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02/10/1901 Zweites Blatt
 
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Nr. 331

Zweites Blatt.

151. Jahrgang.

Mittwoch 3. Oktober 1 SOI

Erscheint täglich Ausnahme deS Montags.

Die Gießener Zamillen. blätter werden dem An­zeiger im Wechsel mit oemHess. Landwirt* und denBlättern für hessische Volkskunde* viermal wöchentlich bet- gelegt.

Redaktion, Expedition und Druckerei:

SietzenekAnzeiger

General-Anzeiger **

Annahme von Anzeigen au der sür den solgenden Tag erlcheinenden Nr. bis vormittags 10 Uhr. Alle AnAeigen-Vermitt- lungsstellen des In-und Auslandes nehmen An­zeigen entgegen.

Zeilenpreis: lokal 12Pf., auswärts 20 Pfg.

Rotationsdruck u. Ver­lag der B r ü h l'schen Universitäts - Druckerei

für den Kreis Gießen

Volitische Tagesschau.

, z t Zur Affaire derSazelle"

verschtete dasBert. Tgbl." weiter, daß die Mannschaften bisher keinen Landurlaub erhalten haben. Aus der Fahrt nach Kiel befand sich aus Anordnung des Geschwaderchefs ein aus einem Offizier und 25 Mann des Linienschiffes Kaiser Barbarossa" bestehendes Wachtkommcmdo an Bord derGazelle". Einige Leute derGazelle", die kapitulieren wollten, sind zurückgewiesen worden. Ebenso liegt seitens des Marinekommandos die Absicht vor, die Kapitulation einiger älteren Leute rückgängig zu machen. In ihrer letzten Nummer schreibt nun dieNordd. Allg. Zig.": Die Vergehen gegen die militärische Unterordnung an Bord derGazelle" können im Anschluß an die gestrigen Mitteil­ungen heute auf Grund des Geschwaderberichts weiterhin richtig gestellt werden. An Bord derGazelle" waren aller­dings eines Morgens einzelne unbedeutende Geschütz­te i l e v e r s ch w u n d e n. Es ist sofort darüber eine strenge Untersuchung eingeleitet worden, die noch nicht abge­schlossen ist. Sie läßt bisher erkennen, daß die Vergehen gegen kaiserliches Eigentum wahrscheinlich im Uebermut oder aus Nachlässigkeit begangen sind. Zu den Angaben der Zeitungsberichte ist im einzelnen zu bemerken: 1) von einer Meuterei kann keine Rede sein; 2) daß der Kom­mandant nur wenig Landurlaub bewilligt erhalten habe, ist durch nichts erwiesen. Während der Herbstübungen ist Gelegenheit zur Urlaubserteilung den Kommandanten aller Schisse nur wenig gegeben; 3) der 'Dienst an Bord derGazelle" war nicht strammer, als es auf jedem Schiff der Fall sein muß, woran, nachdem es eben erst in Dienst gekommen, hohe Anforderungen gestellt werden; 4) ist es unrichtig, daß das Schiff auf der Danziger Rhede mit Arrest belegt war. Naturgemäß mußte im Interesse der Untersuchung ein Verkehr des Schiffes mit dem Lande so lange beschränkt werden, als hierdurch! eine Verschleier­ung des Thatbestandes möglich erschien. Als letzteres am nächsten Tage nicht mehr in Betracht kam, wurde der Ver­kehr wieder gestattet; 5) die Behauptung, daß man es nicht sür ratsam gehalten habe, das Schiff einzeln fahren zu lassen, bedarf eigentlich keiner Widerlegung. DieGa­zelle" ist ein Aviso des ersten Geschwaders, mußte also bei diesem bleiben; 6) es sind niemals 15 Mann in Unter­suchungshaft genommen, die Reservisten sind genau wie die aller andern Schisse zum bestimmungsmäßigen Termin entlassen worden.

Heute aber erhalten wir folgendes Telegramm: Berlin, 1. Oktober. Der Kommandant des Kreuzers Gazelle", Kapitän Neitzke, ist von seinem Kommando ent­hoben worden. Er erhielt 6 Wochen Urlaub.

