Ausgabe 
29.11.1900 Erstes Blatt
 
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1616 !Dif. abgeschlossen.

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bezeichnet, nur gegen bareS Geld zu mahlen. Doch soll in solchen Gegenden, wo dasMollern" fest eüv gebürgert ist, dasselbe beibehalten werden. Das Haupt­interesse konzentrierte sich auf den vom Kreisverein Fried­berg-Hanau gestellten Antrag: Die Generalversammlung wolle beschließen: Dem Vorhaben derStadtFrank- furt, im Vogelsberg Quellen zu einer neuen Quellwasserleitung zu fassen, entgegenzutreten, inbesondere dahin zu wirken, daß die großh. hessische Staats­regierung die Genehmigung versagt, da sonst den Mühlen an der Nidda, Nidder, Wetter und Horloff durch die

MMnehmeu.

ko. Frankfurt a. M., 27. November. Der Mittelrheinische Zweigverband deutscher Müller hielt gestern hier im.Taunus" seine ordentliche Generalversammlun'g ob. Den Vorsitz führte Herr W. Hildebrand. Den Seschäftsbericht erstattete Herr Feldmann. Die Mit- zliedErzahl ist seit der letzten Generalversammlung, die im tyriil 1899 in Gießen stattfand, von 329 auf 934 ge- stieg'en Die Einnahmen betrugen im abgelaufenen Ge- MfstSjahre 4402 Mk., die Ausgaben 4399 Mk. Das vermögen des Verbandes beziffert sich auf 4275 Mk. AuS dm Bericht über die Thätigkeit des Vorstands ist die Mitteilung von dem bevorstehenden Abschluß eines Haft- MchtvertrageS seitens deS Verbandes mit einer BersicherungS- Mschaft (Mobiliar gegen Feuer) hervorzuheben. Eine längere Debatte rief die Regelung der Mahllöhne, über lie ebenfalls Herr Feldmann referierte, hervor. Die u>m Hauptverband erstrebte einheitliche Regelung der Mahl- Kn frage für ganz Deutschland wurde nicht für durchführ- lot gehalten. Dagegen sollen sich die Müller in kleineren Shirten durch einen (bereits von einem Rechtsanwalt in Hassel entworfenen) Vertrag zu einer Erhöhung der Mahl- litjne gegenseitig verpflichten. Als wünschenswert wurde

Eik begründet den Antrag: Er meint, auf dem Wege des Prozesses werde kaum etwas zu erreichen sein, aber die hessische Regierung habe die moralische Ver­pflichtung, die Interessen der Müller zu wahren. Sammelweiher könnten den Schaden, der durch die Fassung der Quellen verursacht werde, nicht ersetzen. In der Debatte wurde darauf hingewiesen, daß die Quellen tm Oberwald meistens im Besitz des hessischen Fiskus sind und sich deshalb eine Einwirkung auf die hessische Re­gierung und die hessischen Kammern empfiehlt. Der Re­gierung wurde zum Vorwurf gemacht, daß sie einer nicht­hessischen Stadt überhaupt gestattet habe, nach neuen Quellen zu suchen, ohne den Verband der Müller zu be­fragen. Auch die Quellen der Kinzig sollen in Anspruch genommen sein und es wurde deshalb außer dem oben­genannten noch ein zweiter Antrag angenommen,bei der preußischen und hessischen Regierung darauf hinzuwirken, daß diese die Bezugsrechte der Besitzer von Trieb­werken an Bächen und Flüffen auf Wasser erwirken oder schützen, sei es durch Servitute oder andere Einrichtungen." Hierauf berichtete Herr Hildebrand über die Anlage von Sammel- (Stau-)Weihern. Im Anschluß an das Referat beschließt der Verband, die hessische sowie die preußische Regierung zu ersuchen, die für die Anlage von Stau Weihern not­wendigen Vorarbeiten vorzunchmen. Es soll dabei hervor­gehoben werden, daß die Stau Weihern nicht nur im In­teresse von Landwirtschaft und Industrie liegen, sondern auch geeignet sind, die schädlichen Hochwasser einzuschränken. Ferner wurde noch beschlossen, in Frankfurt a. M. eine Arbeitsnachweisstelle einzurichten. Erwähnt sei noch, daß sich die Zahl der Kreisvereine wieder vermehrt hat, und daß die Bildung derselben als sehr förderlich für die In­teressen der Müller erkannt wurde. Der im Juli hier ab­gehaltene Verbandstag des Verbandes deutscher Müller hat infeige ungenügender Beteiligung mit einem Defizit von

