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Mittwoch den 28. Februar
Zweites Blatt
1900
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VkbeMen, Expedition und Druckerei: ^chulSraße Nr. 7.
Gratisbeilagen: Gießener Familienblätter, Der hessische Landwirt, Dlätter für hessische Volkskunde.
Adreffe für Depeschen: Anzeiger Hießen Fernsprecher Nr. 51.
Bekanntmachung.
Unter Bezugnahme auf meine Bekanntmachung in Nr. 33 und 38 des „Gießener Anzeigers" bitte ich wieder- iolt, Bestellungen auf Gaatkartoffelu bis spätestens L März durch Vermittelung der Großh. Bürgermeistereien »btt direkt an mich gelangen zu lassen, damit für recht- yitige Lieferung der Kartoffeln gesorgt werden kann.
Gießen, den 25. Februar 1900.
Der Direktor des landw. Bezirksvereins, v. Bechtold.
Lokales und MooinMes. (Anonyme Einsendungen, gleichviel welchen Inhaltes, werden grundsätzlich nicht ausgenommen.)
Gießen, 27. Februar 1900.
** «eschichtSkalender. (Nachdruck verboten.) Vor 110 Jahren, mi 28. Februar 1790. wurde auf dem Schloss« Johannisberg in Oesterreich-Schlesien der Dichter Joseph Frhr. v. Zedlitz ge- brrtu. Von seinen Gedichten ist eins btr bekanntesten: „Die nächt- Hit Heerschau". Als Meister der Elegie zeigt er sich in seinen ^oteakränzen", einem Zyklus von Kanzonen, welche von dem Ge- dankea ausgehen, daß nie in der Welt Großes ohne Begeisterung Mbracht werde. Der Dichter starb am 10. März 1862 in Wien.
*• Das Herannahen der besseren Jahreszeit lenkt den Nick des Landwirtes einem Gegenstände zu, der in der neueren Zeit die Quelle einer erfreulichen Einnahme geworden ist — dem Obstbau. Die Obstbäume verlangen jerabe jetzt eine besondere Aufmerksamkeit. Das Abkratzen der alten Rindenteile, dem Unterschlupf mannig- saltiger Schädlinge, soweit es nicht im Herbste geschehen isl, wird nunmehr unabweislich, ebenso das Entfernen alter Caubrefte an den Spitzen der Zweige, da in denselben Raupen überwintert haben. Gegen die Winterkälte hat man am Spalierobst Schutzdecken angebracht; das ist, ganz kalte Winter abgerechnet, nicht so nötig; dagegen gilt es, Mi Obstbäume zu schützen gegen einen allzu frühen Frühling. Wenn derselbe die Knospen zu frühe zum Treiben bringt, so geht die Blüte fast allemal, oft noch im späten Mai, durch Frost verloren. Man thut deshalb wohl laran, die Baumscheibe, d. i. den größeren oder kleineren Sodenkreis (je nach Größe des BaumeS) um den Stamm )trom, mit Mist oder Stroh zuzudecken, damit die Sonnenstrahlen von dem Boden ferngehalten und das Steigen des Saftes zurückgehalten werde. Das Spalier- )|jt aber schütze man durch Decken oder Kannen« r<ifig vor den Sonnenstrahlen, weil die Rinde, die bei tag sich ausdehnt, durch die Nachtfröste wieder zusammen- Mgen wird und springt, was den Baum schädigt. Ebenso wrb dadurch das vorzeitige Aufbrechen der Knospen, was s,B. bei den Aprikosen und Pfirsischen bei einigermaßen Mimen Tagen rasch geschieht, verhindert und die Blüte ^miickgehalten. Ein Schädling hat sich in diesen Tagen 1 bereits eingestellt — der Blutfink oder Dompfaff. Derselbe Ibeigt die schwellenden Knospen, besonders der Beerensträucher, mb und vernichtet manchmal fast die ganze Ernte, wenn bei wtiiem Kälterückschlag ein Stillstand im Wachstum eintritt, yfc verscheucht die Vögel in der betreffenden Periode am Ebeften durch blinde Schüsse.
