Ausgabe 
28.11.1900 Zweites Blatt
 
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welch« Besuche bei der Fischer aus und eingingen. Den Herr habe ihr gleichzeitig versprochen, daß er ihr mehrere tausend Mark geben würde, wenn sie näheres über die Fischer mitteilen könnte. Durch einen Zufall ist die Zeugin nach ihrer weiteren Aussage mit dem Detektiv-Direktor Schulze bekannt geworden und habe sich bereit erklärt, einige Recherchen anzustellen, wobei sie allerdings gleich gesagt habe, daß sie einem so reichen Manne gegenüber nichts umsonst thue. Sie sei dann nach Frankfurt a. O. gefahren, habe dort nach dem Maler recherchiert, habe auch Ermittelungen angestellt und im ganzen etwa 350 Mark erhalten.

Zeugin unvereh. Id» Brauer ist diejenige Person, mit der Herr Stierstädter zugegebenermaßen außer mit Frau Hausmann auch noch in unzüchtigen Verkehr ge­treten ist. Die Zeugin macht über diesen Punkt von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch, da Stierstädter ver­heiratet ist. Sie sagt aus, daß die Eallis früher mit Bestimmtheit den Angeklagten Sternberg wiedererkannt habe. Als sie im Krankenhause lag, und den Besuch der Zeugin und der Frau Hausmann erhielt, habe sie direkt gesagt:Und wenn ich mit dem Krankenwagen hingefahren und zum Termin hinaufgetragen.werden müßte, so werde ich sagen, daß es Sternberg sei." Es kommt darüber zu sehr heftigen Auseinandersetzungen. Die Callis behauptet, sie habe nur gesagt: Wenn er es ist, dann sage ich es auch. Die Zeuginnen Hausmann und Brauer widersprechen dann sehr lebhaft. Die Callis habe neulich nod} zwei Stunden vor ihrer Aussage drüben in der Konditorei heftige Anschuldigungen gegen Herrn Sternberg erhoben und gesagt, es sei Sternberg, der Jude müsse ins Zuchthaus, er habe ihr Leben ver­giftet. Die Callis behauptet darauf, di? Frau Haus­mann habe sie betrunken gemacht, das thue sie öfter, wenn sie jemand aushorchen wolle. Frau Hausmann bestreitet das und der Vorsitzende konstatiert, daß die Callis bei ihrer neulichen Vernehmung einen betrunkenen Ein­druck nicht gemacht habe. Die Callis wiederholt aber, daß der Maler, der bei der Fischer verkehrte und mit ihr zu. thun hatte, Herr Sternberg nicht sei, sondern viel jünger gewesen sei. Frau Hausmann habe aus Aerger darüber, daß sie kein Geld von Luppa erhalten habe, sie aufgereizt, Herrn Sternberg möglichst hineinzulegen. Frau Hausmann erklärt dies ihrerseits für Unwahrheiten.

Tie Sitzung wird auf Dienstag vertagt.

Vermischtes.

* Rom, 25. November. Die Tiber ist in fort­währendem Steigen begriffen. Biele Ortschaften sind bereits überschwemmt. Auch die Umgebung des Pan­theons steht unter Wasser. In den Häusern herrscht großer Mangel an Trinkwaffer.

Wien, 25. November. Im Ampezzo-Thale ist starker Schneefall eingetreten. In vielen Ortschaften liegt der Schnee 12 Clm. hoch.

Charkow, 25. November. Im chemischen Labora­torium des Technologischen Instituts fand eine furchtbare Gas-Explosion statt. Drei Studenten wurden gelötet, zwei erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Der Saal ist zerstört.

5 n ö e r g, Leut, a la suite der Armee, zum Oberleut. üiSrdert; Weber, Hauptrn. und erster Offizier des Dnndcpots der Großh. Hess. (25.) Division, unter Be­izung seiner bisherigen Uniform, zur 2. Traindepot-Di- mon versetzt; Dobers, Feuerwerks-Oberl. bei der 25. Kid-Art.-Brigade (Großh. Hess.), zum Feuerwerkshaupt- Ktin befördert; Frhr. v. Gall, Fähnr. im 1. Großh.