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Adolf Soirneuthal. Eine n st l e r l a u f- bahn als Beitrag zur Geschichte des moder neu Burgtheaters. Von Ludwig Eiseuberg. Dresden und Leipzig. E. Piersons Verlag. Ter Biograph Sonnenlhals richtet in dem vorliegenden Buche dem ge­feierten Schauspieler ein Denkmal auf, das in der^Haupt­figur nicht nur die ganze Künstler-Individualität Sonnen­thals zeigt, sondern in den Reliefbildern des Sockels auch die Stationen darstellt, die der Mime auf feinem Werde­gang zur Knnstlerschaft zurückgelegt hat. Wenn der Autor 450 Druckseiten gebraucht, und seine Darstellung etwas breit anlegt, so läßt sich das insofern rechtfertigen, als er dem Leser ein Stück Kulturgeschichte darbieten will. Er schildert deshalb nicht nur den Künstler, sondern auch den Menschen in seinen Beziehungen zur Familie und zur bürgerlichen Gesellschaft. Ohne den reichen sittlichen Fonds, den der am 21. Dezember 1832 zu Budapest ge­borene Adolf Sonnenthal als schönes und sichieres Erb­teil aus dem Elternhaufe hinwegnahm, wäre es niemals möglich gewesen, daß der Sohn verarmter jüdischer Krämerleute, der zum Schneiderhandwerk greifen mußte, um als halberwachsener Bursche sein Brot zu verdienen, später in der besten Gesellschaft Wiens hätte eine Rolle spielen, ja daß Kaiser Franz Josef ihn in den erblichen

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ft Feuerwehrkapelle und der Männergesangverein über- ncinmen. Nach der Begrüßung durch den Kommandanten

Wehr, Herrn Betzberger, hielt Pfarrer Werner die Astrede. DaS auf das Fürstenpaar ausgebrachte Hoch wurde ul Begeisterung ausgenommen und darauf die National- Hnne gesungen. Es wechselten Vorträge der Kapelle und Gesangvereins sowie patriotische Gesänge der Ver- smmelten mit einander ab, und die ganze Veranstaltung ij als eine durchaus gelungene zu bezeichnen.

n. Liudheim, 27.November. Die Spar- und Leih­

lasse zu Büdingen hat der hiesigen landwirtschaftlichen . _ x . - Cx u .

bwshaltunasschuie aus den Ueberschüssen deS abgelaufenen I Wafferentziehung großer Schaden erwachsen durfte . Herr ZchreS eine außerordentliche Unterstützung von 1000 Mk. > ""in. h'6

inb eine ordentliche von 100 Mk. überwiesen. Doch rst anjrre Anstalt nicht die einzige gemeinnützige, die einen imhaften Zuschuß erhalten hat. Die Kasse hat vielmehr 1925 Mk. für derartige Zwecke verwendet. 450 Mk. er- hirli die Gewerbeschule in Büdingen, 500 Mk. die land­wirtschaftliche Winterschule dort, 500 Mk. daS Math'lden- haff ital und 100 Mk. die Kleinkinderschule daselbst; 200 Mk. fiao für eine Krankenpflegerin auf dem Lande, 100 Mk. für eine solche in Büdingen, 400 Mk. für den Badebesuch stwvhulöser Kinder und 50 Mk. für denViktoria-Melitta- kerein" bewilligt. Außerdem erhalten die Bezirksgemeinden 3350 Mk. als Beitrag zu den Kosten für die Fortbildungs- schu' en (der auf manche Gemeinde fallende Anteil reicht zur Drrl ang auS). 250 Mk. wurden für den Obstbaumwärter- MursuS und 600 Mk. zum Gehalt des Vereinstierarztes bewülligt. Vom 1. Januar 1901 an verzinst die genannte ftafjic die Einlagen mit 33/4 pCt., während sie für Darlehen gegen Privatbürgschast 5 pCt., für solche gegen Mitbürg- schajst der Gemeinden 4</2 pCt., für Faustpfand- und Hypo- llieken-Darlehen 4^pCt., für solche an Bezirksgemeinden 4 pSt. und für Kausschillinge 4»/, PCt. berechnet.

Darmstadt, 27. November. Bei der gestrigen Ersatz- «rahl zur Handekskammer Darmstadt wurden gewählt: Kommerzienrat L. Röder, Georg Kaiser (in Firma grsi dr. Schäfer), S. Badenheimer (inFirma H. Boden- heimer), Ludwig Trier (in Firma B. L. Trier), K. Wittich, posbuchdruckereibefitzer.

