Ausgabe 
1.8.1901 Zweites Blatt
 
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Wt, 178

Zweites Blatt.

Donnerstag 1. I

Julilvvl

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Engländer und Buren.

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5279

Spesen reisen

151. Jahrgang

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Telegramme des Gieheuer AuzeigerS.

L o n o-u> n z 31. Juli. Lord Kitchener telegraphiert aus (^cneraI Walter Kitchener operiert nördlich von Ben Viljoen. Das 19. Husarenregiment: . - - . ein Pompvn-Geschütz. Tie 18.

Husaren kamen gerade zur rechten Zeit heran, um bei der Wegnahme von 20 Wagen und der Gefangennahme von

-Platten

lenpfdtten

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! Südafrikanischen Eisenbahngesellschafr, indem er erklärte durch Dre Thatsachen sei erwiesen, daß. die Angestellten Nicht neutral geblieben seien, und jeder von ihnen, der Anspruch auf Entschädigung erhebe, müsse Nachweisen, bad er positive Schritte gethan habe, seine Neutralität zu a>n'f Lon,£ er auf Entschädigung keinen Anspruch.

sodann unter Bezugnahme auf öster­reichische Entschadigungsforderungen mit, diejenigen der Staatsangehörigen Oesterreichs sowie eines jeden anderen Landes, die sich als genügend begründet herausstellten, wür­den der englischen Regierung in liberaler Weise zur Berück fichtlgung empfohlen werden, sie müßten aber unverzüglich von der Kommission festgestellt werden.

CuMrtrtB SO PI,.

Ibrtffe für Depefchm», »irriger Gieße«.

FernsprechanschlußNe.W«.

China.

Ein bemerkenswertes Schreiben geht derWeserzta." von einem in Hongkong lebenden Bremer zu. Dan ad) be-

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©d Pechtxzug BierteW< v». 1.00 *u BchrSPM

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3856

B Gietzener Anzeiger

M General-Anzeiger " *9

Aus London wird genieldet: Ein Brief, den die Unteroffiziere der Yeomanry an den König ge- | richtet haben, hat folgenden Wortlaut:Die unterzeichneten ! Unteroffiziere und Mannschaften von Ew. Majestät Heer wünschen zu Ew. Majestät Kenntnis zu bringen die Mängel in der Art, wie wir unseren Sold erhalten. Wir haben Befehl erhalten, vor Ew. Majestät zu erscheinen, um Me­daillen zu erhalten. Wir versichern zwar erneut unsere unerschütterliche Treue zu Euch und erklären mit Stolz, daß wir bereit sind, wieder in den Kampf zu ziehen, wenn es nötig ist, aber wir weigern uns wiederholt, vor Ew. Majestät zu paradieren, um fünf Shilling Silber­wert in Gestalt einer Medaille zu empfangen; wir weigern uns, auf einem Festessen uns mit Leckereien und Cham pagner traktieren zu lassen, während unsere Kinder und Frauen darben aus Mangel an Geld, (!) das wir mit Ehren auf dem Schlachtfelde erworben haben für die Ehre von Krone und Reich (!) Wir bitten Ew. Majestät, zu be­denken, daß unter uns alte Diener von Euch und Euerer ' Mutter sind, die lange Dienstjahre hinter sich haben. Wir haben diesen Schritt schweren Herzens gethan, aber luir sind dazu gezwungen durch das Gebot der Selbsterhaltung. Wir wissen, daß unser ein Kriegsgericht wartet, aber totr sind xu diesem Schritt getrieben durch die skandalöse Art, mit ter uns das Kriegsministerium behandelt." (!)

. we^Depesche des Generals Kitchener aus Pretoria vom 29 ^$uh besagt: Seit dem Beriete von den verschie- denen Trrrppenkorpern vom 22. Juli wurden 49 Buren teils getötet, teils verwundet. 303 wurden gefangen ge­nommen. 205 Wagen, 2700 Pferde und Vorräte wur^i erbeutet. - General Gilbert Hamilton überraschte Pate gieters Loger rn der Nähe von Wwlmarans und erbeutete alle, dort befindlichen Wagen: 21 Buren wurden getötet General Bruce Hamilton berichtet, daß er Myburghs Kom­mando in der Nähe von Danierport überraschte und 24

