diejenigen sich erheben sollten, die unter allen Umständen f ü r eine Zustimmungserklärung an Mommsen wären, und ebenso diejenigen, die unter allen Umständen gegen eine solche wären. Beides geschah. Tie Mehrzahl der Erschienenen erhob sich aber bei beiden Fragen nicht, da die Herren offenbar sich chr Urteil Vorbehalten wollten, in welcher Weise sie sich zu verhalten hätten, je nachdem, was beantragt werden würde. Ta indessen trotz wiederholter Aufforderung niemand einen Antrag stellte, so wurde die Versammlung nach einer Stunde wieder geschlossen. — Tie Universität F^r e i b u r g gedenkt dem Königsberger Beispiel zu folgen, aus Straßburg dagegen wird gemeldet: Eine Zustimmungserklärung an Prof. Mommsen in Berliii, wie sie bereits die bayerischen Hochschulen und andere erlassen haben, zirkuliert jetzt auch unter den hiesigen Unioersitätsprofessoren und sindet zahlreiche Unterschriften. — Tie reichsländische Regierung scheint auf der von ihr beschrittenen Bahn weilevgehen au wollen,^da sic, wie die „Straßb. Ztg." versichert, den Pros. M ü l l e r am Straßburger Priesterseminar zum kacholischen Philojophieprofessor an der Uni- <ierfität ernennen ,vill.
— Hydrologische Versuchsanstalt. Im Etat der Verwaltung der Kaiserlichen Marine für 1902 wird berichtet: Für den Bau einer hydrologischen Versuchsanstalt im Anschluß an die technische Hochschule in Eharlottcnburg ist durch den preuß. Stvatshaushalts-Etat für 1901 die erste Rate bewilligt worden.
— Stern Vernehmen nach soll die preußische Regierung nicht beabsichtigen, in den diesjährigen Etat einen Posten für die ins Leben au rufende juristrs che Fakultät an der Akademie Munster einzustellen.
Kandel und UerKehr. Volkswirtschaft.
— Kasseler Treberttocknuugs-Gesellschaft. Zu der letzten Gläubigerversammlung im Konkurs Adolf Schmidt, früheren Generaldirektors der Gesellschaft, waren von den Gläubigern nur wenige erschienen, darunter der Konkursverwaller der Aktien- gesellschaft für Trebertrocknung, Justizrat Frieß, der im ganzen im Namen der Gesellschaft eine Forderung von 94 000000 Mk. angemeldet hat. Der Konkursverwalter, Rechtanwalt Dr. Arnthal, welcher den gegenroärtigeu Stand der Sache kurz erläuterte, genehmigte und bestritt eine Anzahl der neuerdings angemeldeten Forderungen, deren Gesamtsumme sich auf über 127000000 Mk. beläuft. Zu den bestrittenen Forderungen gehört auch die oben erwähnte der Aktiengesellschaft für Trevertrocknung, doch hofft der Konkursverwalter, es werde sich bei gegenseitig vorhandener Neigung wohl schließlich eine Einigung erzielen lassen. — Ebenso traurig liegen die Dinge bei dem früheren Aufsichtsratsmitglied Hermann Lumps. In der Gläubigerversammlung Konkurs Hermann Sumpf, Aussichtsratsmitglied der TrebergHellschast, teilte der Konkursverwalter mit, daß auf eine Dividende vorläufig keine Aussicht sei. An Stelle des Justizrats Barth wurde Rechtsanwalt Freylag-Leipzig und als deffen Stellvertreter Rechtsanwalt Martin l.-Kassel in den Gläubigerausschuß gewählt.
— Fabrik feuerfester und säurefester Produkte, Akt.-Ges., Vallendar. Die Offerte der Aktiengesellschaft für Glasindustrie, norm. Friedr. Siemens an den Konkursverwalter der Vallendarer Gesellschaft ist nunmehr, vorbehalllich der Genehmigung der Generalversammlung der Siemens-Gesellschaft, abgegeben worden. Der Kaufpreis rechnet sich, wie bereits früher mitgeteilt wurde, auf 63ö0000 Mk. aus.
Gerichlssaal.
