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02/10/1901 Zweites Blatt
 
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Wim, 30. Sept. Das deutsche ostasiatische Ba-

PerfonalNachrichten. Der Großherzog hat den prakti-

üom 1. Oktober zum Leibarzt ernannt. Ferner den Geh.

Aussagen. Sie sagte etwa folgendes aus:Kurz vor Weih

Auch in diesem Falle sollen die beiden Eheleute ihre Dienst­magd angestiftet haben. Am 16. Mai vor der Strafkammer vernommen, setzte sich die Schneider mit ihren Bekundungen in wesentlichen Punkten mit den Angaben anderer Zeugen,

ja sogar mit den Angaben des Angeklagten in Widerspruch. Trotz eindringlichster Ermahnung blieb das Mädchen bei ihren

nachten befand ich mich mit den Bremser Streck'schen Ehe- Leuten und deren Tochter Erna in der Biermann'schen Wirt­

schaft. Erna Streck ging im Zimmer auf und ab, während Frau Streck sich mit einem der anwesenden Gäste unterhielt. Erna ging mit Heinrich Biermann hinaus. Beide blieben

Münch en, 30. Setzt., Prinz Tschun setzte heute die Reise nach Genua fort.

Ausland.

Erinnerung bewahren.

* Jubiläum. Vor einigen Jahren konnte der tüchtige Gasmonteur Konrad Heller auf eine 30jährige Dienstzeit im hiesigen Gaswerk zurückblicken. Am 1. Oktober kann das­selbe Jubiläum der Monteur Ludwig Friedrich im Dienste des Gaswerks feiern. Herr Friedrich hat sich während dieser langen Zeit als ein pflichttreuer, gewissenhafter Installateur bewährt. Wie seinerzeit sein Kollege Heller hat auch er die volle Anerkennung seiner Tüchtigkeit von Seiten seiner Vor­gesetzten gefunden, die ihm am heutigen Tage die besten Glückwünsche darbrachten und die Hoffnung aussprachen, daß der Jubilar noch eine lange Reihe von Jahren in voller Gesundheit seines schönen Berufes walten möge.

" Aus dem Theaterbureau. Morgen (Mittwoch) wird als zweite Vorstellung der Saison LessingsMinna von Barn Helm" gegeben. Die Erstaufführung des neuen Feydeau'schen SchwankesDie Dame von Maxim" ist für nächsten Freitag angcsetzt.

* Seltene Naturerscheinung. Gestern abend zwischen 7 und 8 Uhr konnte man am nördlichen Hnnmel bei starkem Nebel und einer Temperatur von 10° R. starkes Wetter­leuchten beobachten.

- Rohheit. Als am Sonntagabend gegen 7 Uhr zwei mit Personen besetzte Wagen eines hiesigen Einwohners, vom Schiffenberg kommend, das Schiffenberger Thal passierten, wurden sie von einer Schar Jungen, im Alter von 10 bis 12 Jahren stehend, derart mit Steinen beworfen, daß man anhalten mußte. Ein kleines Kind wurde am Kopf getroffen, glücklicherweise ohne eine Verletzung davonzutragcn. Leider gelang es nicht, die Namen derHelden" festzustellen, da sie sofort Reißaus nahmen. Eine gehörige Tracht Prügel wäre gewiß das beste Mittel gewesen, um den Jungen für die Folge die Lust zu solchen Rüpeleien auszutreiben.

** Schlägerei. In der Nacht vom Sonntag auf Montag gerieten Gäste in einer Wirtschaft an der Marbnracrstraße wegen eines geringfügigen Vorfalls in einen Wortwechsel. Dieser setzte sich fort, nnd wie das so zu konunen pflegt, entspann sich aus dem Skandal eine schlimme Schlägerei. Als Angriffs- und Verteidigungswaffen benutzte man Zaun­latten. Bekannte 7 Gießener Raufbolde, die Latten von den Zäunen abrissen, und andere 17 Beteiligte, teils Wwsccker, teils Gießener konnten ermittett werden. Sie wurden zur Anzeige gebracht.

