Nach dem einleitende» Be.
Gerichtssaal
Oberlehrer Johanne- Fäth in Offenbach a. M.
per-
Bei Frauen leiden
wird als Nähr» und Kräftigungsmittel
richt und Vortiag des Vorsitzenden, der insbesondere auch d>e an den Konitzer Mord sich anknüpfende Agitation beleuchtete, sprach auf besonderes Ersuchen Prof. D. Strack über den „Ritualmord". Demnächst beleuchtete Prediger Schmeidler vom Standpunkt des Christen die antisemitische Agitation und forderte die Versammlung auf, in dem Kampfe gegen diese unchristliche Bewegung auszuharren. Abq. Geh. SanitStsrat Dr. En bemann aus Kasiel berichtete über den
dern vorgekommen.
Mainz, 30. Jan. DaS Justizministerium hat den hiesigen Rechtsanwalt en, die bis zum Ablauf des französischen Rechtes auch beim Darmstädter Oberlandesgericht zugelafsen waren, auf Lebenszeit dir Befugnis erteilt, weiterhin am Oberlandesgericht plaidieren zu können, da das französische
Minister zur Zurücknahme dieser Berufung zu bewegen, sind danach als gescheitert anzusehen. — Da es den an der Pariser Universität tamcb trikulierten Studentinnen nicht gelungen ist, in der allgemeinen Studentenvereinigung Zugang zu finden, haben sie nunmehr einen eigenen Verein gegründet. Bemerkenswert ist, daß sie in den Statuten das Hazard-Spiel in den Klubräumen verbieten. — Der Direktor der Tierarzneischule in
wohnenden Rothschilds ein gewisses Vorurteil vorhanden. Wir fmo aber der Ansicht, daß wenn es rin Mann wie Krupp in Esten aus- halten kann, bloß weil seine Thätigkeit dort ruhmreich ist, auch ein
von hervorragender besonderer Wirkung Sanatogen empfohlen. Bon Professoren u. Aerzten glävzend begutachtet. Erhalt!, in Apoth. u. Drogerien. Atteste gratis u. franco. Bauer & Cie„ Berlin 3.0.1k
Bern, Henry Berdez, ist, 53 Jahre alt, gestorben.
Der Dekan der juristischen Fakultät der Universität Königsberg hatte den Reichskanzler davon in Kenntnis gesetzt, daß er am 18. Jan. aus Anlaß der Krönungsfeier zum Doktor beider Rechte ehrenhalber promoviert worden sei. Den an diese Benachrichtigung geknüpften lateinischen Glückwunsch des ProfefforS Schirmer hat der Reichskanzler in folgenden Worten beantwortet:
wInsignem ob honorem quo illnstrissimns me ordo juriaconsul- torum Regiomontanus dignum judicavit, non mediocri laetitia elatua,
Rückgang deS Antisemitismus in seiner hessischen Heimat. Die Versammlung nahm einen durchweg harmonischen Verlauf.
Recht auch in Zukunft noch seine Wirkung ausübt. Anwälte, die sich erst nach der Einführung des Bürgerlichen Gesetz
Ungarn) mindestens die Beibehaltung der bisherigen Zölle zu bewirken. Eine Ermäßigung der deutschen Zölle sei für Erlenholz, Wein zur Kognakbereitung, Garn usw. zu erstreben.
oro rogoque, ut apnd doctiasimos illos excellentiaaimoeque viroa grati mei animi testis aia ac interprea!
Cornea Bernardas de Buelow, Cancellariua imperii, Juris ntriusque doctor Regiomontanus.“
In der deutschen U^bersetzung:
„Mit nicht geringer Frönde erfüllt über die hervorragende Ehrung, deren mich die illustre Königsberger juristische Fakultät für würdig erachtet. ersuch« ich Sie, jenen gelehrten und ausgezeichneten Männern meine dankbaren Gefühle zu bezeugen und zu vermitteln.
Graf Bernhard von Bülow, Reichskanzler,'
Königsberger Doktor beider Rechte."
Wt-N, 80. Jan. Bei der Universität fanden heute vormittag lärmende Studenten-Demonstratronen geg^n den Profeffor der Anatomie Hosrat Toldt statt angebluh wegen dessen zu großer Strenge bei den letzten Prüsunaen.
