Ausgabe 
28.10.1900 Zweites Blatt
 
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3n eine Unfallversicherung eintaufen zu muffen, gelangen Hann, ist vor kurzem ein elektrisches Piano-Streichorchester ausgestellt, das eine Kapelle von 15 Mann ersetzt und an­genehme Konzert- und Tanzweisen spielt und so im Verein mit der guten Küche des Wirtes dem neuen Unternehmen einen regen Zuspruch verschafft. Besonders für Vereine, Schulen und Familien ist es in der kurzen Zeit seines Bestehens schon ein beliebter Ausflugsort geworden.

-i- Wißmar, 26. Oktober. Unser verehrter Pfarrer Liebrich ist mit dem 1. Oktober in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Den größten Teil seiner fast fünfzig- jährigen AmtSthätigkeit hat der alte Herr in hiesiger Ge­meinde gewirkt. Zu unser aller Freude hat Herr Liebrich auch fernerhin fein ihm so lieb gewordenes Wißmar zum dauernden Wohnsitz gewählt. Ein eigenes Heim hat er sich am Ausgang des Dorfes nach dem Filialort Launsbach erbauen laffen, das unserem Dorse zur Zierde gereicht. Pfarrvikar Bingel, der Herrn Liebrich zur Stütze bei­gegeben war, verwaltet noch zurzeit die hiesige Pfarrei.

o Aus dem Bieberthal, 26. Oktober. Auf sämtlichen Haltestellen der Bieberthalbahn stehen demnächst bauliche Veränderungen bevor oder werden zum Teil schon ausgeführt. Zu Bieber, Rodheim und Heuchelheim wird jedes Stationsgebäude ein zweites Stockwerk erhalten, das für Wohnung der betreffenden Stationsbeamten vor­gesehen ist. Bekanntlich mangelt es in diesen drei Ort­schaften trotz der enormen Vergrößerung dennoch an Wohn­ungen. Ganz auffallend sind aber die vorgenommenen Veränderungen am Stationsgebäude zu Gießen. Hier hat man nämlich den zur Stadt führenden Eingang zugemauert, und den Warteraum verkleinert. Es soll das bisher in der Hammstraße gelegene Bureau hieher verlegt werden.

A Grimberg, 26. Oktober. Nächsten Mittwoch wird hier in der Turnhalle des Turnvereins die Herbstkon­ferenz der Lehrer des Bezirks Grünberg abgehalten werden. Außer Kreisschulinspektor Professor Dr. Lucius aus Gießen wird noch der Bezirksturninspektor Schmuck aus Darmstadt daran teilnehmen und einen Vortrag über den Turnunterricht in der Volksschule" halten. Auch werden die hiesigen vier Volksschulklassen im Turnen vor- geführt werden. An die Konferenz schließt sich ein einfaches Mittagessen im HotelZum Hirsch".

Darmstadt, 26. Oktober. Der Ortsgewerbeverein hat die Erbauung eines Volksbades in den Kreis seiner Beratungen gezogen. Auch die Stadtverwaltung hat sich wiederholt mit der Angelegenheit beschäftigt, wobei die An­sicht vertreten wurde, daß die Stadt das Unternehmen selbst in die Hand nehmen möge. Die Hauptschwierigkeit ist die Beschaffung genügenden Waffers und die bedeutenden Bau- und Unterhaltungskosten. Durch Erbauung einer Reihe von neuen Brunnen mit einer ausgiebigen Wassersörderung hofft man der Frage näher zu kommen. Als einen geeig­neten Platz für das Volksbad dürfte vielleicht derjenige in der Knabenarbeitsanstalt nach Durchführung der Blumen­straße in Betracht zu ziehen fein, wobei durch Heranziehung des großen Woogs ein Teil der Wassersrage gelöst werden könne. Auch die Wafferreinigung durch Filtertürme u. f. w. *wird als empfehlenswert bezeichnet. Die ganze Angelegen­heit soll demnächst in Verbindung mit dem Verkehrsverein behandelt und ein Wassertechniker zu einem Vortrag über Erbauung von Volksbäderu herangezogen werden.

