Ausgabe 
3.1.1901 Zweites Blatt
 
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N- 2 Zweites Blatt. Donnerstag den 3. Januar 181. Jahrgang 1S01

GießenerAnzeiger

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Mk.

zu übertrage»?: 74 458 Mk.

6000

9000

46 250 Mk.

10 208 18(00

schäften wegen der Naturwissenschaften . wegen der reinen Chemie .

zusammen 389300 Mk.

Zu dieser Anforderung ist nachstehende Erläuterung

Die Stadt Gießen will hierzu einen Zuschuß geben von ...

so daß noch zu fordern bleiben .

Geländeerwerbskosten für später etwa noch zu erbauende Institute (ca. 60000 Qm. L 2 Mk.) . .. .

Erwerbung eines neutralen Streifens an der psychiatrischen Klinik Projektierungskosten wegen der Neubauten . . L

bewilligen werden.

Für dir Technische Hochschule sind die Einnahmerioveranschlagt iU(44 900 Mk. mebr al8 biShei) darunter an Unter»

richtsgeld 299000 Mk. (+ 44 900 Mk.)

die Ausgaben zu . . . p 091242 ->

(38 425 Mk. mehr als bisher, sodaß ein Zuschuß auS______________

der Staatskasse zu leisten ist von . . . 255 913 Mk.

(6475 Mk weniger als bisher).

Die Ausgaben verteilen sich aus:

a. Persönliche Ausgaben, und zwar Professoren und L-Hrer wegen der mathematischen Wtssrn-

besten gedient wird. , , AAA

Die Baukosten belaufen sich hiernach aus etwa 85 000 Mark

Das oben unter *, 3 Gesagte gilt auch hier.

JII. Erbauung einer Zentral-Waschanstalt.

Die staatliche Waschanstalt, an der Lahn entspricht schon lange nicht mehr den an eine solche zu stellenden Anforder­ungen. Da sie kaum für die Reinigung der Wäsche einer Klinik ausreicht, mußte sie im Jahre 1890 der medi­zinischen Klinik zur alleinigen Benützung überlassen werden, die Reinigung der Wäsche des Personals dieser Klinik und diejenige der Wäsche der anderen Kliniken unt Aus­nahme der Frauenklinik ist auf dem Weg der Aus­schreibung verschiedenen Unternehmern übertragen. Die

genannt werden müßte. Es ist beabsichtigt, das Institut tnt unmittelbaren Anschluß an die medizinische Klinik zu er­bauen, da hierdurch sowohl eine nicht unwesentliche Kosten­ersparnis erzielt, als auch dem Zweck des Instituts am

gegeben.

I. Neubau einer chirurgischen und einer ophthalmologischen Klinik.

1) Das jetzige, sogenannte Akademische Krankenhaus (ehe­mals eine Kaserne) enthielt bis zum Jahre 1890 die Räume für die medizinische, für die chirurgische und für die ophthalmologische Klinik. In dem genannten Jahre bezog die medizinische Klinik ihren Neubau und die frei gewordenen Räume wurden unter die beiden zurückbleiben­den Kliniken verteilt. Heute ist nicht nur dieser ihnen zur Verfügung stehende sstaum völlig unzureichend, die Lage, innere Einrichtung, Raumverteilung, Licht- und Luft-Ver­hältnisse sind vielmehr derartig mangelhaft, daß nach dem Stand der heutigen Wissenschaft und Erfahrung die Be­lassung der beiden genannten Kliniken in dem dermaligen Haus nicht wohl länger verantwortet werden kann. Ueöer- dies würde die in erfreulichem Aufblühen begriffene Be­deutung unserer Heilkunde empfindlichen Abbruch erleiden müssen? wenn zwei wichtigen Zweigen dieser Wissenschaft noch fernerhin diejenige Berücksichtigung vorenthalten wer­den sollte, die zu beanspruchen sie wohl berechtigt sind.

Endlich gebietet nicht an letzter Stelle die Für­sorgepflicht des Staates für die Heilung suchenden Kranken die Bereitstellung von Einrichtungen, welche eine hygienisch­verwerfliche Ueberfüllung der Krankenräume entbehrlich machen und die zurzeit unvermeidbare Abweisung von Kranken nach Möglichkeit ausschließen.

