Nr. 101 Erstes Blatt.
151. Jahrgang
Mittwoch 1. Mai 1901
5.
3265
sichert.
der
2.
3.
4. Donnerstag den 2S. Mai 1901 zu: Langsdorf vormittags 9^ Uhr, Bettenhausen mittags 12 Uhr,
Muschenheim nachmittags 2«/, Uhr, Birklar nachmittags 4 Uhr;
Freitag den 24. Mai 1901 zu: Eberstadt vor- mittags Öl/, Uhr, Ober Hörgern mittags 12 Uhr, Holzheim nachmittags 3 Uhr, Grüningen nachmittags 5 Uhr;
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6. TamStag den 2S. Mas 1901 zu: L ch vormittags 10 Uhr, Garbenteich nachmittags 3 Uhr, Hausen nach mittags 5 Uhr.
Die Züchter von Simmenthaler Bieh, welche ihre Tiere in das Herdbuch eintragen lasten wollen und diesbezügliche Anmeldungen schon bei mir gemacht haben, werden ersucht, ihre betreffenden Tiere an einem von der betreffenden Großh. Bürgermeisterei hierzu bezeichueten Orte auszustellen, damit die Arbeiten der^Kommisfion ohne Aufschub erledigt werden können.
Sollten noch weitere Viehzüchter ihre Tiere kören lassen wollen, so werden dieselben ersucht, solche gleichfalls an den betr. Körterminen vorzuführen, vorher aber dem Vorsitzenden dieser Kommission, Herrn Gutspächter Pfaunstiel in Angenrod, oder dem Geschäftsführer, Herrn Laudwirtschasts lehrer Reichelt in Alsfeld, direkte Mitteilung davon zu machen.
Hardthof, den 30. April 1901.
Der Präsident
des landwirtschaftl. Vereins für die Provinz Oberhesten.
Schlenke.
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Mt Gichmrr Familien- Witter »erden dem An. >^-rtm»echjelmU„Hcfs ■**•**<* and „Maner W* Hl- •♦WSIunbf" »ier-
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Amtlicher Heil.
Bekanntmachung.
Bei Gelegenheit de- letzten HochwasterS wurde von der Wieseck hinter dem hiesigen GaS* und Wasserwerk ein Holzste^ augeschwemmt. Derselbe besteht auS 3 starken eichenen Balken und ist mit eichenen Bohlen belegt. Er hat eine Länge von 4,50 Meter und eine Breite von 2 Meter. Weiterhin ist ein Balken von ungefähr 4 Meter Länge und 13 zu 20 Zentimeter Stärke an der gleichen Stelle augeschwemmt worden.
Etwaige Intereffenten werden aufgefordert, sich be Großh. Bürgermeisterei Gießen, bei welcher sich die be< treffende« Gegenstände in Verwahrung befinden, zu melden.
Gießen, den 29. April 1901.
Großh. Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
nachmittags 3«/zUhr, WeiterShain nachmittags 44/zUhr; DienStag den 21. Mai 1901 zu: Münster vormittags 9 Uhr, Ettingshausen vormittags 10 Uhr, Ober-Bessingen vormittags IN/z Uhr, Nieder-Besfingen nachmittags 12V, Uhr, RöthgeS nachmittags 3 Uhr, Nonvenroth nachmittags 4 Uhr;
Mittwoch den 22. Mai 1901 zu: Hungen vormittags 9 Uhr, Langd vormittags 11 Uhr, Inheiden nachmittags 2 Uhr, Riedmühle nachmittags 3 Uhr, Bellersheim nachmittags 5 Uhr;
Herren, I welche im Verkehr mit dem 1 besseren Publikum p wudt I sind and sich der Ferricher- I nngibranohe widmen wollen, I wer Jen ersucht, Offerten 11 Beifügung von Ret. n Angabe bisb. Thitigkeit udIm 0 4473 durch Helnr. Eisler, Hamburg, eiozureichen. Unterstützung während Einarbeitung rege-
Bekanntmachung.
Betr.: Gesuch der Reinhard Graf II. Witwe von Villingen um Genehmigung zur Errichtung einer Schlächterei. Reinhard Graf II. Witwe in Villingen beabsichtigt auf dem Grundstück Flur I Nr. 1040 der Gemarkung Villingen eine Schlächterei zu errichten.
Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, »om Erscheinen dieses an gerechnet, auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Villingen zur Einsicht der In- tereffenten offen.
Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist be Meidung des Ausschlusses bei Großh. Bürgermeisterei Biß liugen vorzubringen.
Gießen, den 29. April 1901.
Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Bechtold.
tzn.
Bekanntmachung.
Betr.: Die Abhaltung von Körterminen zwecks Auf- nähme der Zuchtttere in das Provinzialherdbuch im 2. Körbezirk.
Die Körkommission des 2. Körbezirks (Simmenthaler Vieh) wird an folgenden Tagen im Streife Gießen nachfolgende Körtermine abhalten:
1. Montag bett 20. Mai 1901 zu: Grünberg mittags
12 Uhr, Stangenrod nachmittags 2i/2 Uhr, Beltershain
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und nach dem Mittagessen und abends vor dem Schlafengehen findet gemeinsames Gebet statt.
Besuche von Eltern und Schwestern sind gestattet, solche anderer Personen nur unter Begleitung eines Mitglieds des Aufsichtsrats.
In die Anstalt sind mitzubringen: 1 Bettdecke, 1 Unterbett, 1 Kissen, (Bettstelle und Matratze werden gestellt), 1 doppelter Ueberzug, 1 weißer Bettüberwurf, 3 Betttücher, 2 einfache Truckzeugkleider, 6 Hemden, 4 Handtücher, 2 Bettjacken (Kleider und Wäsche gezeichnet), 1 Kleiderbürste, 1 Schuhbürste, 1 Zahnbürste, 1 Regenschirm, 1 Nähstein, Zeug und Leinwand zur Anfertigung bezw. Unterhaltung von Kleidern, Hemden und Bettwäsche, Wolle und Garn zu Strümpfen und Socken rc. und 2 Borhängschlößchen.
Am Schlüsse des Kursus findet eine Ausstellung der gefertigten Arbeiten, die Uebergabe von Zeugnissen über Betragen und Leistungen, sowie eine feierliche Entlassung der Schülerinnen statt, wozu deren Eltern und Angehörige eingeladen werden.
Der II. Ku r s-u s pro 1901 beginnt Montag den 1. Juli und wird Samstag den 30. November geschlossen werden.
Die Meldungen hierzu sind bei dem unterzeichneten Vorsitzenden des landw. Bezirksvereins Büdingen unter gleichzeitiger Angabe des Vor- und Zunamens, des Tags, Monats und Jahres der Geburt und des Wohnorts der Schülerin und oes Namens der Eltern oder des Bvr-i mundes schriftlich cinzureichen.
Beim Eintritt in die Anstalt hat eine jede Schülerin ein ärztliches Zeugnis vorzulegen, das sich über ihren Gesundheitszustand, sowie weiter darüber aussprechen muß, daß gegenwärtig keine ansteckende Krankheit in ihrer Familie und bei deren Hausbewohnern bestehe.
Lindheim, den 11. April 1901.
Der Vorsitzende des landw. Bezirksvereins Büdingen. Jrle, Kreisrat.
Der Auffichtsrat:
Westernacher, Oberamtmarin. Frau Westernacher. Buß, Schulrat. Bär, Pfarrer.
Lipp, Bürgermeister. König, Beigeordneter.
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Tie zu Lindheim seit 1889 bestehende Haushaltungsschule des landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen steht unter Oberleitung und Verwaltung des landw. Bezirksvereins Büdingen und eines Aufsichtsrats zu Lindheim, und hat die Aufgabe, Mädchen im Alter von etwa 16—20 Jahren die Gelegenheit zur Aneignung derjenigen Kenntnisse und Fertigkeiten zu geben, welche zur Führung einer wohlgeordneten, einfachen bürgerlichen Haushaltung erforderlich sind, sie an Reinlichkeit, Pünktlichkeit und Fleiß, Ordnung und Unterordnung, sowie an Sparsamkeit im Haushalt zu gewöhnen, und auf Geist und Gemüt bildend einzuwirken.