Neitzke ist bekanntlich derselbe, der am Tage der großen Regatta des kaiserlichen Nachtklubs in Kiel durch die Start­linie fuhr, und alsbald vom Kaiser persönlich 24 Stunden Stubenarrest erhielt, und als er daraufhin sein Abschieds- zesuch einreicbte, wiederum voni Kaiser persönlich ab- chlägig beschieden wurde unter ausdrücklicher Anerkennung einer Tüchtigkeit als Offizier.

Man wird aus allem diesen zu schließen haben, daß die Mitteilungen Berliner Sensationsblätter wohl Aufbausch­ungen gewesen sein mögen, aber doch einen nicht ganz unbedeutenden Kern hatten. Es dürfte noch nachstehender Gerichtsbericht von Interesse sein, der den Blättern aus Kiel zugeht: Zwei Leute von derGazelle" standen am Freitag vor dem Kriegsgericht des ersten Geschwaders. Der Oberbootsmannsmaat Mix war wegen Mißhandlung eines Untergebenen, der Obermatrose Ernst wegen Gehorsams­verweigerung vor versammelter Mannschaft angeklagt. Als dieGazelle" mit den Linienschiffen der Kaiserklasse vor Kadiz ankerte, um die heimtehrende Chinadivision zu em­pfangen, waren am 2. August Leute mit Kohlentrimmen beschäftigt. Längsseit derGazelle" lag ein mit Kohlen beladener Prahm. Der Obermaat Mix befahl dem Ernst, Kohlen zu schaufeln. Da dieser wunde Finger hatte, ging die Arbeit etwas langsam von statten. Mix forderte Ernst auf, schneller zu arbeiten, und schlug vom Deck des Prahms aus den unter ihm stehenden Obermatrosen mit der Faust auf den Kopf. Die Spanier, die die Behandlung des Mannes sahen, lachten, und der Obermatrose rief: Muß man sich hier noch schlagen lassen!" Der Obermaat befahl dem Ernst, in den Prahm hinunterzugehen. Der Obermatrose gehorchte nicht, sondern antwortete:Nein, da bin ich meines Lebens nicht sicher!" Der Vorgesetzte gab ihm einen Stoß vor die Brust, so daß beide den Kohlenhaufen hinunter in den Prahm kollerten. Der Obermaat gab an, daß die Leute derGazelle" beim Kohlenübernehmen sehr schlapp gewesen seien und der Kommandant ihn sür die Leistungen der Leute verantwort­lich gemacht habe. Der Vertreter der Anklage beantragte gegen Mix 4 Wochen, gegen Ernst 3 Wochen 1 Tag strengen Arrest. Das Gericht verurteilte Mix wegen Mißhandlung eines Untergebenen in einem minder schweren Falle zu 14 Tagen Mittelarrest, da ein Druck von oben auf ihn ausgeübt sei, um bessere Resultate im Kohleneinnehmen erzielen, und dadurch dieser Exzeß zum Teil herbei­geführt worden sei. Der Obermatrose erhielt 4 Wochen strengen Arrest. .

Vor dem Bundesrat.

Aus Berlin, 30. September wird uns geschrieben: Die Meldung, daß Gras Bülow au einem hohen Be­amten geäußert haben soll, er werde die Initiative zu einer Revision des Zolltarifentwurfs ergreifen, war von uns gleich mit Zweifel ausgenommen worden. Eine Notiz derNordd. Allg. Ztg." verweist soeben kurz und bündig denhohen Beamten" mitsamt dem Revisionsentwurf in das Reich der Phantasie. Hoffentlich wird durch dies De­