Ueber die geplanten Neubauten liegen Planskizzen vor, welche demnächst der Detailbrarbeitung und Veranschlagung zu unterziehen sein werde,».,

2) Die Baukosten werden, sich belaufen:

a. für die chirurgische Klinik auf etwa 1012 000 b. für die ophthalmologische Klinik auf

etwa 476 000

c. für die Nebenanlagen zu a und b 85 000

Frauen - Klinik läßt ihre Wäsche durch aufgenommene Schwangere in der Anstalt selbst reinigen.

Es wird beabsichtigt, in der Nähe der Kliniken eine den Anforderungen der Neuzeit entsprechende Zentralwasch­anstalt zu erbauen, welche genügend groß ist, um die Wäsche der medizinischen, der ophthalmologischen und der isychiatrischen Klinik besorgen zu können.

Die alte Waschanstalt an der Lahn (Wohnhaus, Wasch­küche, Gemüse- und Bleichgarten) soll alsdann veräußert werden.

Die Baukosten werden sich nach den vorliegenden Projektskizzen auf etwa 81000 Mark belaufen.

Das oben unter L, 3 Gesagte gilt auch hier.

IV. Erwerbung eines neutralen Gelände- st reise ns an der psychiatrischen Klinik.

Bei der Auswahl des Baugeländes für die psychiatrische Klinik war seinerzeit dessen Absonderung von dem Bau­gebiet städtischer Wohnungen maßgebend. Da sich nun aber die Ausdehnung der Stadt gerade nach Süden hin in unerwarteter Raschheit vollzieht, ist der Schutz der Jrren- klinik durch Ankauf eines neutralen Geländestreisens gegen private Bebauung unabweisbar geworden.

Die Kosten dieses Gelände-Erwerbs betragen 5000 Mk. V. Vorsorgliche Erwerbung von Gelände zur späteren Errichtung medizinischer I n st i t u t e.

Die zukünftige Neuerrichtung einiger medizinischer In­stitute wird insofern schon jetzt ins Auge zu fassen sein, als es wünschenswert erscheinen muß, einige derselben thunlichst in der Nähe der errichteten und jetzt zu errichten­den Bauten der medizinischen Fakultät aufzuführen. Die Ausführbarkeit dieser Absicht kann bei der ausgedehnten Privat-Bauthätigkeit im Süden der Stadt nur dadurch gesichert werden, daß ein ausreichender Geländekomplex, welcher zudem eben noch zu mäßigen Preisen feil ist, schon jetzt erworben wird.

Es sind hierfür 60 000 Quadratmeter Gelände südöstlich der neuen Kliniken in Aussicht genommen und zum Preis von 2 Mark pro Quadratmeter zu erwerben.

VI. Erbauung neuer veterinär medizinischer Institute.

1) Sowohl die zurzeit an der Landesuniversität vor­handenen veterinärmedizinischen Lehrkräfte, als auch die denselben zur Verfügung stehenden Jnstitutsräume (Lehr- räume, Sammlungsräume, Krankenställe re.) sind nicht mehr ausreichend. Die Bedeutung dieses Zweiges der medizini­schen Wissenschaft hat gerade in den letzten Jabren einen sehr bemerkenswerten Aufschwung genommen, da an dem erfolgreichen Ausbau dieser Wissenschaft vor allem die Landwirtschaft und die Volksernährung ein wesentliches Interesse haben. Die Frequenz der Studierenden der Ve­terinärmedizin hat sich demgemäß in letzter Zeit derart gehoben (es sind mehr als hundert Studierende immatri­kuliert), daß schon jetzt der diesen für ihr Studium zur Verfügung stehende Raum bei weitem nicht mehr ausreicht und zu befürchten ist, daß d.iese steigende Frequenz, welche andernfalls auch für die Folge mit Sicherheit vorausgesagt werden darf, bei unzureichender Ausbildungsgelegenheit ' sehr bald in ihr Gegenteil umschlagen wird.

