Ausgabe 
29.5.1900 Zweites Blatt
 
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beiderseitiges Lungenödem nachweisen; auch bestand^ dabei der Auswurf aus Hellem, schaumigem Blute. Die Erscheinungen des Lungenödems waren eine bedeutende Verschlimmerung des seither so günstigen Verlaufs und mußten eine baldige Gefahr befürchten lassen. Trotz Anwendung verschiedener Mittel wurde der an diesem. Tage zum ersten Male unregelmäßige Puls nicht einmal normal, obgleich die Temperatur nicht über die Norm ging; unter Nachlassen der Atembeschwerden trat lang­sames Schwinden des Bewußtseins ein und nach mehr­stündigem Todeskampf trat ohne Schmerzen 5 Minuten nach 5 Uhr abends der Tod ein. Die Kräfte Seiner Hoheit waren durch die schmerzhaften, schlaflosen Nächte and durch die Störung der Nahrungsaufnahme unver­hältnismäßig schnell geschwunden. Der Eintritt des Lungenödems, der eine sehr große Schwäche verriet, ist wohl darauf zurückzuführen, daß hei Sr. Hoheit eine Verkalkung der Adern besinnst), und daß diese Verkal­kung, die an den Schlagadern des Armes deutlich zu fühlen war, fkfy auch an den Adern des Herzens mit großer Wahrscheinlichkeit vermuten ließ.

Ueber die letzten Lebenstage des Prinzen; Wilhelm von Hessen erfahren wir, daß er noch am letzten Sonntage im Parke der Rosenhöhe spazieren ging und sich erst gegen Abend wegen Unwohlsein zu Bette legte. Sein Sohn, Leutnant Gottfried von Lichtenberg, ivaf am Donnerstaguachmittag um 2 Uhr von Mainz ein, doch war der Prinz um diese Zeit schon bewußtlos. Die Aufbahrung der Leiche ist im Salon des Palais auf der Rosenhöhe erfolgt. Der Perblichene ist mit der großen Generals-Uniform bekleidet. Dem Publikum war gestern, Sonntag, von 9 bis halb 12 Uhr vormittags, und nach­mittags von 3 bis 6 Uhr der Zutritt gestattet.

Anläßlich des Ablebens des Prinzen Wilhelm traf Prinz Hernrich gestern morgen von München ein und hat sich sofort nach der Rosenhöhe begeben. Da der Prinz selbst leidend ist, muß er auf ärztlichen Wunsch den Beisetzungsfeierlichkeiten fern bleiben.

Torpedobootdivifion in Mainz.

Mainz, 28. Mai.

Der Donnerstagabend vereinigte die Torpedo-Offiziere mit hiesigen Herren und zahlreichen Offizieren zu einem gemütlichen Zusammensein imHolländischen Hof". Als die Torpedoboote am Mittwochmittag hier wieder eintrafen, erhielt Kapitänleutnant Funke ein Telegramm vom Großherzog von Baden, das folgenden Anlaß hatte: Vom BrieftaubenklubBlitz" in Karlsruhe waren der Tor- -edobootsdivifion fünf Brieftauben mitgegeben worden. Beim Auslassen der Taube« am Mittwoch in Mannheim hatte Kapitänleutnant Funke der einen ein Telegramm an daS Großherzogliche Paar in Karlsruhe mitgegeben, worin rr sich nochmals für die vielen Auszeichnungen im schönen Badenlande bedankte und dem Großherzog Friedrich gute Besserung seines leidenden Zustandes wünschte. Das Antworttelegramm lautete:

Ich erhielt heute nachmittag 31/» Uhr durch Taubenpost Ihre freundliche Begrüßung aus Mannheim mit dem so warmen Ausdruck Ihrer Dankesgesühle, in Erinnerung an Ihren Aufenthalt hier. Ich battfe Ihnen von Herzen für jedes Wort Ihrer Empfindung und benütze serne diesen Anlaß, Ihnen zu sagen, wie sehr Mich der Besuch Ihrer Division in meinem Lande gefreut hat, und welch' hohen Wert ich dem Erscheinen der Torpedobootdivifion am Oberrhein beilege. Grüßen Sie Ihr« Offiziere und Mannschaften von Ihrem sehr ergebenen Friedrich, Sttßherzog von Baden."