menti nicht ausgesprochen, daß der Reichskanzler ein­schneidenden Abänderungen des Zolltarifentwurfs abge­neigt ist. Eine Revision in großen Zügen wird' bereits der Bundesrat am Zolltarifentwurf vorzunehmen haben. Seit der unfreiwillig herbeigeführten Veröffentlichung des Entwurfs sind so zahlreiche Stimmen zu Worte gekommen, haben die Interessenten aus den verschiedenen Lagern die Vorzüge und die Schwächen des Werkes so eingehend dar­gelegt, daß jede der Bundesregierungen, zumal auch nach Anhörung der Sachverständigen, genau anzugeben und zu vertreten vermag, welche Tarifpositionen reformbedürftig sind. Bereits am Freitag, 4. Oktober, werden sich, der Kreuzzeitg." zufolge, die Ausschüsse des Bundesrats für Zoll- und Steuerwesen und sür Handel und Verkehr zu einer Sitzung vereinigen mit der Tagesordnung Zolltarisgesetz- entwurf nebst Zolltarif. Man darf gespannt sein, mit welchem Inhalt der Tarif dem Reichstag zugehen wird. Wir glauben allerdings nicht, daß im Bundesrat bereits der D o p p e l t a r i f für Getreide zu Fall kommt, obwohl fast alle Kundgebungen aus Industrie und Handel darin überein­stimmen, oaß der Getreide-Mindestzoll eine gefährliche Klippe bei Vertragsverhandlungen bilde, und obwohl soeben auch der Deutsche Handelstag in Berlin gegen Mindestzollsätze auf irgendwelche Ware sich ausgesprochen hat. Vermutlich wird sich zwar im Bundesrat Opposition geltend machen gegen den Doppeltarif, indessen dürfte diese Opposition nicht stark genug sein, um den Doppeltarif zu beseitigen. Der Vorschlag hat ja auch etwas für sich, dem Reichstag hier das entscheidende Wort zu überlassen. Dann fällt die Schuld einer etwaigen Ablehnung des Doppeltarifs nicht auf die Häupter der Regierung. Würde der Doppeltarif bereits im Bundesrat scheitern, dann ent­stünde ohne Frage eineagrarische Bewegung", die selbst diejenige unter Caprivi an Wucht und Umfang noch weit überträfe. Der Mindestzoll für Getreide ist nun einmal zum festen Programm in weiten Kreisen der Landwirtschaft gemacht worden. Man wird es auch denjenigen Mitgliedern der Regierung, die zu einer veränderten Auffassung über den Doppeltarif gelangt sind, kaum verübeln können, wenn sie geringe Lust haben, eine Sturmflut gegen sich heraufzu­beschwören. Wie steht Graf Bülow zum Doppeltarif? Auf­fällig ist es einigermaßen, daß die sensationelle Mitteilung derFranks. Ztg." von einer kürzlich erfolgten angeblichen Aeußerung des Kaisers:Der Doppeltarif ist Unsinn, Bülow ist übrigens derselben Meinung", bis heute weder amtlich noch halbamtliche dementiert wurde. Das nimmt umsomehr Wunder, als Graf Bülow anscheinend Gewicht darauf gelegB hat, sich gegen die Behauptung alsbald zu verwahren, daß er die Initiative zu einer Revision des Zolltarifentwurfs ergreifen werde. Die Mitteilung der Frgnkf. Ztg." hat aber eine weit größere Bedeutung.

Der nationalsoziale Parteitag.

Der Vertretertag der nationalfozialen Vereinigung des Pastors Naumann ist am Sonntag in F r a n k f u r t a. M. Ausammengetreten. Wir berichten über die Verhandlungen der beiden ersten Tage an anderer Stelle unseres heutigen Blattes. Tie diesmalige Tagung ist die sechste, wenn man die Versammlung von 1896 in Erfurt, in der die Gründung des Vereins beschlossen wurde, als den ersten Vertretertag rechnet. Man hat sich in diesen Tagen zunächst in sehr ent- chiedener Weise gegen den Zolltarisentwurf ausgesprochen. Größere Wichtigkeit als dieser Angelegenheit aber mißt man in nationalsozialen Kreisen der Stellungnahme zu anderen Parteien bei. Naumann gedenkt bei diesem Punkt einen Vortrag über denNiedergang des Liberalis­mus" in Deutschland" zu halten. Nationalsoziale Blätter schreiben:

Dieser Punkt der Tagesordnung wird für unsere Be­wegung von größter Bedeutung sein: wir werden fest­legen, daß wir der Gesamtrichtnng unserer Auffassung nach auf die liberale Seite gehören, aber wir werden auch aussprechen, welche Fehler der Liberalismus in Deutschland unseres Erachtens gemacht hat. Natürlich muß hier auch unser Verhältnis zu den einzelnen Gruppen der Linken zur Sprache kommen."

