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Rv 29 «iwcttes Blatt. Sonntag dm 3. Februar 131. Jahrgang 1801
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Schutzzoll ist Trumpf.
Cowes, 1. Febr.
Die
isch unterbrochen wurde, das die exakten Grenadiere bei dem Präsentieren der Ge--
Bahnlinie zwischen Holfontein und VenterSburg Road; Bruce Hamilton eilt von Kroonstad herbei, um den Gegner zu verfolgen. De Wet geht nach VenterSburg (Stadt) zurück, räumt es und tritt den Marsch nach Süden über Winbnrg an. Am 29. Januar trifft er bei Welcome, 24 Kim. genau südlich von Winburg, am Mangani Spruit auf General Knox. EL entspinnt sich ein heißer, mehrstündiger Kampf in einem für die Buren sehr günstigen Gelände. Die Verluste scheinen auf beiden Seilen nur gering (b Buren tot, 3 gefangen, eine größere Zahl verwundet; von den Briten 1 Offizier, 1 Mau« tot, 1 Offizier und 2 Mann verwundet). De Wet wird auf-, aber nicht festgehalten. Er schwenkt nach Westen ab, kreuzt bei JsraelSpoort südlich von Smaldeel die Eisenbahn, wahr-
Die Trauerfeierlichkeite« in England,
i.
Amtlicher Heil.
Bekanntmachung.
In der Zeit vom 27. Januar bis 2. Februar 1901
»erbe in hiesiger Stadt
gefunden: 1 schwarzseidener Arbeitsbeutel, verloren: 1 Zwicker, 1 Buch und 1 Pack eiserne Beschläge.
Der Empfangsberechtigte des Arbeitsbeutels beliebe seinen Anspruch alsbald bei uns geltend zu machen.
Gießen, den 2. Februar 1901.
.Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Hechler.
sprechen beschloß. .
Darüber ist keine Täuschung möglich: bte frechanoler- ischen, antiagrarischen uno sonstigen, das Interesse des Konsumenten und des Handels voranstelleuden Bejtreb- unqen geraten immer mehr ins Hintertreffen. In neuester Zeit wird zwar auch hier Allarm geschlagen, werden Vereine gegründet, sind Volksversammlungen, Aufrufe, Massenschriften usw. geplant. Allein die Bemühungen setzen stark verspätet ein. Der „Anschluß" ist versäumt wor- ven. Man hat sich aufs Abwarten verlegt, und sich gesagt: „Es ist ja noch lange hin bis zu den neuen Handelsverträgen^ Allerdings, aber thatsächlich fällt die Entscheidung darüber, wie die Verträge ausseh en sollen, schon jetzt oder doch in naher Zukunft. Joer«' säumnisse auf politischem Gebiete sind schwer, oft uber= Haupt nicht wieder einzuholen. Zwar hat z. B. die mich ziemlich spät einsetzende Bewegung gegen den preußischen Volksschulgesetzentwurf durch ihre elementare Kraft noch einen vollen Erfolg erzielt, aber man darf doch nicht vergessen, daß dieser Entwurf in der Regierung selbst einflußreiche Gegner hatte, unter anderen Herrn von Miquel, der wenigstens nachträglich burdj den Sturm des Unwillens, sich veranlaßt sah, ferne Bedenken an der maßgebenden Stelle zum Ausdruck zu bringen, und so dazu beizutragen, daß der Entwurf zurückgezogen wurde. Ein ähnlicher Fall lag vor bei der lex Leinze. Auch da rührte sich die Opposition der Vertreter vvn Kunst und Wissenschaft sowie der Kunst- und ^iteratur- ffceunbe kräftig erst in den letzten, entscheidenden Stadien.
