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3.2.1901 Drittes Blatt
 
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1901

131. Jahrgang

Anzeiger

Me 5itif<flea«Äen*t1i6«ifl«RdIee des Zv- imb Au-» KmdeS nehmen Anzeige» für be* Gießener Anzeiger «Ufltftai. ZeUrnpreiä: Utal 12 Pi., auswärtL 20 Pf.

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3. Februar

Sonntag den

Henerat-

Asnts- unb Anzeigeblatt fuv den T^veis Gieszen

Kläller für hessische Volkskunde.

Aedaktton, Expedition und Druckerei:

Zchulstrahe Nr. 7.

Gratisbeilagen: Gießener FamilieMüUer, Der hesslsche Landwirt, -»**

So lange freie Geister noch durch Erd' und Himmel geh'n."

Christian de Wet.

Wer für die Freiheit kämpft und fällt, beS Ruhm wird ' blüh'n und fieh'n,

Klingt das nicht wie ein Feldgeschrei des Burenvolkes?

Loch nein! Diese Worte schrieb vor mrh" Ä her Dichter derGriechenlieder/': Wilhelm Muller. Es ist eine eigentümliche Fügung des Schicksals, daß der Oxforder gelehrte Max Müller, dem die Herausgabe dieser be- oeisterten Freiheitsgesänge seines Vaters, von denen ein., ,

out Teil den Buren auf den Leib geschrieben sein könnte, wütigen Praftdenten^St^lfn zu geschieden war, in den letzten Monaten vor seinem Tode stand in durch seine schroffe Parteinahme gegen die Buren seiner: Botha derHmHsche'nIden"Hnzuschlag'enden Weg Viuhm gerade nicht vermehrt hat. Seit 16 Monaten tobt gäbe zu, die englischen ^?mpp _ '_____I s»a f^rrtfrTvYitifp^ in Verbi

Kerliner Kries.

(Plaudereien aus der Abiserstadt.)

(Nachdruck verboten.)

Ausstellungen: Die Jubiläumsausstellung im Akademiegebäude. Die Geweihausstelluug bei Borfig. Erinnerungen an Chodowteckl.

Irgend etwas wird in Berlin immer ausgestellt, bald Kostüme historischen Wertes, bald die allermodernsten Möbel. Der Berliner kümmert sich um die bunte Folge dieser Ausstellungen meist blutwenig; erstens qat er,teure Heit" und zweitenskennt er ja doch schon alles, .ue Ausstellung im Akademie-Gebäude, dre aus Anlaß der 200-Jahrfeier diese zwer Jahrhunberte preußischer Geschichte im Bilde vorführt, übt doch eine große Anziehungskraft aus. Die ausgestellten Bilder, die aus den verschiedenen Schlössern des Königshauses zusammen geholt sind, repräsentieren einen hohen Kunstwer^ wenn auch manches Meisterwerk fehlt, das zumal im Berliner Schlosse aus Anlaß der eben verflossenen Feierlichkeiten - nicht entbehrt werden konnte. Kunstfreunde können an diesen Königsbildern die ganze Kunstgeschichte der letzten 200 Jahre studieren. Aus den Zeiten Andreas Schlüters, des feinsinnigen Vertreters der Barock-Periode, der den ersten Preußenkönig noch in der Tracht der römischen tyv- saren darstellt, bis in die Tage der Gegenwart, die dura) Adolf Menzels wundervollesFlötenkonzert m Sans­souci", das auch auf der Weltausstellung in Paris war, am vornehmsten vertreten ist. Da sind Bilder von Pesne, der von dem sparsamen Soldatenkonig Friedrich Wilhelm I. mit einem Gehalt von 11000 ^halern nach Berlin berufen wurde, Bilder von Richter, Koner rc.

