Ausgabe 
28.12.1900 Zweites Blatt
 
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Wt 303 Zweites Blatt

Freitag den 28. Dezember

1900

150. Jahrgang

Gießener Anzeiger

1 j monatlich 75 Psg. Mr mit Svinqcrlohn;

Hmeral-Anzeiger

Anrts- und Anzergeblntt für den Kreis Gieszen

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durch die Abhvlcstellen vierteljährl. Mk. 1,90 monatlich 05 Pfg.

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Ach.lstr.tze Nr. 7.

elrul» e von Anzeigen zu der nachmittags für den fvichpimTag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr, Abbestellungen spätesten- abend- vorher.

mit militärischen Ehren nach dem Lehrter Bahnhof. Die Beisetzung findet in Krampfer bei Perleberg statt. An der kirchlichen Feier und der Ueberführung der Leiche nehmen der Kaiser und sämtliche Prinzen des könig­lichen .Hauses, welche dem Garde-Korps angehören, ebenso sämtliche Prinzen der regierenden Häuser, die Ritter des Schwarzen Adler-Ordens, die Generalität und alle Offi­ziere der Berliner Garnison teil. Truppen bilden von der Schloßburg bis zur Alsenbrückc Spalier.

Wien, 27. Dezember. Als Vertreter des Kaisers Franz Josef begab sich der Korps-Kommandeur Gras von Uexkuell nach Berlin, um an der Leichenfeier für den Generalfeldmarschall Grafen Blumenthal teilzunehmen.

Adresse für Depeschen: Anzeiger Hiete*.

Fernsprecher Nr. 51.

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Gratisbeilagen: Gießener Familicnblättcr, Der hessische Landwirt, Kälter für hessische Volkskunde.

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«M' l täglich mnl<r2«ial)ine deS LontagS.

fit Sießener

Sin Illienvrätter jpteglffl )i m Anzeiger iw4fe£ mitHess.

u.Blätter fftri |<fl. BolkSkunde- »S«iM.4«al beigelegt.

Die Buren.

Dil amtlichen Depeschen über den Einfall der Buren .n i iit Lapkolonie werden als zu optimistisch erachtet. ES DeiB'ioutet.. der Einfall wurde mit den Führern der Afri- kaituler t crabredet, und empfange deren Unterstützung. Die SrWilr d°er Buren, die in die Kapkolonie eingebrochen find, wiliÄ auff 6000 Mann geschätzt. Einer Kapstadter Drah- tu»q berDaily Mail" zufolge durchstreifen die Buren den 4n reineren Landstrich rund um De Aar, zerstören die LeÄtzmichendrähte und bedrohen die Eisenbahnen. Bei den EiMhuern scheint wenig Neigung vorhanden zu sein, das hbrinijen der Buren zu hemmen. Der Feind zerstörte <t-t«t90 Fuß lange Bahnbrücke unweit De Aar. Obwohl de:>'7vossftoß der Buren einigermaßen gehemmt worden ist, bletiüt Nie allgemeine Lage der Kolonie entschieden ernst. JnMe dessen wird wahrscheinlich bald über die ganze KoM»ie ider Belagerungszustand verhängt werden. ES sei qnt:tr Ärund für die Annahme vorhanden, daß die ganze Sodlonk sich im Aufruhr befinde. Die Gefahr sei größer, fllßl mom in England zu glauben vorgebe. Verschiedene St üulSmänner in Kapland erachten die Suspension der Ver- faf img auf 5 Jahre für geboten.

In Transvaal scheinen sich dagegen die Engländer jeh« nicht ohne Erfolg zu behaupten. So berichtet Lord Rüiofyner, der sich in Prätoria befindet, unter dem 22. De- zemckr, daß General French mit den Kommandos von BciM mnd Delarey an den letzten zwei Tagen südlich von M-WteSberg zusammengetroffen und in Verfolgung des Fe Ms begriffen sei, der große Verluste erlitten. Somman» da,a:l ilrceuse und einige andere Buren wurden gefangen ge» noienitrt.