In der Hilfe veröffentlicbt Naumann einigeLeitsätze", in denen eine Neubildung des Liberalismus in >er Weise verlangt wird, daß von den bürgerlichliberalen Elementendie politische Bewegung der Lohnarbeiter als zukünftige Grundlage der liberalen politischen Organisation anerkannt und die Machtpolitik des deutschen Reiches als Bestandteil liberaler Gesamtpolitik begriffen wird." Dabei rechnet Naumann auf die Bernsteinianer in der Sozial­demokratie, auf seine Nationalsozialen, auf die führenden Kräfte der freisinnigen Vereinigung und auf gegnerische Unterströmungen in den beiden Volksparteien. Tie Na­tionalsozialen hätten, so wird weiter ausgeführt, anderseits die Pflicht, den marxistischen Radikalismus in der Sozial­demokratie, den bürgerlich-liberalen Doktrinarismus Eugen Richters und die übermächtigen agrarischen Einflüsse bei den Nationalliberalen zu bekämpfen.

Dom Burenkriege.

Der Kampf um Fort Jtala ist, den neuesten Meld­ungen zufolge, außerordentlich heftig gewesen. Nach der amtlichen Liste der bei dem Kampf erlittenen Verluste hat der englische Major Chapman mit seiner Abteilung das Fort tapfer verteidigt. Es sind ein englischer Leutnant und elf Mann gefallen, 5 Offiziere, darunter Chapman selbst, und 38 Mann wurden verwundet; außerdem werden 63 Mann vermißt, doch ist von einer großen Zahl derselben bekannt, daß sie tot oder verwundet sind. Auch wurden 153 Pferde und 82 Maultiere getötet.

Eine Meldung desReuter'schen Bureaus" aus dem Haag erklärt die von dem Pariser BlatteLa Patrie" ver­

breitete Nachricht, daß zwischen der Königin von Holland und anderen Staatsoberhäuptern eine Verständigung dar­über stattgefunden habe, auf Grund deren dieselben dem Schiedsgerichtshof im Haag ihre Unterstützung zusagen würden sür den Fall, daß dieser sich mit dem Protest der Buren gegen die Proklamation Lord Kitcheners befassen würde, für unrichtig. Tie Meldung bezweckt nach der An­sicht derPost" offenbar, die burenfreundliche Stimmung in Frankreich neu zu beleben.

Tas englische Kriegsamt erklärt jetzt offiziell die Meld­ungen der Blätter, daß Kitcheuer sein Entlassungs- g e s u ch eingereicht habe, für durchaus unbegründet. Es bestand auch keinerlei Reibung zwischen Kitchener und dem Kriegsamt, seitdem ersterer das Oberkommando in Südafrika von>Roberts übernommen hat. Von privater Seite wird aus London telegraphiert: Wie verlautet, dürste der Meinungsaustausch zwischen Kitchener und dem Kriegsamt damit enden, daß ihm die gewünschte freie Hand für die von ihm geplanten drastischen Maßregeln zur rascheren Beendigung des Krieges gewährt werde.

Deutsches Reich.

Berlin, 30. Sept. Aus Rominten wird gemeldet: Am Sonntag war die Kirche überfüllt. Die Predigt hielt Pfarrer Wangnick aus Dubeningken. Nach dem Gottesdienst besichtigte der Staifer das Kinderheim und das Depot. Um 1 Uhr fand das Diner statt. Hierzu waren geladen Oberlandforstmeister Wesener, die vier Oberförster der Haide, Rittergutsbesitzer Seydel-Chelchen und Pfarrer Wangnick. Am Nachmittag machte der Kaiser eine Spazierfahrt durch die Haide und hörte dann den Vortrag des Vertreters des Auswärtigen Amtes.

Generalfeldmarschall Graf v. Waldersee wird mit seiner Gemahlin am 5. Oktober in Hannover eintreffen. Am Sonntag nachmittag findet ein Festzug der Kriegervereine des Bezirks Hannover-Linden nach der Villa des Feldmarschalls statt, an dem sich 73 Vereine beteiligen werden. Hieran schließt sich am Abend ein Festkommers im Kriegerheim, zu dem der Generalfeldmarschall sein Erscheinen zugesagt hat. An dem Kommers werden sich die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden beteiligen.

