Eindruck der Handlung den Zuhörern vor Augen führt. Herr Gymnasiallehrer Dr. Karl Schmidt, der Sohn des Musiklehrers Schmidt in Friedberg, hatte die Chöre komponiert und war mit seinem Werke im vorigen Sommer zu Ende gekommen. Hatten wir von diesem Künstler, der auch am Gymnasium den Gesangunterricht außer seinem Philologischen Fachunterricht hat, nur tüchtiges erwartet, so müsien wir nur sagen: Schmidts Musik zu Ajax ist eine großartige Leistung. Wir find gewiß, daß er noch eine Zukunft hat, wir wünschen ihm zu dem heutigen glänzenden Erfolge von Herzen Glück. Die Chöre wurden von Schülern der obersten Klasse gesungen, in dankenswerter Weise hatten auch unsere Friedberger Herren mitgewirkt. So erzielten diese Chöre eine ganz überwältigende Wirkung. Die für zwei Klaviere eingerichtete Orchesterbegleitung hatten die Herren Usinger, Dirigent des Musikvereins zu Friedberg, und Gymnasialassesior Müller übernommen. Der eine Flügel war von der Firma A. Förster in Lich in sehr dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Der Eintrittspreis betrug 1,30 Mk. pro Person, leider gestaltete der beschränkte Raum, der Zeichensaal, den Verkauf von nur 120 reservierten Plätzen. Möchten wir solchen hohen Genuß auch in künftigen Jahren hier haben!
O Bleichenbach, 26. Februar. In hiesiger Gemeinde wurde vor Jahresfrist ein „Flolten-Verein- gegründet. Herr Amtsrichter v. Pfister - Ortenberg hielt s. Z. schon einen Vortrag über die Aufgaben und Ziele des Vereins. Gestern abend fand nun unter dem Vorsitz des Herrn Pfarrer Wilhelm-Bleichenbach im „Weißen Roß" dahier eine Versammlung statt. Redner verbreitete sich in klarer ausführlicher Weise über das Thema: Warum hat jedermann im Volk ein Jntereffe an einer starken deutschen Flotte? Zunächst beleuchtete er eingehend die gegenwärtige Weltlage, die Unzulänglichkeit der Produktion an Lebensmitteln in Deutschland, die Notwendigkeit der Erwerbung der Kolonien und die Ohnmacht des Reiches, so lange es keine Flotte habe. Die Versammlung nahm die Nachricht gern entgegen, daß der geehrte Herr Redner im Laufe des Winters noch einen Vortrag im Verein halten wolle.
△ Aus dem Ohmgebiet, 26. Februar. Eine solche hochsommerliche Temperatur wie wir sie seit Samstag gehabt, gehört doch um diese Zeit, da der Februar noch nicht geendigt, zu den meteorologischen Seltenheiten. Am Donnerstag der vorigen Woche zeigte das Thermometer morgens neun Uhr noch 3 Grad Kälte nach Reaumur, am Samstag um diese Zeit 9 Grad Wärme, mithin einen Temperaturunterschied von 12 Grad. Heute hatten wir um die Mittagszeit 15 Grad Reaumur im Schatten, und die Sonne schien dabei so warm, wie im Sommer. Die Bienen konnten jetzt ihren ersten ordentlichen Reinigungsausflug unternehmen. Der erste Ausflug giebt den Kontrollstab ab über die Ueberwinterung der Völker. Sie ist recht gut verlaufen; der milde Winter hat keine Opfer unter den Völkern gefordert. Da die Haselnußstauden bereits ihre Kätzchen tragen und auch die Schneeglöckchen in größter Eile aus dem Boden gesproßt sind, so vermochten die Bienen heute schon Blütenstaub heimzutragen. Auf solch ungewöhnlich warme Tage vor dem eigentlichen Frühlingsmonat stehen Kälterückfälle fast mit Sicherheit zu befürchten. Sie werden auch diesmal eintreffen.
Offenbach, 23. Februar. In der hiesigen Feuerbestattung San st alt find bis jetzt 30 Leichen eingeäschert worden. Hiervon entfallen auf Offenbach 6, Frankfurt a. M. 10, auf Wiesbaden 7 und auf Königstein, Darmstadt, Mainz, Nürnberg, Schaafheim, Gelnhausen und Boppard je 1. Besonders bemerkenswert ist, daß sich unter den 30 Feuerbestattungen 10 Bestattungen weiblicher Personen befinden, ein Umstand, der dafür spricht, daß die Feuerbestattung auch bei dem weiblichen Geschlecht viele Anhänger besitzt.
