jungen zu ersehenden Wortlaut seines Berichtes vom 24. folgendermaßen: Der allgemeine Vormarsch begann am 23. von der Stellung aus, die seit dem 12. östlich von Pretoria gehalten wurde. Jan Hamilton, der den nördlichen (linken) Flügel sührte, hatte Rustfontein, ungefähr 11 Kilometer nördlich der Eisenbahnstation Bronkhorstspruit, schon am 22. erreicht, durch seine Operation beherrschte er die Rückzugslinie der Buren so vollständig, daß diese ihre starke Stellung in der Front, gegenüber Pole-Carews Division ausgaben. Infolgedessen gelangte Stephensons Brigade von der genannten Division am 24. ohne Widerstand bis zur Station Elands River etwa 50 Kilometer östlich von Pretoria. Der südliche (rechte) Flügel wurde durch die 1. und 4. Kavalleriebrigade unter French und Huttons berittener Infanterie gedeckt. French erreichte am Nachmittage des 24. das östliche User des Wilge River, 10 Kilometer südlich von Balmoral. — Dort traf er 2000 Buren, die jedoch bei seinem Herannahen flohen. Die Buren sagen, so heißt es in einer Meldung aus Balmoral (90 Kilometer östlich von Pretoria), ihr Feldzugsplan sei, den Kleinkrieg bis zur Präsidentenwahl in Amerika sortzusetzen, da ihnen Intervention versprochen sei, salls die Demokraten siegen.
Von De Wet meldete Roberts am 24., da er seinen Marsch in nordöstlicher Richtung fortgesetzt habe und am 22. in Vredesort war, das bekanntlich nur wenige Kilometer vom Vaal entfernt liegt. Broadwood hat die Verfolgung nicht eingestellt, wie es anfangs hieß, sondern ist dicht hinter ihm, und General Little folgt ihm mit der dritten Kavalleriebrigade. Es scheint demnach, als wenn sich De Wet entschlossen hat, den Oranje-Freistaat zu verlassen und sich zu den TranSvaalern hindurchzuschlagen. Im nordöstlichen Freistaate wird bei Bethlehem trotz De Wets Abzug heftig weiter gekämpft. Hunters Division hat sich dort am 23. bei den der Stadt südlich vorgelagerten Bergen blutige Köpfe geholt. Nach einem den ganzen Tag andauernden Gefechte wurde ein Sturm aus die Stellung der Buren mit einem Verlust von 50 Mann abgeschlagen. Wie es scheint, gelang es Hunter am 24. ds. durch Umgehung, den Feind aus seiner Stellung in dem Bergpasse heraus zu operieren, jedenfalls räumte dieser sie «ach Roberts Meldung am 25. Im südwestlichen Transvaal haben die Kämpfe nach der Vereinigung Methuens mit Baden-Powell in Rustenburg keineswegs ihr Ende erreicht. Am Magato-Paß westlich von Rustenburg hat eine englische Abteilung von 400 Mann einen harten Strauß mit 1000 Buren zu bestehen gehabt und diese nach Baden-Powells Meldung unter großen Verlusten zersprengt. Man sieht also, daß die Entsetzung Rustenburgs durch Methuen noch immer nicht vollständig gewesen ist.
General Rund le rückte gegen die Buren vor und nahm Loumandank ein. Die Buren, heißt es, ziehen sich auf Fouriesberg zurück. Die Engländer folgen, um ihn zu umzingeln. Unter den englischen Trappen herrscht viel Fieber. Mehrere Todesfälle sind vorgekommen.
Eine Regierungsvorlage betreffend die Verurteilung der Ausrührer durch besondere Gerichtshöfe wurde dem Kapparlament vorgelegt. In der Abstimmung bezüglich des Kriegsrechtes stimmten 45 für die Regierungsvorlage, 41 dagegen. Der frühere Premierminister Schreiner, der frühere Attorney General Salomon und drei andere holländische Mitglieder des Parlaments stimmten mit der Mehrheit.
Aus MM und Kaud.
Gießen, 28. Juli 1900.
• * Militärisches. Pavel, Major und Bats. Kommandeur im Inf. Regt. Vogel von Falckenstein (7. Westsäl.) Nr. 56, unter Beförderung zum Oberstlt., zum Stabe des Ins. Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116 versetzt; Zimmer, Major z. D., unter Enthebung von der Stellung als Kommandeur des Landw. Bezirks Hagenau, Verleihung des Charakters als Oberstlt. und Erteilung der Aussicht auf Anstellung im Civildienst, mit Pension und der Uniform des Ins. Regts. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, Arndt, Lt. im Ins. Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, der Abschied bewilligt; die Vicewachtmeister Hein im Landw. Bezirk Wiesbaden und Ho sm eher im Landw. Bezirk Gießen zum Lt. der Res. des Großh. Hess. Train-Bats. Nr. 25 befördert; Koch, Oberlt. der Inf. 2. Aufgebots des Landw. Bezirks Gießen, der Abschied bewilligt.
