bemtrotutgit in Den Dienst des patriotischen Unternehmens stellten. Wer bei den Proben hinter den Kulissen die Mobilmachung für das Kriegsfestspiel mit angesehen hat, dem tonnte etwas bange werden, ob die Sache gelingen und den Ausführenden Ehre machen werde. Wer ist besonders geeignet zur Darstellung König Wilhelms des Ersten, des Kronprinzen, Bismarcks, Moltkes usw.? Eine schwierige Sache! Jeder der mitwirkenden Herren hätte gern Die ehrenvolle Rolle übernommen, aber das ging eben nicht an. Mit schnellem und geübtem Blick prüfte Direktor Wer- ning die Physiognomien der Angetretenen und griff die ihm geeignet erscheinenden Personen heraus. Stolz schlug das Herz unter dem einfachen Kleide der Bezeichneten, denn alle sind mit ganzer innerer Hingebung bei Der Sache; sie stellen nicht blos äußerlich dar, sie fühlen auch in echt patriotischem Sinne die hohe Aufgabe, die an sie gestellt ist, die große Zeit des deutsch-französischen Krieges wieder wachzurusen und zur Hebung des patriotischen Gefühls sie gewissermaßen zu verkörpern. — Nicht minder waren auch die Damen bereit, sich in den Dienst der guten Sache zu stellen. — Die Bilder sind durchweg, sowohl nach der ernsten wie nach der heiteren Seite hin, packend. „Germanins Wacht am Rhein", „König Wilhelm und Benedetti in Ems", „Aufruf zum Ärieg". Tief ergreifend sind die Darstellungen: „Einberufung der Landwehr und Reserve", „Trup- pen-Abschied vor dem Bahnhof", „Das Rote Kreuz". Jedes Bild fand bei den Zuschauern, Angehörigen der Mitwirkenden, ungeteilten Beifall. Nach dem Ergebnis der gestrigen Probe läßt sich ein gutes Gelingen der Festspiele Voraussagen.
** Anerkennung. Der kommandierende General des 18. Armeekorps, v. Lindequist, hat dem Großh. Ministerium aus Anlaß der dieses Jahr in Rheinhessen stattgehabten Manöver folgendes Anerkennungsschreiben übersandt: „Dem Großh. Ministerium beehre ich mich ganz ergebenst mitzu- teilen, daß die mir unterstellten Truppen während'der diesjährigen Herbstmanöver eine sehr gute Aufnahme gefunden haben, und ich darf das Großh. Ministerium sehr ergebenst bitten, den beteiligten Staats- und Kommunalbehörden, sowie den Gemeinden meinen verbindlichsten Dank sehr gefälligst zum Ausdruck bringen zu wollen. Der kommandierende General: gez. von Lindequist."
•* Postkarten, bei denen die Bezeichnung „Postkarte" fehlte, wurden bisher von der Reichspost nicht unter der Postkartentaxe befördert, sondern als Briefe behandelt. Staatssekretär Kraetke hat hierzu soeben folgende Verfügung erlassen:
Wenn bei Karten, die nach der Posckartentaxe nicht richtig frankiert sind und im klebrigen den Anforderungen an Postkarten entsprechen, ausnahmsweise die Ueberfchrift „Postkarte" fehlt, soll vom L November au bis auf Weiteres versuchsweise im deutschen Verkehr eine Nachtaxe nicht mehr erhoben werden.
** Der historische Verein für das Groffherzogthum Hessen wird am Samstag, 2. November einen Ausflug, den vierten heurigen, nach Flomborn unternehmen und die Ausgrabungen des Wormser Allertumsvereins auf dem Hocker- gabfeld aus der Steinzeit bei Flomborn unter Führung des Dr. Köhl besichtigen. Die Reiseroute, soweit sie die Bahn betrifft, ist folgende: Darmstadt ab IO52, Worms an 3.223, Worms ab l20, Eppelsheim an 209; Eppelsheim ab
707, Worms an 759, Worms ab 930, Darmstadt an 1031.— Am Montag, 4. November, abends 6*/, Uhr, hält der Verein seine 1. Monatsoersammlung im Hause der Vereinigten Gesellschaft ab, wozu folgende Tagesordnung aufgestelll ist: 1) Vortrag des Pfarrers Lic. Tr. Diehl: „Kulturgeschichlliche Mitteilungen aus den älteren Stipendiaten-Akten der hessischen Universitäten." 2) Kleinere Mitteilungen.
