusammen, und um 10 Uhr erschienen sie an Bord der „Charlotte", um zu protestieren gegen die Bedenkfrsic, die viel zu kurz fei für so schwerwiegende Forderungen. Ter Franzose forderte 48 Stunden, der Brite schloß sich diesem Anträge an, dev Amerikaner forderte gar vier Tage, wohlgemerkt, damit das sebnlichst erwartete amerikanische Kriegsschiff „The Mar- bleheao" (der Marmorkopf), auf das der Präsident seine ganze Hoffnung gefetzt hatte, als er dem Teutschen Reiche so unbesonnen Trotz bot, Zeit erhielt, endlich, endlich herbeigekommen. Ter Kommandant Thiele hörte sie ruhig an und antwortete dann: „Meine Herren! Ich stehe hier auf Befehl Sr. Majestät des deutschen Kaisers. Ich habe Befehl, zu schießen, wenn um 1 Uhr das Ultimatum nicht anae nommen ist. Ich muß es und ich will es." Tamit waren Die Herren entlassen.
Diese Abweisung wurde verschärft durch ein Rundschreiben, welches der Minister des Auswärtigen, Solon Menos, am 21. Oktober an die Vertreter der fremden Mächte erließ, um feierlich Beschwerde zu erheben gegen den Grafen Schwerin, der mit Umgehung des Ministers des Auswärtigen und ohne um Audienz gebeten zu haben, bei dem Präsidenten erschienen fei, um an diesen Forderungen zu richten, die einem wahren Ultimatum gleichgekommen wären. Tas bedeutete den Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Ter amerikanische Gesandte Powell übernahm den Schutz der deutschen Reichsangehöriaen und trat für den ihm persönlich befreundeten Lüders ein, dessen Freilassung er am 20. und 21. Oktober von dem Minister in zwei Schreiben hintereinander verlangte und am 22. auch erreichte in Gestalt eines „Gnadenaktes" und „Freundschaftsdienstes", der dem Vertteter der nllion „der edlen und großen Republik" erwiesen werde.
Lüders wurde freigelassen, aber nur gegen das ausdrückliche Versprechen, mit dem nächsten Dampfer nach. Newyork abzureisen, und unter Androhung förmlicher Ausweisung, wenn er wiederkäme; von Schadenersatz, Bestrafung der Polizisten und Richter, von Genugtuung für das Deutsche Reich, das gänzlich ignoriert war, für den Grafen Schwerin, den die^Presse sogleich mit Berserkerwut angefallen hatte, war keine Rede. Tie Presse, geführt durch zwei Blätter L'Jrnvarcial und Le Ralliement, eröffnete eine wütende Teulschenhetze, die ,o arg ward, daß der Gras Schwerin mit dem nächsten Dampfer der Hamburg- Amerika-Linie, der im Hafen erschien, nach der Insel St. Thomas abreifte, um sich von dort eine Hilfe zu holen, die ihm gestatten sollte, eine andere Sprache zu führen.
Am 5. Dezember erschienen im Hafen von Port au Prince zwei Dampfer der Hamburg-Ämerika-Linie, „Ga- licia" und „Slavonia", um die deutschen Landsleute, die in der Stadt kaum mehr ihres Lebens sicher waren, mit Weib und Kind und fahrender Habe an Bord zu nehmen. Am 6. Dezember aber fuhren morgens 6 Uhr zwei Schulschiffe der deutschen Flotte, „Charlotte" und „Stein" in majestätischer Haltung, die Kanonenluken geöffnet, alles klar >um Gefecht, in den Hafen herein, um in der Mitte des- elbcn, der Stadt gegenüber, vor Anker zu gehen, während )ie vier Kanonenboote der haitianischen Flotte eiligst aus dem Schußbereich der Teutschen verschwanden, um in >em entlegensten Winkel des Hafens Schutz zu suchen. Tem Schauspiel des Einzugs der fremden, des Abzugs der haitianischen Flotte hatten Tausende von Haitianern zugesehen, )ie mit angehaltenem Atem in lautloser Stille am Ufer landen und angstvoll der Tinge harrten, die da kommen ollten.
