Ausgabe 
1.12.1901 Viertes Blatt
 
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druck, bleibt das Markenbild, das auch denselben Druck und dieselben Farben wie bisher behält, unverändert. Für den ersten Bedarf sollen, wie postoffiziös verlautet, etwa 800 bis 900 Millionen Stück herzustellen sein. Von dem gleichen Zeit­punkte ab tritt in der Form der Kartenbriefe, der Postkarten mit Wertstempel zu 2 imb 5 Pfg., der Weltpostkarten und ebenso aller entsprechenden Karten mit Antwort, ferner der un­gestempelten Postkarten und der Postkarten zur Empfangs­bestätigung über eine Postanweisung insofern eine Aenderung ein, als der VermerkKarLenbrief" undPostkarte" nicht mehr in der Mitte, sondern auf der linken Seite sich befinden -wird. Diese Anordnung erscheint zweckmäßig,. well bei den elektrischen Stempelmaschinen (System Bickerdike) der Aufgaben- stempel Angabe des 0rte§ und der Zeit der Auflieferung regelmäßig auf die Ueberschrift dieser Formulare zu stehen 'kommt, wodurch die Deutlichkeit der Angaben im Stempel- abdruck beeinträchtigt wird.

t. Birklar, 26. Nov. Gestern wurde dem hiesigen Bürger Heinrich Müller V., der schon seit Bestehen des Ortsgevichts diesem als Mitglied angehört, die chm vom GvoMerzog verliehene Gedenkmünze mit der Aufschrift: Für langjährige treue Dienste" von Oberamtsrichter Giller in Lich überreicht, der hierbei in einer warmen Ansprache den Verdienen des Gefeierten Anerkennung zollte. Hieran schloß sich eine allgemeine Feier des Geburtstages des Gvoßherzogs und der Großherzogin, an der außer Mit­gliedern des Ortsgerichts, dem Gemeinderate und vielen Ortseinwohnern auch fast das gesamte Beamtenpersonal des Amtsgerichts Lichj teilnahmen. Oberamtsrichier Giller -eröffnete die Feier mit einem Doaste auf unser Landes- sürstenpaar, dem auch das ershe Glas geweiht wurde. Während der Feier wurden dann noch verschiedene Toaste von Gerichtsassessor Paul, Lehrer Sußner und Gerichts­schreiberaspirant Volz ausgebracht. Letzterer gedachte in -einer kernigen Ansprache des Bürgermeisters Müller, der wegen seiner Leutseligkeit und Biederkeit allseitig beliebt sei. Es herrschte die fröhlichste Stimmung, die noch durch den Vortrag von Couplets gehoben wurde.

Mainz, 28. 9toü. Die hier stattgehabte Generalver­sammlung des Verbandes christlicher Schuh- und Leder­arbeiter nahm zur Getreide zoll frag e folgende Re­solution an: ,L)re Generalversammlung des Verbandes der christlichen Schuh- und Lederarbeiter begrüßt die Resolution des Gesamtverbandes bezüglich der Frage der Getreide^ zolle. Die Zahlstellen werden aufgefordert, in den Ver­sammlungen weder für noch gegen diese Frage Stellung M nchmen, und im übrigen die Resolution des Gesamt­

ausschusses zu respektieren." Nach dem Geschäftsbericht zählt der Verband, der im vorigen Jahre gegründet wurde, in 31 Zahlstellen 1300 Mitglieder. Das Vermögen beträgt 2800 Mk. Die Verhandlungen betrafen lediglich innere An­gelegenheiten der Organisation, besonders eine Abänderung des Statuts. Es wird in Zukunft neben den bisherigen Leistungen Reiseunterstützung und Sterbegeld bezahlt. Ter Vertrag wurde auf 10 Pfennig wöchentlich und 15 Pfennig monatlichen Agitationsbeitrag festgesetzt. Lebhafte Klagen wurden laut, über die Schwierigkeiten, die dem Verband seitens der Arbeitgeber gemacht würden. In einer Resolution wird besonders die Notwendigkeit der sozialpolitischen Fort­bildung betont und den Zahlstellen zur Pflicht gemacht, in allen Orten auf die Errichtung von Unterrichtskursen hinzuwirken" und den Bildungstrieb der Mitglieder zu fördern. In Berücksichtigung der schwierigen Verhältnisse im Schuhmachergewerbe hat der junge Verband gute Fort­schritte gemacht.

* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Direktor des hiesigen Saalbautheaters und Restaurateur des Stadtparkes in Mannheim Lorenz Thoma aus Frank­furt a. M., der wegen Betrugs flüchtig gegangen war, ist in Basel auf Requisition der Staatsanwaltschaft verhaftet wor­den. Es wird Thoma zur Last gelegt, Möbel, die er bereits einer Weinhandlung verpfändet hatte, ein zweites Mal einer Bierbrauerei als Pfand gegeben zu haben, um sich neuen Kredit zu verschaffen. Außerden sollen Wechselreitereien in großem Maßstabe vorliegen. Dem Direktor des Goethe- Gymnasiums in Frankfurt a. M. Dr. Karl Paul Fried­rich Reinhardt ist der Charakter als Geheimer Regierungs- rat verliehen worden.

Die hessischen Apothekeuverhältmffe.

Nach dem Beschlüsse der zweiten hessischen Ständekammer, den sie in ihrer 73. Sitzung in Sachen der Apotheken- Konzessionen und -Verstaatlichung gefaßt hat, dürften einige Aufklärungen über die jetzigen Apothekenverhältnisse in Hessen für das außenstehende Publikum von besonderem Interesse sein.

Es ist eine allbekannte Thatsache, daß seit einer langen Reihe von Jahren sowohl in Hessen wie auch anderwärts beim Uebergang von Apotheken an neue Eigentümer Kauf­preise erzielt werden, die jedem Laien einfach unverständlich sind. Deshalb schreckt die Regierung vorläufig noch vor einer Verstaatlichung der Apotheken zurück, da sie doch zuvor die 97 in Hessen vorhandenen Kauf-Apotheken erst erwerben müßte, wozu, wie die Regierung vor Kurzem selbst erklärte, mindestens 15 Millionen erforderlich wären. Diese Summe

steht selbstverständlich bei den künstlich in die Höhe geschraubten- Apothekenkaufpreisen in gar keinem Verhältnis zu den Wert- objekten.

Bisher konnte ein approbierter Apotheker auf dreierlei Art in Hessen in den Besitz einer Apotheke gelangen: Erstens durch Kauf, der allein das Recht einer Vererbung in sich schließt; zweitens durch Erteilung einer Konzession durch den Staat bei Neuerrichtung einer Apotheke und drittens durch Pacht aus der Hand einer Gemeinde, die auf Nachsuchen vom Staate die Konzession erhalten hatte, wobei die betr. Gemeinde dem Apotheker ein Fixum von 6000 Mk. aus­wirft und vom überschüssigen Reingewinn sich Pachtzins zahlen läßt.

Während die zweite Art der Apothekenerwerbung durch den oben erwähnten Beschluß der hesi. Kammer künftig hin­fällig wird, gedenkt der Staat durch stetig vermehrte Ge- nreindekonzessionen die bestehenden Kauf-Apotheken mit der Zeit derart zu entwerten, daß bei einer späteren Verstaat­lichung der Apotheken die Preise derselben ihrem reellen Wert wenigstens annähernd entsprechen. Durch dieses unumgäng­liche Verfahren schädigt der Staat den Apothekenbesitzer, natürlich außerordentlich, da eine derartige oft unversehens ihm auf den Hals gesetzte Konzession den Wert seines Be­sitztums nicht nur erheblich herabsetzt, sondern ihm auch nahezu die Hälfte des Umsatzes entzieht.