Jnf.-(Leibgarde-)Regt. Nr. 115, zum Leut, befördert; »Lchultzendvrff, Werneburg , Unteroffiziere im 1 drosch. Hess. Feld Art. Regt. Nr. 25 (Großh. Art.-Korps^, Lu Jähnr. befördert; Eltze, Vizefeldwebel im Landw.- Itjid Prenzlau, zum Leut, der Reserve des 3. Großh. Wtij. Inf.-Regts. (Leib-Regts.) Nr. 117 befördert; Kisch er, Oberleut, im 2. Großh. Hess. Drag.-Regt. (Leib- Lrag.-Regt.) Nr. 24, ausgeschieden und im Ostasiatischen Neiter-Regt. angestellt.

* Gesellschastsgrundung. Unter der FirmaWetzlarer Brüche Werke M. Hensoldt & Söhne, Gesellschaft mit Lkschränkter Haftung", wurde mit dem Sitz in Gießen eine HcseSlschaft gegründet und zum Handelsregister des Amts- »qmchtS Gießen angemeldet. Die Gesellschaft betreibt die fflithrrr unter der Firma M. Hensoldt & Söhne, optische LnMtten in Wetzlar geführte Fabrikation von optischen W:rn und Instrumenten. Der Aufsichtsrat der Gesell- Jföift besteht aus den Herren M. Hensoldt sen. in Wetzlar, Albert Zobel- Gießen, Rechtsanwalt Grünewald« Gießen.

Bad-Nauheim, 24. November. Daß unsere großen ÄMr rauer Oekonomen außer mit dem Pflug auch noch mit Kiiibmn Dingen umzugehen verstehen, ist hinlänglich be-

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. für die sttikte DvMn >o im Gegensatz zu to leberstunden der lfjizM iberatung auf Dienstag -fachen unb fyioatoerjr

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tzirtzrv, 27. K'.. ärwochenbls// ), Oberst, beoi/.^ mit। tauten des Nt)eW ng zumDMMM.' esörder/. ifr h r. v. w. >. M Hess. Tiag.i mb Mgeiadsutant eck M-Eoburg und Hvltc Iwatz.-^tzMent dir. id ^vmY.-Chef im 5 <y Ix. 117, M überzäL iptmann im 3. M-.' 17, zum Ämp.-Chei em n 4. Groß. Hess. M la suite des Major im Magdet^M >on dem Kommmc i Stabe des 2.W;

Nr. 24 vM-k

-M. bei H«®- üom 1. Oktobers i Erbgraf zu -

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kannl. weniger bekannt dagegen war, wie derBad N.-Anz." i'chreibt, daß sie auch mit der Handhabung von Champagner- fflaschcn zum Dreinschlagen bewandert sind. Dies wurde «der bei einer neulichen gemütlichen Zusammenkunft mehrerer Ärkonomen in unserer Kreisstadt in einem dortigen Hotel zlällMd bewiesen. Aus irgendwelchem Anlaß waren die Whnigen Freunde in Streit miteinander geraten und im Aufvusten die Champagnerflaschen auf die Köpfe Nieder. Bewohner verschiedener Wetterauer Dörfer wollen grschk n haben, wie die Chaisen ihre verwundeten Herren Mit verbundenen Köpfen heimbrachten. Auch sollen einzelne Ntrzte den betreffenden Ortschaften mehr als sonst üblich ihre Besuche abstatten.

