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Ät* 205 Erstes Blatt.
LSI. Jahrgang.
Sonntag 1. September 1901
RtUTtie«, Txpedition und
Orsckerri: Zchulsttatze 7.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
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Die Franzosen als Kolonisatoren.
Man schreibt uns aus Paris:
Durch ihre systematisch vorschreitende, im Verhältnis selten mit Waffengewalt bewerkstelligte Ausdehnungspolitik int dunklen Erdteil sind die Franzosen in den Ruf gekommen, hervorragendes Kolonisationstalent zu besitzen. Gerade französische Gebiete in Afrika zeigen aber andererseits, daß diesem Talent der Franzosen mitunter der Gr folg versagt bleibt. Es soll hier nicht von Madagaskar gesprochen werden, dessen Kultivierung, obgleich es schon seit 1885 unter französischem Protektorat steht, keines- tvegs durchgreifende Fortschritte gemacht hat. Die Gouverneure mußten und müssen noch heute mit ungewöhnlichen Schwierigkeiten kämpfen. Anders in Algier, über dem bereits seit 1830 die Trikolore weht. Trotzdem sind die Zustände in dieser Kolonie so wenig gesichert, daß mit der Möglichkeit eines Araber-Auf st andes allen Ernstes gerechnet werden muß. Jüngst aus Algier in Paris eingegangene Berichte melden von einer steigenden Erbitterung der sich von Seiten Frankreichs finanziell und rechtlich, bedrückt glaubenden Wüstensöhne. Die harte Besteuerung der muselmanischen Bevölkerung, die rücksichtslose Art, diese Steuern einzutreiben, das Verfahren, die Araber von den Verwaltungsämtern guszuschließen — all' das hat die Unzufriedenheit auf das höchste erregt. Die lautesten „Schreier" sind zwar ins Gefängnis gesteckt worden, doch, das hat der Bewegung keinen Abbruch gethan. Ter fanatische Hatz, mit dem die in ganz Europa bekannten MaF Regis und Ed. Dr umv n t, der ALg. für Algier in' der französischen Kammer, die eingeborenen Juden verfolgen, hat gleichfalls böses .Blut gemacht. Tie französischen Gouverneure ließen zumeist den Dingen ihren Gung. Rur einer, Laferrierel, schwang sich zur Aufstellung eines Reformprogramms auf, worin er versprach, das Steuerwesen neu zu regeln, der Kolonie ein eigenes Budget zu schaffen u. s. w. Im wesentlichen ist das Programm auf dem Papier stehen geblieben. Tiefe Politik des „Fortwurstelns" ^mt fünf Jahren verbrauchte Algier fünf Gouverneure — hat es zu Wege gebracht, daß die algerische Frage drohend am politischen Horizont Frankreichs steht. Tas ist bemerkenswert zu einer Zeit, in der der Entscheidungskampf um die Vorherrschaft int westlichen Teil des Mittelmeeres von der Republik vorbereitet werden mutz Also auch Frankreich ist, vlon kolonialen Mißerfolgen nicht verschont geblieben, und gerade in Algier ivird es weit empfindlicher getroffen, als durch Ungelegen- hciten etwa am Senegal, in Dahomey, am Kongo oder Udonghi.
Politische Tagesschau.