Offenbach, 25. Februar. In der letzten Sitzung der Stadtverordneten.Versammlung wurde u. a. ein Antrag auf Herabsetzung der Verbrauchssteuer für Kohlen und ein solcher auf Aufhebung der Verbrauchssteuer für Hafer beraten. Es wurde nach längerer Debatte die Aufhebung der Haferabgabe beschlossen, die beantragte Ermäßigung der Verbrauchssteuer auf Kohlen von 11,50 Mk. auf 8 Mk. jedoch abgelehnt. Bei der Beratung des Voranschlags für die Stadtkasse auf das Jahr 1900 bewilligte die Versammlung die beantragte Einstellung von 22,000 Mk. für Lohnerhöhungen der städtischen Arbeiter und beschloß gleichzeitig, Löhne unter 3 Mk. bis zu 20 Proz. aufzubefsern. Bezüglich des s. Zt. eingebrachten und von der Stadt- verordneten-Versammlung auch angenommenen Antrags, die öffentlichen Bekanntmachungen der Bürgermeisterei außer in der „Offenbacher Zeitung" auch im „Offenbacher Abendblatt" auszuschreiben, erklärte der Vorsitzende, Oberbürgermeister Brink, daß es nach ministerieller Entscheidung der Stadtverwaltung überlassen bleiben müsse, welchen Zeitungen sie die Bekanntmachungen überlassen wolle. Unter „Stadtverwaltung" sei nach Artikel 10 der Städteordnung der Bürgermeister zu verstehen und kein Mensch könne von ihm verlangen, daß er durch Ueberweisung der amtlichen Bekanntmachungen an das (sozialdemokratische) „Offenbacher Abendblatt", das moralische Ansehen desselben erhöhe. Zu dieser Sache hatte jedoch der Stadtverordnete Ulrich, der Besitzer des „Abendblattes" einen Antrag zur Bildung eines Sonderausschuffes gestellt, der die Prüfung der in dieser Angelegenheit entstandenen Akten vornehmen und der Stadt- verordneten-Versammlung hierüber Bericht erstatten solle. Der Antrag wurde angenommen und demgemäß 5 Mitglieder in diesen Ausschuß gewählt.
Siegen, 23. Februar. Nachdem bei der diesjährigen Etatsberatung im Abgeordnetenhause die Mittel zur Er. richtung einer Schule für die Kleineisen-Jnduftrie Hierselbst bewilligt worden sind, steht die Errichtung dieser Anstalt nahe bevor. Dieselbe bezweckt, junge Leute in
Vermischtes.
Bc.lin, 25. Februar. Ein neuer Abschnitt im Leben des Kronprinzen beginnt am heutigen Tage. Der Kronprinz verläßt Plön nach Abschluß seiner dortigen Studien, um sich zunächst nach Berlin zu begeben. Wie ein Privattelegramm des „Berliner Lokal-Anzeiger" meldet, stattete der Prinz gestern mit seinen Lehrern in der Stadt bei den Behörden Abschiedsvisiten ab. Bei den Honoratioren in der Umgebung hatte er sich bereits einige Tage früher verabschidet. Am heutigen (Sonntag) Mittag vor der Abreise wird im Prinzenhause ein Abschiedsessen veranstaltet, zu dem zahlreiche Einladungen ergangen find. Dann sagt der Kronprinz endgiltig der friedlichen Stätte Lebewohl. An den Gestaden des Plöner Sees hat er glückliche Tage verlebt, sein Wissen durch ausgezeichnete Kenntnisse erweitert und den jugendfrischen Körper durch eine planmäßige Ausbildung in allen sportlichen Künsten gestählt. In einer strengen Schule der Arbeit erzogen und von Jugend an daran gewöhnt, die übernommene Pflicht aufs äußerste zu erfüllen, dabei gutherzig, bescheiden und ohne eine Spur von Ueberhebung, kann der Prinz als das Muster eines deutschen Jünglings gelten. Er ist strenger erzogen als manches Kind im Bürgerhause; frühzeitig hat er gelernt, den eigenen Willen unterzuordnen und die Kunst des Gehorsams zu üben. Die Plöner sehen den Kronprinzen ungern scheiden, der, ohne jemals eigentlich in die Oeffentlich- keit getreten zu sein, wegen seines freundlichen Wesens allgemein beliebt war. Besonders die Radfahrer lernten in ihm einen ihrer Kunst zugethanen Verehrer kennen; ost genug ist er den steilen Schloßberg in stürmischem Kauf, ohne Schaden zu nehmen, herabgefahren. Viele Geschichten von der Einfachheit des Prinzen, der sich seine Einkäufe selbst besorgte, seine Packete selbst trug und für jedermann ein freundliches Wort hatte, werden in Plön erzählt. Nun hat das dortige