hat er doch von seinem 17. Lebensjahre an in Berlin gelebt und sich hier durch widrige Verhältnisse aller Art hmdurch- gearbeitet, sodaß der junge Handelsbeflissene, der auf den Messen in Frankfurt a. O. und Leipzig Waren .ferlbreten. mußte, schließlich Direktor der Berliner Akademie wurde. Unsere Großeltern und Urgroßeltern hatten an den Wanden chrer ,Putzswben» einst allesamt Bildwerk- dieses Mann en Meisters der deutschen Kleinkunst hangen, die in ih schwarzen Umrahmungen leider, leider vielfach in den Rum­pelkammern verschollen und verdorben sind. Kalender urid Almanache aus dem letzten Drittel des 18. ^ahrhunder.s Baben die Zeugnisse seines Fleißes und ferner Begabung Sester bewahrt.9 Unter zehn solchen Bändchen die mau durchblättert, finden sich sicher neun, die mit Kupfern von Chodowiecki ausgestattet sind. Es ging eben damals nicht ohne den großen Berliner Meister des Griffels und der Nadel! Goethes und Claudius Werke, Bürgers Gedichte, LessingsMinna von Barnhelm", VoßLuise", Schillers Kabale und Liebe" und ungezählte andere zeigen Buch­schmuck von Daniel Chodowiecki; Bilder, die in ihrer Treue und Wahrheit sich weit über die Kunst seiner Zeitgenossen emporheben. Gegen 3000 Stiche, Radierungen und Hand- zeichnungen hat der Unermüdliche, der in manchem an Meister Menzel erinnerte, geschaffen, bis ihm der Tod den Griffel aus der Hand nahm. Da er ein Freund des Reiten» war, der mitten auf der Straße sein Rößlein anhielU um schnell eine Szene zu skizzieren, so biwete er für do-- damalige Berlin eine ziemlich populäre Persönlichkeit. L>em Wohn- und Sterbehaus lag im heutigen Osten, Große Frankfurter Straße 57, in der heute em andres Geschlecht haust, das von seinem großen Vorgänger wahr,chetnllch nicht einmal den Namen kennt! . . .

Airch die siebente deutsche Geweihausstellung im Borsig'schen Palais an der Wilhelmstraße auch eine Kronen-Ausstellung lockt manchen, der sonst Ausstell­ungen aus dem Wege geht, an, vorausgesetzt, daß ihm ein Jägerherz von nicht allzu sonntäglicher Beschaffenheit im Busen schlägt. Ueber 1300 Geweihe von Rothirschen, Damhirschen, Elchen, Gemsen und Rehen, sind in ganz vortrefflicher Weise gruppiert, und legen Zeugnis davon ab, daß auch im verflossenen Jahre die alte germanische Jagdlust noch lebendig war; denn alle diese Trophäen stammen aus nur vorjährigen Jagden deutscher Waid­männer. Hervorragend ist die Strecke des Kaisers und der Könige von Sachsen und Württemberg; auch der Fürst von Pleß, des Kaisers Oberst-Jägermeister, brilliert mit einer Kollektion von Rothirschgeweihen, der ein mächtiger Zwanzigender nicht fehlt. Vom Grafen Lehndorff prangt der Kopf eines Wisent oder Auerochsen, den er in einem polnischen Forstrevier erlegt hat, auf der Tafel. Andere bekannte Schützen sind mit bescheideneren Trophäen^ ver­treten.Was die großen Herren alles für Böcke schießen. kalauert ein lustiges Berliner Blut-neben mir.Un denn dhun sich ooch noch damit dicke! Nich zu glauben , -raber

sieht er aus wie ein waschechterKreuzzeitungs -Abonnent, dessen erste Lektüre nach dem Kurszettel natürlich die Kampfartikel gegendie schnodderige" Linke bilden. Spaß muß sind", die alte Berliner Devise!

Eine Ausstellung, die ich eigentlich erwartet hatte, aber von der bis jetzt kein Sterbenswörtchen verlautet, hätte sich in der Erinnerung an den 100. Todestag (2. Februar) des großen Kupferstechers Daniel Chodowiecki mit dessen nach vielen Hunderten zählenden Bildern und Bildchen be­fassen müssen. Wenn auch Chodowiecki ein geborener Dan­ziger und der Abstammung nach offenbar Pole, war, so