Worms, 24. November. Der Antrag auf An- fchasfung o o n Kohlen durch die Stadt und A b - gübr zum Selbstkostenpreis an Minderbemittelte flanb gestern im Finanzausschuß zur Beratung. Aus den Msl-genen Verhandlungen ging hervor, daß nach einer ooilie genben Offerte die Stadt die Kohlen bedeutend billiger liefern kann, als dies den hiesigen Kohlenhänd- tlern möglich ist, die ihr Personal, Miete und Steuern Labilen müssen und für sich selbst auch auf einen, wenn «ch noch so geringen Verdienst, angewiesen sind. Der Zinainzansschuß beschloß, bevor er an den Ankauf von 110OK) Centnern Kohlen herantritt, sich nochmals mit den Hcsigen Kohlenhändlern in Verbindung zu setzen, ob sie Äcigning haben, die Kohlen an Minderbemittelte wescnt- idi billiger abzugeben. Besteht diese Neigung nicht, so wirb die Stadt von der ihr vorliegenden Offerte auf An- üjkmng von vorläufig 10 000 Centner Kohlen Gebrauch Gchen und fiez 511111 Selbstkostenpreis abgeben. Wir Wsjen gestehen, so schreibt dieWorms. Volksztg.", daß iM d as'geplante Vorgehen der Stadt für nicht ganz un- "bköknklich halten; denn die Kohlenhändler würden mit btt Stadt nur dann konkurrieren können, wenn sie ihre Sorem ebenfalls zum Selbstkostenpreis ablassen wollten, icti ihnen u. a. auch wegen der ziemlich hohen städtischen cpueril, der hohen Arbeitslöhne rc. unmöglich ist. Unbe- 1 rnittclte erhalten ihren Bedarf an Brennmaterial ja ohne- ilif? durch das Armenamt unentgeltlich, und es wird auch iHne leichte Aufgabe sein, genau festzustellen, wo die ßtiknze zwischen Mehr- und Minderbemittelten zu ziehen i st. da ein Familienvater mit einem Kinde und einem flNintmnmen von 1200 Mk. unserer Meinung nach den .1 bnnipl ums Dasein leichter besteht, als etft anderer Fa- t n Üientxiter, der einen Gehalt von 1800 Mk. und acht .1 Huber hat. Schließlich darf man aber auch nicht ver­eisen, daß hier ein Präzedenzfall geschaffen würde, da tii r Sozialpolitik der Kommune auf eine sehr bedenkliche iMit führen kann, denn was heute mit Kohlen geschieht, mb man nächstens auch mit Brot, Fleisch, Petroleum, ^Wzereiwaren rc. verlangen können.

-ko. Dingen, 26. November. Heute nacht wurde der 3Äjchrige ledige Kutscher Hermann Julius Kutz aus Targo- miiio im Stalle seines Dienstherrn, des Großgrundbesitzers uiii 1. Beigeordneten F. C. Geromont, ermordet auf- gielunden. Die sofort eingeleitete Untersuchung führte itin der Nacht zur Entdeckung und Verhaftung des ÄWrderS, des 24jährigen Knechtes Heinrich Mörs- düöiser auS Bockenheim, der im Berlaufe eines Disputs di^IkMtscher in bestialischster Weise mit einer Mistgabel eiic^IagcB hat.

Frankfurt a. M., 24. November. Der gesamte nächst- jWg- KohlenPedarf für das 18. Armeekorps wiith aus England gedeckt. Trotz dreimaliger Sub- nnsfiomsschreiben war keine Offerte zur Lieferung dieses .Mihlcivbedarfs eingelaufeu, so daß sich die Militärverwaltung sMßlich genötigt sah, sich auf freihändigem Wege mit KHHlen zu versorgen und zwar, da keine inländischen Kohlen mejr zu haben waren, mit Kohlen auS England. Die $trma. Kleinschmidt in Frankfurt hat den Bezug der eng- lilschn Kohlen vermittelt, und die ersten Abschlüffe find biutttts» in Lieferung, die zurzeit in Kastel und Frankfurt aefl großen Schleppkähnen unter militärischer Kontrole eirtlobeen werden.