Wetzlar, 26. Oktober. Ein 12jähriger Knabe von hier zog am 28. Juli d. Js. aus einem Briefkasten zwei

lässig hineingeworfene Briefe heraus und zerriß sie. Das heutige Schöffengericht ahndete dies Vergehen in Anbetracht der Jugend des kleinen Missethäters mit einem Verweis. Das Publikum sollte hieraus die Mahnung nehmen, beim Einwerfen von Postsachen in die Briefkästen sich stets zu vergewiffern, daß die eingesteckten Sachen nicht mehr von außen zu erlangen sind.

e Aus dem Kreise Wetzlar, 26. Oktober. Im Anschluß an die Regelung der Lehrergehälter nach dem Gesetz vom 3. März 1897 fand auch bald eine Neurege­lung des Organistengehaltes in den betreffenden Gemeinden statt. Aber auch dabei hat es sich gezeigt, wie verschieden in den einzelnen Ortschaften diese Amtsverrichtung der betr. Lehrer bewertet wird. Die Gemeinden, die in erfreulicher Weise das Grundgehalt ihrer Lehrer damals auf 1200 Mk. festsetzten, haben in richtiger Erkenntnis der Sachlage auch die Organistenbesoldung auf 150 Mk. erhöht. Andere Ge­meinden hingegen, die ost demselben Kirchspiel angehören, sind sowohl an Grundgehalt als Organistenbesoldung weit zurückgeblieben. Oft herrscht in dieser Beziehung zwischen den Gemeinden derselben Bürgermeisterei die größte Willkür. Die Regierung hat nun in diesen Tagen für die Lehrer, die nicht 150 Mk. an Organistenbesoldung erhalten, eine einmalige Remuneration auszahlen lassen. Die Beträge sind je nach der Besoldung verschieden, so haben manche Lehrer 30, andere sogar bis zu 100 Mk. erhalten.

Auszug aus den Standesamtsregistern der Stadt Gießen.

Aufgebote.

Am 20. Oktober. Wilhelm Diedrich Heinrich Mathias Hennekämper, Zugführer in Kupferdreh mit Wilhelmine Karoline Kampe, Köchin da­hier. Wilhelm Reitz, Kaufmann in Gießen mit Anna Kath. Himmler in Frischborn. 22. Reinhold Gustav Mahler, Bahnhofsarbeiter in Pfung­stadt mit Wilhelmine Eberhardt daselbst. Wilhelm Wagenbach, Schuh­macher dahier mit Marie Walter, Handarbeiterin in Freienseen. 23. Ludwig Wagner, Bahnarbeiter dahier mit Katharine Scheuer in Vadenrod. Andreas Findt, Schlosser in Landau mit Katharine Schäffner, Näherin in Godramstein.

Gheschlietzungeu.

Am 20. Oktober. Johannes Peter Minke, Küfer und Wirt dahier mit Anna Margarete Karoline Schwalb Hierselbst. Dr. Georg Bernhard Schäcker, praktischer Arzt in Affenheim mit Ottilie Charlotte Ritsert Hierselbst. Wilhelm Schmahl, Taglöhner dahier mit Lina Hartmann Hierselbst. Johannes Rispel, Fabrikarbeiter dahier mit Katharine Maus Hierselbst. Wilhelm Emil Hermann Friedrich Euler, Maler und Weiß­bindermeister dahier mit Anna Maria Wehrmann Hierselbst.

Geborene.

Am 15. Oktober. Dem Vorarbeiter Heinrich Braun ein Sohn, Hermann. 16. Dem Schneider Georg Heinrich Schmidt ein Sohn, Hans Heinrich. Dem Bremser Adam Zinn eine Tochter Clara Carola. Dem Bahnarbeiter Heinrich Berg II. ein Sohn, Heinrich 17. Dem Schlosser Konstantin Nicolai ein Sohn, Wilhelm Ernst Ludwig. 18. Dem Be­zirksfeldwebel Eberhard Fortnazel ein Sohn. Dem Stationsgehilfen Wilhelm Aumann ein Sohn, Wilhelm Friedrich Robert. Dem Kauf­mann Bernhard Bahs ein Sohn, Otto Friedrich. 19. Dem Hilfsheizer Ludwig Pfaff ein Sohn, Erwin. Dem Fabrikarbeiter Ludwig Weber II. ein Sohn, Friedrich Karl Johannes. 20. Dem Apotheker Joseph Müller ein Sohn. Dem Fabrikarbeiter Heinrich Barschel ein Sohn, Heinrich 21. Dem Schmied Heinrich Gemmer eine Tochter, Erna Elisabeth. 24. Dem Taglöhner Johannes Schieferstein eine Tochter, Anna Elise. 25. Dem Oberlehrer Professor Dr. Heinrich Pitz eine Tochter.