Hätten nicht innerhalb der Regierungen sich Stimmen Gelt-I ung verschafft gegen den Theater- und Kunstparagraphen, so wäre ohne diese Unterstützung, trotz aller noch so geschickter! Obstruktions-Taktik schließlich doch der Wille der Reichstagsmehrheit durchgesetzt worden. Aber es kam noch etwas anderes hinzu, um den Widerstand gegen jene beiden Vorlagen zu einem mächtigen, sich Respekt verschaffenden zu machen: die Einmütigkeit der Abwehr. Von solcher Einigkeit ist aber in den Reihen derer, die für die Fortführung der jetzigen Handelsvertragspolitik und gegen die Erhöhung der Getreidezölle eintreten, einstweilen wenig zu bemerken. Die politischen Parteien, die diese Ziele aufstellen, also die beiden freisinnigen Gruppen, die Süddeutsche Volkspartei, die Sozialdemokraten, sowie ein kleiner Teil der| Nationalliberalen, gehen allesamt ihre eigenen Wege. Die Geschlossenheit, wie sie auf der anderen Seite herrscht, scheint dort kaum erreichbar. In Erkenntnis der Gefahr der Zersplitterung und dadurch der Wirkungslosigkeit der Bestrebungen — auf den Beistand der einen und anderen Regierung darf man in diesem Falle keine Hoffnung setzen — schicken sich nunmehr die städtischen Vertretungen a n, di e Führung zu übernehmen und zunächst durch Eingaben an den Reichskanzler gegen die Zollerhöhung auf Lebensmittel Einspruch zu erheben. Immerhin kann das noch erreicht werden, daß die Zollerhöhungen für landwirtschaftliche Produkte sich auf der Mittellinie des unbedingt Notwendigen halten, und nicht etwa derart hoch ind, daß Handelsverträge nicht zn stände kommen und Zollkriege h er au fb es chworen werden.
„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst" — das Wort gilt < auch in der Politik. Wer etwas erreichen will, kann nicht , tzeitig genug auf dem Posten sein. Dem minder Vorsicht tilgen, minder Thatkräftigen bleibt das Nachsehen. Und es ist in der Politik wie im Kriege: die Ueberrasch- : yng des Gegners spielt eine große Rolle. Die Sammlung derer, die im Reichstag und im preußischen Landtag die Notwendigkeit erhöhter landwirtschaftlicher Schutzzölle verfechten, ist in einer so unauffälligen Weise erfolgt, ohne Aufrufe oder Rundschreiben, hauptsächlich durch vertrauliche Verhandlungen unter den parlamentarischen Führern, daß der Bund schpn geschlossen war, bevor man auf der Gegenseite daran dachte, sein Zustandekommen zu verhindern oder wenigstens zu erschweren. Eine Ueberrumpel- Aug in bester Form. Die ersten Anzeichen dieses Zusammenschlusses, nämlich die Erklärung des Zentrumsabgeordneten Müller- Fulda bei der letzten Marinevorlage zu Gunsten einer erhöhten Berücksichtigung der Landwirtschaft, hatte man nicht „tragisch genommen"; man verließ sich getrost auf die demokratischen Elemente in der Zentrums- Partei, auf die Rücksichten, die das Zentrum seinen städtischen Wählern schulde. Ebensowenig beachtete man die in großem Maßstabe ausgedehnte, sehr rührige Agitation -er „Bundes der Landwirte" und anderer agrarischer und konservativer Vereinigungen, bis sich dann klar heraus- ftetite durch die Parlamentsverhandlungen der letzten Wochen, daß alles perfekt ist, daß die Vertreter der land- wirt chaftlichen Interessen diesmal ftüher aufgestanden sind. Konservative, Reichsparteiler, Zentrum und ein großer Teil der Nationalliberalen haben sich zusammen- aefunden. Eine unüberwindliche schutzzöllnerische Mehrheit, die bereits viele Stimmen innerhalb der Regierung gewonnen hat und vor allem den Reichskanzler Graf Bülow auf ihre Seite weiß.
