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2.8.1901 Erstes Blatt
 
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RittergutSbefitzerin Frau v. Wilcke und ihr ständiger Be­gleiter und Freund, der Kaufmann Schimmelmann, werden sich demnächst wegen Betrugs zu verantworten haben. Frau v. Wilcke, die ein überschuldete» Rittergut in Schlesien besaß, vertauschte es im Februar d. I. gegen ein HauS in Berlin, wobei das Gut mit 504,000 Mk. bewertet wurde. Um das Geschäft zum Abschluß bringen zu können, bedurfte Frau v. Wilcke einer Barsumme von 7000 Mk. Um fich dies Geld zu verschaffen, griff fie zu einem gewagten Mittel. Sie ließ anzeigeu, daß eine Dame von hohem Adel für ihr Ritter­gut einen kautionSfähigeu Inspektor verlange. Ein Herr St. au» Treysa ließ fich bethören und nahm die Stellung an. Lr hat seine 10,000 Mk. verloren. Während er bald gewahr wurde, daß das Gut vollständig abgewirtschaftet war, vergnügten fich die beiden Angeklagten auf Reisen in der Schweiz und am Rhein. Als ihre Mittel zu Ende gingen, versuchten fie durch Annahme eines neuen Inspektors Ersatz zu schaffen. Auf dem Bahnhöfe in Erfurt wurden fie verhaftet.

Meine Mittelluugen tn» Hessen und den Nachbarstaaten. DaS dem SreiSveterinärarzt Dr. Eise in Lauterbach ge hörige Wohnhaus in der RockelSgaffe ging für den Preis von 20 000 Mk. an den Brauerei-Jnspektor Trapp käuflich über. Am 30. Juli morgens sprang ein Bürger in Als feld aus dem Fenster HeS dritten Stockwerks, nachdem er fich vorher die Pulsader durchschnitten hatte. Kürzlich ging eine Mitteilung durch die Preffe, daß auf dem Feldberg von Knaben einer Volksschule in Mainz ein Paket mit einer KindeSleiche aufgefundeu worden wäre. Die durch die Staatsanwaltschaft in Wiesbaden angestellte Untersuchung hat nunmehr ergeben, daß daS Paket ein in Fäulnis über­gegangenes großes Stück Fleisch enthielt. Ein Landwirt aus der Umgebung von Mainz fand in der Nähe des Feld herrnhügels auf dem großen Sande zwei Granaten. Der Mann war vorsichtig genug, seinen Fund der Scheibenwache anzuzeigen. Telephonisch wurde die Behörde davon unter­richtet. Don dieser entsandte Sachverständige begaben fich an Ort und Stelle und stellten fest, daß die beiden Granaten Blindgänger seien, d. h. noch nicht explodiert waren. Gestern vormittag wurden die Fundstücke entladen. Es waren Exem­plare eines alten, nicht mehr gebräuchlichen GranatsyftemS und stammten aus der Zeit der fiebenziger Jahre, in der die Fußartillerie noch ihre Schießübungen auf dem großen Sande abhielt. Dem betreffenden Landwirte, der die beiden gefährlichen Geschoffe gefunden hat, wird seitens der Militär­behörde die auf das Auffinden solcher Blindgänger ausgesetzte Belohnung zuteil werden. Einen guten Fang hat am verflossenen Freitag die Gendarmerie in Langen gemacht. Ein In Bockenheim dienender Husar gab fich nämlich in Offenthal und Langen als Quartiermacher aus und sagte Einquartierung an. In Offenthal hatten sich die Leute ge­richtet, doch das Militär blieb aus. In derSrone in Langen bestellte er für die Offiziere ein leckeres Mahl. Auch der Quartiermacher zechte selbstverständlich auf Kosten des Zahlmeisters, der die Sache am anderen Tage regeln sollte. Glücklicherweise kam der Schwindel alsbald an den Tag, wodurch der Inhaber derKrone- vor größerem Schaden bewahrt blieb. Der Mensch, der übrigens nur noch 50 Tage Dienstzeit hatte, wurde am Freitag abgesührt, er hatte fich bereit» seit Montag von seinem Truppenteil entfernt. Das Fahrrad, das er zu seiner Rundreise benützte, hatte er sich auf den Namen seines Rittmeisters zu verschaffen gewußt.

Jahreskoufereriz der evangelischen Geistlichen Oberhessens.

