Nr. S57 Zweites Blatt.
151. Jahrgang
Freitag 1. November 1901
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MZZ v -«Z i vJr zeigenteil: Hans Beck.
Nicht den Nogen überspannen!
In welcher Höhe die Getreidezölle in den künftigen Handelsverträgen von der Landwirtschaft gewünscht werden, L » l? Jon9e Zeit hindurch wie ein Freimaurer-Geheintnis behandelt worden. Selbst in Versammlungen, in denen dre Agrarier gan$ unter sich waren, erklärten die Redner, wollten sich noch nicht auf bestimmte Zahlen festlcgen. Schließlich war es aber doch nötig, Farbe zu bekennen. Aber auch dann machte man nicht eine einmütige Forderung geltend, sondern an dem einen Ort wurden 10 Mark, ö« dem anderen 6 Mark als ein ausreichender Getreide- Zollsatz bezeichnet. Der „Bund der Landwirte" wählte die mittlere Linie, 7.50 Mark. Unter energischer Mißbilligung des „Bundes" unterbot im August d. I. der ständige Ausschuß des deutschen Landwirtschaftsrats diesen Satz, und nunmehr hat das vreußische Landesökonomiekollegium sich geäußert. Die ständige Kommission des Kollegiums beriet, wie wir bereits meldeten, gestern und vorgestern die Frage des Abschlusses neuer Handelsverträge. In dem von der Kommission mit einer Stimmenthaltung gefaßten Beschluß heißt es:
Wenn der ständige Ausschuß des deutschen Landwirt- chaftsrats in der Sitzung vom 16. und 17. August d. I. staubte, unter gewissen Voraussetzungen mit den Zöllen ür Roggen und Weizen unter den Minimalsatz von 7.50 Mark heruntergehen zu können, so kann die ständige Kommission die Berechtigung dieses Vorgehens nur für den Fall des sicheren Eintreffens obiger Voraussetzungen, insbesondere nur unter der Bedingung anerkennen, daß durch Ausdehnung des Doppeltarifs auf alle landwirtschaftlichen Zölle, speziell durch ausreichende Vieh-, Pferde- und Fleischzölle (für lebendes Vieh Gewichtszölle) ein gewisser Ausgleich geschaffen wird. Sollte auf Seiten der Reichsregierung oder des Reichstages die Absicht zu tage treten, mit dem Roggen- und Weizenzoll no ch unter den Satz von 6 Mark herunterzugehen, dann erachtet die ständige Kommission eine Kompensation auf anderen Gebieten nicht mehr für möglich und würde dann die gänzliche Ablehnung des neuen Zolltarifgesetzes als im Interesse der Landwirtschaft liegend erklären.
Auf die Bedingung, daß durch Ausdehnung des Doppeltarifs auf alle landwirtschaftlichen Zölle ein gewisser Ausgleich geschaffen wird, wird die Regierung kaum, die Reich^- tagsmchrheit sicherlich nicht eingehen. Hier versagt auch das Zentrum seine Hilfe. Denn wenn es schon schwierig ist, mit einem gebundenen Getreidezolltarif Vertragsverhandlungen zu fuhren, so werden solche Verhandlungen überhaupt unmöglich, falls die Unterhändler nicht in der Lage sind, den beteiligten Mächten gewisse Zugeständnisse zu machen in Bezug auf andere landwirtschaftliche Produkte. Erhöhte Getreidezölle und „ausreichende", d. h. stark erhöhte Vieh- und Fleischzölle: das heißt von den Ländern, die nach Deutschland einführen wollen, Ungemessenes verlangen. Es ist vor allem auch eine allzukräftige Zumutung an die deutschen Verbraucher. Teures Brot und teures Fleisch — in diese Perspektive kann der