* • Sammlung für China. Die von der Vereinigung der Gießener Militärvereine veranstaltete Sammlung zum besten der aus unserem Regiment Kaiser Wilhelm zum ostasiatischen Expeditionskorps übergetretenen Unteroffiziere und Mannschaften hat bislang die stattliche Summe von rund 1800 Mark ergeben.
. ’J5 ** Landwirtschaftlicher Lokal-Verein Greßen. Am 27. Juli fand eine außerordentliche Sitzung des landw. Lokalvereins Gießen f^rtt, um über die Frage zu beraten, wie die Landwirte rhr Grundvermögen zur Vermögenssteuer einzuschätzen ^eJcrcnt öur Frage bedauerte zunächst, daß dr-e Mitglieder des Vereins und eingeladene Gäste nicht noch zahlreicher erschienen seien, um die Frage im einheitlichen Sinne zu lösen. Selbst dringende Erntearbeiten sollten die Landwirte nicht abhalten dürfen, zu der Sitzung zu kommen. Sei auch die in Aussicht stehende Vermögens- fteutr mcht hoch, so würde doch, eine fehlerhaste d. h. zu hohe Einschätzung später zu unangenehmen Konsequenzen Mhren. — Wie ist der Boden wert in den verschiedenen Gemarkungen zu ermitteln? Daß oie kleinsten und kleinen Landwirte vor eine solche Frage gestellt werden, die auch den besonders intelligenten kleineren und größeren Landwirten große Schwierigkeiten rnacht, hält der Referent für unbillig. Der Referent glaubt, daß bet der Unklarheit, die bei Mchtlandwirten,.ich will micht ganz ausdrücklich sagen, auch, bei den Steuerbehörden über die landwirtschaftlichen Verhältnisse herrscht, es selbst
den bestunterrichteten Behörden sehr schwer fallen würde, zu sagen, das Besitztum von fünf Hektar Größe in der und der Gemarkung hat inkl. Gebäude den und den Verkaufs- Wert. Folglich hat der Besitzer in seinen Immobilien das und das Vermögen stecken! Unterlagen für eine solche Wertberechnung fehlen. Denn auch das Gesetz über die Vermögenssteuer nimmt an, daß nicht der Verkaufswert einzelner Parzellen, die von Landwirten und vorzugsweise ost von Nichtlandwirten zu ungeheuerlichen Preisen erworben werden, maßgebend sein kann für den Wert eines ganzen Besitztums. Der Wert soll vielmehr Geltung haben, den das Besitztum als Ganzesun ter normalen Verhältnissen und zum Fortbetrieb hat. Also kann nicht etwa der Wert maßgebend sein, den ein Gutsausschlächter anlegt, um ein Besitztum zu parzellieren und die kleinen Parzellen zu einem abnorm hohen Werte einzeln zu veräußern. Wie ist also anders der Wert eines Bauerngutes von fünf Hektar zu ermitteln? Viele unserer Landwirte in der Umgegend Gießens haben sich gesagt, wir kapitalisieren den Gewinn, den wir aus unserem Besitz erzielen, das Kapital repräsentiert den Wert unseres Besitzes. Bei den heutigen Verhältnissen in der Landwirtschaft, die schon lange bestehen, und sich, noch immer zu ungunsten der Landwirte zuspitzen, sind die Landwirte irt verschiedenen Gemeinden unabhängig voneinander zu Ergebnissen gekommen, die der Steuerbehörde nicht passen werden, die aber unanfechtbar sind. Das Resultat der Deklaration wird fein, daß die Steuerbehörden dieselbe nicht anerkennen; endlose Weiterungen werden zwischen den Landwirten und den betreffenden Behörden daraus entstehen, und das Ergebnis ist gar nicht vorauszusehen. Außerordentlich erfreulich war es, wie richtig in verschiedenen Gemeinden Rentabilitätsberechnungen angestellt waren und wie unbedeutend die Resultate auseinandergingen. Das beweist wenigstens, daß es nicht mehr richtig ist, wenn man behauptet, der Landwirt verstehe nicht zu rechnen. Aus andere Weise ließe sich der Wert eines bäuerlichen Besitztums auch schwerlich