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Wx. §55 Zweites Blatt. Mittwoch den 31. Oktober 15». Iahrgau« 1900
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
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Fernsprecher Nr. 51.
Deutsches Reich.
Berlin, 29. Oktober. Der Kaiser hat am Freitag aus Anlaß der 100. Wiederkehr des Geburtstages des Generalfeldmarschalls Grafen v. Moltke an den Majoratsbesitzer von Creisau, Generalmajor und Kommandeur der 11. Kavalleriebrigade Grafen v. Moltke, folgendes Telegramm gerichtet:
„Der in Dankbarkeit und Verehrung heute am Grabe des großen Genius versammelten Familie Moltke sende Ich in -gleich dankbarem Gedenken an die große Gnade Gottes, die heute vor 100 Jahren dem Vaterlande, Meinem Hause und der Armee einen nie zu besiegenden Feldherr^ ein für alle Zeiten fortwirkendes, leuchtendes Vorbild für das Offizierkorps geboren werden ließ, Meinen Königlichen Gruß. Wilhelm. I. N."
— Der Kaiser hörte heute vormittag von 9 Uhr ab die Vorträge des ^Kultusministers Dr. Studt, des Chefs des Zivilkabinetts v. Lucanus, des Staatssekretärs von Tirpitz und des Chefs des Marinekabinetts v. Senden- Bibran. „
— Von einer beabschtigten Seereise des Kaisers wird der „Post" aus Kiel folgendes gemeldet: Die Kaiseryacht „Hohenzollern" hat telegraphischen Befehl zur sofortigen Instandsetzung erhalten. Die Yacht hat bereits die Werft aufgesucht, um dort Bodenreinigung und andere Arbeiten vornehmen zu lassen. Wie verlautet, wird der Kaiser im Laufe des November eine kurze Seefahrt unternehmen, die vermutlich nach Schweden führt. Nähere Dispositionen bezüglich dieses Ausfluges sind noch nicht bekannt gegeben.
— Im Befinden der Kaiserin Friedrich schreitet die Besserung wieder in normaler Weise fort, sodaß Professor Ren Vers gestern nicht zur Konsultation nach Schloß Friedrichshof fuhr.
— Bei dem Reichskanzler Grafen Bülow findet heute zu Ehren des Fürsten zu Hohenlohe ^Schillingsfürst ein Diner statt, wozu u. a. die Prinzessin Elisabeth zu Hohenlohe, das Erbprinzenpaar zu Hohenlohe und Fürst zu Hohenlohe-Oehringen sowie Staatssekretär Frhr. von Richthofen geladen sind.
— Ein Berichterstatter meldet, daß im Reichsamt der Innern mit Samstag unter dem Vorsitz des R e i ch 5 -- kanzler s eine Konferenz;urBesprechun g v o n Zolltariffragen stattfand. Außer Graf Bülow nahmen die Minister v. Miquel,GrafPosadowsky, Frhr. v. Hämmerst ein und B re feld, sowie der Staatssekretär des Auswärtigen Frhr. v. Richthose» ! an der Besprechung teil, hffe ungefähr drei Stunden dauerte.
— Dem Vernehmen nach ist der Wirkt. Geh. LegattonS^ rat v. Mühlberg zum Unter staats sekret är den auswärtigen Amts ernannt worden.
— Der Etat für das Reichsschatzamt ist dem | Bundesrat zugegangen
Der Krieg in China.
Dem Reuter'schen Bureau wird von der chinesischen Gesandtschaft in London mitgeteilt, diese habe am 16. Oktober ein Telegramm mit der Nachricht empfangen, daß die Kaiserin-Witwe in Tungkwau am Gelben Fluß angekommen und der kaiserliche Hof noch dort sei. Die Gesandtschaft erhielt keine Nachricht über eine Erkrankung der Kaiserin und meint, die Meldung müsse sich auf einen vor der Abreise des Hofes von Singanfu liegenden Zeitpunkt beziehen, dürfe also nicht so ausgesaßt werden, als ob der Hof dorthin zurückgekehrt sei.
