Ausgabe 
29.7.1900 Erstes Blatt
 
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Kamenz zum Vater des letzteren. Welcher Sohn unseres Regenten gemeint ift, geht aus der Meldung nicht hervor, die Tochter des Herzogs von Cumberland ist die 17 jährige Prinzeß Alexandra. Der Herzog von Altenburg wird bei der Gelegenheit auch der Ueberführuug der Leiche seiner Tochter, der verstorbenen Gemahlin des Prinzen Albrecht von Preußen, in das neuerbaute Mausoleum beiwohnen." Wenn dieBraunschw. N. N." nicht anerkanntermaßen die engsten Beziehungen zum Welfenhause unterhielten war doch selbst ihr Chefredakteur bei den Hochzeitsfeierlich- keiten in Gmunden zugegen, so würden wir Bedenken getragen haben, diese Mitteilungen wiederzugeben. Sollten sie sich bestätigen, so bedeutete ihre Erfüllung nicht mehr und nicht weniger als eine volle Aussöhnung zwischen den usern der Hohenzollern und der Welfen. Eben wegen dieser Wichtigkeit bedarf die Nachricht vorerst noch der B e st ä t i g u n g.

Deutsches Kelch.

Berlin, 27. Juli. Der Kaiser und der Prinz und «die Prinzessin Heinrich besichtigten heute früh 8 Uhr in Bremerhaven dieBatavia" und dieDresden" und begaben sich sodann wieder an Bord derHohenzollern". Um halb 10 Uhr besuchte die Kaiserin den Lloyddampfer Dresden", während Prinz und Prinzessin Heinrich gleich­zeitig dem LloyddampserRl)ein" einen Besuch abstatteten. Dem ersten um 8 einviertel Uhr hier eingetroffenestt Mili­tärzüge folgten bis dreiviertel 10 Uhr in kurzen Abständen, noch vier weitere Militärzüge.

Wie dieN. Stett. Ztg." erfährt, hat das Hof­marschallamt dem Magistrat von S t e t t i n die Mitteilung zugehen lassen, daß der Kaiser die von der Stadt ange­botene Oderfestfahrt, vorbehaltlich der Festsetzung des Tages, angenommen hat.

Kunhardt v. Schmidt, Gen.-Major und Kom­mandeur der 2. Kav.-Brig., v. Platen, Gen.-Major und Kommandeur der 10. Jnf.-Brig., und Frhr. v. Sell, Gen.- Major und Kommandant von Glatz, wurden in Genehmi­gung ihres Abschiedsgesuches mit Pension zur Disposition gestellt. Dem Gen.-Major Bahn, Inspekteur der tech­nischen Institute der Art., wurde mit Pension der Abschied bewilligt. Generalleutnant Freiherr v. Bülow, der bis­her mit der Führung des 7. Armeekorps beauftragt war, ist zum kommandierenden General befördert worden.

Im Architektenhause fand heute eine aus allen Teilen des Reiches zahlreich besuchte General-Ver­sammlung des Vereins deutscher Zeitungs- Verleger statt, in der angesichts der noch immer st e i - gen den Papierpreise beschlossen wurde, zwecks Gründung der am 1. September in Berlin zu eröffnenden Paprer - Einkaufsstelle für die gesamte Deutsche Presse eine Gesellschaft mit beschränkter Haf­tung zu bilden. Das erforderliche Kapital wurde in der Versammlung sofort durch Zeichnung aufgebracht. An die Spitze der Einkaufsstelle tritt als Syndikus ein bewährter Papier-Fachmann, Herr Rudolf Lehmann, der Direktor der bekannten Papier-Fabrik Ph. Knoeckel & Söhne in Neustadt an der Haardt. Der Syndikus wird auch bei Errich­tung neuer Papier-Fabriken mitwirken und ins­besondere auch dahin thätig sein, daß Fabriken, die Zei­tungs-Rotations- und Format-Papier noch nicht Herstellen, diese Fabrikation demnächst aufnehmen. Ueber 600 deutsche Zeitungen, darunter die großen Blätter der Reichshaupt­stadt und der großen Provinzial-Hauptstädte haben ihren Bedarf bereits heute bei der Einkaufsstelle angemeldet.