feststellen. Resultatlos würde das ^periment verlaufen, das allen Ernstes aus einer sehr guten Gemeinde vorgeschlagen wurde. Der betreffende Besitzer sagte, sechB von uns in unserer Gemeinde wollen unsere Besitzungen als geschlossenes Ganze zum Verkauf stellen zur Fortbewirtschaftung. Die Gebote sollen maßgebend fein für den Wert unserer Besitzungen. — Daß heute kein Gebot erfolgen würde oder nur ein sehr geringes, das etwa cheni Nutzungswerte entspricht, liegt auf der Hand, und deshalb ist die Feststellung des Wertes nach dem Nutzungswerte nicht so ohne weiteres abzuweisen. Oder hat die Steuerbehörde zur Ermittelung des Werthes einen besseren Vorschlag, der uns aus dieser Klemme zieht? Wir hören ihn gern! Daß es heute in der Wetterau in der Gemarkung eines Landstädtchens ca. 50 Morgen Land giebt, die die Besitzer gern verkaufen möchten, keinen Käufer finden, und die Aecker wüst liegen lassen, sei zur Beleucht tung der Verhältnisse nebenbei erwähnt. Und daß die Landwirte ihr Besitztum nicht hoch! einschätzen wollen, jedenfalls nicht so hoch, als man wohl erwartet, ist erklärlich Die Ergebnisse der landwirtschaftlichen Enquete, die seitens der Regierung als richtig anerkannt sind, bestätigen die Ansicht der Landwirte in dieser Richtung. Hat doch! keine bäuerliche Wirtschaft in der Provinz mit einem nennens-, werten Plus gearbeitet? Die große Mehrzahl der Landwirte blieb nach laugen Debatten der Ansicht, daß der IWert eines landwirtschaftlichen Besitzes nur ermittelt werden' könne nach seinem Nutzungswerte und richtet an alle anderen Landwirte des Landes die Mahnung, sich ebenso in der Frage zu verhalten. Allgemein wurde anerkannt, daß wir wenigstens auf dem Wege seien, durch die Steuerreform den Grundbesitz zu entlasten. Daß die bisher bestehende Besteuerung des Grundbesitzes zu geradezu ungeheuerlichen Konsequenzen! führt, mag die Thatsache belegen, daß ein Gut, das ein Einkommen von 4000 Mark erbringt — die Deklaration ist als richtig anerkannt — zur Staatssteuer mit rund 400 Mk., zur Gemeindesteuer mit rund 1000 DNk. herangezogen ist. In jd>emselben Verhältnis ist natürlich auch der kleine Besitz in Anspruch genommen.
• • Ein starkes Gewitter entlud sich heute früh zwischen 7 und 8 Uhr über unserer Stadt, das von einem etwa eine Stunde lang andauernden Regen begleitet war. Aus Großen-Buseck geht uns die telephonische Meldung zu, daß dort der Blitz in den der Gemeinde gehörigen, nicht versicherten Ochsenstall schlug und zündete. Der Stall und die Futtervorräte wurden ein Raub der Flammen, während die Faselochsen und der in dem Stalle untergestellte Leichenwagen der Gemeinde gerettet werden konnten. — Bei Heuchelheim, sowie am Wiesecker Weg wurde ein Strohhaufen durch einen zündenden Blitzstrahl vernichtet, und in Kinzenbach schlug der Blitz in einen Hausen Korn in der Nähe des Bahnhofes, der ebenfalls rasch zu einem Häuflein Asche wurde.
- mb- Heuchelheim, 28. Juli. DaS Konzert der Familie Kruse, das gestern ersreulicherweise besser besucht war als seither, bereitete auch diesmal wieder dem Musik, freunde einen ungetrübten Kunstgenuß. DaS Streichquartett eröffnete die Reihe der Vorträge mit dem ersten Satz des Mozart'schen 0-ckur-QuartettS. Die moderne Musik war durch ein Intermezzo von Gurlitt vertreten, ein Werk von eigenartigem, harmonischem Reiz. Von den Cellovorträgen gefiel am meisten das mit feinem Empfinden gespielte Larghetto von Nardini. Ebenso lebhaften Beifall fand das mit Ausdruck vorgetragene Violinsolo Reverie von Vieuxtemps. , .