- Darmstadt. 31. Okt. Bei der heute in Hirschhorn a. N. stattgehabten Ersatzwahl einesLa n dta gs ab geordneten im I. Wahlbezirk der Provinz Starkenburg wurde an Stelle des verstorbenen Landtagsabgeordneten S ch u b a r t der Bierbrauereibesitzer Breimer zum Abgeordneten gewählt.
"Mioersttäts-Uachrichtek.
— Breslauer Professoren haben an die Studentenschaft einen Aufruf erlassen, in dem es u. a. heißt: „Kommilitonen ! Wir denken nicht daran, Euch die studentische Fröhlichkeit und das damit verbundene Trinken und Singen verkümmern zu wollen. Nur vor der U n m ä ß i g k e i t i n geistigen Getränken müssen mir Euch warnen. Die Verführung dazu ist groß, der Schaden für Geist und Körper nicht wieder gut zu machen. Fragt nur Eure Medizin studierenden Kameraden, die deren Folgen in den Kliniken sehen. Wer sich betrinkt, macht sich unfrei. Duldet keinen Trinkzwang, in welcher Form er immer geübt werden möge. Der Trinkzwang ist eine Unsitte. Schämt Euch nicht, sondern im Gegenteil jetzt Eure Ehre darein, Euch zu widersetzen. Das Trinken ist kein Sport, nichts an sich Rühmliches oder Nützliches, der Wetteifer, andere darin zu übertreffen, des Studenten unwürdig. Trinkduelle auszufechten überlaßt den Schnapstrinkern, welche oft genug ihr Leben dabei aufs Spiel setzen. Trinkt nicht vor gethaner Tagesarbeit! Es ist wissenschaftlich erwiesen, daß jedes geistige Getränk auch in kleinen Gaben die Aufmerksamkeit des Gehirns herabsetzt. Deshalb ist auch der Frühschoppen au verdammen. Duldet ihn nicht in Euren kameradschaftlichen Vereinigungen. Kommilitonen! Sollen die Hoffnungen, welche Ihr selbst, Eure Familie, der Staat auf Euch setzen, nicht getäuscht werden, so beachtet unsere ernste Mahnung: Hütet Euch vor dem unmäßigen Alkoholgenuß!"
"Theater, Kunst und Wissenschaft.
Frankfurt a. M., 29. Okt. Der Aussichtsrat der Neuen Theater-Aktien-Gesellschaft erläßt eine Erklärung über die Affairen Bandrowsky und Pichler, die eine Zeit lang die Frankfurter Theaterkreise aufs lebhafteste beschäftigten. Die Erklärung des Aufsichtsrats nennt die Dinge jedoch nicht beim richtigen Namen, denn Herr v. Bandrowsky kehrte von feinem Sommerurlaub überhaupt nicht mehr zurück, ward also einfach kontraktbrüchig und die Sache Pichler liegt fo, daß Herrn Jensen doch einige Schuld trifft, denn hätte er etwas mehr Entgegenkommen bewiesen und Pichler nicht direkt in eine zweite Position hinein« gedrängt, so wäre wohl eine fernere Thätigkeit des Künstlers in Frankfurt möglich gewesen. Der schöne Anlauf, den Jensen nahm, verflachte in letzter Zeit, und vor allem vergast Jensen, daß seine größte Ausgabe in der Berusung eines erstklassigen Dirigenten beruhte. Erst in den letzten Wochen wurden die Verhandlungen mit Dr. Kuhnwald bekannt, irgend eine offizielle Benachrichtigung über das Engagement dieses Dirigenten steht aber bis heute noch aus. Die Lage rst gegenwärtig schwieriger als je. Für Bandrowsky und Pichler ist noch kein Ersatz geschaffen, denn das Engagement Burgstaller war eine Spekulatwn, die immer noch fraglich ist und mit Pichler hätte er nicht eher brechen dürfen, als bis er ihn ersetzen konnte. Man muß vorerst noch eine beobachtende und abwartende Haltung einnehmen, jedoch dürfen angesichts der Zustände die chat- sachlichen Verhältnisse nicht allein mit den Farben fördernden Wohl- wollens gezeichnet werden, man muß sich auch einmal die Kehrseite der Medaille betrachten.
