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2.4.1901 Erstes Blatt
 
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Der verstorbene Oberst Baron Scholley, der wie berichtet in Kaschau während einer Hebung vom Herzschlag getroffen wurde, war ein Stiefenkel des Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. von Hessen. Der Vater des Verstorbenen, der in Wien domizilierende FML. a. D. Otto Frhr. v. Scholley, ist ein Sohn au- der ersten Ehe der Frau Gertrude Lehmann, welche in zweiter Ehe mit dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. vermählt war. Der Kurfürst hatte 1837 seinen Stiefsöhnen aus der ersten Ehe seiner Gemahlin den Adel mit dem Namenb. Scholley- verliehen. Oberst Alex. Frhr. v. Scholley wurde in der -echnischen Militär-Akademie erzogen; er trat als Leutnant in die Artillerie und galt als einer der tüchtigsten und be­gabtesten Offiziere dieser Waffe. Er stand durch viele Jahre in der Wiener Garnison und war auch als Reitlehrer im Zentral-Reitlehrer Institut in Verwendung. Auch in weiteren Gesellschaftskreisen erfreute er fich seines liebenswürdigen Wesen« wegen großer Wertschätzung.

* Neustadt a. d. H., 31. März. Der Direktor der Aktiengesellschaft für Mühlcn-Betrieb, Jakob Gerson, ist, nachdem er fich Unterschlagungen und Wechselfälschungen har zu Schulden kommen laffen, nach Amerika entflohen. Bisher wurde ein Fehlbetrag von 106000 Mk. festgestellt.

Rom, 31. März. Vormittags wurden, von den Be obachtungsstationen, Rom, Casamicciola, Padua, Calamia und Florenz Erderschütterungen gemeldet, deren Mittel Punkt man bisher nicht feststellen konnte. Auch aus Bene vent wird ein leichtes Erdbeben gemeldet.

Kunst und Wissenschaft.

Aus Frankfurt a. M. schreibt man uns: Der Kunstsalon Hermes eröffnete seine neuen Geschäftsräume Goethestraße 37, beim

Opernplatz mit einer Elite-Ausstellung erster Meister und Sonderkollektionen von Rudolf Gudden, Frankfurt a. M. und Paul Mathieu, orüssel. Adolf Schreiner ist mit zwei seiner besten Werke, Franz o Tlt 4 Portraitv, Oswald und Andreas Achenbach mit

r*1, / ^oma mit 6 bedeutenden Gemälden vertreten,

^opiner, Karl Jutz, Konrad Kiesel, Franz Courtens, Lichtor GUsoul, er-Reutlmgen, F. A. v. Kaulbach, Gabriel v. Max sandten mue Werke. Von Frankfurter Künstlern sind zu nennen Max Schüler, W. Trübner, Otto Scholterer, Ottilie Röderstein und Fritz Wucherer.

Arbeiterbewegung.

Morrtceau les Mines, ZI.März. Die nichtauSständigen Berg­arbeiter fuhren heute ohne Zwischenfall ein. Die Ausständigen ließen die Arbeiter vorbeiziehen ohne eine Kundgebung zu veranstalten.

Marseille, 31. März. Auf den Quais herrscht vollständige Ruhe, nur 700 Arbeiter arbeiten in den verschiedenen Werften, letztere stellen nur die für dringende Arbeiten notwendigen Leute ein.

Gerichtssaal.

Berlin, 31. März. Der Portier Zumkeller wurde wegen Er« preffungen, die er an dem verstorbenen Polizeidirektor v Meerscheidt- Hülleffen kurz vor dessen Tode verübte, zu 2 Jahren Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust verurteilt.

Breme«, 30. März. Der zum Tode verurteilt gewesene, aus Pilsen stammende Tischler Bartholomäus Kost wurde heute nach fünftägiger Rev.sionsverhandlung vom hiesigen Schwurgericht frei- gesprochen. Die Kosten wurden der Staatskasse au'erlegt.

Lpielplsv der verewigten Frankfurter Stn-tttzeatrr.

Opernhaus.

Dienstag, 2. April.*)Norma". Mittwoch, 3. April. Geschlossen. Donnerstag, 4. April.Amelia" oderDer Maskenball". Freitag, b. April. Geschloffen. Samstag, 6. April.Das Nacht­lager in Granada." Hierauf: Tanzbilder. Sonntag, 7. April, nachmittags 3<,, Uhr:Die Geisha". Abends 7 Uhr: Neu ein; studiert:Teil' (Oper). Montag 8 April, nachmittags 3»/« Uhr: Der Postillon von Lonjumeau." Abends 7 Uhr: Reu in-

' Geh. Vergrat Otto en am Samitagmotgen trgrat an der Saline !üon. Seit 1. April Ruhestand, nachdem ihn managenden Verdienste Stadt im Jahre 1899 rsige Schulstelle, zu lrde dem LehrerLer/el Beiträgen.