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•• Zivil-Supernumerare. Im Amtsblatt Nr. 103 deS Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen sind die nach- Wehenden Vorschriften über die Annahme von Zivil- 06upernumeraren für den hessischen Stellenanteil im Dienst der hessisch Preußischen Eisenbahngemeinschaft ver- iösimtlicht: 1. Bezüglich der Einstellung von Zivil-Super- rameraren für den hessischen Stellenanteil sind die Be- tlinmungen über die Annahme von Zivil-Supernumeraren iffr den preußischen Staatseisenbahndienst maßgebend. Demnach sind Bewerber, die neben der körperlichen Tauglichkeit Ur den Bahnhofsdienst die Reife für die 1. Klaffe einer mnitufigen höheren Lehranstalt besitzen, vorzugsweise zu >berücksichtigen. Wenn solche Bewerber in einer zur Deckung Ibe? voraussichtlichen Bedarfes ausreichenden Zahl vor- agernertt sind, ist die Aufzeichnung anderer Bewerber über» liaupt zu unterlassen. Bewerber, welche eine neun- (oder Neben.-) klassige höhere Lehranstalt — in Hessen oder Preußen — vor der Einführung der Abschlußprüfung verlassen haben, ifiQrfen als Zivil-Supernumerare, soweit ihre Berücksich- ttißung überhaupt in Frage kommt, unter der Bor aus - fHun$ angenommen werden, daß sie entweder die Reife
für die Prima vor dem Verlassen der Anstalt erlangt oder später erworben, oder daß sie sich der Reife« Prüfung an einer sechsklassigen öffentlichen höheren Lehranstalt nachträglich unterzogen haben. Zeugniffe von Privat-Lehranstalten und Zeugnisse der PrüfungS-Kommissionen für Einjährig - Freiwillige gelten nicht als Nachweis der vorgeschriebenen Schulbildung. 2. Bewerber, welche bis zum 1. Januar 1898 in Hessen die spezielle Prüfung im Finanzfach erster Kategorie bestanden haben (Finanzaspiranten), können ohne den Nachweis der unter Ziffer 1 bezeichneten Schulbildung als Zivil-Supernumerare angenommen werden. Solchen Personen wird mit Rücksicht auf die in der Prüfung bereits nachgewiesenen Kenntnisse, die sür Zivil-Supernumerare vorgeschriebene Ausbildungszeit um ein Jahr gekürzt. Sind sie vor dem 1. Oktober 1898 in den Eisenbahndienst eingetreten, so ist für ihre Zulassung zur Fachprüfung erster Klasse für die Stationsassistenten in den Bestimmungen des Bundesrats (Reichs.Gesetzblatt 1892 S. 730) vorgeschriebene einjährige Probezeit und die daran anschließende formlose Prüfung im Bahnhofsdienste eine unerläßliche Bedingung. Die feit dem 1. Oktober 1898 in den Eisenbahndienst eingetretenen Finanzaspiranten haben im äußeren Betriebsdienste die volle, für Zivil-Supernumerare vorgeschriebene Ausbildungszeit zurückzulegen. Für die Abkürzung der dreijährigen Ausbildungszeit kommt daher nur der Bureaudienst in Betracht. Die Gewährung der für Zivil-Supernumerare im zweiten und dritten Vorbereitungsjahre zulässigen Monatsbesoldung richtet sich lediglich nach der Länge der Beschäftigung im Eisenbahndienst.
** Preiserhöhung der Drucksachen. Der deutsche Buchdrucker-Verein erläßt eine Bekanntmachung, nach der infolge Erhöhung aller Papierpreise um 15 bis 20 Prozent, sowie der in den letzten Jahren gestiegenen Löhne eine allgemein Preiserhöhung der Drucksachen, sowie der Inserate eintreten müsse.