Nach einer Blättermeldung aus New-York sollte der vollständige Text des Reziprozitäts-Abkommens zwischen Deutschland und der amerikanischen/ Union vorläufig noch nicht bekannt gegeben werden. Welcher Art die geheim gehaltenen Bestimmungen seien, könne (daher nicht gesagt werden, indessen dürfe die Ver­mutung nahe liegen, daß besondere Abmachungen über das Inkrafttreten der Fleischbeschau-Vorlage und über dre Au s h ru n g s b e sti m mu n g ge n derselben getroffen worden seien. Nach von denBerl. N. N." an hiesiger amtlicher Stelle eingezogenen Erkundigungen rst über die Veröffentlichung des Abkommens noch kein end- giltiger Beschluß gefaßt. Bon geheim zu haltenden Be­stimmungen der Uebereinkunft sei hier jedoch nichts be­kannt.

Ausland.

London, 27. Juli. DieTimes" meldet aus Simla vom 26. Juli, daß die Genehmigung zur Aushebung von 3 neuen Regimentern eingeborener Infanterie für den Garnisondienst in den kolonialen Stationen wie Mau­ritius und Singapore von London eingetroffen sei.

Amsterdam, 27. Juli. Gerüchte über eine dem- nächstige Verlobung der Königin von Holland glaubt dasAlg. Handelsblad" bestätigen zu können und fügt hinzu, daß die Königin selber an ihrem nächsten Ge­burtstage dem Volke den Namen des Bräutigams bekannt geben werde.

. a.ris, 27. Juli. Der internationale Ar­beiterschutzkongreh beendigte heute seine Verhand- lunaeu über den theoretischen Teil des Programms; er imrd sich morgen mit dem wichtigsten und letzten Punkte der Tagesordnung beschäftigen, nämlich mit der Grün- dung des ständigen internationalen Arbeiterschutzamtes. Die zu Beginn des Kongresses gewählte Spezialkommission

1S««MM»* heute abgeschlossen, bestcht kein Zweifel, daß das Plenum deren Projekt gutheißt. v y

r verlautet, Oberstleutnant Picqua rt

® 1 <ܰ Rom ernannt worden.

^uli. ,CIherz°g Peter Ferdinand ? Grobherzogs Ferdinand IV. von

Toskana, hat sich mit der Prinzessin Marie Christine v o» S o urb on-Sizi lien, Tochter des Grafen Alfons von Caserta, verlobt. Erzherzog Peter ist als Komponist bekannt. '

Budapest, 27. Juli. Die auf heute abend anberaumt gewesene kirchliche Verlobung des Königs Alexander von Serbien mit Frau Draga Maschin ist verschoben worden und wird wahrschein­lich erst knapp vor der Trauung stattfinden, welche am Sonntag bestimmt stattfindet. Der König empfing eine Deputation Belgrader Kaufleute, die aber anstatt zu gra­

tulieren, um Rückgängigmachung der Verlobung baten, worauf der König ihnen brüsk den Rücken kehrte. Die Stimmung in Belgrad ist fortwährend erregt, besonders wegen des Einlenkens des Königs Alexander in russisches Fahrwasser, wodurch der Einfluß des Oesterreichs-Ungarn) freundlichen Milan unmöglich gemacht werden soll. Der Führer der Radikalen, Gaya, erklärt, König Alexander betonte, die bisherigen Krisen hätten stets seine Eltern verursacht. Er wolle selbständig das Schicksal Serbiens leiten. Milan ließ sich heute von der serbischen Na­tionalbank Frs. 30 000 senden. Nach dem Kirchenbuche ist Frau Draga Lunjarza Maschin im Jahre 1867 geboren.

New York, 27. Juli. Wie derNew-Aork Herald" aus Panama meldet, haben die kolumbische Regierung und die Aufständischen einen Friedensvertrag unter­zeichnet, worin sich die Aufständischen bereit erklären, alle Waffen, Munition und Schiffe auszuliefern. Die Regier­ung gewährt allen, die an dem Aufstand teilgenommen haben, Amnestie, und gestattet ihnen, ihre Schwerter zu behalten. Den Ausländern, die auf Seiten der Aufstän­dischen gefochten haben, wird gestattet, in die Heimat zu- rückzukeyren. Die politischen Gefangenen sollen freige­lassen werden. Die Erregung in der Stadt läßt nach.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 28. Juli 1900.