Ueberfahren. In der Hammstraße wurde gestern Abend ein Kind überfahren. Den Fuhrmann trifft feine Schuld; das Kind lief in das Fuhrwerk hmem. Es kam ohne Verletzungen davon

In der heutigen Sitzung des Schwurgerichts wird ver- assistenten in Worms, den Geometer 1. Klasse Keil zu Heppen- handelt gegen Marie Schneider, Gust. Heinr. Biermann und heim als Katastergeometer, den Forstassistenten Fuchs zu dessen Ehefrau, sämtlich aus Gießen, wegen Meineids und Lorsch zum Oberförster in Groß-Steinheim vom 1. Okt. ab, Anstiftung hierzu. Den den Angeklagten zur Last gelegten den Forstassessor Walter zu Darmstadt zum Forstassistenten Verbrechen liegt folgender in der Voruntersuchung festgestellter vom 1. Okt. ab und den Expeditionsgehilfen Mai ausDarm- Thatbestand zu Grunde: Im April reichte Biermann beim stadt zum Stationsassistenten ernannt.

hiesigen Amtsgericht eine Klage gegen den Bremser Friedrich ** Tagesordnung für die Stadtverovd- Streck ein, in der die Verurteilung desselben zur Zahlung neten-Versammlun g am Donnerstag, den 3. Oktober von 25 Mk. mit der Begründung beantragt war, daß Streck 11901, nachmittags halb vier Uhr. L Rech-

feine Wohnung in dem Bi°rm°nn1chen Haufe Bleichstraße b ^ngsabschlu^fur^das - unbW-ss«

die ihm vom Vermieter rechtzeitig per 1. April gekündigt Ausgaben des Realgymnasiums und der Realschule für worden sei, bereits am 1. Februar verlassen hatte, ohne die 1900/01. 4. Wiederherstellung des alten Rat- Miete für den März zu begleichen. Streck behauptete, das Hauses, Bewilligung von Nachkredit. 5. Fort- Mietsoerhältnis sei bereits Ende Januar auf Grund gegen» j^ung der Gas- und Wasserleitung am Brandplatz nach den fettigen Uebereinkommens gelöst worden. Für die Thatsache, .Däusern von Birkenstock & Schneider. 6. Fortsetzung der daß Biermann dem Streck die Wohnung rechtzeitig und ord-1 Gasleitung in der Frankfurterstraße für das Uebernacht- nungsgemäß zum 1. April gekündigt habe, wurde die An- ungsgebäude der Bahn. 7. Gesuch um Fortsetzung der Gas- aeklaate Marie Schneider als Zeugin benannt, die vom Amts- und Wasserleitung in der Schottstraße. 8. Wasserversorgung aericht Gießen am 1. Mai eidlich vernommen wurde. Sie der Gärten am alteni Steinbacherweg^und am Nahrungsberg, faate u. a. aus, daß sie gehört habe, wie Biermann dem Gesuch der Ferdinand Gail Erben um Erlaubnis zur 1 ar -r Anlage Liner Privatstraße zwischen der Wilhelmstraße und

Streck auf den 1. April gekündigt habe und zwarungefährL projektierten südlichen Parallelstraße. 10. Die ehemals mit den Wortenich kundige Ihnen die Wohnung aus den Güngerichsche Hofraite auf dem Seltersberg; hier: Ver- 1. April". Auf Grund dessen wurde der Bremser Streck vom breiterung der Klinikstraße. 11. Ausbau der Bahn- Amtsgericht nach dem Klageanttag verurteilt. Die Aussage I h 0 s st r a ß e; hier: Eingabe von Gustav Bergen. 12. Gesuch der Schneider soll der Wahrheit nicht entsprechen. Das | des Adolf Bieler um Erlaubnis zur Anbringung eines Mädchen stand bei Biermanns in Dienst. Nach ihrer Angabe soll Firmenschildes. 13. Gesuch des Franz Hewel um Erlaubnis B zu ihr gesagt haben, er habe sie als Zeugin dafür angegeben, zur Ausstellung von Grabdenkmälern in seinem Borgarten, daß er den Strecks die Wohnung gekündigt habe. - Ein weiterer Gesuch des L. Frees um Ermäßigung der Abgabe für die Fall des Meineides und der Anstiftung dazu liegt nach der Wasserhalle am Neustadterthor lo. Gesuch der hiesigen a< r x < ar 1 a 1 m1 i e n ft m a n n e r um Ueberlastung eines öffentlichen