Gestorbene.

Am 21. Oktober. Heinrich Christian Gerhard, 25 Jahre alt, Lehr­amts-Kandidat dahier. Philipp Balser, 1^/, Jahre alt, Sohn von Tag­löhner Philipp Balser dahier 22. Ludwig Schmitt, 61 Jahre alt, Glasermeister dahier. 23. Heinrich Hollmann, 56 Jahre alt, Tapezier dahier.

Kandwirtschast.

b. Friedberg, 26. Oktober. Die Landwirtschaftliche Winterschule wird Montag den 5. November ihren Anfang nehmen. Der Unterricht währt bis Ende März 1901. Die Anmeldungen find bereits recht zahleich eingelaufen.

Handel und Verkehr. Volkswirtschaft.

Bietzen, 27. Oktober. Marktbericht. Auf dem heutige« Wochenmarkt kosteten: Butter per Pfd. X 0.801.00, Hühnereier per St. 00 H, 2 St. 1517 Enteneier 2 St. 0016 Gänse­eier per St. 0000 H, Käse 1 St. 57 Käsematte 2 St. 56 4, Erbsen per Liter 24 Linsen per Liter 34 Tauben per Paar

X 0.500.80, Hühner per St. 0.901.20, Hahnen per Stück

X 0.501.03, Enten per St. X 1.802.20, Gänse per Pfun X 0.460.58 Ochsenfleisch per Pfd. 6874 4, Kuh« und Rindfleisch per Pfd. 6264 A Schweinefleisch per Pfd. 5070 4, Schweine« fleisch, gesalzen, per Pfd. 74 Kalbfleisch per Pfd. 6466 Hammelfleisch per Pfd. 5070 H, Kartoffeln per 100 Kilo 5.00 611 5.50 X, Weißkraut per St. 0000, Zwiebeln per Etr. X 4.004.50, Milch per Liter 18 H. Zwischen X 3.005.00.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Sonntag, den 4. November, als am Reformationsfest findet m der Stadtkirche im Abendgottesdienst Beichte und heilige- Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde statt. Anmel­dungen dazu werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Mittwoch, den 31. Oktober, abends 81/* Uhr wird Herr Missions- arzt D. Liebendörfer aus Stuttgart im Saale des Hotels zum Einhorn" einen Vortrag überAerztliche Mission" halten, wozu die Gemeinde herzlich eingeladen wird.

Neueste Meldungen.

Paris, 27. Oktober. Das BlattFranee militaire* berichtet, daß der Kriegsminister beabsichtigt, in Zukunft den Offizieren zu erlauben, ihre politischen An­sichten mit aller Freiheit zum Ausdruck zu bringen.

Paris, 27. Oktober. DasAmtsblatt" veröffentlicht nunmehr das Dekret, nach welchem der Senat und die Kammer für den 6. November zu einer außerordent­lichen Session zusammenberufen werden.

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Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt, den 27. Oktober.

31/» % Reichsanleiho . .

3 % do . . 3»/, % Konsols ....

3 °/o do . . . . 3*/e °/o Hessen . . . .

5 n/j Italien. Rente . . . 4O/o Griech. Monop.-Anl.

3 % Portugiesen . . .

3 °/o Mexikaner . . . .

4Vs % Chinesen ....

Tendenz: fest.

Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatsbahn Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . .

95.60

87.50

95.40

87.45

92.20

94.40

41.45

23.65

25.80

74.20 :

. 205.10 . 172.50 . 132.60 . 143.50 . 144 80 . 140.40 . 139.20 . 197. . 178. . 177.

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Treis a« d. Lumda für dar Jahr 1901/1902 liegt vom 30. Oktober 1900 an, 8 Tage lang auf dem Büreau Großh. Bürgermeisterei zur Einsicht der Interessenten offen.

Treis a. d. Lda., den 27. Oktober 1900.

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