* Kleine MtleUungen aus Hefieu und den Nach-ar-aateu. DirO»ttsgruppen Mainz, Alzey, Worms und Darm- flR-abt des Alldeutschen Verbandes eröffneten in diesem Mmtl ihre Winterversammlungen mit einem Bortrage des Mr. Liehr über die chinesische Frage. Das Ritterkreuz 11 Muffe des König!, bayerischen Militär-BerdienstordenS G im« Rittmeister Kraemer in Darmstadt, Flügel-Adju-

des Großherzogs, verliehen wsrden.

Koloniales.

In Kamerun sind anscheinend abermals zwei Weiße von Eingeborenen niedergemetzelt worden. DieMitteil. d. D. Kol.-Ges." berichten darüber:

AuS Kamerun wird unS der Tod der beiden Angestellten der Kamerun-Htatellandgefellschast Kasch unb Arnold auf telegraphischem Wege übermittelt. Die Todesmseche ist nicht angegeben; doch ist die V-rmutung begründet, dah beide Herren feindlichen Eingeborenen im Busch zum Opfer gefallen sind. Im Juli halte Kasch von Edea aus den Sannaga aufwärts eine Expedition in das Innere unter­nommen und in Sakebayrme, vier Tagcretstn aufwärts Ede», eine Faktorei angelegt. Die ersten Berichte, Die Kasch an die Gesellschaft etnsandte, lauteten seyr günstig, ließen jedoch erkennen, daß Schwierig ketten mit den Negern nicht ausgeschlossen sein würden. Wahrschein­lich ist Arnold zu feiner Uaterfiützuna htnausgesandl worden, und auf dies- Weise sind beide in treuer Pflichterfüllung auf einem der Vorposten der Ziollisation ihrem Berufe zum Opfer grfallm.

Prozeß Sternberg.

Berlin, 26. November.

Der erste Zeuge ist heute ber Versicherungsagent Siegfried Hofmeister, der eine von den Personen ge wesen sein soll, die Beeinslussungsversucl^e bei Blümkes gemacht zu haben. Er erklärt, daß er eines Tages von einem Herrn ausgesucht worden sei, der zunächst bat, sich nicht vorstellen zu brauchen, der sich später Jänicke nannte. Dieser sprach davon, daß ein Herr von einem Kinde falsch belastet werde. T-as Kind befinde sich bei Blümke, der Kanzlist in der VersicherungsgesellschaftPrometheus" sei, und es komme darauf an, daß die Wahrheit ans Licht gebracht werde. Herr Jänicke habe ihm ferner gesagt, er dürfe nicht vom Wege der Wahrheit abweichen, denn er werde von der Polizei beobachtet. Der Zeuge hat sich dann, wie er bekundet, an Blümke herangemachl und so gethan, als ob er sich nach den Verhältnissen der Gesell­schaftPrometheus" erkundigen wolle. Für seine Thätig- keit in dieser Sache habe er hundert Mark im Ganzen erhalten. Sowohl der Vorsitzende als auch der Staatsanwalt macl>eii den Zeugen darauf aufmerk­sam, daß die ganze Sache doch sehr bau ad) aussehe, als ob Herr Blümke bestochen werden sollte. 'Ster Vor­sitzende betont ferner, daß ein demnächst zu ver­nehmender Zeuge Bergmann allerlei bedenkliche Aeußerungen von ihm bekunden werde. So solle er ein­mal gesagt haben, daß Blümke leicht 10000 Mk. und er selbst 30 000 Mk. verdienen könnte, so daß beiden geholfen wäre.