• • Heuchelheim, 28. Juli. Zu unserer gestrigen Notiz unter Fellingshausen schreibt uns die Firma Rinn u. Cloos: Die erste Notiz aus Fellingshausen war so ziemlich zutrefiend, nur hätte eS heißen müsien, daß wir die Hosraite der Lehrerwitwe Kling nicht zur Fabrikation, sondern als Meisterwohnung erworben haben. Die Fabrikation geschieht in größeren Räumen, bis daß ein Fabrikneubau sertiggestellt ist.
xx Nidda, 27. Juli. Heute mrbe die Familie des Bahnmeisters G ö r n e r t hier schwer heimgesucht. Das jüngste Kind, ein Knabe von 1V2 Jahren, spielte im Hofe. Dabei lief es gegen daS offen stehende Fenster des Kellers, in dem
die Waschküche sich befindet, stürzte durch dasselbe hinab und gerade in einen Kessel voll heißen Wasiers. Schwer verbrüht zog man das Kind heraus. Aus dem Wege nach der Klinik zu Gießen starb es.
-d- Sellnrod, 27.Juli. Bei der heutigen Wahl eines- Beigeordneten wurde der Landwirt Konrad Merz III. einstimmig gewählt. Durch seine einstimmige Wahl ist auch ein Akt der Dankbarkeit gegen die Familie des verstorbene« Beigeordneien Hartmann Merz, der in unserer Gemeinde einer der angesehensten Bürger war, geschehen, da der neugewählte ein Bruder des ersteren ist.
Marburg, 27. Juli. In einer gestern abend ftatt= gehabten Sitzung des Komitees ist gemäß den Vorschlägen! des engeren Ausschusses beschlossen worden, dem Kaiser Friedrich-Denkmak im Zentrum der Stadt feinen’ Platz anzuweisen, und zwar soll in erster Linie der nördliche Teil des Marktplatzes — etwa die Stelle, an der sich jetzt der Brunnen befindet — in Aussicht genommen werden. Von einer definitiven Bestimmung des Denkmalsplatzes, wurde vorderhand noch Abstand genommen, da man es! für ratsam hielt, den Künstlern für ihre eventuelles Projekte etwas freiere Hand zu lassen.
Krrmifchtes.
Berlin, 27. Juli. Eine Benzine xplosion^ durch die vierzehn Personen in Lebensgefahr gerieten, erfolgte heute vormittag kurz nach 10 Uhr in einer Drogerie in der Reinickendorfer Straße. Der Verkaufsladen mit dem dahinter liegenden Lagerraum wurde total zerstört.
*Hamburg, 27. Juli. Die deutsche B a r k „K a -- tinka" aus Elsfleth ist, mit Holzladung von Hameling nach Veracruz unterwegs, an der Westküste Australiens unweit Buselton gestrandet und total verloren. Fünf Mann der Besatzung ertranken.
* Plaue'n i. V., 27. Juli. Die Erdbeben dauern! fort. Sie erreichten in der vergangenen Nacht ihren Höhepunkt. Die Erde erzitterte in fortgesetzten Stößen, urüy die Häuser wankten. Die Aufregung der Bevölkerung istgrotz.
* Paris, 27. Juli. Gestern sind hier 10 Personen infolge Hitz sch la g eS gestorben.
Gerichtssaat.
-nn. Darmstadt, 27. Juli. Ferien«Strafkammer. Bekanntlich war das von der Strafkammer in Gießen vor einiger Zeit gegen dm ehemaligen Klubdiener 21. Fink wegen Unterschlagung zum Nachteil des Gießener Kasinos gefällte Urteil auf Revision des Reichsgerichtes aufgehoben und die Sache an die hiesige Strafkammer verwiesen worden, da die meisten Mitglieder des dortigen Gerichtshofes auch Mitglieder des Kasinos und damit gleichsam interessiert find. Vor dem heutigen Zusammmtreten des hiesigen Gerichtshofes stellte sich nun heraus, daß wahrscheinlich die Mutter eines hiesigen Strafkammer-Mitgliedes, die in Gießen wohnt, auch Mitglied des Gießener Klubs ist. Um nun eine wiederholte Revision aus dem gleichen Grunde zu vermeiden und jeden Zweifel an der Zuständigkeit zu heben, beschloß der Gerichtshof nach eingehender Beratung, die Sache auf den 6. September d. I. zu vertagen, und bis dahin genaue Ermittelungen über den streitigen Punkt anstellen zu lassen.