Aus Marinekreisen wird uns geschrieben:
Es steht jetzt fest, daß die neuen tteinen Kreuzer „Thetis" und „Gazelle" noch im Laufe des September "bie Fahrt nach Ostasien antreten werden. Die dortige Flottenstation wird als) stärker besetzt bleiben als vor
dem Ausbruch der chinesischen Wirren. Uebrigens glaubt man in Seeoffizierkreisen, daß der große Kreuzer „Kaiserin Augusta", der seit dem Frühjahr 1897 — er nahm an der Blockierung- Kretas im griechisch-türkischen Kriege teil — dauernd im Auslandsdienst thätig ist, in nicht ferner Zeit aus den chinesischen Gewässern heimberufen und durch einen großen Kreuzer der „Prinz Heinrichklasse" ersetzt werden wird. Die nochmalige Hinaussendung von Linienschiffen gilt für ausgeschlossen. Flaggschiff der Station dürfte vorläufig der Panzerkreuzer „Fürst Bismarck' bleiben. Ob die Hochseetorpedoboote auch in Zukunft in Ostasien Verwendung finden bezw. durch neue Boote abgelöst werden sollen, darüber scheint die Marineleitung noch keine Entscheidung getroffen zu haben. Jedenfalls darf schon jetzt als erwiesen gelten, daß die deutschen Torpedoboote den höchsten A n s p r ü ch e n in Bezug auf See- und Gefechtsfähigkeit genügen. Eine Leistung wie die Chinafahrt hat kein Torpedofahrzeug irgend einer anderen Marine bisher vollbracht.
Das neue städtische Elektrizitäts-Werk.
Gießen, 31. August.
Tie Stadt Gießen wurde seinerzeit durch die Entschließung der kgl. Eisenbahndirektion, die den hiesigen Bahnhof elektrisch beleuchten wollte, vor die Frage gestellt, diesen großen Konsumenten sich entgehen zu lassen oder durch Erbauung eines Elektrizitätswerkes sich zu erhalten. Sie Stadtverwaltung entschloß sich, um kein Privat- ronkurrenzunternehmen der Gasanstalt gegenüber aufkommen zu lassen, auf Kosten der Stadt ein Elektrizitätswerk zu erbauen und in eigene Verwaltung zu nehmen.
Um einen Ueberblick über die ungefähre Größe zu erhalten, die das neue Werk bekommen müsse, erfolgte eine Umfrage. Es ergab sich die definitive Zeichnung von 110 Abnehmern für 3145 Glühlampen, 80 Bogenlampen und 12 Motore, zusammen 35 PS, wozu noch an staatlichen Instituten die Universität, die Kasernen usw. mit ca. 2500 Glühlampen kommen. Während des Baues haben sich noch eine Reihe weiterer Abnehmer gemeldet, sodaß die Zahl der Anschlüsse jetzt 154 beträgt.
Tas Werk wird mittelst Turbinen und Gasmotoren betrieben. Tie Lieferungen wurden nach längeren Verhandlungen nachstehenden Firmen übertragen: die Tur- 6 in eit dem Ingenieur Leithäuser in Kassel, Vertreter der Firma Brigleb, Hansen u. Co. in Gotha, die Gasanstalt und Gasmotore der Gasmotorenfabrik System Otto in Köln-Deutz, die Akkumulatoren den Kölner Akkumulatoren- Werken Gottfried Spagen in Kalk, die Dynamomaschinen, Schalttafeln u. s. w- der Elektrizitäts-Aktien-Gesellschaft vorm. Schlickert u. Eo. in Nürnberg, das Kabelnetz der Firma Felten u. Guillaume, Karlswerk in Mühlheim a. Rh-
Tie Maschinenanlage ist vorläufig für 750 PS maximal ausgebaut. Davon kommen 150 PS auf die Turbine bei
W gutem Wasserstand. 300 PS auf 2 Gasmotoren zu je do0 PtL und.300 P^ auf 1 Gasmotor.