Dir Blätter melden aus Kapstadt vom 25. dS.: Die vudia »griffen Stejinburg an und wurden mit großem NaLchmck zurückgeschlagen. Sie flohen in die Zuursberg. öeiqt. Reuter meldet aus Cradock vom 25. dS.: Eine Tr Wer abteilung mit 7 Geschützen vertrieb am 18. ds. bie i kiiran aus den Bergen nordwestlich von Stejinburg. Bi«^u Engländer wurden verwundet. Die Buren, welche verrs^iedtene Tote zurückließen, zogen sich in die Zuurberg- Dc iifjt zzurück, wo sie am 24. ds. noch verschanzt gewesen seim sollen, ohne Aussicht, sich durchschlagen zu können. Die EniWdir besetzten am 19. ds. Stejinburg.

Nn r in der Hauptsache aus aufständischen Kapholländern vt-stichnde feindliche Abteilung, die den Orangefluß in der neu Olendadrift überschritt, verschanzte sich in den ZaK^erg Bergen. Eine Truppenabteilung wurde entsandt, mai fit zu vertreiben. Kitchener zieht mit möglichster Be- jchlimigllng Truppen in großer Stärke zusammen. 'Jlerta meldet aus Burghersdorf vom 24: Am 23. stieß ein»r ive Husaren und Kolonialtruppen bestehende Abteilung li* ®tikn nordwestlich von Burghersdorf auf ein 300 Mann tuEifö $urenlagcr und zog sich nach unbedeutenden Ver- lustjiai zurück.

kn Telegramm Lord Kitcheners aus Maamoport vom 24. Uhfiigt: Berittene Infanterie besetzte Britstown ohne auf Widerstand zu stoßen. Die Buren zogen sich in der flywWfil auf Prieska zurück. Verfolgung ist eingeleitet.

lord Kittchener hat sich nach De Aar begeben und lettmihoii dort aus die Maßnahmen zur Abwehr des Ein- iaL^deir Buren in die Kapkolonie. Es stellt sich retzlx! tzraus, daß die Buren auf den Eisenbahnlinien nur wermz schaden angerichtet haben. Die Unterbrechung des VeEs? lft Ueberschwemmungen zuzuschreiben. Der regel- »WV msenbahndienst zwischen Kapstadt und De Aar ist oie^'tk aiufgenommen worden.

* * *

Telegramme deS Ktetzeuer Anzeigers.

Berlin, 27. Dezember. Die Einsegnung der Leiche des Generalfeldmarschall Grafen v. Blumenthal findet morgen vormittag um 11 Uhr in der hiesigen Garnison- Kirche statt. Nach derselben erfolgt die Ueberführung

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??- Dezember. Anläßlich des Ablebens des Generalfelomarschalls Grafen von Blumenthal richtete der Prinzregent Luitpold an den Kaiser nachstehendes Telegramm: An Seine Majestät den Kaiser, Berlin. Die kaw ror ÜDUr &em Ab^ben des Generalfeldmarschalls Grafen on Blumenthal hat mich mit lebhaftem Bedauern erfüllt. Fch werde der Person des Verblichenen, der während des

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De ist wiederhergestellt.

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' vs-rd- für die enzlischc Armee in Südafrika.

Deutsches Reich.

Berlin, 26. Dezember. Ter Kaiser empfing am Samstag vormittag den Bildhauer Eoubillier zur Vorstellung einer Broncebüste des Grafen von Berg auf Schloß Burg. Zur Frühstückstafel beim Kaiserpaar waren geladen Gesandter v. Kiderlcn-Wächter, Kammerherr und Intendant v. Hülsen und Geh. Rat Mießnec. Abends 8 Uhr besuchte der Kaiser den Vortrag des Prof. Slaby in der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft.