Idyll ein Ende; ein neuer Lebensabschnitt für den bereinigen Erben der Krone beginnt. Der Prinz wird nach den bisherigen Dispositionen bis zum 28. d. Mts. zusammen mit seinen aus Plön herüberkommenden Brüdern bei den Kaiserlichen Eltern in Berlin verweilen. Dann siedelt er nach dem Stadtschloß in Potsdam über, wo im Erdgeschoß des nach der Bittschriften-Linde zu be- legenen Flügels Zimmer für ihn bereitgestellt werden. Dort wird er sich eine Zeit lang mit Studien und militärischen Informationen beschäftigen. An seinem 18. Geburtstage, am 6. Mai, tritt er in das erste Garderegiment z. F. nach hohenzollerscher Tradition zur aktiven Dienstleistung ein. Die Worte, die der alte Kaiser Wilhelm seinerzeit unferm Kaiser bei seinem Eintritt in die Armee als Geleit gab, daß manches scheinbar Kleinliche wohl durchdacht und notwendig sei zum Aufbau des Ganzen, werden auch fein Wahlspruch sein. ES ist selbstverständlich, daß alle Korn- pagnieen dieses Eliteregiments sich um die Ehre streiten, die soldatische Ausbildung des Kronprinzen zu übernehmen. Soweit jedoch bisher festfteht, wird die zweite Kompagnie ihn zu den Ihrigen zählen. Es bedarf keiner Erwähnung, daß nach der Ueberlicferung feines Hauses kein Tüpfelchen des Drills oder des Felddienstes dem Prinzen so wenig wie einem anderen Offizier des Regimentes geschenkt werden wird. Er wird seine Rekruten exerzieren wie es sein Vater gethan hat, und alle Unbequemlichkeiten des kleinen Dienstes der hiermit besonders gesegneten „Potsdamer Wachtparade" über sich ergehen lassen. Als militärischer Begleiter des Kronprinzen gilt fortan der Flügeladjutant des Kaisers Oberstleutnant von Pritzelwitz, des Kommandeurs des 2. Garde-Regiments z. F- Der Prinz wird, sobald er in den aktiven Dienst tritt, in das nahe der Kaserne des Regiments belegene Kabinettshaus übersiedeln, welches die Kaiserin selbst für ihren ältesten Sohn ausgesucht hat, und zurzeit einer durchgreifenden Renovation unterziehen läßt. Von den Fenstern des alten, aber wohnlichen Gebäudes, des ehemaligen Militärkabinetts, schweift der Blick zu den blauen Umriffen des Brauhausberges hinüber, oder er haftet auf dem Turm der von Friedrich Wilhelm I. erbauten benachbarten Garnisonkirche, deren Glockenspiel stündlich zur Andacht ladet, während der preußische Adler auf der Kreuzstange des Thurmes seine Fittige spreizt, bereit zur Sonne zu fliegen!
speziellen Fächern zu Werkmeistern in der Kleineisenbranche auszubilden. Der Unterricht schließt sich an den der Volksschule an und besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht. Der hiesigen Schule wird die in Solingen schon längere Zeit bestehende ähnliche Anstalt zum Muster dienen.
§§ Kirchhain, 26. Februar. Dem Jagdaufseher Joh. Henkel zu Groß-Seelheim, dem Freiherrlich v. Stummffchen Förster Kohlhaus zu R.-Holzhausen und dem Jagdaufseher Wentz zu Wittelsberg wurden durch Vermittelung des Bezirksvorstandes für Oberhessen des Allgemeinen deutschen Jagdschutzvereins für Veritlgung von Raubzeug Geldprämien in Höhe von 45 und je 20 Mk. übergeben. Gestern gelang es, bei der Hojardmühle zwei junge Fischottern lebend zu fangen.
△ Homberg (Bez. Kassel), 26. Februar. In der vorgestrigen Schöffengerichtssitzung wurde ein langwieriger Ehrenbeleidigungsprozeß, der schon viel Verdruß bereitete, zu Ende gebracht. In einem benachbarten Dorfe war es schon lange Zeit Unsitte, die ehrbarsten Leute durch anonyme Briefe und nicht zu nennende Verdächtigungen aller Art zu kränken. Dieser letzte Prozeß brachte endlich die Thäter zum Vorschein, und wurden dieselben heute mit empfindlichen Strafen und sehr erheblichen Kosten belegt. Hoffentlich dient dies anderen Personen ähnlichen Gelichters zur ernsten Warnung. — In unserem Kreise find zur Unterstützung und Fortführung der Thätigkeit des Zentral- KomiteeS vom Roten Kreuz zu Berlin im Transvaalkrieg bis jetzt an freiwilligen Gaben eingegangen Mk. 264.46.