Die Vertreter der Presse wurden am Freitag nach dem Kaüserbesuch gastlich auf dem Torpedoboot 8 9 ausgenommen Hub machten eine kleine Fahrt mit. Leider war es vorher nicht bekannt gemacht worden, daß die Offiziere der Tor­pedoboote sich für den hiesigen großartigen Empfang Freitag­abend durch ein Feuerwerk revanchieren wollten. Trotzdem hatte das prachtvolle Feuerwerk ein nach Tausenden zählendes Publikum gefunden. Die Offiziere folgten Samstagvormittag einer Einladung des Hauses Kupferberg, wo auch der Oberbürgermeister Dr. Gaßner zugegen war. SamStag- nachmittag732 Uhr ist die Division nach Biebrich ab­gefahren und ist Sonntagvormittag nach Coblenz weiter- ged ampft. Samstagabend waren die Offiziere Gäste der Stadt Wiesbaden. Zwei Boote legten in Oestrich an, um ter dort wohnenden Witwe des Admirals Stosch einen öesuch abzustatte». In Coblenz ist zweitägiger Aufenthalt vorgesehen. Damit endet die Rheinfestfahrt der Torpedo­

division, die dann wieder rheinabwärts fährt und ihre Station aufsncht.

Als Kuriosum von der Festfahrt der Torpedoboots- flottille wird glaubhaft berichtet, daß die Mannschaften bei ihrer Bergfahrt bis Worms sechsundzwanzig Mal mit dem­selben Gericht, Spargel und Schinken, reguliert worden sind. Im übrigen sollen die Mägen der Offiziere und Mannschaften sich den riesigen Anforderungen, die an ihre Verdauungssähigkeit auf der Rheinfahrt gestellt worden sind, bis jetzt glänzend gewachsen gezeigt und keinerlei Schaden erlitten haben.

Aus Stadt und Sand.

(«rrmryme Einsendungen, gleichviel welche« Inhalte», werde« -rnndsützlich nicht ausgenommen.)

Gießen, 28. Mai 1900.

♦♦ veschichtskalerrder. (Nachdruck verboten.) Vor 60 Jahren, am 28. Mai 1840, wurde zu Salzburg HanS Makart geboren. Die Wiener Akademie entließ ihn alstalentlos". Ptloty in München nahm sich jedoch seiner an. Kaiser Franz Joseph ließ ihm ein Atelier in Wien erbauen, wo er seine weltbekannten Gemälde schuf. Er starb am 3. Oktober 1884 in der Katserstadt an der Donau.

W. Goethebund i« Gießen. Wir haben bereits mit­geteilt, daß in den hiesigen Buchhandlungen, in der Expedition desGießener Anzeigers", imHotel Prinz Karl", im Klubhause und beim Universitäts- Hausverwalter Herrn Stork Listen ausliegen zur Er­klärung der Mitgliedschaft einer Sektion Gießen des Hessischen Goetbebundes. Eine Anzahl ernster Männer unserer Stadt, darunter unser Oberbürgermeister und mehrere UniversitätSprosefforen, haben sich bereits zum Eintritt in den Gießener Goethebund bereit erklärt. Wir möchten für die Sache aber noch mehr werben. Wenn es auf den ersten Blick scheinen könnte, als wäre diese Gründung gegenstandslos geworden, seitdem die lex Heintze, die den äußeren Anstoß dazu gegeben hat, eine kaum mehr bedenk­liche Fassung erhalten hat, so erweist sich dieser Standpunkt bei genauerer Prüfung der Sachlage als unhaltbar. Vor allem bestehen im Reichstag die Majoritäts- Verhältnisse fort, die sich in diesem einzelnen Fall als eine schwere Gefahr für die Freiheit unseres geistigen Lebens erwiesen haben, und wir müssen daher andauernd mit der Möglich­keit rechnen, daß der Versuch, der deutschen Wissenschaft und Kunst die Fesseln einer rück­schrittlichen Weltanschauung anzulegen, auf diesem oder jenem Gebiet der Gesetzgebung wiederholt werde. Es gilt also, auf der Hut zu sein. Sodann aber sind doch auch sonst in den letzten Jahren mancherlei Fälle vorgekommen, die den zielbewußten Zu­sammenschluß aller Freunde einer freiheitlichen Ent­wickelung unseres wissenschaftlichen und künstlerischen Lebens dringend wünschenswert erscheinen ließen und dem Ge­danken des Goethebundes mächtig vorgearbeitet haben. Darum ergeht an die Gießener Intelligenz die Aufforderung, sich einer Organisation anzuschließen, die sich die Ver­teidigung der deutschen Kunst und Wissenschaft gegen alle reaktionären Eingriffe und die Förderung wahrhaft künstlerischer und wissen­schaftlicher Bildung zur Aufgabe gemacht hat, und wir sind überzeugt, daß unser Aufruf hier keinen minder starken Widerhall finden wird, als es in anderen Orten, in den letzten Tagen erst in Darmstadt, Mainz, Augsburg, Bremen und Hamburg, der Fall gewesen ist.