Nicht-Landwirt, und sei er noch so agrarfreundlich, nicht mit Gemütsruhe hin ein schauen. Es ist viel, was die Regierung unter Berücksichtigung der unzweifelhaften Notlage der Landwirt- fchaft dieser zugestanden hat im Zolltraifentwurf. Man sollte den Bogen nicht Überspannen und Programme aufstellen, die von Befürwortern eines besseren landwirtschaft- üchen Zollschutzes nicht verteidigt werden können. Alles muß seine Grenzen haben. Der frühere preußische Landwirtschaftsminister Freiherr v. Hammerstein hat sich soeben dagegen verwahrt, daß diesmal die Riemen für den Nutzen der Industrie wieder aus beni Leder der Landwirtschaft geschnitten würden. Das braucht ja nicht zu geschahen; aber dasselbe Recht hat auch die Industrie, der es ebenfalls nicht glänzend geht, dasselbe Recht hat der Konsument, nach dessen Empfindungen bei diesem Hin- und Her-Ver- teilen von Zöllen erstaunlich wenig gefragt wird. Das preußische Landesökonomiekollegium empfiehlt schließlich, falls die Regierung oder der Reichstag noch unter den -6 Mark-Getreidczoll heruntergehen, die gänzliche Ablehnung des neuen Zolltarifgesetzes. Mit der Ablehnung des Zoll^ tarifs durch die Konservativen wird ohnedies zu rechnen sein. Es wird genau so gehen, wie bei der Kanalvorlage in Preußen: „Kompensationen", Ausgleich über Ausgleich, werden gefordert, und heißt es schließlich „Nicht weiter mehr", dann besinnt man sich auf den prinzipiellen Stand- ounkt und spricht das Nein aus. Der Reichstag ist nicht der preußische Landtag, wo die Konservativen dominieren. Im Reichstag haben das Zentrum und die gesamte Linke den Entschluß, eine geeignete Grundlage für neue Handelsverträge zu stände zu bringen. Wenn dabei etwa hundert Abgeordnete nicht mitthun wollen, dann ist es auch noch so.
Politische Tagesschau.
Auch em „kommender Mann".
Unser parlamentarischer Mitarbeiter schreibt unterm 20. Oktober:
Es ist nicht das erste Mal, daß der vstpreußische Reichstagsabg. Graf Dönhoff-Friedrichstein (wildkonserv.) als der kommende Mann für den Reichskanzlerposten bezeichnet wird. Der Graf gilt gewissermaßen als der Repräsentant des „agrarisch unbelasteten" Konservatismus, Änd das seit dem Tage, an dem er im R'eichsparlament -für den russischen Handelsvertrag stimmte. „Recht wie ein Edelmann gehandelt!" Mit diesen Worten drückte der Kaiser damals telegraphisch dem Grafen seine Anerkennung -aus. Im übrigen ist Graf Dönhoff politisch und parlamentarisch nicht im mindesten hervorgetreten. Er besucht die Reichstagssitzungen ziemlich regelmäßig und verkehrt mit dem Reichskanzler wie den anderen Herren von der
Regierung nicht minder freundschaftlich, als mit den der Handelsvertragspolitik weniger geneigten Konservativen, in deren Nähe er seinen Platz hat, z. B. Herrn v. Levetzow, dem Grafen Kanitz. Wie uns von einer mit dem Grafen Dönhoff bekannten Persönlichkeit mitgeteilt wird, liegt diesem nichts ferner, als das Streben nach der Reichs- lanzlerwürde. Er soll auch gelegentlich geäußert haben, daß er die Möglichkeit, für dieses Amt in Betracht 'gezogen zu werden, für völlig ausgeschlossen halte.
Zur Ausweisung des ersten Verwundeten im deutsch-chinefischeu Feldzuge.