Der Reichskanzler Graf Bülow ist von seiner acht- rägigen Reise gestern nachmittag wieder in Berlin ein­getroffen. Er" hat in schneller Folge die Höfe von München, Stuttgart, Karlsruhe, Darmstadt und Dresden besucht und überall mit den leitenden Staatsmännern der betreffenden Einzelstaaten Fühlung genommen. Es wird wohl keinem Zweifel unterliegen, daß sich dabei Uebereinstimmung sowohl hinsichtlich der im Wege befind­lichen auswärtigen Politik als hinsichtlich der inneren Fragen, die auf der Tagesordnung stehen, erwiesen hat. Die Staatsoberhäupter haben den leitenden Staatsmann des Reiches mit den größten Ehrenbezeugungen will­kommen geheißen. Tie letzte Station war der königlich sächsische Spof. Wie auch Dresden gemeldet wird, nahmen am Samstag an der Abendtasel in der königlichen Villa Strehlen zu Ehren des Reichskanzlers Grafen von Bülow der Minister von Metzsch, der Gesandte Graf Hohenthal und die obersten Hofchargen Theil. Bei Tische tra^k König Albert auf das Wohl des Grafen von Bülow. Zur Verabschiedung des Reichskanzlers, der gestern Mittag Dresden verließ, hatten sich der Minister von Metzsch, der Oberhofmarschall Graf Vitzthum, der Oberkämmerer Graf Wallwitz und der bayerische Gesandte Freiherr von Viethammer eingefunden. Bald nachdem nun nachmittags Graf Bülow wieder in Berlin eingetroffen war, stattete ihm Kaiser Wilhelm einen Besuch ab und überreichte ihm persönlich den höchsten preußischen Orden,,.den Schwarzen Adler-Orden. Tie Auszeichnung an sich haben seine drei .Vorgänger auch besessen; es ist wohl auch selbstverständ­lich, daß der Staatsmann, der die höchsten Dekorationen der größeren Bundesstaaten trägt, auch von Preußen dem­entsprechend dekoriert wird, und daß der Präsident des preußischen Staatsministeriums in dieser Beziehung nicht hinter dem Vizepräsidenten zurücksteht. Daß aber Kaiser Wilhelm sich beeilt, selbst seinen Kanzler unmittelbar nach dessen Rückkehr von der Vorstellungsfahrt und am Vor­abend des Weihnachtsfestes in Person den Orden zu- züstellen, kennzeichnet die Beziehungen zwischen beiden und das Vertrauen des Monarchen in die Führung der Geschäfte, wie sie in der auswärtigen Politik seit drei Jahren und seit zwei Monaten auch im Innern sich bewährt hat. Tas System Bülow, welches der Volks­vertretung ihre Rechte garantiert, und sich gleichzeitig deckend vor die Person des Monarchen stellt, verdient und sollte Anerkennung finden.

Aus der Einführung eines Großadmiral- und Interims-Großadmiral st abes ist ersichtlich, daß die Dienstgrade der Flaggoffiziere (Admirale) unserer Flotte um eine neue Stufe erweitert werden sollen, denn einen Dienstgrad, der jenem der Generalfeldmarschälle oder der Generalobersten der Armee entspricht, gab es bisher im Seeoffizierkorps unserer Flotte nicht. Die neue Tienstgradbezeichnung wird die eines Großadmirals sein. In Zukunft werden mithin die Flaggoffiziere eingeteilt: in Kontreadmirale mit dem Range eines Generalmajors, Vizeadmirale mit dem Range der Generalleutnants, Ad­mirale mit dem Range der Generale der Infanterie Artillerie oder Kavallerie und in Großadmirale mit dem Range der Generalfeldmarschälle. Zunächst wird die Dienstgradabzeichen der Großadmirale nur der Kaiser an­legen, da noch keine Ernennung zum Großadmiral er­folgt ist. Der rangälteste Flaggoffizier der Flotte, der Generalinspekteur der Marine v. Koester, bekleidet nur den Rang der Admirale. Die Tienstgradbezeichnung eines Großadmirals" findet sich auch in einigen ausländischen Kriegsmarinen. Bei der Einführung dieses neuen Ranges werden auch das Flaggen- und Salutreglement owie die Flaggen als Kommandoabzeichen erweitert werden müssen Die Flagge eines Generalseldmarschglls an Bord unserer

Läckeiei erlernen

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li verlautet, die Schwadron Yeomanry, welche auf 3ern:&rfiorgung der von Britstown zurückgehenden Buren

fe -wischen Kapstadt und M München. 24. Dezember.' Der Prinzregen, ardneie für

den verewigten Generalfeldmarschall Grafen Blumenthal achttägige Armeetrauer an.