Anklage m folgendem. Am 14. Mar stand der fahrige zwecks Aufstellung ihrer Wagen. 16. Bau- Sohn der Angeklagten Biermann Eheste, der Schreiber ^such des Karl Huhn für die Goethestraße. 17. Abtretung Hemr. Biermann, vor der Strafkammer Gießen unter der An- Don Gelände zur neuen Kaserne. 18. Unterhaltung der klage, daß er am 31. Dezember v. I. zu Gießen sich an der Wehre; hier: Kostendekretur. 19. Herstellung an der vor- 4jährigen Erna, Tochter des Bremsers Streck, vergangen habe. mals Nolteschen Hofratte an der Licherstraße. 20. Unter­haltung der städtischen Wiesen; hier: Beschaffung des künst­lichen Düngers. 21. Verlegung der Bureauräume des Stadt­bauamts in das Tbaersche Haus. 22. Die Anstellung der Feldschützen; hier: die Zuteilung der Bezirke. 23. Gesuch des Vorstandes des Verbandes der Hilfsschulen Deutsch­lands um Bewilligung eines Beitrags. 24. Gesuch des all­gemeinen deutschen Vereins für Schulgesundheitspflege um Gewährung eines jährlichen Beitrags. 25. Die Fortbil­dungsschule; hier: (Anrichtung einer weiteren Unter» richtsstunde und rpent, Teilung vpy Klyssen- 2$. Beschaffung

ungefähr 510 Minuten draußen. Auf die Frage der Frau Streck nach Erna suchte Frau Biermann Erna, Marie Bier- taillöN passirte gestern nachmittag Prer-u nnd wurde non I "°nn und ich gingen hinterher. Als ich vor der Wirtsstube den Offizieren des 10. Dragoner-Regiments, dem Komman- war. kam Hemr. Biermann mit dem Kmd bte treppe

bauten des ersten Korps. Feldzeugmeister Freiherrn Atbori. h-runter «-siche-nend non der Bedürfnisanstalt her.

sowie den Spitzen der Behörden empfangen. Albori hielt eine 8rau streck brachte die etwas ,n Unordnung geratenen Kleider Ansprache, worin er seine Freude ausdrückte, das Bataillon ^er Tochter m Ordnung. Am anderen -rage teilte nur

begrüßen zu können und zur Heimkehr nach glänzenden Waffen- Fra« Streck mit daß Hemr,ch Bormann Unsinn nut dem

thaten beglückwünschte. Er bat die Gäste, der tämeradschast- P^e gemacht habe. Nach meiner Meinung fit es am Sonn- l.chen Gesinnung des ersten Korps der ganzen österreichisch- '->3- nicht am Sylueftertage gewesen. Ich bm nicht beeinflußt ungarischen Armee versichert zu fein. Nach dankender Er- worden, msbesandere nicht van Herrn Biermann. - Dem- widerung des Bataillons - Kommandeurs Förster und nach ?-g°nuber Itellte die Straf ammtr m der Vernehmung am Vorstellung des Offizierskorps erfolgte die Bewirtung der st Ma, auf Grund der Angaben des Hemr. B.ermann und Mannschaften, während die Offiziere des Bataillons von den °uf Grund der ubngen Zeugenaussagen fest: Am Sylvester- österreichischen Kameraden zur Tafel geladen waren, woran stb°nd 1900 einem Montag waren die Eheleute auch der deutsche Mlitäratachee Major Bülow teilnahm. Streck mit ihrer Tochter Erna >n> der Biermann chen W,tt- Albori hielt während der Tafel nochn.als eine Ansprache, worin ^^^.e Cheftau Streck vermißte zwischen k-7 Uhr abends er die deutschen Gaste begrüßte, worauf Major Förster für Töchterchen, das bis dahm noch .n der Wirts tube war. den glänzenden Empfang der deutschen Truppen auf öfter- Sie ftagte ihren Ehemann nach dem Verbleib des Kindes, reichisthem Boden dankte und mit einem Hoch auf Kaiser Franz Frau Streck suchte nun nach ihrem Kmde. An der treppe Joseph schloß. Nach herzlicher Verabschiedung, wobei Albori °°rn°hm sie em le.seS Wimmern. Als sie den Namenihres von dendeutschen Mannschaften em dreifaches stürmisches Hoch st'^es r.es, antwortete dieses aus der Bedürfnisanstalt aus dargebracht wurde, erfolgte die Abfahrt des Bataillons. - °'^°-d Hemnch »ermann trat mit der Erna Auf d>