Der erste, der beim Bombardement der Takuforts an Bord der „Iltis" verwundet wurde — seine Lunge wurde durchbohrt und drei Rippen durchschlagen — der deutschsamerikanische Kriegs-Berichterstatter John Her rings ist, wie wir gestern bereits meldeten, aus Deutschland ausgewiesen worden. Nachdem Herrings im Auslande im Lazarett notdürftig geheilt worden war und vergebens in anderen Städten Genesung gesucht hatte, kam er nach Berlin, um sich in der Bergmannschcn Klinik einer erneuten Operation zu unterziehen. Kaum ist er von seinem Krankenlager erstanden, so trifft ihn die Ausweisung. Er ist nicht subsistenzlos, sondern hat ein gutes Auskommen. Er ist kein politischer Agitator, sondern ein ernster, ruhiger Mann, der in der amerikanischen Presse immer mit aller Kraft für die deutsche Ehre eingetreten ist. Und der Grund? Er ist von seinem Vater nach Amerika geschickt worden, bevor er seinen Dienst im Heere abgeleistet hat, und damals deswegen mit einem Monat Gefängnis bestraft worden. Aber auch dieses ist durch einen Akt der Amnestie von Seiten seines Landesherrn, des Prinzen Luitpold von Bayern, aufgehoben. Herrings ist in Amerika eine bekannte und sehr angesehene Persönlichkeit. Er hat einen tadellosen Lebenswandel geführt. Er hat in Berlin seine Angehörigen. Er ist politisch nicht lästig und ist auf einem deutschen Kriegsschiff schwer verwundet worden. Welche Gefahr lag da vor, daß man einen solchen Mann aus den Grenzen des Königreichs Preußen auswies?
Herrings hatte von der Erlaubnis des Korvettenkapitäns Lans, sich an Bord des „Iltis" einzuschifsen, kurz vor Beginn des Gefechtes Gebrauch gemacht.
Es mag hierbei noch daran erinnert werden, wie Herrings seine schwere Wunde erhielt. Dem Bericht des Schiffsarztes des „Iltis" über das Bombardement entnehmen wir folgende Stellen:
Bis 3 Uhr hatten wir keinen Verwundeten. Ich stand mi: demB.ri.chtecstat.er Herr njö vom Ostasiatisch en Llo,d und dem Zahlmeister am hinteren Schornstein, als mir plötzlich die Mütze vom Kopfe flog und ich einen Schlag auf den Rücken spürte, zugleich einen Schrei neben mir hörte; eine Granate war durch den Schornstein geflogen, ein kleineres Sprengstück war durch meine Mütze gegangen, ein größeres saß Herrings in der Brust, der sofort schrecklich blutete. Ich brachte ihn sogleich nach! dem Verbandplatz, wo es nach vieler Mühe gelang, das Stück zu entfernen und die Blutung zu stillen.
Daraus geht hervor, daß Herrings der erste Verwundete auf deutscher Seite war, der zweite war Korvettenkapitän Lans, der Führer des Schiffes.
Das Polizeipräsidium in Berlin giebt bekannt, daß Herrings wegen Entziehung der Wehrpflicht aus Preußen ausgewiesen worden ist, wie das ausnahmslos allen Ausländern gegenüber geschieht. Die Ausweisungsverfügung wurde Herrings am 5. August mit einer Frist von 14 Tagen ausgehändigt und am 5. August bat Herrings das Polizeipräsidium, die gestellte Frist angemessen zu verlängern. Als Grund gab er an, die Notwendigkeit seiner ärztlichen Behandlung sowie der Umstand, daß er zum Zwecke der Aufhebung der gegen ihn erkannten Strafe ein Gnadengesuch eingereicht habe. Mit Rücksicht hierauf wurde ihm eine Frist gegeben, und ihm erst am 17. Oktober mitgeteilt, daß die letzte Frist bis 1. November gewährt werde- Herrings habe bis heute weder ein Gesuch um Fristverlängerung, noch um Aufhebung der Ausweisungsverfügung beim Polizeipräsidium eingereicht. — Der „Berl. B.-C." meldet, Herrings wird heute persönlich dem Polizeipräsidenten das Gesuch um Aufhebung der Ausweisungsverfügung, event. um vorläufige weitere Fristverlängerung überreichen. Falls sein Gesuch keinen Erfolg haben sollte, gedenkt Herrings sich mit einem Gnadengesuch an den Kaiser zu wenden.
Die deutsche Volkspartei und die Getreidezölle.