Kriefkasten der Redaktion.
R. Der Ftchtenbeuger (griech. Pitokamptea), den TheseuS der griechischer, Sage nach erschlug, hieß Sints.
Politische Tagesschau.
Kürzlich fand imArchitektenhause zu Berlin unter dem Vorsitz von Abg. Rickert und Archivar Dr. Georg Winter eine Sitzung des erweiterten Vorstandes des Vereins zur Ab
lassen seines luftigen Standortes bewegen. Erst das energische
3unaeB ke*te i”n I SäS
H. Harbach, 30. Jan. Hier und in dem benachbarten Ettingshausen sind in der letzten Zeit einige heftige DiphteritiS-Erkrankungen unter Den jüngeren Kin
der wichtigsten deutschen Plätze auS die maßgebende Rolle seines Haufe» am deutschen Markte aufrecht zu erhalten und fortzusitzen. LroUteu cotrkttch bei jener Weigerung Luxus und Vergnügungsfragen mtt- spteten, so tECte dies kaum Ernst zu nehmen. Unsere vaterlanbtfche Presse hat sich mit dieser Sache noch lange nicht energisch genug be» schäfttgt. Man bat dies leider lange genug unterlassen, als eS noch Zett war, den bisherigen Inhaber selbst zu einer nützlichen Verfügung zu bestimmen, anstatt einfach sich um die Zukunft gar nicht zu kümmern.
Vremer Tabaikmarkt. Während der letzten 14 Tage gingen von vorjährigem St. Felix-Brasiltabak weitere ca 5000 Pack M Ser» senders Hände über. Für diese Sorte zeigt sich anhaltend beffere Frage, da die außergewöhnlich späte Eröffnung des Geschäfts in neuer Ware jetzt von allen Seilen bestätigt wird. Vor Anfang AprU werden row V1V ______n_____7... _^kaum größere Abladungen zu erwarten haben. Havanatabak, namentlich
buches hier niedergelassen haben, sind von der Begünstigung Einlagen, blieben lebhaft gefragt. Es sind wieder verschiedene größere Posten, teils loko. teils auf Lieferung zum Abschluß gelangt. Dre Zu- aurgefchloffen. fuhren von Carmentabak bleiben andauernd klein. An den Markt gestellte
Hauau, 30. Jan. In der letzten Plenarsitzung der Iboo Kolli fanden zu vollen Preisen schlank Käufer. 847 Pack Javahiesigen Handelskammer wurde ein Teil des demnächst und 109 Pack Sumatratabak wurden in Einschreibung begeben und erscheinenden Jahresberichts der Kammer zur Verlesung ge gut bezahlt. Die beffere Meinung für Paraguaytabak führt- brach.. Die Kammer betont darin, daß van allen Seiten £ 260 P»?°°n ’^'urico ”'"70 V -«lauft,
des Handelskammerbezirks bte Notwendlgkert der Fort Lager in erster Hand: Havana SöOO Ser., Yara und Kuba 300 6er., führung der bisherigen Handelsvertragspolitik Columbia 2600 Kolli, Brasil 27 000 Pack, Mexiko 1400 Pack Portoric» anerkannt worden ist. In den Vertragsverhandlungen sei 12OO Pack, Rio Grande SOO Pack, Paraguay 17OO Pack, Reu'Guine» namentlich auch die Herabsetzung der Zölle des Auslandes b4O Pack, Varmas 1000 M$ad-
1er. Silberwaren-JnduMe (Amerika) und sch^ittsprris"p?o Halfer &r Mk., W°ißer Weizen
der Schuhstoff Industrie (Oesterr.-Ungarn, Rußland, Amerika), 100.00 Mk., Korn lo.so Mk., Gerste 8.60 Mk., Hafer, 6.30 Mk., Erbse» für andere Waren (Goldwaren zum Export nach Oesterr.- 00.00 M., Kartoffeln 00.00 Mk.