_.3. r öeugung desGases geschieht im Werk selbst. Ev find zu otqem Zwecke 2 Generatoren (Gaserzeuger) unb 1 Dampfkessel zur Erzeugung des überhitzten Dampfes, für 600 PS ausreichend, aufgestellt, mit dem die Gaserzeuger angeblasen werden. Tie Speisung der Gaserzeuger' geschieht- entweder mittelst Anthracit oder Cooks, die des Dampfkessels nur mit Cooks.- Tas erzeugte Gas geht zuerst durch Wasser, darnach durch mit Wasser berieselten Cooks und zuletzt durch Sägemehl nach dem Gasbehälter (Gasometer). Tie Gasmotoren (S—stem Otto) sind mit Ventilsteuerung und einem genau arbeitenden Regulator ausgerüstet. Die minütlichen Umdrehungen betragen 165 bei normaler Leistung von 150 und höchster von 180 PS, wobei der sehr ruhige Gang bemerkenswert ist. Von den Dynamomaschinen (System Schlickert) haben 3 je eine Leistung von 100 Kilowatt bei 500 Volt, die 4. eine Leistung von 192,5 Kilowatt bei 500 Volt. Die letztere ist direkt mit dem Motor gekuppelt. Tie gesamte Maschinenanlage ist im stände, bei voller Ausnützung ca. 9640 Glühlampen zu 16 N.-K. oder deren Aequivalent gleichzeitig zu speisen-
Zur Ausgleichung der Spannungsschwankungen und zur Zeit des geringen Verbrauches am Tage übernimmt die Akkumulatorenbatterie von 272 Elementen mit der Turbine den Betrieb. Die Batterie besitzt eine garantierte Kapazität von 771 Amperestunden bei dreistündiger Entladung. Sie ist im stand'e, ca. 1110 Glühlampen zu je 16 N.-K. oder deren Aequivalent 3 Stunden lang zu speisen. Die Wände, Decken und Thüren sind wegen der schädlichen Wirkung der Schwefelsäure mit säurefester Emaillefarbe gestrichen.
Sämtliche zum Betrieb nötigen Apparate fiir Regulierung und Messung des elektrischen Stromes sind übersichtlich auf einer großen Marmorschalttafel montiert, während die für das Kabelnetz notwendigen Apparate auf einer kleinen montiert sind.
Tie Gebäude sind luftig und der Gesundheit zweckentsprechend nach den Angaben des Stadtbaurats Schmand ausgeführt.
Tas Leitungsnetz zerfällt in Speise- und Verteilungsleitungen. Unter den ersteren versteht man diejenigen, die den von der Station kommenden Strom nach bestimmten Punkten des Verbrauchsgebietes führen, von wo es sich in die Verteilungsleitungen zur Abgabe an die Konsumenten verzweigt. Hier sind 7 Speisepunkte und gegen 14 Hauptverteilungspunkte vorgesehen. Die Leitungen sind sämtlich unterirdisch angelegt, wobei die Kupferseele gegen äußere Einflüsse durch besonders gute Isolation, doppelten Bleimantel mit Eisenband umwickelt, geschützt ist. Der Mittelleiter dagegen liegt der Billigkeit halber blank in der Erde. Tie Leitungen sind so stark gewählt, daß man man nicht gezwungen ist, schon in kurzer Zeit entweder neue Kabel oder Verstärkungen zu legen, wem: eine erhöhte Abnahme eintritt.
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Feuilleton.
Maudereien aus der Kaiserstadt.
Der chinesische Hexenschuß. — Julius Stiude'S 60. Geburtstag.
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Berlins neuester Hamburger.