** Hessische Handelshochschule. Mit der Frage der Er­richtung einer hessischen Handelshochschule hat man sich be­reits früher beschäftigt. Im November 1898 stellte die Handelskammer zu Worms beim Großh. Ministerium des Innern den Antrag auf Errichtung einer solchen Hochschule in Darmstadt. Damals bereits befaßten sich einige HandelS- kamm rn des Landes mit dieser Frage. So stimmte z. B. die H-ndelskammer zu Friedberg, nach dem uns soeben zugegangenen Jahresbericht, für 1899 dem Wormser Vorschlag insoweit zu, als sie erklärte, daß sie die Errichtung einer Handelshochschule in Hessen mit größter Befriedigung be­grüßen würde; die F age aber, ob die Handelshochschule in Verbindung mit der Technischen Hochschule in Darmstadt oder mit der Landesuniversität zu bringen sei, überlasse sie dem Gutachten Sachverständiger. Daß in Frankfurt a.M. vor ein paar Jahren ein gleiches Projekt oufgetaucht ist und seiner Erfüllung entgegenzugehen scheint, dürste bekannt sein. Man hofft dort, in spätestens zwei Jahren akademische Bürger unter sich zu sehen. Wenn übrigens die hessische und die Frankfurter Handelshochschule ins Leben getreten sein werden, hat diese Ecke des Deutschen Reiches, ein Gebiet von etwa 120 Quadratmeilen, nicht weniger als sechs Hochschulen aufzuweisen: das Großherzogtum Hessen drei, ferner Frankfurt a. M., Marburg und Heidelberg. Im Osten (Ostpreußen, Westpreußen und Posen) mit seinen etwa 2000 Quadratmeilen sind dagegen nach Schaffung der Technischen Hochschule in Danzig nur zwei Hochschulen. Die Frankfurter Hochschule wird übrigens so organisiert werden, daß man sie nicht als eine ausschließliche Handels­hochschule gelten lassen kann. Besonders soll das weite Ge­biet der WirtschastS- und sozialpolitischen Wissenschaften ge­pflegt werden.

* Anerkennung. Am gestrigen Vereinsabend der Wanderer" wurde dem seitherigen 1. Vorsitzenden, Herrn Wilh. Homberger, in Anbetracht seiner wirklich großen Verdienste um die Hebung der Gesellschaft von Herrn Aug. Wehn, jetzigen 1. Vorsitzenden, im Auftrag des Gesamt­vorstandes ein prachtvolles Geschenk mit entsprechender Widmung überreicht.

* * Jugendfest. Wie uns von feiten der Schule mitgeteilt wird, dürfen Eltern schwächlicher Kinder sich in der Nähe des Zuges und der Spielplätze aufhalten, um ich ihrer Kinder nötigenfalls annehmen zu können. Ferner wird in meinem Zimmer der Leib'sch^n Wirtschaft eine Sanitätswache eingerichtet, damit, wenn nötig, sofort Hilfe zurhand ist.

* 25 jähriges Jubiläum. Nachdem es im Februar d. I. 25 Jahre gewesen sind, daß Prälat v. Habicht als Oberkonsistorialrat und Superintendent der Provinz Ober- hesfen gewirkt hat, soll gelegentlich der Augustkonferenz der Oberhesfischen Geistlichen am Donnerstag den 2. August 1900 inSteins Garten" das 25jährige Jubiläum gefeiert werden. Namens der Dekane und auf Antrag des hiesigen Psarrkollegiums ergeht nun die Einladung zur Teilnahme an der Feier an Behörden, Geistliche, Lehrer, Kirchenvor- teher und Freunde des Jubilars mit der Tagesordnung, die schon im Inseratenteile unseres Blattes bekannt ge­geben ist.

** Flottenverein. Ueber die Fortschritte der Flottenvereins-Sache in Hessen lesen wir im neuesten Heft derFlotte": Im Großherzogtum Hessen haben sich neue Ortsausschüsse gebildet in Schlitz, im Kreise Lauterbach, unter dem Vorsitz des Forstmeisters Stock­hausen und in Grebenhain, ebenfalls im Kreise Lauterbach, unter dem Vorsitz des Oberförsters Weber. Der Provinz­ausschuß für Oberhessen zählt gegenwärtig bereits 2450 Einzelmitglieder und etwa 1200 Mitglieder, die sich in Korporationen dem Verein angeschlossen haben. Nähere Einzelheiten berichteten wir s. Z. im Anschluß an die Generalversammlung des Flottenvereins.