Zeuge Fritz Wolf ist Juserateuagent und kennt Sternberg seit langen Jahren. Aus Ersuchen des Herrn Luppa hat er sich bereit erklärt, Ermittelungen in der Woyda-Sache anzustellen, weil, wie er sagt, er selbst wie andere Leute Sternberg des ihm vorgeworfenen Deliktes nicht für fähig hielt. Seine Aufgabe sei gewesen, Personen, die nicht polizeilich gemeldet waren, auszukundschaften. Gr habe Reisen nach Frankfurt a. O., Hamburg ic. gemacht und dafür tägliche Spesen von 20 Mk., in Summa 3000 Mark erhalten. Richtig sei es, daß in den Gesprächen von ihm der Gedanke der Begründung eines Konfektions­geschäftes, bei dem Herr und Frau Blümke eine Ver­trauensstellung erhalten könnten, ventiliert worden sei, er bestreitet aber die Behauptung, daß er dabei Herrn Blümke 15 000 Mk. versprochen habe. Zeuge Blümke hatte in seiner früheren protokollarischen Vernehmung eine derartige Behauptung aufgestellt, er schränkt diese jetzt ein und erinnert sich nur, daß von 15 000 Mk. die Rede gewesen sei, ohne zu wissen, in welcher Beziehung dies geschah.

Auf weiteres Befragen giebt der Zeuge Wolf zu, daß er die Blümkes dreimal ins Theater geschickt habe. Er behauptet, draß dies auf Freibillets geschehen sei. Richtig fei auch, daß die Zimmervermieterin des Zeugen Stoff zu einem Kleide zu Frau Blümke gebracht habe, das sie sich von dieser machen lassen wollte. Sie habe aber den Stoff wieder mitgenommen, da es ihr unheimlich war, als sie merkte, daß bei Blümkes ein Mann, der ein Kriminalbeamter war, auf Strümpfen hin- und herhuschte und horchte. Dieser Kriminalbeamte war Herr Stierstädter, wie dieser ohne weiteres zugiebt.

Der Angeklagte Sternberg wünscht genau zu wissen, was der Zeuge eigentlich bei Blümkes wollte. Der Zeuge erklärt, daß er die Bekanntschaft anknichfeu sollte, um herauszuhorchen, ob ein Komplott vorliege. Die Punkte, die zu recherchieren waren, seien gewöhnlich auf einem großen Bogen verzeichnet gewesen, in den er zu­meist bei Herrn Luppa, mitunter auch bei dem fldechtsauwalt Dr. Werthauer Einsicht genommen. Er habe sich bann die betreffenden Notizen gemacht und seine Nachforschungen angestellt.

Der nädjfte Zeuge ist Kaufmann FritzHäusler. Er ist mit der Margaretha Woyda bekannt gewesen und von dem Zeugen Wolf angegangen worden, sich näher mit der Margarathe zu befreunden und zu versuchen, durch diese etwas über die Frieda Woyda und deren etwaigen Verkehr mit Sternberg zu erfahren. Er habe schon vorher mit der Margarethe Woyda einmal gesprochen, daß eir sich ein Geschäft kaufen wolle und baß sie vielleicht bei ihm Wirtschafterin werden könnte. Als er mit Herrn Wolff bekannt wurde, habe er diesem gesagt, daß er mit der Margarethe Woyda bekannt sei und sie heiraten wolle. Er habe darauf von Wolff 50 Mk. Spesen im voraus er­halten. Ter Zeuge behauptet, daß er gar nichts in der Angelegenheit gethan habe, und da er gar nichts ermittelt habe, habe er die 50 Mark zurückzahlen sollen, habe es aber bisher nicht aethan.

Durch nochmaliges Befragen des Zeugen Häusler wird festgestellt, daß dieser durch einen von einem Freunde geschriebenen Brief einmal vergeblich, versucht hat, mit Margarethe Fischer zusammenzukommen.

Hierauf wird Dr. med. Ludw. Hahn vernommen. Es ist dies der Herr, der etwas von einem Doppelgänger Sternbergs soll befunben können. Da nach ber Bekundung des Zeugen dieser Doppelgänger eintiefer Vierziger" gewesen sei, so betont der Staatsanwalt, daß es derNuttenjäger" nicht gewesen sein könne.