Projett btt Wasser« j unb Domäne Konrads« stvand vorläufig zvckck- )er Gemarkung Wippen« rückgängig geworden, lndfihung der Quellen'

'reilag ein Kautions- verhaftet er ein fogtn. chemisch- iedenen Zeitungen In- in wolle. GS hatten oW Wl totv VON 5000 M. Mv. Polizei Kenntnis von n wurde nachgeforscht, ein Vogel sein könne, es mit einem geriebenen -er dieserhalb erst vor >üßt halte. Die 8er-

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Bekanntmachung.

Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß der städtische Friedhof in der Zeit von jetzt bis 15. Mai 1901 □on morgens 6 bis abends 8 Uhr geöffnet bleibt und daß die auf dem Friedhof Verweilenden eine Viertelstunde vor Schluß derselben auf diesen durch ein Glockenzeichen auf­merksam gemacht werden.

Gießen, den 28. März 1901. 2460

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum.

Bekanntmachung.

Als Stadtkaffediener wird eine zuverlässige, ortskundige, rüstige Person gesucht, welche im Rechnen und Schreiben ge­übt ist. Mit der Stelle, welche zunächst probeweise auf die Dauer eines Jahres besetzt werden soll, ist ein Jahresgehalt von 1800 Mk- verbunden. Es wird aber beabsichtigt, nach Ablauf des Probejahres die Stelle de» Kaffendieners in die IX. Klosse der Besoldungsüberstcht der Gemeindebeamten der Stadt Gießen mit einem Mindestgehalt von 1320 Mk., steigend mit 16 jährlichen Zulagen von 80 Mk. bis zum Höchstbetrage von 1800 Mk., aufzunehmen, so daß später mit der Stelle Anspruch auf Pension, Witwen- und Waisengeld verbunden ist

Geeignete Bewerber wollen ihre Meldungen, denen Zeug­nisse über ihre Befähigung, die seitherige Beschäftigung, Führung und Gesundheit beizulegen sind, spätestens bis zum 10. April !. I. bei uns einreichen.

Gießen, am 30. März 1901. 2478

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

I. V.: Wolff.

Holzversteigerung

in den Waldungen der Gemeinde Wieseck.

Mittwoch den 3. April d. I., vormittags 9 Uhr beginnend, soll in obengenannten Waldungen, aus den Distrikten Hegwald, Rehecke, Blockswald und Dürrloch nach- ocrsteigert werden:

a) Bau- und Nutzholz:

117 Eichenstämme mit 23,98 km (ist Wagnerholz und lagert im Distrikt Hegwald),

2 Buch°nstämme mit 1,91 km,

37 Nadelstämme mit 8,17 km, 469 Nadel-Derbstangen mit

21,04 km (zu Sparren und Leitstangen verwendbar),

34 Nadei-Reisstangen mit 0,48 km.

b) Brennholz:

87 rm Buchen-Scheitholz

69 Eichen-Scheitholz

122 BucheN'Knüppelholz

174 Eichen Knüppelholz (darunter 48 rm 2,5 m lang, zu Gartenpfosten brauchbar)

4 rm Nadel-Knüppelholz

3150 Wellen Buchen Reisig

1980 n Eichen-Reisig

1110 Nadel-Reisig

17 rm Buchen-Stockholz

11 Eichen-Stockholz

2 Nadel-Stockholz

Die Zusammenkunft ist am Dreiser Weg am Hegwald. Wies eck, am 29. März 1901.

Großherzogltche Bürgermeisterei Wieseck.

Sommerlad.

2463

Waren 'Versteigerung.

Mittwoch den 3. April, nachmittags von 2 Ahr an, versteigere ich dahier im Mekerschen Saale, Zleustadt 55, einte größere Anzahl Regen und Tonnen schirme, Lpazicrftöcke, Albums, goldene u. silberne Brroschen, Mauschetteuknöpfe, Vorsteckuadelu, Uhr- ke tteu, Armbänder, Ohrringe, Meerschaumpfeifen vud Cigarrenspitzeu, lauge und kurze Tabakpfeifen, Bierkrüge und «Gläser, Zinnbecher, Nippsachen, C igarrenetuiS, Portemonnaies und vieles Andere, gegen Barzahlung. Die Versteigerung findet bestimmt statt.

Gießen, den 30. März 1901.

24475 Seipel, Gerichtsvollzieher.

Hohversteigerung im Ruttershauseuer Ge meiudewald.

