1900
Samstag den 28. April
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ESS
Der Krieg in Südafrika.
Die Buren haben, wie wir bereits gestern mitteilen .muhten, in der Nacht zum Mittwoch die Belagerung vsri Wepener aufgegeben und sich nach Angabe des Ueldmo rschalls Roberts in Stärke von etwa 4000 bis 5W Mann am Mittwoch früh in nordöstlicher Richtung aiL.s brr Straße nach Ladybrand zurückgezogen. üBäitbemm haben also infolge ihrer Abneigung gegen die Ofitnfiüc die Buren eine für sie günstige Kriegslage nJit ausgenutzt, obgleich sie über genügend Streit« k,Äste verfügten. Außer den 4000 bis 5000 Mann von ktzrpcmr konnten sie 7000 Mann dem von Westen gegen rSchmer vorrückenden englischen General Rundle gegenüber» Mleu. Trotzdem haben sie sich fast nut auf die Ab- a, ihr beschränkt. Die Gesamtverluste des in Wepener sMzeschlofsenen englischen Obersten Dalgety beziffern sich 161(33 Tote und 132 Verwundete.
Ueber die Kämpfe um Dewetsdorp (auf dem LStge uon Bloemfontein nach Wepener) berichtet „Reuters W Bteai“ aus dem Burenlager: General Dewet erfuhr dlwch Späher am Donnerstag nacht, daß eine englische Meiling gegen DewetSdorp vorrückte; sogleich brachen die Waren auf, um die Engländer abzufangen und trafen Frei- leilig früh auf dem Schlachtfelde ein. Ein Kopje, daS Stemmanbant Cronje nicht rechtzeitig besetzt hatte, nahmen d ltt Engländer ein. Die Buren beschossen daS brittsche Lchr mit Granaten bis zum Einbruch der Dunkelheit. Lehrend der Nacht kamen 15 Engländer, die vom Weg 3'Nomnten waren, zu Fuß ins Burenlager und bei Tages- ainbd) trafen noch 13 weitere ein. Am anderen Morgen f,!taMen die Engländer Kavallerie aus, um die Buren zu Mvzeh«n; darauf schickte Dewet den Kommandanten Weffels nirt br ri Kanonen vor, um dem Feind entgegenzutreten, der, dlw tt keine Geschütze hatte, zum Rückzug gezwungen wurde. Mied) andauerndem Geschützfeuer zogen die Engländer ihr L!«zir hinter die Hügel zurück, während die Truppen (Mein von den Verschanzungen abgaben, um die Aufmerk- von dem ernstlich beschädigten Lager abzulenken. DÖiit Sturen verloren 3 Tote und 12 Verwundete. Die Msluste der Engländer sind nicht bekannt, sie ließen jedoch, M ihre rechte Flanke zurückgehen mußte, eine Anzahl Tote dem Felde zurück. Feldmarschall Roberts telegraphiert, wo dm Kämpfen, die der Besetzung von Dewetsdorp vor- amchkgangen, wurden 1 Offizier getötet und 2 Offiziere «1311)22 Mann verwundet.
Ans London wird gemeldet, man hofft auf englischer daß General French die nach Ladybrand unter» iwtajj befindlichen Buren an der Basutogrenze ab- f ilfottibeu, daß Hamilton Thabarchü erobern, sofmi! den dort stehenden Buren den Weg nach Norden v'trilegen wird.
Aas Dewetsdorp wird telegraphiert: Alle ver- scWcnen englischen Kolonnen rücken vor. Alle west- Hlioten Verbindungslinien sind in englisch en Rauben. Die Buren haben zwar nur einen schmalen Mtnifen, auf dem sie „entwischen" können, ihre MWzmgslinie geht aber über zerklüftetes Gelände, das sich zrp erfolgreicher Nachtrabsverteidigung vorzüglich eignet utiB die englische Kavallerie an wirksamer Ent- f c:i Itumg hindert.
D»er Berichterstatter der „Times", der von Jammers- Mafeking im Basutoland ritt, drahtet von dort 3E1 215. April, daß er Brabants Vorhut vier Mtilsn südlich von Wepener begegnete. Sie hatte b:orei erfolgreiche Scharmützel mit den Buren atm JiNNstag, Sonntag und Dienstag mit einem 23er» luch v m 22 Toten und Verwundeten. „Die Eiu- sckfliefßung von Wepener ist vorüber." Der üEcei 5000 Mann starke Feind zog sich vor urnfami Augen unverfolgt längs der Straße nach LcMr.md zurück. Verschiedene Londoner Morgen-
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Deutsches Muh.
Berlin, 26. April. Aus Karlsruhe wird von heute gemeldet: Der Kaiser traf um 2 Uhr 20 Mm. hier ein. Er wurde von der Groß Herzogin am Bahnhofe empfangen. Auch Prinz Max war zur Begrüßung erschienen. Nach herzlicher Begrüßung erfolgte die Fahrt zum Schloß. Eine zahlreiche Bevölkerung bildete Spalier.