Frl. S e b e Bieber ist Inhaberin eines Pensionats. Fräulein Fischer hat vier Wochen bei ihr gewohnt. Eines Tages ist nach der Bekundung der Zeugin bei ihr ein Herr erschienen, der vielleicht der jetzt in Paris »veilende Ebstein gewesen sein mochte, unb habe sich erkundigt.

Gerichtssaal. '

Elberfeld, 26. November. In dem Militär-Befreiungs- Prozeß ist der Hotckirr Ott vomEuropäischen Hof" mit seiner Be­schwerde beim Oberlandesgericht in Köln wegen Abweisung der Wieder­aufnahme seitens des Landgerichts Elberfeld durchgedrungen. Der Prozeß wird wieder ausgenommen werden.

Kirchliche Nachrichten.

EvangelisSe Gemetudr. I« der Stadtkirche.

Mittwoch den 28. November, vormittags 10 Uhr, aus Anlaß des Geburtstage- Ihrer KSnigl. Hoheiten des Grof- herzogs und der Großherzogin: Bereinigter Civil- und MilittirgotteSdienp. Pfarrer Dr. Grein.

Aus dem Geschästsleben.

Bon einer Frau erfunden, nicht von unpraktischen Theoretikern sind zwei Küche^Neuheiten, welche unter dem NamenBl'tz- rührschüffel" undAmerikaner Quirltops" in den Handel kommen. Ersterer, ein Teigrührapparat aus Smail mit Zahnrad-Getriebe, kürzt das langweilige und anstrengende Rühren von Kuchenteichen, Mayo- naisen rc. wesenllich ab, da man solche mit dieser Schüsiel in wenigen Minuten leicht und schaumig rührt; letzterer, ebenfalls aus Email, dient zum Schneeschlagen (in */a Minute steifer Schnee;, sowie zum Heiß­quirlen von Chokolade, Warmbier, Chaudeau, Crömes rc. Ein Hinweis auf diese Neuheiten ist gerade bei der bevorstehenden Weihnachtsbäckerki, wo dieselben unseren Hausstauen gute Dienste leisten dürften, angezeigt. Zu beziehen sind die Artikel durch bessere Haushaltungsgeschäfte, oder, wo nicht erhältlich, auch direkt von der Fabrik R. v. Hüners- dorff Nachf in Stuttgart.

Spiflplra der nrremigtra Frsuksurter StEtzeattr.

Opernhaus.

Mittwoch den 28.November*):Die lustigen Weiber von Windsor". DonnerSteg den 29. November:Rotkäppchen". Freitag den 30. November geschossen. Sam*tag den 1. Dezember: Die Zauberflöte". Sonntag den 2. Dezember, nachmittags 3», Uhr:Die Geisha"; abends 7 Uhr:Rotkäppchen". Montag den 3. Dezember geschloffen. DtenStag den.4. Dezember: Sibelio*.

Schauspielhaus.

Mittwoch den 28. November *):CharleyS Tante"; oorhe,: Der eingebildete Kranke". Donnerstag den 29. November; JohanntSfeuer". Freitag ben 30. November:Die Weber? SamStag den 1. Dezember: Zum ersten Male:Frau Königin", vorher:Das Abschiedssouper". Sonntag den 2. Dezembn, nachmittags 3'/, Uhr:JohanniSfeuer", abends 7 Uhr:Fran Königin", vorher:DaS Abschiedssouper".

*) Anfang, wenn nicht »r.derS bemerkt, um 7 Uhr.

Gewarnt wird das Publikum

▼or Ankauf minderwertiger Nachahmungen des gesetzl. geschützte«, feinen Pflanzenfettes Palmin. Dasselbe ist in Originaltafelpackung in Kolonialwarenläden zu erhalten. Preis Pfg. das Pfand. Palmin bräunt un! schmeckt vortrefflich. Man nehme stets ein Viertel weniger wie bei Verwendung von sonstigen Back- ued Bratfetten. Allen Magenleidenden sei Palmin besondere empfohlen, d» leicht verdaulich. 6289