Mittwoch, den 3. April d. A., vormittags von 9 Ahr anfangend, kommen in den Distrikten Mausberg u. Wehr- holz zur Versteigerung:

38 rm Eichen-Schett,

54 Buchen- und Eichen- Knüppel,

79 Nadei-Knüppel, 2800 Wellen Buchen-, Eichen- und Nadel-Reiser,

41 rm Buchen-, Eichen- und Nadel-Stöcke,

41 Eichen-Stämme, 28,11 Festm. haltend,

72 Nadel-Stämme, 15,21 Festm. haltend,

2 Birken-Stämme, 0,81 Festm. haltend,

10 Eichen Derbstangen 0,71 Festm. haltend,

522 Nadel-Derbstangen 33,36 Festm. haltend,

100 Nadel-Reisstangen 0,54 Fessm. haltend.

Das Stamm- und Stangen­holz kommt zuerst zur Ver­steigerung und wird in drm Distrikt Mausberg der Anfang gemacht.

Ruttershausen, 28.Märzl 901 Grobherzogliche Bürgermeisterei

Ruttershausen.

2448 Klinket.

Weißweine

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Fl ohne Glas .50 Mk.

,70 ,

-90

1,20

1,40

1,50 2,

pr. Obtrmosrler Laubenheimer Zelttnger Lorcher Deidesheimer JosefShöfer Enkircher

Dienstag brn 2. April 1.1., nachmittags 2 Uhr, werden im Saale des Lenz'schen FelsenkellerS drei zur Thiele'ichen Konkursmasse gehörige, gut er­haltene Fahrräder, nämlich ein Herren-, ein Damen« und ein Mädchen-Rad, versteigert. Der« steigernng ganz bestimmt.

2407 Geißler, Gerichtsvollzieher.

Rotweine.

KönigSbacher p.Fl. o. Gl.0,7üMk.

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liniert und einstubiert:Der B e tt e lfiu d e n t.^ DienStag, 9. Kprifr ' bcä Nibelungen." Borabend:Das Rhein«

«o I d. Froh : Herr Kamm-isänger Alois Burgstaller alS Gast. Mittwoch, 10. AprU, abends 6«/» Uhr:Der Ning deS Nibe- tu n g en Erster Tag:D t e W a l k ü r e. Siegmund: Herr Kammer- langer Alo,S Burgstaller als Gast.

gv ... _ M LchausptetvauS.

n g, DrenStag, 2. April.Minna von Barn Helm". Mittwoch, 6. »pru. Zum erstenmale-.Die rote Sobe* (La robo rouge). -E010,n 4 artcn von Bun ex. Donnerstag, 4. April, 1,8 Uhr. 5la$Smann als ©tjieljec" FreNag, b. Apnl. Geschlossen. Samstag, 6. AprrlDie rote Robe' (La rohe ronge). Sonntag, L Aprll, Uhr:Rosenmontag-. 7 Uhr:Die rote Robe*.

2Iprd, 3f/9 Uhr.FlachSmann a l s Erzieher".

Die Ehre.^

*) Wenn nicht anders bemerkt, Anfang 7 Uhr.

Schiflsuachrichte«

Norddeutscher Lloyd,

in Sießm vertreten durch bin »gaum Earl LooS.

Bremen, 27. MS-z. (Per tranSatlanttschm Telegraph.) Der Doppelschrauben - SchnellpostdampferKaiser Wilhelm der Große^, Kapitän H. Engelbart, vom Norddeutschen Aoyd in Bremen, ist gcstern 4 Uhr nachmittag« wohlbehaltm in Newyork angekommen.

Bremen, 28 Mär,. sPer transatlantischen Telegraph.) D«r Doppelschraubm-PostdampserGroßer Kurfürst", Kapitän W. Retm- kastkn, vom Norddeutschen Lloyd in Bremm, ist gestern 10 Uhr vor- tttagS wohlbehalten in Newyork angekommen.

Der PostdampferFrieSland" derRed Star ßtne* in 8tat« werpen ist laut Telegramm am 26. März wohlbehalten in Newyork «na-kirmn-n

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Astftuf eines Verschkrungsslheillks.

Der von der Lebensversicherungsbank f. D. zu Gotha auf daS Leben deS am 10. April 1899 in Gießen verstorbenen Fabrikanten Fttebrich Georg Karl Emil Habepicht ausgestellte Versicherungs­schein Nr. 100318 vom 2. Mai 1863 über 600 Thaler ist abhanden gekommen. Der unbekannte Inhaber dieses Scheines, sowie Jeder, welcher Ansprüche an der Versicherung hat, wird aufgefordert, sich spätestens den 10. April 1901 bei der Bankverwaltung in Gotha zu melden, da später geltend gemachte Ansprüche nicht berücksichtigt werden * en. 2226

Gießen, den 20. März 1901.

Kaupt-Agerüur der LeveusverstcherungsöanL f. Z». zu Holya. H. Hochreuther.

Heinrich Hochreuther

Gießen, Südanlage 5

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Bankfonds , 258

Dividende im Jahre 1901: 29 biS 128 Prozent der JahreS-Normal- Prämie je nach dem Alter der Versicherung.

Vertreter: Heinrich Hochreuther

11 Südanlage 5.

Darmstädter Pädagogium.

Darmstadt, Nieder-R^mstädterstraße 28.

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Alles Nähere durch die Prospekte. 2134

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