Frankfurt a. M., 28. Nov. Kriegsgericht. Recht merfroürbige Dinge erzählte der Reservist Johann Hohler von seinen Erlebnissen als Bursche beim Leutnant v. Waldhausen des 13. Husaren-Regiments. Er ist wegen übler Nachrede und falscher Anschuldigung unter Anklage gestellt, weil er behauptet hat, der Leutnant haue ihn geschlagen. Der ehemalige Husar aber erzählt, der Leutnant habe ihm bei Verfehlungen die Wahl gelassen, ob er ihn melden oder selbst abstrafen solle. Als er sich einmal weigerte, habe der Leutnant gesagt: ,Da§ ist doch nicht schlimm. Tsir kriegst ein Paar herübergehauen und dann sind wir wieder die besten Freunde." Er habe sich über das Bett legen müssen, sei mit dem Spazierstock auf das Sitzfleisch geschlagen worden, und anderen Tages habe ihn sein Herr gefragt, ob es noch weh thue. Sonst scheint der Bursche ganz kameradschaftlich behandelt worden au fein. Bei einer Fahrt nach Kissingen, wo beide bürgerliche Kleidung trugen, durfte er sich nach seiner Erzählung zum Leutnant im Wirtshaus an den Tisch setzen Mid mit ihm Champagner trinken. Weil ihm aber der Sekt zu Kopf stieg und er beim Weg- gefjen die Halfter vergaß, wurde er wieder .herübergelegt". Die Falle reichen bis ins Jahr 1899 zurück. Zeugen haben sie naturgemäß nicht gehabt. Ein früherer Pferdebursche, der auch einmal geschlagen worden sein soll, ist nicht mehr aufzufinden. Aber einmal will der Husar in der Kaserne zu Mainz mit einer Putzfrau namens Wolf darüber gesprochen haben. Da nun der Leutnant die Angaben feines ehemaligen Burschen als unwahr bezeichnet, und der Bdrtreter der Anklage der Ansicht ist, daß man in einem solchen Falle alles thun müsse, um die Wahrheit an den Tag zu bringen, jo beantragt er, die Sache zu vertagen und die Wolf als Zeugin HU vernehmen, was bann auch beschlossen wird. Ter Husar gat übrigens, wie er wiederholt betont, keine Anzeige gegen den Offizier erstattet, sondern nur den Rittmeister gebeten, chn von dem Kommando als Bursche zu entbinden, weil er bereits im 4. Jahre diente, aber es als Bursche nur bis zum überzähligen Gefreiten gebracht hatte und die Löhnung der Gemeinen erhielt. Dabei habe er dann gesagt, er könne es bei dem Leutnant nicht länger ausyalten. Daß die Lache weiter gehen würde, habe er nicht gedacht. Es wurde aber daraufhin ein Verfahren gegen den Leutnant wegen Mißhandlung eines Untergebenen eingeleitet, das mit Einstellung endete.
Berlin, 19. Nov. Die Dritte Strafkammer des Landgerichts verurteilte heute den Reisenden Adolf Kühne, der als Kapi-tän „Wilson" im Sternberg-Prozeß, eine große Rolle spielte, wegen Verleitung zum Meineide zu 2 einhalb Jähren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust.
M a n n h ei m, 28. 9ioö- Die Strafkammer verurteilte den 67 Jahre alten früheren Garnison verwalten von Zweibrücken, Anton Meßner aus Germersheim, wegen zahlreicher Sittlichkeits-Vergehen im Sinne des § 176 ZM 3 R.-St.-G.-B. zu vier Jahren Gefängnis und fünfjährigem Ehrenverlust. Der Staatsanwalt hatte acht Jahre Zuchthaus beantragt, doch hatte das Gericht trotz vier Vorstrafen mildernde Umstände angenommen.
Tabak.