Angesichts der hohen Apothekenkaufpreise haben sich nuw im Publllum ganz irrige und übertriebene Vorstellungen über! den Verdienst der Apoteken herausgebildet. Ja, das Pub­likum ist sogar vielfach der Meinung, daß diese Preise die Medikamente, die es aus der Apotheke bezieht, verteuern, oder gar nachteilich die Qualität der Arzneimlltel beeinflussen würden. Es möge deshalb an dieser Stelle nachdrücklich die, Thatsache hervorgehoben werden, daß der ganze Apotheken-1 betrieb, insbesondere aber die Taxen und die Beschaffenheit, der Arzneimittel einer peinlich genauen Kontrolle durch den! Staat unterworfen sind.

Aber jedenfalls ist die Entwicklung der Apothekenver-! hältnisfe seit Jahren eine derart ungesunde, daß eine baldige Umwandlung in Staatsapotheken nicht nur im Interesse des- Publikums wünschenswert wäre, sondern auch den pekuniär ungünstig gestellten Apothekern eine gesichertere und ihrer! Bildung angemessenere Zukunft schaffen würde. "W. K,

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Denk und Auffassungsvermögen zwang uns zwar, das Thema von den verschiedenartigsten Gesichts­punkten aus anzufassen und zu erklären. Aber gerade dadurch ist es uns gelungen, die Zahn- pstege in die weitesten Kreise zu tragen. Heute wird wohl von allen objektiven Zahnhygienikern anerkannt, daß wir für die Verbreitung einer ge­regelten Zahnpflege im Volke mehr geleistet haben, als irgend Jemand vor uns. So Mancher dankt uns heute im Süllen, daß wir ihn zur Zahnpflege angeregt haben.

Jedenfalls glaubten wir uns berechügt zu der Annahme, daß es kaum einen gebildeten Menschen in Deutschland gäbe, dem Gdol nicht bekannt sei,

daß unser Gdol genügend bekannt und geschätzt wäre, um weitere Veröffentlichungen, Anzeigen und /Leklameu in den Zeitungen überflüssig zu machen.

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Als wir vor nunmehr neun Jahren unser Gdol dem Markte übergaben, war der Gebrauch von Mundwasser in Europa (Frankreich und England ausgenommen) noch wenig verbreitet, obgleich ge­rade in Deutschland die Zahnärzte und Mediziner nicht müde wurden, in Zeitschriften und populären Broschüren den Gebrauch von Zahnbürste und Mundwasser dringend zu empfehlen, wir in-

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wenn wir heute unserer Absicht entgegen doch wieder vor die breite Geffentlichkeit treten, so thun wir das, weil eine Art Pflicht uns dazu treibt. Durch unser Stillschweigen ermuntert, sind in der Zwischenzeit unzählige Nachahmungen und an­geblichneue" Mundantiseptica auf dem Markte erschienen, die sich in der Hauptsache nur auf das Kopieren von Aeußerlichkeiten beschränken, aber gerade deshalb Verwirrung hervorzurufen geeignet sind. Dies umsomehr, als von jenen Geschäfts­leuten in Anzeigen, Prospekten etc. Behauptungen aufgestellt werden, die den Thatsachen nicht entsprechen. Es wäre uns ein leichtes, diesem Gebühren direkt entgegenzutreten; es konveniert uns indessen zunächst nicht, derartige direkte Berühr­ungen vorzunehmen. Wir werden uns vielmehr in einer Reihe von Publikationen unmittelbar an das gebildete Publikum wenden und werden durch Angaben von wirklichen wissenschaftlichen That­sachen den denkenden (eser in den Stand setzen, sich ein eigenes Urteil zu bilden, wir werden in möglichst knapper Form die Grundzüge veröffent­lichen, die sich aus den wissenschaftlichen Forsch­ungen der letzten Jahre für die Mundpflege ergeben haben, und werden besonders diejenigen Punkte hervorheben, die man bei der Beurteilung eines Mundwassers berücksichtigen muß. Bei einem Stoffe, den man täglich in den Mund nimmt, ist eine solche Kenntnis recht nötig, wir bitten des­halb, unseren weiteren Veröffentlichungen Aufmerk-

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