Dem Obersten v. Norman«, Kommandeur des ersten ostasiatischen Infanterie-Regiments, wurden die Schwerter zum Roten Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife verliehen.

Katholische und evangelische Politiker, u. a. der Fürst zu Löwenstein, laden zu einer Besprechung der Zwei­kampfsfrage für den 19. Oktober in Leipzig ein.

Der Deutsche Handelstag unter dem Vorsitze des Geh. Kommerzienrats Frentzel-Berlin ist heute zur Be­ratung über das Zvlltarifges etz zusammengetreten und von Geheimrat Wermuth in Vertretung des Staatssekretärs Dr. Graf v. Posadowsky begrüßt worden. Ter Handelstag nahm mit allen gegen die Stimmen von Metz und Saar­brücken den Ausschußantrag zu Paragraph 1 Absatz 2 an, welcher verlangt, daß Mindestzoll tz e für Getreide ebensowenig wie für andere Waren einzu­führen sind. Unter den angenommenen Anträgen befinden Nch ferner die Anträge, daß auch im Zollkriege keine Wert­zölle zu erheben sind mit dem Zusatz, daß Kampfzölle im Falle mangelnder Zustimmung des Reichstags zurückzu- zahldn find; ferner, daß für einige bisher zollfreie Land- wrrtschaftserzeugnisse, falls sie zollpflichtig werden, Ein- fuhrsche-me und Transitlager einzuführen sind und daß die Errichtung und Beibehaltung der gemischten Transitlager für Getreide nicht $u erschweren sind; daß Zollstundung für Getreide ebenso tote für die anderen Waren beizubehalten ist. Ter Handelstag stimmte ferner ausdrücklich der Be­stimmung des Gesetzes zu, wonach der Zeitpunkt des Jn- krakttretens durch kaiserliche Verordnung mit Zustimmung des Bundesrats festzusetzen ist. Angenommen wurde dann der Antrag des Kommerzienrats v. Pfister-München, dem­zufolge der Abschluß langfristiger Handelsverträge mit weit­gehender Bindung niedriger Auslandszölle im Gesamt­interesse aller Berufsstände für unbedingt geboten gilt. Ter Handelstag erklärt sich mit größter Entschiedenheit gegen Festlegung von Mindestsätzen im Zolltarif, erhebt- schwere Bedenken gegen Erhöhung, Neueinführung von Zöllen auf Rohstoffe und Lebensrnittel und tritt daher mit Nachdruck dafür ein, daß Lebensmittelzölle im neuen Zolltarif keines­falls die bestehenden des allgemeinen Tarifes überschreiten.

Wie engische Blätter melden, soll die deutsche Ne­gierung wegen Anlegung einer Kohlenstation in Holländisch-Jndien, und zwar auf der Insel Palo Way verhandeln. Es soll Aussicht vorhanden sein, daß der beabsichtigte Terrainerwerb in kurzer Zeit zu stunde kommen werde.

Bremerhaven, 30. Sept. Der Hamburger Dampfer Silvia" landete heute die zweite Batterie schwerer Feld- haubitzen, die 3. Pionier-Kompagnie, das Eisenbahn-Ba­taillon, das Pferde-Tepot, das Bekleidungs-Tepot, die Etappen-Munitionskolonue, das Train-Aufsichtspersoual und das Etappen-Magazinpersonal, zusammen 22 Offiziere und 995 Mann. Außerdem führte der Dampfer die Leiche des Ober-Leutnants v. Heynitz mit.

K ö l n, 30. Sept. Der Verein d e r I n d u st r i e l l c n des Regierungsbezirks Köln beschloß an den bisher Ver­tretenen Grundsätzen des Zusammengehens mit der Landwirtschaft festzuhalten und aus diesem Grunde ffgen die rm Zolltarifentwurf vorgesehenen Mindestsätze Nicht gründ)ätzlich Einwand zu erheben. Die /^nächtigte ote Delegierten des Vereins, in ^hiJhriU?rtOer^am? ctn9 Zcmralverbandes deutscher Jndu kneller tn diesem Sinne «uv auszusprechen.