Man sollte als Leitfaden für angehende Diplomaten «.das Buch vom gesunden und kranken Herrn Li-Hung- Tschang" verfassen, wenn es in China nicht schon existiert, gvaft- hat es den Anschein; denn der Hexenschuß!, der Prinz Tschau in Basel plötzlich befallen hat, sodaß er beim leiten Willen nicht über die deutsche Grenze kann, ist zweifel- Mov ein Senker von Exzellenz Li's immer dienstbereitem Mtenk-Rheumatismus, der sich besonders arg in der Zunge zeigt, wenn er das letzte Wort sagen soll, und noch schlimmer in den alten Händen, wenn er sie zum Unterschreiben irgend einer bindenden Abmachung nötig hat. Wie lange die be- biuerliche Krankheit anhält, mögen die chinesischen Götzen hü)en. Man behandelt sie rastlos mit Elektrizität, legt brühwarme Depeschen auf, die direkt aus China kommen, Md prüft sorgfältig die Temperatur — in Potsdam, die in den letzten Tagen merklich gesunken sein soll. Ach, ist eine betrübliche Situation für den armen Prinzen, du doch eigentlich an allem unschuldig ist Womöglich lonimt er jetzt gar UM die schöne Parade auf dem Tempel- hoser Felde, wo sich im Mai „ons Willemintje" so famos Werhalten hat, und die guten Berliner, die sich speziell seinetwegen einen teuren Tribünenplatz geleistet haben, können sich den Mund wischen. Sie haben überhaupt Pech ineien Herbst König Eduard hat sich nicht blicken lassen, o-lvohl er nahe genug war; Zar Nikolaus macht seine Sittrebue auf dem Wasser ab, das bekanntlich zwar keine Silken hat, aber im übrigen ein viel sichereres Pflaster sämtliche Hauptstädte Europas zusammengenommen; mib daß Herr Loubet, wenn er zur Gegenvisite nach Peters- hrj reift, sich in Berlin noch schnell einmal den Präsident- ichafts-Cylinder aufbügeln lassen sollte, ist so gut wie - w ausgeschlossen, obwohl wir jetzt öfter wieder zwei Eisen im
* h’Ul'r haben sollen!
PttllRH' Wer von den Berlinern mit einem Namen in solchen r* / flauen Zeiten seinen Geburtstag oder ein Jubiläum feiern der hat's gut getroffen. Julius Stinde, der 2, Vergnügte Vater der Frau Wilhelmine Buchholzen, jener
Aß ^2 Mischen Berlinerin mit ihrem praktischen Philistersinn, der fttHnb Uon dem echten nüchternen Berliner Humor gehoben, gar H 1 Erricht ungesund erscheint, Julius Stinde hat immer eine
«wirt Ml'"iub.nrcschende Treffsicherheit gehabt, und mancher dicke Ber-
onal.
liner Nagel hats von ihm auf den Kopf bekommen. Stinde ist ein Holsteiner und vor manchem Jahr aus Hamburg eingewandert, wie vor ihm sein Freund Julius Stetten- heim, der im Herbste dieses Jahres den 70. Geburtstag feiern wird. Die Hamburger Dramen, die Stinde dort verfaßt hat, sind eine Zeit lang von einer gastierenden Truppe in ganz Deutschland zur Aufführung gekommen. Sie stecken voll Witz und Humor und beweisen, daß Stinde sich und seine beste Mer schon in Hamburg entdeckt hatte. Ter Riesenerfolg feiner Buchholz-Bücher hat den Autor nicht eitel gemacht, er geht in der Öffentlichkeit nur sehr selten aus sich heraus, und bildet eine der im vornehmsten Sinne sympathischsten Gestalten der großen litterarischen Gilde der Reichshauptstadt. Sicherlich sind ihm zu seinem 60. Geburtstage, am 28. August, auch aus anderen Orten Deutschlands fröhliche Grüße und Glückwünsche ins Haus geflogen. Berlin hat es in umfassendem Maße gethan. Denn Sfinde ist den Berlinern „unser Stinde"!
Der 28. August ist auch der Geburtstag unseres Goethe. In würdiger Selbstschätzung hat sich zur Vorfeier dieses Tages am Dienstag das neueste Berliner Ueberbrettl aufgethan. Es heißt, jedenfalls in Hinsicht auf den am klarsten deutsch schreibenden aller Dichter „T e l o p l a s m a", was noch durch den Zusatz „Cabaret für Höhenkunst" des Näheren erläutert wird. Dieses Cabaret, das man böstvillig einfach mit „Kneipe" übersetzen kann, wird unsere Hausftauen an das Porzellan-Karoussel erinnern, auf dem man etliche Koinpots oder Salate auf einmal servieren lassen kann. Ob das liebe Publikum sich noch allzuviel von der'Ueberbrettelei vorsetzen läßt, glaube ich stark bezweifeln zu dürfen, zumal wenn die Teloplas- matifer, die Ausgangs September ihren ersten Künstler- abend — natürlich Höhenkunst oder Ueberhöhenkunst oder gar Ueberhöhenüberkünst — geben wollen, selber sagen, daß Goethe ein Ueberbrettl für ein paar Jahrhunderte frischweg gedichtet hat, nämlich den Faust! Ich meine, dann thun die Leute, die sich wirklich für Höhenkunst interessieren, gescheidter, sie gehen ins „Deutsche Theater", wo man dieses „Ueberbrettl" sicherlich besser zu sehen bekommt als in der „Kneipe", auch Cabaret genannt.