JnWeißtirch wurde dasselbe noch von den Offizieren der dor- Frage der Mutter:Was hast Du denn gemacht, Heinrich?" ttgen Kadettenschule begrüßt und in Oderberg zum letzten male S«b dieser keme Antwort, sondern sprang lachend dw kreppe aus österreichischem Boden bewirtet, worauf das Bataillon das stmauf Das Kmd aber gab an, es se, von Hch B ermann ö terreickiische Gebiet verließ durch Zucker auf den Abort gelockt worden. Dieser habe

°&r Ten Wb des 2. deutschen ostasiatischen W das ihm zur Last gelegte Verbrechen begangen. Bataillons m Oderberg, der letzten österreichischen Station, Nach anfänglichem Leugnen hat d,e Angeklagte Schneider ge- wird von dort gemeldet: Als die deutschen Mannschaften hier siand-n daß der von ihr vor der Strafkammer am 16. Ma, anlangten, wurden sie von einer vieltausendköpfigen Menge geleistete E,d wissentlich^ falschi se, S,e beschuldigt die nut. mit stürmischen Hurrahrufen begrüßt. Nach einer Ansprache Angeklagten Biermannfchen Eheleute, daß diese sie zu der des Bürg/meisters Partenschlag wurden die Mannschaften Aussage durch Zureden angestiftet hatten. Die

bewirtet; für die Offiziere fand im Bahnhofsgebäude ein Schneider will zu dem, was sie vor Gericht aussagen soll,

Mahl statt an dem auch der Bürgermeister teilnahm. Als °°n Biermann sowohl nue von dessen Frau instruiert worden der Zug, welcher die deutschen Krieger über die Grenze 1°-. Nach dem Ankl-gebeschluß werd dem Dienstmädchen

bringen sollte, vorgefahren war, brachte Major v. Förster M°r,e Schneider zur Laft gAegt, daß sie durch zwei selbst-

ein Hoch auf fiaifer Franz Josef aus, 'voraus der Bürger- 't°nd'ge Handlungen emen Meme.d geleistet hat und zwar: meister mit einem Hoch auf Kaiser Wilhelm II. erwiderte. »"> 1-®l« °°'bein Amtsgericht Gießen b) am 14 OTat Beide Ansprachen fanden begeisterten Widerhall. Daraus °°r dem Landgericht G,eßen Es werden femer beschuldigt: setzte sich der Zug zur Fahrt in die Heimat in Bewegung. »> der Wirt Justus He,nr,ch B.ermann, b) dessen Ehefrau, W- fchau, 30 Sept. Der Zar empfing nach der Pa- d°ß sie gememsam und iedes für sich durch zwe, sAbstand.ge rade ,n Skiemiewiee eine Abordnung des polnischen Adels Handlungen d,e Schneider zu den Meme.den vorsätzlich be- und kam hierbei auf die Anwesenheit Kaiser Wilhelms

in Wystiten zu sprechen. Er äußerte sich dahin, daß es cx nnh

ein gutes Zeichen sei, dessen man eingedenk sein solle, AlllVI HUV AUNU.