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Näheres Arasksurttttz

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Anzeichen von der Verschlimmerung der Lage in der Kap-Kolonie sei, und glauben, das Kriegsamt habe die Feiertage durch ungünstige Nachrichten nicht stören wollen. Lord Kitchener ist, nachdem er Niowpoort verlassen hat, nach Norden weitergereist. Nur die Meldung, daß die englischen Truppen sich unter dem persönlichen Befehl Lord Kitcheners befinden, hat die Gemüter etwas beruhigt.

Loudon, 27. Dezember. Die Morgenblätter melden aus Kapstadt, daß die Lage im Norden sich verschlimmere. Es befinden sich augenblicklich drei Buren-Kommandos in der Kap-Kolonie und ein viertes an der Grenze.

London, 27. Dezember. Aus Las Palmas wird ge» meldet, daß zwei aus Kapstadt kommende Transport- Dampfer mit 503 Kranken an Bord dort eingetroffen sind.

London, 27. Dezember. Aus Kapstadt wird gemeldet: Wie hier verlautet, ist eine Schwadron Aeomandry, welche nach Norden fliehende Buren verfolgte, von einem andern Äuren-Kommando abgefangen worden.

Rom, 27. Dezember. DerPopolo Romano" erneuert seinen Protest gegen die Ausweisung von Italienern aus Transvaal und bezichtigt die italienischen Geschäftsträger in London, Kapstadt und Pretoria der Unthätigkeit, wei sie die Forderung der Ausweisung unberücksichtigt gelassen haben.

Die Friedeusverhandlungen mit China.

Wie aus Peking gemeldet wird, drückte sich Prinz Tsching beim Empfange der Note der Mächte wie folgt auS:Ich habe die Ehre, die Note zu empfangen, welche die guten Beziehungen zwischen den Mächten und China wiederherzustellen bestimmt ist. Ich werde sie sofort dem Kaiser zustellen und die Antwort den Vertretern der Mächte gleich nach Empfang übermitteln." Lihungtschang war bei der Ueberreichung der Note nicht zugegen, da er wegen Krankheit verhindert war.

Die Times meldet aus Peking: Die chinesischen Beamten erklären, die kaiserliche Regierung werde alle Bedingungen annehmen, die die Mächte ihr auferlegten.

Die Chinesen griffen eine französische Truppenabteilung in der Umgegend von Tschin-Aschon (?) im Süden von Poatmgfu an. General Bailloud schlug sie nach heftigem Kampf, nahm die Stadt und steckte sie in Brand. Die Chinesen verloren etwa 1000 Mann. Die Franzosen batten keine Verluste.

Graf Waldersee meldet aus Peking vom 24.: Die Franzosen stießen am 22. östlich von Taotschou zwischen Peking und Paotrngfu auf angeblich 2500 Mann chinesischer Truppen mit Artillerie. Die Chinesen flohen unter großen Verlusten und unter Zurücklassung von 5 Fahnen und 4 Geschützen m der Richtung auf Kuanhsian. Es handelt sich voraussichtlich um den neu gesammelten Rest schon zersprengter Chinesen. '

Sine starke französische Kolonne marschiert auf Hankau.

Das Internationale Friedenskomitee sandte ^""liche Regierungen, in welcher die Be- schlusse der Haager Friedenskonferenz in Erinnerung qe- bracht werden. Die Note nimmt besonders Bezug auf die M^^ungen und Zerstörungen historischer und wissen­schaftlicher Jnventanen bei den chinesischen Wirren

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