Reuters Bureau meldet aus Pa otingfu vom 20. ds.: Die Kolonne 'der Verbündeten ist gestern hier eingetroffen, und sand Franzosen vor, die bereits im Besitze der Thore waren. Gaselee, begleitet von einem Stabe fremder Offiziere, hielt mit dem Provinzialrichter eine Zusammenkunft ab, und traf ein Abkommen mit ihm bezüglich der Uebergabe der Thore. Heute ritt nun Gaselee und sein Stab, eskortiert von je dreißig Berittenen der vertretenen Nationalitäten, durch die Stadt. Später wurde ein Kriegsrat gehalten und beschlossen, die Stadt in vier Bezirke einzuteilen, von denen jeder von einer Abteilung Soldaten der vier Nationalitäten unter dem Kommando des Majors v. Wyneken bewacht wird. Im Schatze wurden 740 000 Taels gefunden und von den Verbündeten genommen. Die französische Truppe, die Tientsin am 1. Oktober verlassen hatte, war fünf Ärge vor der zusammengesetzten Kolonne hier eingetroffen. General Vohron hatte Boten an sie abgesandt mit dem Befehl, Halt zu machen und auf die übrigen Verbündeten zu warten,- die Boten hatten aber die Truppe nicht getroffen. Die zu der Tientsiner Truppe gehörige Kavallerie ist heute hier eingetroffen; der Rest der Kolonne wurde durch schlechte Wege aufgehalten und wird morgen hier erwartet.
Aus Peking wird vom 27. gemeldet: Die Gesandten hielten heute zum zweiten Mule eine Sitzung ab, um den Eorschlag des französischen Ministers des Auswärtigen, Delcasfä, zu prüfen. Alle waren der Ansicht, mau müffe für die Hauptschuldigen bei den letzten Eceigniffen die Todesstrafe verlangen. Mau hat Grund, anzunehmen, daß, wenn die Mächte darauf bestehen, die chinesische Regierung dieser ihrer Forderung gerecht würde. Aus die letzte Note Tschings und Li'Hung-Tschangs wird keine Antwort erteilt. Meldungen auS Tientsin zufolge beabsichtigt eine aus Deutschen rind Russen bestehende Truppenabteilung einen Posten südöstlich von Tungschu anzugreifen, wo sich 10,000 Mann Boxer und entlaufener regulärer Truppen gesammelt haben sollen. Französische Artillerie wird sich an dieser Expedition beteiligen. _ „
Aus London wird vom 29. gemeldet: „Daily Mail meldet aus Hongkong: Kaiserliche Truppen und Landleute haben bei Samtanchuk (?) die Aufständischen geschlagen und 600 getötet. Die Aufständischen ziehen sich jetzt zurück. „Daily NewS" berichtet aus Schanghai, daß der kaiserliche Hof am 26. Oktober in Singanfu eingetroffen ist. Dem „Standard" wird aus Schanghai vom 28. gemeldet, daß die Kaiserin einen Spezialkommissar damit beauftragt habe, alle Gelder, die er aus den Provinzial-Schatzämtern Mittel« und Südchinas irgend auftreiben könne, zu sammeln.
Aus Washington meldet man vom 28.: Der Gesandte Conger hat den Kapitän Hall von dem amerikanischen Marinedetachement, das sich in Peking befand, beschuldigt, er habe sich während der Belagerung der Gesandtschaften Feigheit zu schulden kommen lassen. General Chaffee hat daraufhin eine Untersuchung angestellt und die betreffenden Schriftstücke nach Washington gesandt mit dem Vorschläge, die Sache nunmehr aus sich beruhen zu lassen. Die Schriftstücke sind jedoch dem Kommandanten des Marinedetachements übergeben worden, der durch einen be- sonderev Gerichtshof eine eingehende Untersuchung vornehmen lassen wird.