— Der Kaiser hat den preußischen Kultusminister ermächtigt, die in den Statuten und Ordnungen der Lan- desuniversitäten, der Akademie zu Münster und des Lyceum Hosianum zu Braunsberg enthaltenen Bestimmungen, die den Gebrauch der lateinischen Sprache in UniversitätS- und Fakultätsangelegenheiten betreffen, im Interesse der umfassenden Anwendung der deutschen Sprache nach Benehmen mit den beteiligten akademischen Behörden aufzuheben und, soweit erforderlich, durch andere Bestimmungen zu ersetzen. Der Kultusminister hat infolge dessen die entsprechenden Maßnahmen veranlaßt. (Die Beseitigung dieses alten Zopfes begrüßen wir mit besonderer Genugthuung. D. Red.)
— Es wird bestätigt, daß sowohl Kaiser Wilhelm wie der Zar anläßlich des siebzigsten Geburtstages des Kaisers Franz Josef, um ihn zu seinem Festtage zu beglückwünschen, im Laufe des Sommers, jedoch nicht gleichzeitig und nicht genau zum Geburtstage, nach Oesterreich kommen werden. Näheres über Zeit und Ort der Begegnungen ist bisher nicht bestimmt.
— Aus der Hofansage des Oberzeremonienmeisters Grafen August Eulenburg für die Feier der Großjährig» keitSerklärung des Kronprinzen geht hervor, daß unter andern auch die Offiziere der 2. Kompagnie des 1. Garde-Regiments zu Fuß zur Teilnahme an der Feier befohlen sind. Hieraus ist also zu schließen, daß der Kronprinz nach der Feier in diese 2. Kompagnie des 1. Garve- Regiments eingestellt werden wird, während er bisher wie
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blätter drücken die Befürchtung aus, daß, wenn die Buren-
1 olonnen vom Süden nach Thabanchu und Ladybrand ungefährdet kommen, sie wieder rechtzeitig entschlüpft sein lürften, weshalb weiter nördlich die Umgehungstaktik noch» mals versucht werden müßte.
An baldige Reparatur der Bloemfonteiner Wasserleitung ist nicht zu denken, da die Buren sämtliche Klappenventile der Dampfmaschinen des Pump» merkS nach Prätoria geschickt haben. Daß sie die Werke nicht vollständig zerstörten, wird dadurch erklärt, daß zwei hervorragende Buren dort Hauptsteuerzahler sind. Ein Gutsbesitzer bei SannahS Post, der in dem Verdacht stand, den Buren bei dem Fang des britischen Convois geholfen zu haben, wurde verhaftet und sein Gut eingeäschert.
Ein entsetzliches Unglück hat sich im Regierungsarsenal der Buren zu Johannesburg zugetragen. Am 24. d. M. hat eine große Explosion das Gebäude völlig zerstört. Zehn Personen wurden getötet, 32 verletzt. Die meisten Verunglückten sind französische und italienische Arbeiter. Die Ursache der Explosion ist noch nicht bekannt. Sofort nach der mit einem furchtbaren Knall erfolgten Explosion standen sämtliche Häuser in der Nachbarschaft in Flammen. DaS Geschrei der Frauen und Kinder in den anstoßenden Straßen erhöhte die allgemeine Bestürzung. Die Ambulanzen der Gesellschaft vom Roten Kreuz leisteten den Verwundeten gute Dienste.
In Alival North sind nach einer „Reuters-Meldung vom Mittwoch zwei aus der Kapkolonie stammende Kundschafter eingetroffen, die den Buren, die bei Wepener standen, entkommen sind. Sie sagen, daß der Kriegsrat der Buren den von den Engländern in Wepener eingesetzten Landdrost Vanderhoven zum Tode verurteilt hat.
Westlich von Kimberley haben die Buren m der Nähe von Windsorton ein neues Lager errichtet. Ihre dortigen Streitkräfte in Stärke von 500 Mann bestehen nach einer Mitteilung der „Daily Mail" aus Kimberley aus Aufständischen aus Prieska, Campbell und Griqua- town, die mit ihren Frauen und Familien nach Norden ge- ^o^^ur"Beurteilung der Aussichten des Krieges wichtig ist eine „Times"-Nachricht aus Lourenzo Marques: Die Buren-Regierung sammle große Mengen von Vorräten in den Depots des Distrikts von Lydenburg an, was die Annahme bestätige, daß die Buren die Beragegend als ihre letzte Stellung ansehen. Inzwischen werde das Gelände rings um Johannesburg und Pretoria stark befestigt.