Im Laufe der Berichtswoche wurden die Orte Friedrichsfeld ganz, zu 20—21 Mk., Eppelheim zu 22—23 Mk. ausverkauft. In Eeaenheim wurden ca. 3000 Zentner in der Preislage von Mk. 22 bis 25 verkauft, und ist der Einkauf in den Gundiorten mit Ausnahme von Seckenheim beendet. In der Pfalz sind nur noch die Orte Bellheim und Herxheim zu verkaufen. Durch die hohen Forderungen der Pflanzer konnte sich an beiden Platzen während der Berichtswoche ein Geschäft nicht entwickeln. Mit dem Einwiegen der Tabake in den Gundiotten und der Bergstraße wurde diese Woche begonnen. Die Qualität der Tabake ist eine sehr gute, dagegen fallen dieselben in Beschaffenheit schlecht aus. Man hat auf vielen faulen Tabak gerechnet, es findet fich jedoch viel verbrannte Ware vor. In der Hardt wurden einige hundert Centn er Sandblätter zu Mk. 36—38 per Januar von Spekulanten an Händler verkauft. In alten Tabaken ist es ruhig, und fanden nennenswerte Umsätze nicht statt. In losen Pfälzer Rippen ge- 'schäftslos, lose feine 8,50—9 Mk., gebündelte feine 10,50 Mk. bis 11,50 Mk.
Viehmartt.
Während der Berichtswoche war das Geschäft an allen ein- schlämc[en Märkten etwas lebhafter, und wurde tm Allgemeinen ziemlich viel verkauft. Natürlich waren es immer prima Qualitäten, die verhältnismäßig rascher abgesetzt wurden, während auch mittlere Qualitäten immer noch sehr gute Beachtung sanden. Die Pretse bewegten sich auf dem Nweau der Vorwoche, Schweine Üiefcen an einigen Plätzen eine Kleinigkeit ür Preise nach.
Getreide.
Während der ganzen Woche blieb die Stimmung anhaltend recht fest ; auch die Bedarfsfrage ist lebhafter geworden. Tie Forderungen von Amerika und ötußland sind reilweise etwas höher. Roggen fest und höher. Gerste unverändert. Hafer sehr fest und etwas höher. Mais neuerdings gestiegen. Tie heutigen No- tirungen sind: Redwinter 2 Mk. 130.00—131.50. Kansas 2 Mk. 131—131.50. Südruss. Wezen Mk. 124-132. Rufs. Roggen Alk. 102—104. Russische Futtergerste Alk. 96—97. Russ. Hafer Mk. 127—140. Mixed Mais Alk. 120. Laplata Mais rye terms Alk. 113. cif Rotterdain.
Märkte.
Gießen, 30. November. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfund 1,20—1,30 Mk., Hühnereier pr. Stück 8—9 Pf., 2 Stück 00.00 Pf., Käse pr. Stück 5—8 Pf., Kasematte 2 Stück 0—0 Psg., Erbsen pr. Liter 20 Pfg., Linsen per Liter 30 Pfa., Tauben pr. Paar 0,70—0,90 Mk., Hühner pr. Ltück 1,00—1,20 Mk., Hahnen pr. Stück 0,70—1,00 Mk., Enten pr. Stück 1,20—2,50 Mk., Gänse pr. Pfd. 52—62 Psg., Ochsenfleisch pr. Pfund 66—76 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60-64 Pfg., Schweme- fleisch pr. Pfund 64—80 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 84 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 60—66 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 3,20—3,50 Alk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 4,00—5,00 Alk., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 9—13 Psg., in Körben 12—15 Psg. Trauben 35—50 Pfg., Tomaten per Pfd. 18—20 Pfg.
Tauer der Marktzeit von morgens 8 Uhr bis nachmittags 2 Uhr, während der erften drei Stunden der Marktzeit darf nicht im Umherziehen feilgeboten roerben.
Krieskasten der Redaktion.
(Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.)
B. Die Entscheidung ist nicht ohne Wetteres zu treffen, es kommt auf den Fettgehalt, den Wasserreichtum und vieles andere an. Zweitens muß man erst wissen, ob lediglich der Eiweißgehalt in Frage kommen soll (45,10% bei einem halbfetten Ochsen, bei einem fetten Schwein 37,0%.) Im allgemeinen dürften die besten Muskelstücke des Rindes wohl an die Spitze zu setzen (ein, aber Pferdefleisch kann ihm gleich kommen. — Um für den Nahrungswert einen Anhalt zu geben, mögen folgende Zahlen dienen, Die die prozentische Zusammensetzung verschiedener Fleischsorten angeben. Wasser Stickstoffhlt. Fett Asche
Substanzen
Ochse 72,25% 20,41%
Pferd 74,27 21,71
Schwein (fett) 48,71 15,98
„ (mager) 69,60 20,97
5,19%
2,55
34,62
8,29
147%
1,01
0,69
1,14
Neueste Meldungen.
Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers.
Kassel, 30. 9h)U. Zu dem Konkurs des früheren Direktors der Trebertrocknuogsgesellschast Schmidt ftnb im Ganzen Forderungen von mehr als 127 Millionen augemeldet worden.
Forst i. L., 30. Nov. Zu dem Fall von religiösem Wahnsinn in Dalten werden noch folgende Einzelheiten de- kauut, die den Thatbestaud noch grauenhafter erscheinen laffeu: Die verstorbene Bäuerin ist im wahren Sinne des Wortes das Opfer der dem Wahnsinn verfallenen Familie geworden. Sie wurde, wie ihr eigener Sohu sagte, zur „Entwöhnung" ihrer Angehörigen von diesen getötet. Gestern hat auf Verau- laffung des Kreisarztes die Ueberführung sämtlicher BeteUigteu in die Irrenanstalt Sorau stattgefunden. Sämtliche Perfoueu wurden gefeffelt von 6 Manu eskortiert
Ratibor, 30. Nov. Das Schwurgericht verurteilte deu Arbeiter Kutka, der f. Z eine 19jährige taubstumme Schneiderin vergewaltigte und ermordete, zu lebenslänglichem Zuchthaus.
Wien, 30. Nov. Die Adreffe der Wiener Prof ef so reu au Mommsen hat folgenden Wortlaut: Die unterzeichneten Profefforen der Wiener Universität, die Sie als Leuchte und Stühe der vorurteilslosen Forschung feiern, fühlen fich gedrängt, für Ihre freimütigen und überzeugenden Ausführungen über die Unvereinbarkeit der reinen, unbefangenen Wiffenfchaft mit konfeffiouellen Schranken zu danken und Sie ihrer vollen Zustimmung zu versichern.
London, 30. Nov- Die „Times" enthält unter Pretoria, 28. Nov. eine Beschreibung der Verteilung der englischen Truppen, die eine große Zahl von Buren in Schach halten sollen, die mit Louis Botha östlich der Blockhausliuie von Wilgeriver nach Greiliugsstadt in Fühlung stehen. 12 Abteil- ungen operierten zwischen der Delagoabai und der Nataleiseu- bahn. Das westliche Transvaal durchstreifen AbteUungen unter Brathuen und den Obersten ttekewich und Hickic fortgesetzt das Land und operieren in Verbindung mit an der Südlinie stehenden Abteilungen und Polizeiposten längs der Magaliesberge und der Konzentrationslager und den südlich von der Linie stehenden Abteilungen, was zur Folge hatte, daß die Buren in die Nach- barschaft von Groß-Senekal zurückkehlten. Der Osten des Oraujestaates ist der Schauplatz von Elliots Operationen, der in neun AbteUungen Flüchtige verfolgt. Erhebliche Fortschritte find gemacht worden. Allein die Verlegung des Landes durch Blockhäuser muß noch vollständiger durchgesührt werden, um die englischen Abteilungen in Stand zu setzen, größere Erfolge zu erzielen. Das wird eine arbeitsreiche Aufgabe sein. Inzwischen find noch mehr Truppen nötig, nicht um einen unmittelbar bevorstehenden Schlag zu führen, fondern zur schleunigen Be- seitigung des Widerstandes der Buren.
Herrn Bürgermeister Leun in Grotzeuliudeu. Wir nehmen gern Kenntnis von Ihrer Mitteilung, daß Sie „nod) n i e Mitglied Der Antisemiten" gewesen sind, sondern in der 2. Kammer zur freien Vereinigung gehören, der auch der christl.-soz. Abg. Weidner, der natt-lib. Schönberger, der parteilose Brauer und das Mitglied des Bundes der Landw. Abg. Korell als Dlitglieder beitraten. Auch stellen wir gern einen kleinen Lapsus unseres Kammerkorrespondeitten richtig, der ihm mit Ihrer Bemerkung bezüglich der Haltestelle Gießen Nord passiert ist. Ein Beschluß der Stadtvertretung Gießens bewilligte die Kosten der Haltestelle und, wie sich's von selbst versteht, nicht deren (Erbauung.