Schneeball Bombardement konnten „Kapchen" Nicht zum Ber 1 - ~ -------- • — - ** * *• —*■— finh
Kunst-Ausstellung. auaatellang im Turmhaus am Brand ist täglich von 11 bis 1 Uhr mittags mit Ausnahme des Samstags geöffnet, Mittwochs auch noch von 3 5 Uhr nachmittags, an Bonn- und Feiertagen von 11 bis 3 um ununterbrochen. Eintritt für Niohtmitglieder an Werktagen ig. an Sonn- und Feiertagen 20 Pfg.
die Ouvertüre zur Rossinischen „Diebischen Elster". Der Zensor hat von der ganzen Geschichte nichts gemerkt. (Stürmische Heiterkeit; Zuruf des Geheimrats Werner.)
Vizepräsident Büsing: Ich ersuche die Vertreter der verbündeten Negierungen, den Redner nicht zu unterbrechen. (Lebhaftes. Bravo linls.)
Abg.' Dr. Müller- Meiningen (fortfahrend): Eine Tiroler Sängerin schloß ihre Schnadahüpfl mit dem bekannten Jodler ab. Die Polizei merkte, daß die Sängerin etwas vortrug, das der Zensur nicht vorgelegt war und rie Sängerin wurde ersucht, künftighin auch das weitere, was sie vortrug, also den Jodler, der Zensur zu unterbreiten. (Stürmische Heiterkeit links.) Gegenüber der harmlosen heiteren Muse, wie sie der Humorist Reut ter im Wintergarten vortrug, schritt der Vertreter der Berliner Zensur ein; Reutter wurde zum Vorwurf gemacht, daß er bei den Worten einer Parodie auf die Glocke „Von der? Stirne heiß rinnen muß der Schweiß" — es bezog sich der Text auf Beamte — verdächtig geschmunzelt habe. (Große Deiterkeit.) Dabei äußerte der Zensor, er werde schon Zug in die Kolonne bringen. Der richtige preußische Polizeizargon! (Sehr guü! links.) Bei den Tingeltangeln kommt es mehr auf Ort und Zeit, Mienenspiel u. s. w. an, als in den Theatern, da kann die Polizei nur repressiv vorgehen, aber nicht mit dem Mißbrauch der Zensur. Hier hilft nur Aufhebung der Zensur. Wenn die Ptzlizei sich in diese Dinge einmischt, kommt nie etwas heraus. (Sehr richtig! links.) Es kann nur anders werden, wenn die Zensur beseitigt wird. Ohne Freiheit kann das Volk der Dichter und Denker auf die Dauer nicht bestehen! (Beifall links.)
Abg. Stockmann (Rp.): Ich muß dem Reichstag das Recht bestreiten, sich über diese Sache überhaupt zu unterhalten. (Lebhafter Widerspruch links.) Der Vorredner hat das Verbot der „Maria Stuart" in Dortmund erwähnt und gesagt, das Verbot sei erfolgt, weil das Stück nicht ernst genug fei. In Wirklichkeit ist das Verbot erfolgt, weil das Stück an einem Tage aufgeführt werden sollte, an dem Theateraufführ ungen überhaupt verboten waren. Wenn der Vorredner sich in diesem Punkte geirrt hat, so bestehen berechtigte Bedenken, daß er sich auch in den übrigen Punkten geirrt hat. (Zustimmung rechts.) Auch eine Reihe von Anekdoten hat der Vorredner erzählt, bei denen ich mich gefragt habe, was die Kunst verloren hätte, wenn diese gestrichen worden wären. (Unruhe und Zustimmung rechts.) Die Linke, die im vorigen Jahre die Lex Heinze abgelehnt hat, will jetzt versuchen, die letzte Schranke gegen die Verbreitung von Unsittlichkeiten auf der Bühne niederzureißen. (Lebhafter Widerspruch links.) Ich erkenne an, daß bei der Zensur große Mängel vorkommen mögen. (Hört, hört! links.)- Der Goethebund hat bei seinem Freudenfest über die Be- feitigung der Lex Heinze den christlichen Ernst vermissen lassen: Goethe würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüßte, was unter seinem Namen alles geschieht. (Gelächter links: Unruhe.) Nur das, was sich ziemt, soll auf dem Theater eine Stätte haben; deshalb wollen wir die Zensur aufrecht erhalten.
Hierauf wird die weitere Erörterung vertagt.
Nächste Sitzung: Donnerstag 1 Uhr (Etat).