wenn sich der Herrscher des Nachbarlandes für die Vorgänge (Der Abdruck der unter dieser Rubrik befindlichen Original-Nachrichten in Wystiten bezw. im Grenzgebier so lebhaft interessiere. Die ist nur unter genauer Quellenangabe,Gieß gestattet.» Mitglieder der Abordnung hatten den Eindruck, daß der ZarI Siegen, den 1. Oktober 1901.

die Handlungsweise Kaiser Wilhelms als einen Akt beson- . . -, , . _ -,

be.ren Wohlwollens für Rußland betrachte. Die Mit- schen Arzt Dr. Friedrich Happel m Darmstadt mit Wirkung ...... I v« A I Ft Kam a I U A t k A VuA W* AV AAM I SS A

weiterer Räume für die Volksschulen,- füD ne höhere und erweiterte Mädchenschule. 27. Die Rech^ nuna der Löberschen Stiftung für ^00/01. 28. Voranschlag derselben Stiftung für 1901/02. 29 Gesuch des Wilhelm grenzet um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb int Hause BleiMraße 5. 30. Des gl- des Max Jaskowsky im Hause Wallttwrstraße 5 31. Des.gl. des W. Meyer im Hause ®run» 6e?aXa6e 27 32. Gesuch des Gustav Trinkaus um Er- laWs zum Gastwirtschaftsbetrieb im Hause Seltersweg 50. 33 Gesuch des Wilhelm Amend um Erlaubnis zur Ver- größerung seines Wirtschaftsbetnebs im Hause Bahnhof- ^^6-. ^er KanaNsationsanlage

in Marburg. Die von dem O r ts g e w e rb e-Ver ein Gießen veranstaltete Besichtigung der Kanalisationsanlage unserer Nachbarstadt Marburg fand gestern unter Teil­nahme von etwa 40 Herren, darunter mehrerer Stadtver­ordneter statt. Die Besichtigung erfolgte unter ^uhrung des Vize-Bürgermeister Siebert und des Beigeordneten Sch impf und unter sachkundigster Erläuterung des Reg.- Baumeisters und Magistratsrats Sardern ann und zwar von dem Beginn auf dem Schloßberge an bis zum Erguß des geklärten Wassers in die Lahn, wobei wahrend einer viereinhalbstündigen Wanderung alle Konstruktionsteile von Bedeutung frei gelegt, besichtigt und dabei teilweise be­stiegen wurden. Ueberall wurde die Einrichtung aufs ein­gehendste erklärt und darnach in Betrieb gesetzt. Zahl­reiche aus der Versammlung aufgeworfene Fragen wurden hierbei von dem Vortragenden in entgegenkommendster Weise beantwortet. Die Eigentümlichkeiten des Marburger Berg- und Thalgebiets, des dort zur Anwendung gekommenen Trennsystems, die Schutzeinrichtungen (Sicherheitsverschlüsse) gegen Hochwasser der Lahn ut bet Tiefstadt, die Notauslässe und Stichkanäle, die Einrichtung des Spüldienstes, des großen Sandfangs, die Ventilations­einrichtungen u. v. a. boten Anlaß zu interessanten (SrorUr» ungen. Einer besonderen Würdigung seitens der Besucher erfreuten sich die Kläranlagen mit ihren Filter-Ein­richtungen und dem Riensch'schen Rechen, der vor den Augen der Teilnehmer interessante Proben seiner wichtigen Aufgaben ablegte. Nachdem schon während des Rund­gangs auf der norm. Bopp'schen Terrasse, von der man einen herrlichen Ausblick auf die malerisch gelegene Stadt hat, ein Stärkungsschoppen eingenommen war, wöbet Vtze- Bürgermeister Siebert, der verdiente Ehrenbürger der Stadt Marburg, die Besucher aufs herzlichste willkommen hieß, machten die Teilnehmer nach des Tages Arbeit vor der Heimfahrt noch ein Stündchen Rast in dem schönen neuen RestaurantFrohnhof". Hier machte Magistratsrat Sardemann noch sehr schätzenswerte Mitteilungen über dte Baukosten der Anlage (die Gesamtbaukosten betragen bis, heute 1075 000 Mark lohne 60 000 Mk. Bauzinsenj mit den neuen Stadtteilen, für die Altstadt allein 880 000 Mk.), sowie über die Anschlußkosten der einzelnen Grundstücke: und die baupolizeilichen und hygienischen Vorschriften hin­sichtlich des durch die Hausentwässerungsanlagen veran­laßten regen Jnstallationswesens. Namens der Exkur­sionsteilnehmer, insbesondere des Ortsgewerbevereans Gießen, dankte Direktor Bergen dem Magistrat der schönen Schwesterstadt Marburg für ihre freundliche Ein­ladung und für den Willkomm en grüß des Vizebürger­meisters Siebert, ganz besonders aber dem freundlichen sachkundigen Führer Magistratsrat Sardemann für seine lehrreichen allen verständlichen und ausführlichen Dar­bietungen bei der Besichtigung der so interessanten Ka- iialisationsanlage. Ganz besonders hervorzuhebcn sei die objektive Art der Darstellung des Vortrageuden gewesen, dessen auch durch Bau und Betrieb gemachten Erfahrungen wertvolle Fingerzeige enthielten für Städte, die fernerhin