Mainz, 26. Juli. Gegen den Inhaber eines hiesigen Zigarrengeschäftes und deffen Frau ist eine Untersuchung wegen Kuppelei anhängig gemacht worden. Die dabei beteiligten Personen sind meist' ältere „Damen", die. bereits die 30 überschritten haben und die sich in dem Zigarrengeschäft auch zumeist erst eingefunden hatten, wenn der kühlende Abend eingetreten war. Die Inhaberin des Geschäftes selbst machte bei Tage die Honneurs und begrüßte, wie dies durch Zeugen festgestellt werden konnte, die chr geeignet erscheinenden Gäste mit einem warmen Händedruck und einem Kuß und lud die Herrm dann auf den Abend ein. Der Rest ist Schweigen!
Wetzlar, 27. Juli. Schöffengericht. Blutige Schläge gab es am 11. März d. I. zu Dutenhofen. Die Affaire brachte heute drei der Angeklagten, den Bahnarbeiter Peter H., den Hilfsarbeiter Wilhelm Th. und den Hüttenarbeiter Friedrich K., sämtlich von Münchholzhausen, vor die Schranken des Gerichts, während der vierte Angeklagte, Michael H. von Dorlar, vom persönlichen Erscheinen entbunden war. Infolge Wortwechsels in der Gaststube des Jagdschlößchens zwischen Dorlarer und Münchholzhäuser Burschen entspann sich yor der Wirt» schäft eine Schlägerei, in der H. von Münchholzhausen den H. von Dorlar derart geschlagen haben soll, daß dieser blutüberströmt und besinnungslos zusammenbrach. Die Angeklagten erzählen den Fall anscheinend ziemlich wahrheitsgemäß, nur wollen fte sich des Hausfriedensbruchs, der ihnen zur Last gelegt wird, weil sie der Ausweisung des Gastwirts S. nicht folgeleisteten, nicht schuldig gemacht haben. Das Urteil lautet für Peter H. wegen gefährlicher Körperverletzung und Hausfriedensbruchs auf 3 Monate und 3 Tage Gefängnis; weiter hat er 50 Mark Buße an den Verletzten Hofmeister zu bezahlen. K. und Th. werden wegen Hausfriedensbruchs zu je einer Woche Gefängnis verurteilt. Der nichterschienene Angeklagte H. wird freigesprochen. Die Kosten haben die drei Verurteilten zu tragen. ,
Sport, Spiel, Jagd.
Caflel, 26. Juli. Auch das, wie gestern gemeldet, bei dem Di „ st a n z e r e i t e n der Offiziere dec 22. Kavalleriebrigade am Hitzschlag erkrankte Pferd des Leutnants von Gabain ist heute vormittag verendete Außerdem zeigt das vom Leutnant Graf Waldeck gerittene Pferd ebenfalls Spuren des Hitzschlags. ___________
Arbriterbewegimz.
Wetzlar, 27. Juli Die Lohnbewegung der hiesigen Handschuhmacher ist nach etwa einvierteljährigrr Dauer durch beiderseitiges Entgegenkommen als beendet anzusehen. In den meisten Fa- briken ist die Arbeit bereits wieder ausgenommen.
Handel «ad Uerkrhr. Volkswirtschaft.
Frankfurter Börse vorn 27. Juli.
Wechsel auf New-York zu 0,00-00.
PrÄmiee auf Kredit per ult Äug. 2.20%, do. per ult. SepL 3.50%, Diskonto-Kommandit per ult. Aug. 2.10 %, do. per ult. SepL 3.00%, Lombarden per ult Aug. 0.75%, do. per ult Sept. 1.20%. Deutsche Bank per ult. Juli 0.00 %.
Kotierungen : Kreditaktien 208.50-207.90-208, Diskonto- Kommandit 175 90-70, Staatsbahn 139.50-139, Lombarden 25.40-00, Italiener 92.80 Spanier 71.90-00, Sproz. Mexikaner 26.45, Bochumer 199.80-40-70 dz., Laura 216.40-000 bez., Harpener 186.40-90 bz.t Gelsenkirchen 193.30-50 bz., Ungar. Goldrente 00.00, Gesten. Coupons 00.00. Amerik. Coupons 0 OO, Privat-Diskont 4%%.
1% bis 2% Uhr: Kreditaktien 207.90-70 bz., Diskonto - Kommandit 175.70-40 bz., Berliner Handelsgesellschaft 147.50 bz., Staatsbahn 139.00 bz., Lombarden 25.30 b., Laura 00.00» Bochumer 00.00 bz.
Getreide.
In der abgelaufenen Woche bewegte sich das Geschäft sehr ruhig in engen Grenzen, da unsere Mühlen sich äußerst reserviert verhalten. Die Forderungen Amerikas und Argentiniens haben sich gut behauptet^