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♦ Berlin, 27. Februar. „Zur Wahrung der Sittlichkeit" durch Freiherrn v. Mirbach schreibt der „Kunstwart" (Herausgegeben von I. AvenariuS, Verlas von Callwey, München): „So lächerlich all das ist, e| wird einem weh dabei. Welches blinde und kraftlose und doch plumpe Umhertappen quer über Weg und Beet in einem Garten, den man pflegen will und doch nicht kennt und doch nicht sehen kann! Daß Unreifen, und viele reifen ja nie, Schädigungen vom Anblick des Nackten erwachsen können, wir leugnen es nicht, aber wie kann man glauben, durch solche Maßregelchen zu helfen! Und wenn der Schutzmann wirklich den Eintritt zur Hauptthür verwehrt, alle Nebenthüren kann er nicht verschließen, und könnt' er's, so schlichen die schlimmen Geister durchs Schlüsselloch. $jr haben unsere Meinung über all das ja früher ausdrücklich niedergelegt. Dem Schmutzigen kann hier keiner wehren, sich noch mehr zu beschmutzen: verhülle ihm soviel Du willst', Du übst sein Auge nur, die Kleider zu durchblicken. Den noch unverdorbenen unreifen Reinen aber behütet nur eins: daß wir ihn lehren, das Ebenbild Gottes in dem Menschenleibe zu sehen, den nach der Bibel Gott sich zum Ebenbilbe schuf. Immer und immer wieder: ästhetische Erziehung ist's, die nicht nur Herrn v. Mirbach und seinen Hofdamen, nein, die uns allen fehlt. Sie ist freilich schwieriger zu erreichen, als die Weisheit, daß Akte in der Rückansicht sittlich unb in der Vorderansicht unsittlich seien."
* Wien, 25. Februar. Wie dem „M. W. T." aus Genf telegraphiert wird, hat Luccheni, der Mörder der Kaiserin Elisabeth, gegen den Direktor der Strafanstalt einen Gewaltftreich versucht. Die Sache ist bis heute auf Wunsch der Regierung geheimgehalten worden. Der Sachverhalt ist folgender: Bekanntlich entflohen letzten Sonntag zwei Sträflinge, deren Zellen neben derjenigen Lucchems waren. Die Ausreißer wurden aber andern Tags schon in Frankreich wieder gefangen. Als Luccheni die Flucht erfuhr, wurde er ziemlich nervös unb grob. Dazu kam, daß die Vorsichtsmaßregeln gegen ihn noch verschärft wurden. Am Dienstag^verlangte Luccheni den Direktor zu sprechen, unb würbe ins Bureau geführt. Hier fragte er ben Direktor, ob es wahr sei, baß er, Luccheni, jetzt wöchentlich nur noch ein Buch zu lesen bekomme. Der Direktor bejahte. Mürrisch ging Luccheni wieder in seine Zelle zurück. Drei Stunden später wurde von dort geläutet. Luccheni wolle ben Direktor nochmals sprechen. Er wurde wieder ins Bureau des Direktors gebracht. Dort wiederholte er seine Frage. Auf des Direktors Antwort: „ja, so ist eS unb bleibt es!" begann Luccheni grob zu werben unb sagte zum Direktor in gereiztem Tone: „Sie könnten es bedauern, mir meine Bitte zu verweigern!" Als ber Direktor diese Worte hörte, drehte er sich um. In diesem Momente sah er, wie Luccheni in der Hand ein spitzes Instrument hatte und ihm damit am Kopfe treffen wollte. Direktor Perrin konnte ihn glücklicherweise abwehren, es entstand ein kurzer Kampf. Nur einige Sekunden, dann eilten Wärter herbei, welche an der Thür gestanden hatten unb entwaffneten Luccheni. Dieser hatte in der Hand ein gefährliches, kleines Instrument: einen gespitzten Schlüssel einer Konservenbüchse mit ledernem Griff. Direktor Perrin blieb unversehrt, Luccheni wurde wieder in die Zelle geführt.
Handel und Verkehr. Volkswirtschaft
Frankfurter Börse vom 26. Februar.
Wechsel auf New-York zu 4.21-22.
Prämien auf Kredit per ult. Februar 0.00%, do. per ult. März 1.60%, do. per ult. April 2.70% Diskonto Kommandit per ult, Fehr. 0.00%, do. per ult. März 1.65%, do. per ult. April 2.40%. Lombarden per ult. Februar 0,00% do. per ult. März 0.95%. Deutsche Bank per ult. März 0.%, Dresdener Bank per ult Febr. 0 00%, Berliner Handelsges. per ult. Febr. 0.00.
Notierungen: Kreditaktien 237.40-10 , Diskonto -Kom- mandit 197.30-20-00, Staatsb. 140.70-00, Gotthard 142.30 Lombarden 30.10-50, Ungar. Goldrente 98.70, Italiener 94.70, Bproz. Mexikaner 26.30, Oesterr. Coupons 84%, Amerik. Coupons 4.19%, Privat-Diskont 41V16%«
1% bis 2% Uhr: Kredit 236.80-000, Diskonto 197.20-50-000.000 j Staatsbahn 140.70, Lombarden 30.40.