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itz einer Kvm- gsenquete Meisen ange-
»es Reichskanz- erung zugicbt, )hnungswesens i können. Lon rader dringend ringen, bindet Ich bitte Sie, innigen Volks- Hebung der
.) setzt zunächst t Reichskanzler g, auf der in rjprud) mit der jafy, daß bit terzensur enh leich nM de- adesfiaaten fei :zenfur, Mnchr ig, von Reichs csem WiMvarr, i Gründen, Ivie jetzt endlich eine Fluß getommer r Polizei-Prast' nng im Trama i und in diesem !t wurde. Mag r philosophisch-, en, aber lassen in Ruhe- (Zu- e Reihe Fenfur- t ein Trunkener soll: „llnd mnn liegen." (Heiter chen. E i Dienstmädchen, ich bm eine SSÄ , Schweinereien e Heiterkeit m itveinere^ en «SfieM hgs
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d)« ffiet [t h«6?, rf .ff Wf i’Vl b-d-"Ä
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Meratur, Wissenschaft und Kunst.
°K iJtfiTht nnh JTrttth I — Sensationelle Mitteilungen über die «eireSer» Strahle«
UHV ! enthält die Wochenschrift ^Kirchhoffs Technische Blätter". Im Jahre 1895
Gießeu, 31. Januar 1901. I entdeckte der französische Chemiker Becquerel von dem Element Uran aus-
|| I gehende Strahlen, die eine ähnliche Wirkung haben rote die Röntgen-
GedenKet der DUDSerDden VOSvl ! strahlen und na# ihrem Entdecker Becquerel-Strahlen genannt ift n1,P hf« nnh 7 P-wember werden. Aber während die Entdeckung Röntgens in der ganzen cunlu
Der Anwaltstag ist auf den b. und t. >septem0er i.^„ Welt berechtigtes Aufsehen erregte und u. a. eine vollständige nach Danzrg berufen. Er wird sich auch M'.t der jüngst Revolution in der medizinischen Diagnostik herbeisührte, fristeten die von der hessischen Auwaltskammer erörterten Frage der Becquerel-Strahlen bisher ihr bescheidenes Dasein in den physikalischen itreizüninf eit der R e ckt s an W alts ck alt beschäftigen. Laboratorien. Daran änderte auch die spätere Behauptung deLfranzü- Fretzuglgrerr ^echlsanwail, ^asi ftf(^en Sot^er8 Demaryay nichts, daß die Becquerel-Strahlen Nicht von
Turnverein Gießen. Seit einer Reche von Jahren Uran ^lbst, sondern von einem neuen Element herrühren. — Die neuesten hat der hiesige Turnverein, gegr. 184b, me Abhaltung eines eingehenden Versuche im phowchemischen Laboratorium der Berliner tech» Maskenballes in das Programm seiner Vergnügungen ! Nischen Hochschule haben aber nicht nur die Behauptung Demaryays be- aufgenommen hauptsächlich, um den Wünschen seiner aktiven stätigt, daß man es in dem, bisher radio-aktive Substanz- benanntm uu 1Hc11uu11«cu yuUpMUU,11UUI U<. I iw ' Kürper, mit einem neuen Element zu thun hat, sondern ergaben außer-
Turner zu entsprechen. So hat sich diese Festllchkett eine. Dem bie |ntere«ante Thatsache, daß die die neuen Strahlen auvsendende alljährlich steigernden Besuchs zu erfreuen gehabt, und wohl Substanz fast alle durchsichtigen Körper im Dunkeln mehr oder auch bei dem diesjährigen wird solches zu erwarten sein, weniger stark zum Leuchten bringt. Dadurch ist es z. B. mit Hilfe Der Ball findet am nächsten Samstag, abends 8 Uhr in der der neuen Strahlen "dglich im^ Dunkeln.°men Demanten Turnhalle statt, und allgemein rüstet marf stch, ihm einen ^un thm ein neues Unlersuchungsmittel
schönen Verlauf zu sichern. Ist doch beabsichtigt, den vor- DOn großer praktischer Bedeutung gefunden ist. Durch die Versuche tm gesehenen Aufführungen die Idee eines ächten Karneval-1 Berliner photochemischen Laboratorium ist es aber gleichzeitig zum ersten- abends zu Grunde zu legen, und in Verbindung mit einigen mal gelungen, größere Mengen des neuen
