Kreuudschaftsvertrag mit lebhaftem Beifall auf» Genommen. Dieser Freundschaftsvertrag hat nach der „Allg. Mar.-Korr." folgenden Wortlaut:
In Erkenntnis der Gemeinsamkeit der hohen Ziele, denen gleicherweise die Bestrebungen der Lega Navale Jtaliana, rvie die des Deutschen Flcitenvereins gewidmet sind, und auf Grund des Schutz, und Trutzbünd-. «iss es, das die Völker Italiens und Deutschlands verknüpft, sind die Präsidenten der Lega Navale Jtaliana und des Deutschen Flottenvereins übereingekommen, die Gemeinsamkeit ihrer Ziele und Bestrebungen auch durch offenkundige gemeinsame Arbeit darzuthun.
Das 19. Jahrhundert hat die Völker Europas vor die neue Aufgabe der Ueberseepolitik großen Stils gestellt, zu welcher die Industrie- und Handelsentwicklung aller stauten mit elementarer Gewalt hindrängt. Die «rfullung dieser Aufgabe hat den Besitz starker Kriegsund Handelsflotten zur notwendigen Voraussetzung.
Aus dieser Erkenntnis heraus ist in Italien wie ganz besonders in Deutschland eine gewaltige Bewegung für die Vergrößerung der beiderseitigen Kriegsflotten mit staunenswerter Schnelligkeit emporgewachsen und hat als Träger dieses nationalen Willens die beiden großen Flottenliguen geschaffen.
Und wie die durch Staatsverträge besiegelte Allian'z der beiden Völker eine der wertvollsten Bürgschaften für dre Erhaltung des Friedens bildet, so soll der zwischen der Lega Navale Jtaliana und dem Deutschen Flottenverein geschlossene Freundschaftsvertrag als vornehmstes Ziel anstreben, daß die beiderseitigen Rüstungen zur See durch einen ihren stetig wachsenden Uebersee-Jn- teressen angemessenen Ausbau sich zu einer immer machtvolleren Friedensbürgschaft gestalten.
Die Bethätigung ihrer gemeinsamen Arbeit erblicken dre beiden Flottenliguen vor allem in einem regen Gedanken- und Meinungsaustausch, in der Auswechselung der herausgegebenen Veröffentlichungen und in der Beschickung der Hauptversammlungen durch Delegierte.
, Nie Hauptaufgabe beider Vereine beruht in einer zcelbewußten Aufllärung der öffentlichen Meinung darüber, daß die weltwirtschaftlich bedingte Ueberseepolitik berdec alliierten Nationen gleiche Ziele in wirtschaftlicher wre in politischer Hinsicht aufgerichtet hat.
Santa Margherita Ligure, 24. 11. 1900.
Der Präsident der Lega Navale Jtaliana: gez. Conte E. di Falicon.
Der Präsident des Deutschen Flottenvereins:
gez. Wilhelm Fürstzu Wied.
Orrichtssaal.
33r o m b ct g 31. Jan. Im vorigen Frühjahr gab der Konrtzer Mord hier zu dem Gerücht die Veranlassung,
der hiesige jüdische Kaufmann Auerbach habe einen Milchjungen in seinem Keller abschlachten wollen. Der Redakteur Sedlatzek von dem Berliner „Gen.-Anz." hörte davon und brachte in der Nummer vom 20. Mai v. I. eine „Oeffenlliche Anfrage nach Bromberg", in der es hieß: „Zärtlich besorgt um die Ruhe der guten Bürger scheint die Vromberger Polizei zu sein. Man erzählt sich dort folgendes: Nicht allzu lange vor den Ostertagen hörte der Verkäufer eines in jüdischen Händen befindlichen Geschäfts einen markerschütternden Schrei, der aus dem Keller des Hauses kam. Er und einige gerade anwesende Knaben begaben sich nach dem Keller und sanden ihn verschlossen. Der Verkäufer sprengte die Thür und nun trat den Eindringenden der Geschäftsinhaber mit einem heftig weinenden Knaben entgegen. Die Polizei wurde benachrichtigt und der Jude festgenommen". Sedlatzek fuhr dann fort: Es sei merkwürdig, daß die Bromberger Polizei sich bemüht habe, die Angelegenheit geheim zu halten, damit die Einwohner nicht beunruhigt würden; es solle den Polizeibeamten befohlen worden sein, über die Sache zu schweigen. Er — Sedlatzek — frage daher die Bromberger Polizeiverwaltung öffentlich an, ob der geschilderte Vorfall sich thatsächlich abgespielt habe, und ob und weshalb