In dieser Lehranstalt erhalten die Mädchen vorzugsweise Unterricht und praktische Anleitung im Kochen. Die Unterweisung erfolgt hierin abteilungswcise an zwer Kochherden und ist auf die Erlernung der Zubereitung einer schmackhaften und kräftigen sog. Hausmannskost gerichtet. Weiter wird unterrichtet im Konservieren von Nahrungsmitteln, wie Einmachen von Gemüsen und Früchten, Einsalzen von Fleisch, Räuchern von Fleisch und Wurstwaren, sodann im B a ck e n, im W a s ch e n, in der Behandlung der Wäsche und Kleidung, im Bügeln und Putzen. Hieran schließen sich an: Molkereiwesen (Behandlung der aus dem Orte Lindheim bezogenen Milch und Bereitung von Butter und Käse in der in dem
Vom Tage des Eintritts an, also während des Kursus, dürfen die Mädchen ohne Erlaubnis oder Auftrag der Hausmutter außerhalb der Anstalt nicht verkehren und sie haben sich der eingeführten Hausordnung unweigerlich zu fügen. Insbesondere ist ihnen- auch Ehrerbietung, Gehorsam und Unterordnung gegen das Aufsichts- und Lehrerperjonal, Freundlichkeit, Verttäglich- keit und liebevoller Verkehr unter einander und endlich Treue, Fleiß und Sorgfalt bei den Arbeiten zur strengsten Pflicht gemacht.
An Sonn- und Feiertagen werden die Mädchen veranlaßt, den Gottesdienst ihrer Konfession zu beuchen, wobei die Hausmutter bezw. die Assistentin die Begleitung übernimmt. Morgens vor dem Frühststck, vor
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Der erste Mai.
Die deutsche Sozialdemokratie hat zum ersten Mai ihr übliches Festblatt herausgegeben. Es enthält ein paar Bilder, ein paar Verse, ein paar Aufsätze. Ter Ton ist kräftig, volkstümlich Daß es sich von Uebertreibun^ertz nicht fernhält, ist nicht verwunderlich. Welche politische Partei verfällt nicht, wenn sie sich auf das gleißende Gebiet der Agitation begiebt, in jenen Styl, der dem de» Arbeiten der Akademie der Wissenschaften diametral ent- gegenläuft. In dem Festartikel heißt es, daß in den- Awölf Jahren des Sozialistengesetzes das Bürgertum in Die Unterthänigkeit der Junkerschaft geraten sei; „aller Idealismus erstarb in wüstem Jnteressenhasse. Bereichert euch, war die Losung. Servilität, Byzantinismus, Muckerei begannen verheerend zu grassieren. Um des Geschäfts willen war man zu jedem Verrat bereit, log und betrog man. DaS widerlichste Strebertum wurde zum Geist dieser Zeit." In dieser Sprache ergeht sich die Schrift ein paar Ellen lang. Jedermann kann sich leicht selbst seinen Vers daraus machen.
Eine alte, mehr oder minder berechtigte Eigentümlichkeit der Sozialdemokratie ist es, sich in alle Himmel zu erheben, an die sie selbst nicht glaubt. Sie versteht es, in schwungvollen Tiraden sich selbst zu preisen. „An jedem Maitag war das Heer der Freiheitskämpfer um Hunderttausende vermehrt. Heute giebt es nur noch eine Weltmacht auf der Erde, die aufsteigt und die sich vor keiner Zukunft und keiner Gewalt zu fürchten braucht, der internationale Sozialismus. Was ist England, was Rußland, was Amerika, was Deutschland, trotz aller Soldaten, Kriegsschiffe, Maschinen und Goldhaufen, gegenüber der Weltmacht der solidarisch sttebenden Arbeiterschaft der Erde!" Tas ist entschieden hübsch gesagt und man wird nicht leugnen, daß die Herren Sozialdemokraten ihren Mund vollzunehmen verstehen. Freilich ist es mit der sozialistischen Weltmacht auf der Erde nicht gar so weit her. Weder den kleinsten noch den größten Krieg vermag sie aufzuhalten oder zu verhindern, und selbst eine Zollerhöhung zu hintertreiben reicht ihre Kraft nicht aus. Das Festblatt sagt, was die Sozialdemokratie unüberwindlich mache und was sie vor allen übrigen Parteien auszeichne, sei der Zukunstsglaube und die Siegesgewißheit. Heute aber existtert neben ihr noch eine Anzahl recht kräftiger und zukunftsfreudiger, auch siegeszuversichtlicher Parteien, und wenn eine Partei von ihren letzten Idealen Erhebliches resigniert dahingegeben hat, so ist es die Sozialdemokratie, die auf ihren erträumten Jdealstaat heute längst weise Verzicht geleistet hat.