△ Vom Lande, 26. Februar. Ein klarblauer Himmel brachte einen wirklich „blauen" Montag und eröffnete die schönsten Aussichten aus die Witterung der Fastnachtswoche. Unter solcher Gunst des Wetters kann der Fastenscherz prächtige Blüten treiben! Hat doch auch Mutter Erde nicht versäumt, sich mit ihren ersten Gaben der Blumenwelt zu schmücken. Im Gewände der Unschuld läutet Schneeglöckchen den Frühling ein, und die Leberblümchen und Crocns begrüßen in ihren farbigen Gewändern prangend sein Geläute. An den Rainen, in den Hecken spenden offene Kätzchen des Haselstrauchs den fleißigen Immen nahrhaften Blütenstaub als Brot für ihre Kinder. Ein fröhliches Summen verkündet, daß die Natur schon von ihren Schätzen Verbietet. Durch die linden Lüste schwirren Käfer und Schmetterlinge. Aüch Gevatter Storch ist mit seiner hochbeinigen Gemahlin von seiner weiten Serienreife bereits zurückgekehrt und sieht geschätzten Aufträgen liebäugelnd entgegen. Er ist ja mit wenigen Ausnahmen ein gern gesehener Gast!
Br. Lang-Göns, 26. Februar. Gestern abend bewegte sich durch die Straßen unseres Ortes ein Fackelzug, wie ihn Lang-Göns noch nicht gesehen. Es galt, unferm jetzigen Seelsorger, Herrn Pfarrverwalter Müller (früher in Darmstadt), welcher uns dieser Tage verläßt, noch eine Ehrenbezeugung darzubringen. Wenn Herr Pfarrverwalter Müller auch nur eine kurze Zeit fein segensreiches Wirken in unserem Orte entfalten konnte, so hatte er sich doch alle Herzen erobert, und hätte die Gemeinde alles daran gesetzt, wenn Großh. Oberkonsistorium ihm die Stelle definitiv übertragen hätte, aber alle Bitten von feiten des Gemeinden- und des Kirchenvorstandes, sowie der Gemeindeglieder waren erfolglos. Die beiden Gesangvereine, der Turn« und der Kriegerverein sowie die freiwillige Feuerwehr ließen es sich nicht nehmen, sich am Fackelzug zu beteiligen, dessen Spitze der Kirchen- und der Gemeinde« Vorstand bildeten. Die Gesangvereine trugen einige schöne Lieder vor, und auch der Posaunenchor, welcher so oft die Gottesdienste und Feste verherrlichen half, spielte schöne Weisen und begleitete nebst einem Tam- bourkorps den Fackelzug. Das Gemeinderatsmitglied, Herr Wentzel, brachte im Auftrage der Gemeinde deren Dank Herrn Pfarrverwalter Müller für seine seelsorgerische Thätigkeit dar, worauf Herr Bürgermeister Brücke! dem Herrn Pfarrverwalter ein von Herrn Photograph Boller verfertigtes einen Meter großes Bild der hiesigen Kirche als Andenken überreichte. Herr Pfarrverwalter Müller, der sich nur schwer von der ihm so lieb gewordenen Ge
meinde trennen kann, dankte für die ihm dargebrachte Ehrenbezeugung und sprach zum Schluß den Wunsch aus, die ihm dargebrachte Liebe möchte auf seinen Nachfolger übertragen werden. Wir rufen dem Herrn Pfarrverwalter Müller ein herzliches Lebewohl nach. Möge derselbe in der Weise wie hier unter Gottes gnädigem Beistände lange Jahre wirken zum Wohle aller ihm befohlenen Seelen, und sollte eS der Zufall wollen, daß unsere Pfarrstelle wieder einmal neu besetzt würde, mit Freuden würden wir wieder unseren jetzt von uns geschiedenen Seelsorger empfangen.
§ Butzbach, 26. Februar. Der kürzlich wegen schweren Sittlichkeitsvergehens von Gr. Strafkammer Gießen zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilte Jakob Klotz aus dem benachbarten Ostheim wurde heute mittag hierher und dann zwecks Strafvollstreckung per Wagen nach dem Landeszuchthaufe Marienschloß transportiert; eine Menge Neugieriger, die schon in voriger Woche an den bekannten Schubtagen auf die Verbringung des UebelthäterS warteten, hatten sich in der Bahnhofstraße und bei dem Gerichtsgefängnis eingefunden, um denselben zu sehen.