Der Times" wird vom 26. ds. aus Peking gemeldet: Heute sand eine Beratung der fremden Gesandten statt, in der beschlossen wurde der Lts^ der sieben Beamten, deren Hinrichtung ott an9^ fordert ist, noch die Namen der Prinzen > ■unb gingu en hinzuzufügen. In einem wetteren kaiserlichen Erlaß-wird der Versuch gemacht, die Mächte durch dte Anordnung weiterer Bestrafung schuldiger Minister zu versöhnen
Dem Reuterschen Büreau wird aus Pvvtivgfu vom 23. ds. gemeldet:
italienische Truppen halten Paotingfu besetzt; die britische Abteilung lagert im Norden der Stadt. Der festgenommene Provinzialschatzmeister wird von einer.Kommission abge- urteilt werden, der Bailloud als Präsident, Major von Brixen und die Obersten Camsey und Sausa, sowie ^,ame-
Nach einer Meldung der „Daily Mail" aus Maritz- burg bestand die Abteilung Buren, die die Station Wasch bank angriff, aus 50 Mann Swaziland-Polizei und Natal'schenRebellen unter dem russischen Hauptmann LebowonSki.
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Die von ausländischen Zeitungen gebrachte Nachricht, Krüger habe zur Erlangung befferer Friedensbedingungen die Vermittlung des Schweizer Bundesrate« angerufen, bestätigt sich, wie aus Bern gemeldet wird, nicht. Dem Bundesrat sind keinerlei Mitteilungen zu« gegangen.
Wie aus Marseille vom 29. gemeldet wird, trifft Präsident Krüger am 11. November hier ein. Er wird sich von hier nach Lyon begeben, wo gleichfalls ihm zu Ehren ein Empfang stattfindet. Von Lyon reist er nach Paris weiter. *
Telegramme des Gießener Anzeigers.
Berlin, 30. Oktober. Nach einer Meldung aus London herrscht in Kimberley Panik. Ein Buren-Kommando befindet sich unmittelbar in der Nähe. Die Garnison steht unter Waffen. In London traf gestern Nachmittag die Nachricht auS Kapstadt ein, daß Cecil Rhodes : am Fieber darniederliege.
London, 30. Oktober. Beim Einzug der City- Volontäre in London ereigneten sich gestern viele Unfälle. Am LudgatS Zirkus brach ein Wagen mit Zu- schauern zusammen. Auch an anderen Punkten sandeu zahlreiche Unfälle statt. Die Ambulanzen hatten ununter- I brocken Arbeit. Eine derselben behandelte in ihren ver- I schiedenen Stationen 2000 Verunglückte. Weitere 260 I benötigten chirurgische Behandlung. 77 wurden in den I Hospitälern als schwer verwundet zurückbehalten.
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son als Dolmetscher angehören. Wegen des Schicksals I Paotingfus werden die Befehle des Grafen Walder- I e e noch erwartet.
Der Bericht des russischen Generalstabes nach Peters- I bürg vom 27. ds. meldet, daß der Belagerungspark I und die Transporte am 7. Oktober in Mugden einge- I troffen sind. Bei der Besichtigung des chinesischen Re- I gierungsgebäudes vor der Einquartterung von Truppen I ergab sich, daß fast in allen Gebäuden Sprengminen ge- I legt worden waren, ihre Sprengung wurde nur durch, die ] rasche Eroberung verhindert, ferner wurden Aufrufe vor- I gefunden, die allen Europäern den Krieg erklären. Am I 2. Oktober wurden bei einem Streifzug gegen chinesische I Marodeure die Befestigungen der Kaisergräber erobert. I Die Hauptmassen der chinesischen Truppen flohen in west- I licher und nordwestlicher Richtung nach) der Mongolei, | am 3. Oktober errichtete General Subbotitsch eine Stadt- I Verwaltung in Mugden und forderte die Stadt durch I Anschlag zur Ruhe auf, bis jetzt wurden etwa 50 Geschütze I neuester Konstruktion und Marinegeschütze, sowie Artillerie- I Munition und 7000 kleinkalibrige Gewehre erbeutet, ebenso I 20 Millionen Patronen, darunter auch solche mit Explosiv- I kugeln, am 4. Oktober besichtigte General Subbotitsch die I Befestigung der Kaisergräber und ließ eine Abteilung I als Garnison dort zurück, die übrigen Truppen wurden I außerhalb der Stadt postiert. Die Einwohner beruhigen I sich, allmählich. Am 5. Oktober wurde zur Sicherung der I Arbeiten der Eisenbahnlinie ein fliegendes Korps gebildet, I gleichzeitig wurde, um das Thal des Liaoscheflusses vom I Feinde zu säubern, die Abteilung des Obersten Kondrato- witsch! nach Niutschwang abgesandt. Bei einer sorgfältigen Durchsuchung des kaiserlichen Palastes nad). etwa unbesehenen Schätzen wurden der Thron der Kaiser aus der mandschurischen Dynastie, eine reichhaltige Bibliothek und zahlreiche Gegenstände von archäologischem Werte gefunden. Bei der andauernden Regenzeit ist der Uebergang über die Flüsse jetzt schwierig geworden.