Offenbach, 27. November. Die Ergänzungswahl jur Handelskammer findet am 6. Dezember, vor- mltcigs von 10 bis mittags 1 Uhr, im Sitzungslokale der Handelskammer statt. Die satzungsgemäß ausscheidenden Witglieber der Handelskammer, Louis Feist mann, Eduard kirvers und Geheimrat Frz. M. Weintraub, sind dieser wählbar. Für daS verstorbene Mitglied Gustav Vvchm ist eine Ersatzwahl für die Zeit bis zum Ablauf bei Mandats deS Verstorbenen, den 31. Dezember 1902,

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Adelsstand hätte erheben können. Der Kunstenthusiast, der in den ersten Jahren der Laube'schen Direktionsführung am Burgtheatcr als Statist besck)afttgt wurde, konnte schon sechs Jahre spater als .hofburgschauspieler denMor­timer" und denDon Carlos" darstellen. In verhältniß- mäßig kurzer Zeit mar er der erklärte und gefeierte Lieb­ling des in Kunstgenüssen verwöhnten Wiener Publikums geworden, und als Adolf Wilbrandt, der Thcaterkabalen müde, sein Amt als artistischer Direktor des Burgtheaters niederlegte, da war es Adolf Sonnenthal, der mit der artistischen Leitung der Bühne betraut wurde.

Tas erste Novemberheft derGesellschaft" (E. Piersons Verlag in Dresden) beschäftigt sich zweimal mit dem österreichischen Philosophen und Parlamentarier Bar­tholomäus Carneri, dem Ethiker des Darwinismus, einem der interessantesten Charakterköpfe der zeitgenösslscl)en Ge- chichte innerhalb der schwarz-gelben Grenzpfähle. Dav eine Mal ist es Rudolf Steiner, der Carneris Bedeutung aus seinem Wissen und Wirken in einem kritischen Es|ay bespricht, das andere Mal ist cs die feinsinnige Dichterin Marie Stona, die in geistvollem Plauderstil ein Bild des bedeutenden Mannes festzuhalten sucht: beide Aufsätze, gleich fesselnd und anregend geschrieben, geben jeder itt seiner besonderen Weise, wertvolle Ausblicke auf die Schaffensgebiete Carneris. Neben diesen Arbeiten ästhe­tischer Art fesselt der Spitzenartikel der neuenGesell­schaft", der sich mit Chamberlains Aufsehen er­regendem WerkeDie Grundlagen des 1 9. Jahr­hundert s" eingehend beschäftigt und die Weltanschauung dieses künstlerisch empfindenden Gelehrten einer Kritik unterzieht. Von dichterischen Schöpfungen der neuen Nummer ist an erster Stelle der Schluß des Zweiakters von Richard Scl)aukalEiner, der seine Frau besucht" zu nennen neben einer fein empfundenen NovelleEinsegnung" von Adele .Hindermann und einer Skizze von Josef Trübwaffer

Der arme Hans", die in rührender Weise das Geschick eines alten Pferdes erzählt. Zahlreiche lyrische Beitrage und eine größere Reihe Mitiken über litterarische Novitäten vervollständigen den Inhalt der interessanten Nummer.

Handel und Verkehr. Uolkswirtschast.

Welche ri sige Lelstungöfähtgkeit unsere deutschen Kampfs schlffahrttz Gesellschaften bcsitzen, beweist die Thatsache, daß z. B. der Norddeutsche Lloyd in Bremen innerhalb kürzester Frist rrotz der starken Beanspruchung seiner Dampfer durch die Paffagi-rfahrt vtcht weniger als 16 seiner großen transatlantischen Dampfer für die Truppen Transporte nach China der Kaiserlichen Marine zur Vc.fügung24 Noribr. (Allgemeiner Deutscher Verstcherungs Verein.) Im Monat Oktober 1900 wurden 1262 SchadenfSlle regu­liert. Davon entfielen auf die Haftpflicktverstcherung 610 Fülle, und zwar 342 wegen Körperverletzung und 268 wegen Sachbefchä- hiaung; auf die Unfallverstcherungg 588 Fälle, von denen. 5 dw sofortigen Tod und 4 eine gänzliche oder tellweise Jnvalidttat der Verletzten zur Folge hatten. Don den M tgliedern der Kapital­versicherung für den Todesfall find 64 in diefem Monat gestorben. Neu abgeschlossen wurden im Monat Oktober 6470 Versicherungen. Von den vor dem 1. August 1900 an gemeldet en Schäden der Unfall- Versicherung (incl. der TodeS- und JnvaliditätSfälle) sind nur 188 noch in Behandlung. _____________

Sprechstunden der Redaktion

des Gießener Anzeigers täglich (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag) von 67 Uhr nachmittags. Eingang von der Kaplanergafse aus.

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