1 bauen. Das schöne sreundnachbarliche Verhältnis zwischen ' den von Alters her durch besondere Bande verknüpften Städte Marburg und Gießen möge immer sortbestehen^ : und ein edler Wetteifer möge in beiden Städten der 1 Pflege der Wissenschaft und Kultur, wie den nützlichen, das! i Gemeinwohl fördernden Arbeiten dauernd gewidmet bleiben. - Alle Teilnehmer werden dieser Exkursion eine dankbare

teilungen beruhen auf Erfindung. . r .....

(Santo« (Ohio), 30. Sept. Ein Wächter an dem Grab- Oberfinanzrat Bittel unter Anerkennung seiner langiahrigen, aewölbe, in dem Mae Kinleys Leiche beigesetzt ist, treu und erspneßsich geleisteten Dienste auf sem Nachsuchen . namens Teprend schoß gestern Nacht auf einen Mann, der in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das sich in der Nähe des Grabes in verdächtiger Weise zu Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen schaffen machte. Der Schuß wurde aber glücklicherweise durch verliehen. Der Großherzog hat den Steuerkommissar in einen anderen Mann zur Seite gelenkt, welcher aus entgegen- 6Ürth Hübner vom 1. Okt. an nach Ober-Ingelheim ver­hetzter Richtung kam und mit einem Messer auf Deprend setzt, den Steuerkontroleur Regierungsassessor Mees m Mamz einst ach wobei dem letzteren die Kleider zerschnitten zum Steuerkomnnssär m Fürth, Regierungsassessor Lorenz wurden In dem nunmehr entstehenden Handgemenge kam aus Darmstadt zum Steuerkommissarlatsassistenten m Mamz, Deprend zu Fall und trug leichte Verletzungen davon, den Regierungsassessor Kn ab aus Hofheun zum Steuerkon» Die beiden Männer entkamen. Man glaubt, es habe sich troleur vom 1. Okt. an, den Hauvtsteiieramts^ um Leute gehandelt, die aus dem Gefängnis m Canton ent- Worms Frey zum Revifionskontroleur m Offenbach, den fnrimaen waren Flnanzasptranten Schlegel aus Darmstadt zum Hauptsteuer-

» i i ,.j.ssss amtsassistenten bei dem Hauptsteueramt Gießen, den Finanz-

litrirmtirPrirhf aspiranten Schill aus Darmstadt zum Hauptsteueramts-

!assistenten bei dem Hauptsteueramt Gießen, den Finanz- m. Gießen, 1. Oktober. I aspiranten Wißner aus Bingen zum Hauptsteueramts-