Einen nicht üblen Schachzug hat der Direktor des „Sezessions-Theater s", Bausenwein, gethan, als er ich für sein „Buntes Brettl" — das nach Wolzogens Auszug vom Alexanderplatz ohne Zeitversäumnis einsetzt, um das bisherige Publikum zu fesseln — den Hamburger Dichter Detlev Frhr. v. L i l i e n c r o u als Conferencier ür die Bühne verpflichtet hat. Liliencron ist zwar im weiteren Sinne nie populär gewesen, obgleich manches feiner
frischen, ungenierten Lieder fröhliches Wohlgefallen erweckt hat. Mer er ist ein echter Dichter, bei den Sitteraten anerkannter, als Wolzogen es je gewesen; dazu ein noch viel größerer Bohemien, von dem man sich die tollsten und lustigsten Tinge erzählt, was Durst, Liebe und Manichäer anbelangt —, lwnd was zuguterletzt bei allen Bornierten den Ausschlag giebt: er ist auch ein Baron! Wie es Zeitungs- Verleger nicht nur in Berlin, sondern auch sonst wo giebt, die darauf halten, daß einer vom Mel als „Chef" am Kopfe prangt, wenn er auch sonst nicht allzuviel Tinte! vergeudet, so muß auf dem Ueberbrettl eben ein Baron stehn und das Publikum anreden! Dafür ist man ftei- geiftig und vorurteilslos. . . .
Darmstädter Künstkerkolonie.
XV.
Dr. M. Darmstadt, 30. Aug.
Wir stehen am Vorabend der Eröffnung des ,^Ueber- dokuments". Ta erscheint es angebracht, noch ein Mal in in Form sachgemäßer Berichterstattung auf den Wert des Ganzen und das Gediegene im Einzelnen hinzuweisen, denn ob man nach der Parodie dem Gegenstände noch eine ernfte Seite abgewinnen kann, erscheint doch fraglich.
Unter den Sieben zählt der junge Bildhauer L udwrg Habich zu denen, welche die übelwollende Kritik am wenigsten mitgenommen hat. Die Gründe dafür lallen sich nicht so leicht feststellen. Möglich daß dem auf|trebenden Künstler, der nicht von „auswärts" gekommen ist, die Sympathien, deren er sich in heimischen Kreisen zu erfreuen hat, einen gewissen Schutzwall errichtet haben— aber noch wahrscheinlicher, daß Habick, deffen Können |ich über Hessen hinaus in achtbaren Proben Geltung ver|chaffte, ntd)t so ofine weiteres als ein Unberufener als einer, der noch fein Meisterstück abgelegt hat, beurteilt werden durste. Das ailt von dem Bildhauer Habich Aber in dem Habich-Hause aiy der Mathildenhöhe kommen genau, mit kleiner Abwandlung im Einzelnen, die Prinzipien zum Aufdruck, welche die von Prof. I. Olbrich entworfenen Häuser überhaupt beherrschen. Tie „große Halle" macht ich als „Raum des Lebens" auch hier sofort geltend. Von >er int Olbrich-Hause unterscheidet sie sich hauptsächlick) durch ein größeres Gepräge von Traulichkeit und Behagen. Bei der neulichen Beleuchtung der Jnnenräume am Abend kam das Wohnliche und Gemütliche der Habich- Gemächer gerade so recht zum Ausdruck. Selbst Anton Seder hätte Mühe gehabt, angesichts der warnten und wohlthuenden Stimmung, die in den Prunkzimmern wie