WÖSÄ...... »>. £«y

den Buren der Geist von Majuba wieder erwachte und «einer Söhne befindeich^chs K, ihn9 alslmld nach Lady- Funken sprühte. Als im Frühzahr 1900 das Trekken der pomt. P s »eraal in der westlichen Armee, bei betr Buren in das Buschveldt überhand nahm und die Sorge imith z m ) g^ndantsckiaft unterlag er dem mit chrei des Burenvolkes? I um Hab und Gut gar manchen etr£lt£r ihm ateidiÄe^tig VanbibTercnbcn S-emita, ber als der ältere

Neben biesen beiden Generalen ist es namentlich dem Helden- van. eis . ^Entschlossenen Cronje arbeitet fern

rästdenten Steijn zu verdanken, wenn der Wider- fälligen ^ouverr uno urun , ) , i klarem Blick dir

vor feinem Todeistand in einheitlicher Weise organisiert wurde »^rent. ®ef)itn nichteinen Augenblick über

die Buren seinen Botha den Oberbefehl stbernahm, fiel de Wet t aaenben Wea im Zweifel. Diese Schnelligkeit

viubm gerade nicht vermeyrr yar. - neu w ^unuivu LuGc 9u, die englischen TMipenkorper die zum Besetzen den ^LWs in Verbindung mit seiner unermüdlichen ^Südafrika der Krieg; vor Jahresfrist zitterte England des ungeheuren G^ieteirvielzuSerm^war^ so^ iI)n zum Muster eines Reitergene-

vor den Folgen des aus so schnöden Motiven herausbe- zu beunruhigen. Mit aalglatter Gewanbtyeit ifr er oen w» ö i « e Kampfgenossen den BeinamenConwovi- lchworenen Croberungszuges. Der Fluch, der vom Urbeginn zahllosen Fallen ^^^Slander entgangen, und ) s als, d s gegeben haben. Seine ftöhliche >zagd nut dm Golde hängt, schien in Erfüllung gehen zu sollen. Viel- Hat er die Ueberacht, die M erdru^en schien. andas Wild selbst zum Jager wurde Ilcicht hat der greisen Königin Viktoria und ihren der Nase heimmgefuhrt. Es st gtz) Engländer fast zur Strecke brachte, hat in b

Frhr eürenmerien Rataebern mebr wie einmal Alberichs laus den Berichten des englischen Kriegsamt z Ir« fmim spine^nleichen ^fur Stunde ist die Thätig-

kL-L°7Lg-n ^n^don Lh7-7'g°g-Nt wasChris, °nz° Chris" wie ihnJeta: Cggen nennen, MS^kaum^se.ne^^ I

^Gab sein Gold mir Macht ohne Maß, ui der kurzen Zeit seiner -^hatigkeit all r wund et Kabelmonopol triumphiert wieder emmal über den Wissens

^Selbst^der'v°?nichis znriick1chr'eck/nde^Obe^?gisseu^^des worden«'"eit sechs Monaten ist er von^allen darst der W-l^ Präsidenten Steijn ist es in der VaM° der kleinen Burenschar drohte die Legende von der Mmacht Mtllt ° nen Patron en sind rhm bereit s weg ge yu) . b b'ic Kaphollander aus ihrer von

Albions zu zerschellen. Doch das eiserne Wllrselspiel nahm nommen worden und seine Fluchtlinie ist f-stzwei 1^nuSL,unb"58equ,emU(f)feit diktierten Ruhe ausgeschreckt, einen anderen Verlauf, als alle Völker des Kontinents ma.so groß als die Lange des ^^u^o ' Be- und der sei t fast einem Jahrhundert bestehende .wirtschaft- gehofft hatten. Jouberts Abneigung gegen aggressives Vor- Die unaehemre^eMngsfahigk^ Ue «e und b > ] Gegensatz zwischen angelsächsischen und

MDSNS M8MSZ MSWßW SMWWSMWSMWS

vernichtet! zahllose Burenfarmen in lodernden Flammen zum stellvertretenden Kommandariten ernannt wur^e. Er \ tion ausgeht.

nufaeaanaen balbverhunaerte Frauen wurden ge- war wie tausend andere als gewöhnlicher Soldat zu Beginn ..

schändet,'Kinder und Greise Lißh and e lt, tvehr- der Feindseligkeiten unter die Wafsen«getreten l«ne Polltlsche Tagessch au.