Ueber Zwistigkeiten im Kapmintsterrum berichtet das „Reuterfcl-e Büreau" aus Kapstadt. Es verlautet, zwei Minister seien für Annexion der Republiken, während zwei andere Minister scharf für Erhaltung der Unabhängigkeit der Republiken eintreten und einer sich neUt3m^Londoner Unterhaus erklärte Wyndham, in den Mitteilungen zwischen dem Kriegsamt und Lord Roberts zeige sich in keiner Weise, daß die strategischen Bewegungen infolge Mangels an Remonten oder rollenden Eistnbahnmaterials verzögert oder geändert seien. Die Gesamtzahl der seit Beginn des Krieges na-h Südafrika bereits gesandten oder zur Versendung beschafften Remonten betrage 42 000 Pferde und 23 000 Maultiere. Soweit die Regierung wisse, fei die von Roberts zu erledigende Schwierigkeit nicht in erster Lime durch bie Frage der Remonten oder des rollenden Eisenbahnmaterials hervor- gerusen sondern durch die Thatsache, daß Roberts Bloemfontein erst nach einem Marsche und Kampfe nahm, der einen Monat lang fern der Eisenbahnlinie geführt werden mußte Seit jener Zeit war Roberts beschäftigt, sich der Eisenbahnlinie zu bemächtigen und sie auszubessern, die Operationsbasis von Kapstadt nach Bloemfontein zu verlegen und schließlich die einzelnen Abteilungen des Feindes zu schlagen, die die rückwärtigen 2Zerbindungen bedrohen. Die ersten drei dieser notwendigen Vorbedingungen des Vormarsches seien, wie man glaube, abgeschlossen. Die vierte scheine in befriedigender Weise vorwärts zu gehen. Ueber die Operationen bei Magersfontein gab Roberts gar keinen Kommentar.
Das Washingtoner Staatsdepartement übersandte dem Friedens-Büreau Bern den aktenmäßigen Bericht, aus dem hervorgeht, daß Lord Salisbury am 13. März dem nord- amerikanischen Gesandten erklärte, England könne keinerlei Vermittelung seitens einer fremden Macht im südafrikanischen Kriege annehmen.
An Dr. Leyds wird zu seinem vierzigsten Geburtstage von München eine Glückwunschadresse, die von allen Schichten der Mvölkerung unterzeichnet worden ist, nach Brüssel abgehen.
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Wien WöDtn ' aenowoi=r.
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Bekanntmachung.
Setrefsend: Maul» und Klauenseuche.
31 Allertshausen ist in einem Gehöfte die Maul» .vLd Klauenseuche ausgebrochen und Gehöftefperre angeordnet »erben.
Gießen, den 27. April 1900.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Bechtold.
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Augen-Wil rti MMn, trelM todit unb M in !{! roirb bei bofffl M fniierifamilie M,
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Telegramme des Gießener Anzeigers.
London, 27. April. Ein höherer General der sich bisher über den Krieg äußerst informiert gezeigt hat, resümierte bei einem Interview über die nächsten Pläne Roberts seine Meinung dahin, daß der Vormarsch Robert» über den Van Reenenpaß erfolgen werde. 25000 Mann sollen in Bloemfontein zurückbleiben und mit dem Reste der Armee von etwa 60000 Mann würde Roberts einen Scheinmarsch auf Kronstadt antreten, dann scharf abbiegend durch den Vanreenenpaß marschieren, und über Natal in Transvaal einfallen, und auf Prätoria marschieren. Dieser Weg biete große Vortelle, well die Kommunikationswege für die Herbeischaffung von Vorräten kürzer seien, und das stark befestigte Kronstadt ganz umgangen werde.
London, 27. April. Aus Dewetsdorp wird vom. 25. gemeldet: Die Truppen des Generals Rundle sind mittag» in Dewetsdorp eingezogen. Der Ring der englischen Truppen um die Buren zieht sich immer enger zusammen und man glaubt, ^daß diese durch ihren zahlreichen Train gehindert, sichnichtwerdenretten können und das Schicksal Eronjes erleiden werden.
Lo n d o n, 27. April. Aus Dewetsdorp wird gemeldet: Die Buren, die in die Gegend von Ladybrand geflüchtet waren, wurden vom General French verfolgt.
London, 27. April. Die heutigen Morgenblätter sind über die militärischen Ergebnisse der Truppen des Lord Roberts sehr zufrieden und glauben an einen baldigen großen Sieg der englischen Waffen.
London, 27. April. Aus Bloemfontein wird gemeldet: Die Zahl der Freistaatler, die ihre Waffen bereits an die Engländer abgeliefert hatten, jetzt aber trotzdem wieder in die Reihen der Buren eintreten, nimmt täglich zu. Ueber zwei Drittel der gesamten Bevölkerung des Freistaates ist den 23uren freundlich gesinnt.
London, 27. April. Lord Roberts meldet aus Bloemfontein vom 26.: General ihamilton hat die Buren gestern aus ihren starken Stellungen bei Jsraelpoort ver— Wepener ist vollständig entsetzt, ebenso der ganze Süden vom Feinde geräumt. Mehrere Buren- Kommandos in der Nähe von Dewetsdorp sind verschwunden. Bei Boshof haben die Buren eine englische Kolonne, die von Bultfontein nach Hoopstradt marschieren wollte, zurückgeschlagen
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