** Patente« und Gebrauchsmuster-Eintragungen. Patent- Ajnmeldung. Aus Rohren und Blechen zusammengesetztes Obergestell für Kutschwagen, Wilh. Romeiser-Friedberg, 18. 9. 99. Gebrauchsmuster-Eintragungen. Wärmeaustauschapparat mit in Stoffbüchsen geführten Doppelröhren, Hch. Schafsftädt-Gießen, 8. 3.1900. Verlängerung der Schutzfrist. Acetylengasentwickler usw., R. Welkoborsky-Gießen, 11.6.97, 19.5.1900.

** Landeslotterie. Vom 7. August ab gelangt die 5., also die Schlußklasse der ersten Hessischen Landes­lotterie zur Ausspielung. Wer bereits in den Borklassen ein Los gekauft hat, muß es nach den Planbestimmungen, wenn es noch nicht geschehen ist, schleunigst erneuern. Die 5. Klasse ist die Hauptmasse: es kommen in ihr in 7400 Gewinnen drei Millionen 584 400 Mark zur Ausspielung. Für den Spieler liegt in dieser Klasse nicht nur die^Mög-

I lichkeit vor, sich im günstigen Falle an einem Gewinn vorr 700 000Mk., 600 000 Mk. oder 500 000 Mk. zu beteiligen, sondern auch die Zahl der mittleren Gewinne ist so groß, daß bereits auf jeden 5. Gewinn einer entfällt, der den Einsatz mindestens um das doppelte übersteigt. Die glück­lichen Gewinner mögen aber nicht übersehen, daß der Lotteriedirektion gegenüber nurderJnhaber des Ge­winnloses einen Anspruch auf Auszahlung des Gewinnes hat. Wer sein Gewinnlos an sonst jemand ohne Gewinn­empfang aushändigt, hat nur noch einen Anspruch an' die Person des Losempfängers.

L a u b a ch, 26. Juli. Heute verabschiedeten sich die kleinen Ferien ko lo nist en nach dreieinhalbwöchent- lrchem Aufenthalte von hiesiger Stadt. Wenn auch anfäng­lich der Himmel für ihren Landaufenthalt nicht günstig war und strömender Regen sie oft in die Stuben bannte^ so war ihnen doch in den letzten 14 Tagen desto schöneres! Wetter beschert, das ihnen ausgedehntere Ausflüge ermög­lichte. Vorgestern und gestern weilten hier etwa 125 Frankfurter, außer den 55 Kindern der Ferienkolonie und 40 Sommerfrischlern (einschließlich Kinder) hatten sich noch in Privathäusern 30 Schüler einer Mittelschule einlogiert, die von hier aus unter Führung des Rektors Zimmer­mann eine fünftägige Tour durch den Vogelsberg unter­nahmen. Ihr Weg führt über Ulrichstein, Lauterbach zurück über Gedern nach dem Nidderthal, von Büdingen zurück nach Frankfurt. Der Stadtvorstand unterzeichnete in seiner heutigen Sitzung den Vertrag mit einer Elektrizi­täts-Gesellschaft, die die Einrichtung der elektrischen Be­leuchtung für unsere Stadt übernehmen wird, sobald das Elektrizitätswerk in Wölfersheim fertiggestellt ist.

() Wippenbach, 27. Juli. Die in unserer Gemar­kung gelegene Mineralquelle war schpn einige Mal verkauft und die unbemittelte Gemeinde freute sich ubecr den zu erhoffenden Erlös. Allein der Kauf wurde immer rückgängig, weil die Genehmigung der zustehenden Be­hörden niemals zu erlangen war. Nunmehr ist auf noch­maligen Antrag des Gemeindevorftandes die Genehmigung von zuständiger Stelle erteilt worden.