Seit einiger Zeit gelangen Nachahmungen meines beliebten „Locher's Anlineon" (ärztlich warm empsohlenes, unschädliches innerliches Mittel gegen Blasen- und Harnleiden— Ausfluß—sowie gegen Harnbrennen, Harndrang, Harnverhaltung. Blajenkatarrh ujiv., — Zusammensetzung: 40,0 »a- «apanll, 20,0 Burzelkraut, 10,0 Ehrenpreis, 100,0 Wemgelst, 100,0 Kognak) zum Verkauf. Da diese Nachahmungen leilweije sogar entgegengesetzte Wnttmg besitzen, ausnahmslos aber ivertlos sind, handelt das lausende Publikum in eigenem Interesse, wenn es bei dem Einkauf stets „Locher's Anti- iieon" mit A. locher's Namenszug auf Verpactung, Prospekt und Flasche verlangt und alles Andere, angeblich Bessere, energisch zu- rückweist. „Locher's Antineon" ist von aromatischem Geschmack, leicht einzunehmen und wirkt gegen obige Krankheiten rasch und ohne Berussslörung. Dasselbe gelangt einzig xmb allein zur Herstellung von A. Locher, Pharmac. Laboratorium, Stuttgart, und ist in den Apotheken zu haben. Flasche Ml. 2.50. Ausführliche Prospekte gratis. Hochachtungsvoll Andreas Locher. — Niederlagen in Gießen: Pelikan-Apotheke und Uiiiversitäts-Apotheke „Zum goldenen Engel". 6990
— Die Wohlfahrts-Lose ä Mk. 3.30 der 7. Lotterie zu Zwecken der deutschen Schutzgebiete sind nunmehr zur Ausgabe gelangt und sind von dem General-Debit Lud. Müller u. Eo., Bankgeschäft in Berlin, Nürnberg, München, Hamburg oder am hiesigen Platze von Den in den Inseraten benannten Verkaussstellen zu beziehen. Bekanntlich erfreut sich die von der Deutschen Kolonial- Gejellschast und dem Deutschen Frauen-Verein für Krankenpflege in den Kolonien veranstaltete und für das ganze Deutsche Reich genehmigte Wohlfahrts-Lotterie einer großen' Beliebtheit. Es ist Deshalb Reflektanten zu empfehlen, mjt dein Kauf von Losen nicht zu lange zu warten, Demi dieselben dürsten wieder sehr bald aus- verkaust sein und die Ziehung findet bereits den 29., 30. November, 2., 3. und 4. Dezember zu Berlin, im Ziehungssaale der Königlichen General-Lotterie-Direktion, öffentlich statt. Der Hauptgewinn ist wieder 100000 Mark, dem noch weitere 16869 Geldgewinne von 50000 bis 15 Mark folgen, die alle ohne Abzug ausbezahll werden.
Knöterich
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thee; er hat Unzähligen Heilung gebracht, was durch tausende von Anerkennungsschreiben bestätigt ist. Wir halten uns für verpflichtet, auf eine Schrift aufmerksam zu machen, die Herr Ernst Weide-, mann in Liebenburg a.H. verfaßt hat und worin er ein- gehende Gebrauchsanweisung und Erläuterungen giebt; sie wird Jedermann gratis und franko zugesandt.
Um den Patienten den Bezug di^er Pflanze in wirklich echter Form zu ermöglichen, versendet Herr Ern st Weide mann den Knöterrchthee in Palleten ä 1 Mk. Jedes Pallet trägt eine Schutzmarke mit dem Buchstaben E. W. und sind diese sowie „Weide- manns russischer Knöterich" patentamtlich geschützt worden, sodaß sich Jeder vor wertlosen Nachahmungen schützen kann. Man weise daher jedes Pallet ohne Schutzniarke und Den Namen E. Weidemann zurück. Um im Publikum Vertrauen zu erwecken, haben sich auch Nachahmer gesunden, welche die Weidemann'sche Broschüre teilweise abgedrullt haben (!) und damit ihren angeblich russischen.
: den Handel bringen wollen.
TJilf dir colhci fe. W dir Gott — ein wahres Wort! Olli UH □vlVdl, Wenn man in Not gerät, mit fester Hand zupallen, nicht erst lange unentfchlossen schwanken und die Rettung ist da. Das güt auch in Krankheitsfällen. Da heißt es nicht warten, ob das Leiden von selbst wieder verschwindet, nicht zögern, bis es manchmal zu spät ist. Hilf dir selbst, greife schort nach dem richtigen Mittel und dein rascher Entschluß wird dir Segen bringen. Besonders die Krankheitserscheinungen der Atmungsorgaue verlangen rasches Handeln. Wenn man an Luftröhren- (Bronchial-), Kehlkopfkatarrh, an Heiserkeit, hartnäckigem Husten, Asthma, Brustbeklemmungen, Atemnot, Lungenkatarrh, Blutspucken, Lungensvitzen- affektionen rc. leidet, trinke man täglich russischen Knöterich-Brust-
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