D. Gießen, 1. August.

Heute vormittag fand in Steins Saalbau tue 19. Pro­vinzialkonferenz der Geistlichen Oberhessens statt. Die über­aus zahlreich besuchte Versammlung wurde eingeleitet durch den Gesang der 1. Strophe des ChoralsEin feste Burg ist unser Gott", worauf Dekan Strack nach Verlesung eines Bibelwortes ein kurzes Gebet sprach Nach ihm ergriff Prä­lat Habicht das Wort zu einer Ansprache, in der er zu­nächst die erschienenen Geistlichen herzlich begrüßte und aiu^ die Gäste freundlichst willkommen hieß. Sodann führte er aus, wie das Ende dieses Jahres nicht so friedlich gewesen fei, wie es begonnen habe. Eine Maßregel des Großh. Ober­konsistoriums habe viel Widerstand gesunden. Die Erläu­terungen und Auseinandersetzungen des Präsidenten Buch­ner hätten ja dazu gedient, alles in das richtige Licht zu stellen; aber schmerzlich sei es besonders für ihn, daß namentlich in auswärtigen Blättern manche, selbst gehässige Artikel erschienen seien, die ihn gewissermaßen für die Opposition verantwortlich machten, obwohl er in hervor­ragender Weise gar nicht hervoraetreten sei. Er habe es indessen nicht für anständig gehalten, nach einer anderen Seite abzuschieben, was man ihm aufgebürdet habe. Prälat 5>abicht gab sodann einen Rückblick auf die bemerkens­werteren Ereignisse und Bewegungen innerhalb der hessi- fdyeit Landeskirche während des letzten Jahres und gedachte auch der schmerzlich>en Verluste, von denen die Kirche durch den Tod mehrerer ihrer Diener im letzten Jahre betroffen worden sei. Er forderte die Anwesenden auf, ihnen ein freundliches Andenken zu wahren und sich von ihren Sitzen zu erheben, was geschah.

Sodann erteilte er das Wort den Architekten Hofmann-Herborn, der das Referat übernommen und sich das ThemaRatschläge für den Bau und die Wiederherstellung von Kirchen" gewählt hatte. .Der Referent betonte, ehe er zum eigentlichen Gegen­stand seiner Ausführungen überging, daß es ihm darum zu Ihiln sei, einzelne Grundlinien klar zu legen. Was er bieten »volle, seien Erfahrungenaus der Praxis für die Praxis". Er wolle zunächst sprechen über die Erhaltung der Kirchen, um dann zur Wiederherstellungsfrage und zu den Kirchenneubauten überzugehen. Tie .Kirche der Gegenwart wolle eine würdige Versammlungs- stätte der Gemeinde sein. Schon das bedingte, abgesehen davon, daß sie ein Baudenkmal sei, ihre würdige und geordnete Instandhaltung. Jede Kirche müßte deshalb min­destens einmal im Jahre in allen ihren Teilen gründlich untersucht werden, damit die vorhandenen Mängel sach­gemäß beseitigt werden könnten. Redner geht sodann zur Wiederherstellungsfrage über. Man höre ost, daß der einstige Wert der Kirchen als Denkmäler durch Eintreten Don Baufälligkeit herabgemindert oder gar geschwunden sei. Zu diesen Denkmälern seien vor allem die Dorfkirchen zu rechnen. Ta sei es nötig, zur rechten Zeit einzugreifen, Dicht sofort durch Neubauten, sondern durch Umbau. Bei einem solchen Umbau habe die Gemeinde die Pflicht, die in der Bauart verkörperte Ueberlieferung, die baugeschicht­

lichen Urkunden früherer Zeit zu achten und zu wahren. Und auch der mitwirkende Baumeister müsse sein eigenes Interesse hintansetzen und ein reiches Maß von Anpassung/ vermögen und Selbstbeschränkung in sich vereinigen. Be stimmte Regeln ließen sich für Umbauten nicht aufstellen. Vielmehr sei von Fall zu Fall zu erwägen, wie verfahren werden müsse. Redner legt eine Anzahl von Plänen für solche Umbauten, die er zum Teil danach ausgeführt hat, vor. Er zeigt daran, wie er vorgegangen sei, um den Charakter des ursprünglichen Baus zu ivahren, und geht sodann zu dem 3. Punkt seines Vortrages, dem Neubau von Kirchen, über. Aus dem Gesagten gehe schon hervor, daß man der Frage von Neubauten nur in dringenden Fällen näher treten dürfe. Für eine Neuausführung em­pfehle sich folgender Geschäftsgang: 1) Wahl eines Bau achverständigen, 2) Wahl der Baustelle und Aufstellung eines gestimmten Bauprogramms, 3) Ausarbeitung der Pläne, 4) Bauausführung selbst unter strenger Berücksich­tigung aller örtlichen Verhältnisse. Bei dem 2. Punkt sollte man weniger auf symmetrische Grundgestaltung, als auf eine vorteilhafte Lage sehen Bei der Ausarbeitung des Programms empfehle es sich, zunächst einen Dorentwurf aufzustellen, der eine sichere Basis bilde. Besonders em­pfehlenswert sei es, Hand in Hand mit dem Bauherrn zu gehen, und sich nicht blos nach der eigenen architektonischen Meinung zu rechten. Ter Architekt müsse mit vollem Ver- tändnis die Wünsche des Bauherrn zu verkörpern suchen. Deshalb sei es eine Härte, bestimmte Anordnungen (z. B. das Eisenacher Kirchenregulativ) auf jede Aufgabe zu übertragen. Man sollte alle Anschauungen zu