sie das Schweigegebot erlassen habe. Die Polizeiverwaltung antwortete mit einem Strafantrag wegen Beleidigung durch die Presse, da ihre Unparteilichkeit, Gewissenhaftigkeit und Pflichterfüllung durch den Artikel in Zweifel gezogen werde. Der Fall kam vor der hiesigen Strafkammer zur Verhandlung. Sedlatzek bestritt, daß er die Polizei habe beleidigen wollen und beantragte die Vertagung, um Zeugen laden zu können, die bekunden würden, daß er alle Veranlassung gehabt hätte, das Gerücht (das übrigens, wie der Angeklagte hervorhob, eine völlig müßige Erfindung ist) / in der erwähnten Weise zu besprechen. Der Gerichtshof lehnte indessen alle Anträge ab und verurteilte den Angeklagten zu einem Monat Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte drei Monate beantragt. •
München, 31. Jan. Der Gemeine Adolf Atrauns- eder der 5. Komp, des 16. Jnf.-Regts., Soldat seit Herbst des Jahres 1894, war am 11. Mai 1895 durch Urteil des Untergerichts wegen Unterschlagung in die 2. Klasse des Soldatenstandes versetzt worden. Seit dieser Zeit gefiel es ihm nicht mehr beim Militär. Am 2. Mai 1895 ließ er sich seine Zivilkleider herausgeben, um sie angeblich nach Hause zu schicken. Darauf verließ er die Kaserne, Neidete sich auf freiem Felde um, ließ die Uniform liegen und suchte auf dem kürzesten Wege die Schweiz zu erreichen. Schlechtes Wetter und hohe Berge hielten ihn indes länger, als ihm wünschenswert gewesen, auf österreichischem Boden auf. Er verlor den Weg, geriet ins Zillerthal und wurde unweit der Berliner Hütte von einem Schneesturm überrascht. Da er bei seiner Abreise weder einen „Baedeker" noch genügend Mundvorrat mitgenommen hatte und also fürchten mußte, in der unbekannten Gegend Hungers zu
sterben, brach er in das genannte Schutzhaus ein. Dort fand er Nahrungsmittel in Fülle und lebte so in beschauliche» Einsamkeit bis zum Mai 1896. In diesem Monat erhielt er einen Besuch von der Gendarmerie, die ihn nach Bozen brachte. Vom dortigen Schwurgericht wurde Alraunsede» wegen schweren Diebstahls zu 5 Jahren schweren Kerker verurteilt, von welcher Strafe er 3 Jahre 6 Monate in Einzelhaft in Graz verbüßte. Nach dieser Zeit sollte Al- raunseder per Schub zu seinem Regimente nach Passau zurückgehen, ging aber unterwegs durch, verübte einen Diebc, stahl und kam wiederum auf 4 Wochen in den Arrest. Als er bereits drei Wochen dieser Strafhaft verbüßt hatte, brach er aus, flüchtete in die Gegend von Simbach und trat bei einem Bauer in Arbeit. Auch hier war seines Bleiben» nicht lange. Um besser durchzukommen, unterschlug er einen» Arbeiter dessen Zeugnisse, stahl dem Bauer aus besser» Schlafzimmer Kleider und Mantel und lief davon. In der Nähe von Rosenheim wurde er darauf aufgegriffen unb trotz seiner falschen Papiere an einer Tätowierung am linken Unterarm erkannt. Alraunseder wurde wegen Fahnenflucht, Preisgabe von aerarischen Gegenständen und wegen Unterschlagung und Diebstahl zu 1 Jahr 1 Monat.Gefängnis verurteilt und neuerlich in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetzt.
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Die Lieferung der zur laufenden Unterhaltung der städtischen Straßen im Rechnungsjahre 1901/02 erforderlichen Deckstrine au« Basalt, der Pflastersteine aut Hartgestein und des ÄiefeS bem? Basaltgrufts soll, wie nachstehend beschrieben, in 13 Losen öffentlich verdungen werden und ist Termin hierfür auf Dieostag den 12. Aeörnar, vormittags 11 Ahr, anberaumt.
a) Decksteiue (Basalk).
Bezirk I. Lagerplätze:
So* I 220 cbm Marburgerstraße, Ed rweg, Alter Viehmarkl. „ II 365 „ Hammftraße, Roddeimerstraße.
* m 200 „ Be: Textors Hrrdt, an dec Kropbach, am W'.naertsweg, am Gleibergerweg, an der Wollspinnnerei.
Bezirk II.
* IV 520 „ Wiesenstraße, Wolfstraße, Eichgärten.