Es wird daher beabsichtigt, zweckentsprechende und aus­reichende Neubauten in der Nähe der alten Institute zu erbauen und letztere alsdann zu veräußern.

2) Die Baukosten werden sich nach der Veranschlagung auf Grund vorliegender Projektskizzen aus etwa 600000 M . belaufen.

3) Das oben unter I. 3 Gesagte gilt auch hier.

4) Die Kosten für den Geländeerwerb sind im einzelnen nachgewiesen und angefordert.

. VII. Zuschuß der Stadt Gießen zu den Gelände­erwerbskosten klinischer und veterinär­medizinischer Neubauten.

Die Stadt Gießen hat ihr berechtigtes Interesse an der r Erbauung der vorgenannten Neubauten zu erkennen gegeben, t indem sie in überaus dankenswerter Weise dem Staat den . Betrag von 200 000 Mk. für den Fall zur Verfügung stellen . will, daß die Stände des Großherzogtums die erforderlichen i Mittel für den Neubau

cl der Chirurgischen Klinik, b. der Ophthalmologischen Klinik und c. der veterinärmedizinischen Neubauten

Summe 1 573 000 Mk.

von welcher Summe der nach Freiwerden des Akademischen Krankenhauses zu erzielende

Erlös aus dessen Verkauf mit etwa. . 250 000

in Abzug käme, so daß verblieben 1323 000 Mk.

3) Bon diesen Baukosten sollen jetzt nur diejenigen Mittel angefordert werden, welche notwendig sind, um der Baubehörde für die Universitätsneubauten das für die Ausarbeitung und Veranschlagung der Projektskizzen er­forderliche Personal zur Verfügung stellen zu können.

4) Die Kosten für den Geländeerwerb sind im einzelnen nachgewiesen und angefordert.

*1. Erbauung eines medico-mechanischenJn- st i t u t s t nt An schlußandiemedizinische Klinik.

Die Errichtung eines solchen Instituts hat sich mit Rücksicht auf den heutigen Stand der therapeutischen Wissenschaft dringend fühlbar gemacht, die medico-mecha- nische Therapie ist ein Gebiet, ohne dessen Kenntnis die Ausbildung des Arztes in unserer Zeit unvollkommen ist beabsichtigt, das Institut die medizinische Klinik zu

Die Universität Gießen im Staatsbudget.

Zu Gunsten der Universität Gießen sind im Vermögensbudget außer der letzthin erwähnten Forderung wegen des Neubaues einer Universitäts-Bibliothek noch weitere Anforderungen gestellt. Wir heben aus denselben folgende hervor:

Geländeerwerbskosten für eine neue chirurgische und eine neue ophthalmo- logische Klinik einschl. Nebenanlagen (etwa 61000 Qm. zum Durch- schnittspreis von 5 Mk. für den Quadratmeter) . 305000 Mk.

desgl für veterinärmedizinische Neubauten (etwa 22000 Quadratmeter zu durchschnittlich 6,50 Mk. für den Quadratmeter) 144800

zusammen 449300 Mk.

200000

249300 Mk.

120000

U°bert ag: 74 458 Mk.

roeaen brr chemischen Technologie und Elrkt o

chrmie 8 400

rochen der Physik 15 750 wegen der Ettk^otechnik 36 000

wegen der Baukunst und Bauwiffenschaften . 33 050

wegen der Jngenieurwtssenschaften . . . 33 450

wegen der Maschinenwtssei.schäften . . . 51550

wegen der allgemein bild nden Fächer . 18 500 , wegen der dar stillenden Künste . . . 8 780

wegen der Bibliothek u. s. w 9 600 zusammen 269 538 Mk.

Beamte und Bedienstete 41610 W.

Elcktrische Zemralstation 6 250

Dispositionsfonds 9 000

Anteil der ordentlichen und festangestellten außer­

ordentlichen Professoren an den eingehenden

allgemeinen Studiengeldern . . 64 869

Im übrigen ..... 1410 » .

zusammen 412 677 Mk.

b. Sachliche Ausgaben (worunter 25165 Mk. wegen

der el.klrifchen Zentralstation) . . . 148 565

Hauptsumme 56 i 242 Mk.