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Telegramme deS Gießener Anzeigers.
Berlin, 30. Oktober. Wie aus Bremen gemeldet wird, gehen mit dem Lloyddampfer „Prinzessin Irene" Proviant und Kriegsmaterial nach China ab, ebenso 154 Pioniere, die heute nachmittag von Harburg I in Bremervaven eintreffen. . .
London, 30. Oktober. Aus Shanghai wird gemeldet, daß die Gegend zwischen P e k i n g und T i e n t s i n sich wieder in großer Aufregung befindet. In den letzten Tagen fanden zwischen den verbündeten Truppen und den Boxern mehrere Kämpfe statt, in denen die Boxer mit Verlusten zurückgeschlagen wurden.
Paris, 30. Oktober. Die Meldung, Kaiser Kwangsü habe den Vertretern Chinas in Europa und Washington telegraphisch ein Gutachten abverlangt, ob fie seine Rückkehr nach Peking für geraten halten, findet insofern Bestätigung, als der hiesige chinesische Gesandte gestern abend der Regierung mitteilen ließ, er habe den Kaiser telegraphisch zur Beschleunigung der Verhandlungen nach Peking zurückzukehren gebeten. Es verlautet, daß auch andere Vertreter Chinas nach Rucksprache mit den Regierungen, bei denen sie beglaubigt sind, Depeschen desselben Inhalts abgesandt haben.__
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Lüdafrikauisches.
«u« Pretoria wird vom 25. Oktober gemeldet: De Wet soll im Norden de« Oranje-Freistaate« 3000 Burgher« bei sich haben. Die Buren durchschneiden systematisch jede Nacht den Telegraphen.
Ein Telegramm der „Central New«" au« Kapstadt bestätigt, daß Donnerstag Nacht bei der Station Fraser- b ura No ad, di- nur 300 englische Meilen von Kapstadt entfernt ist, aus Wachtposten geschossen wurde Ein Soldat wurde getötet und ein anderer verwundet. Es scheint unglaublich, daß Buren au« den Republiken bei Fraserburg Road sein können, -« müssen Kapkolonisten ge- ^'sus'öoo Pftab wird unter« 24. Oktober berichtet: Ein von berittener Kappolizei begleiteter Eis-nbahnzug wurde zwischen Wegdraai und Hoopftad von zwei Burenkommandos angegriffen. Erst wurden die Buren mit einigen Verlusten zurückgetrieben, dann umzingelte eine große Abteilung Buren mit zehnfacher Ueberzahl die dem Zuge vorausgeschickten Reiter und eröffnete cm mörderisches Feuer. Die Engländer mußten sich zurückziehen und zwei Maximgeschütze im Stich lassen, nachdem man ihren Mechanismus zerstört hatte. Eine Anzahl Pferde ging während des Kampfes durch. Kurz vor dem Einbruch der Dunkelheit kam Verstärkung au und die Buren wurden zurückgetrieben. Bon der Eskorte find 7 Mann getötet, 9 verwundet und 13 von den Buren gefangen worden.