Schutzzoll ist Trumpf. Den Großindustriellen wird gesagt: Wir ziehen doch an demselben Strange! Tretet Ihr für die landwirtschaftlichen Schutzzölle ein, so helfen wir Euch zür Erlangung von Schutzzöllen für die Industrie. Die „Berl. Pol. Nachr.", das Organ des „Zentral- «erbandes deutscher Industrieller", konnten denn auch wiederholt Zustimmungskundgebungen in diesem Srnne veröffentlichen. Die neueste ist, daß der „Verein zur Wahrung der gemeinsamen Interessen in Rheinland und Westfalen" an der I n t er es s e n so li d ari tät von Landwirtschaft und Industrie festzuhalten und einer angemessenen Getreidezoll-Erhöhung Nicht zu wider-
die ergreifende Weise des Beethoven'schen Trauermarsches. Langsam windet sich der Trauerzug den Berg hinab nach, Cowes hinunter und durch die Straßen der Stadt, M deren Seiten, auf ihre umgedrehten Waffen gestützt, regungslos die Soldaten verharren, bis zu dem Landungs- quat Unter dem Donner der Geschütze und unter dem gedämpften Klang der Trommeln wird der Sarg wieder von Seeleuten auf die Yacht „Alberta" getragen und dort in einem Pavillon aufgebahrt, der mitten auf Deck errichtet ist und dessen Seiten offen sind, so daß der Sarg weithin deutlich sichtbar ist
Die Leidtragenden begeben sich an Bord der verschiedenen Yachten, das Königspaar an Bord der, „Viktoria and Albert" und der Kaiser an Bord der „Hohenzollern", während die übrigen Yachten „Osborne", „Enchantreß" und „Trinity Yacht" die anderen Gäste aufnehmen. Acht Tor- j pedobootzerstörer setzen sich an die Spitze der Trauerflottille, welche kurz vor 3 Uhr in See geht. Fast in genau: von Westen noch Osten gerichteter Linie beginnt die ^ahrt, zwischen den Kriegsschiffen hindurch, die zu beiden Seiten der Fahrstraße, die Breitseite den vorüberfahrenden Yachten zuqekehrt vor Anker liegen. Während nördlich der Fahrstraße durchweg englische Schlachtschiffe hegen und die „Alberta" mit dem Trauersalut grüßen, sind bte fremden Kriegsschiffe, unter denen außer den deutschen Schufen sich auch je ein französischer, japanischer und portugiesischer;
I Kreuzer befinden, auf der südlichen Linie verankert.
Kurz vor 5 »Uhr kam die Trau er flöt tille auf den Höhe von Gosport an, wo die „Alberta" heute nacht verbleibt Sie wird von Booten der Kriegsschiffe bewacht, während eine besondere Wache am Sarge Aufstellung! nimmt. Die Fahrt über den Solent durch die stattliche Reihe der großen Kriegsschiffe machte einen überaus groß-
I artigen und feierlichen Eindruck. Alle Manöver waren sorg-
Das Wetter ist schön. Die Sonne beginnt den Reis, ber vorbereitet worden, und wurden mit der größten den Boden und die Bäume bedeckt, zu schmelzen, vom Meere Genauigkeit ausgeführt. Sobald „Alberta" sich einem her weht eine leichte Brise. Die Heine Stadt ist angefüllt Kriegsschiffe näherte, feuerte Letzteres eine' Salve ab. Die von Besuchern, die aus allen Teilen der Insel gekommen Mannschaft präsentierte das Gewehr und kehrte bann die ind, um der Ueberführung der Leiche der Kö- Gewehre um, während das Musikkorps einen Trauermarsch nigin an Bord der „Alberta" beizuwohnen. Es ist spielte. Während der ganzen Fahrt hörte man nur bett ein fortwährenbes Kommen und Gehen von Soldaten, Donner der Geschütze und die Trauerweisen, welche von Reitern und Wagen zwischen Cowes und Osborne. .... den Musikkorps der verschiedenen Kriegsschiffe gespielt wur--
Nun ist der erste Teil der Leichenfeierlichkeiten für ,bie | Das Wetter und die See waren überaus günstig.
Monarchin, die 64 Jahre lang über das britische Reich g--
herrscht hat, vorüber. Die Leiche hat auf ihrem Wege nach EnaläudkA Uttd Bure«,
ihrer letzten Ruhestätte die Heine Insel verlassen, wo bte I " , «n , . . k r
Königin ihre letzten Augenblicke verlebt hat. Die Drbnung Die „Jagb" auf DeWet hat toteber begonnen. Die des Leichenzuges vor dem Königl. Schloß nahm lange Zeit einzelnen Ereignisie, die ihr vorangegangen, seien noch etw- in Anspruch, war aber zu der bestimmten Zeit beendet, ma[ kurz zusammengestellt: Arn 23. Januar Zerstörung der als gegen dreiviertel 2 Uhr unter lautloser Stille, die nur --- ----- - <■—- m