ihrem Rechte kommen lassen und Erfahrungen

sammeln, im einzelnen Fall aber nur nach den ört­lichen Verhältnissen handeln. Bei der Wahl des Baumate­rials müsse man schon aus wirtschaftlichen Gründen dem heimischen Material den Vorzug geben, aber auch aus künst­lerischen Gründen. Und gerade Oberhessen sei überaus reich an geeigneten Baumaterialien.

Reicher Beifall lohnte den Redner. Prälat Habicht sprach ihm den Dank der Versammlung aus. An den Vortrag chloß sich eine lebhafte Debatte, nach der sich die Teil­nehmer an der Konferenz zu einem Festessen in Steins Saalbau vereinigten.

Vermischter.

* Mußbach, 31. Juli. Gestern abend gegen 9 Uhr brach, wie diePfälz. Rundsch." meldet, in dein Anwesen des Manufakturwarenhändler Etnil Stein hier ein B r a n d aus, der sich mit rasender Schnelligkeit über die Anwesen der Winzer Hiller-, Bucyert und Kurz, die alle reich- lich mit Heu und Stroh gefüllt waren, verbreitete. Auch die Synagoge wurde von den Flammen erfaßt und bis auf die Umfassungsmauern eingeäschert. Diesem Großfeuer ielen also 5 Gebäude zum Opfer, und 3 Nachbarhäuser wurden schwer beschädigt. Die Neustadter und Gimmel- dinger Feuerwehren wurden um Hilfe angerufen. Bei den Rettungsarbeiten fiel ein Feuerwehrmann, Namens Bayer, aus Neustadt vom Dache der Süddeutschen Metallwaren- abrik herab und zog sich lebensgefährliche Verletzungen am Kopfe zu- Eine spätere Meldung besagt: es brannten im ganzen zehn Wohnhäuser und eine Scheune, sowie die Synagoge ab. Vier Feuerwehrleute sind verunglückt.

* Straßburg, 31. Juli. Wie zuverlässig verlautet, traf gestern ein Kriegsgericht aus Straßburg auf Schloß Oberweiler ein, um den Baron Stietencron, welcher als Landwehroffizier dem Kriegsgericht des 15. Armeekorps untersteht, zu vernehmen. Stietencron soll ein umfassen­des Geständnis abgelegt haben. Er wird zur Wiederher- 'tellung seines Armes in einem Zimmer seines Schlosses, dessen Zugänge von Polizisten überwacht sind, interniert.

* Rom, 31. Juli. Ein leichter Erdstoß wurde heute früh 11 einhalb Uhr hier sowie in Velletri, Cassino und Roccadipapa verspürt; stärker wurde der Erdstoß gleich­zeitig in Avezzano wahrgenommen. Schaden ist nicht ent­standen. In Rom wurde nachmittags 1 einhalb Uhr noch­mals eine leichtere Erderschütterung gespürt.

(Bat)ern). Es ist dies der Gauner, der am 25. Oktober vorigen Jahres hier im GasthausZum Dom", dem Dienst­mädchen M. Sch. 15 Mark und einen Ring stahl. Bei seiner Verhaftung trug er, außer gefälschten Papieren, eine Menge Schlüssel, Dietriche, ein Stemmeisen, Talglickfler und andere Diebswerkzeuge bei sich. Man hat es zweifellos mit einem gefährlichen Burschen zu thun, wofür auch, seine erheb­lichen bisherigen Zuchthaus- und Gefängnisstrafen sprechen. Der Angeklagte leugnet mit größter Frechheit und will dem Gericht ein Märchen von dem Reisenden,den er nur auffuchen wollte", erzählen. T-a er sich im wiederholtes Rückfall befindet, erhält er 4 Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht.