Der diesjährige Parteitag der Deutschen Volkspartei in Fürth hatte im Herbst eine Resolution beschlossen, die eine „Politik der Lebensmittelverteuerung" verwarf. In der württembergischen Kammer stimmten trotzdem 6 Mitglieder der,Vollspartei. für eine Erhöhung der Getreidezölle, und jetzt ist selbst ein Reichstagsabgeordneter der Partei für einen „erhöhten Zollschutz der Landwirtschaft" eingetreten und hat sich dafür sogar auf „sein Programm" berufen. Diese Stellungnahme des Reichstagsabgeordneten Augst (zwölfter Wahlkreis), über die das Zentralorgan der Partei selbst berichtet, ist besonders merkwürdig durch ihre Begründung. Augst bekannte sich zu der Ansicht, daß „Besitzer bis zu 40 Morgen keine wesentlichen Vorteile von der Zollerhöhung haben", ja er bestritt, daß die Heine Landwirtschaft überhaupt an den Zöllen (nicht bloß an einer Erhöhung derselben) interessiert sei, aber, fügte er bei, „er wolle auch dengrößeren Besitzern nicht zumuten, unter den Produktionskosten zu verkaufen." Augst erklärt es also für wirtschaftlich und politisch gerechtfertigt, lediglich um der größeren Besitzer willen eine Zollerhöhung verzunehmen, die seiner eigenen Ansicht nach dem der Zahl nach weit überwiegenden landwirtschaftlichen Kleinbesitz nichts nützt. Aber er geht noch weiter. Er erklärte in derselben Rede,
daß er gegen die Erhöhung der Jndustriezölle stimmen werde mit Ausnahme derjenigen, „deren Rohstoffe durch die landwirtschaftlichen Zölle verteuert werden." Das sind sehr wenige und verhältnismäßig untergeordnete Industriezweige, so daß man im allgemeinen sagen kann: Augst erllärt sich für eine einseitige Zollerhöhung zu Gunsten der Landwirtschaft! Man wird selbst im extrem-agrarischen Lager weit Herumsuchen dürfen, bis man eine Stimme findet, die sich ohne Umschweife zu dem Standpunkt bekennt, auf den sich am 22. Oktober zu Gerabronn ein Reichstagsabgeordneter der württembergischen Vollspartei gestellt hat.
Im Gegensatz dazu wendet sich gleichzeitig das Zentralorgan der Volkspartei, der Stuttgarter „Beobachter" gegen den „Millionentribut", den die gesamte nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung, sowie der größte Teil der landwirtschaftlichen Bevölkerung, selbst für die mittleren und größeren Betriebe der Landwirtschaft aufbringen solle. Der „Beobachter" berechnet diesen Tribut, falls der vom Gesamtkollegium der Zentralstelle für die Landwirtschaft empfohlene Zollsatz von 6 Mark Annahme fände, auf neun* einhalb Millionen, „4 Millionen mehr als seither".
Deutsches Reich.
Berlin, 30. Okt. Der Kaiser hörte heute die Vorträge des Kultusministers Dr. Studt und des Ehefs des Zivilkabinetts v. Lucanus.
— Kaiser Wilhelm hat, wie aus London depeschiert wird, König Eduard, den Herzog von Eonnaught und den Herzog von Eornvall zu den königlichen Jagden in Springe für den nächsten Monat eingeladen.
— Von einem Besuche des Kronprinzen in Amerika, worüber schon Gerüchte in Umlauf waren, bringt das Newyork Journal neue Kunde. Auf Grund einer Mitteilung der Herren Downey und Towesend, welche die neue Bucht, die der Kaiser, wie von uns gemeldet, in Amerika bauen läßt, in Auftrag haben, wird der Sron* Prinz Mitte April nach Amerika kommen, um dem Stapellauf der Pacht beizuwohnen. Später wird er dann die amerikanischen Schiffswerften besichtigen. Die Herren behaupten, daß der bevorstehende Besuch des Kronprinzen ihnen von der deutschen Botschaft in Washington angezeigt worden ist.