Immer mehr und mehr geht die Sozialdemokratie ihren Weg aufwärts, nähert sie sich jenen Parteien, di« ich von jeher als die staatserhallenden erwiesen haben. Bernsteins Theorien sind nicht ohne Nachhall in die Welt hinausgegangen und das Gespräch unseres Landesherrn mit dem Führer der hessischen Sozialdemokratie hat mit dazu beigetragen, daß das Wort von der „Mauserung der Sozialdemokratte" eine gewisse Popularität erlangt hat. Mit Recht berichtet das Festblatt: „Wir arbeiten ^ Parament und Stadtverwaltungen, wo es praktische Arbeit
Anstaltsgebäude eingerichteten kleinwirtschaftlichen Molkerei), Bestellung und Ausnutzung des Gemüsegartens, sowie Zucht und Pflege des Geflügels. Gründliche Unterweisung erfolgt ferner in der Fertigung weiblicher Handarbeiten (Stticken, Flicken, Stopfen und Weißnähen mit der Hand und der Maschine, Kleidermachen, wobei sich die Mädchen für den eigenen Bedarf und für denjenigen ihrer Familie beschäftigen dürfen). Auch wird in den Fortbildungsfächern, nämlich im Rechnen, in der Abfassung von Aufsätzen und Briefen und in der Buchführung Unterricht ertielt, wie auch Unterricht in den Anfanasgründen der Gesundheits- und Krankenpflege erfolgt. Es ist in Anstalt für eine geist- und gemütsbildende Lektüre gesorgt, und wird der Gesang gepflegt. Ein Klavier ist der unentgeltlichen Benutzung der Mädchen überlassen.
Tie unmittelbare Leitung der Anstalt ist einer Vor- steheriil (Hausmutter) und einer Assistentin (Jndustrie- lehrerin) übertragen, welche beide in dem Anstaltsgebäude wohnen. Außerdem erteilen in der Anstalt der Großh. Kreisarzt zu Büdinaen, ein Landwirtschaftslehrer, ein Volksschullehrer und Der Kreis-Obstbautechniker Unterricht.
Es finden jährlich zwei Unterrichtskurse von je fünf Monaten statt, in welchen jede Schülerin für Unterricht, Wäsche und Logis 20 Mk. bei dem (Eintritt, und für Kost und Verpfleguna pro Tag 1 Mk. in Monatsraten prä- numerando am 1. jeden Monats schuldet und zu entrichten hat. Außerdem sind noch etwaige Ausgaben für Arzt und Apotheke zu bestreiten.
Gießen, den 29. April 1901. Betr.: Pferdemusterung im Jahre 1901.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
au die Großh. Bürgermeistereien des Kreises.
Zu Anfang Juni d. I. wird im Kreise Gießen eine Vormusterung des Pferdebestandes nach Maßgabe der neuen Pserde-Aushebungs-Vorschrist vom 17. Juli 1900 (Reg.-Bl. 9kr. 65) stattfinden. Unter Hinweis auf Die §§ 4 und 5 der Vorschrift beauftragen wir Sie, ein Verzeichnis der in Ihren (Gemeinden bezw. Gemarkungen vorhandenen Pferde nach dem Muster Anlage A zur Pferde-Aushebungs-Vorschsrift (Reg.-Bl. S. 527) in doppelter Ausfertigung aufzustellen. Tie Spalten 4 und 5 sind durch Sie nicht auszufüllen. Das Verzeichnis ist im Musterungstermin dem Kommissar doppelt zu überreichen.
Tie Musterung der »Fahrzeuge beschränkt sich in diesem Jahre auf die Fahrzeuge der Orte, in welchen die Musterungen stattfinden (Gießen, Gr.-Linden, Grünberg, Hungen, Lich). Zur Gewinnung eines Ueberblicks, wievie' Fahrzeuge außerdem in den anderen Orten vorhanden sind, ist es erforderlich, daß sämtliche Bürgermeistereien dem jkommissar bei der Pferdemusterung eine Liste vorlegen, aus welcher die Zahl der in ihren Gemeinden vorhandenen kriegsbrauchbaren Fahrzeuge hervorgeht. Welche Anforderungen an kriegsbrauchbare Fahrzeuge gestellt werden, ist aus Anlage G zur Pf.-M-V. (Reg.-Bl. S. 541) ersichtlich. Ms Muster für diese Lifte ist die Anlage H (im Reg.-Bl. S. 543 ist versehentlich II statt H gedruckt) Spalte 1—4 zu benutzen.
lieber die Termine der Vormusterung und die Vorführung der Pferde wird demnächst weitere Verfügung folgen.
v. Bechtold.
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