S t e r n b e r g a f f a i r en ." Im weiteren Verlaufe der Aburteilungen im sogenannten Kölner Sternbergprozetz verurteilte das Gericht den 36 jährigen verheirateten Lager­arbeiter Candre aus Luxemburg tvegen Vornahme scheuß­licher Sittlichkeitsverbrechen mit einem 12 jährigen Mädchen zu 18 Monaten Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust. Der Unmensch war dem Kinde nachgegangen, hatte es nach einem einsamen Platze geschleppt und dort mit Dotstechen bedroht, wenn^ es ihm nicht zu Willen sei. Mit der A a ch e n e r Sternbergaffaire steht, nrie aus Aachen be­richtet wird, in Zusammenhang eine Strafsache, die vor der dortigen Strafkammer ihre Erledigung fand. Der 77jährige, nicht vorbestrafte Rentner und frühere Konditor W. Flecken hatte sich mit der aus der Sternbergaffaire bekannten Sophia Odekerken sowie noch drei anderen Schulkindern vergangen. Mit Rücksicht auf seine bisherige Unbescholten­heit und sein hohes Alter verurteilte ihn das Gericht zu sieben Monaten Gefängnis.

Universitäts-Nachrichten.

Die Stenographie an den Handelshoch­schulen in Deutschland. An der neugegründeten Handelshochschule in Köln ist auch der Unterricht in der Stenographie eingeführt worden und zwar grundsätzlich nach den beiden Systemen von Gabelsberger und Sdolze-Schrey. Die Handelshochschulen in Leipzig und Aachen erteilen steno­graphischen Unterricht nur nach Gabelsberger.

Meratur, Wissenschaft und Kunst.

Santos-Dumonts dritter Aufstieg, den er am Montag nachmittag unternahm, ist mißglückt. Der Motor eines Ballons hatte sich nach wenigen Minuten so heiß gelaufen, daß Santos-Dumont den Versuch, den Eiffel­turm zu umsegeln und den Deutsch-Preis von 100 000 Franks zu gewinnen, aufgab. Auch mit dem Ballon schien nicht alles in Ordnung zu sein, er rollte wie ein Schiff auf See. Trotz Auswerfens von Ballast wollte er nicht steigen, sodaß das Schleppseil sich in den Giebelverzier­ungen des Totalisators der Rennbahn von Longchamps verfing und das Luftschiff mehrere Minuten lang in einen Fesselballon verwandelt war. Die ganze Fahrt dauerte nur 15 Minuten. Uebrigens gehorchte der Ballon dem Steuer vortrefflich. Auf dem Eiffelturm war eine große Gesell- schaslt, darunter viele Amerikaner, versammelt, die um das erwartete Vergnügen betrogen wurde.

Arbeiterbewegung.

Krefeld, 31. Juli. Den Arbeitern der hiesigen Sammetfabriken ist erklärt, daß die Arbeitszeit um die Hälslte verkürzt werden müsse, wenn der Ausstand der Sammetscherer noch einige Tage andauere. DieKrefelder Ztg." fügt hinzu, wenn der Ausstand länger anhalte, sei die Schließung sämtlicher Sammetfabriken unvermeidlich».

Paris, 31. Juli. Wie die Blätter melden, haben in Rvmilly (Departement Eure) ausständige Glasarbeiter den Direktor ihrer Fabrik aus dem Bureau geschleppt und von ihm unter der Drohung, ihn in einen glühenden Schmelzofen zu werfen, die Zusage einer Lohn-, erhöhung erzwungen.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Beerfelden, 30. Juli. Ein großer Pferde-, Fohlen- und Zuchtvieh markt, der erste in seiner Art, wurde gestern hier abgehalten. Die zugetriebenen Tiere boten in Bezug auf Zahl und Schönheit Nennenswertes. Sehr zahlreich erfolgten Prämiierungen von Pferden, Rind­vieh, Schweinen und auch Ziegen; annähernd 1000 Mark gelangten insgesamt zur Verteilung. Dieser Markt soll künftig in ähnlicher Weise jährlich einmal stattfinden. Ferner besteht hier die Ansicht, um die Krämermärkte zu heben, diese jedesmal mit einem Viehmarkt zu verbinden.

Kassel, 31. Juli. Heute fand in dem Konkurse über das Vermögen des Aufsichtsrats de^Trebertrocknungsgesell- schaft, die Gläubigerversammlung statt. Nach dem Bericht des Konkursverwalters, Rechtsanwalts Weis, ist die Sach­lage noch nicht geklärt. Angemeldet ist seitens der Treber - trocknungsgesellschaft eine Forderung von 50 Millionen Mk. Der Gläubigerausschuß und der Konkursverwalter wurden bestätigt.