— Der frühere Eheftedakteur der Post, Leopold Kayßler- ist gestern hier gestorben. Kayßler ist 73 Jahre alt geworden. Im deutsch-französischen Krieg war er gemeinsamer Kriegsberichterstatter der Berliner Zeitungen und geriet bei Ausübung seines Berufs in französische Gefangenschaft. Nach dem Friedensschluß erhielt er das eiserne Kreuz. Ein Mann von hoher, wissenschaftlicher Bildung, stand er stets in erster Reihe, wo es galt, die Interessen des gesamten Schriftstellerstandes zu fördern.
— Die Konferenz, die im Landwirtschaftsmini st e r i u m unter dem Vorsitz des Ministers v. Pod- bielski und in Gegenwart der Direktoren hervorragender preußischer Hypothekenbanken als Sachverständige stattfand, nahm eine Anzahl Maßnahmen in Aussicht, von denen die Stärkung des erschütterten Vertrauens zu dem Geschäftsbetriebe der Hypothekenbanken erwartet wird.
— Professor Dr. Philipp son sprach gestern abend im Verein jüdischer Kaufleute. Er sagte, Die Meinung sei falsch/ daß der Antisemitismus im Rückgänge begriffen sei; die Juden in Berlin und anderen großen Städten spürten schon wegen ihrer großen Zahl die antisemitische gesellschaftliche Strömung weniger, als ihre Glaubensgenossen in der Provinz. Gefördert werde der Antisemitismus durch manche Eigenheiten der Juden, ihr lebhaftes Temperament, ihre allzu große Beweglichkeit usw.,. welche zur deutschen Bedächtigkeit im Gegensätze stehen.
— Der sozialdemokratische Reichstagsabg. Dr. Schönlank ist, wie wir gestern bereits meldeten, gestorben. Bruno Schönlank, der ein Alter von nur 42 Jahren erreicht hat, war sofort nach Beendigung seiner philosophischen und nationalökonomischen Studien in die Arbeiterbewegung eingetreten. Schon seit Jahren war Dr. Schönlank, offenbar infolge geistiger Ueberanstrengung, hochgradig nervös. Infolge seiner leichten Erregbarkeit kam es in der Redaktion seines Blattes wiederholt zu sehr stürmischen Szenen, deren letzte zwischen ihm und Katz en st ein wohl noch in aller Erinnerung steht. Schließlich kam im vergangenen Frühjahr bei ihm eine schwere Geisteskrankheit zum Durchbruch, die seine Unterbringung in einer Heilanstalt nötig machte.
— Dem Bundesrat ist, der „Kreuzztg." zufolge, der Entwurf einer Bekanntmachung zugegangen, betreffend den Fett-, Wasser-und Salzgehalt der Butter.
— Im Lockstädter Lager bleiben sämlliche Absperrungs-Maßregeln bis auf weiteres noch bestehen, da das Lager dauernd für die heimkehrendew Ehinatruppen bestimmt ist. Auch die Mannschaften der zuletzt zurückbesörderten Transporte sind dort untergebracht.
— Ueber die Beschlagnahme deutscher Waren in Peking liegt an hiesiger maßgebender Stelle bisher noch kein Bericht vor. Man mißt der Angelegenheit jedoch keine erhebliche Bedeutung bei. Die Abwesenheit des deutschen Gesandten Mumm v. Schwarzenstein von Peking und seine Reise nach Tsintan sind lediglich durch das Erholungsbedürfnis des Gesandten begründet.
Breslau- 30. Oxt. Heute wurde unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Stcuckmann-Hildesheim die Jahres-Versammlung des deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke abgehalten. Anwesend waren außer den Vertretern der städtischen und staatlichen Behörden Geh. Ober-Medizinalrat Dr. Pistor vom Kultusministerium und Geh. Ober-Regierungsrat Prof. Dr. Post vom Handelsministerium. Nach Begrüßungsansprachen wurde eine Erklärung angenommen, in Der die