«klanglose Auseinandergehen der eu^ischen Tru^ohne die ganze Angelegenheit zu einem wirklichen Schluß ge- Ä h??en Man hofft, daß die europäischen Mächte !^5^^?kaatsangehörigen sofort die allerdurchgreifendste '^L^kung zu teil werden lassen, wo Chinesen sich irgend welche Uebergriffe erlauben. Die englische Regierung thut in dieser Weise nichts, infolge dessen geht der englische Linfluß auch mehr und mehr verloren. Die französische «neglerung thutalles" und wird von der chsinesischeu am meisten gefürchtet. Die deutsche Regierung fängt an auszuwachen, doch könnte im Süden Chinas ein viel festeres Auftreten dem deutschen Hantel nur Gutes bringen. Mit schlaffer Unterstützung durch die Regierung wagt keine Zirma irgend eine größere Unternehmung, deshalb kann der .Handel auch keine Ausdehnung erfahren, wie es im Interesse aller erwünscht wäre. Es darf in Zukunft nicht wieder Vorkommen, daß ein Konsul in Südchina jeden in seinem Bezirke sich ereignenden Fall nach Peking referieren muß an die Gesandtschaft. Der Konsul muß selbst that- kräftig handeln können und in seinem Handeln von der Regierung mit aller Energie unterstützt werden, und es müssen nur solche Männer zu Konsuln genommen werden welche ein solches thatkräftiges Handeln gewährleisten

Es herrscht die allgemeine Befürchtung, daß die gutem Folgen des Krieges nur dem Sterben zu Gute kommen werden und daß wir im Süden namentlich ab Can ton ben alten Schlendrian behalten werden. Tie deutschen Interessen rn Can ton werden seit Mvnaten von einem stell- ! vertretenden Vizekonsul vertreten, während cs wert wäre, J Danton einen Generalkonsul zu haben, welcher dem deut- sck>en Handel und deutschem Einflüsse Eingang in Kwarig- tung und Klvangsi verschaffen könnte, aber nein - für (Santon ijt ein stellvertretender Vizekonsul genug! Mit einem energischen rührigen Manne als Vertreter der deutschen ^"^rossen im Süden, der die Chinesen und die chinesischen Verhältnisse nimmt, wie sie genommen werden müssen^

rreisen unb Bargeld stafol iener eisern

OH Bär«- uiblen ->n .,

Mk. V

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Zolltarif Notizen.

Zus Berlin, 30. Juli, wird uns geschrieben:

Mit zedem Tage, da dieNordd. Mlq. rita" dir -jjciu= , r , . .. ------ -----o ,

ir"';,1»".?,f*» ?? «ve «*>» «*«>

jhöhte Zollsätze bilden die Regel, Zollerleickckerungen die Un£ Ma^ den Beamten an Bord zu gehen. %s arrfU^C blr Ersitzende die

ÄyWT' b h- »cm neuen Taris- AeU ^.^°b"landisch°

«entwarf erstmalig verzeichnete, sind ganz selten. Wer ge- ELI Konsul, Kapitän und Polizeichef folgte. Die glaubt hat, daß nur die Landwirtschaft höhere Zölle fordern ^.spvtv.P» "'^rten sich!, die Papiere des Dampfers aus- Nnd erlangen würde, braucht nur einer, Blick zu werfen in 9£n' ,6eboc TOurüte in ihren Händeii sei. Der Ka- das Verzeichnis der Jndus^ie-Zölle um zu erkennen daß bischer Unterthan Namens Lowe.

»uch hier der Wunsch nacht Abwehr der ausländischen Kon- spss,s^^E!^^ UI $erI^J toirb ber Angelegenheit Jnrrenä ausgiebig zur Anerkennung gelangt ist Das heutige Verzug nahertreten. Es muß den

Verzeichnis derNordd. Allg. Zta" giebt wiederum davon en ®erne9ßen gezeigt werden, daß sie die deutsche 'Kunde. Da sinden wir z. I Regen^ und Lonnensch?rme ^e^nglL" f° respektieren haben, wie beispielswelje »us Spitzen von 120 Mk. auf 200 Mk. im Zoll erhöht- englische. ______

200 Mk. auf 600 Mk. Ebenfalls ist Der Präsident der Vereinigten Staaten von Nord-!

^r^^ert auf Manner- und Frauenhüte. Weitere amerika hat die Indianer-Gebiete der Keiowä «h lehr erheblicher Art, betreffen Treib- mantsche und Apaische ter B esie delu na b