* Justizrat Dr. Rosenberg f. Man schreibt uns von zuverlässiger Seite: Am 25. Mai starb hier der Rechts­anwalt Justizrat Dr. jur. Anton Rosenberg im 68. Lebens­jahre, der in Steins Garten, um Erholung und Stärkung gegen eine unheimlich fortschreitende Krankheit in der frischen Gartenluft zu suchen, Wohnung genommen hatte. Unerwartet trat gegen 6 Uhr der Tod an ihn heran, wie ein Freund; denn schmerzlos entschlief er. Heute geleiten Angehörige, Kollegen und Freunde den Entschlafenen auf den letzten von ihm vorgeschriebeneu Weg zum Crematorium. Anton Rosen­berg war der Sohn des in früheren Jahren weithin be« kannten und allseits hochgeachteten HofgerichtSadvokaten Benedikt Rosenberg zu Gießen. Bon des letzteren Vater­

treue wurden dem Sohne die Mittel zu einer gründlichen wissenschaftlichen Ausbildung gegeben. Nachdem er die vor- geschriebenen Prüfungen im Justizfach glänzend bestanden, trat er bei seinem Vater als Accessist ein und wurde tnt Jahre 1861 zum HofgerichtSadvokaten ernannt. Erst al» Helfer, dann als Nachfolger seines ehrwürdigen Vaters über­nahm Anton Rosenberg dessen Advokatur und führte sie mit unvergleichlichem Fleiß und Treue bis an das Ende feiner Tage. Das Vertrauen seiner ausgebreiteten Clientschaft, daS er von seinem Vater ererbt hatte und in gleichem Maße zu erhalten wußte, die Hochachtung der Gerichte und der übrigen Behörden, mit denen er dienstlich in Berührung kam, sowie die Liebe seiner Kollegen waren die Früchte seiner Thätigkeit im Dienste des Rechts. Daß er diese Thätigkeit in der nobelsten Weise, aber wo eS galt mit rücksichtsloser Energie entwickelte, das wurde von allen, die ihm nahc- standen, stets anerkannt und sicherte ihm die Hochachtung, die mit seinem Namen verbunden war. Von Allerhöchster Stelle wurden seine Verdienste ebenfalls gewürdigt und dieser Würdigung durch Verleihung des EhrentitelsJustiz­rat" Ausdruck gegeben. Anton Rosenberg war ver­heiratet mit Julie geb. Homberger von Gießen. Aus dieser äußerst glücklichen Ehe sind vier Kinder, zwei Söhne und zwei bereits verheiratete Töchter, hervorgegangen. Die Kinder und eine kleine Schar von Enkeln verlieren in dem Verstorbenen einen treuen, patriarchalisch sorgsamen Baler und Großvater, die Kollegen einen vorbildlichen, auch für ihr Wohlergehen stets thätig wirkenden Freund, die Recht- suchenden einen zuverlässigen Berater und Verteidiger des Rechts. Sein Andenken wird ein gesegnetes sein. Friede seiner Asche!