U°b-rr°schung-n den Besuchern recht vergnügte Stunden ^^9 b'V stra^0^Ä
bereiten. für Elekrizität leistungsfähig machen, daß man in diese Eigenschaft der
Ein Kleinbahu Zdyll. Infolge des Schneesturms blieb Becquerel-Slrahlen die größten Hoffnungen für die praktische Vervoll- am Mittwoch nackmittaa die Biebertbalbabn auf der kommnung der drahtlosen Telegraphie setzt. Es werden bereits Versuche S Vn, ÖP f I A Zn nll nn ™ elektrotechnischen Laboratorium der technischen Hochschule m Berlin an- Fahrt Plötzlich stecken. Eine Zeit lang waren alle guteil I roicd über das bisheriae Resultat dieser Untersuchungen noch
Zureden vergebens, die Lokomotive zog nicht an. Eme froh' strengstes Stillschweiflen bewahrt. Wie wir erfahren, soll in allernächster liche Studentenkorporation zog vorbei, und mit Feldherrn Zeit von berufener Seite über die neue Entdeckung vor dem Kaiser ein blick überschaute sie die Lage sofort. Auf das Kommando j Vorttag gehalten werden.
des Chargierten halfen die Musensöhne kräftig drücken und
— das Züglein fuhr ein Paar Schritt weiter. Endlich Handel und Uerkehr. Uolkswirtschüft. Ü" °uch mit m-hr-r°n Unterbrechungen. °n dem « Mutu. »au« «-.hschtt». «
Bestimmungsort an. I f0 ohne Weiteres ein Nachfolger für den verstorbenen Eh cf des
-k Eine lustige Jagd auf einen entkommenen Papagei WelthaufeS nicht zu finden fein dürste. Denn erstens
spielte sich gestern mittag in der Alicestraße zum Gaudium I würde, nachd m Baron Willy bei Lebzeiten keinen feiner Verwandten
- ' - - --- u - - ' - ' ' in sein Geschäft einführte, die Unerfahrenheit der betreffenden Perföiv
Der strengste Zensor, den man sich denken kann, der russische wehr des Antisemitismus stat'. Theaterzensor hat das Stück erlaubt. (Hört, hört! links.) **-k ”•*** Wenn em deutscher Dichter in so tragischer und erschütt^n- । her Weise Dummheit und Aberglauben in der deutschen Bevölkerung schilderte, wie es Tolstoi sür Rußland lhal, so fürchte ich, würde das Stück in Deutschland nicht erlaubt sein. (Sehr richtig! links.) Die russische Theaterzensur steht also bereits über der preußischen. Die „Macht der Finsternis" ist schon vor Jahren von den freien Volksbühnen ausgeführt worden. Sie ist von den Theatern in Stuttgart und München gegeben worden, und obwohl der Minister den Fehlgriff konstatiert hat, ist das Stück noch heute in Kiel und Leipzig verboten. (Hört, hört!) Tie stücke „^.er Ausflug ins Sittliche" und „Der Außenseiter" wurden verboten, weil das Publikum als zu dumm hmgestellt ivird, um die gute Meinung und Absicht des. Verfassers er= kennen. Die Urteile des Oberverwaltungsgerichts gegen diese Verbote haben noch fast durchweg Remedur geschaffen. Vor dem Bezirksausschuß hat der Zensor erklärt, das Stuck , Der Ausflug ins Sittliche" lasse die Landwirtschaft in einem lächerlichen Lichte erscheinen; es verschärfe den Gegensatz zwischen Stadt und Land, und das dürfe angesichts' der Handelsverträge nicht stattfinden. (Schallende Heiterkeit links. - Das Stück ist in vielen Städten, sogar in Dresden (Heiterkeit), gegeben worden. Unglaublich sind die Zensurleistungen gegenüber dem jetzt endlich freigegebenen Björnsonschen Stück „Heber unsere Kraft". Es ist eins der besten Stücke, welche die Neuzeit hervorgebracht hat. Wie in dem „Rosenmontag" der Blaustift