Ausgabe 
29.5.1900 Drittes Blatt
 
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Zigaretten liefert. Die Ware kommt aber nur für billige Preisstellungen in Betracht; deren Herstellung ist in Berlin noch nicht eingeführt. Nach Deutschland wurden im Jahre 1899 insgesamt 3214 Doppelzentner Zigaretten im Wert von 6 505 000 Mark eingeführt (gegen 2603 Dop­pelzentner im Wert von 5 269 000 Mark im Vorjahr). Die Einfuhr aus Aegypten allein stellte sich 1899 auf 1756 Dop­pelzentner im Wert von 4 214 000 Mark. Die Ausfuhr deutscher Fabrikate stellte sich, 1899 auf 929 Doppelzentner im Wert von 766 000 Mark (gegen 826 Doppelzentner im Werte von 681000 Mark im Jahre 18981. Die Haupt­abnehmer deutscher Zigaretten waren Japan mit 368 und Dänemark mit 227 Doppelzentner.

Aus -em Grschäftslebeu.

Guter Rat für Radler und solche, die es werden wollen. Schon hat das fröhliche Radfahren wieder seinen Anfang genommen, und aus glücklichem Munde wird uns manch' kräftigesAll Heil" zugerufen. Bereits stehen wir mitten im Frühling, und mit Macht und unwiderstehlich lockt es uns hinaus in die schöne freie Natur. Wie herrlich ist doch solch eilt sonniger Frühlingstag. Und erst, wenn man in dem glücklichen Besitz eines Rades ist, da gehört eiuein die ganze Welt! All die schönen Plätze unseres lieben Vaterlandes, wohin lvir uns früher wegen des weiten Weges kaum hingetraut, sie werden aufgesucht, unb das Herz erfreut sich an der oft nie geahnten Pracht der Gegend. Ja, das Radeln ist eine Quelle der reinsten Freuden! Wie UNS jedoch ein Spaziergang, wenn wir gut zu Fuß sind, doppelt angenehm ist, ebenso hat doppelten Genuß, am Radeln nur, wer eine wirklich gute Maschine fährt. Doch woher eine gute, wirklich gute Maschine nehmen? Es aiebt jetzt eine Unzahl von Marken und Fahrradfabriken und daoei leider auch noch Hunderte von Händlern, die im

Zweifelhafte Maschinen zusammensetzen, um sie im Frühling zu staunend billigen Preisen anzubieten. Da

heißt es Vorsicht! denn die Freude an solchen Rädern ist allzu kurz, bald treten kostspielige Reparaturen ein, und oft setzt der Fahrer Gesundheit und Leben aufs Spiel. Da ist wohl das ernste Mahnwort an der Zeit, nur bei einem wirklich zuverlässigen Fahrradhause sein Rad zu kaufen. In dieser Beziehung hat sich einen wahren Weltruf die Firma August Stukenbrok in Einbeck erworben. Ihre Deutschland"-Räder stehen, was Material und Bau be­trifft, unstreitig an der.Spitze der deutschen Fahrrad-In­dustrie. Ihrem Grundsätze, bei reellen Preisen eine wirklich gute Ware zu liefern, wird diese Firma in vollstem Maße gereicht. Man lasse sich nur einmal den neuen Pracht- katalog für 1900 kommen, den Herr August Stukenbrok in Einbeck an jeden Interessenten gratis versendet. Dieser Katalog muß als wirklick)er Musterkatalog bezeichnet wer­den, in Bezug auf das Aeußere sowohl, wie auf die gute, übersichtliche Anordnung des Inhaltes. Vom einfachsten bis zum vornehmsten Rade sind alle aufgeführt, dabei hat auch das Bambus-Rad, sowie das neue Hebelrad seine volle Beachtung gefunden. Und wie die Räder äußerst billig und doch von vorzüglichem Material sind, so steht es auch mit den Zubehörteilen, von denen eine überaus große Anzahl aufgeführt und mit erläuterndem Text jedes ein­zelne befchriehen ist. Es ist für jeden Radler eine große Freude, den Katalog durchzublättern. Jeder wird etwas passendes für sich darin finden und mit der prompten' Ausführung seiner Bestellung sehr zufrieden sein. So mögen denn diese Zeilen für manchen ein erwünschter Wink sein, woher er sich zu reellen Preisen ein wirklich gutes Rad und gute Zubehörteile beschaffen kann.

Oerichtslaal.

_ Ließen, 26. Mai. Strafkammer. Die beiden ersten zur Verhandlung anberaumten Sachen werden vertagt. Zum Schlüße wird gegen den früheren, mehrfach vorbestraften Taglöhner Martin Luley I. von Heppenheim, der z. Z. in der Zellenstrafanstalt zu Butzbach seit 18 Monaten wegen Körperverletzung mit tötlichem Ausgang eine Zucht­

hausstrafe von 5 Jahren verbüßt, wegen Beleidigung verhandelt. 3* einem an: ferne tn Heppenheim a. d. B. wohnende Ehefrau geschriebene von der Direktion tn Butzbach jedoch nicht abgelaffenmBrick gab an, daß er von einem Mitgefangenen, dem s. Z. gleichieitia mit .hm angeklagten Martin Zipp, in Erfahrung gebracht habe, daß Reser der angebliche Attentäter ser, aber sich, angeblich durch Bestechung des Staatsanwalts, freigemacht habe. So unglaublich diese «uSsE auch klmgt, so scheint doch der Angeklagte von der Wahrheit betfelfim überzeugt gewesen zu fein, umsomehr, als sich scheinbar bei 19m bte fixe Idee von seiner unschuldigen Verurteilung gebildet bat trotzdem seinerzeit nach zwei Seiten hin vollständig festgestellt werden konnte, daß der Angeklagte den tötlichen Mefferstich nach dem Kovie semes Gegners geführt hat. Der Angeklagte bestrettet mit aller Ent­schiedenheit die Absicht zu beleidigen gehabt, sondern lediglich den Zweck verfolgt zu haben, seine Unschuld endlich an den Tag zu bringen, was hm bis jetzt, trotzdem er eine Wiederaufnahme des Verfahrens durch, gesetzt hatte, nicht gelungen fei. Der beleidigte Oberstaatsanwalt sowohl wie auch der Direktor der Zellenstrafanstalt bezeichnen den Angeklagten als einen Menschen von hochgradiger Beschränktheit, der für seine Hand­lungsweise nicht verantwortlich zu machen fei. Das Urteil lautet deshalb auf Freisprechung. Der Staatsanwalt hatte 3 Monate Gefängnis beantragt.

Schiffsnachrichten.

Norddeutscher Lloyd, ta Gießen vertreten durch die Agcrrtm <£-.£ L00S und I. M. Schulhof.

Bremen, 25 Mai. sPer transatlantischen Telegraph.) Der Doppelschrauken - Schnellpostdampfer Saale, Kapitän I Mirow, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, ist gestern 12 Uhr mittags wohlbehalten tn New-Aork angekommen.

Bremen, 25. Mat. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Hrlgoland, Kapitän W Franke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist am 23. Mat 4 Uhr nachmittags wohlbehalten in Galveston angekommm.

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