Kö ln, 30. Nov. Zu dem Eisenbahnunglück wird noch gemeldet, daß die Zahl der Toten heute fün und die der schwer Verletzten 13 beträgt und daß außerdem 13 Personen leichtere Verletzungen erlitten haben. Seit gestern abend 8 Uhr sind die Gelerse wieder frei.
Hamburg, 30. Nov. Im Bismarck'schen Schloß Friedrichsruh brach in der Nacht zum Freitag Feuer aus, das erst nach .sechsstündiger Thätigkeit der Feuerwehr gelöscht werden konnte, und großen Schaden anrrchtete. Die Ursache des Brandes ist noch nicht ermittelt.
London, 29. Nov. Ueber den Unfall, welcher dem Herzog von Teck zugeftoßen ist, melden die Blätter folgende Einzelheiten: Ter Herzog befand sich auf der Fuchsjagd, als sein Pferd an einem Stacheldraht hängen blieb, und zu Fall kam. Der Herzog fiel auf den Kopf und
wurde halbvewutztios tn etn oenaayDanes wracrunffic® gebracht, wo ihm ärztliche Hilfe zu teil wurde. Als den Herzog sich etwas erholt hatte, wurde er nach Grosveiwr^j der Wohnung der Herzogin, verbracht. Der Herzog hat eine Gehirnerschütterung und eine ernste Contusion der Hüfte erlitten. Tie Aerzte hoffen, daß er sich in roeitigen Tagen erholen wird.
Lv n d 0 n , 30. 9^)v. Die Tochter des amerikanische» Millionärs B u r ck fiel auf der Jagd in Irland vom Pferde und war sofort eine Leiche.
London, 30. 9ioo. Die Militärverwaltung beabsichtigt eine neue Erfindung von Maschinen-Ka-^ nonen zur Einführung zu bringen. Dieselben schleudern ihre Projektile bis auf 6000 Mk. Entfernung ebenso rusch wie die bisherigen Maschinengewehre.
L 0 n d 0 n , 30. Nov. Ter Rede des Ministers Ritschre und der gleichzeitig bekannt gewordenen Ernennung Dewets zum General Inspekteur der Burenstreitkräst« wird in hiesigen informierten Kreisen große Bedeutung beigelegt. Man glaubt an bevorstehende Friedensver^ Handlungen.
Dijon, 30. Nov- Der Direktor der Banque a Bour* gogue, Moirot, ist verhaftet worden. Das Defizit der Bank beträgt 5 Mill. Francs- Moirot soll eine Million veruntreut, und im Börsenspiel verloren haben.
Monte Carlo, 30. Nov. Ein angeblich aus Deutsch land zugereister, elegant gekleideter Herr int Aller von 40 Jahren hat sich wegen großer Spielverluste erschosjen.
Madrid, 30. Nov- Im gestrigen Ministerrat erklärte Sllvela, wenn die C a t a l a n i ft e n die Hoheit der Kammer anerkennen würden, sei nichts zu befürchten, aber sonst müßte gegen dieselben wegen Attentats gegen die Unteil«», barleit des Staates vorgegangen werden. Es sei uw- möglich, daß die Catalanisten solche Fortschritte gemacht' haben, wie erzählt wird. Wäre dies der Fall, so müßten energische Schritte unternommen werden. Barcelona sich vom Staate nicht trennen, ohne Selbstmord zu begehen.
Wien, 30. Nov. Wie die „Neue Freie Presst erfährt, sollen gelegentlich des Besuches des Erzherzogs! Franz Ferdinand beim deutschen Kaiser Der-, einbarungen über Maßnahmen gegen das, Duell in den Ofsizierkorps getroffen worden fein. Die Bestimmungen über Ehrenrat und Ehrengericht sollen ta beiden Armeen konform gestaltet werden.