Auch für die Technische Hochschule sind int Vermögens­budget wie für die Universität Anforderungen wegen der erforderlich werdenden Neubauten gestellt, und zwav zunächst 25 000 Mk. für Ausstellung und Ausarbeitung eines neuen Spezialprojekts mit zugehörigem speziellen Voran­schlag (einschließlich der Kosten, welche für Aufstellung der den Ständen bereits früher vorgelegten Projektskizzen ent­standen sind).

Wegen her Neubaukosten selbst, die in künftigen Haupt­voranschlägen erst anzufordern wären, ist dann gesagt: In der Vorlage an die Landstände vom 25. Januar 1899 waren vorgesehen:

a. für die Erweiterung beB Hauptgebäudes der

Technischen Hochschule und ihrer Institut!: . 1132 700 Mk

b. für die innere Ausstattung dieser ErweiterungS-

bauten 457 200

Zu diesen Anforderungen treten nach den vorliegenden Projcktskizzen noch hinzu:

o. Ingenieur-Laboratorium und Materialprüfung^-

anstatt 589 500

d. Bauplatz dieser Anstalten, bestehend in den Kosten für den Neubau eines TheaterdkkorattonS- magazinS 120000 Mk. und eigentliche Geländeerwerbs­

kosten 73 860 193 860

e. Hörsaalbau für daS elektrochemisch: Institut, Mehrkosten gegen die ursprüngliche Vorlage (Pos. a) 194 900

t Erweiterungsbau des westlichen Flügels, Mehr»

kosten gegen Pos. o) 302 000 g. Verlegung des Geräteschuppens der städtischen

Feuerwehr und Geländecntschädiguna ... 9 525

h. Neubau eines Maschinensaalrs 3 für daS elektro-

technische Institut , 76 000

zusammen 2 955 685 Mk.

Außerdem werden noch hinzukommen die Kosten für Erwerbung eines Geländestreifens am elektrotechnischen Jn- ftitut für den Bau des physikalischen Hörsaals, sowie für Erwerbung eines Bauplatzes für den Maschinenfaal UI Don dem Großh. Schloßgarten. Dagegen wird an der Kostet^ summe in Aufrechnung zu bringen fein der voraussichtlich von der Stadt Darmstadt zu leistende Beitrag.

Hierzu ist noch erläutert: . t ..

Die Vorlage der Ministerien des Innern und der Finanzen, welche den Ständen unterm 25. Januar 1899 gur Beratung und Beschlußfassung unterbreitet worden t|t, stützte sich auf Projektskizzen und generelle Voranschläge, deren Ausführung nach nochmaliger eingehender Prüfung aller zu berücksichtigenden Verhältnisse heute nicht mehr empfohlen werden kann. t .

Es wird daher beabsichtigt, den Stauden demnächst eine erneute Vorlage auf Grund eines auszuarbeitenden Tetail- projekts mit Spezialvoranschlägen zugehen zu lassen.

Die Ausführung dieser Arbeit soll unter Mitwirkung unb Leitung der Ministerialabteilung für Bauwesen durch Hilfskräfte erfolgen. Zu deren Bezahlung, sowie zur Deckung der durch die früheren Projektierungsarbeiten bereits ent­standenen und der weiterhin durch die Neubearbeitung des Projekts etwa noch entstehenden fachlichen Ausgaben ist der nebenstehende Betrag von 25 000 Mk. vorzusehen, welcher etwa einem Prozent der Bausumme entspricht.

Aus Stadt und Zand.

(Zufchristeu über lokale Vorgänge find uns stets sehr erwünscht und werben auf Wunsch gut honoriert.)

Gießen, 2. Januar 1901.

Die Bevölkerung bes Kreises Gießen beträgt nach

neuester Korrektur 81 978 Personen.

** Superintendent Waas. Am 27. v. M. wurde dem Oberkonsistorialrat und Superintendent t. P. Waas zr Darmstadt durch die hiermit beauftragten Herren Kirchen at Dr. Heß von Crumstadt und Dekan Koch von Frann^ Crumbach, eine von den Dekanen der Supermtendentur