Haus und Küchengeräte aus Kuvke^^ Nummer zieht, die die Reihe bestimmt,

ähnliche Maschinen, elektrische Glüblami^n und in der er seinen Wohnplatz auswählen kann: diese Wahl

ietzt 24 m MRbÄ SC ron wo cm jedem.Tag 300 Heim-t

toagen, Handfeuerwaffen rrfipn^v -> fi« G.r '0 ^bn i statten vergeben werden, tu ter Reihenfolge der gezogenen

Miouiums, Klaviermechaniken und Klaviatur^n^Neckan?s^P N' Wenigstens 50 ooo xeute sind an Ort und stelle, Kpielwerke. Dabei foU, nie ten Lianen ÜÄ L" Tie Indianer selbst, die somit

die an ter Vorbereitung des TaEs^teilnabme?^ hJlbre§ ^ernembesitztums verlustig gehen, Sterling vielfach Wasser in ten Wein ate^^^üff^ a^r^bu^1n^P I Menes Anwesen und die volle!

^Zollschutz^Forterungen von Interessenten wesentlick? pinnp I erhält, haben im letzten Augenblick noch

schränkt haben. Daß irgend eine Branche der 1 versucht, intern sie vor dem Gericht

nichtgehört" worden sei, das läßt dtesin^ Np^h^Ston die Anklage vorbrachten, sie seien in dem behaupten. Staatssekretär Graf P Jadows k v tet Re^ aS Porten ; tee Klage wurde ab-

nvch nie wurde ein Zolltarif aÄf fo b^eite?lunb^aa^^n^t' blL Kongreß allem zuständig sei. Tas Gebiet

gebaut. Trotzdem melden sich jd^n ie£Ä 98 und 99 >rad westlicher Länge und,

vergnügte. Die Leder- !in b ©Subinbufttle Ä dem 34. unb 3d. Grad nördlicher Breite, testiert bereits gegen den neuen Quebrachobolrltel ^udianergebiet angrenzend, und im Süden

»ernimmt diePoss. >jtg" daß die b e irt i e> H^ute I und Norden von dem Red River und dem Waschita be rarnspinne'r tzegen ten^^ntatifenthSrf nördliche Hälfte ist ausgefüllt durch bie 600

Ihmert wollen. Mehr Schutz g^gen die eSiL ^hen Waschitabergc mit phantastischen Gra

»«n Wollgarn, lautet die Parole Ter alte ^nte^ftenftePte 5>er Ackerboten findet sich das Waschita-!

zwischen Spinnern und Webern lebt bei dieser9 wahrend der wellige Süden sich

Kneter auf. - Die Börse sieht andauernd^ b e SU ^eteelanb eignet, um so mehr, als das Gebiet

'^lltarifentwurf geschaffene Situation wenig zuversichtlich bestbewasserte von Oklahoma ist. Tem Waschitathale

dft. Mit diesen hohen Zollsätzen hält sie neue HaAetevtÄ %9<?Urf) eU^I9C Gegend, die Chicago Rock

ti'Lige für kaum erreichbar. and Pacific, und natürlich werden die ftiedlichen

I uvd schon jetzt vielfach dem Getreidebau ergebenen Indianer!

tosSMSUMf S r

Seit den Entwurf veröffentlicht baJ>eii Bekanntlich 1; c b^! ^^wwa im Norden 1139 und die Apatschen im Süden Ich ein Exemplur R^7%e?eTOtre,er,ati0, hegt

dessen Veröffentlichung in London, wo die Londoner Fi­nanzchronik bereits mit der Drucklegung begonnen hatte, als die offtzielle Bekanntgabe erfolgte. DemBerl. Lokal- Anz." zufolge fanden in dieser Angelegenheit bei verschie­denen Journalisten, so bei dem Herausgeber einer par­lamentarischen Korrespondenz, Dr. Hamburger, ferner bei dem früheren Geschäftsführer ter jetzt in Liquidation be- sindlichen Schriftsteller-Genossenschaft Dr. Martin Hilde­brandt und bei tem hiesigen Korrespondenten eines aus­wärtigen Blattes Haussuchungen statt, die auch in tem letztgenannten Falle zur Beschlagnahme belastenden Ma­terials geführt haben soll. Der Polizei dürfte die den m - - - - -.....r unu

Verkauf jenes Exemplars betreffende Korrespondenz in die I 9eTan9en nahm, darunter Myburgh selbst, ter ge- Hände gefallen sein, auch soll sie eine größere Summe! Ehrlich verwundet wurde.