" V 175 M Grünbergerstraße.
n VI 480 „ Licherstraße,Schiffenbergerweg,Erdkauterweg Bezirk III.
« VII 195 „ Ober ste Ludwigstraße.
n VIII 260 „ Wilhelmstrahe.
„ IX 305 „ Fcanksurterstraße, Pumpstrtiou.
b) Pflastersteine (Hartgestetn).
» X 20 000 Stück Wiesenstraße.
c) Kies oder Basaltgrus.
„ XI 350 cbm Am Schlachthaus, Weserstraße, am Oswalds Garten.
* XII 350 „ Am Früdhof, Stephanstraße, Moltkestraße. * XIII 350 „ Pumpstation, Klimkstraße, Mittelweg.
Die Bedingungen liegen während der Dtenftstunden auf Zimmer Nr. 7 zur Einsicht der Interessenten offen. Ang bote ®uf Vordruck sind bis zum obengenannten Termm einzureichen.
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Gießen, den 30. Januar 1901. 1009
Das Stadtbauamt: Schmandt.
Versteigerung.
Mittwoch den 6. u. Donnerö» tag den 7. Februar 1901, j«deS- mal nachmittags 2 Uhr, ver« steig«re ich Im Haufe ®abn. Hofstraße 66 im Auftrag der «eben des verstorbenen Rentners Wilhelm R ihee erbverr teilungshalber gegen Bar» Zahlung!
Haus» und Küchengeräte aller Art, Betten, Teppiche, Vorhänge, Weißzeup, Porzellan- und «lassach.n, überhaupt die ganze Woh- UUNgscinrichtnng.
975 Born, Gerichtsvollzieher.
Mobiliar- Versteigerung.
AuS dem Nachlaße der verstarb. Kammerdiener Fischer Witwe lassen die Eiben am Montag,
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Holz-Versteigerung
in der Jürsttichen Köerförsterei <Lich.
Es sollen versteigert werden:
Montag den 11. Februar,
a) vormittags von 9‘/g Ahr an im Distrikt Häuserberg: 18 rm Eichen-Knüppel, 450 Eicken «Wellen, 3 rm Nadelholz-Knüppel, 2000 Nadelholz-Wellen, ca. 3 km Fichten-Stangenholz. Ferner einiges Knüppel-, Stock- und ReiSholz von Fichten- und Kiefern- Windfällen im Wehrholz und ErleSberg, ohne vorgezeigt m werden.
Die Zusammenkunft ist auf dem Fahrweg von Lich nach Nonnen- roth, beim Eingang in den Walddistrikt Häuserberg.
b) vormittags von ll’/a Ahr an im Distrikt Langeberg: 7700 Weichholz -Forstwellen (Backholz u. s. w), 8 rm Nadelholz-Stöcke, 200 Nadelholz-Wellen, ca. 8 fm Fickten-Derbstanaen.
Die Zusammenkunft ist auf dem chauffierten Weg von Nieder- Besiingen über Mühlsachsen in den Langeberg, beim Eingang in den Wald.
lieber den Verkauf von ca 25 fm Bauholz (Fichten und wenig Kiefern) im Distrikt Häuserberg, ca. 35 fm Fickten- und Kiefern- Bauholz im Distrikt Langeberg, ca. 15 fm Fickten-Bauholz im Wehrholz, ca. 35 fm Fichten-Bauholz in der Hard, ca. 75 fm Fichten- Bauholz in der Meilback, ca 40 fm Fichten- und Kiefern-Bauhol; im Höler, ca. 100 fm Eicken-Schnittholz aus Riedwald, Meilback, Hard und Höler, ca. 20 fm Bucken-Schnittholz und ca. 15 fm sonstiges Nutzbolz (Linden, Elsbeere, Hainbuche in Abschnitten, liegend und in Raummetern aufgeschichtet) wird demnächst ausführliche Bekanntmachung erfolgen. 990
Dr. Dieffenbsch.
Brennholz- Versteigerung tn oeu
GrS-.Nl>ttförstkrkiAruslmrs
Mittwoch bett 6. Februar, beginnend 10 Uhr vormittags im Kloster, werden aus den Distrikten Pfaffe^stein, Hard 9, Hain 17, 18 und Nußgarten versteigert: 991
Scheiter rm: 217 Buchen, 44
Eichen, 10 Weichholz, Prügel rnr: 45 Buchen, 162
Eahen,
Stöcke rm: i51 Buchen, 116
Eichen, 30 Nadel- und Weichholz,
Astreiftr rm: 177 Buchen, 436 Eichen, 235 Nadel« und Weickholz,
Stammreiser rm: 775 Eichen.
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