gewütet hat, ist skandalös. Der Leutnant Hans sagt zu fernem Schwiegervater: „Je mehr Luxus und Wohlleben um sich greift, um so ernster tritt an den Osfizierstand ine Pflicht heran, nie zu vergessen, daß es auch nicht materielle Güter sind, die ihm die hohe Ehrenstellung im Staate und in der Gesellschaft geschaffen haben." Diese Stelle ist übernommen aus dem Erlaß Kaiser Wilhelms L, und der Zensor hat sie vollkommen gestrichen. (Hört, hört! Heiterkeit.) Ich glaube daß ihm unter Benutzung des dolus eventualis hier eine Majestätsbeleidigung nachgewiesen werden könnte. (Große Heiterkeit.) Die Theaterdirektoren sind von solcher Angst erfüllt, daß sie die Akten nicht mehr hergeben oder cinsehen lassen mögen aus Furcht vor Repressalien der Polizei, (hört, hört! und Heiterkeit.) In Dortmund wurde „Maria Stuart" am Totensonntag verboten, weil das Stück nicht ernst genug sei. (Große Heiterkeit.) Was soll mit den „Räubern", mit „Kabale und Liebe", mit der „Walküre" geschehen? Wenn diese Stücke anstößig sind, was soll dann werden? (Zuruf links: Laufs!) Die Zensur verbot am Totensonntag die Matinee des königlichen Opernchors, wo ein Stück aus dem H ä n d e l s ch c n „M e s s i a s" und die Schlußszene des ersten Aktes von „Parsifal" oorgetragen werden sollte. In Sagan wurde am ersten Weihnachtsfeiertag von der Polizei die Ouvertüre zur Operette „Leichte Kavallerie" von Suppee verboten; die Kapelle erklärte sich bereit, die Ouvertüre zu „Egmont" an die Stelle zu setzen, es wurden aber die Noten nicht gefunden und man spielte
Mainz, 29. Jan. Die Obsthändlerin Anna Klein hatte einen «■if ♦ . । Konkurrenten, der auf dem Martte neben ihr seinen Obststand hat, ange-
ÄNlVer ttatS-NackrlMieN. Leigt, er habe Sonntags zu verbotener Zeit Obst verkauft. Der Mami
f & J J I wurde, da er feine Schuldlosigkeit nachwerfen konnte, vom Schöffengericht
Gelegenllich der in diesem Jahre in Hamburg tagenden 73. Ver-1 stetgesprochen. Die Denunziantin aber wurde von der Strafkammer sammlung deutscher Naturforscher und Aerzte wird im physi- wegen falscher Anschuldigung zu sechs Wochen Gefängnis und in sämtliche kalischen Staatslaboratorium eine das ganze Röntgenfach umfassende, vom Kosten verurteilt.
22. bis 29. September dauernde Ausstellung stattfinden. — Professor l Güstrow, 29. Jan. Die Strafkammer verurtellte den Guts- Dr. Baumgartner, zurzeit an der Univerfität Freiburg i. B-, ist vomlbesitzer Glanz aus Groß-Kelle, der am 14. Oktober v. I. auf dem An- Kultusminister an die Breslauer Universität als Nachfolger des nach stand feinen jüngeren Bruder erschoß, den er für ein Stück Wild hielt, Bonn versetzten Prof. Dr. Baumker mit der Verpflichtung berufen worden, s wegen fahrlässiger Tötung zu drei Monaten Gefängnis.
in Verbindung mit den anderen Fachprofefforen die philosophischen Fächer I
in Sotlefungen und Hebungen zu vertreten, und seine hiesige Lehrthätigkeit Ültrtfhrtrhton
mit Beginn des Sommersemesters 1901 zu beginnen. Pros. Dr. Baum
gärtner ist Vertreter ber Philosophie vom katholischen Standpunkte und I ,, », an , o , .. . ~. .
katholischer Theologe. Die Bemühungen aus akademischen nnb anderen 6?U6let$u5t^
Kreisen, denen die Freiheit der Wiffenschaft am Herzen liegt, den Kultus- — Dorothea Welgand Ww. geb. Luther in Nroder-Florstadt. 3°swh Minister zur Zurücknahme dieser Berufuna tu beroeaen. sind danach als Nathan tn Büdesheim (Rheinh.). Adam Bruder in Offenbach a. M-