Wien, 30. Nov- Gestern fand unter dem Vorsitz, des Kaisers großer K r v n r a t statt, der sich hauptsächlich, mit militärischen Fragen beschäftigte. Die von den leitend den Militärs dringend geforderte Erhöhung des 3te-> kruten-Kontingents sowie die Anschaffung neuer Geschütze waren dem Vernehmen nach von beiden Fi-! nanzministern, die übereinstimmend erklärten, daß fie mit Rücksicht ans die wirtschaftliche Lage höheren Anfor-^ berungen für Armeezwecke nicht Nachbeben könnten, be», kämpft worden. — Die Mand ats-Niederleaun Wolffs bildet das politische Tagesgespräch. Wie verlautet,^ steht eine Spaltung der alldeutschen Partei im eine radikale Gruppe unter Führung Schönerers und eine^ gemäßigte Gruppe bevor. Zwischen beiden hat bisher Wolff) vermittell.
Budap e ft, 30. Nov. Die erste ungarische lan dwirt- schaftliche Maschinen-Fabrit, Aktiengesellschaft,, ist gestern nacht gänzlich niedergebrannt. Die 2Berti statten mit allen Maschinen sind eingeäschert. Der Schaden ist bedeutend.
Pete rs bur g, 30. Nov. Durch eine große Feuer bruuft in Cudaschowa wurden 164 Häuser eingei äschert. Man befürchtet, daß Menschen in oen Flammen? umgekommen sind.
Telephonischer Kursbericht,
Frankfurt a. JBL
37a% Beichsanleihe . . 100.50
3% do. ... 89.55
81/,•/() Konsole .... 100.60
30/0 do.....89.65
8 x/s°/o Hessen .... 98.20
S0/u Italien. Rente . . . 99.90 4 /o Griech. Monopo 1-Anl. 42.50 5°/v Portugiesen .... 27.00 3% Mexikaner .... 25.70
4%% Chinesen .... 86.90
, 30. November.
Kreditaktien..... 200.50
Diskonto-Kommandit . . 181.50 Darmstädter Bank . . . 125.20 Dresdener Bank .... 128.50- Berliner Handelsges. . . 140 30' Oesterr. Staatobahn . . . 136.90 Gotthard bahn.....163.00
Laurabütte......187.00
Bochum ....... 173.50? Harpener......164.20
Tendenz: fest.
Bei Katarrh, Husten, rauhem Halse, Heiserkeit, Verschleimung.
lOjähr. überrafch.Erfolge dLlpotheker Albrechts Aepfelsäure-Pastilleu. In d Apocheken u. bess. Trog, ä 80 Pfg. Haupt-Depots: Kirsch» u.Aniversttäts-ApotheKe, Drog. HuchKerYard.
Berfteigermng.
Mittwoch deu 4. und Donnerstag deu 5. Dezember, nachmittags 2 Uhr anfangend, versteigere ich tm Gasthaus zum Löwen, Neuenweg: eine große Partie Handarbeiten in allen Genres, ausgezeichnet und angefangen, wie z. B : Pantoffeln, Kiffen, Decken, Salon-Läufer, Haussegen, Hauskäppchen, Noten- und Zeitungsständer, montierte Stickereien, Stick- und päfeltnuftec re^ sowie eine Menge kleinerer Kinder-Arbeiten;
ferner einen Posten Stickmaterial, wie: Chenille-, Gold- und Metallfaden, Stickseide, nordische, Harnburaer und persische Wolle,' nordisches ®amf Twist, Häkelgarn und alle Atten feiner Hakelwolle^ Möbelkordel, Gimpen, Bällchen, Fransen und Ponpons;
außerdem einen Posten farbigen Sammet, Tarlatau, fertige Wollsacheu, sowie diverse Kurzwaren. 7847'
LouiS rttorheuberger Wwe.
Kcheilbezvgs-LeremMg -es E. A. V. Gnkadung zur Heneralversammlung auf Montag deu 9. Dezember, abends 9 Uhr pünktlich,, xu der Herberge zur Heimat.
Tages-Ordnung: 1 Bericht. — 2. Aenderung der §§ 9t und 10 der Satzungen. 734^
Gießen, den 30. November 1901. Der Vorstand.
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in schöner Auswahl neu eingetroffen. 7849'
Elisabeth Euler,
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