Geldes beschlagnahmt haben. Zwischen tem Auswärtigen Amt und ter allerhöchsten Stelle soll ein sehr eifriger Depeschen wechsel in dieser Angelegenheit stattfinten.

Soweit das genannte Berliner Sensationsblatt. So tragisch wird die Geschichte also genommen? Wir meinen, es greift wieder eine Geheimniskrämerei und eine Spi- onenriecherei bei uns Platz, die an überwunden geglaubte frühere Zeiten erinnert. Was für die Oeffentlichskeit be^ stimmt ist, sollte überhaupt nicht so streng gehütet tverden.

Vslitische Tagesschau.

Deutschland hat schon wiederholt die Erfahrung machen müssen, daß seine Flagge dort, wo sich die beute scheu ^Kriegsschiffe selten zeigen, nicht hinreichend re­spektiert wird. Am fttthsten gebärden sich in dieser Hinsicht Bevölkerung und Behörden der Heinen süd- und mittelamerikanischen Freistaaten. Die Zwischenfälle auf Haiti und in Venezuela dürften noch in Erinnerung sein. Jetzt meldet ter Kapitän des Hamburg-Amerika-Dampfers Alleghany", daß fein Schiff trotz seiner Proteste im Ko- lumbischen Hafen Cartagena durch die Behörden zwölf Stun­den zurückgehalten und untersucht worden sei nach dem von ter Regierung verfolgten Sekretär des Generals Uribe, Namens Abel Murillo. Als Murillo gefunden wurde, er­griff er die deutsche Flagge, wickelte sich darin ein und rief:Ich bin unter tem Schutz ter deutschen Flagge. Ihr habt kein Recht, mich zu verhaften." Trotzdem wurde e\ "Ä b£ Passagiere berichten, verhaftet und an Land, P^wna wer 0£6,W- Der deutsche Konsul, der kolumbischer tertunft ^Y^etteira aeaen M»n PO ift, befahl dem Kapitän, ten kolumbischen Beamten freie nahm nack 9sckarf^ Hand zu lassen und droht, jeden einzusperren, der Murillo^" b - scharfem Ritt die Mitel^^stande Als der Polizeichef äußerte, er werde nötigerte ^lltorif-1^lvalt gebrauchen, fieß ter Kapitän die deutsche

Bekauutmachuus.

Die nachstehende Bekanntmachung Großh. Polizeiamts Darmstadt vom 29. Juli 1901 bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis.

Gießen, den 30. Juli 1901.

Grvßherzogliches Polizeianrt Gießen.

Hechler.

Bekanntmachung.

Am 25. ds. Mts. wurden in der hiesigen städtischen Anlage am Exerzierplatz, im Gesträuch versteckt, vachverzeich- «eie Gegenstände aufgefunden:

1 Dutzend große silberne Suppenlöffel mit Mongramm H. K.

6 «roße Suppenlöffel am unteren Ende des Stieles mit Verzierung ohne Zeichen.

1 leichter silberner Löffel mit AufschriftHilda*.

1 silberner Löffel mit Aufschrift A. St, geb. 1. 1. 80.

, St R. Pate E. B. 1885.

1 _ I» w w , M. E. Ida von Bayer 28. 2. 1863

L. von Bayer als Taufpatin.

1 Dutzend silberne Gabeln, der Stiel gerippt, mit Monogramm P. B.

6 silberne Gabeln, Stiel mit Verzierung, mit Monogramm P. B.

2 kleine stlberne Gäbelchen ohne Zeichen.

1 Dutzend silberne Kaffeelöffel mit Monogramm A. P. B.

6 silberne Kaffeelöffel am Stiel verziert mit Monogramm P. B.

1 Dutzend EiSlöffelchen mit Verzierung und Monogramm P. B.

1 Fffchheber mit Monogramm P. B.

1 ohne Zeichen.

1 F'schgabel mit weißem Horngriff ohne Zeichen.

1 Sauce-Löffel ohne Zeichen.

Diese Gegenstände rühren zweifellos aus einem dahier oder auswärts verübten Diebstähle her und da eine dies- vezügliche Anzeige bei der unterfertigten Behörde bis jetzt mcht erstattet wurde, fordern wir die unbekannten Eigentümer 5! rV« rechtmäßigen Ansprüche an die Silbersachen

valdmöglichst bei uns geltend zu machen, widrigenfalls die­selben als Fundgegenstände angesehen und behandelt werden.

Darmstadt, den 29. Juli 1901.

Großherzogliches Polizeiamt Darmstadt.

I. 83.: gez. Krämer.