Nidda, 26. Februar. Gestern abend fand in Kraft's Saalbau ein Konzert zum Besten der Kleinkinderschule und des Vereins „Krankenpflege" statt. Es war im wesentlichen eine Wiederholung des kürzlich von Mitgliedern des hiesigen Kasinos in dessen Lokal abgehaltenen Konzerts, wozu noch einige Männerquartetts kamen, bei denen die hiesigen Herren Lehrer mitwirkten. Das Programm enthielt Instrumental- und Vokalvorträge, erstere für Violine, Viola u. s. w. mit Klavier, letztere Lieder für gemischten Chor und Männerquartett. Es sei besonders hervorgehoben der „Wikinger Balk". Leider war in Anbetracht der Fastnachtszeit und ihrer Anforderungen der Besuch nicht besonders stark. Die Mitwirkenden ernteten reichen Beifall. — In einer Notiz aus Ortenberg, betreffend den berüchtigten Amtmann Geiß zu Lindheim, war gesagt, das Büchlein die „Schreckensjahre von Lindheim" sei von W. O. v. Horn, auch der „Büdinger Anzeiger", der es hätte wissen müssen, druckt es nach. Das Büchlein ist von dem früheren Pfarrer Oeser von Lindheim (O. Glaubrecht).
Schotten, 26. Februar. Der von dem Kriegerverein, Mufikverein, Radfahrerverein und Turn- und Gesangverein veranstaltete Karnevalzug verlief bei prachtvollstem Frühlingswetter in bester Weise. Auf die Ausführung sämtlicher im Zug vorhandenen Gruppen waren große Sorgfalt und bedeutende Kosten verwendet worden, um wirklich Schönes zu leisten. — Der Maskenball in der karnevalistisch dekorierten Turnhalle war recht besucht, wenn auch nicht so stark wie voriges Jahr, war aber recht fidel und von langer Zeitdauer.
Laubach, 25. Februar. Nachdem schon in den letzten Jahren im hiesigen Gymnasium die zwei Sophoklöischen Tragödien „Antigone" und „König Oedipus" zur Aufführung gekommen waren, hatten wir heute von halb vier Uhr an einen Kunstgenuß wie er hier noch nie möglich war. Es wurde die Tragödie „Der rasende Ajax" aufgeführt, die ebenfalls herrührt von Sophokles, dem griechischen Dichter, der 495 bis 406 vor Christi Geburt in Attika gelebt hat. Die einzelnen Rollen wurden sämtlich gut von Schülern der obersten Klaffe dargestellt, besonders gut war der Bruder des Ajax, Teukros, der von Unterprimaner Gamb mit großer Lebendigkeit wiedergegeben wurde. Dem Leiter der Rollen, Herrn Professor Dr. Wetzell hier, gebührt hoher Dank; denn die jungen Schauspieler waren fast durchweg ihrer Rolle vorzüglich gewachsen, von Gießen hatte der Unterprimaner Karl Klein die Rolle der Göttin Athene. Der Verlaus der Handlung selbst ist einfach. Nach dem Tode des berühmten Helden Achilles sollte dessen Rüstung verschenkt werden an den Würdigsten. Es konnte sich nur um zwei Fürsten dabei handeln, Ajax und Ulysses. Ersterer war ein hervorragender Krieger, letzterer mehr durch List und Beredsamkeit berühmt. Ulysses erhielt die Rüstung. Darüber fällt Ajax in rasende Wut; so wütend ist er, daß er beschließt, nachts alle Fürsten des Heeres, die ihm solche Schmach angethan, zu töten. Aber die Göttin Athene schützt die Bedrohten und lenkt den Mord- ftahl des rasenden Ajax auf die Herden hinter dem Lager, die er samt den Hirten erwürgt. Als er vom Wahnsinne geheilt ist, überfällt ihn tiefer Schmerz über feine That; er mag nicht mehr leben, so sehr ihn auch Tekmessa, sein Weib bittet, er endet durch Selbstmord. Ergreifend ist der Schluß, wo mannhaft fein Bruder, Teukros den beiden obersten Heerführern der Griechen entgegentritt, die ihm verbieten wollen, seines Bruders Leiche zu bestatten. Jenen antiken Dramen eigentümlich ist das häufige Auftreten des Chores, der den