Büdingen, 27. Juli. Der Einladung zur Besprech­ung über die bevorstehende Jubelfeier deshieffigeni Gymnasiums war eine stattliche Zahl von Herren ge­folgt. Die Versammlung wurde von dem Erbprinzen mit kurzen, kräftigen Worten eröffnet. Hierauf gab Gymnasial­direktor Dr. Mohr zur Aufklärung über die zu erledigendes Fragen einen Ueberblick über die Feier, die am 1. Mai 1872 begangen worden war. Nach ziemlich ausgedehnter Debatte wurde der Antrag angenommen, daß ein Ausschuß von 21. Mitgliedern gewählt werden solle, um die Vor­arbeiten für das Fest zu erledigen, mit dem Recht, je nach Umständen sich, durch Cooptation zu erweitern. Gewählt wurden solche Herren, die mit dem Gymnasium in irgend einer unmittelbaren Beziehung stehen. Der Fürst nahm auf Bitte der Versammlung den Ehrenvorsitz an. Denj Vorsitz übernimmt der Erbprinz, sein Stellvertreter ist Gymnasialdirektor Dr. Mohr. Die übrigen Mitglieder des Ausschusses sind die Lebrer und einige frühere Schüler des Gymnasiums, ferner der Bürgermeister und. zwei Ge­meinderäte als Vertreter der Stadt. " \

** Kleine Mitteilungen aus Hesse« und den Nachbarstaaten. Der laut gestriger Notiz in Nidda ertrunkene reisende Kaufmann heißt Sturm. In der Bauhofskaserne zu Mainz ist unter den Mannschaften eines Zimmers des 3. Fußartillerie-Regiments die Genickstarre ausgebrochen. Die betreffenden Mannschaften wurden in daS Fort Elisa­beth verbracht, die Räume wurden desinfiziert. In der vergangenen Nacht ist der älteste Einwohner in Wetzlar, Schreinermeister Georg Wambach, den Folgen wieder­holter Schlaganfälle erlegen. Der alte Herr hatte erst vor einigen Wochen seinen 91. Geburtstag gefeiert. In der letzten Stadtverordneten-Sitzung zu Hanau wurde der Antrag, daß in Zukunft sämtliche Volksschullehrer, die an Mittelschulen thätig und von der Gemeindesteuer persönlich nicht befreit sind, die Entschädigung erhalten sollen, mit großer Majorität angenommen._________________________

Vermischtes.

Der Vorsitzende des Deutschen Acetylenvereins, Prof. Dr. Dieffenbach, schreibt uns : In der Nr. 164 des Gießener Anzeiger" vom 17. Juli befindet sich eine Be­schreibung des Brandes des HotelsJuliushall in Harz­burg, die durch folgenden Satz eingeleitet wird:Eine fürchterliche Detonation erfolgte am 2. ds. Mts. in dem Keffelraum des Hotels Juliushall in einer Benzintrommel, von der die Beleuchtung für das ausgedehnte Hotel mittels Acetylen bewirkt wird". Erkundigungen ergaben, daß das Hotel Juliushall überhaupt nicht mit Acetylen, sondern mit Luftgas beleuchtet war. Da dieser Brand ziemliches Aus­sehen erregt hat und die Acetylenindustrie durch die An­nahme, daß das Acetylen an dem Brand schuld war, ge­schädigt werden dürfte, so ersuchen wir höflichst um Richtig­stellung. Was hiermit geschieht.

* Absturz. DeL frühere Staatsminister von Del­brück ist bei Tegernsee abgestürzt. Er hat dabei vscirschiedene Verletzungen erlitten, die jedoch nicht le bensgefährlich sein sollen.

* Lawin e>n stürz. Eine Gesellschaft von drei Per- sonieü wurde beim Abstieg vom Matterhorn durch eine Lawine verschüttet. Der Führer Alphons Furrer ist tot, pn anderer Führer und ein Engländer sind schwer verletzt.

* Havre, 27. Juli. Die Kohlenarbeiter d^s, Hafens sind in den Ausstand getreten. Sie fordern die Einführung des Achtstundentages.

* Wien, 27. Juli. In Weidlingen stürzte ein Balkon ein, auf dem eine Wiener Familre gerade beim Souper saß Drei Personen wurden schwer verletzt.

SpöchHpiet, Jagd.

Gießener Rudergesellschaft 1877. Unter den tm Schau­fenster der Firma W. Reiber, Seltersweg, ausgestellten Preisen für die morgen stattfindende Regatta befindet sich auch die kostbare Meifter- schaftskette, die Herr Albert Rübsamen beim Meisterschaftsrudern für Deutschland in Grünau bei Berlin errungen hat. Die Mitglieder werden nochmals besonders daraus aufmerksam gemacht, daß die ein*- trittskarten zur Regatta nicht wie in früheren Jahren durch den Gesellschaftsdiener ausgetragen werden, sondern bei Herrn Challier in Empfanz zu nehmen stnd.