Zum Konkurs der Kasseler Trebertrocknungsgesell- schaft. Ter Aktienbesitz des Vorstandes der Aktien-Gesell- schast für Trebertrocknung ist folgender: Direktor Schmidt 134, die Aufsichtsräte Hermann Sumpf-Kassel 278, Arnold Sumpf-Greifswald 278, Schulze-Dellwig-Sölde 133, Otto- Dortmund 139, Richard Schlegel-Cuxhaven 44 Stück', zu­sammen 1000 Stück gleich nominal 1 Million Mark.

Nürnberg, 31. Juli. Wie demFränk. Kur." aus unterrichteten Kreisen mitgeteilt wird, werden T-arlegungen, welche von der Direktion und dem Auffichtsrat der Schuckert-Gesellschaft zur Aufklärung ihrer Aktionäre ver­öffentlicht werden, in der allernächsten Zeit ausgegeben werden.

Insolvenz. Tie Holzdestillatwnsges. Kaßza, ein Tochterunternehmen der Kasseler Trebergesellschaft, Hai den Konkurs angemeldet. Die Gesellschaft umfaßt drei Anlagen, nämlich in Putna und Moldawitza (Bukowina) und Jllava (Trencsiner Komitat). Die Gesellschaft machte, wie sich unsere Leser erinnern werden, anfangs dieses Jahres viel von sich reden, und zwar im Zusammenhang mit einem Prozeß wegen eines .Holzlieferungsvertrages mit dem Baron Popper in Budapest. Das Gesamtvermögen der Ge­sellschaft Kaßza ging laut Beschluß der letzten Generalver­sammlung der Trebergesellschaft für 714 000 Mk. neue Treberaktien an das Kasseler Unternehmen über.

Srieskasten der Redaktion.

An die Etammlischbrüder vomWiener Hof*. Vor Jahresfrist und länget* stritt man fich, ob daS 20. Jahrhundert mit dem Jahre 1900 oder mit dem Jahre 1901 beginne. Die da meinten, e» beginne mit 1900, die rechneten ein ganze» Jahr Noll. Nun gut, so rechnen wir der Abwechselung halber auch einmal nur einen Monat Null, nämlich den Januar. Folglich war der letzte Monat diese» Jahre» der Februar, der heutige Tag also der erste Tag be» siebenten Monat», also der 1. Juli. Wenn Sie ander» rechnen, dann können wir Ihnen nur versichern, daß wir für gewöhnlich da» auch thun.

Neueste Meldungen.

Berlin, 1. Aug. Jrn Neuen königlichen Opernhause ereignete sich bei der Vorstellung des dort gastierende» Tsianon-Theaters ein Unfall. Die Primadonna Toreno brach ohnmächtig zusammen während des Duetts des Marquis und der Marquise mitten im Gesänge. Die Sängerin er­holte sich bald wieder.

London, 31. Juli. Der ..Time»- wird auS Buenos- Aires von gestern gemeldet: Der Wert der Einfuhr im ersten Halbjahr 1901 zeigt eine Zunahme von 18 000, der Wert der Ausfuhr eine Zunahme von 730 000 Pfund gegen­über dem ersten Halbjahr 1900.

Pittsbnrg, 31. Juli. Die heutige Versammlung deS Ausschußes der Amalgamiertenstahl - Arbeiter vertagte sich nachmittags um 6 Uhr auf morgen. Soweit bekannt ge­worden, ist die Lage unverändert.

Cadix, 31. Juli. An dem Bankett, daS der Prinz Heinrich den Behörden von Cadix veranstaltete, nahmen der Militärgouvernenr von Cadix, der Präfekt, der Hafen- tommanbant und der Bürgermeister teil. Der Generalkapttän konnte Unwohlseins halber nicht erscheinen. Prinz Heinrich brachte einen Trinkspruch auf die Vertreter der Behörde» aus, welche für die ihnen erwiesene Aufmerksamkeit dankten. Nach dem Bankett wohnten die Eiugeladenen einigen SchiffS- manövern bei.

Ney-York, 31. Juli. (Reuter.) Der Generalkonsul vo» Venezuela erklärt, er habe gestern von dem venezuelanischen Minister des Aeußern ein Telegramm erhalten, welches be­sage, alle» ginge gut, daS Land sei ruhig.

Gerichtsfaal.

Wetzlar, 31. Juli. Die Strafkammer beschäftigte sich heute mit einer Anklage wegen Diebstahls gegen den dreißig jährigen Schneider Georg Laibacher von Kotzenaurach

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