** Konzert-Verein. Verdis Requiem am Donners­tag den 31. Mai in Steins Saalbau. Im Jahre 1874 am ersten Jahrestage des Todes von A. Manzoni wurde im Dom zu Mailand für den großen Dichter die offizielle Totenfeier gehalten. Mit der Komposition des Requiens war Italiens größter Musiker, G. Verdi, be­auftragt. Das Requiem ist eine leichtgefügte, durchsichtige Komposition, die den Charakter der italienischen Kunst fast nur von seiner vorteilhaften und beneidenswerten Seite ver­anschaulicht. Die Ueberlegenheit, die die Italiener in der Kraft, Schönheit und Bestimmtheit des melodischen Aus­drucks vor der Musik anderer Nationen voraus haben, ihre große Begabung in der Wirkung mit einfachen Formen spricht aus diesem Requiem mit neuer Deutlichkeit, ohne daß wir durch trivialen Mißbrauch dieser Gaben gestört werden. Unter denjenigen Abschnitten dieser Totenmesse, die von der in Deutschland herrschenden Auffassung am er­sichtlichsten abweichen, zeichnet sich der erste Satz am meisten aus. Der Ton, in dem hier vom Tode gesungen wird, entspricht ganz dem kindlich gläubigen Zug, der dem italie­nischen Volke eigen ist. Bon jeher finden wir in dem italienischen Musikdrama die Sterbeszene in einer rührenden Mischung von Wehmut und verklärter Freundlichkeit ge­halten. Man denke an den Schluß von Monteverdes be­rühmtenCombattimento", man denke an Verdi selbst, an den letzten Gesang seiner Äcuzena, an den fünften Akt der Aida". Auf alle die Schönheiten und Eigentümlichkeiten des Verdi'schen Requiems näher einzugehen, würde zu weit führen.

~~ Köstliche Gerichte.

So manche Hausfrau bereitet mühelos viele köstliche Gerichte von Brown und Polsons Mondamin. Bei geringer Mehraus­gabe lassen sich leicht in kurzer Zeit Mondamin-Flammris, -Puddings, -Milch- und Eierspeisen, -Aufläufe,-Desserts schnell zurichten, Brown u. Polsons Mondamin, mit Milch gekocht, wird der leichten Verdaulichkeit wegen von Aerzten für Kinder und junge Mütter gern empfohlen. Mondamin ist überall käuflich. Brown und Polsons neue Rezepte sind als ein Büchlein bei deutlicher Adresse Berlin C. 2, kostenlos zu haben.

Markus Bauer

Spezial-Geschäft in feiner Herren-Garderobe. Anfertigung nach Maß in eigener Werkstätte.

Arbettsvergedung.

Die bei Vornahme baulicher Ver- inberungen in der Kirche zu Wieseck vorkommenden Arbeiten, eie Maurer-, Schreiner-, Glaser- mb Weißbinderarbeiten, sollen im Eege schriftlicher Submission ©er« D»ben werden. Reflektanten wollen isie Offerten portofrei bis zum 1. Juni, vormittags 12 Uhr, an Herrn Architekten L. Seuling in Ki-eßen, bei welchem auch Arbeits- beschreibungen und Bedingungen rc. Ehrend der Geschäftsstunden auf dessen Bureau offen liegen, gelangen Nen.

Wieseck, den 26. Mai 1900.

Der Kirchenvorstand. 3786

Metifiitter

Omans Patent) empfiehlt 02249

Gustav Walter, Musburg 13

Als Ersatz für WMsK«

bürgert sich Kathreiner'» Malzkaffee immer mehr ein! Der andauernd steigende Verbrauch dieses Malzkaffees, den Hundertausende von Familien verwenden,- beweist e»; von ersten medizinischen Autoritäten als der vorzüglichste und gesündeste Kaffee-Ersatz begutachtet, kann dieses Ge- tränk namentlich Frauen und Kindern nicht dringend genug empfohlen werden.

Man verlange beim Einkauf jedoch ausdrücklich Kathreiner's Kneipp-Malzkaffee in blau-weißen, plombierten Paketen mit dem Bilde des Prälaten Kneipp und weise andere sogenannte Malzkaffees, besonders auch die lose ausgewogenen Getreidesorten zurück. 3856

Gießen, Rirchenplatz y.

718

Alice-Koch-Schnle.

In den Sommerkursus können noch einige Schüterinnen ausgenommen werden.

Schutzmarke.

pn ahnst es nicht weich' prachtvoller Glanz mit Gentners Wichse in roten Dosen schon nach wenigen Bürsten­strichen erzeugt wird.

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MAGGI

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Soeben wieder eingetroffen:

Gluten-Kakao

Gemüse- end Kraft - Suppen Bouillon-Kapseln

Suppen -Würze --- .

Auff. Noll, Drog. zum roten Kreuz, Bahnhofstrasse 51.