Um 9 Uhr stießen von der „Charlotte", dem Flaggschiff, auf dem sich der Graf Schwerin mit seiner Gattin be- and, vier Boote ab, jedes mit einem Maxim-Geschütz am Steven, vorn eine weiße Parlamentärflagge, hinten am Heck die Kriegsflagge des Teutschen Reichs.
Um 11 Uhr erschien der haitianische Hafenkommandant an Bord der „Charlotte" und brachte den Bescheid des Präsidenten: zahlen wolle er gern, aber die andern Bedingungen seien unannehmbar. Achselzuckend verwies ihn der Kapitän auf feine Befehle und unverrichteter Sache kehrte
er zurück, nachdem er auf dem deutschen Kriegsschiff mit eigenen Augen eine Gefechtsbereitschaft und Kampfeslust beobachtet hatte, bei der ihm angst und bange geworden war.
Uni 12 Uhr fand auf beiden Schulschiffen Gottesdienst statt; den ernsten, ergreifenden Mahnungen des Geistlichen folgte ein schlichtes Vaterunser. Bei Schluß des letzteren erscholl der Befehl „An die Geschütze!"
Es war halb ein Uhr, als der übliche Warnungsschuß über das Meer rollte. Ueber dem Hafen, den Schiffen und der Stadt lag eine unheimliche Stille. Auf den Kriegsschiffen standen die Mannschaften bei den Geschützen und!
die Offiziere zählten, mit der Uhr in der Hand, die ablaufenden Minuten. In der Stadt waren die Straßen wie
ausgestorben; die Bevölkerung war teils ins Gebirge, teils in die Kellerräume geflüchtet. Nur am Hafen wimmelte es
von Bewaffneten.
Es war 12 Uhr 56 Minuten. Da sah man aüs dem Palais des Präsidenten eine weiße Fahne sich erheben. Ein donnerndes Hurra der Teutschen auf der „Slavonia" und dann auf der „Galicia" begrüßte sie. Tie Schulschiffe „Charlotte" und „Stein" gaben sich Flaggensignale, un bi 5 Minuten später — es war jetzt Punkt 1 Uhr geworden —. kam der Hafenkommandant unter einer weißen Fahne zum Flaggschiff „Charlotte" herangerudert und brachte dem Kapitän Thiele die Nachricht, daß der Präsident das ganze Ultimatum ohne Vorbehalt angenommen habe, aber um eine kleine Fristerstreckung bitte, weil bei der Kürze der Zeit die erforderlichen Schreiben nicht fertig geworden feien; auch habe man das Geld noch nicht ganz beisammen. Ter Kapitän gab Frist bis 3 Uhr, forderte aber als Bürgschaft die Auslieferung der haitianischen Flotte, worüber der Hafenkapitän einen Empfangsschein ausstellte. Alles ward in Bereitschaft gesetzt, um die haitianische Flotte zu entern, wenn um 3 Uhr nicht alles in Ordnung war; aber ehe die
Frist ablief, waren die 20000 Dollars bezahlt und eine 1 salbe Stunde später waren auch der Entschuldigungsbrief und die Umstoßung des Urteils vom 14. Oktober in den Händen des Grafen Schwerin.
Um 4 Uhr sandte Kapitän Thiele noch einen Offizier an den haitianischen Admiral mit den Worten: „Ich be- ehle Ihnen jetzt noch mit 21 Schüssen zu salutieren." Das wschah; die „Charlotte" salutierte gleichfalls, die Musik- apelle der haittanifchen Flotte spielte die deutsche National- symne und der Streitfall war erledigt. Am 7. Dezember wurdle!' der Gras Schwerin in förmlicher und feierlicher Weife von den haitianischen Beamten empfangen una mit Unschuldsbeteuerungen überschüttet, am Tag von dem Präsidenten selbst empfangen, derbei der Tafel mit ihm anstieß auf das Wohl des deut-