durch das Geräusch unterbrochen wurde, das die exakten > Bewegungen der Grenadiere bei dem Präsentieren der Gewehre verursachten, 12 kräftige Matrosen aus dem Schlosse heraustraten und zu der sog. „Queens Entrance" schritten, auf ihren Schultern den Sarg tragend, der die Lerche threr Königin barg. Langsam nähern sie sich, Schritt für Schrrtt, der Lafette, die, mit acht braunen Pferden bespannt, vordem Thor steht, und setzen auf das ihnen gegebene Zerchen den Sarg mit stiller Ehrerbietung auf die zur Aufnahme desselben bestimmte Stelle. Den Sarg bedecken schwere Krönungsmäntel, auf ihnen liegen Krone, Scepter und Reichsapfel. Noch ein kurzes Verweilen und dann setzt srch der Zug in Bewegung, voran die Diener in ihren Livreen zu
Pferde, dahinter Militär- und Marinebeamte I ,.vl "nfin? fie 7u icrftören" unb entwischt glücklich Bruce
Seltsam trauervolle, burchbringenbe Sockpferferwersen lrch mcht ohne sie zu zerstören, uno en 8 V»
erfüllen bie Luft. Sie werden gespielt von den Pfeifern Hamilton, ber mst seiner 21. Brigade m der y g
der Königin, die in ihrer malerischen Hochländertracht vor Bruce Hamilton hat bet diesen Operationen beständig dPch dem Leichengefährt schreiten, zu dessen Seiten acht von der gehabt, zu spät zu kommen. Zuerst hatte er v Hk Königin Stallmeistern und Flüaeladjutanten, vier auf jeder bad Nachsehen. Dann fand er in VenterSburg das wen teer. Seite, gehen, die ihrerseits wiederum von Grenadieren be- sofort machte et sich auf, die Spur des Gegners zu suchen. gleitet werben, alle in großer Uniform. Unmittelbar hinter Fountag ben 27. Januar nachts brach er auf, marschierte bem Sarge befinden sich die Admirale Sir Michael Sey- , » ~ unb tojebCr eine Nacht unb kam am Vor- mourunb Fullerton, bereu Gegenwart an btefer Stelle » Qanuar in Smaldeel an. Die Finsternis der
bes Zuges bie erste Anbeutnng giebldaß ber Anteil des mtttag des ^-^r Regen hemmten den Marsch und er- heutigen Tages an den Letchenfeierhchketten der Flotte ge= -Raajte uno g f g h o Su&erfte Die »urück- hört, während morgen die Armee den ersten Platz dann schopftenMenschen und L r .A L’ 8 annfl
einnimmt. Sodann kommen die königlichen Leidtragenden, gelegt- (Entfernung betrug der Lustlmie rd. KO Slm. Wa- sämtlich zu Fuß unb zu je brei und brei gehenb. Mit bem wird De Wet nun thun? Wnb er in westlicher Richtung Könige gehen Kaiser Wilhelm unb ber Herzog von weiter marschieren, um bei Kimberley bte Kapkolome zu er» • Connaught, hinter biesem Prinz Heinrich von „ichen, ober jenseits ber Bahnlinie nach Süden abschwenke«
Preußen in Abmiralsuniform zwischen bem H erzogt^ auf bem Wege, ben Hertzog gewählt hat, in die Kap« von Sachsen-Coburg unb Gotha unb- dem Prinzen ^fonie einfallen? Beide Möglichkeiten find nicht ungünstig, Arthur von Connaught, und Mießhch der Kron- südwestliche Freistaat von Besatzungen beinahe ganz Ä Ä A e^g eu.b.öit’ ift. Vr wli.-r- Verlauf tuir! di-f- Fragen bald
unb dem Prinzen Karl von Dänemark einher-»beantworten.
schreitet Der König trägt Marineuniform mit zahlreichen Die Vorgänge in der unmittelbaren Nähe von Johannes- Orden ebenso Kaiser Wilhelm, ber Herzog von Connaught bürg haben Fr euch toieber in Aktion gebracht, ber ben : Generalsuniform. Es folgt bie Gruppe ber königlichen Iüden Transvaals westlich unb östlich von der Eisenbahn
Damen, alle in tiefer Trauer, das Haupt von schweren u h^wachen hat. Kitchener meldet, daß er am 30. Januar Schleiern bedeckt, voran Königin Alexandra, zum WUqeflusse mit einem Burenkommando von 2000 Mann Schluß ihre jüngste Tochter. Die Damen und Herren des 9 ! !l Wilmfluk ist in der Nähe von
- Hofes, Offiziere unb andere bilden ben Schluß des Gefolges, rus^getroffen ist. Der Wilgestutz ist m
. * 1 Als ber Sarg das Thor des Schloßparkes erreicht, Bocksburg oder Spmgs zu suche-, wo »eye h^,
verstummen die Sackpfeifer, unb alle Musikkorps intonieren | n ben letzten Tagen so lebhafte Tba g


